Tradition und Glauben

Matutinlesungen des Tridentinischen Breviers: Weihnachten

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Lesung 4
Predigt des heiligen Papstes Leo.
Predigt 1 über die Geburt Christi.

Derjenige, der uns, Geliebteste, das Heil bringt, ist heute geboren. Wir wollen freudig sein. Es wäre doch unrecht, der Trauer einen Platz zu gewähren, wo das Leben aufgeht, das nach Vernichtung des furchtwirkenden Todes uns Fröhlichkeit schafft infolge der verheißenen Seligkeit. Keiner wird von der Teilnahme an dieser freudigen Feier ausgeschlossen. Der eine gemeinsame Grund zur Freude für alle ist der, dass unser Herr, der Tilger von Sünde und Tod, weil er keinen von Schuld Freien fand, deshalb zur Befreiung von allen gekommen ist. Es juble der Heilige, weil er nahe kommt der Palme; es mag sich freuen der Sünder, weil er eingeladen wird, sich dich Verzeihung zu holen; es fasse Mut der außerhalb des Christentums Stehende, weil er gerufen wird zum (richtigen) Leben. Gottes Sohn hat nämlich entsprechend der Zeitfülle, die des göttlichen unergründlichen Ratschlusses Erhabenheit angeordnet hatte, die mit ihrem Schöpfer zu versöhnende Natur des menschlichen Geschlechtes selbst angenommen, damit der Begründer des Todes durch diese selbst, über die er den Sieg davongetragen, besiegt würde.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. O große geheimnisvolle Tatsache und an Wundern reiches heiliges Ereignis, dass die Tiere den geborenen und in der Krippe liegenden Herrn schauten:
* O selig die Jungfrau, deren Schoß würdig war zu tragen Christus den Herrn.
V. Gegrüßest seist du Maria, voll der Gnade: Der Herr ist mit dir.
R. O selig die Jungfrau, deren Schoß würdig war zu tragen Christus den Herrn.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
Benediktion. Christus gewähre uns die Freuden des ewigen Lebens. Amen.

Lesung 5
In diesem für uns unternommenen Kampf ist auf der Grundlage eines vollen und bewunderungswürdigen Gleichheitsrechtes gerungen worden; da der allmächtige Herr nicht in seiner Majestät, sondern in unserer Niedrigkeit als Kämpfer auftritt und ihm dieselbe Gestalt, dieselbe Natur entgegenstellt (wie wir sie haben), die wohl unsere Sterblichkeit mit uns teilt, aber mit der Sünde nichts gemein hat. Fern ist nämlich bei dieser Geburt das, was von allen zu lesen ist Hiob 14,4: „Keiner ist frei vom Schmutz, nicht einmal das Kind, dessen Lebensdauer auf der Erde einen Tag beträgt.“ Nichts ist also in dieser Geburt von fleischlicher Begierlichkeit eingedrungen, nichts von dem, was auf die Sünde Bezug hat, übergegangen. Eine königliche Jungfrau aus davidischem Stamme wird ausgewählt, die, um mit heiligem Lebenskeim befruchtet zu werden, die Leibesfrucht früher geistig, als körperlich, empfangen sollte. Und damit sie nicht in Unkenntnis des oben beschlossenen Planes auf die ungewohnten Worte, mit denen sie angeredet wurde, in Angst käme, erfährt sie das, was in ihr vom Heiligen Geiste zu wirken war, aus der Aussprache mit dem Engel; und sie glaubt dann, dass sie keine Schädigung der Jungfräulichkeit erfahren würde als Gottesmutter, die sie bald werden sollte.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Die selige Gottesmutter Maria, deren Schoß unversehrt bleibt,
* Hat heute den Heiland der Welt geboren.
V. Selig ist sie, da sie geglaubt hat, denn in Erfüllung ist alles gegangen, was ihr gesagt worden vom Herrn.
R. Hat heute den Heiland der Welt geboren.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
Benediktion. Das Feuer seiner Liebe möge Gott in unseren Herzen aufglühen lassen. Amen.

Lesung 6
Wir wollen also, Geliebteste, Gott Vater durch seinen Sohn in Verbindung mit dem Heiligen Geiste Dank sagen; der entsprechend seiner Liebe, auf Grund derer er uns liebgewonnen hat, sich unser erbarmt hat und uns, als wir in Sünden tot waren, zu einem Leben mit Christus vereinigt hat, damit wir als eins mit ihm eine neue Schöpfung und ein neues Gebilde wären. Wir wollen also den alten Menschen ablegen mit seinen Werken, und wo wir einen Teil erhalten haben am Leben mit Christus, den fleischlichen Werken entsagen. Sei du also bewusst, o Christ, deiner Würde, und nachdem du Teilhaber der göttlichen Natur geworden bist, vermeide es, durch ein dem Stande widersprechendes Betragen in die alte Schändlichkeit zurückzukehren. Sei eingedenk, welches Hauptes und welches Leibes Glied du bist. Denk daran, dass du, herausgeholt aus der Gewalt der Dunkelmächte, übergeführt bist in das Herrlichkeitsreich Gottes.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. O du heilige und unbefleckte Jungfräulichkeitsträgerin, ich weiß gar nicht, mit welchen Lobsprüchen ich dich preisen soll:
* Da du denjenigen, den die Himmelsräume nicht fassen können, in deinem Schoße getragen hast.
V. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes.
R. Da du denjenigen, den die Himmelsräume nicht fassen können, in deinem Schoße getragen hast.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne * und dem Heiligen Geist.
R. Da du denjenigen, den die Himmelsräume nicht fassen können, in deinem Schoße getragen hast.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
Benediktion. Was wir vom Evangelium lesen, möge uns zum Heile und zum Schutze sein. Amen.

Lesung 7
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Lk 2,1-14

In jener Zeit ging vom Kaiser Augustus ein Befehl aus, die Bevölkerung des ganzen Reiches aufzuschreiben. Und so weiter.

Auslegung vom heiligen Papst Gregor.
Hom. 8 zu den Evang.

Weil wir auf Grund der Güte des Herrn die Feier des Messopfers heute dreimal vorzunehmen haben, können wir nicht lange über die Lesung des Evangeliums reden; aber wenigstens etwas, wenn es auch noch so kurz ist, zu sagen, drängt uns die Geburt unseres Heilands selbst. Was soll nun der Umstand, dass bei der bevorstehenden Geburt des Herrn die Weltbevölkerung gezählt wird, anders andeuten, als ein offenkundiges Zeichen, dass derjenige in irdischer Natur am Auftreten war, der seine Auserwählten in der Ewigkeit einschreiben wollte? Denn entgegengesetzt heißt es von den Verdammten beim Propheten Ps. 68: „Ausgestrichen sollen sie werden aus dem Lebensbuch, zum Volke Gottes gar nicht zählen.“ Er wird auch ganz richtig in Bethlehem geboren. Bethlehem heißt nämlich Brothaus. Er ist es ja doch, der sagt: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.“ Der Ort also, an dem der Herr geboren wird, wird vorher Brothaus genannt, deshalb jedenfalls, weil es kommen sollte, dass derjenige dort im Leibe erschien, der die Seelen der Auserwählten mit innerer Sattheit beleben sollte. Er wird nicht im Elternhause, sondern auf der Reise geboren, gewiss, um zu zeigen, dass er wegen der menschlichen Natur, die er angenommen hatte, gleichsam auf fremdem Gebiet eine Geburt erlebte.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. O selig der Schoß der Jungfrau Maria, der getragen hat des ewigen Vaters Sohn, und selig die Brust, die genährt hat Christus den Herrn,
* Der heute sich gewürdigt hat, für das Heil der Welt von einer Jungfrau geboren zu werden.
V. Ein heiliger Tag ist uns aufgeleuchtet; kommt, Völker, und betet an den Herrn.
R. Der heute sich gewürdigt hat, für das Heil der Welt von einer Jungfrau geboren zu werden.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
Benediktion. Auf Grund der Worte des Evangeliums mögen getilgt werden unsere Sünden. Amen.

Lesung 8
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Lk 2,15-20

In jener Zeit sprachen die Hirten zueinander: Lasst uns nach Bethlehem gehen und da sehen, was geschehen ist und was der Herr uns angezeigt hat. Und so weiter.

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius.
Buch 9 zu Lk Kap. 2

Seht die Anfänge der im Entstehen begriffenen Kirche. Christus wird geboren und die Hirten fangen an, Wache zu halten, damit sie der Heiden Herden, die vorher nach Art der Tiere lebten, in den Schafstall zusammenführten, auf dass diese nicht irgendwelche Angiffe von dem geistigen Wild inmitten der vielfach ausgebreiteten Finsternis auszuhalten hätten. Und richtig halten auch solche Hirten Wache, die der gute Hirt unterweist. Die Herde ist also das Volk, die Nacht diese Welt, die Hirten sind die Diener des Heiligtums. Vielleicht ist auch jener der Hirt, dem gesagt wird: „Sei wachsam und mache stark“; denn nicht bloß die Bischöfe hat der Herr zum Schutz seiner Herde bestimmt, sondern er hat auch die Engel dazu bestellt.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

R. Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
* Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit, wie sie zukommt dem Eingebornen des Vaters in seiner Fülle von Anmut und Güte.
V. Alles ist durch dasselbe gemacht worden, und ohne dasselbe wurde nichts gemacht.
R. Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit, wie sie zukommt dem Eingebornen des Vaters in seiner Fülle von Anmut und Güte.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne * und dem Heiligen Geist.
R. Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit, wie sie zukommt dem Eingebornen des Vaters in seiner Fülle von Anmut und Güte.

V. Lass, o Herr, den Segen erteilen.
Benediktion. Die Worte des heiligen Evangeliums lehre uns Christus, der Sohn Gottes. Amen.

Lesung 9
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Joh 1,1-14

Im Anfange war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Und so weiter.

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin.
Abhandlung 1 zu Joh., ungefähr in der Mitte.

Damit du dir nicht etwas Minderwertiges vorstellst, wie du es gewohnt bist, zu denken, wenn du, wie es so geschieht, menschliche Worte hörst, höre, was du zu denken hast: „Gott war das Wort“ Mag nun hervortreten irgendein Arianer und behaupten, dass Gottes Wort etwas Gemachtes ist! Wie ist es möglich, dass Gottes Wort etwas Gemachtes ist, wenn Gott durch das Wort alles gemacht hat? Wenn auch das Wort Gottes etwas Gemachtes ist, durch welches andere Wort ist es denn gemacht? Wenn du von diesem (anderen Worte) sagst, dass dieses ein Wort des Wortes ist, durch das jenes gemacht ist, so nenne ich dieses den einzigen Sohn Gottes. Wenn du aber nicht von einem Worte des Wortes redest, dann gib zu, dass das nicht gemacht sein kann, durch das alles gemacht ist. Es konnte doch nicht durch sich selbst gemacht werden das, durch das alles gemacht ist. Glaube also dem Evangelisten.
V. Du aber, Herr, erbarme dich unser.
R. Dank sei Gott.

Verleihe uns, wir bitten dich, o allmächtiger Gott, die Gnade, dass uns deines Eingeborenen neuartige leibliche Geburt Freiheit bringe von der seit altersher drückenden Knechtschaft, in der wir unter dem Joch der Sünde festgehalten werden.

Tradition und Glauben – damit die Kirche wieder schön wird

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