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Katholische Engellehre: (45). Zustand und Wirksamkeit der bösen Geister vor dem Weltgericht (III). Einfluß auf die einzelnen Menschen (i).

III. Der Teufel, dessen Herrschaft durch Christus gebrochen ist, darf mit Gottes Zulassung seine Macht noch vielfach an den Menschen betätigen (Sententia communis).

Nach der allgemeinen Meinung der Theologen, was mit der Qualifikation Sententia communis gemeint ist, darf der der Teufel, obwohl er durch Christus besiegt wurde, weiterhin die Menschen mehr oder weniger quälen. [1] Diese Betätigung tritt zutage als:

  1. Versuchung zur Sünde
  2. Verursachung physischer Übel
  3. Besessenheit

Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) hat dermaßen oft, fast täglich, unerklärliche Probleme mit elektronischen Geräten, WLAN-Verbindung, Programmen, Software, dass er gar nicht dazu kommt darüber zu schreiben, weil er ständig mit Reparaturen zugange ist. Es wurde ihm vielfach von verschiedenen Developern also Informatikern zugesichert, dass eine bestimmte technische Lösung überall funktioniert, nur auf seinen Blogs nicht. Etwas, was noch gestern problemlos klappte, liegt plötzlich im Argen und man kann dafür keine rationalen Gründe finden. DSDZ hat als Buße und Sühne sogar bei einem technischen Service angeheuert, um sich selbst zu beweisen, dass er mit diesen Dingen umgehen kann und vielleicht ein paar Tipps und Tricks für seine eigene Tätigkeit zu finden. Denn bei jeder Tätigkeit muss man bestimmte Reflexe und Einstellungen in sich herausarbeiten, um sich später in diesem Bereich erfolgreich betätigen zu können. Der Amerikaner spricht in diesem Kontext vom Mindset, den man dann hat, wenn man länger etwas tut. Es stellt sich heraus, dass die DSDZ gut oder gar überdurchschnittlich gut technische Probleme lösen kann, wenn sie natürlich und nicht seine eigenen sind.

Bei seinen eigenen Blogs ist der oft den Tränen und der Verzweiflung nahe, weil weder rationale und natürliche noch asketische oder übernatürliche Mittel helfen. Keine normale Problemfindung, kein Gebet, kein Fasten, keine Litanei, kein Stoßgebet, kein gar nichts. Praktisch erlebte „Zulassung Gottes“, welche wiederum der Widersacher Gottes gerne in Anspruch nimmt, um DSDZ zu quälen. DSDZ hat seit kurzem einen WLAN-Multifunktionsdrucker, der immer wieder kein Netz findet und sich mit dem Rechner dann nicht verbinden kann, wenn etwas schnell gehen soll und wenn es darauf ankommt. Kommt es darauf nicht an, dann funktioniert alles tadellos, also würde dahinter eine boshafte und intelligente Macht stehen, was auch der Fall ist. Es ist als würde man buchstäblich mit dem Kopf gegen die Wand hämmern. Es geht nichts, bis Gott den Teufel zurückpfeift. Denn so, liebe Leserinnen sieht konkret die dämonische Umsessenheit (circumsessio) im Bereich von elektronischen und virtuellen Hab und Gut aus. Es ist also würde man ständig ins Gesicht geschlagen werden. Keine Hoffnung, kein Ausweg. Man muss es ertragen, solange es dauert. Man hat auch keinen Einfluss darauf, wann diese Zulassung wieder aufgehoben sein wird. DSDZ tröstet sich damit, dass wenn der Teufel ihn dermaßen bekämpft, er doch etwas Gutes hervorzubringen scheint. Denn, wie man in esoterischen Kreisen hört, ist diese ständige Energieblockade für die bösen Geister auch recht anstrengend. Wenn sie sich also so viele Mühen machen, dann muss man sie dafür umso mehr bekämpfen. DSDZ hatte lange Jahre solche Erlebnisse nicht und hätte wohl niemandem geglaubt, der im derartiges erzählt hätte. Der böse Geist ist aber ein sehr guter Stratege und er versucht das zu unterbinden, was irgendwann mal in der Zukunft Früchte bringen wird. Der böse Geist hat eine andere Hierarchie der Werte als wir Menschen, manche Dinge stören ihn sehr, manche gar nicht. Man muss sich immer mit Ignatius von Loyola sagen, dass dort, wo größere Hindernisse vorliegen, auch die größeren Früchte zu erwarten sind. DSDZ erträgt diese Dinge als Buße und Sühne, weil er ohnehin keinen Einfluss darauf hat. Er glaubt auch, dass damit wenigstens ein Teil seiner zeitlichen Sündenstrafen abgetragen werden. Wie schlimm aber muss erst die Hölle sein, wenn Gott manche von uns in diesem Leben so hart bestraft, indem er den bösen Geist so gewähren lässt. Natürlich ist das alles noch steigerungsfähig, was die Gesundheit anbelangt, aber kaum mehr steigerungsfähig, was die Elektronik betrifft.

Ad 1. Die Versuchung der zur Sünde

Die erste Aufgabe des Teufels liegt darin die Menschen zur Sünde zu versuchen. Der heilige Thomas von Aquin vergleicht oft die gefallenen Engel mit den Henkern oder dem polizeilichen Dienst in einem Staat. Sie sind dazu da, um zu bestrafen und zu kontrollieren. Denn ohne Versuchung gibt es keine Tugend und kein Wachstum. DSDZ hätte auch niemals so viel Informatikwissen sich aneignen können, wäre er nicht ständig gezwungen Probleme zu lösen, welche Fachinformatiker entweder nicht lösen wollen oder können. Aber kehren wir zu den theologischen Grundlagen der Lehre vom Satan als Versucher zurück.

a) Heilige Schrift – Wie der Teufel sich sogar dem Heiland als Versucher nahte (Mt 4,1 ff.), so sucht er auch an uns mit aller List und Verschlagenheit und voller Gier sein Ziel zu erreichen. Während die Menschen schlafen, sät er Unkraut unter den Weizen (Matthäus 13,25 und 39). Wie ein hungriger Löwe stellt er der Beute nach (1 Petr 5,8). Von den Höhen her späht er (einem Raubvogel gleich) die günstige Gelegenheit aus (Eph 5,12; vgl. Lk, 8,5.12). Ja, wenn er es für nützlich hält, „gibt Satan sich sogar die Gestalt eines Lichtengels“ (2 Kor 11,14).

Das sind zwar alles recht beliebte Bibelzitate, die immer richtigerweise im Kontext der Versuchung fallen. Aber sie sind wirklich wörtlich zu nehmen, denn manche Menschen hören auch Geräusche wie der Tiere, wie ein Fauchen oder Brüllen, obwohl sie niemanden sehen. Die bösen Geister, was wir noch in unserer Dämonologie darstellen werden, haben auch Einfluss auf die Tierwelt, sodass viele bedrängte davon berichten, dass sie buchstäblich schwarze Vögel, tot oder lebendig sehen. Unter Satan als Lichtengel sind die falschen Visionen gemeint, welche für den Visionär selbst kaum zu unterscheiden sind. Der Teufel kann leider das Übernatürliche im Sinne des Paranormalen bis auf 99,9 % fälschen. Satan ist leider sehr real, seit das Schutzschild der Kirche weggefallen ist. Daher werden wir europaweit Dinge erleben, die von den Kirchenvätern überliefert wurden, oder bis ins 20. Jahrhundert nur in den Missionsländern stattfanden. Daher tut es gut, sich in der Theorie vorher zu belesen.

b) Die eindeutige Tradition und die Gebetsübung der Kirche bestätigen, dass der Teufel als Versucher Einfluss auf die Menschen hat. Dass jedoch der Teufel an allen Versuchungen selbst beteiligt sei oder dass er gar jedem Menschen einen Dämon als ständigen Versucher beigeselle, ähnlich wie jeder seinen Schutzengel habe (so Hermas, Gregor von Nyssa, Cassian), ist „eine haltlose Übertreibung“,[2] so Diekamp-Jüssen.

Augenscheinlich hatten weder Diekamp noch Jüssen solche Erlebnisse wie DSDZ, sonst würden sie diese Meinung der Väter nicht dermaßen in Abrede stellen. Es ist eine berechtigte Frage, ob jeder Mensch einen persönlichen Antischutzdämon, wie einen umgekehrten Schutzengel, beiseite habe. DSDZ hält das nicht für ausgeschlossen, weil er bei sich selbst feststellen kann, dass er seit seiner Kindheit immer auf dieselbe Art und Weise versucht wird und wurde und dass er auf dieselbe Art und Weise negativ reagiert. Als würde ihn jemand in und auswendig kennen und wüsste welche Hebel er zu bedienen habe. Andererseits haben sich im Laufe der Jahre viele Versuchungen im Leben von DSDZ sehr gewandelt, sodass man annehmen kann, dass sich der eine Hauptdämon wahrscheinlich immer in der Nähe aufhält, sich ihm aber andere Dämonen abschnittsweise hinzugesellen und wieder weggehen.

Nach Thomas von Aquin sind wir zwar allein für unser Handeln verantwortlich und somit ist die Sünde sozusagen unser Werk, aber die erste Ursache der Sünde ist doch tatsächlich der Teufel (Summ. Theol. I q. 114 a.3).

Dritter Artikel.
Nicht alle Sünden gehen aus von der Versuchung des Teufels.

a) Dagegen sagt:

I. Dionysius (4. de div. nom.): „Die Menge der Dämonen ist die Ursache von allen Übeln;“ und Damascenus (2. de orth. fide 4.): „Alle Bosheit und Unreinheit ist vom Teufel ausgedacht.“

II. „Ihr habt den Teufel zum Vater“ (Joh. 8, 4.) kann zu jedem Sünder gesagt werden. Das will aber heißen daß man infolge des Einsprechens des Teufels sündigt. Also kommt jede Sünde aus dieser Quelle.

III. Wie die Engel gesandt sind zum Schutze der Menschen, so dienen die Dämonen dazu, um den Menschen anzufechten. Alles Gute aber, was wir thun, geht aus den Einsprechungen der guten Engel hervor; denn vermittelst der Engel wird uns Göttliches zu teil. Also alle Sünden kommen von der Einsprechung des Teufels.

Auf der anderen Seite heißt es in lib. de eccl. dogm. cap. 82.: „Nicht alle bösen Gedanken in uns werden durch den Teufel erregt, sondern sie stehen manchmal im Herzen auf, weil wir so wollen.“

b) Ich antworte, daß jemand mittelbar oder unmittelbar etwas verursachen kann. Mittelbar verursacht er, wenn er etwas dazu vorbereitet oder geeignet macht, die betreffende Wirkung zu tragen; wie jemand, der Holz trocknet, die Ursache ist, daß das Holz verbrennt. Und so ist der Teufel die Ursache aller Sünden, weil er den Menschen zur ersten Sünde reizte, aus der eine gewisse Hinneigung, ein Geeignetsein für alle Sünden in der menschlichen Natur folgte. Danach ist zu verstehen Dionysius und Damascenus.

Unmittelbar aber ist jemand deshalb Ursache der Sünde, weil er ohne weitere Vermittlung daraufhin wirkt. Und so ist der Teufel nicht die Ursache jeder Sünde, daß er nämlich zu jeder Sünde reizte. Denn viele [S. 641] Sünden geschehen, weil man eben so will und auf Anreizung des Fleisches; wie Origenes (3 Periarchon cap. 2.) sagt: „Auch wenn der Teufel nicht wäre, hätten die Menschen die Begierde nach Speise und nach sinnlicher Lust.“ Der Vernunft des Menschen und seinem freien Willen aber gehört es zu, solches Begehren zu zügeln. Dem Menschen also allein gehört die Sünde zu, wenn er dies nicht thut und sein sinnliches Begehren nicht einem guten Zwecke unterordnet.

c) I. Ist damit beantwortet.

II. Auch wenn Sünden geschehen, wozu der Teufel nicht die Anreizung gegeben hat, werden darum die Menschen doch Kinder des Teufels; denn sie ahmen diesen ersten Sünder nach.

III. Der Mensch stürzt von sich selber in Sünde; aber er kann nicht mit eigenen Kräften Verdienstliches thun. Seinen Beistand nun leiht Gott vermittelst des Dienstes der Engel; und somit wirken die Engel mit zu allen unseren guten Werken. Nicht alle Sünden aber in uns kommen von der Anreizung des Teufels; wenn auch keine Art Sünde es gibt, wozu er nicht bisweilen reizte.


[1] Nach Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Will 2012, 388.

[2] Ebd.

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