Kann man die Frommen unterwandern?

 

Es ist nicht einfach ein Agent zu sein. Man muss es gewohnt sein lange und gewohnheitsmäßig zu lügen, seine Spuren zu verwischen und ein Doppelleben zu führen. Allerdings muss man trotz dieser Persönlichkeitsstruktur auch fähig sein Befehle zu befolgen und seinen Machthabern gegenüber loyal zu bleiben. Daher sind wahre Spione selten, denn die Kombination dieser Eigenschaften ist ebenso selten. Wenn wir uns die These von Dr. Taylor Marshall von der Unterwanderung der katholischen Kirche ansehen, an deren Richtigkeit nach der Amazonas-Synode es nichts mehr zu rütteln gibt, dann muss man sich die Frage stellen, in welcher Verfassung die Orden oder die Seminare gewesen sind, die sich so leicht unterwandern ließen. Der Schreiber dieser Zeilen liest zur Zeit das Manuale exorcistarum von Brognoli, ein Handbuch für die Exorzisten, welches im Jahre 1654 vom berühmten italienischen Exorzisten Candido Brognoli verfasst wurde. Es ist ein beachtliches Werk, das minutiös genau alle sicheren und vermeintlichen Anzeichen  einer Besessenheit aufzählt. Wie man es dreht und wendet, der Besessene oder auch der dämonisch Bedrängte hasst das Sakrale. Ein schwerer Sünder tut es auch. DSDZ lernte einmal Frauen einer nachkonziliaren Erneuerungsgemeinschaft, man könnte sie auch als Ordensschwestern ohne Ordenskleid bezeichnen, einer polnischen Erneuerungsbewegung kennen. Eine von ihnen erzählte ihm, dass der polnische Sicherheitsdienst am Anfang versuchte diese Gemeinschaft zu unterwandern, indem er ihnen ständig vermeintliche Novizinnen schickte, die in Wirklichkeit Agentinnen des Sicherheitsdienstes waren. Die Unterwanderung aber fand nicht statt, weil diese Agentinnen sich entweder bekehrten und ihre Agententätigkeit aufgaben oder weggingen. Keine blieb übrig, um die Gemeinschaft zu unterwandern. Wie man sehen kann, wussten beide Seiten Bescheid, wer wer ist und wozu er da ist. Aber der Grad der Heiligkeit und der Frömmigkeit dieser Gemeinschaft in ihrer Anfangszeit bewirkte entweder Bekehrung oder Aufgabe der Unterwanderungsmission. Sollten Sie irgendwelche Exerzitien besucht oder mit organisiert haben, dann werden sie auch solche Menschen kennengelernt haben, die all das heilige einfach nicht ertragen, immer nach draußen zum Rauchen herausgehen müssen oder früher abreisen. Ja, Heiligkeit ist wie eine Säure, die den Sünder zersetzt.

DSDZ kannte auch zwei Priester, einen Ordenspriester und einen Weltpriester, welche zeitweise in der Ordens- oder Priesterausbildung tätig waren. Beide konnten den, wie sie sagten, “rigiden Seminarbetrieb” nicht aushalten, die geballte Heiligkeit oder was davon nach dem Konzil übrig blieb stieß sie ab. Sie baten um Versetzung und sie wurde ihnen genehmigt. Der Weltpriester, wie sich später herausstellte, ist seiner Mutter zuliebe, ohne Berufung ins Seminar eingetreten und hielt durch, indem er sich abwechselnd mit verschiedenen Konkubinen tröstete. Der Ordenspriester tat es ihm gleich. Soweit DSDZ es in Erfahrung bringen konnte, hatten die beiden oder wenigstens einer von ihnen zur Zeit der “Ausbildertätigkeit” noch keine Konkubinen, aber das Heilige widerte sie schon damals an. Es ist unmöglich, dass diese Einstellung ihren Vorgesetzten und anderen Mitbrüdern entgangen sein sollte, es sei denn die waren in einer ähnlichen Verfassung.

Wenn es also so ist, dass das Heilige einen Sünder oder einen Unfrommen dermaßen abschreckt, wie konnte denn all die Infiltration oder die Unterwanderung der Kirche von der Marshall berichtet stattfinden? Sahen schon Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die Seminare so aus, dass man den Frommen von dem Unfromme nicht unterscheiden konnte oder wollte? Hatten die oberen schon damals kein geistliches Gespür? All die Modernisten und Apostaten und Sodomiten wurden doch gültig geweiht, oft von einem anderen Sodomiten. Heute nach der Pachamama-Synode ist es offensichtlich, dass alle Geistlichen: Priester, Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle um die bergoglianische Apostasie wissen und nichts dazu sagen. Waren sie früher auch so feige? Offene Fragen, offene Fragen ….

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