Katholische Engellehre: (27). Seligkeit der Engel, ihre Aufgaben und ihre Verehrung. (i) Ihre Seligkeit

Die Seligkeit der Engel im Himmel, ihre Aufgaben und die ihnen gebührende Verehrung

I. Die Engel, welche sich in der Prüfung bewerten, sind alsbald mit der ewigen Seligkeit belohnt worden. (Sententia certa)

Nach Matthäus 18,10 genießen die Engel bereits die Anschauung Gottes und in eben dieser Anschauung Gottes besteht nach der Lehre der Offenbarung das Wesen der himmlischen Seligkeit. Die Engel haben also schon jetzt das, wonach wir zu streben. Hebräer 12,12 bezeichnet die seligen Geister als eine Festversammlung, die im himmlischen Jerusalem den lebendigen Gott umgibt. Auch in den prophetischen Visionen, wie sie in der Heiligen Schrift festgehalten wurden (Is 6, Ez 1, Dan 7) und in den Schilderungen der Apokalypse (5,11; 7,11) erscheinen die Engel in der unmittelbaren Nähe Gottes. Und die unmittelbare Nähe Gottes ist nichts anderes als der Himmel.[1]

Diese Seligkeit ist unverlierbar (Mat 18,10: semper vident faciem Patris – sie sehen immer das Gesicht des Vaters) und die Engel sind sich dessen gewiss. Augustinus schreibt:

„Wenn jemand nicht bezweifelt, dass sich die heiligen Engel ihrer ewigen und wahren Seligkeit sicher und gewiss sind, so irrt er von der Regel des Glaubens nicht ab“ (De civ. XI, 32).

Die Seligkeit wäre nicht vollkommen, wenn sie mit der Furcht, sie zu verlieren verbunden wäre. Der Grund der Unverlierbarkeit liegt darin, dass die unmittelbare Gottesanschauung den geschaffenen Geist unfehlbar sicher dazu führt, Gott, das höchste Gut zu lieben, sodass die Gottesanschauung die Sünde unmöglich macht (1 q. 62 a. 8).

Der Grad der Seligkeit hängt von den in der Prüfungszeit erworbenen Verdienste der Engel ab. Dieser Grundsatz schließt mit ein, dass es eine Hierarchie der Prüfung und des Verdienstes gegeben hat. Vielleicht hat sich die Hierarchie der Engel mit den neun Engelchören erst nach der bestandenen Prüfung gebildet. Die Seligkeit der Engel wird in ihrer Substanz nicht mehr erhöht. Nur eine akzidentellen Vermehrung kann stattfinden, insofern den Engel nach und nach neue Werke Gottes, besonders in der Kirche Christi, bekannt werden und sie sich über das Heil derer freuen, die durch ihren Dienst gerettet werden (ib a. 9). 

Eph 3. 10: Damit den Herrschaften und Gewalten im Himmel durch die Kirche die mannigfaltige Weisheit Gottes kund werde.

Lk 15, 10: Ebenso, sage ich euch, wird Freude bei den Engel Gottes sein über einen einzigen Sender, welcher Buße tut.


[1] Nach  Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Wil 2012, 380-381.

Tradition und Glauben – Angebot

7 Tage gratis lesen – testen Sie uns!

Monatsabonur 19,99 € im Monat

Jahresabo nur 149,99 € im Jahr

Besuchen Sie unseren Online-Shop

Unser Coaching-Angebot für Sie!

Werbeanzeigen

1 Gedanke zu „Katholische Engellehre: (27). Seligkeit der Engel, ihre Aufgaben und ihre Verehrung. (i) Ihre Seligkeit

Kommentar verfassen