Tradition und Glauben

Predigten der Kirchenväter – Festtage II – Karsamstag

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Aus der Abhandlung des heiligen Bischofs Augustinus über die Psalmen. „Es tritt der Mensch heran an hohes Sinnen, da steht Gott auf. Jene sagten: Wer wird uns bemerken? Sie sind ermattet bei dem Sinnen und dem Brüten,“ bei den bösen Plänen. Es trat ein Mensch heran an hohes Sinnen, er hat sich als Mensch gefangennehmen lasen. Er konnte nämlich nicht festgenommen werden, wenn er nicht Mensch war, und nicht gesehen werden, wenn er nicht ein Mensch war, und nicht geschlagen werden, wenn er nicht ein Mensch war, und nicht gekreuzigt werden und nicht sterben, wenn er nicht ein Mensch war. Er trat also als Mensch an alle diese Leidenszustände heran, die ihm nichts bewirken würden, wenn er nicht ein Mensch wäre. Doch wenn er nicht ein Mensch wäre, würde der Mensch nicht erlöst. Es trat also ein Mensch heran an hohes Sinnen, d. h. an geheimnisvolles Sinnen, insofern, als er dem Anblick der Menschen den Menschen entgegenstellte, Gott im Innern behielt; insofern als er die göttliche Natur, auf Grund deren er dem Vater gleich ist, versteckte und die Knechtsnatur anbot, auf Grund derer er kleiner ist als der Vater.

O wie weit haben sie ihr Sinnen und Brüten fortgeführt, bei dem sie ermatteten, so daß sie selbst nach dem Tode und nach der Bestattung des Herrn Wächter bei dem Grabe aufstellten! Sie sagten nämlich zu Pilatus: „Jener Verführer – so wurde der Herr genannt zum Troste seiner Diener, wenn sie als Verführer bezeichnet werden – also sie sagten zu Pilatus: Jener Verführer sprach, als er noch am Leben war: Nach drei Tagen werde ich auferstehen. Gib also Befehl, daß das Grab bis zum dritten Tage bewacht werde, damit nicht etwas seine Jünger kommen und ihn heimlich wegnehmen und dann dem Volke verkünden: Er ist auferstanden, und damit nicht die letzte Täuschung schlimmer sei als die vorhergehende.“ Da antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt die Wache, geht und bewacht ihn, wie ihr es versteht. Die aber gingen weg, sicherten das Grab, indem sie den Stein versiegelten, mit der Aufstellung von Wächtern.

Sie stellten Soldaten als Wächter beim Grabe auf. Unter Beben der Erde erstand der Herr; solche Wunder am Grabe geschahen, daß selbst die Soldaten, die als Wächter gekommen waren, Zeugen wurden, vorausgesetzt, daß sie die Wahrheit berichten wollten. Aber jene Geldgier, die den Christus begleitenden Jünger bestrickt hatte, bestrickte auch die das Grab bewachenden Soldaten: Wir geben euch, sagen sie, Geld; und nun sagt, daß, als ihr geschlummert habt, seine Jünger gekommen sind und ihn weggeholt haben. Wahrhaftig, sie sind „ermattet in ihren Sinnen und Brüten“. Was hast du gesagt, du unselige Verschlagenheit? So sehr wirfst du weg das Licht, das zum rechten Planen gehört und versenkst dich in die Tiefen der Verlogenheit, daß du das sagst: Sag, daß, als ihr geschlummert habt, seine Jünger gekommen sind und ihn weggeholt haben? Du führst schlummernde Zeugen vor? Wahrhaftig, du bist selbst eingeschlummert, insofern als du „bei solchem Sinnen ermattet“ bist.

Kirchengebet

Sieh gnädig herab, o Herr, auf diese deine Dienerschar, für die unser Herr Jesus Christus sich ohne Bedenken den Händen der Henker übergeben und die furchtbaren Qualen des Todes am Kreuze auf sich genommen hat.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil I, S. 750 f.

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