Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (43). Über den göttlichen Geist (vi). Man sollte sich vor Täuschung fürchten.

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) ist seit kurzem auch Facebook, wo er zwar wenig Zeit verbringt, dennoch aber feststellen konnte, dass es Katholiken gibt, die behaupten Visionen zu haben und diese offenherzig mitteilen. Dem Inhalt dieser Mitteilungen oder dem Aussehen ihrer Webpage nach zu urteilen, kann es sich unmöglich um von Gott kommende Visionen handeln. Warum?

  • zu blumig,
  • zu sentimental,
  • zu ungefähr,
  • zu lang,
  • zu ungelehrt.

Da diese Menschen die “direkte Eingebung von oben” erhalten, so brauchen Sie natürlich keine Theologie und keine Unterweisung.

Eine Häresie erkenne ich sofort,

schrieb eine beleibte Ü-50, die es natürlich besser wußte. DSDZ erkennt eine Häresie nicht sofort, von den ganz offensichtlichen abgesehen. Da er die Lehre von den Notae theologicae und den Zensuren kennt, so weiß er auch, dass nicht gleich jeder Unsinn eine Häresie ist. Aber bei schwierigeren Fragen holt er all seine sechs Dogmatiken und zehn Moraltheologien hervor, alle in Altdruck und auf Lateinisch sowie in PDF, und macht sich an die Arbeit, indem er liest, vergleicht und die Schlüsse zieht. Bei ungeklärten Fragen, die es immer noch gibt, geht er nach der wahrscheinlicheren Lösung, die er spekulativ-stringent darlegen kann. Dies ist natürlich die wissenschaftliche Vorgehensweise und eine sichere Vorgehensweise. Wenn er jemanden hätte, den er fragen könnte, würde er es tun. Leider stellt sich auch im religiösen Leben der Dunning-Kruger-Effekt ein, wobei Menschen, die am wenigsten dafür geeignet sind, nach Visionen und Lokutionen streben. Ja, seien wir ehrlich. Frauen im Klimakterium, die jetzt auf diese Weise noch etwas herausreißen wollen oder männliche Eigenbrötler, die es doch besser wissen. Interessanterweise erhalten sie tatsächlich Visionen und Lokutionen, denn der Dämon braucht sich nicht lange bitten zu lassen. Ihre Visionen und Lokutionen sind dämonisch, sie aber glauben sie kämen von Gott. Leider ist es der Fall, dass manche Menschen, die sich auf gloria.tv und anderen religiösen Foren umtun, besessen sind. Ja, besessen, denn sie haben Kenntnis über entfernte und verborgene Dinge (distantia et occulta) z.B. aus dem Leben des DSDZ und reagieren negativ auf den Exorzismus. Was sie aber immer auszeichnet ist ein großer, übermenschlicher Haß. Jemand hatte DSDZ mal eine Hate-Mail geschrieben, welche von Hass nur so strotzte. Es war nichts Vulgäres, sondern vom Bestreben gekennzeichnet den armen DSDZ absolut auszulöschen und auszuradieren.

Warum reagiert jemand dermaßen emotional, den man gar nicht kennt?

Sicherlich spielt da die Hater-Mentalität eine Rolle:

Er macht etwas, was ich auch gerne machen würde, aber dennoch nicht mache und hält mir den Spiegel vor. Daher mache ich ihn fertig.

Aber es war viel mehr, es war ein festgefrorener Haß, der nicht mehr menschlich war. DSDZ erhielt die letzte Hate-Mail am Sonntag gegen 21:30 und antwortete gegen 21:40 in etwa:

Guter Mann, lassen Sie mich in Ruhe. Wir haben nichts zu bereden! 

DSDZ wartete auf die Antwort, die an demselben Abend nicht kam. Da der Hater emotional schrieb, DSDZ recht emotional antwortete, so war eine ebenfalls emotionale Impulsreaktion an demselben Abend denkbar. Am nächsten Morgen, es war ein Wochentag, kam DSDZ die Idee einen Exorzismus für den Hater zu beten.

Wenn er besessen ist, wird er sogleich antworten. Die Dämonen werden nicht anders können.

DSDZ betete den Teil des Exorzismus zwischen 8:10 und 8:20, und gegen 8:47 erfolgte die hasserfüllte Antwortmail. Da diese länger war, vielleicht noch korrigiert werden musste und einige Minuten für die Übermittlung brauchte, so kann man annehmen, dass gerade zu diesem Zeitpunkt mit der Niederschrift begonnen wurde, als DSDZ anfing den Exorzismus zu beten. Interessanter “Zufall”. Ein normaler Mensch, der dazu noch arbeitet, hätte entweder gleich an demselben Abend geantwortet oder gar nicht. Und eine private Korrespondenz vom Vorabend nicht als die erste Priorität seines Arbeitstages betrachtet. Tja, Dinge gibt es und es gibt besessene Katholiken, die es nicht wissen.

Eine polnische Leserin von DSDZ berichtete, dass sie kurz nach ihrer Bekehrung sehr viele paranormal-mystische Erlebnisse hatte. Sie hatte immer eine Gebetserhörung, sie konnte sogar das Wetter “steuern”. 

Der Teufel wollte aus mir eine zweite Faustina machen,

meinte sie. Ihr damaliger Beichtvater trieb sie in dieselbe Richtung, sodass sie sich von ihm trennte. Sie sagte sich von all den mystischen Erlebnissen los und bat Gott, dass er sie ihr nicht schicken möge, auch keinen Trost. Die Erlebnisse verschwanden, denn sie waren dämonisch und Gott hat ihre Bitte erhört. Sie ist aber eine recht ungewöhnliche Frau. Sie hat als Kind die Astronomiebücher ihres Bruders gelesen, Wirtschaftswissenschaften studiert, als Buchhalterin gearbeitet und jetzt leitet sie erfolgreich die Baufirma ihres verstorbenen Vaters. Verheiratet, ein Kind. Also sehr nüchtern, analytisch, selbstkritisch, ständig an Belehrung und Bildung interessiert. Gegen solche Seelen hat der Teufel keine Chancen, denn sie lassen sich gar nicht auf ihn ein.  Das ist die beste Lösung. Sie können gegen einen Falschspieler nicht gewinnen, sie können bloß nicht spielen.

Warum sollten schon ausgerechnet Sie Visionen haben? 

Sechstes Kapitel

Was man unter dem göttlichen Geiste oder Antriebe zu verstehen habe. – Auf wie vielerlei Weise er die Seele anrege und bewege. – Es werden einige Regeln und Kennzeichen angegeben, wodurch derselbe von dem Antriebe des Teufels unterschieden werden kann. 

Dokument1

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