Tradition und Glauben

8. Juli – Hl. Elisabeth von Portugal oder ein hartes Frauenleben

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Heute begeht die Kirche das Fest der hl. Elisabeth von Portugal (1271-1336), die keine Telenovela brauchte, um es interessant im Leben zu haben.

  • ab dem 8 Lebensjahr betete Sie täglich das priesterliche Brevier,
  • mit 12 wurde sie verheiratet, ohne ihren frommen Lebenswandel zu unterbrechen,
  • als sie 20 war und dem König zwei Kinder geboren hatte, nahm er sich eine Geliebte,
  • durch ihre Geduld und Güte konnte sie ihren Mann zurückgewinnen,
  • der sie aber der Untreue bezichtigte,
  • obwohl sie einen Bürgerkrieg zwischen dem Vater und dem Sohne verhinderte,
  • entzog der König ihr alle Einkünfte bis er sich eines Besseren besann.

Sie können ihren ganzen Lebenslauf hier oder hier oder auch recht ausführlich auf Englisch hier nachlesen.

Wir aber stellen die folgenden Fragen?

  • War ihr Leben leicht? Nein!

  • War es fair? Nein!

  • Konnte sie sich selbst verwirklichen? Nein! Höchstens als Klarissin und Witwe.

  • Hat sie gejammert? Nein! Davon ist nichts überliefert.

Sie aber, werte Leserin, haben es schwer und Sie „suchen Trost in der Religion“. Das ist auch statthaft, aber Katholizismus ist Kampf und erfordert Tapferkeit auch von Frauen. Unsere Religion ist nur dann gut, wenn wir durch sie unsere Lebensaufgabe oder Ziele überhaupt bewältigen und besser bewältigen. Und da sie die richtige Religion ist, so muss sie richtig, nicht eskapistisch, angewandt werden. So darf sie nicht als Vorwand der eigenen Feigheit oder Faulheit dienen.

Es wird überliefert, dass die hl. Elisabeth auf einem Esel zwischen zwei stehenden Heeren ihres Ehemanns und ihres Sohnes hin und her geritten ist und so den Frieden stiftete. Das erforderte sehr viel Mut, um unbewaffnet auf einem kleinen Tier zwischen all den gepanzerten Rittern hoch zu Roß sich überhaupt zu bewegen. Es war so als hätte sich jemand mit einem verrosteten VW-Käfer zwischen zwei Panzerarmeen gewagt. Sie hätte doch auch ganz zufällig umgebracht werden können. Aber sie wollte Frieden stiften und anders als unsere lieben Kardinäle hatte sie keine Angst vor dem Tod. Sie tat ihre harte Pflicht als Ehefrau, Mutter und Königin. Sie legte sich also nicht hin und starb, sie zog sich nicht zurück, um den Rosenkranz zu beten oder wartete, dass „der Hl. Geist die beiden Streitparteien erleuchten möge“ oder „das der Triumph des Unbefleckten Herzens sich erfüllen möge“. Sie war eine Heilige, sie hat zu ihren Lebzeiten Wunder gewirkt, was ihren Mann nicht hinderte sie wie Dreck zu behandeln und trotzdem oder eher deswegen stand sie auf und wurde tätig. Katholizismus ist keine Friede-Freude-Pfannekuchen-Religion. Katholizismus ist Kämpfende Kirche, wo jeder an seinem Posten steht und kämpft. Auch als Jungfrau, Mutter und Witwe! Denken Sie an die hl. Elisabeth von Portugal, werte Leserin, wenn Sie das nächste Mal zu jammern anfangen, wie schwer sie es doch haben und wie unfair das Leben und Gott Ihnen gegenüber doch ist. Sollten Sie in einem Familienstreit, insbesondere zwischen Ehemann und Sohn eine Patronin suchen, dann ist die hl. Elisabeth von Portugal die Richtige. Sie hat es selbst durchlebt. Sie weiß Bescheid.

 

 

 

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