Instrumentum laboris Amazonas-Synode oder der bergoglianische Neusprech (2 von 5)

Amazonas, warum nur Amazonas?

Wenn man sich die Zeit so ab 1960 bis 2019 betrachtet und endlich die Struktur und die Strategie der Kirchenzerstörung entdeckt hat, so kommt man wirklich nicht umhin die diabolische Intelligenz, die dahinter steckt zu bewundern. Es dauert zwar etwas länger aus dem Kaninchenloch zu herauszukommen oder zu sehen, wie tief das Kaninchenloch reicht, wenn man es aber einmal gesehen hat, so kann man es nicht ungesehen und ungeschehen machen. Sollten Sie mit eigenen Augen sehen, wie Ihre Ehefrau Sie betrügt, dann können Sie sich nur einreden einer Halluzination zu erliegen oder das Geschehene und seine Konsequenzen akzeptieren. DSDZ las einmal den Bericht eines Mannes, der nach einer längeren Zeit es lernte im Wald Spuren zu lesen. Dort, wo untrainierte Menschen nur Laub und Blätter sehen, entdeckte er die Spuren eines schwangeren Eichhörnchens oder eines jungen Rehs. Es war ihm als würde er im Wald wie in einem Buch lesen und er kann jetzt niemals einen Wald begehen, ohne darin zu lesen. Die Entdeckung des Niedergangs der Kirche ist eine weniger erbauliche Angelegenheit. Es ist also würde man mit einem Röntgenblick oder eher MRT-Blick die Störungen der Gehirnstruktur, die Metastasen und die Zersetzung eines Körpers sehen, welche andere noch für gesund halten. Wie auch immer, die diabolische Intelligenz dieser Zerstörung der Kirche ist irgendwie faszinierend.

Was will man tun?

Man will den Ausfluss der göttlichen Gnade für die Welt unterbinden.

Wodurch?

Durch die Zerstörung des katholischen Priestertums.

Wodurch konkret?

Durch die Aufhebung des Zölibats.

Gibt es denn auch nicht-zölibatäre katholische Priester?

Nein, die hat es niemals gegeben.

Zölibatsgesetzgebung der Kirche

Fangen wir mit dem letzten Punkt an. Es stimmt zwar, dass wohl alle Apostel, außer Johannes, verheiratet gewesen sind, bevor sie Jesus nachfolgten. Als sie aber seine Jünger wurden, so haben sie ab diesem Zeitpunkt keusch gelebt. Dies bedeutet sie hatten keinen Sex mit ihren Ehefrauen, die ihnen nicht nachzogen, weder vor der Himmelfahrt Christi noch danach, da sie gleich in alle Welt zogen, um das Evangelium zu verkünden. Weder die Evangelien selbst, noch die neutestamentarischen Schriften, noch die Schriften der Häretiker oder Heiden berichten vom Familien- und Sexleben der Zwölf Apostel. Dies waren also die ersten Priester: zölibatär und keusch. Wie wir bereits schrieben, wurden in den ersten Jahrhunderten zwar verheiratete Männer zu Priestern geweiht, weil es kaum unverheiratete gab, aber seit ihrer Weihe durften sie nicht mehr die Ehe gebrauchen, also im Klartext keinen Sex mit ihrer Angetrauten haben. Diejenigen, die es dennoch taten, wurden aus dem Klerikerstand ausgeschlossen, wie die Kanones des Konzils von Elvira bestimmen:

„Kanon 33: Man stimmt in dem vollkommenen Verbot über ein, dass viele Bischöfe, Priester, Diakone, d.h. für alle Kleriker, die im Altardienst stehen, gilt, dass sie sich ihrer Ehefrauen enthalten und keine Kinder zeugen; wer aber solches getan hat, soll aus dem Klerikerstand ausgeschlossen werden.“[1]

Auch die spätere kirchliche Gesetzgebung, wie der Codex Canonum Ecclesiae Africanae (um. 390), stellt dasselbe fest:

„[Es] ist angebracht, dass die Heiligen Vorsteher und Priester Gottes sowie die Leviten oder alle, die den göttlichen Sakramenten dienen, in allem enthaltsam sind, damit sie das, was sie in aller Schlichtheit vom Herrn erbeten, erlangen können; damit so, was die Apostel gelehrt haben und was ein alter Brauch bewahrt hat, auch wir behüten. […] Wir alle sind uns darüber einig, dass Bischof, Priester und Diakon, die Schützer der Keuschheit, sich auch selbst ihrer Ehefrauen enthalten, damit in allem und von allen die dem Altere dienen, Keuschheit beobachtet werde.“[2]

Daher kann Papst Innozenz I (401-417) folgendes schreiben:

„In erster Linie ist festgesetzt worden bezüglich der Bischöfe, Priester und Diakone, die an den göttlichen Opfern teilnehmen müssen, durch deren Hände die Gnade der Taufe mitgeteilt und der Leib Christi dargebracht wird, dass nicht nur wir sie zur Keuschheit zwingen, sondern die göttliche Schrift, und dass ihnen auch die Väter befohlen haben, die körperliche Enthaltsamkeit zu wahren.“[3]

Daher haben die zwei Kardinäle und drei Bischöfe recht, indem sie schreiben:

  1. Das Gesetz, durch das die Priester verpflichtet sind, vollkommene Enthaltsamkeit im Zölibat zu beobachten, hat seinen Ursprung im Beispiel von Jesus Christus und gehört zur immerwährenden apostolischen Tradition in Übereinstimmung mit dem beständigen Zeugnis der Kirchenväter und der Römischen Päpste. Aus diesem Grund darf dieses Gesetz in der Römischen Kirche nicht abgeschafft und ein optionaler priesterlicher Zölibat auf regionaler, oder universaler Ebene eingeführt werden. Das beständig gültige Zeugnis der Kirche hält fest, dass das Gesetz der priesterlichen Enthaltsamkeit „keine neuen Gebote aufstellt und dass diese Gebote beobachtet werden sollten, weil sie von einigen durch Unwissenheit und Trägheit nicht befolgt wurden. Diese Gesetze gehen dennoch auf die Apostel zurück und sie wurden durch die Väter festgelegt, wie geschrieben steht: ‘Seid also standhaft, Brüder und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief!’ (2 Thess. 2, 15). Es gibt in Wahrheit viele, die durch Verachtung der Verordnungen unserer Vorväter die Keuschheit der Kirche, durch ihre Anmaßung verletzten und dabei das Gericht Gottes nicht fürchtend, dem Willen der Menschen folgten“ (Papst Siricius, Dekretale Cum in unumvom Jahr 386).

 

[1] Bruns Hermann Theodor (Hg.), Canones Apostolorum et Conciliorum saec. IV-VII, Bd. II, Berlin: 1839, 5-6. [Zitiert nach Stickler, Klerikerzölibat, 16.]

[2] Munier C. (Hg.), Concilia Africae a. 345-525, in: Corpus Christianorum, Series Latina 149, Burnout 1974, 13.

[3] Bruns, Canones Apostolorum, Bd. II, 274: can. 3 = 276-277.

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