Kirchenaustritte 2018 oder der Plan geht auf

Wie man unlängst lesen konnte, hat die Anzahl der Kirchenaustritte in Deutschland wieder mal einen Höhepunkt erreicht. 216.078 Menschen haben sich formell von der Kirche verabschiedet und ganze 9,5% der zahlenden Kundschaft geht noch Sonntags in die Kirche, weil sie wohl muss. Diese Nachricht ist nur negativ für diejenigen, welche meinen, dass die katholische Kirche in Deutschland ihre Mitglieder halten will. Sie will es nicht, denn sie setzt von der berühmten Kinderkatechese bei der Novus Ordo Messe bis zur Professorenberufung an einer staatlichen Fakultät alles daran die Menschen zu dekatholizisieren und zu entchristlichen. Ein normaler Mensch würde doch denken:

  • Wir machen seit dem Jahr 1962 X.
  • Uns laufen die Menschen davon.
  • Machen wir doch Y, als das Gegenteil von X (nicht-X).

Dies würde man wohl so in der freien Wirtschaft tun, falls man an einem größeren Kundenstamm interessiert wäre. In der Kirche macht man aber weiterhin X (Novus Ordo) und verschärft diesen Kurs so, dass man immer mehr Mitglieder verliert. Dies lässt nur den Schluss zu, dass man die Mitglieder verlieren will.

Warum?

Weil sie viel weniger einbringen als der Verkauf der übrig gebliebenen Kloster- und Kirchenimmobilien samt Interieur und darüber hinaus noch etwas Arbeit machen. Außerdem will man auch auf diesem Wege seine künftige destruktive Kirchenpolitik rechtfertigen. Man sagt:

Schaut, wir haben es doch auf “gut katholisch” versucht (keine Scheidung, keine Priesterehe, keine Homo-Ehe, keine Abtreibung, keine Kommunion an Ehebrecher oder an Protestanten, keine Frauen als Priester etc.) und die Leute laufen uns davon.

Wir versuchen es also anders, indem wir die Scheidung erlauben, die Priesterehe, die Homo-Ehe, die Homo-Ehe der Priester untereinander, Abtreibung, Euthanasie Kommunion für alle, Pille und Präservative für alle, insbesondere für die miteinander verheirateten Homopriester.

Betreiben Sie eine feindliche Übernahme, die es in der Wirtschaftswelt von Zeit zu Zeit vorkommt, dann fahren Sie die übernommene Firma nicht in dem ersten halben Jahr in den Konkurs, sondern sie verändern das ehemals gute Produkt so, dass es niemand kauft und die Pleite ihren natürlichen Gang nimmt. Sie verändern das Produkt natürlich, indem sie vorgeben es zu optimieren, während Sie es in Wirklichkeit verschlechtern.

Warum meiden die Menschen die katholische Kirche? – Weil in ihr kein Katholizismus, keine wahre Religion vermittelt und gepredigt wird,

Warum haben Freikirchen solch einen Zugang? – Weil sie wenigstens das Evangelium predigen und es wörtlich nehmen.

Die heilige Schrift wirkt nämlich nur dann, wenn man sie wörtlich nimmt, in diesem Sinne, dass man sie als Zeugnis einer göttlichen und wirkenden Wirklichkeit auffasst, im Lichte der Tradition natürlich.

Warum wirkt der nachkonziliare Katholizismus nicht? Weil die Rezeptur verändert wurde.

Zwischen dem Katholizismus bis ca. 1962 und dem danach gibt es keine Identität. Man kann also eine wohltuende Wirkung von etwas Dagewesenen nicht verspüren, weil es dieses etwas heute nicht mehr gibt. Die eigentliche Unterscheidung besteht aber nicht zwischen alt (vorkonziliar) und neu (nachkonziliar), sondern zwischen falsch (nicht katholisch) und richtig (katholisch). Verändern Sie eine physikalische oder chemische Formel, dann gelingen Ihnen die nachfolgenden Experimente auch nicht. Stellen Sie auch alles infrage, ohne die Formelveränderung infrage zu stellen, dann werden Sie das Problem niemals lösen, falls Sie es überhaupt lösen wollen.

Leider ist es nicht für alle ersichtlich, dass die Formel des Katholizismus verändert wurde. Diejenigen, die es getan haben, wollen es nicht anders, denn sie verfolgen das Ziel der Kirchenzerstörung konsequent weiter. Andere hingegen sind viel zu uninteressiert oder auch zu feige darüber nachzudenken und die Konsequenzen daraus zu ziehen. Daher wird die Anzahl der künftigen Kirchenaustritte steigen, solange bis die Christen und Katholiken in Deutschland zu einer Minderheit in einem islamischen Staat werden. Mit freundlicher Hilfe der DBK.

 

 

6 Gedanken zu „Kirchenaustritte 2018 oder der Plan geht auf

  1. Sehr geehrter Tradition&Glauben,

    es gibt den Fall das traditionelle Katholiken aus der Kirche austtreten. Weil Sie der “Afterkirche” keine Kirchensteuer zukommen lassen wollen. Sie sagen dann, ich will gar nicht aus der Kirche austreten sondern nur aus der Kirchensteuerkirche. Bestätigt fühlen sie sich durch eine Aussage vom amtierenden Papst Benedikt XVI., wonach es nicht möglich ist durch eine Erklärung vor einer staatlichen Behörde aus der Kirche auszutreten. Hat der Papst damit Recht, setzt er damit Recht oder verwirrt er nur wieder ein weiters mal die Seelen? Was halten Sie davon?

    1. @Elkawe
      Ich halte es für zulässig, weil die Kirchenangehörigkeit nicht an das Zahlen von der Kirchensteuer gebunden ist. Rom sieht es genauso.

  2. Die Zahl von 9,5% Gottesdienstbesuchern sieht frisiert aus. Die DBK-Statistik unterschlägt die Details: wie hoch ist der Anteil der hl. Messen unter diesen “Gottesdiensten”, was bedeutet ein ermittelter Durchschnittswert bei einem Sachverhalt, der unter dem Maßstab der Sonntagspflicht steht? Diese 9,5% werden wie eine Einschaltquote präsentiert, ohne den qualitativen Gehalt des Katholischen.

  3. @Jean Sie meinen also, dass diese Zahl beschönigt ist? Wohl nach oben? Mag sein, denn in Polen wird einmal im Jahr die Anzahl der Kirchenbesucher an einem gewöhnlichen Sonntag gezählt. Ich habe mehrmals die Zähler gesehen. In Deutschland aber noch nie. Welche Methodik man wohl hierzulande anwendet? Natürlich erfasst das nur die Quantität und nicht die Qualität. Die letztere wird von Meinungsforschungsinstituten ausgewertet, was immer wieder beweist, dass die Katholiken die katholische Lehre weder kennen noch sich an sie halten. Unter Katholiken verstehen wir hier Theologen, Priester und Bischöfe auch.

    1. Zu Hause habe ich die Kirchenzähler persönlich gesehen. Irgendwann ist man dann dazu übergegangen zu zählen, wenn die Firmlinge oder Erstkommunionkinder vorgestellt werden (falls die letzteren vorgestellt werden), da dann selbstverständlich die gesamte Familie in der Kirche ist …
      Auch vor knap 30 Jahren habe ich die Kirchenzählung noch selbst gesehen.

      Bei uns in der VO-Messe, wo ich seit etwa 10 Jahren meine Sonntagspflicht erfülle, gibt’s sowas natürlich nicht “offiziell”; zwar muss der Küster in etwa wissen, wie viele Hostien er richtet (da der Tabernakel während der Woche nicht bewohnt ist), aber ob er sich das aufschreibt … er hat genug sonst zu tun, ich glaube nicht …

      1. @ Eugenia Roth
        Das erklärt die hohen Zahlen. Vielleicht zählen die noch bei Hochzeiten? Bei VO-Messen natürlich nicht. Es wäre interessant zu wissen, wieviel Prozent der Kirchenbesuch an einem normalen Sonntag so betritt? Uns rettet wieder die Gauss-Kurve. Ich denken weniger als 2% oder sind wir schon im Promillebereich?

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