Katholische Engellehre: (33). Die bösen Geister, ihre Sünde und ihre Sturz. (3) Biblische Aussagen

2. Die Offenbarungsquellen

Die Heilige Schrift bezeugt das Dasein böser Geister mit fortschreitender Bestimmtheit: zunächst noch undeutlich Genesis 3,1 ff (Versuchung im Paradies), mit aller Klarheit aber gegen Ende der Alttestamentlichen Offenbarung und im Neuen Testament.[1] Es lässt sich also nicht sagen, dass die Lehre von der Existenz der bösen Geister unbiblisch ist.

Wir geben hier ein paar Zitate zu diesem Thema an.

Weisheit 2, 24: durch den Neid des Teufels trat der Tod in den Erdenkreis ein.

Off 12,9: die alte Schlange, welche der Teufel genannt wird.

Da aber bereits Lev 16,8 ff den in der Wüste brausenden Dämon Asasel und Job 1, 6 ff.; 2,1 ff. den Satan ausdrücklich nennen (vgl. Zach 3, 1 ff.), so ergibt sich, dass die Lehre vom Dasein böser Geister bereits so früh auftritt, da sie nicht auf babylonischen Einflüsse zurückgehen kann.

Für die beiden Böcke soll er Lose kennzeichnen, ein Los «für den Herrn» und ein Los «für Asasel». Aaron soll den Bock, für den das Los «für den Herrn» herauskommt, herbeiführen und ihn als Sündopfer darbringen. Der Bock, für den das Los «für Asasel» herauskommt, soll lebend vor den Herrn gestellt werden, um für die Sühne zu dienen und zu Asasel in die Wüste geschickt zu werden. (Lev 16, 8-10 Einheitsübersetzung)

Danach ließ er mich den Hohenpriester Jeschua sehen, der vor dem Engel des Herrn stand. Der Satan aber stand rechts von Jeschua, um ihn anzuklagen. Der Engel des Herrn sagte zum Satan: Der Herr weise dich in die Schranken, Satan; ja, der Herr, der Jerusalem auserwählt hat, weise dich in die Schranken. Ist dieser Mann nicht ein Holzscheit, das man aus dem Feuer gerissen hat? (Zach 3, 1-2)

Allein das Wort „Satan“ kommt in der Vulgata 16-mal vor, am häufigsten im Buche Hiob.

Im Neuen Testament ist vor allem Rede ist vor allem die Rede vom Teufel (ho diábolos), der auch der „böse Geist“, „Satan“, „Beelzebul (Beelzebub)“, „Menschenmörder von Anbeginn“,  „Fürst dieser Welt“, „die alte Schlange“,  „der große Drache“ usw. genannt wird (Mat 8,28; Lk 11, 15.18; Joh 8,44 usw.).  Da aber das Neue Testament das Wort Gottes ist, so geben und diese Bezeichnungen auch einen Einblick in das Wesen des Teufels.   Er ist lügnerisch, verschlagen und diesseits orientiert, sodass er  Menschen, die ihm nachfolgen dieselben Charaktereigenschaften  vermittelt.  Er erscheint als der Anstifter des Abfalls, der Anführer, dem „seine Engel“ (Mat 25,41; Apokalypse 12,7) oder Dämonen zu Diensten stehen, dessen „Reich“ dem Gottesreich widerstreite (Mat 12,25 ff). Von ihm kommt also jeglicher Abfall, jegliche Rebellion und jegliche Häresie.

Zudem ist es Schriftlehre, dass „der Teufel in der Wahrheit nicht feststand“, d. h. er ist nicht ausdauernd, und er „die Lüge spricht“ (Joh 8,44), dass der „Drache und seine Engel“ mit Michael und seinen Engeln „kämpfen und unterlagen und ihr Platz nicht mehr im Himmel gefunden wird“ (Apokalypse 12,7 f.), dass diese „Engel sündigten und Gott ihrer nicht schonte, sondern sie zur Qual in die Hölle verstieß“ (2 P 2,4) mehr zu usw. Besonders auch in der Lebensgeschichte Jesu tritt der Teufel sprechend, versuchend, Böses anstiftend auf.

Somit, so Diekamp-Jüssen, kann nur eine voreingenommene und gewalttätiger Schriftdeutung das Dasein und die Persönlichkeit der bösen Enkel leugnen.

Obwohl unser Blog nicht der vergleichenden Religionswissenschaft gewidmet ist, so können wir mit einer hohen Wahrscheinlichkeit fest behaupten, dass es keine Religion ohne die Vorstellung oder Annahme der bösen Mächte gibt. Schon die einfachsten Religionen der Jäger und Sammler gehen vom Animismus, d. h. von der Existenz eines geordneten Reiches von Geistwesen aus, von denen manche den Menschen Schaden und Übel gesonnen sind. Alle Religionen kennen Praktiken, Amulette oder andere Vorgehensweisen, um die Menschen von der Tätigkeit der bösen Geister zu schützen.

Schon allein aus dieser Sicht ist es nicht verwunderlich, dass sowohl das Judentum als auch das Christentum, da es Religionen sind, ebenfalls die Existenz der bösen Geister annehmen müssen. Die Ablehnung der Existenz der bösen Geister ist nicht einmal in der Philosophiegeschichte durchgängig nachzuweisen, dass immer Strömungen oder einzelne Philosophen gab, die mehr oder minder ausgearbeitete dämonologische Traktate, wie beispielsweise die Mittel- und Neuplatoniker, vorstellten. Nur die rationalistische Philosophie der Aufklärung und der nachfolgende Positivismus samt der Wissenschaftsgläubigkeit, sowie der theologische Modernismus lehnen die Existenz des Teufels ab. Jedoch sind die gefallenen Engel ein fester Bestandteil unserer irdischen Wirklichkeit, die man, wie eine physikalische Konstante, zu berücksichtigen hat.

Wenn man aber diese seine Existenz ablehnt, so verwirft man nicht nur die ganze Heilige Schrift, sondern auch einen Großteil der Offenbarung und der Kirchenlehre.

  • Wie erklärt man da die Erbsünde? Woher kam den Ureltern die Idee sich Gott zu widersetzen?
  • Wie erklärt man das Kommen Christi?
  • Wie erklärt man seinen Sühnetod?
  • Wie erklärt man die Existenz der ewigen Belohnung an der ewigen Strafe?

Entweder man lässt diese Bereiche aus, wie in der üblichen Novus Ordo Predigt, oder man gestaltet die gesamte kirchliche Lehre um, was wir seit dem Konzil erleben, um es wohl dem Teufel recht zu machen.

b) Die kirchliche Tradition ist im Glauben an das Dasein des Teufels und seiner bösen Engel vollkommen einmütig. Ein Zweifel daran ist in der alten Kirche nie laut geworden.


[1] Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Wil 2012, 383-384.

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