Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (48). Über den göttlichen Geist (x). Im Zweifelsfall handeln.

Viele Unternehmen scheitern hauptsächlich daran, dass Sie niemals in Tat umgesetzt werden. Man bleibt in der Planungsphase, in der Phantasiephase, in der Was-Wäre-Wenn-Phase. Wie es einen heroischen Tugendgrad gibt, so gibt es eine heroische Faulheit. Man ist zu faul sich zu regen, redet es sich schön, rationalisiert und macht andere für seine nicht vollbrachten Taten verantwortlich. Hier gelingt dem Dämonen das Meisterstück etwas gleich am Anfang zu verhindern. Andererseits kann er sich immer dazugesellen: am Anfang, in der Mitte, am Ende, immer.

Soll man denn alles unterlassen?

Nein, in dubio pro. Besteht:

(a) Antrieb zum Guten,

(b) was ein größeres Gut nicht verhindert,

(c) und dem Stand der Person nicht unangemessen ist,

dann soll man es tun. Die Hl. Theresia von Avila schreibt, dass gerade am Anfang der Teufel die Ängste schürt und uns unsere Unwürdigkeit vor Augen stellt. Man soll dennoch handeln! Nicht jeder ist gleich dazu berufen ein Kloster zu gründen, aber ein größeres Gut zu schaffen. Eine bessere Arbeit, eine aufgeräumtere Wohnung, ein höheres Einkommen. Kurz und gut alles, was mit größerer Mühe verbunden ist. Das redet uns der Teufel aus, da legt er uns lahm. Lassen wir uns nicht täuschen.

Sechstes Kapitel

Was man unter dem göttlichen Geiste oder Antriebe zu verstehen habe. – Auf wie vielerlei Weise er die Seele anrege und bewege. – Es werden einige Regeln und Kennzeichen angegeben, wodurch derselbe von dem Antriebe des Teufels unterschieden werden kann.

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