Himmelfahrt Christi Unser Archiv:

Hl. Thomas über die Himmelfahrt (4 von 6), Tertia Pars, Quaestio 57, art. 4

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Was bedeutet eigentlich „über alle Himmel“? Dies bedeutet über alle räumlichen und geistigen Dimensionen, denn der verklärte Leib Christi hatte die Fähigkeit dies aus eigener Kraft zu tun. Mehr darüber beim hl. Thomas von Aquin.

Tertia Pars. Quaestio 57

Vierter Artikel. Christus ist aufgestiegen über alle Himmel.

a) Dagegen sagt:

I. Ps. 10.: „Der Herr ist in seinem heiligen Tempel; im Himmel ist sein Sitz.“ Also ist Er nicht über allen Himmeln.

Kommentar: Wenn „im Himmel“, dann nicht „über dem Himmel“.

II. Aristoteles (1. de coelo): „Über dem Himmel ist kein Ort,“ was er dann da beweist.

Kommentar: Irgendwo ist Schluss, wo kein Raum mehr ist. Ist aber kein Raum mehr da, wo befindet sich dann der räumliche Körper Christi?

III. Die Himmel hätten sich teilen müssen, damit der Herr durch sie hindurchdringe; was unmöglich ist, weil zwei Körper nicht zugleich im selben Orte sein können.

Kommentar: Wie kann Körper Köprer durchdringen?

IV. Act. 1.: „Eine Wolke nahm ihn auf.“ Die Wolken aber gehen nicht über alle Himmel.

Kommentar: Stimmt, Wolken sind nur bis einer gewissen Höhe anzutreten.

V. Es ist gegen die Natur des Körpers, über allen Himmeln zu sein. Da aber, wohin Christus aufgefahren ist, glauben wir, dass Er ewig bleibe; wogegen kein Körper da bleibt, wo dies gegen seine Natur ist. Also ist der Herr nicht aufgefahren über alle Himmel.

Kommentar: Wie kann ein Körper in einem ihm unzugänglichen Ort ewig bleiben?

Auf der anderen Seite heißt es Ephes. 4.: „Er stieg auf über alle Himmel, damit Er Alles anfülle.“

b) Ich antworte, je mehr die Körper an der göttlichen Güte teilnehmen, einen desto höheren Platz nehmen sie ein mit Rücksicht auf die anderen Körper. Deshalb sehen wir, dass jene Körper, welche mehr bestimmenden Einfluss haben, von Natur in der Höhe sind. Mehr aber nimmt an der göttlichen Güte teil der verherrlichte Körper wie ein Körper kraft seiner natürlichen Form; und umso mehr dann der erste unter allen verherrlichten Körpern: der des Herrn. Also hat Er seinen Ort in der Höhe über allen Körpern. „An Würde und dem Orte gemäß ist Er emporgestiegen,“ sagt die Glosse zu Ephes. 4.

Kommentar: Mit „Körpern mit bestimmenden Einfluss“ sind Planeten gemeint, die natürlich oben sind und deren Gravitationsfeld die Gravitationsfelder der von ihnen abhängigen Dinge beeinflusst. Der verherrlichte Körper Christi nimmt aber an der göttlichen Güte mehr teil als alle Planeten und daher ist er auch höher.

c)

ad I. Der Sitz Gottes ist im Himmel, weil Er Alles zusammenhält; und Alles somit unter Ihm ist. Er ist also über alle Himmel, nach Ps. 8.: „Erhoben ist worden Deine Pracht über alle Himmel.“

Ad II. Der Ort hat den Charakter des Zusammenhaltenden; was also an erster Stelle zusammenhält, das hat den Charakter des Ersten im Bereiche des Ortes; und das ist der erste Himmel (-skörper). Inwieweit also die Körper notwendig haben, im Orte zu sein, insoweit bedürfen sie dessen, dass sie zusammengehalten und so in ihrem Orte begrenzt werden durch die Himmelskörper. Die glorreichen Körper aber empfangen nichts von den Himmelskörpern und werden somit auch nicht von ihnen im Orte gehalten; sondern von Gott selber, vermittelst der Seele. Also kann der Körper ganz gut sein außerhalb alles Einflusses der himmlischen Sphären; Er braucht gar nicht an einem ihn regelnden und begrenzenden, also räumlich bestimmenden Orte zu sein. Damit ist nicht gesagt, dass außerhalb des Einflusses der himmlischen Sphären überhaupt kein Ort, dass also da leerer Raum sei, weil kein Vermögen da ist, einen Körper aufzunehmen; sondern das Vermögen dahin zu gelangen bringt eben Christus mit sich. Der Beweis des Aristoteles, dass außerhalb des bestimmenden Einflusses der himmlischen Sphären kein Körper sei, gilt allein im Bereiche der natürlichen Grenzen, wie das aus den da angeführten Argumenten klar ist.

Kommentar: Die glorreichen Körper werden nicht von der Gravitation, sondern von Gott selbst gehalten auf eine übernatürliche Art und Weise.

Ad III. Gott kann durch ein Wunder machen, dass ein Körper zugleich mit einem anderen sei am selben Orte; wie Er das getan hat bei der Empfängnis aus der Jungfrau und beim Eintreten durch verschlossene Thüren. Der Körper Christi also kann sein zugleich mit einem anderen am selben Orte; nicht kraft der körperlichen Natur, sondern kraft des Einwirkens der Gottheit.

Ad IV. Jene Wolke half nicht Christo (Gregor. hom. 26. in EvgI.), sondern diente als Zeichen der Gottheit; wie die Herrlichkeit Gottes über der Bundeslade erschien in einer Wolke (Exod. 22.).

Ad V. Nicht von den Principien der Natur aus, sondern von der verherrlichten Seele her hat es der glorreiche Leib, dass Er im oder über dem Himmel sein kann. Und wie die Bewegung des glorreichen Leibes nach oben nicht durch Zwang sich vollzieht; so kann auch da die Ruhe ewig sein.

Kommentar: Die Himmelfahrt Christi war übernatürlich.

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