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Messe als Massenveranstaltung oder zum Münchener Kongress 1960

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Die meisten von uns werden die Massenmessen oder die Megamessen, wie sie Carol Byrne nennt, wohl mit dem Pontifikat von Johannes Paul II verbinden. Dies ist aber falsch, denn die erste Massenmesse, mit Singen, sich an den Händen halten und all dem, was später zum schlechten Standard werden sollte, fand schon vor dem Konzil 1960 in München statt. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) war bei einigen päpstlichen Massenmessen zugegen, das letzte Mal am 29. 09. 2011 in Berlin während des Benedikts-Besuch. Damals war DSDZ noch ein konservativer Novus Ordo Katholik und er wusste wirklich nicht, dass es den Traditionalismus gibt und was das Konzil tatsächlich der Kirche brachte. Er kannte also nur Novus Ordo und nichts mehr. Er hatte aber wirklich immer bei diesen Messen ein ungutes Gefühl und fühlte sich ständig schuldig, dass er:

  • sich langweilt,
  • nicht im Volk aufgehen kann,
  • sich nicht auf die sakralen Handlungen konzentrieren kann,
  • sich über seine Nachbarn ärgert,
  • hoffentlich würdig die hl. Kommunion empfangen kann,
  • Angst hat, dass irgendwo ein Sakrileg stattfindet,
  • vom Inhalt der päpstlichen Predigt enttäuscht ist.

Wahrscheinlich teilten viele Massenmessebesucher diese Eindrücke, es sei denn es handelte sich um Menschen, die wirklich gerne solche Massenveranstaltungen wie Fußballspiele oder Rock-Konzerte besuchten, es anders nicht kannten und Vieles gewohnt waren. Es gibt aber doch Unterschiede. Bei den Fußballspielen kann man Bier trinken, das Rundherum in Stadion beobachten, was oft interessanter als das Spiel ist oder gar die gegnerische Mannschaft beschimpfen. Man kann sich also seinen Aufenthalt frei gestalten, was bei einer Novus Ordo Stadionsmesse gar nicht geht. Sie werden ja ständig berieselt, ermahnt, unterhalten, Sie sollen die ganze Zeit aufpassen und fragen sich, was mit Ihnen selbst nicht stimmt, dass sie an diesem religiösen Höhepunkt nicht aufgehen können. Denn die Stadionsmesse ist wirklich der Novus Ordo Höhepunkt. Sie haben:

  • die One Man Show eines Papstes, der Person, nicht des Amtes,
  • die jubelnden Massen,
  • das Miteinander,
  • die massenweise Kommunion, von der niemand ausgeschlossen werden kann,
  • das Singen,
  • das Schunkeln,
  • das Sich-An-den-Händen-Halten,
  • das Gefühl, dass es bei der Religion ausschließlich um die „gelebte Gemeinschaft“ geht.

Die Massenmesse stellt also tatsächlich eine einzige Ablenkung von den religiösen Inhalten oder von der eucharistischen Realpräsenz dar. Es geht um das Volk und dieses wird gefeiert. Totalitäre Vergleiche bieten sich in diesem Kontext natürlich an. Nehmen wir zum Beispiel:

  • die Aufmärsche der Schwarzen Hemden in Italien,
  • die Fackelzüge in Hilterdeutschland,
  • die Massenaufmärsche des Kommunismus, die eigentlich nur noch in Nordkorea zu finden sind.

Aber all diese Totalitarismen waren doch eine Gegenreligion, die ihren Anhängern eine Ersatzliturgie bieten wollte. Der Teufel hat eben eine eingeschränkte Trickkiste, er kann nur nachahmen. Und daher waren all diese Massenveranstaltungen lediglich Nachahmungen der katholischen Liturgie, allerdings mit der Umdrehung der Zentralachse. Es ging nicht um Gott, sondern um den Menschen. Daher sprach Hitler versus populum, daher zelebrierte man in München 1960 versus populum. Münchener Kongress 1960 war wirklich ein Versuchsballon vor dem Konzil. Man wollte sehen, wie die Menschen reagieren werden. Die Deutschen waren ja bis 1945 Massenaufmärsche gewohnt und die Ära der Rockkonzerte rückte nahe. Nicht einmal Carol Byrne schreibt, ob es Proteste gab. Dann gab es wohl keine, weil es wohl schon damals allen gleich war.

Es wäre sicherlich interessant über die Eucharistischen Kongresse vor München zu forschen. Es stellt sich aber die Frage:

Wozu überhaupt ein Eucharistischer Kongress?

Die Eucharistischen Kongresse fingen 1881 in Lille (Frankreich) an und waren wohl die Gegenveranstaltung zu einem immer laizistisch werdenden französischen Staat. Dies sieht aber nach einer politischen Veranstaltung aus, wo man die frommen Massen den unfrommen Massen entgegenstellen wollte. Die Eucharistie jedoch ist nicht dazu da, dass man über sie Kongresse abhält, sondern dafür, dass man im Gnadenstand kommuniziert oder die Eucharistische Anbetung übt. Sollte jemand die eucharistischen Dogmen wirklich nicht kennen, dann eignet sich ein Eucharistischer Kongress kaum dazu diese zu lernen. Eucharistie ist nicht vorrangig Wissen, sondern Leben. Vielleicht wollte man die schwindende Frömmigkeit mit etwas anderem, „zeitgemäßen“ Ersetzen. Denn je mehr das 40 Stündige Gebet abnahm, desto mehr dachte man daran die eucharistische Frömmigkeit durch Massenveranstaltungen zu beleben, was jedoch nicht gelang.

Warum?

Weil Massenveranstaltungen etwas Weltliches und Nicht-Liturgisches sind. Die Anbetung nämlich ist eine höchst private, ja intime Angelegenheit, ein liebendes Schauen auf den eucharistischen Christus. Und nichts eignet sich besser die eucharistische Frömmigkeit auszumerzen als die Teilnahme an den Mega-Massen-Messen. Nein, es sind nicht die Gläubigen schuldig, sondern alles wird so geplant, dass sie schuldig werden. Es gibt massenweise sakrilegischen Kommunionen und massenweise Sakrilegien durch das Herunterfallen der heiligen Gestalten. Es fing in München 1960 und es geht weiter.

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