Tradition und Glauben

Liturgiereform, Nordkorea und Flashmob

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Je mehr man die Liturgiereform von 1956 betrachtet, umso mehr wir einem klar, wie, politisch gesehen, „links“ all diese Reformen sind und waren.

Warum denn „links“?

Weil es um das „Volk“ geht, dass von nun an aktiv sein soll, indem es zusammen sitzt, steht, die Kerzen entzündet oder löscht und aufmaschiert.

Du bist nichts, Dein Volk ist alles,

sagten die Nazis, die ja als Nationalsozialisten Sozialisten und daher auch links, nicht rechts waren. Der deutsche Nationalsozialismus, wie der italienische Faschismus auch, waren linke Bewegungen, die sich für rechts ausgaben. Daher dieser erbitterte Kampf mit dem Kommunismus als einer anderen linken Bewegung.

Was ist rechts?

Rechts ist ein hierarchisches Gottesgnadentum, denn die höchste Erscheinungsform von rechts ist eine Erbmonarchie. Man wird als etwas geboren, was man bleibt, sodass einige Stufen der Gesellschaft aufgrund dieser Geburt nicht erreichbar sind. Man konnte zwar als Bürger oder Bauer nobilitiert, also in den Adelsstand aufgenommen werden, aber einem Bauer als Bauer blieb der soziale Aufstieg bis zu einer gewissen Stufe verwehrt. Daher gab es auch den Ständestaat, der ebenfalls rechts ist. Das allgemeine Volkstum kam erst durch die Französische Revolution auf, wonach die Menschen angeblich alle gleich sind, was natürlich nicht stimmt. Wären sie gleich, dann wären sie gleichförmig, wobei jeder alles könnte und überall einsetzbar wäre. Die Wirklichkeit lehrt uns, dass dem nicht so ist.

Die Kirche ist ebenfalls rechts, und zwar durch ihre hierarchische Struktur. Ein Priester ist mehr als ein Laie, ein Bischof mehr als ein Priester, ein Kardinal als ein Bischof und ein Papst mehr als ein Kardinal. Die irdische Kirche ist deswegen hierarchisch, weil sie die himmlische Kirche abbildet, wo der Engel des fünften Chores auch geringer als Gott selbst ist.

Interessanterweise fanden all diese liturgischen Reformen nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Es waren die Zeiten des schon gefallenen Nationalsozialismus und italienischen Faschismus, aber immer noch die Zeiten des realen Sozialismus. Die Reformer waren anscheinend von den sozialistischen Aufmärschen fasziniert, sodass sie dieses „Volkstum“ in die Liturgie brachten. Bezeichnenderweise gab es vor den Liturgiereformen, die mit der Reform der Osternacht von 1956 anfingen, viele Möglichkeiten der Teilnahme der Gläubigen. Man konnte sitzen, knien, stehen, alles im Schott nachverfolgen oder sich nur der Kontemplation ergeben.

Father Ripperger, ein amerikanischer Exorzist, sagt, dass eigentlich nur Menschen, die zur Alten Messe gehen überhaupt zum betrachtenden Gebet gelangen, weil nur in der Alten Messe es Momente der Stille gibt, in denen man das Betrachten üben kann. Die wenigsten Katholiken haben zuhause feste Gebetszeiten, wo sie die Betrachtung üben können, sodass an Gebet eigentlich nur das stattfindet, was während der Messe stattfinden kann. So sieht man die Folge: keine Stille -> keine Betrachtung -> kein betrachtendes Gebet. Dieses spielt aber beim geistlichen Kampf eine Rolle, weil der Dämon die Menschen, die dieses Gebet praktizieren können, weniger angreift. Daher sind wir alle durch Novus Ordo viel mehr für dämonische Angriffe anfällig, weil wir keine Gegenkräfte durch das betrachtende Gebet während der Messe einüben können.

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Erscheinungsformen des Kollektivismus

Kommen wir jetzt aber zum sportlich-kollektiven Aspekt der neuen Liturgie. In der neueren Zeit gibt es die sog. Flashmobs, wo sich Menschen über soziale Medien dazu verabreden, um zum Beispiel zu einer bestimmten Choreographie zu tanzen. Darin exzellieren vor allem junge Frauen, die anscheinend eine tiefe Freude dabei empfinden mit anderen dieselben Bewegungen öffentlich auszuführen. DSDZ kann diese Freude an der kollektiven Bewegung nicht nachvollziehen, obwohl er selbst lange Zeit Kampfsport gemacht hat, wo er genau das Gleiche tat, d.h. mit anderen dieselben Bewegungen ausführte.

Karate Kata

Er erlernte sogar für seine Schwarzgurtprüfung eine Kata, d.h. einen Bewegungsablauf von 110 Elementen, die beinahe ein ganzes Jahr einstudiert werden mussten. Daher ist DSDZ voll Bewunderung für Menschen, die anscheinend solch ein gutes Bewegungsgedächtnis haben, um sich auf diese Flashmobs zuhause vorzubereiten und dann die so erlernte Choreographie irgendwo quasi spontan auszuführen.

Flashmob – getanzter Kollektivismus

Aber die eigentlichen Meister der Massenchoreographie sind die Nordkoreaner, wo wirklich jeder nach Reih und Glied tanzt, um sich als kleines Rädchen des sozialistischen Kollektivs zu fühlen.

Norkorea – staatlich verordneter Flashmob

So wie die Nordkoreaner durch diese Aktivitäten die vermeintliche Überlegenheit ihres politischen Systems feiern, so feierte auch die Novus Ordo Kirche in den Stadionsmessen die liturgische Reform.

Stadionmessen – der Novus Ordo Kollektivismus

Wenn aber etwas dermaßen auf Massenveranstaltungen angewiesen ist, wie Nationalsozialismus, Faschismus oder Sozialismus, dann muss es an sich selbst zweifeln und selbst diese Massenaufmärsche zur Selbstbestätigung brauchen. Denn die Kehrseite dieser kollektivistischen Systeme bestand ja in den KZs, Gulags und sie besteht ja immer noch in den nordkoreanischen Umerziehungslagern.

Tanzt Du nicht mit, so landest Du im Lager.

So einfach ist es. Ebenso sollten die Massenveranstaltungen der Novus Ordo Kirche, von der Apostasie und den Kirchenaustritten ablenken.

Braucht der Mensch den Kollektivismus?

Manch einer Mensch schon, da diese Flashmobs ja wirklich spontan entstehen und ohne dieses Kollektivbedürfnis nicht erklärbar wären. Menschen üben fleißig vor dem Spiegel, um das Geübte in der Menge zu präsentieren. Solotanz ist schwieriger und erfordert mehr Mut. In der Menge geht man eher unter und die Fehler fallen auch weniger auf. DSDZ war sowohl Chor- als auch Solosänger, sodass er weiß, dass der Chorgesang viel entspannter ist. Man ist nicht allein, man wird unterstützt, geht man verloren, so kann man sich wieder fangen und die eigenen Fehler fallen weniger auf. Der Sologesang hingegen erfordert viel mehr Vorbereitung, denn es gibt niemanden hinter dem man sich verstecken kann. Zum Sologesang braucht man mehr Mut als Stimme, denn die letztere kann man üben, wenn man überhaupt den Mut findet auftreten zu wollen. Es gibt Menschen mit sehr schönen Stimmen, die einfach keinen Schneid haben solo auftreten zu wollen. Daher werden nicht unbedingt die besten Musiker Berufsmusiker, sondern diejenigen mit den besten Nerven.

Tauferneuerungsfeier – ein Novus Ordo Fackelmarsch

Und hier kommen wir auf die Liturgie zurück. Die klassische Liturgie ist kein kollektiver Flashmob, sondern der Raum der Gottesbegegnung der einzelnen Seele. Carol Byrne hat recht, dass ein durchschnittlicher Mensch, der mehrere Tätigkeiten gleichzeitig während der Osternacht ausführen soll, auf sich selbst konzentriert bleibt und zu zerstreut ist, um sich auf Gott zu fokussieren. Es ist schon möglich sich geistliche Inhalte während des Gesanges oder des Tanzes zu konzentrieren, dass jedoch erst nach sehr viel Übung und Routine. Niemals beim ersten Mal, wo man sich ständig danach fragt, ob man richtig liegt. Da aber die Osternacht nur einmal im Jahr staatfindet, so ist es ausgeschlossen, dass irgendjemand in den sog. Flow kommt und dabei Routine entwickelt. Daher bleibt man zerstreut und selbstbezogen, sodass keine Gottesbegegnung stattfindet. Aber Glauben ist eine Einzeldisziplin, meine Manschaftssportart. Man wir allein vor Gott bei seinem persönlichen Gericht stehen, das ja persönlich und individuell und nicht kollektiv ist.

Die Novus Ordo Messe bereitet leider auf diese Gottesbegegnung nicht vor. Es findet lediglich eine kollektiven Menschenbegegnung statt, wie bei Fackelaufmärschen der Nazis, wo ein Volk sich selbst feierte. Ist denn wirklich niemanden aufgefallen, dass all dieses „Volk Gottes“-Gehabe völkisch ist? Nicht von ungefähr forderten die deutschen Bischöfen gerade während der Nazizeit die deutsche Messe, wo das Ordinarium, wie Kyrie, Gloria, Credo etc., wir ahnen es schon, auf Deutsch rezitiert wurden. Warum will man aber mit anderen Menschen in Eins fließen und nicht mit Gott? Sind Gott und Menschen eins? Ist das Kollektiv göttlich? Dies wäre nur bei einer panentheistischen und pantheistischen Gottessicht der Fall, die nicht katholisch ist. Aber die Erklärung von Abu Dhabi zeigt uns, dass die liturgische Reise genau dahin führte.

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