Tradition und Glauben

Hl. Thomas von Aquin zur Benedikts XVI Verhärtung und Verblendung

Über die Verhärtung und Verstockung der Sünder im Kontext des Todes von Benedikt XVI.
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Lese-Vorlesezeit: 8/16 Min

Liest man sich die deutschsprachigen Kommentare zu unserem letzten Beitrag auf gloria.tv durch, so stellt man fest, dass die meisten Kommentatoren überhaupt nicht verstanden haben, worum es wirklich geht. Leseverständnis wird jedoch gefordert, eine Mindestintelligenz auch. Wer darüber nicht verfügt, hat das Nachsehen. Gehen wir aber weiter.

Es ist aber wichtiger darzulegen, dass Benedikt XVI nicht deswegen keine Gewissensbisse und die völlige Selbstzufriedenheit an den Tag legt (lesen Sie seine letzten Interviews oder Briefe), weil er so heilig ist, sondern deswegen, weil er so verhärtet und verblendet ist. Er schreibt doch tatsächlich in Februar 2022 nachdem er dermaßen dumm und öffentlichen zum Thema Missbrauchsvertuschung in München gelogen hat folgendes:

Ich werde ja nun bald vor dem endgültigen Richter meines Lebens stehen. Auch wenn ich beim Rückblick auf mein langes Leben viel Grund zum Erschrecken und zur Angst habe, so bin ich doch frohen Mutes, weil ich fest darauf vertraue, daß der Herr nicht nur der gerechte Richter ist, sondern zugleich der Freund und Bruder, der mein Ungenügen schon selbst durchlitten hat und so als Richter zugleich auch mein Anwalt (Paraklet) ist. Im Blick auf die Stunde des Gerichts wird mir so die Gnade des Christseins deutlich. Es schenkt mir die Bekanntschaft, ja, die Freundschaft mit dem Richter meines Lebens und läßt mich so zuversichtlich durch das dunkle Tor des Todes hindurchgehen.

Da hat jemand Nerven. Die größten Sünder halten sich deswegen für Heilige, weil sie verstockt sind. Sie sehen ihre Sünden nicht, wie Benedikt, der für die ewige Verdammnis von Abermillionen von Seelen seit 2013 verantwortlich ist, die aufgrund seiner Tat des partiellen Rücktritts den Glauben verloren haben, den Glauben jetzt verlieren oder den Glauben verlieren werden.

Gott gibt seine Gnade irgendwann nicht mehr, sondern schickt die Verblendung und Verhärtung. Dieses ganze „die-Barmherzigkeit-Gottes-ist-unendlich-Gerede“ ist häretisch, weil die Barmherzigkeit als Attribut Gottes an sich zwar unendlich ist, aber nicht in Bezug auf einen einzelnen Sünder. Irgendwann mal ist Schluss und dann gibt es nichts mehr.

Und wer hat diese neue Lehre erfunden?

Unsere lieben Geistlichen, die schwer sündigen und sich wünschen, dass Gott (falls es ihn gibt) gerade für sie eine Vier gerade sein lässt.

Die Lehre von der Verstockung und Verhärtung ist aber keine Sonderlehre von DSZDZ [dem Schreiber dieser Zeilen], sondern katholische Lehre, die wir unten in der Fassung von hl. Thomas von Aquin darstellen. Das ist die Wirklichkeit, daher sind Bekehrungen auf dem Todesbett nicht möglich.

Johannes Paul II hat es vorgemacht, Benedikt XVI tut es jetzt. Kein Sündenbekenntnis, keine Reue, er ist mit sich selbst im Reinen. Lesen Sie es sich durch und denken Sie an Ihren eigenen Tod, denn noch sind Sie am Leben. Sie können auch spenden, denn in diesem Leben gibt es nichts umsonst. Amen.

Summa Theologiae

Prima Pars Secundae Partis

Quaestio 79

Dritter Artikel. Gott und die Verblendung oder Verhärtung.

  1. Gott verursacht nicht die Verblendung und Verhärtung.

Denn:

  1. Augustin (83 Qq. 3.) sagt, Gott mache es nicht, daß der Mensch schlechter wird; was der Fall ist, wenn er blind und verhärtet wird.
  2. Fulgentius (de dupl. praedest. ad Maximum 19.) schreibt: „Gott ist nicht der Rächer dessen, was Er gemacht hat.“ Gott aber ist der Rächer des verhärteten Herzens nach Ekkli. 3.: „Das harte Herz wird es schlimm haben am letzten Tage.“ Also macht Er nicht die Verhärtung des Herzens.
  3. Die nämliche Wirkung wird nicht zugleich zwei entgegengesetzten Ursachen zugeschrieben. Sap. 2. aber nennt als Ursache der Herzensverhärtung die Bosheit: „Geblendet hat sie ihre eigene Bosheit;“ und 2. Kor. 5. nennt den Teufel: „Verblendet hat die Seelen der Ungläubigen der Teufel.“ Also Gott ist nicht Ursache der Verhärtung.

Auf der anderen Seite heißt es Isai. 6.: „Verblende das Herz dieses Volkes und beschwere ihre Ohren;“ und Röm. 9.: „Er erbarmt sich, wessen Er will; und Er verhärtet, wen Er will.“

Ich antworte, Verblendung und Verhärtung schließen zweierlei ein:

Das Erste ist die Thätigkeit oder Bewegung der Seele, insoweit sie dem Übel anhängt und vom göttlichen Lichte entfernt ist; — und davon ist Gott nicht die Ursache, wie Er auch nicht die Ursache der Sünde ist.

Das Zweite ist die Entziehung der Gnade, woraus folgt, daß der Mensch nicht von Gott her erleuchtet wird, um recht zu sehen; und daß sein Herz nicht erweicht wird, um recht zu leben; — mit Rücksicht darauf ist Gott die Ursache der Verblendung und Verhärtung.

Dabei ist zu erwägen, daß Gott die allumfassende Ursache ist für die Erleuchtung der Seelen nach Joh. 1.: „Er war das wahre Licht, welches erleuchtet jeden Menschen, der zur Welt kommt;“ wie die Sonne die allumfassende Ursache für die Beleuchtung der Körper ist. Jedoch besteht da Verschiedenheit.

Denn die Sonne beleuchtet auf Grund natürlicher Notwendigkeit; Gott aber erleuchtet kraft seines freien Willens gemäß der Ordnung seiner Weisheit. Die Sonne, soweit es an ihr ist, beleuchtet zudem alle Körper und findet sie für ihr Licht ein Hindernis in einem Körper, so läßt sie diesen im Dunkel; so z. B. wenn man die Fenster eines Hauses schließt. Von diesem Dunkelbleiben aber ist die Sonne in keiner Weise die Ursache. Denn nicht von ihrem Urteile hängt es ab, daß das Licht nicht hineindringt; die Ursache davon ist jener, der das Fenster geschlossen hat.

Gott aber läßt auf Grund eigenen Urteils das Licht der Gnade nicht dahineinleuchten, worin Er ein Hindernis findet. Und sonach ist die Ursache der Entziehung des Lichtes nicht nur jener, welcher der Gnade ein Hindernis entgegensetzt; sondern auch Gott, der nach seinem weisen Ratschlüsse die Gnade nicht verleiht.

Demgemäß also ist Gott Ursache der Verblendung, der Beschwerung der Ohren, der Verhärtung des Herzens. Es wird dies aber unterschieden gemäß den verschiedenen Wirkungen der Gnade, welche sowohl durch die Gabe der Weisheit die Vernunft erleuchtet als auch durch das Feuer der heiligen Liebe das Herz erweicht. Und weil zu der vernünftigen Erkenntnis in hohem Grade zwei Sinne dienen, das Ohr und das Auge, wovon der letztere dem Finden dient, der erstere dem Unterrichte, so werden da unterschieden: Verblendung und Beschwerung; während mit Rücksicht auf die Hinneigung gesetzt ist: Verhärtung des Herzens.

Ad I. Verblendung und Verhärtung sind von Seiten der Entziehung der Gnade gewisse Strafen; und soweit also wird der Mensch nicht schlechter. Vielmehr schlechter gemacht durch eigene Schuld wird er in dieser Weise gestraft.

Ad II. Um die Schuld handelt es sich nicht, soweit die Verursachung von seiten Gottes in Frage kommt.

Ad III. Die Bosheit verdient die Verblendung etc., wie die Schuld die Strafe verdient; und so ist auch der Teufel Ursache der Verblendung und Verhärtung, weil er zur Schuld antreibt.

Vierter Artikel.

Die Verblendung und Verstockung dient nicht immer dem Heile des Verblendeten und Verstockten.

  1. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Denn:

  1. Augustin sagt (Enchir. 11.): „Da Gott im höchsten Grade gut ist, würde Er kein Übel zulassen, wenn nicht jedes Übel Ihm dienen könnte zu etwas Gutem.“ Bei weitem mehr aber ist dies der Fall bei dem Übel, das in Ihm irgendwie seine Ursache hat. Die Verblendung nun und Verstocktheit verursacht Gott (Art. 3). Also dient dies dem Heile des Verblendeten und Verstockten.
  2. Sap. 1. heißt es: „Gott freut sich nicht am Verderben der Gottlosen.“ Dies würde aber gesagt werden können, wenn Er die Verblendung derselben nicht zu ihrem Heile wendete. So erfreut sich der Arzt der bitteren Arznei, die er dem Kranken giebt, und scheint sich zu ergötzen an dessen Trauer; aber nur weil er diese Arznei zur Gesundheit des Kranken in Beziehung bringt.
  3. „Bei Gott ist kein Ansehen der Personen,“ wird Act. 10. gesagt. Mancher Verblendung aber bezieht Er zu deren Heile; wie z. B. die einiger Juden, welche verblendet worden, damit sie Christo nicht glaubten und im Unglauben Ihn töteten; nachher aber sich bekehrt haben. Also lenkt Gott die Verblendung aller zu deren Heile.

Auf der anderen Seite „muß man kein Übel thun, damit Gutes sich daraus ergebe.“ (Röm. 3.) Die Verblendung aber ist ein Übel. Also verblendet Gott keineswegs einzelne, damit ihr Heil sich daraus ergebe.

Ich antworte, die Verblendung sei eine gewisse Vorbereitung für die Sünde; indem sie den Weg für diese frei macht.

Die Sünde aber hat zweierlei Beziehung:

1. infolge ihres Charakters als Übel, zur ewigen Verdammnis; —

2. infolge der göttlichen Barmherzigkeit oder Fürsehung, zur Heilung; insoweit Gott erlaubt, daß einzelne in Sünden fallen, damit sie später ihre Sünde erkennen, sich demütigen und bekehren; wie Augustin sagt (de nat. et gratia cap. 22).

So nun hat auch die Verblendung kraft ihrer Natur Beziehung zur ewigen Verdammnis; weshalb sie als eine Wirkung der Verwerfung bezeichnet wird. Infolge der Barmherzigkeit Gottes aber wird die Verblendung für eine gewisse Zeit in Beziehung gesetzt wie ein Heilmittel zum Heile der Verblendeten. Diese Barmherzigkeit aber trifft nicht alle, sondern nur die Auserwählten, denen „Alles zum Guten gereicht“ nach Röm. 8. Also mit Rücksicht auf einige gereicht die Verblendung zum Heile; mit Rücksicht auf andere hat sie Beziehung zur ewigen Verdammnis. (Vgl. Aug. de QQ. evangl. qu. 4.)

c)

ad I. Alle Übel, welche Gott sendet oder zuläßt, haben Beziehung zu einem Gute; aber nicht immer zum Heile dessen, in dem sie sind, sondern bisweilen zum Heile anderer und bisweilen zum Besten des All. So bezieht Gott die Schuld der Tyrannen auf das Heil und die Glorie der Märtyrer, und die Strafe der Verdammten zur Verherrlichung seiner Gerechtigkeit.

Ad II. Gott freut sich am Verderben der Verdammten, nicht weil es ein Verderben sei an sich; sondern weil er die Gerechtigkeit selbst ist, in deren Macht es steht, alle Schuld geeignet zu bestrafen; oder wegen des Guten, was daraus hervorgeht.

Ad III. Daß Gott die Verblendung einzelner diesen zum Heile gereichen läßt, ist eine Wirkung seiner Barmherzigkeit. Daß sie andere zur Verdammnis führt, ist eine Wirkung seiner Gerechtigkeit. Daß dabei kein Ansehen der Person in Frage kommt, ist I. Kap. 33, Art 5 ad III. gesagt worden.

Ad IV. Die Übel der Schuld darf man nicht thun, um etwas Gutes zu erreichen; wohl aber die Übel der Strafe.

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