Gratis-Beiträge Himmelfahrt Christi

Hl. Thomas über die Himmelfahrt (1 von 6), Tertia Pars, Quaestio 57

Hand auf Herz, wann haben Sie zum letzten Mal eine Predigt über die theologisch-spirituelle Bedeutung von Himmelfahrt Christi gehört? Wann haben Sie JEMALS eine Predigt über die Himmelfahrt Christi gehört? DSDZ noch nie. Das, was man zu hören bekommt, handelt vom „Vatertag“, „Vater sein“, „Christus als unser Bruder“ etc. Um auch diesem Mangel abzuhelfen, stellen wir diejenigen Teile aus der Summe des hl. Thomas, welche von der Himmelfahrt Christi handeln. Sie werden staunen, denn Sie werden es zum ersten mal hören und gerade das ist Katholizismus, das wird uns vorenthalten. Kirchensteuer hin oder her. Vielleicht wissen einige Leser immer noch nicht, was die Summa theologiae eigentlich ist. Es ist nicht so sehr ein „Autorenwerk“ oder das deutsche Regietheater, sondern eine theologische Enzyklopädie, in welcher der hl. Thomas das vorhandene theologische Wissen und und die katholische Lehre darstellt, bevor er seine eigenen Lösungen bietet. Dieser Eigenanteil ist je nach Quaestio – Frage – unterschiedlich, aber immer vorhanden. Wenn wir also die Summe zitieren, so geht es nicht um den hl. Thomas, wie um Gott sei’s geklagt Rahner, Vorgrimler, Ratzinger, De Lubac etc., sondern um die objektive Lehre der Kirche. St. Thomas ist die erste Quelle und die reinste Quelle, daher immer zu empfehlen. Wir kommentieren das eine oder das andere, damit unser „Hasen spickendes Mütterchen“ es auch versteht, diejenige die „Karotten aus ökologisch-biologisch korrektem Anbau“ bestellt, auch.

Tertia Pars, Quaestio 57

Erster Artikel. Es war zukömmlich, daß Christus zum Himmel aufstieg.

  1. Dies wird geleugnet.

Denn: I. Aristoteles (2. de coelo) sagt: „Was im höchsten Grade Sein hat, besitzt sein Gut ohne Bewegung.“ Christus aber hatte im höchsten Grade Sein. Denn als Gott ist Er das höchste Gut und als Mensch ward Er im höchsten Grade verherrlicht. Also kam Ihm nicht die Bewegung zu, wie eine solche ausgedrückt ist im Auffahren zum Himmel.

Kommentar: Bewegung wurde als ein Zeichen der Unvollkommenheit angesehen, was sie auch ist. Warum? Wenn Sie endlich Ihren Ort im Leben oder auf der grünen Wiese gefunden haben, dann bewegen Sie sich auch nicht mehr, weil alles passt, oder?

II. Was in Bewegung ist, will etwas Besseres erreichen. Christus aber hatte es nicht besser im Himmel wie auf Erden; denn in nichts, weder der Seele noch dem Leibe nach, nahm Er da am Guten zu. Also durfte Er nicht zum Himmel auffahren.

Kommentar: Fortsetzung des o.a. Arguments. Eine Bewegung zum Himmel scheint der Vollkommenheit Christi zu widersprechen.

III. Zu unserem Heile nahm Christus die menschliche Natur an. Besser aber wäre es für uns gewesen, wenn Er auf Erden geblieben sein würde; wie es in Lk 17. heißt: „Es werden Tage kommen, wo ihr euch danach sehnen werdet, den Menschensohn zu sehen; und ihr werdet Ihn nicht sehen.“ Er hätte also nicht die Erde verlassen sollen.

Kommentar: Ja, warum wollte er denn nicht mit uns und bei uns als Mensch bleiben? Sein auferstandener Leib war doch vollkommen und altert nicht.

IV. Nach Gregor (14. moral. 29.) ward der Körper des Herrn nach der Auferstehung in nichts geändert. Er ist aber nicht gleich nach der Auferstehung gen Himmel gefahren. Also durfte Er auch nicht nach vierzig Tagen dies thun.

Kommentar: Warum nicht sofort? Warum erst nach 40 Tagen?

Auf der anderen Seite steht Joh. 20.: „Ich steige auf zu meinem Vater und zu euerem Vater.“

Kommentar: Christus hat es also selbst angekündigt.

b) Ich antworte, der Ort müsse dem im Orte befindlichen Wesen entsprechen. Nun ist der Ort, in dem wir wohnen, der Ort des Entstehens und Vergehens, nämlich der Vergänglichkeit; — der Himmel ist der Ort der Unvergänglichkeit. Also kam es Christo, der unvergängliches Leben angenommen hatte, dem Leibe nach zu, im Himmel zu sein.

Kommentar: Weil Christus als Gott und nach der Auferstehung auch als Mensch unvergänglich ist, so musste er an einen unvergänglichen Ort gehen.

c)

I. Der da ohne alle Bewegung oder Veränderung das ihm innewohnende Gute besitzt, das ist Gott, der von Sich selber spricht: „Ich bin der Herr und ändere mich nicht“ (Mal. 3.). Jedes andere Wesen als etwas Geschaffenes ist der Veränderung zugänglich. Und da die von Christo angenommene menschliche Natur etwas Geschöpfliches ist, so kann ihr irgendwelche Bewegung zugeschrieben werden (cfr. Aug. 8. sup. Gen. ad litt. 14.).

Kommentar: Die menschliche Natur, da unvollkommener als die göttliche, kann sich bewegen und nach dem Besseren streben.

II. Dem Wesen seiner Herrlichkeit nach wuchs dem Herrn weder an der Seele noch am Leibe etwas infolge seiner Himmelfahrt zu. Aber etwas Äußerliches trat hinzu: die Würde des Ortes. Nicht ist der Körper dadurch schöner oder vollkommener in sich geworden, sondern nur die Würde und die Zukömmlichleit des Ortes ward zu Ihm hinzugefügt. Und dies bezog sich in etwa auf seine Herrlichkeit; nicht als ob Er den Beginn einer neuen Freude mit der Himmelfahrt in Sich erfahren hätte; aber die Art und Weise war neu, nämlich wie die Freude an der nun vollendeten Sache, die Er früher verdient hatte. Deshalb sagt zu Ps. 15. (delectationes in dextera tua) die Glosse: „Freude und Ergötzen werde ich haben sitzend an Deiner Seite; den menschlichen Blicken entzogen.“

Kommentar: Dazu fällt einem ein alter Partywitz ein: „Was macht eine so schöne Frau in einer so schlechten Gesellschaft? Ich bin die Gastgeberin“. Christus ist an sich nicht durch die Himmelfahrt gewachsen, aber der Himmel als Ort und nicht „Glaubensvorstellung der Jünger“, wie es ihr Herr Pfarrer vielleicht predigt, entspricht seiner Vollkommenheit und Göttlichkeit. Stellen Sie sich doch vor, Christus wäre nicht gegen den Himmel gefahren, sondern würde im Plattenbau von Berlin-Marzahn „herumhängen“. Würde ihm das entsprechen? Wohl kaum. Vollkommenes und Heiliges verdient eine vollkommene und heilige Umgebung.

III. Die Gegenwart des Leibes ward zwar den Gläubigen entzogen; aber die Gegenwart der Gottheit blieb, nach Matth. ult.: „Ich bin bei euch bis ans Ende der Welt.“ Denn „der zum Himmel stieg, hat die an Kindesstatt angenommenen nicht vergessen“ (Leo der Große serm. 2. de resurr.). Die Auffahrt gen Himmel selber aber ward den Gläubigen nützlicher, als wenn Christus körperlich bei ihnen geblieben wäre. Denn 1. ward der Glaube dadurch vermehrt, dessen Gegenstand ist das Unsichtbare. Deshalb sagt Augustin zu Joh. 16., wonach der Heilige Geist die Welt überführen wird wegen der Gerechtigkeit derer nämlich, die glauben (25. sup. Joan.): „Der Vergleich selber der Gläubigen mit den Ungläubigen ist ein Tadel für letztere, weshalb Er hinzufügt: Weil ich zum Vater gehe und ihr mich des weiteren nicht sehen werdet. Denn selig sind die nicht sehen und glauben. Euere Gerechtigkeit also wird dies sein und wegen dessen wird die Welt überführt werden, daß ihr an mich geglaubt habt, den ihr nicht sahet.“ Es wird 2. durch die Himmelfahrt Christi die Hoffnung gestärkt, weshalb Er selber sagt (Joh. 14.): „Wenn ich fortgehe und euch den Ort bereite, so werde ich wieder kommen und euch zu mir nehmen; damit da auch ihr seid wo ich bin.“ Denn da der Herr die menschliche Natur bis hinein in den Himmel gebracht hat, gab Er uns damit zugleich die Hoffnung, ebenfalls dahin zu gelangen, „weil, wo der Körper ist, da sich die Adler sammeln.“

Es wird 3. dadurch die Liebe entflammt und die Sehnsucht nach dem Himmel. Danach sagt der Apostel (Kol. 3.): „Was da oben ist, das suchet, wo Christus sitzt zur Rechten Gottes; habt Gefallen an dem, was oben und nicht an dem, was auf Erden ist.“ „Wo dein Schatz ist, da wird dein Herz sein,“ sagte der Herr selber (Matth. 6.). Und weil der heilige Geist in Gott die Liebe ist, deshalb sprach der Herr zu den Jüngern (Joh. 16.): „Es frommt euch, daß ich hingehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, kommt der Tröster nicht zu euch; wenn ich aber fortgehe, werde ich Ihn senden;“ wozu Augustin erklärt (tract. 94. in Joan.): „Ihr könnt den heiligen Geist nicht in euch aufnehmen; wenn ihr Christum nur dem Fleische nach kennt. Als Christus herabstieg dem Körper nach, war nicht nur der Heilige Geist, sondern auch der Vater und der Sohn bei Ihm geistigerweise.“

Kommentar: Man schätzt nicht das, was man immer bei sich hat. Glaube, Hoffnung und Liebe kann daher durch das Abwesende mehr genährt werden als durch das Anwesende. Wie soll man den Christus glauben, auch im Sinne von „Nicht-Sehen“, wenn er körperlich da ist und sichtbar?

IV. Christo kam als Auferstandenem der Himmel zu. Er schob es auf, dahin zu gehen, bis Er genügend bewiesen hatte die Wahrhaftigkeit seines Fleisches. „Weil Er durch vierzig Stunden tot war, hat Er durch vierzig Tage bezeugt, daß Er wieder lebe,“ sagt die Glosse zu Act. 1, 2. Oder die Zahl „vierzig“ wird genommen als das Bild der Zeit, wo Christus die Kirche auf Erden, die in alle vier Weltgegenden hin sich erstreckt, regiert gemäß den zehn Geboten.

Kommentar: Warum gerade 40 Tage? Weil es ein abgeschlossener, biblischer Zeitraum ist. Er musste ja zuerst seine Auferstehung beweisen, aber irgendwann mal ist Schluss.

Quelle

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