Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (15 von 21)


DSDZ [der Schreiber dieser Zeilen] war heute beim Workshop eines Versicherungsmaklers mit 20 Jahren Berufserfahrung, der überzeugt darlegte, dass 90% aller Versicherungen unsinnig seien, gezielt zum Schaden des Versicherungsnehmers mit arglistiger Täuschung abgeschlossen werden, weil man darauf spekuliert, dass der Versicherungsfall nicht eintreten wird und falls doch die Versicherung dann nicht zu zahlen braucht, da er Vertrag entsprechend aufgesetzt wurde und der Kunde ihn meist ungelesen unterschrieben hat. DSDZ fühlte sich nach diesen Ausführungen in seiner Überzeugung bestätigt, dass die allgemeine und spezielle Vorsehung sich um uns kümmert, wenn wir uns um die Angelegenheiten Gottes kümmern und diese ganze deutsche “Versicherungerei” Unsinn sei. Es tut gut seine theologischen Überzeugungen vom Fachmann bestätigt zu sehen. Manche Versicherungen sind leider notwendig, dann muss man sich die Verträge ganz genau lesen und zwar unter der Prämisse: Omnis homo mendax (Ps 115) – “Jeder Mensch ist ein Lügner”, wobei der Psalmist sicherlich die Versicherungsvertreter im Auge hatte, da nur 20% aller Versicherungsverträge wirklich ordnungsgemäß abgeschlossen wird, so der heutige Fachreferent.

Was hat das mit dem Fegefeuer zu tun?

Alles, denn es beweist, dass wir uns um Unsinn, der nur Geld kostet und im Schadensfall meistens nicht greift (DSDZ hat seine Vollkasko-Autoversicherung gerade beim Ombudsmann verklagt und wartet ab, indem er auf die spezielle Vorsehung hofft) Sorgen machen und das Wichtige: das Leben danach und das Fegefeuer vergessen. So stieg DSDZ auf sein Fahrrad (Diebstahl versichert, nachdem das unversicherte, alte geklaut wurde) und dachte sich, dass er sich langfristig um das Eigentliche in seinem Leben (Startposition im Fegefeuer, falls er es dorthin überhaupt schafft) doch gekümmert hat. Natürlich kann man nicht alles im Leben mit einem Vollablass als mit einem quasi Endspurt gut machen, denn dann sollte man einzig und allein aus Liebe zu Gott bereuen. Das ist die Hauptvoraussetzung. Fehlt diese Intention, dann erwirken Sie nur einen Teilablass und den Rest müssen Sie im Fegefeuer abbüßen, falls Sie es dorthin überhaupt schaffen. Versicherung ist, im Gegensatz zum Erwerb des geistlichen Verdienstes auch durch Sühne und Bußwerke, welche die künftigen Fegefeuerstrafen abtragen, niemals eine vermögenswirksame Maßnahme, denn die Verwaltungskosten sind so hoch, dass das, was Sie eventuell einzahlen, aufgebraucht wird. Aber das ist ein anderes Thema. Wenn der eigentliche Schadensfalls, d.h. der Tod und das (hoffentlich) Fegefeuer erstmal eintritt, dann betrachten Sie alles aus der richtigen Perspektive und bereuen wie dumm Sie doch bei Lebzeiten gewesen sind. Bezüglich der Versicherungen aber, so sollten Sie sich bei einem Versicherungs-Makler gegen Honorar (lohnt sich!) oder bei der Verbraucherzentrale beraten lassen, ob sie wirklich gut versichert sind, was wirklich die wenigsten sind und ob sie diese Versicherungen auch wirklich brauchen. Sonst haben Sie ein quasi Fegefeuererlebnis zu Lebzeiten, welches Ihnen aber für die Ewigkeit nichts nützt. Amen.

XV. Kapitel
Da ich diese Dinge im göttlichen Lichte sah, kam mir das Verlangen, einen so gewaltigen Schrei auszustoßen, daß sich alle Menschen auf dieser Erde entsetzen würden, denn ich würde ihnen sagen: O ihr Erbarmungswürdigen, die ihr euch in dieser Welt so blenden laßt, daß ihr für die so ungeheuer bedeutsame und wichtige Notwendigkeit, wie ihr sie einmal vorfinden werdet, keinerlei Vorkehrungen trefft? Ihr alle haltet euch gedeckt durch die Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit, von der ihr sagt, sie sei doch so groß. Aber seht ihr denn nicht, daß die so große Güte Gottes euch zum Gericht gereichen wird, weil ihr gegen seinen Willen gehandelt habt? Gerade seine Güte müßte euch dazu verpflichten, all das zu tun, was er will, und sollte in euch nicht die Hoffnung wecken, Böses (ungestraft) tun zu dürfen. Denn auch Gottes Gerechtigkeit kann nicht ausgeschaltet werden; ihr muß einmal in irgendeiner Weise vollkommen Genugtuung geleistet werden.

Baue nicht darauf, daß du sagst:

“Ich werde beichten und dann einen vollkommenen Ablaß gewinnen und werde so in jenem (entscheidenden) Augenblick von allen meinen Sünden gereinigt und dann (sicher) gerettet sein.”

Bedenke, daß eine solche Beichte und Reue, wie sie für das Gewinnen des vollkommenen Ablasses nötig sind, so schwer zu verwirklichen sind, daß du, wenn du das wüßtest, vor Furcht zittern und eher darüber gewiß sein würdest, das alles nicht mehr erlangen zu können als noch zu erlangen.

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