Tradition und Glauben

Kayfabe, Teamplayer und „der gute, alte Benedikt“

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Die jetzige Lage

Am Montag den 12.03.2018 brachte das Portal onepeterfive eine Nachricht, die dem letzten Benedikt-Fan das Herz brechen wird. Unter Berufung auf mehrere, einander ergänzende Quellen gibt Maike Hickson, die Journalistin des Portals, bekannt, dass es Papa emeritus Benedikt XVI. war, der bei einem Mittagessen mit Kardinal Schönborn, während der unseligen Synode über die Familie im Jahre 2015, zusammentraf, um zwischen Schönborn und dem deutschsprachigen Gremium, das erfolgreich die Kommunion für Ehebrecher pushte und Kardinal Müller, seinem Schüler, zu vermitteln. Kurz und gut: wir verdanken es Benedikt, dass Müller nicht intervenierte und später den Überraschten spielte. Benedikt hat uns also nicht nur den Papa Bergoglio, sondern auch Amoris Laetitia eingebrockt, die von einem Mann – Franziskus- veröffentlich wurde, dem Benedikt, der „Startheologe des Vat. II“, eine „gründliche philosophische und theologische Bildung“ zuerkennt. Nein, Sie sind nicht im falschen Film und dieser Brief ist auch keine Fälschung. Benedikt XVI. hat ihn tatsächlich geschrieben und weist darin selbst auf eine „innere Kontinuität“ zwischen den beiden Pontifikaten hin. Es gibt Benedikt-Fans da draußen, die alle Argumente ablehnen werden, die gegen ihr Idol gehen, indem sie sagen werden:

  • „Dieser Brief ist nicht echt.“
  • „Man hat ihn gefälscht.“
  • „Der arme Benedikt fürchtet um sein Leben.“
  • „Er steht unter Drogen und weiß nicht, was er sagt.“
  • „Es ist ein göttliches Geheimnis, das wir, kleine Würmer, nicht ergründen können.“

Das stimmt aber alles nicht, denn wenn man den Verstand, eine große Gabe Gottes, einschaltet, dann lautet die konsistente Antwort auf all diese Ungereimtheiten so, dass Benedikt einfach selbst zu der modernistischen, kirchenzerstörerischen Mafia gehört, die Ansichten von Bergoglio teilt und selbst ein guter Teamplayer ist.

Wenn unsere Novus-Ordo-Priester die Liturgie wie eine Mannschaftssportart betrachten, bei der, wie bei Volleyball etwa, jeder seine Position hat und ständig aufpassen muss, da der Ball jederzeit kommen kann, so haben sie zwar theologisch Unrecht, wenn Sie von „Miteinander“ und „Mitmachen“ reden, aber sie geben dadurch ihre eigene Situation wieder. Man muss miteinander mitmachen, ja, homosexuell auch, um dabei zu sein, dabei zu bleiben und um nach oben zu kommen. Die Antwort darauf, warum die Konservativen sich in irrationale Aporien hineinmanövrieren, indem sie an der Mär vom „guten, alten Benedikt“ halten, wie unsere Mitstreiter von katholisches.info, andere sprechen von the Poor Pope Benedict Syndrom, diese Antwort lautet, dass wir uns einen Benedikt ausgedacht haben, der nichts mit dem realen Benedikt-Ratzinger zu tun hat. Hilary White untersucht dieses Problem in einem Aufsatz, den wir hier übersetzen werden, aber wir haben auch ein paar Gedanken dazu. In dem höchst empfehlenswerten Film „A Beautyful Mind – Genie und Wahnsinn“ wird dem schizophrenen Helden irgendwann klar, dass seine Freunde, die er sieht, gar nicht existieren. Es waren Wahnvorstellungen, die ihm aber im Leben und durch das Leben halfen. So sagt auch der Psychiater im Film zu der Frau des Helden:

Stellen Sie sich vor, wie hart es für ihn ist. Dass die Personen, die ihm am Nächsten standen, die er geliebt hat, niemals existierten.

Und in genau so einer Situation befinden sich zurzeit alle konservativen Katholiken, die feststellen müssen, dass die „guten, konservativen, katholischen Päpste“ wie:

  • Johannes XXIII.
  • Paul VI.
  • Johannes Paul II.
  • Benedikt XVI.

gar nicht existiert haben. Sie haben schon existiert, aber sie waren völlig anders als wir glaubten, was sie sind und anders als das, was man uns zum Verstehen gegeben hat. Es waren alles Modernisten, die an der Zerstörung der wahren Kirche interessiert waren und an ihrer Statt die Novus Ordo Afterkirche (pardon!) zu errichten. Sie haben alle „mitgemacht“ und zwar „miteinander“ und das ganz bewusst. Die deuterovatikanische Kirche brauchte einfach Frontmänner oder Leadsänger, wie man es nennt, die das Publikum von der Zerstörung im Hintergrund ablenken können und die einigermaßen sympathisch und als Katholiken glaubwürdig sind.

Waren es denn Päpste?

Ja, bis auf Bergoglio waren es Päpste, aber schlechte Päpste, denn mit der Gnade, auch der Standesgnade muss man mitarbeiten und zwar hart mitarbeiten.

Aber sie haben doch so gut katholisch geschrieben?

Das haben sie in der Mehrheit nicht, wenigstens nicht persönlich.

Ferner muss man zwischen den Zeilen lesen, um eine zweite oder dritte Bedeutungsebene zu entdecken. Prof. Dörmann hat diese Analyse meisterhaft, obzwar sehr langatmig, für das Schrifttum von Johannes Paul II vor dem Assisi-Treffen durchexerziert, indem er zeigte, dass JP2 keine katholischen Ansichten hatte. Aber dieses Unkatholische ist dermaßen gut unter der nachkonziliaren Soße verborgen, dass es wirklich nicht ohne Weiteres zu entdecken ist. Nicht einmal für gebildete Theologen. Deswegen seien wir Gott für Franziskus dankbar, der ganz offensichtlich und offen die Kirche zerstört, also das tut, was seine Vorgänger im Verborgenen taten.

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Was ist Kayfabe?

In der amerikanischen Wrestlersprache gibt es den Begriff Kayfabe, der einen gefaketen (ja, ja, diese Anglizismen) Ringkampf angibt. Da die Wrestler eher Schauspieler oder Schausteller als Sportler sind, so geben sie vor einander zu schlagen und einander weh zu tun, ohne dass wirklich etwas dabei passiert. Man agiert für einen bestimmten Kamerawinkel, der etwas als echt erscheinen lässt, was nicht echt ist. DSDZ (Der Schreiber dieser Zeilen) stand auch vor der Kamera, hat geschauspielert und weiß daher, dass zwischen „in echt“ und „vor der Kamera“ sich eine klaffende Wirklichkeitslücke auftun kann. Ist es Betrug? Nein, weil wirklich alle, vielleicht von manchen Kindern und geistig Zurückgebliebenen abgesehen, wissen, dass American Wrestling nur Show ist.

Die sportlichen Schauspielerkollegen bieten den zahlenden Zuschauern einen guten Kampf, sprechen vorher die Choreographie miteinander ab und alle sind glücklich: die Wrestler haben Arbeit, das Volk die Unterhaltung und die Promoter den Gewinn. DSDZ hat auch Kampfsport, obgleich kein Wrestling, gemacht und bei manchen Werbeveranstaltungen seiner Sportschule bei einstudierten Schaukämpfen mitgewirkt, wo der eine den Angreifer und der andere den Verteidiger spielte. Es machte Spaß all das einzuüben und da es sich beim Kampfsport um einen Partnersport, wie z.B. beim Tanzsport, handelt, so musste man sich mit dem Partner oder den Partnern gut verstehen, um all die Bewegungen, Würfe, Saltos, gefakten Schläge einzuüben, natürlich mit einem überzeugten „künstlerischen“ Ausdruck. Es gab sogar Kampfsportfreunde, die eine Choreographie mehrere Monate einstudieren konnten, damit diese Glaubwürdig wirkt. Ja, ja, Kampfsport erfordert viel Geduld und Disziplin. DSDZ kann sich jetzt, während er diese Erinnerungen niederschreibt, nicht vorstellen, dass irgendjemand im Publikum, von kleinen Kindern abgesehen, ob diese Schaukämpfe seiner alten Kampfschule als echt wahrgenommen hatte, zumal am Ende jeder aufstand und sich verbeugte.

Was hat das aber mit der Kirche zu tun?

Das, dass wir seit 1958 mit einem ununterbrochenen Kayfabe auf den höchsten Rängen der Kirche zu tun haben, von einigen aufrichtigen Männern, wie vielleicht Kardinal Siri und Ottaviani, abgesehen.

Wer hat denn die verurteilten Häretiker als Konzilsperiti zugelassen?Johannes XXIII.

Wer hat das Konzil fortgeführt und später über seine Resultate gejammert? Paul VI.

Wer hat die heutigen Bischöfe berufen und Kardinäle kreiert, die Bergoglio gewählt haben? Johannes Paul II.

Wer hat den ehemals verurteilten Ratzinger zum Präfekt der Glaubenskongregation ernannt? Derselbe.

Warum hat Ratzinger, bis auf wenige Fälle, nichts gegen die Häretiker unternommen? Weil er dieselben Ansichten wie diese hatte.

Es ist wirklich so einfach. Wenn Hilary White fragt, wie sich der „konservative“ Ratzinger so gut mit Kardinal Kasper oder Kardinal Martini, vom Küng ganz zu schweigen, versteht, dann lautet die einfache Antwort, weil er dieselben Ansichten hat, die er etwas eleganter und noch verklausurierter als diese formuliert. Es ist Kayfabe.

Warum tun sie das aber?

Um den dummen, gläubigen Volk, welches für sie zahlt, von der deutschen und bergoglianischen deutschen Kirchensteuerkirche abgesehen, etwas vorzumachen. Würden sie sagen, wie es wirklich ist:

Wir sind eine Bande von ungläubigen, sodomitischen und/oder im Konkubinat lebenden Schmarotzern, die auf Eure Kosten leben und Euch ins Gesicht spuken,

so würde niemand dafür zahlen wollen.

Deswegen muss die Kayfabe-Show weitergehen bis zum bitteren Enden. Deswegen muss man die Rollen verteilen und zwar so, dass sie glaubwürdig rüberkommen. Der konservative, marianische Pole, der intellektuell-gebildete „Rottweiler“ Deutsche, der spontane Südamerikaner. Ja, ja, nicht nur Hollywood kann gut casten, der Vatikan auch. Aber es ist das eine Team.

Teamplayer

Und jetzt kommen wir zum zweiten englischen Begriff, der in unserem Titel vorkommen – dem Teamplayer. Ein Teamplayer ist einer, der in einer Gruppe mitarbeiten, sich dieser Gruppe unterordnen und für diese Gruppe auch Opfer bringen kann und manchmal muss. Die Gruppe bringt ihn nach oben, die Gruppe verdankt ihm genauso viel wie er der Gruppe. Die besten Teamplayer sind Mafiosi und Geheimdienstler, wo man allerdings das Team nicht lebendig verlässt. In der postkonziliaren Kirche haben wir lauter Teamplayer. Es gibt aber kein Team Bergoglio, Team Ratzinger oder Team Wojtyła, sondern das eine nachkonziliare Team, wo jeder seine Rolle einnimmt. Und wenn Kardinal Martini zu Papst Benedikt XVI. sagt: „Du musst zurücktreten“, dann tritt Benedikt als guter Teamplayer zurück, denn er ist nur der Frontman und die eigentliche Macht liegt woanders. Der Grund, warum Männer die besseren Mitarbeiter sind, besteht darin, dass sie die besseren Teamplayer sind. In einer Band schlagen sich nicht alle darum der Leadsänger zu sein, vielleicht hat der Bassist mehr Macht und der Drummer ist der Komponist, aber man sagt einem:

Du siehst am besten aus. Du hast die beste Stimme. Du wirst singen. Mach es für die Band.

Eine Frauenband kommt über die Frage, welche nun wirklich am besten aussieht, siehe Germanys Next Topmodel, überhaupt nicht zu weiteren Punkten über und fällt irgendwann einmal auseinander. Und so vergab man auch im Vatikan die Rollen:

Du – Ratzinger – wirst der Präfekt der Glaubenskongregation, damit die Leute es uns abkaufen.

Du – Kasper – bist jetzt der Böse, der Häretiker, damit Ratzinger einen Gegenspieler hat.

Du – Wojtyła – hast jetzt Deine Bühne, reist herum, machst die Show und sprichst über den ehelichen Sex.

Und für die nächsten 20 Jahre soll es so bleiben. Dann ändern wir es. Verstanden?

Diese Dialogliste wurde zwar erfunden, aber woher wissen Sie, dass solche Gespräche und Absprachen nicht wirklich stattgefunden haben? Während des heutigen Mittagessens überlegte sich DSDZ, ob er genügend Beweise für die o.a. Teamplayer-Kayfabe-Theorie hatte und siehe da wieder eilte ihm, wohl ungewollt, onepeterfive und Maike Hickson zu Hilfe. Frau Hickson bespricht die Memoiren von Kardinal Lehmann (Mit langem Atem – Wege. Erfahrungen. Einsichten), dem programmatischen kirchensteuerfinanzierten Kirchenzerstörer. Obwohl wir wirklich keine Sympathie für Kardinal Lehmann hegen, so muss nicht zwangsläufig alles, was er geschrieben hat, gelogen sein. Und sollte dies der Fall sein, dann kann man es anhand der Fakten verifizieren. Wir schlagen vor, dass Sie sich diesen onepeterfive-Aufsatz selbst durchlesen und wir wollen hier nur die Argumente für die Unterstützung unserer Kayfabe-These liefern.

Unsere These lautet:

Johannes Paul II war gar nicht so konservativ und machte, wie Benedikt XVI., Kayfabe mit Lehmann.

Beweise:

  • JP2 hat 1983 Lehmann nach der Königsteiner Erklärung zum Bischof berufen.
  • JP2 hat 2001 Lehmann nach dessen Einsatz für Abtreibung und Donum vitae zum Kardinal ernannt.
  • JP2 soll 1987 soll Lehmann aufgefordert haben die Königsteiner Erklärung zu zerreißen, einer Aufforderung/Bitte/? der Lehmann niemals nachgekommen ist.
  • 1993 – nach dem Gespräch von 1987! – schrieb Lehmann ein Dokument über die Königsteiner Erklärung, die er der DBK präsentierte, welche bis 2006 nicht publiziert wurde. Aus Rom folgte nichts.
  • 1970 unterschrieb Ratzinger mit Kasper und Lehmann ein Memorandum über die Zulassung der viri probati.
  • 1993 unternahmen Lehman und Kasper die „wiederverheirateten Geschiedenen“ zur Kommunion zuzulassen, wobei Ratzinger seinen Einsatz zurückzog und daraufhin seine opera omnia ein wenig überarbeitete, was bedeutet, dass Ratzinger wenigstens im Jahre 1972 für die Kommunion für die Ehebrecher war, weswegen die deutschen Kardinäle beim Konklave 2005 für ihn stimmten.

Ratzinger wurde also von anderen Modernisten gewählt, weil er ein Modernist war. Deswegen hat er nichts gegen den Zerfall der Kirche unternommen, deswegen unternimmt er nichts gegen Bergoglio. So einfach ist das. Keiner der nachkonziliaren Päpste hat etwas gegen den Zerfall unternommen, sondern sie haben diesen Zerfall in Gang gesetzt. Bergoglio macht es nur offen und schneller als seine Vorgänger.

Sie, lieber Leser, wollen es vielleicht nicht glauben, weil die o.a. Darstellung nicht mit Ihrer Vorstellung von Johannes Paul II und Benedikt XVI zu vereinbaren ist. Aber Sie haben diese Männer gar nicht gekannt! Ihr vermeintlicher Konservatismus war nicht echt.  Es war eine Wunschvorstellung, eine vom Vatikan produzierte virtuelle Realität, an die wir alle, DSDZ eingeschlossen, bis zum Amoris Laetitia Crash glaubten. Weil es bequemer für uns war, weil die Wahrheit zu schrecklich war und ist. DSDZ hat Einblicke in Tiefen des klerikalen Kirchenlebens gewonnen, die zu schrecklich sind, um mitgeteilt zu werden. Diese Einblicke sind leider wahr, aber er nahm immer an, dass es sich um Einzelfälle handelte, dass es woanders besser ist. Nirgends ist es besser. Wir haben aber seit dem letzten Brief von Benedikt keinen Zweifel, dass Benedikt bei Bergoglio mitmacht, dass es Kayfabe war, was wir als Glaubensverteidigung wahrnahmen, dass das alles ein Teamwork ist und dass es keine gläubigen Kardinäle und Bischöfe gibt, denn nicht einmal zu Kayfabe-Zwecken lassen sich heute welche finden. Die Bergoglianer müssen die Bergoglio-Opposition erfinden, weil es keine gibt. Gäbe es welche, dann hätte die innerhalb der letzten fünf Jahre (sic!) etwas unternommen. Kardinal Burke wartet wahrscheinlich immer noch auf den richtigen Zeitpunkt. Es ist zum Heulen! So sieht nun mal die Situation aus.

Was bleibt zu tun? Vielleicht sollten wir Trump um eine militärische Intervention im Vatikan bitten? Sonst sind die Amerikaner so fix im Einmarschieren. Öl gibt es im Vatikan zwar nicht, aber riesige internationale Geldwäsche. Ein Grund lässt sich wohl immer finden, zumal Bergoglio Hilary Clinton finanziell unterstützt hat. Was können wir persönlich tun? Halten Sie sich im Gnadenstand, machen Sie Gott gegenüber Akte der Sühne und der Wiedergutmachung, beten Sie den Kreuzweg, kaufen Sie sich eine Herz Jesu Statue und beten Sie die Herz-Jesu-Litanei, um Christus, der uns so liebt zu versöhnen. Wenigstens wird es Ihnen selbst helfen. Amen.

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