Himmelfahrt Christi Unser Archiv:

Hl. Thomas über die Himmelfahrt (5 von 6), Tertia Pars, Quaestio 57, art. 5

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Wenn wir das Christentum und die leibliche Auferstehung und leibliche Himmelfahrt Christi ernst nehmen, dann stellen sich einige Fragen. Wie hat er leiblich die Temperatur von – 270 Grad C ausgehalten? Die „Himmel“ sind nicht gleich „Kosmos“. Es sind spirituelle Räume und sein auferstandener Leib hatte besondere Eigenschaften. Jetzt stellt sich aber die Anschlussfrage: Wie konnte er leiblich über allen Engelshierarchien sein, die rein geistig sind?

Tertia Pars. Quaestio 57

Fünfter Artikel. Christi Körper stieg hinauf über alle geistige Kreatur.

a) Dem steht Folgendes entgegen:

I. Der Ort wird nicht in gleicher Weise vom Körper ausgesagt wie vom reinen Geiste. Also kann da kein Vergleich statthaft sein.

Kommentar: Der reine Geist, also ein Engel ist jeglichem Körper dermaßen überlegen, dass kein Vergleich statthaft ist.

II. „Jedem Körper geht der reine Geist voran,“ sagt Augustin (De vera Relig. 55.). Dem höheren Wesen aber gebührt ein höherer Ort.

Kommentar: Engel als Geister sind sozusagen leichter und dadurch höher.

III. In jedem Orte ist ein Körper, da es keinen leeren Raum gibt in der Natur. Wenn also im Bereiche des Natürlichen kein Körper einen höheren Platz einnimmt als der Geist, so gibt es überhaupt keinen Ort über der reinen Geistnatur. Also konnte Christi Leib nicht aufsteigen über alle Geister.

Kommentar: Es stimmt schon, dass die Natur keine Leere kennt, denn auf der subatomaren Ebene brodelt es nur so. Dennoch ist die rein geistige Natur höher.

Auf der anderen Seite heißt es Ephes. 1.: „Er hat Ihn erhöht über alle Fürstentümer und über alle Gewalten und über jeden Namen, der genannt wird in dieser Zeit oder im künftigen Leben.“

b) Ich antworte, je erhabener eine Substanz sei, ein desto erhabenerer Ort gebühre ihr; sei dies ein Ort gemäß körperlicher Berührung oder gemäß geistiger Berührung. Denn deshalb gebührt eben den geistigen Substanzen gemäß einer gewissen Zukömmlichkeit ein himmlischer Ort, nämlich der höchste, weil jene Substanzen die höchsten sind im Bereiche der Substanz. Der Leib Christi aber ist wohl der Natur nach tiefer als die geistigen Substanzen; der Würde der Einigung nach aber ist Er über allen geistigen Substanzen, weil Er mit der Person des Wortes geeinigt ist. Also gebührt diesem Leibe der höchste Platz über allen geistigen Naturen: „Der Alles gemacht, ward durch seine Kraft über Alles erhoben,“ sagt Gregor (hom. 29. in Evgl.)

Kommentar: Weil Christus Gott war und ist, so ist sein auferstandener Körper mit der Gottheit vereint und dadurch höher als alle geistigen Substanzen, sprich als alle Engel. Er ist wörtlich über den Engeln und zwar auch leiblich.

c)

ad I. Allerdings wird unter verschiedenen Gesichtspunkten bei der körperlichen und der geistigen Natur von einem Orte gesprochen. Dies aber ist auf beiden Seiten gemeinsam, dass dem erhabeneren Wesen ein erhabenerer Ort zukommt.

Ad II. Dieser Einwurf berücksichtigt bloß die körperliche Natur des Leibes Christi, nicht die persönliche Einigung mit dem „Worte“.

Ad III. Danach hat der Einwurf recht. Kein Ort ist so hoch, dass er überragt die Würde der rein geistigen Substanz, soweit die Natur oder der Charakter des Ortes in Betracht kommt. Wird aber die Würde dessen erwogen, was im Orte ist, so steht an Würde der Leib Christi voran allen geistigen Substanzen.

Kommentar: Alle Einwände zielen auf die Göttlichkeit Christi, die auf seinen auferstandenen Leib übergeht. Sein Leib ist mit dem Logos vereinigt. Vor der Menschwerdung war er nur der Logos, so ist, wie ein Dogma lehrt, die menschliche Natur dazugekommen.

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2 Kommentare

  1. Maria Magdalena says:

    Sehr schwierig.
    Aber die Kommentare sind hilfreich…

  2. Traditio et Fides says:

    Ok. Aber ich denke, dass mehrmaliges lesen hilft

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