Tradition und Glauben

John Andra, Meine Erfahrung mit der Neuen Messe (3 von 6)

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Novus Ordo ist leider wie ein schlechtes Theaterstück oder Drehbuch. Wie auch sich der Regisseur bemüht etwas daraus zu machen, Stichwort: Regietheater, umso weniger wird es was. Es wirkt „bemüht“, was in Arbeitszeugnissen alles andere als einen positiven Beigeschmack hat, es wirkt öde. Im Theater gibt es leider auch diese Art der Regisseure, die selbst nicht wissen, worum es im Stück geht und dementsprechend es inszenieren. DSZD glaubt bereits seit Langem, dass es daran liegt, dass Novus Ordo Messen an sich unsäglich langweilig sind. Aber da hilft nichts: keine Audioanlagen, keine Scheinwerfer und Bühnenbeleuchtung (Gott sein Dank in Deutschland kaum anzutreffen, in den Staaten wohl schon). Es bleibt schlecht und bleibt schlecht und bleibt schlecht.

Trotzdem fühlte ich mich zum Priestertum berufen und trat Anfang der 80er Jahre ins Priesterseminar ein. Die Liturgien wurden ehrfürchtig gefeiert, wobei Seminaristen dienten und Priester oder Diakone die Kommunion austeilten. Mit wenigen Ausnahmen kann ich mich nicht daran erinnern, große Probleme mit der Neuen Messe im Seminar gehabt zu haben.

Nach dem Abbruch meines Studiums und der Rückkehr ins Gemeindeleben eskalierten die Probleme jedoch erheblich. Die Nicht-Seminarversion der Neuen Messe hatte sich weiter verändert. Mehr Laien verteilten die Kommunion, viele von ihnen Frauen, mehr Frauen dienten als Lektorinnen und Mädchen dienten am Altar.

Ich fing an, Schwierigkeiten zu haben, es den Gottesdienst durchzustehen. Die Feminisierung der Liturgie war einfach anstößig – anders kann ich es nicht ausdrücken. Es waren wahrscheinlich mehrere Faktoren.

Erstens gab die gestiegene Zahl von Frauen im Presbyterium den Ton an. Der Priester, absichtlich oder nicht, passte oft seinen Ton an. Emotion, Geselligkeit und Sanftmut traten in den Vordergrund, Rationalität, Ordnung und Tatendrang schienen zurückzutreten.

Zweitens verstärkten technologische Verbesserungen den Fokus auf die Personen, die das Ritual leiteten, im Gegensatz zum Ritual selbst. Ich kannte elektrische Beleuchtung und Tonverstärkung schon immer, aber die Geräte, die in den 1960er Jahren typischerweise verwendet wurden, waren nicht mit denen der späten 1980er Jahre vergleichbar. Fokussierte Scheinwerfer, empfindliche mobile Mikrofone, zuverlässige Verstärker und klare, kraftvolle Lautsprecher erhöhten die Fähigkeit der Ritualleiter, sich selbst zu projizieren. Das Subjektive verdrängte das Objektive, und die Umkehrung erschien mir weiblich.

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Drittens war ich älter. Ich nehme an, dass ein Mann mit zunehmender Reife das Gefühl hat, seinen Platz in der Gesellschaft einnehmen zu müssen. Die Neue Messe fühlte sich nicht wie ein solcher Ort an.

Die Feminisierung der Liturgie war einfach anstößig – anders kann ich es nicht ausdrücken.

Vielem davon lag das Ritual der Neuen Messe selbst zugrunde. Die Messe war auf „aktive Teilnahme“ ausgelegt, und zu diesem Zeitpunkt wurden alle Wege zu diesem Zweck ausgeschöpft. Fast alles war möglich, wie es schien, denn die Ereignisse wurden vom Zelebranten kontrolliert, der vielleicht sogar vom Altar aus extemporierte. Durch Haltung, Worte und Tonfall verwandelte sich die Neue Messe von einem Ritual in eine Show. 

Für Leser, die meinen, dies sei bereits 1972 geschehen, habe ich bisher meine Heimatdiözese beschrieben. Wichita ist ein relativ konservativer Ort, und der Bischof von Ende der 1960er bis Anfang der 1980er Jahre, der Most Rev. David Maloney, hielt die Dinge vergleichsweise ausgeglichen. Es gab immer noch Veränderungen, aber wir hinkten hinterher. 

Ironischerweise war meine Reaktion auf all das Selbstablenkung. Mangels musikalischer Ausbildung und bescheidener stimmlicher Begabung trat ich dennoch einem Chor bei. Ich hatte dort nicht nur Freunde, sondern konnte mich jetzt ganz auf die Musik konzentrieren und mich so von den Ereignissen im Heiligtum abschirmen. „Ist das ein Dur oder Moll? Ich kann mich nicht erinnern. Und was ist mit diesem Intervall dort – halb oder ganz? Ich sollte diese Musik besser noch einmal überprüfen.“ 

Meine Strategie war jedoch nur teilweise erfolgreich, da die gute Laune im Presbyterium von der Gemeinde erfüllt wurde. Das Reden nahm deutlich zu, besonders vor der Messe. Und die Kleidungsstandards sanken immer weiter und erreichten sogar ein unbescheidenes Niveau. Ein weiterer Grund für einen Mann, seine Musikbücher im Auge zu behalten.

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