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Samstag in der Pfingstoktav

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Erste Lesung

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. In jener Zeit machte Jesus sich auf aus der Synagoge und ging in das Haus des Simon. Die Schwiegermutter des Simon aber war von einem heftigen Fieber behaftet. …

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius. Betrachte die Milde des Herrn und Heilandes. Er will weder durch unwürdige Behandlung erregt, noch durch den Frevel beleidigt, noch durch das Unrecht verletzt Judäa verlassen; im Gegenteil, er sucht ohne sich an die Unbill zu erinnern, eingedenk seiner Milde, bald durch Belehrung, bald durch Befreiung (von Geistern), bald durch Heilung die Herzen des ungläubigen Volkes sanfter zu stimmen. Und ganz richtig hat Lukas die Befreiung eines Mannes vom bösen Geiste vorausgeschickt und fügt die Genesung einer Frau an. Zur Sorge für beide Geschlechter war nämlich der Herr gekommen; doch mußte früher dasjenige geheilt werden, das früher geschaffen war; und doch sollte dasjenige nicht übergangen werden, das mehr infolge der Leichtfertigkeit des Geistes als durch Bosheit gesündigt hatte.

Zweite Lesung

Die Tatsache, daß die Werke der Heilung durch den Herrn am Sabbat begannen, deutet an, daß dort die Erneuerung der Schöpfung beginnt, wo vorher die alte Schöpfung aufgehört hat, und (ist dazu geschehen), um gleich am Anfang zu zeigen, daß der Sohn Gottes nicht unter dem Gesetze steht und daß das Bundesgesetz nicht aufgehoben, sondern zur vollen Verwirklichung gebracht wird. Denn nicht durch das Bundesgesetz, sondern durch das Wort ist die Welt geschaffen, wie wir lesen: „Durch das Wort des Herrn ist fest der Himmel aufgebaut.“ Es wird also das Bundesgesetz nicht aufgehoben, sondern zur vollen Verwirklichung gebracht, damit die Erneuerung der schon wankenden Menschheit zustande komme. Darum sagt auch der Apostel: „Legt ab den alten Menschen und ziehet den neuen an, der beschaffen ist, wie es Gott entspricht.“

Dritte Lesung

Und er hat richtig am Sabbat angefangen, um sich als den Schöpfer darzustellen, der Werke an Werke anfügt und so das Werk fortsetzt, das er schon begonnen hatte; ebenso, wie ein Bauhandwerker, wenn er plant, ein Haus zu erneuern, nicht vom Fundament, sondern vom First anfängt, was alt ist, abzubrechen. Daher legt er zuerst dort Hand an, wo er vorher aufgehört hatte; alsdann beginnt er mit kleineren Arbeiten, um zu größeren zu kommen. Vom Teufel befreien, das können auch die Menschen, jedoch nur im Auftrag Gottes; den Toten zu gebieten, daß sie auferstehen, das ist Sache der göttlichen Macht allein. Vielleicht ist auch in dem Vorbild jener Frau, der Schwiegermutter des Petrus und Andreas, das Kranksein unserer niederen Natur am Fieber verschiedener Laster und das Glühen derselben unter den das Maß überschreitenden Reizungen von den verschiedenen Leidenschaften gemeint. Denn ich würde das Fieber der sinnlichen Liebe nicht für kleiner ansehen, als das der wirklichen Hitze. Also bringt jenes den Geist, dieses den Körper zum Glühen. Unser Fieber ist nämlich die Habgier, unser Fieber ist die geschlechtliche Lust; unser Fieber ist die Ausschweifung; unser Fieber ist die Ehrsucht; unser Fieber ist der Jähzorn.

Kirchengebet

Gieße, wir bitten dich, o Herr, gnädig in unsere Herzen den Heiligen Geist ein, durch dessen Weisheit wir das Dasein erhalten haben und durch dessen Vorsehung wir geleitet werden. Durch unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 401 f.

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