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Mandatsbeschränkung bei den Movimenti oder die Revolution frisst ihre Kinder

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Wie La Nuova Bussola Quotidiana informiert und katholisches.info wiedergibt, ordnete Franziskus mit dem Generaldekret des Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben, dass bei den Neuen geistlichen Gemeinschaften oder Bewegungen eine Mandatsbeschränkung ihrer Amtsträger eingeführt wird. Dies bedeutet, dass alle Amtsträger, auch Gründer, maximal 10 Jahre im Amt bleiben dürfen. Im Gegensatz zu katholisches.info sehen wir es positiv, weil fast alle Geistlichen Gemeinschaften zu selbstbezogenen Sekten verkommen sind, welche hauptsächlich den Personenkult, pardon, das Charisma ihres Gründers feiern. Somit ist der Vorwurf der „Selbstreferenzialität“ einfach wahr.

Woher wissen wir das?

Weil DSDZ selbst in seiner Jugend mit solcher Neuen Geistlichen Gemeinschaft in Kontakt gekommen ist und anschließend viele Jahre brauchte, um sich von diesem Einfluss zu lösen. Er hat auch viele Leser, die einen ähnliche Weg durchlitten haben und froh sind den Klauen einer „katholischen Sekte“ entkommen zu sein. Das Problem ist, dass die Restkatholiken, die in solchen Bewegungen zum Glauben kommen, weil in der Amtskirche, wie wir wissen, nichts mehr verkündet wird, eine Movimenti-Identität erhalten und pflegen, die sie mit Katholizismus gleichsetzen. Dasselbe gilt mit gleichsam umgekehrten Vorzeichen für die Piusbruderschaft, die sich für das „ewige Rom“ hält. Wirklich alle Geistlichen Bewegungen weisen sektenähnliche Strukturen auf, sind gnostisch im Ansatz und führen zur Gnosis und bei sehr vielen fand ein sexueller Missbrauch durch ihren Gründer statt. Zählen wir hier ein paar Beispiele auf:

  1. Regnum Christi – die Laienbewegung der Legionäre Christi, sexueller Missbrauch durch den Gründer
  2. Schönstadtbewegung – sexueller Missbrauch durch Gründer
  3. Foyer de Charité – sexueller Missbrauch durch den Gründer
  4. Gemeinschaft der Seligpreisungen – sexueller Missbrauch durch den Gründer
  5. Arche Arka – sexueller Missbrauch durch den Gründer

man könnte wohl noch lange aufzählen, denn nicht alles ist bisher ans Tageslicht gekommen.

Wie kann es denn um die Spiritualität solch einer Bewegung bestellt sein, wenn der Gründer selbst so etwas tut?

Stellen wir uns vor, der hl. Benedikt, der hl. Dominikus oder die hl. Theresia von Avila wären des sexuellen Missbrauchs überführt worden. Hätte ihr Werk überdauert? Wohl kaum. Man hätte wohl ihre Orden aufgelöst, wie es bei den Templern der Fall war, die allerdings zu einem späteren Zeitpunkt der Dekadenz verfielen. Leider wollen die konservativen Katholiken das nicht einsehen, was leider der Fall ist. Auch konservative Gemeinschaften oder Bewegungen können zu Sekten werden und der Dekadenz verfallen. Sicherlich ist ein einfaches Mitglied unschuldig, weil es keine Vergleichsmöglichkeiten hat, unschuldig sind sogar die Vorgesetzten und der Gründer selbst, weil sie nicht ausreichend von Rom und eigenen Bischof geleitet und überwacht werden.

Der hl. Karl Borromäus, der Kardinal Erzbischof von Mailand, war sehr streng und asketisch. Er überlebte mehrere Mordanschläge der lieben Geistlichen seiner eigenen Erzdiözese, die, wie wir heute sagen würden, „mit seinem rigiden Führungsstil nicht einverstanden waren“. Er soll aber einen dermaßen starken Unterscheidungsgeist gehabt haben, dass eine wohl besessene Pseudo-Mystikerin, die sehr viele von sich selbst überzeugte, vor ihm schreiend davonlief. Die deutschen Bischöfe, die Protestanten die Kommunion reichen und Homo-Ehen segnen, sind da kaum, was geistliche Unterscheidung betrifft, der richtige Ansprechpartner, siehe der jüngste Kölner Missbrauchsskandal. Nein, es geht nicht nur um Doppelmoral, sondern darum, dass Sünde taub und blind macht, wodurch man immer weniger spirituell wahrnimmt und damit immer ungeeigneter für bischöfliche oder erzbischöfliche Leitungsaufgaben wird. Und die Nichtbestrafung des priesterlichen Missbrauchs ist eine schwere Amtssünde. Dass aber Rom unter Franziskus Gemeinschaften, wie die Herolde des Evangeliums visitiert und unter kommissarische Leitung stellt, bedeutet trotz allem immer, dass solch eine Gemeinschaft als unschuldig beurteilt wird. Manchmal sind sie einfach nicht unschuldig, weil der Dämon auch auf der rechten Seite sehr umtriebig ist.

Warum werden diese Gemeinschaften nicht ganz verboten und aufgehoben?

Weil der Vatikan Geld braucht und Opus Dei, Neokatechumenat oder die Legionäre sehr zahlungskräftig sind und viele Kurienprälaten auf ihrer Zahlungsliste haben. Marcial Maciel hat diese Politik jahrzehntelang erfolgreich gepflegt und nicht nur er allein. Johannes Paul II. setzte auf die Movimenti, um die „Lebendigkeit des Geistes des Konzils“ zu beweisen und seine vielen Reisen zu finanzieren, denn diese gingen ins Geld. Nach dem Konzil entstanden 122 Gemeinschaften, die einander nicht unähnlicher sein könnten, nehmen Sie zum Beispiel Legio Mariae und Charismatische Bewegung, die aber keinen Katholizismus verbreiteten, sondern zu sektenähnlichen quasi-protestantischen Denominationen wurden. Ihre Aufgabe bestand darin bei den päpstlichen Reisen mit Transparenten aufzutauchen und zuzuwinken, um die „Lebendigkeit der Ortskirche“ zu zeigen. Viele Bischöfe, wie leider auch Kardinal Meisner, ließen sie in ihre Diözesen rein, in der Hoffnung, dass Priester- und Ordensberufungen daraus resultieren würden. Dies war aber falsch, denn das Neukatechumenat weiht nur Priester für seine eigene bizarre okkult-kabbalistische Liturgie.

Sicherlich wäre ein Vorgehen gegen die Movimenti nicht gerade vom Pragmatismus geprägt, da diejenigen, die in den 1980-gern zum Glauben gekommen sind und sich immer noch als Katholiken betrachten zu 90% eine Formation in solch einer Bewegung durchlaufen haben. DSDZ hat seinerzeit einige dieser Bewegungen kennengelernt und die Schriften der Gründer der Anderen gelesen. Sicherlich nicht aller 122, aber schon im zweistelligen Bereich. Er fühlte sich aber von keinem dermaßen angesprochen, wie es bei den „guten alten Heiligen“ der Fall war. Als hätten die Gründer nicht eine bestimmte Qualität, ja eine spirituelle Zeugungsfähigkeit erreicht, um das geistliche Leben weiterzugeben. Der Vergleich mit der Zeugung hinkt ein wenig, denn es hängt nicht von der Qualität des Samens ab, ob eine Schwangerschaft ausgetragen wird. Die Mutter ist die Kirche und der Gründervater ist tatsächlich der Vater, wenn er auch eine Mutter ist, wie die hl. Scholastika oder die hl. Klara. Von der Qualität des Samens hängt aber die Gesundheit und das Wohlergehen des künftigen Kindes ab. Es waren also keine spirituell-moralisch gesunden „Gründungsväter“, welche diese Gemeinschaften gründeten, wie man bei Marcial Maciel nachweisen kann, sodass ihr „Kind“ oder ihr „Werk“ nicht gesund sein konnte. Denn ihr direkten Schüler und Nachfolger machten dort weiter, wo der Gründervater aufgehört hat. Waren denn alle Gründer Sittenstrolche? Nein, hoffentlich nicht, aber die nachkonziliare Kirche war als Mutter nicht gesund genug, um dieses Kind auszutragen oder erziehen zu können.

Natürlich ist es schwer zuzugeben, dass man einer katholischen Sekte angehörte, wenn man meinte bloß Katholik gewesen zu sein. Die ehemaligen oder heutigen Mitglieder der Movimenti sind jetzt Damen/Herren mittleren Alters, die manchmal über Geld und Einfluss verfügen und hier und da die katholische Presse leiten. Würde man ihnen sagen, dass sie katholische Sektierer sind, so würde man sie schwer treffen und den Rest des Einflusses auf die Medien verlieren. Wir sind spätestens seit Bergoglio protestantische Waisen, die ohne Lehramt zu ihren eigenen Lehrämtern verkommen oder avanciert sind. Ja, DSDZ meint damit auch sich selbst. Und da wir derzeit kein katholisches Lehramt haben, so müssen bei den katholischen Bloggern die besseren Argumente entscheiden. Es stimmt leider, dass sich der Schatten des Gründers über solch eine Gemeinschaft legt. War er kein Heiliger, dann wiegt dieser Schatten schwer.

Hätte DSZD etwas zu sagen, so würde er alle geistlichen Gemeinschaften aufheben und eventuell manche von ihnen mit veränderten Statuten zulassen. Leider haben wir niemanden im Vatikan, der noch genug an katholischem Geist hätte, um eine Unterscheidungsgabe zu besitzen, um Spreu vom Weizen zu trennen. Bei den bergoglianischen Visitationen, sollte man auch ehrliche Geistliche darum bemühen, wird es darum gehen, ob gegen das Strafrecht (Minderjährige, Kinder oder doch einvernehmlicher Sex) oder eventuell das Kirchenrecht verstoßen wurde, falls man vorhat jemanden abzusägen. Kaum jemand aber wird danach fragen, ob jemand, der solch einer Spiritualität folgt, seine Seele retten wird oder man auf diesem gnostischen Wege in der Hölle landet, trotz all der guten katholischen Vorsätze. Bergoglio wird noch viel Gestein der Anti-Kirche abtragen müssen, bevor etwas Neues und gleichzeitig Altes aufkeimen wird.

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