Tradition und Glauben

Leserfrage: „Leben die Piuspriester in Todsünde?“ – Antwort: „Ja!“

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An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei dem Blogger und Gläubigen der Piusbruderschaft und Kirchfahrter Archangelus bedanken. Ohne seine Kommentare und Inspiration (Tertium non datur) wäre die Thematik der Piusbruderschaft auf unserem Blog nicht zur der richtigen Geltung gekommen. Vergelt’s Gott!

Kurze Antwort: Die Priester der Piusbruderschaft leben in einer Todsünde, weil das Verbleiben in kanonischer Irregularität für einen Priester eine Todsünde darstellt.

Zum kirchenrechtlichen Status der FSSPX

Zu der kirchenrechtlichen Bestimmung der Piusbruderschaft lässt sich so viel sagen, dass FSSPX kanonisch irregulär ist. Bevor wir gleich diese Fachbegriffe erläutern werden, rufen wir diejenigen Entscheidungen Roms zur FSSPX auf, welche zur Beantwortung der folgenden Fragen nützlich sind:

  • Welchen kirchenrechtlichen Status hat die FSSPX?
  • Darf man zu den Messen der FSSPX gehen?
  • Darf man Sakramente von den Priestern der FSSPX empfangen?
  • Sind die Beichten der Piuspriester und ihre Segnungen der Ehen gültig?

Wie wir sehen werden, sind die Entscheidungen Roms zur FSSPX i dia-Informationen ergänzen wird um eigene Quellen, die mit Scans bebildert werden, damit auch wirklich über jeden Zweifel hinaus bewiesen werden kann, dass die Piusbruderschaft bis dato kanonisch irregulär ist.

Der Papst als zuständige kirchliche Autorität

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Wer bestimmt also, ob etwas kanonisch regulär oder irregulär ist?

Der Papst, vorausgesetzt, dass es ein Papst ist. Wir halten Franziskus für einen Antipapst, weil:

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I.

II.

Sollte allem Anschein zum Trotz I. und II. bei Bergoglio nicht zutreffen, so sind seine Entscheidungen bezüglich der FSSPX nicht rechtskräftig, weil

III.

Die Piusbruderschaft ist kanonisch irregulär

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1988

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2007

  • Der Papst behandelt den Fall der SPX-Bruderschaft als eine innerkirchliche Angelegenheit:

2009

  • Juli 2009 – Der Papst gab das Motu Proprio Ecclesiae Unitatem heraus, worin er erinnert, dass der kanonische Status der Piusbruderschaft von der Klärung der doktrinellen Fragen abhängt und erinnert daran, dass bis zur Regelung des kirchenrechtlichen Status die Priester der FSSPX keine rechtmäßigen Sakramente zelebrieren.[8]

2012

  • 03.2012 Msgr. Guido Pozzo der Sekretär von Ecclesia Dei erklärt, dass in den Kapellen der Piusbruderschaft die Sonntagspflicht nicht erfüllt werden kann.
  • 6 November 2012 Ecclesia Dei bestätigt, dass die Sonntagspflicht in den Kapellen der Piusbruderschaft nicht erfüllt werden kann:

2015

  • September 2015 – Papst Franziskus gab der Piusbruderschaft die Jurisdiktion für das Beichtehören für die Dauer des Jahres der Barmherzigkeit, vom 8. Dezember 2015 bis 20 November 2016. November: Im letzten Absatz des Schreibens vom 1. September stellt Franziskus fest:

2016

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  • Juli 2016 in der Pariser Kirche. St. Nikolaus erteilte Bischof Alfonso de Galarreta dem Diakon Abad Sabur die Priesterweihe,  welche er für die Gläubigen des chaldäischen Ritus ausüben wird. Während der Predigt sagte Bischof de Galarreta, dass die diesjährigen Weihen mit Zustimmung des Vatikans stattfinden werden:
  • November 2016 – Im Apostolischen Schreiben Misericordia et misera verlängerte Papst Franziskus der Piusbruderschaft die Beichtjurisdiktion auf unbestimmte Zeit:

2017

  • Anfang April 2017 erteilte Papst Franziskus den Gläubigen aus pastoralen Gründen die Erlaubnis, die Ehe auch in Gottesdiensten bei der Priesterbruderschaft St. Pius zu schließen, wobei die Assistenz von einem Diözesanpriester durchgeführt werden solle, jedoch auch vom Ortsbischof an einen Priester der Bruderschaft übertragen werden könne.[9] Am Status der Bruderschaft ändere das nichts.[10]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Entscheidungen der zuständigen kirchlichen Autorität von einer kanonischen Irregularität der Piusbruderschaft sprechen.

Was ist eine kanonische Irregularität?

Unter einer kirchenrechtlichen oder kanonischen Irregularität (irregularitas canonica) versteht man:

„Ein dauerndes Hindernis (vgl. CIC 1983, Can. 1040), welches durch das Kirchenrecht wegen der Würde des priesterlichen Dienstes bestimmt wird und welches zuerst es verbietet die Weihen zu empfangen und konsequenterweise auch die Weihevollmachten auszuüben“. [11]

Also Irregularität ist, so Eichmann-Mörsdorf,  ein dauerndes Weihehindernis (CIC 1917, Can. 983), wogegen ein einfaches Weihehindernis zeitlich begrenzt ist.

„Wenn der Irregularität begründende Tatbestand einmal vorliegt, so hört diese niemals von selbst auf, sondern kann nur durch oberhirtliche Befreiung behoben werden.“[12]

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Can. 1041 — Irregulär für den Empfang der Weihen ist:
[…] 6° wer eine Bischöfen oder Priestern vorbehaltene Weihehandlung vorgenommen hat, obwohl er entweder die betreffende Weihe nicht empfangen hat oder an deren Ausübung durch eine festgestellte oder verhängte kanonische Strafe gehindert war.

Irregularität ist schwere Sünde

Empfängt jemand die Sakramente im Stande der Irregularität oder spendet er diese in diesem Zustand, so begeht er eine schwere Sünde, worin wirklich alle Moraltheologien übereinstimmen. Lesen wir hierzu Kardinal Gousset (Scan anbei):

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Ebenso sieht es Peeters, welcher richtigerweise angibt, dass dort wo die Rechtmäßigkeit (licentia) zur Gültigkeit (validitas) fehlt, der Geistliche eine schwere Sünde begeht, weil es sich um einen schweren Ungehorsam gegenüber der Kirche handelt. Daher muss man von Zensuren und Irregularitäten frei sein (requirit immunitatem a sensuris et irrgularitatibus), um die Sakramente rechtmäßig zu spenden,[16] da man ansonsten eine schwere Sünde begeht. Dies kann man auch bei Lehmkuhl[17] und bei Noldin[18] nachlesen, um nur ein paar Moraltheologien zu nennen. Kanonisch irregulär zu sein, ist demnach eine schwere Klerikersünde. So wie man manche Verbrechen verüben kann, wenn man Polizist, Richter oder Arzt ist, so gibt es auch manche Sünden, welche nur Kleriker verüben können und welche delicta (Strafvergehen) im Sinne des Kirchenrechts sind. Eine Straftat (delictum), so Eichmann-Mörsdorf,

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Das Verursachen oder das Verbleiben in einem Delictum ist eine schwere Sünde. Da die FSSPX nach wie vor kanonisch irregulär ist, verbleiben all ihre Mitglieder in Irregularität und somit in schwerer Sünde, wenn Sie um diesen Zustand wissen, wovon auszugehen ist.

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[7] https://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/letters/2009/documents/hf_ben-xvi_let_20090310_remissione-scomunica.html

[8]  Ecclesiae Unitatem, Nr. 4: „Sed doctrinae quaestiones, ut liquet, manent atque, usque dum non enodentur, Fraternitas canonicum in Ecclesia statutum non habet et eius ministri nullum ministerium legitime agere possunt. Quandoquidem quaestiones, quae in praesenti cum Fraternitate tractari debent, essentialiter ad doctrinam spectant.”

[11] Nach Sztafrowski, Edward ks., Podręcznik Prawa Kanonicznego, Vol. 3, Warszawa 1986, 318.

[13] Eichmann-Mörsdorf, Bd. II, 113.

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[15] Gousset, Bd 2. 556

[16] Peeters, Manuale Theologiae Moralis, Vol. III, Pars Sacramentaria, Roma 1962, 13, 38, 400, 405.

[17] Lehmkuhl, A., Theologia Moralis, Vol. II, De Subsidiis Vitae Christianae, Friburgi Brisgovaie 1887, 712-713, ganze Anhandlung über die Irregularitäten befindet sich 709-727.

[19] Eichmann-Mörsdorf, Bd. III, Prozeß-und Strafrecht, 299-300.

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