Tradition und Glauben

Kardinal-Memorandum aus Rom (2 von 2)

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Das nächste Konklave

1. Das Kardinalskollegium wurde durch exzentrische Nominierungen geschwächt und wurde nach der Ablehnung der Ansichten von Kardinal Kasper im Konsistorium 2014 nicht wieder einberufen. Viele Kardinäle sind einander unbekannt, was dem nächsten Konklave eine neue Dimension der Unvorhersehbarkeit hinzufügt.

2. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil unterschätzten katholische Autoritäten oft die feindliche Macht der Säkularisierung, der Welt, des Fleisches und des Teufels, insbesondere in der westlichen Welt, und überschätzten den Einfluss und die Stärke der katholischen Kirche.

Wir sind schwächer als vor 50 Jahren und viele Faktoren entziehen sich unserer Kontrolle, zumindest kurzfristig, z.B. der Rückgang der Zahl der Gläubigen, die Häufigkeit des Messebesuchs, der Niedergang oder das Aussterben vieler religiöser Orden.

3. Der Papst muss weder der weltbeste Evangelist noch eine politische Kraft sein. Der Nachfolger von Petrus als Oberhaupt des Bischofskollegiums, ebenfalls Nachfolger der Apostel, hat eine grundlegende Rolle für Einheit und Lehre. Der neue Papst muss verstehen, dass das Geheimnis der christlichen und katholischen Vitalität in der Treue zu den Lehren Christi und den katholischen Praktiken liegt. Es kommt nicht von der Anpassung an die Welt oder vom Geld.

4. Die ersten Aufgaben des neuen Papstes werden die Wiederherstellung der Normalität sein, die Wiederherstellung der Lehrklarheit im Glauben und der Moral, die Wiederherstellung einer angemessenen Achtung des Gesetzes und die Sicherstellung, dass das erste Kriterium für die Ernennung von Bischöfen die Akzeptanz der apostolischen Tradition ist. Theologisches Fachwissen und Lernen sind für alle Bischöfe und insbesondere Erzbischöfe ein Vorteil, kein Hindernis.

Dies sind notwendige Grundlagen, um das Evangelium zu leben und zu predigen.

5. Wenn die synodalen Versammlungen auf der ganzen Welt fortgesetzt werden, werden sie viel Zeit und Geld verbrauchen und wahrscheinlich Energie von der Evangelisierung und dem Dienst ablenken, anstatt diese wesentlichen Aktivitäten zu vertiefen.

Wenn die nationalen oder kontinentalen Synoden Lehrautorität erhalten, besteht eine neue Gefahr für die weltweite kirchliche Einheit, indem z.B. die deutsche Kirche Lehrauffassungen vertritt, die von anderen Kirchen nicht geteilt werden und nicht mit der apostolischen Tradition vereinbar sind.

Wenn es keine römische Korrektur einer solchen Ketzerei gäbe, würde die Kirche auf einen losen Zusammenschluss von Ortskirchen reduziert werden, die unterschiedliche Ansichten vertreten, wahrscheinlich eher einem anglikanischen oder protestantischen Modell als einem orthodoxen Modell.

Eine frühe Priorität für den nächsten Papst muss es sein, eine solch bedrohliche Entwicklung zu beseitigen und zu verhindern, indem er Einheit im Wesentlichen fordert und inakzeptable Lehrunterschiede nicht zulässt. Die Moral homosexueller Aktivitäten wird ein solcher Brennpunkt sein.

6. Während die jüngeren Geistlichen und Seminaristen fast ausschließlich orthodox, manchmal ziemlich konservativ sind, muss sich der neue Papst der erheblichen Veränderungen bewusst sein, die seit 2013 in der Kirchenführung stattgefunden haben, vielleicht insbesondere in Süd- und Mittelamerika. Es gibt einen neuen Frühling im Schritt der protestantischen Liberalen in der katholischen Kirche.

Es ist unwahrscheinlich, dass es von der Linken [Seite der Kirche] zu Schisma kommt, welche die Lehrfragen oft auf die leichte Schulter nimmt. Schisma kommt eher von rechts und ist immer dann möglich, wenn liturgische Spannungen entfacht und nicht gedämpft werden.

Einheit im Wesentlichen. Vielfalt im Unwesentlichen. Nächstenliebe in allen Belangen.

7. Trotz des gefährlichen Niedergangs im Westen und der vielerorts innewohnenden Zerbrechlichkeit und Instabilität sollte ernsthaft über die Machbarkeit einer Visitation des Jesuitenordens nachgedacht werden. Sie befinden sich in einer Situation eines katastrophalen zahlenmäßigen Rückgangs von 36.000 Mitgliedern während des Konzils auf weniger als 16.000 im Jahr 2017 (wobei wahrscheinlich 20-25 % über 75 Jahre alt sind). An manchen Orten gibt es einen katastrophalen moralischen Verfall.

Der Jesuitenorden ist stark zentralisiert, anfällig für Reformen oder Schäden von oben. Das Charisma und der Beitrag der Jesuiten waren und sind für die Kirche so wichtig, dass sie nicht ungestört in die Geschichte eingehen oder einfach eine asiatisch-afrikanische Gemeinschaft werden sollte.

8. Der katastrophale Rückgang der Anzahl der Katholiken und die protestantische Expansion in Südamerika sollten angegangen werden. Es wurde in der Amazonas-Synode kaum erwähnt.

9. Offensichtlich ist viel Arbeit an den Finanzreformen im Vatikan erforderlich, aber dies sollte nicht das wichtigste Kriterium bei der Auswahl des nächsten Papstes sein.

Der Vatikan hat keine nennenswerten Schulden, aber anhaltende jährliche Defizite werden schließlich zum Bankrott führen. Offensichtlich werden Schritte unternommen, um Abhilfe zu schaffen, den Vatikan von kriminellen Komplizen zu trennen und Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. Der Vatikan wird Kompetenz und Integrität demonstrieren müssen, um substantielle Spenden zu erhalten, um bei diesem Problem zu helfen.

Trotz der verbesserten Finanzverfahren und größerer Klarheit stellt der anhaltende finanzielle Druck eine große Herausforderung dar, aber sie ist viel weniger wichtig als die geistlichen und lehrmäßigen Bedrohungen, denen die Kirche ausgesetzt ist, insbesondere in der Ersten Welt.

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