Tradition und Glauben

Matutinlesungen des Tridentinischen Breviers: St. Stephan

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Lesung 4
Predigt des heiligen Bischofs Fulgentius.
Predigt 3 über den heiligen Stephanus

Gestern feierten wir die zeitliche Geburt unseres ewigen Königs; heute begehen wir das sieggekrönte Leiden Seines ersten Ritters. Gestern ging unser König, mit dem Gewände der Menschheit angetan, aus dem Schoße der Jungfrau hervor, um die Welt heimzusuchen. Heute verließ der Kämpe Stephanus das Zelt seines Leibes und zog als Sieget in den Himmel ein. Christus, der die Majestät ewiger Gottheit bewahrte, umgürtete sich mit einem Knechtsleib und betrat den Kampfplatz dieser Welt. Stephanus warf die vergängliche Rüstung des Leibes ab und stieg hinauf zum himmlischen Palaste, um dort ewig zu herrschen. Jener stieg herab in der Hülle des Fleisches, dieser stieg empor, mit blutigem Ruhmeskranz geschmückt.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Man bewarf Stephanus mit Steinen, der da flehte und betete:
* O Herr Jesus Christus, nimm meinen Geist auf: und rechne ihnen dies nicht als Sünde an.
V. Er kniete nieder und rief mit lauter Stimme also:
R. O Herr Jesus Christus, nimm meinen Geist auf: und rechne ihnen dies nicht als Sünde an.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
Benediktion. Christus gewähre uns die Freuden des ewigen Lebens. Amen.

Lesung 5
Stephanus stieg hinauf unter den Steinwürfen der Juden, weil Christus herabgestiegen war unter dem Freudengesang der Engel. Ehre sei Gott in der Höhe, so haben gestern frohlockend die heiligen Engel gesungen; heute haben sie jubelnd Stephanus in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Gestern ging der Herr aus dem Schoß der Jungfrau hervor; heute verläßt Sein Streiter den Kerker des Leibes. Gestern ward Christus für uns in Windeln eingehüllt; heute wird Stephanus von Ihm mit dem Gewand der Unsterb- lichkeit bekleidet. Gestern umschloß die enge Krippe das Christkind; heute nimmt der unermeßliche Himmel den triumphierenden Stephanus auf. Allein stieg der Herr hernieder, um viele zu erhöhen; unser König erniedrigte sich, um Seine Streiter zu erheben.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Man stürzte auf ihn los und stieß ihn zur Stadt hinaus, während er flehte und betete:
* O Herr Jesus, nimm meinen Geist auf.
V. Und einige Mitbeteiligte legten ihre Kleider einem jungen Mann zur Füßen, der Saulus hieß; und so bewarf man Stephanus mit Steinen, während er flehte und betete:
R. O Herr Jesus, nimm meinen Geist auf.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
Benediktion. Das Feuer seiner Liebe möge Gott in unseren Herzen aufglühen lassen. Amen.

Lesung 6
Indessen müssen wir, Brüder, auch erkennen, mit welcher Waffenrüstung Stephanus die Wut der Juden überwinden und einen so herrlichen Sieg erringen konnte. Um den Siegeskranz, auf den schon sein Name hinweist, zu erlangen, kämpfte Stephanus mit den Waffen der Liebe und erfocht damit überall den Sieg. Dank der Gottesliebe wich er vor der Wut der Juden nicht zurück; kraft seiner Nächstenliebe legte er Fürbitte ein für seine Steiniger. In Liebe ermahnte er die Irrenden, sich zu bessern, in Liebe betete er für seine Steiniger, daß sie nicht bestraft würden. Gestützt auf die Macht der Liebe, besiegte er den grausam wütenden Saulus, und der auf Erden sein Verfolger gewesen, ward im Himmel sein Freund.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Die Gottlosen stürzten sich auf den Rechtschaffenen, um ihn dem Tode zu überliefern.
* Aber der ließ sich freudig mit Steinen bewerfen, um des Kranzes des Herrlichkeit würdig zu werden.
V. Sie hielten ihre Ohren zu und warfen sich einmütig auf ihn.
R. Aber der ließ sich freudig mit Steinen bewerfen, um des Kranzes des Herrlichkeit würdig zu werden.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne * und dem Heiligen Geist.
R. Aber der ließ sich freudig mit Steinen bewerfen, um des Kranzes des Herrlichkeit würdig zu werden.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
Benediktion. Was wir vom Evangelium lesen, möge uns zum Heile und zum Schutze sein. Amen.

Lesung 7
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
Mt 23,34-39

In jener Zeit sagte Jesus zu den Schriftgelehrten und Propheten: Gewiss, auch wenn ich zu euch Gottesboten und Weise und Schriftkundige sende, so werdet ihr gegen sie mit Totschlag und mit Kreuzigung vorgehen. Und so weiter.

Auslegung vom heiligen Priester Hieronymus.
Buch 4 der Auslegung zu Mt Kap. 23

Den Ausspruch: Macht nur voll das Maß eurer Väter, haben wir früher auf die Person des Herrn gedeutet, weil Er von den Juden getötet werden sollte. Man kann ihn aber auch auf Seine Jünger beziehen, von denen Er jetzt sagt: Seht, Ich sende zu euch Propheten, Weise und Schriftgelehrte. Beachte zudem, daß nach dem Worte des heiligen Apostels in seinem Brief an die Korinther die Jünger Christi verschiedene Gaben empfangen. Die einen als Propheten, welche die Zukunft Voraussagen; andere besitzen die Gabe der Weisheit, die den Zeitpunkt erkennen, wann sie das Wort verkünden sollen; wieder andere sind hochgelehrte Schriftkenner. Aus ihrer Mitte wurde Stephanus gesteinigt, Paulus hingerichtet, Petrus gekreuzigt, die Jünger in der Apostelgeschichte gegeißelt.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Der Diener Gottes, Stephanus, den die Juden mit Steinen bewarfen, sah den geöffneten Himmel; er sah ihn und ging hinein.
* O selig der Mensch, dem der Himmel offen stand.
V. Als er also von dem Hagel der in der Luft sausenden Steinmassen beworfen wurde, strahlte ihm zwischen den oberen Wölbungen der himmlischen Halle die Herrlichkeit Gottes entgegen.
R. O selig der Mensch, dem der Himmel offen stand.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
Benediktion. Derjenige, dessen Fest wir feiern, möge bittend für uns eintreten beim Herrn. Amen.

Lesung 8
Wir stellen uns die Frage: Wer ist dieser Zacharias, der Sohn des Barachias? Lesen wir doch von vielen, die Zacharias heißen. Damit kein Anlaß zu Verwechslungen geboten werde, wird hier beigefügt: den ihr zwischen Tempel und Altar getötet habt. Bei den Schrifterklärern habe ich verschiedene Auslegungen gelesen, die ich einzeln anführen muß. Einige sagen, daß Zacharias, der Sohn des Barachias, der elfte unter den kleinen Propheten sei; der Name des Vaters trifft zwar zu, aber wo er zwischen Tempel und Altar getötet sein soll, sagt die Schrift nicht, zumal in seiner Zeit kaum Trümmer des Tempels vorhanden waren. Andere wollen unter Zacharias den Vater des Johannes des Täufers verstanden wissen, da sie aus gewissen unechten Träumereien beweisen möchten, er sei deshalb umgebracht worden, weil er die Ankunft des Erlösers verkündete.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Es standen die Himmelspforten für den Martyrer Christi, den heiligen Stephanus offen, der in der Schar der Martyrer als erster auftritt,
* Und deshalb bekränzt im Himmel triumphiert.
V. Den Tod nämlich, den unser Heiland in seiner Huld für uns erlitten hat, den hat er als erster dem Heiland zurückerstattet.
R. Und deshalb bekränzt im Himmel triumphiert.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne * und dem Heiligen Geist.
R. Und deshalb bekränzt im Himmel triumphiert.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
Benediktion. Zur Gemeinschaft mit den oben lebenden Bürgern möge uns der Herr der Engel führen. Amen.

Lesung 9
Andere glauben, es sei jener Zacharias, der von Joas, dem König von Juda, zwischen Altar und Tempel getötet worden sei, wie das Buch der Könige erzählt. Es ist jedoch zu beachten, daß dieser Zacharias nicht der Sohn des Barachias, sondern des Priesters Jojada war. Deshalb sagt auch die Schrift: Joas gedachte nicht des Guten, das ihm dessen Vater Jojada erwiesen hatte. Da wir hier von einem Zacharias lesen, dessen Ort der Ermordung übereinstimmt, so fragen wir, warum er der Sohn des Barachias und nicht des Jojada genannt wird. Barachias heißt in unserer Sprache „Gesegneter des Herrn“, und der hebräische Name des Priesters Jojada weist auf „Gerechtigkeit“ hin. Im Evangelium, das die Nazarener gebrauchen, finden wir denn auch statt „Sohn des Barachias“ „Sohn des Jojada“ geschrieben.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

Kirchengebet: Gib uns, wir bitten dich, o Herr, die Gnade, dass wir das nachahmen, was wir bei der Feier vor Augen haben, damit wir lernen, auch die Feinde zu lieben, da wir dessen himmlische Geburt festlich begehen, der es verstanden hat, auch für seine Verfolger zu bitten unseren Herrn Jesus Christus deinen Sohn, Der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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