Nazi-Sympathien bei der Piusbruderschaft oder wer oder was ist „Nazi“?

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei dem Blogger und Gläubigen der Piusbruderschaft und Kirchfahrter Archangelus bedanken. Ohne seine Kommentare und Inspiration (Tertium non datur) wäre die Thematik der Piusbruderschaft auf unserem Blog nicht zur der richtigen Geltung gekommen. Vergelt’s Gott!

Prüfet die Geister

Wir wollen hier eine Reihe über die Tolerierung von Nazi-Sympathien in der Piusbruderschaft starten, welche uns wieder einmal viel Hass, Feind, Ehr’ und Verleumdung bringen wird. Aber die Wahrheit ist wichtiger und jemand muss sie sagen. Denn begibt man sich in einen spirituellen Raum einer Gemeinschaft oder einer geistlichen Leitung, so muss man sich fragen, ob derjenige, der uns leitet wirklich von Gott kommt. Denn die Alternative lautet: „Nein, er kommt vom Teufel“. Obwohl uns das letzte Konzil den grauen und wertneutralen Bereich der „menschlichen Werte“ (siehe Gaudium et Spes) schmackhaft machen wollte, so gibt es doch keinen grauen Bereich. Zwar gibt es recht viele Tätigkeiten die an sich gut oder gleichgültig sind, wie einen Schnitzel zu essen oder in der Wand zu bohren, aber der Kontext macht eine jede Handlung entweder zu einer guten oder zu einer schlechten Tat. Die Gesamtsumme der Entscheidungen oder der Taten bringt uns also entweder der ewigen Freude oder der ewigen Verdammnis näher. Es kann also nicht sein, dass eine Spiritualität, eine Gemeinschaft oder eine Bruderschaft wertneutral ist oder ihn ihr quasi gnostisch das Licht mit der Dunkelheit zusammen existieren können. Der Teufel kann sich zwar lange versteckt halten, irgendwann einmal wird er aber offenbar, indem er den Menschen, die unter seinem Einfluss stehen, seine eigenen Werte und Eigenschaften vermittelt. Und diese sind: Hass, Lüge, Ausschweifung und Doppelmoral.

Ein guter Baum bringt gute Früchte, ein schlechter Baum bringt schlechte Früchte (vgl. Mt 7,17). Die Piusbruderschaft ist leider kein gutes Werk, denn würde sie tatsächlich von Gott kommen, so wären all diese Skandale, die jetzt mehr oder weniger an die Oberfläche treten, einfach unmöglich gewesen. Denn die Piusbruderschaft stellt sich als das „ewige Rom“ dar, als das Gegenmittel auf die Konzilskrise schlechthin, als diejenige Gemeinschaft, die katholischer und besser ist. Erzbischof Lefebvre hat unter seinen Anhängern einen Kult-Heiligenstatus und seine Worte und Taten gelten als sakrosankt. Es gibt in der Piusbruderschaft eine Fraktion, welche alle Missetaten in der Abweichung von der „reinen Linie des Erzbischofs“ sieht. Wir wollen die gesamte Piuswäsche nicht waschen, denn es gibt für einzelne Blogs und Portale, die nur dieser Thematik gewidmet sind. Dies ist aber für die außenstehenden weniger interessant. Wir wollen einfach die Frage erörtern, ob man mit ruhigem Gewissen zur Piusbruderschaft gehen kann, was wir jetzt schon verneinen. Wir wollen jedoch noch nicht darüber befinden, ob Erzbischof Lefebvre vom guten oder bösen Geist inspiriert wurde als er die Piusbruderschaft überhaupt ins Leben berief. Als er aber selbst in die kanonische Irregularität fiel und später noch exkommuniziert wurde, so machte er sich von der Quelle der Gnade los und fiel in den Machtbereich des Widersachers Gottes. Denn lebt man in schwerer Sünde, wie jeder suspendierte oder kanonisch irreguläre Geistliche, so verliert man jegliche Unterscheidung der Geister. Und so einfach ist der jetzige Zustand, und so sind auch die Nazi-Sympathien in der Piusbruderschaft zu erklären.

Nationalsozialismus lehramtlich verurteilt

Der Schreiber dieser Zeilen fragt sich, wie man überhaupt als Katholik Nazi-Sympathien entwickeln kann. Nationalsozialismus ist doch lehramtlich in der gut vorkonziliaren Enzyklika „Mit brennender Sorge“ 1937 von Papst Pius XI. verurteilt worden.

Dem Nazi Gedankengut anzuhängen ist also aus der theologischen Sicht häretisch. Warum? Weil der Nationalsozialismus tatsächlich eine Gegenreligion ist. So lesen wir in der Enzyklika:

10. Wer in pantheistischer Verschwommenheit Gott mit dem Weltall gleich setzt, Gott in der Welt verweltlicht und die Welt in Gott vergöttlicht, gehört nicht zu den Gottgläubigen.

11. Wer nach angeblich altgermanisch-vorchristlicher Vorstellung das düstere unpersönliche Schicksal an die Stelle des persönlichen Gottes rückt, leugnet Gottes Weisheit und Vorsehung, die „kraftvoll und gütig von einem Ende der Welt zum anderen waltet“ (Weish 8,1) und alles zum guten Ende leitet. Ein solcher kann nicht beanspruchen, zu den Gottgläubigen gerechnet zu werden.

12. Wer die Rasse, oder das Volk, oder den Staat, oder die Staatsform, die Träger der Staatsgewalt oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung – die innerhalb der irdischen Ordnung einen wesentlichen und ehrengebietenden Platz behaupten – aus dieser ihrer irdischen Wertskala herauslöst, sie zur höchsten Norm aller, auch der religiösen Werte macht und sie mit Götzenkult vergöttert, der verkehrt und fälscht die gottgeschaffene und gottbefohlene Ordnung der Dinge. Ein solcher ist weit von wahrem Gottesglauben und einer solchem Glauben entsprechenden Lebensauffassung entfernt.

15. Nur oberflächliche Geister können der Irrlehre verfallen, von einem nationalen Gott, von einer nationalen Religion zu sprechen, können den Wahnversuch unternehmen, Gott, den Schöpfer aller Welt, den König und Gesetzgeber aller Völker, vor dessen Größe die Nationen klein sind wie Tropfen am Wassereimer (Jes 40,15), in die Grenze eines einzelnen Volkes, in die blutmäßige Enge einer einzelnen Rasse einkerkern zu wollen.

Aber der Nationalsozialismus war auch durch und durch antirömisch, weil er über kurz oder lang eine Nationalkirche, wie die jetzige deutsche Kirchensteuerkirche, vor den Glauben an den Primat des Bischofs von Rom setzte.

25. Der Kirchenglaube wird nicht rein und unverfälscht erhalten, wenn er nicht gestützt wird vom Glauben an den Primat des Bischofs von Rom. […] Der geschichtliche Weg anderer Nationalkirchen, ihre geistige Erstarrung, ihre Umklammerung oder Knechtung durch irdische Gewalten zeigen die hoffnungslose Unfruchtbarkeit, der jeder vom lebendigen Weinstock der Kirche sich abtrennende Rebzweig mit unentrinnbarer Sicherheit anheimfällt. Wer solchen Fehlentwicklungen daher gleich von den ersten Anfängen an sein wachsames und unerbittliches Nein entgegensetzt, dient nicht nur der Reinheit seines Christenglaubens, sondern auch der Gesundheit und Lebenskraft seines Volkes.

Man kann zwar bedauern, dass das Zweite Vatikanische Konzil sich zur keiner Verurteilung des Kommunismus durchringen konnte, aber der Nationalsozialismus ist von der Kirche ausdrücklich verurteilt worden, Kommunismus in dieser Art und Weise leider nicht. Wie kann also die Piusbruderschaft, welche sich auf die reine vorkonziliare Lehre beruft, innerhalb ihrer eigenen Reihen Priester und einen Bischof mit Nazi- Sympathien tolerieren?

Die päpstliche Enzyklika „Mit brennender Sorge“ stammt aus dem Jahre 1937, was vier Jahre nach Hitlers Machtergreifung und zwei Jahre vor dem Kriegsausbruch heißt. Es ist durchaus möglich, dass es in Deutschland konservativ, deutschnational denkende Menschen gab, die noch 1937 mit dem großen nationalen Erwachen unter Hitler sympathisierten. Sie hatten aber damals eine völlig andere Sicht der Dinge als wir, die wir im Jahre 2020 über die Gräueltaten der Nazis und über die Einzelheiten des Zweiten Weltkrieges Bescheid wissen. Waren also manche Sympathien im Jahre 1937 durch Naivität erklärbar, so sind diese 60 oder 70 Jahre später es wirklich nicht.

Bischof Willamson – Ex-FSSPX

Entweder stellt man die geschichtlichen Fakten über die Gräueltaten der Nazis, wie Bischof Williamson durch seine Holocaustleugnung, infrage oder man heißt diese Taten gut. Tertium non datur.

Das Williamson-Interview befindet sich hier:

[Die Leugnung: 0:17-0:49 “I believe there there no gas chambers (0:48)”]

Es stellt sich aber die Frage, in welcher Umgebung und in welchem Tal der Ahnungslosen man leben muss, um solche Ansichten und Nazi-Sympathien überhaupt zu hegen? Wo ist da ein spirituelles Leben vorhanden? Wie ist es möglich, dass in den USA, wo es zwar nicht illegal ist, Piuspriester Nazi-Artefakten sammeln oder ein Priesteramtskandidat, noch unter der Tolerierung von Erzbischof Lefebvre selbst, eine Naziuniform trägt? Bischof Williamson war zwar der prominenteste Vertreter der Nazi-Sympathien, aber, wie sich herausstellt, kein Einzelfall.

Wer oder was ist „Nazi“?

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Faschisten Italiens- Marsch auf Rom (1922)
Ustascha-Regime Kroatien
Marschall Pétain und Hitler

Es sind die Reihen der Vichy-Anhänger, aus denen, wie wir bereits angegeben haben, sich Erzbischof Lefebvre seine frühesten Verbündeten aussuchte. Vielleicht hatte er in den 1960-ern und 1970-ern keine große Auswahl, nichtsdestotrotz zeugen diese Bündnisse von keiner guten Unterscheidung der Geister. Denn wäre diese braune Quelle von Anfang an nicht vorhanden, dann wäre ein Bischof Williamson unmöglich gewesen.

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(8) Kommentare

  1. Gabriele Mathieu sagt:

    Ich behaupte einmal, daß der Nationalsozialismus gar keine Ideologie war. Er diente nur dazu das Ego des jeweiligen Führers zu befördern, einfach um an der Macht zu bleiben. Niemals war der NS ein solch geschlossenes Theoriegebäude wie der Kommunismus. Das war der Grund, weshalb er in Spanien und Portugal um 1975 bereits zusammenbrach, während sich der Kommunismus (und das Leiden der Menschen) noch 15 Jahre länger hielt.
    Hat Bischof Williamsen den Holocaust geleugnet?
    Dazu habe ich ein Interview mit ihm gesehen und meine daraufhin “nein”.
    Er hat Fragen gestellt.
    Die Wahrheit über Auschwitz wissen allein die Russen. Sonst niemand.
    Zu Beginn der 2000-der Jahre soll W. Putin einige Akten zur Forschung frei gegeben haben.
    Wir Deutsche erfahren nichts darüber.
    Daraufhin soll eine Erklärungstafel in A. geändert worden sein.
    Wir wissen nichts.
    In A. sind wissenschaftliche (archäologische) Forschungen verboten.
    Wo ist das “weiße” Haus, in dem Edith Stein vergast wurde? Wurde es abgerissen? Warum? Wer ordnete so etwas an?
    Die Regierung des Marschall Pétain war die RECHTMÄßIGE französische Regierung nach der Niederlage des selbst erklärten Krieges (3.9.1939). Der “große” General Charles de Gaulle war Chef einer selbst ernannten Exilregierung in London. Aus dem warmen Exil rief er seine Landsleute dazu auf weiter zu kämpfen, wissend daß Partisanenkämpfe nach der Haager Landkriegsordnung verboten sind und Beteiligte sofort erschossen werden dürfen. C. de Gaulle hat viel Leid über seine Landsleute gebracht, Marschall Pétain übernahm Verantwortung.

    1. Traditio et Fides sagt:

      Das sind alles interessante Fragen und Ansichten und gut, dass meine Einleitung drei Teile hat. Ich behaupte, dass Nationalsozialismus und ähnliche Ideologien, durchaus komplexe Gedankengebäude waren, welche in ganz Europa Verbreitung fanden. Nur der deutsche NationalSozialismus expandierte, im Gegensatz zum Sowjetkommunismus sehr früh, verlor den Krieg, und konnte sich im Gegensatz der Sowjetunion nicht entfalten. Hätte die Linie von Trotzki gesiegt, dann hätte der Kommunismus wahrscheinlich auch eine kürzere Dauer gehabt. Die Frage nach der Legalität der französischen Regierung ist interessant.

    2. Traditio et Fides sagt:
  2. Traditio et Fides sagt:

    @Gabriele Mathieu
    Sie sprechen aber etwas an, was einer Untersuchung wert wäre, was ich aber zurzeit nicht in Angriff nehmen kann. Warum hat das rechts-autoritäre Denken kaum Intellektuelle angezogen? Natürlich wurde alles nach 1945 links, aber sogar in der Blüte-Zeit sozusagen den 1920-.1930 waren die meisten Intellektuellen links. Sehr viele Schriftsteller waren sog. fellow traveller, die ihren Einsatz sehr bereuten: Orwell, Koestler, Hemingway etc. Auf der rechten Seite fällt mit nur T.S.Eliot ein, aber eher gemäßigt. Der Papst hatte wohl Recht, der Pius XI, natürlich: “Nur oberflächliche Geister können der Irrlehe verfallen …”. Ein Katholik ist von Natur aus Kosmopolit und ein Nationalist eben nicht.

  3. Gabriele Mathieu sagt:

    Danke für ihre Worte.
    Ich muß zugeben, daß ich gestern die Video-Clips nicht gesehen habe. Wenn ich es richtig verstanden habe, sprach er von 300.000 Juden, die “perished”, was ich mal mit “wurden ermordet” übersetze. Ist das eine Leugnung des Holocausts ? Diesen Satz bestreitet niemand – auch erklärte Neo-Nazis nicht -. Ich möchte damit meinen Kommentarbeitrag beenden, damit unser Herr Schreiber DZ nicht noch in große Schwierigkeiten gerät. (Es wäre schade drum).

    1. Traditio et Fides sagt:

      Keine Sorge. Aber er hat wirklich geleugnet, dass nur ein einziger Jude in einer Gaskammer umgekommen ist, weil es keine Gaskammern gab. Bei dieser Beweislast konnte ihm auch der Prozess gemacht werden. Also es muss etwas vorgefallen sein.

  4. Maria Magdalena sagt:

    Was haben wir doch für eine feine Gesetzgebung!!
    Wenn jemand den Holocaust leugnet – oder auch nur die Zahlen anzweifelt, dann zieht das einen Prozess vor
    Gericht nach sich.
    Wenn an jedem Werktag tausend Kinder ermordet werden, dann bezahlt es die Krankenkasse!

    1. Traditio et Fides sagt:

      Richtig!

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