Tradition und Glauben

Missbrauchsstudie aus Münster: Vertuschung Lug, Betrug – wie woanders auch

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Gestern kam eine neue Missbrauchsstudie (=Studie) heraus, diesmal aus Münster, die hier abzurufen ist. Sie ist genauso schrecklich und erschütternd, wie woanders auch, da wir mittlerweile wissen, dass Benedikt XVI. selbst in München nachweislich vertuschte und darüber in 2022 log.

Zwischen 4 % und 4,5 % des Gesamtklerus zwischen 1945 und 2020 war am Missbrauch beteiligt (Studie, 530). Diese Zahl liegt über der MHG-Studie, die wir zurecht kritisierten, da wir annahmen, dass dort die Resultate beschönigt wurden. Die Angaben aus Münster kommen dem amerikanischen John-Jay-Report nahe, wonach 4,4 % aller Priester innerhalb der untersuchten Periode von 50 Jahren Missbrauch verübt haben. Dies bedeutet, dass 95,6% unschuldig waren, was man gerne übersieht.

Ist man ein priesterlicher Sexualstraftäter, dann ist man straffrei, man wird nicht angezeigt, im Inland versetzt oder ins Ausland geschickt, wo man weitermacht, wie bisher. Die Wissenschaftler aus Münster schreiben richtigerweise, dass nicht der Zölibat schuld ist und war, sonst wäre die Täterzahl viel höher gewesen. Schuld ist die Nichteinhaltung des Kirchenrechts vor und nach Vat. II, was die Gutachter aus München hervorragend zeigten. Schuld ist die Deckung „der eigenen Leute“, schuld ist fehlerhaftes Bild von der priesterlichen Heiligkeit, die nicht mit dem Verständnis einhergeht, dass solch ein schuldiger Priester aus dem Priestertum verbannt werden sollte, um gerade dieses Priestertum und die Sakramente zu schützen.

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hört neuerdings Vorträge einer Youtube-Hexe, die nicht verlinkt werden, einer Frau, die Dämonen sieht und sie sehr richtig, der katholischen Dämonologie entsprechend beschreibt. Entweder hat sie dieselben Traktate wie DSDZ auf Lateinisch gelesen oder sie sieht diese Dinge in echt, wie einst der Zisterzienser Richalm von Schöntal (gest. 1219), wobei das Letztere das Wahrscheinlichere ist.

Sie sagt, dass Menschen, die „niedrig vibrieren“ oder in Sünde leben, wie wir es ausdrücken würden, Dämonen wie Bakterien, Pilze oder Parasiten an sich und in sich tragen. Diese Sicht hatten auch die Stoiker und die von ihnen beeinflussten Kirchenväter wie Clemens von Alexandrien, Evagrius Ponticus oder Johannes Cassianus. Die Lehre von den „Vibrationen“ oder Tonos, wie die Stoiker sagen, erklärt, warum manchen Menschen Dämonen anziehen und andere nicht. Sie haben einfach dieselben Frequenzen.

Man kann aber Dämonen, wie sexuell übertragbare Krankheiten, auch auf andere übertragen, hauptsächlich durch Sex. Es ist also mehr als wahrscheinlich, dass solch ein Pädo-Priester dämonische Anhängsel an sich trägt und diese dem armen Opfer bei all diesen Schandtaten übermittelt. Das Missbrauchsopfer braucht danach nicht nur einen Therapeuten, sondern einen Exorzisten. Das ein Exorzist ebenfalls ein katholischer Priester ist, das arme Opfer von jeglichem Katholizismus wirklich genug hat, so leidet es weiter und streut die Dämonen, die sich diesmal an es geheftet haben.

Katholische Exorzisten sagen, dass gerade sexueller Missbrauch ein Einfallstor der Dämonen ist, was die Youtube-Hexe ebenfalls bestätigt und der sexuelle Missbrauch durch einen Priester, insbesondre durch Analverkehr, ist nicht nur ein Einfallstor, sondern eine Autobahn für die Dämonen.

Aus diesem Grund findet bei satanischen Messen und Ritualen jede mögliche sexuelle Perversion statt, damit man dadurch sichergeht, dass die Dämonen in einen auch tatsächlich fahren.

Warum will man das?

Um von ihnen Geld, Sex, Macht und übernatürliche Fähigkeiten zu erhalten, dann das können sie schon vermitteln.

Sicherlich sind einige dieser Missbrauchstäter Satanisten, sicherlich werden sie deswegen von anderen Satanisten gedeckt, sicherlich verüben sie den Missbrauch nicht nur aus sexuellen, sondern auch aus kultischen Motiven.

Das Gewährenlassen der Pädopriester schädigt die Kirche vor allem spirituell, denn nicht nur in die Opfer fahren die Dämonen, sondern auch an die Orte, wo man diese Taten verübte. Denn, so die Youtube-Hexe, die Tatorte „vibrieren negativ“, sodass sie noch mehr Dämonen anlocken. Zum Glück ist nicht vielen Menschen vergönnt so sensibel zu sein und Dämonen zu sehen, aber aus dieser spirituellen Sicht ist der Missbrauch und seine Konsequenzen noch viel schlimmer als aus der weltlichen Sicht. Es ist immer ein Akt der Blasphemie gegen Christus selbst, der sich durch die Weihe mit dem Priester verbunden hat.

Die Verantwortlichen, die solche Priester schützen, also wirklich alle, haben entweder überhaupt keine Ahnung von den spirituellen Dimensionen der Kirche oder sie haben sehr wohl Ahnung und tun dieses Zerstörungswerkt bewusst und mutwillig. Sie können wählen, was Ihnen lieber ist.

Unten ein paar Zitate aus dem Fazit der Studie in originellen Formatierung (S. 530-533):

Das Ziel unseres Forschungsprojektes bestand in der historischen Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker des Bistums Münster in der Zeit von 1945 bis 2020. Es ging nicht darum, die Geschichte der Diözese insgesamt kritisch zu durchleuchten, Leistungen und Defizite abzuwägen und das pastorale Wirken des Klerus überhaupt zu bewerten. Wir haben die Vergangenheit des Bistums vielmehr nach Spuren des sexuellen Machtmissbrauchs untersucht, den quantitativen wie qualitativen Umfang des Tatgeschehens auf der Grundlage von Akten und Interviews mit Betroffenen rekonstruiert und die dahinter liegenden Machtverhältnisse, Mentalitäten und Handlungslogiken aufgezeigt. Wenn auch die geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung auf diese Weise die institutionelle Aufarbeitung nicht zu ersetzen vermag, kann sie gleichwohl einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Das Ergebnis unserer Studie ist erschreckend: Für die Zeit zwischen 1945 und 2020 haben wir eine Mindestzahl von 196 beschuldigten Klerikern (183 Priester, zwölf Ordensbrüder, ein Ständiger Diakon) ermittelt. Bezogen auf die Gesamtzahl der katholischen Priester im Bistum Münster in der Zeit von 1945 bis 2020 gehen wir von einem Beschuldigtenanteil von etwa 4 % bis 4,5 % aus. Mindestens 610 Betroffene ließen sich feststellen, wobei sich die Tatorte nahezu flächendeckend auf die gesamte Diözese verteilen. Das Dunkelfeld schätzen wir auf etwa acht- bis zehnmal so hoch.1

Dabei lag dieser Studie ein breiter Begriff von sexuellem Missbrauch zugrunde, der auch solche Handlungen einschloss, die nicht oder zumindest nicht zu jeder Zeit des Untersuchungszeitraums strafrechtlich relevant gewesen wären. Ferner ist die Altersgrenze, die wir – um von sexuellem Missbrauch Minderjähriger zu sprechen – bei 18 Jahren verorten, nicht identisch mit strafrechtlichen Regelungen. Das Spektrum von Missbrauchstaten umfasst dabei von Betroffenen als grenzverletzend empfundene sexualisierte Kommunikation über Berührungen oberhalb wie unterhalb der Kleidung sowie im Intimbereich bis hin zu schwerer Vergewaltigung, mitunter in Tateinheit mit manifester physischer Gewalt. Zwar gilt die Tendenz, dass je länger und je schwerer die Übergriffe sind, die Betroffenen umso gravierender unter dem Missbrauch litten. Doch konnten auch vermeintlich weniger gravierende Übergriffe auf der Seite der Betroffenen zu lebenslangen negativen Konsequenzen führen.

Ähnlich heterogen wie die Taten selbst waren die Kontexte und Konstellationen, innerhalb derer die Priester sie begingen. Fünf Typen von Kontexten der Missbrauchstaten konnten herausgearbeitet werden: Sexueller Missbrauch ereignete sich erstens in der Gemeindearbeit, insbesondere in der Jugendarbeit, die in den ersten drei Nachkriegsjahrzehnten eine primäre Aufgabe von Kaplänen war, bevor zunehmend Laien diese übernahmen. Ein Setting der besonderen pastoralen Macht war zweitens die Beichte, die nicht nur zur Anbahnung von Missbrauchstaten, sondern auch als gezielter Tatort diente. Drittens waren kirchliche Institutionen wie Schulen, Internate und kirchliche Heime häufig durch eine autoritäre Pädagogik und große Abgeschlossenheit geprägt, was den Missbrauch durch Priester und Ordensangehörige begünstigte. Da der Großteil von Missbrauchstaten im Allgemeinen in Kontexten der Familie, Verwandtschaft und sozialen Nahbeziehungen auftritt, boten diese Sozialräume viertens auch für Geistliche eine Zugriffsmöglichkeit. Ein fünfter Typus von Missbrauchskontexten zeichnete sich dadurch aus, dass die Beziehung von Priester und Betroffenem, Täter und Opfer durch eine spirituelle und spiritualisierte Vertrauensbeziehung geprägt war, bei der der Priester als eine Art ›Seelenführer‹ eine besondere pastorale Machtposition (Foucault) innehatte. Diese Art von Beziehung konnte aus einem der vorher genannten Kontexte, etwa der Gemeinde oder der quasifamiliären Nähe, entstehen, erhielt dann allerdings den spezifischen Charakter einer spirituell-asymmetrischen Freundschafts- und Vertrauensbeziehung. Diese Asymmetrie wurde von den Betroffenen häufig nur unzureichend wahrgenommen, während die Täter schließlich die Konstellation zur Anbahnung und Ausführung von Übergriffen nutzten konnten. Diese fünf skizzierten Typen von Missbrauchskonstellationen sind idealtypisch zu verstehen, also nicht immer trennscharf unterscheidbar, sondern können in Abstufungen, Kombinationen und Überlagerungen auftreten.

Der Umgang der Kirchenleitung mit dem Gesamtproblem des sexuellen Missbrauchs in den eigenen Reihen offenbart über die Jahrzehnte ein eklatantes Führungs- und Kontrollversagen der Personalverantwortlichen: Bis in die 2000er Jahre überwogen Interessen des kirchlichen Institutionenschutzes sowie die Täterfürsorge die Anliegen der Betroffenen und die Prävention weiterer Taten. In den Akten haben wir kaum Anzeichen der Empathie und Sorge für die Betroffenen gefunden. Verantwortung empfanden die Entscheidungsträger des Bistums im Grunde nur für ihre Mitbrüder im priesterlichen Amt, nicht für die Kinder und Jugendlichen, die sich im Vertrauen auf die Güte der Gottesmänner Situationen ausgesetzt haben, welche die Täter in perfider Weise für sich ausnutzten. Diese konnten wiederum auf das Mitleid und die Solidarität ihrer Mitbrüder an der Bistumsspitze vertrauen, die in vielen Fällen den Beschuldigten deckten und die Tat vertuschten – bis hin zur aktiven Strafvereitelung.2

Die Priorisierung des Wohls der Kirche, der Skandalvermeidung, des Schutzes für die Mitbrüder und die damit verbundene Nichtachtung der Betroffenen – das, was oben als Ekklesiozentrik bezeichnet wurde3 – hat zum Teil historisch gewachsene, zum Teil aber auch theologische, also das Selbstverständnis der Kirche betreffende Gründe. Durch lang zurückreichende, gesellschaftlich-politische Konflikte wie den Kulturkampf, den ›Kirchenkampf‹ der NS-Zeit und die Auseinandersetzungen mit alternativen Weltanschauungen wie Atheismus und Kommunismus prägte sich eine katholische ›Wagenburgmentalität‹ aus, welche den katholischen Bevölkerungsteil von anderen Segmenten der Gesellschaft abzugrenzen versuchte. Zudem verstand sich die katholische Kirche selbst als Trägerin der göttlichen Verkündigung und damit als alleinige Stifterin des menschlichen Heils (extra ecclesiam nulla salus). Der Schutz der Kirche wurde so zum Selbstzweck, und diejenigen, die sexuellen Missbrauch benannten – also die betroffenen Kinder und Jugendlichen, Eltern oder andere Zeugen, aufklärungswillige kirchliche Akteure sowie die Medien –, wurden zur Bedrohung des Heilsauftrags der Kirche.

Diejenigen, die für die klerikale Vertuschungsgeschichte des sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster Verantwortung tragen, haben einen Namen, auch wenn sie aufgrund intransparenter Kommunikations- und Entscheidungswege, die sie selbst über Jahrzehnte etabliert und stabilisiert hatten, nicht immer leicht zu identifizieren waren.4 An erster Stelle sind das die Bischöfe Michael Keller (1947–1961), Joseph Höffner (1962–1969), Heinrich Tenhumberg (1969–1979) und Reinhard Lettmann (1980–2008). Ihnen zur Seite standen die jeweiligen Generalvikare, die Personalchefs sowie die Weihbischöfe. Sie alle teilten in unterschiedlichem Maße Wissen um Beschuldigungen und Verurteilungen von Priestern der Diözese im Hinblick auf den sexuellen Missbrauch Minderjähriger.5 Manche von ihnen verhielten sich über weite Strecken untätig, andere versuchten, den Skandal so gut es ging zu regulieren. Zumeist reichte dafür eine Versetzung des Beschuldigten und die Angelegenheit galt als geregelt. Das vorherrschende Paradigma war das des Einzeltäters. Aus dem Führungskreis des Bistums sind uns bis zur Jahrtausendwende jedenfalls keine Bestrebungen bekannt geworden, das Problem des sexuellen Missbrauchs als ein systemisches anzugehen. Es waren stets nur ›Betriebsunfälle‹, die es zu bearbeiten galt, den ›Betrieb‹ selbst stellte niemand in Frage.

Worin besteht nun das spezifisch ›Katholische‹ des Missbrauchsgeschehens und seiner Vertuschungsgeschichte? Diese Frage wurde und wird seit dem Jahr 2010 immer wieder gestellt und sie bleibt zentral, zumindest für all jene, die über die öffentlichen Skandale und Schuldzuweisungen hinaus daran interessiert sind, dass sexueller Missbrauch im Kontext der Kirche langfristig verhindert wird. Um diese Frage zu beantworten, greifen wir das in der Einleitung dargestellte dreigliedrige Modell von Täter – Opfer – Wächter (guardian) auf.

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