Notre Dame – Unsere Mutter hat uns verlassen …

Hier ein kurzer Beitrag von Anna Gallicana über den Notre Dame Brand. Aus der ersten Hand sozusagen. Es ist wohl schwierig sich vorzustellen, wie es für uns wäre, wenn unsere Lieblingskirche, in der die Hauptreliquien der Christenheit liegen, zu der wir gerade gehen wollten, in der Nacht abbrennen würde. Jetzt werden viele Prophezeiungen hervorgeholt, Schauungen und Visionen. Doch Lehre bleibt, dass wenn man etwas nicht zu schätzen weiß, dann nimmt es Gott einem weg. Aber nicht nur die unendlichen Touristenströme haben Notre Dame desakralisiert, sondern vor allem Novus Ordo. Der nachkonziliare “Mahltisch” wurde ja beim Brand zerstrümmert , nicht der Hauptaltar. Wir sehen jetzt, wie geduldig doch Gott all die Jahre gewesen ist, eine Geduld, die wir als Nachsicht, Desinteresse oder gar Zustimmung zu den liturgischen und doktrinellen Greuel aufgefasst haben. Dem war aber nicht so. In ganz Frankreich brennen die Kirchen, doch die Verantwortlichen in Paris, konnten schon eine halbe Stunde nach dem Anfang des Brands völlig ausschließen, dass es sich um Brandstiftung handelt. Wie ist es möglich? So schnell? Ohne Untersuchung? Sehr unwahrscheinlich, es sei denn man weiß es besser und will keinen Bürgerkrieg provozieren.

Unsere Mutter hat uns verlassen …

Schutzmantelmadonna vom Monte di Berico Vicenza

Nun, wie Sie inzwischen wissen, leben wir in Frankreich. Und als ich am Montag der Karwoche gerade vor meinen zahlreichen Mails saß, um noch vor Ostern etwas Ordnung in meine Papiere zu bringen und die Steuererklärung auszufüllen. Da kam eine Nachricht von Ann Barnhardt herein, dass Notre Dame de Paris brenne.

Ich musste die Nachricht dreimal lesen, da ich nicht glauben wollte, was ich da las. Doch beim ersten Blick in die Nachrichten via Internet (wir gehören nämlich zu den Unverbesserlichen, die ohne Fernsehen oder Radio tatsächlich überleben …) kamen die schrecklichen Bilder, die Sie ja inzwischen alle kennen.

Ja, DSDZ hat schon recht, wo kein Glaube, da braucht’s auch kein äußeres Zeichen.

Doch gefühlsmäßig war das für uns viel schlimmer. Also erstens, weil wir am Karfreitag nach Notre Dame fahren wollten, um die Dornenkrone, die an diesem Tag durchgehend zur Verehrung ausgesetzt ist, zu verehren und dadurch Gnaden zu gewinnen. Wir haben schon öfters die Erfahrung gemacht, dass dadurch unschätzbare Gnaden zu erhalten sind und als sparsame Familienmutter muss man schon sorgfältig die Gnadenkonten aller Familienmitglieder auffüllen. Aber daraus wurde nun leider nix und da die Dornenkrone nun im Louvre im Tresor liegt (nicht mal ausgestellt!) sieht’s auch künftig schlecht aus. Ich verstehe nicht, warum man die Dornenkrone nicht in einer anderen Kirche aussetzen konnte, oder besser gesagt, das war wohl im Sinne des Erfinders. Wenn ich an all die Gnaden denke, die da verloren gehen, es ist zum Heulen und Wehklagen.

Aber es ist ja noch viel, viel schlimmer.

Ich weiß nicht, ob Sie die Marienerscheinungen von Pontmain kennen.

Nun, falls Sie es noch nicht wissen, dort erschien die Gottesmutter 1871 während 3 Stunden vier Kindern. Sie stand über dem Dach einer Scheune, in der Nähe der kleinen Kirche in der das Bambina, also die künftige Gottesmutter als kleines Kind, verehrt wird und wurde. Sie sprach nicht, sondern die Botschaft erschien in einem Spruchband, Buchstabe für Buchstabe:

“MAIS PRIEZ MES ENFANTS DIEU VOUS EXQUCERA EN PEU DE TEMPS. MON FILS SE LAISSE TOUCHER”

 

Was bedeutet: “Aber betet doch meine Kinder Gott wird euch in kurzer Zeit erhören. Mein Sohn lässt sich (von euren Bitten) erweichen”

Dabei trug sie einen dunkelblauen Morgenmantel und mit Hausschuhen.

Soviel zu den Erscheinungen. Wie bei allen echten Marienerscheinungen, ermahnt SIE uns zum Gebet. Was die ortsansässigen Leute aber beeindruckt hat, war die Kleidung: Sie trug einen Morgenmantel und Hausschuhe! So verbreitete sich schnell die Kunde: die Muttergottes ist hier zu Hause, denn wo sonst trägt man Morgenmantel und Hausschuhe? In Pontmain stand SIE über einer Scheune, aber in Notre Dame, da wohnt SIE, das ist die einhellige Meinung von der Normandie bis Paris.

Und genau deshalb ist es ja noch viel, viel schlimmer. Sie hat nun kein Zuhause mehr, hier in Frankreich, wo SIE im Morgenmantel an die Tür gehen konnte… Notre Dame war mehr als nur eine Kirche, sie war der zu Stein gewordene Glaube der ältesten Tochter der Kirche, gebaut aus Blut und Schweiß und unzähligen Gebeten. Sie war das auf Erden sichtbare Haus unserer Mutter. Und als dieses Haus brannte, da hat niemand SIE aufgenommen, niemand IHR einen Platz in einer anderen Kirche angeboten, nicht für SIE, nicht für die Reliquien. Wie grausam!

Dies war die schreckliche Nachricht, die wir intuitiv verstanden haben, während wir fassungslos die Bilder aus dem Internet vor Augen hatten.

Es bleibt uns nicht viel. So haben wir uns ängstlich unter den Mantel der Madonna von Monte Berico geflüchtet. Auch dort, in Vicenza ist die Muttergottes erschienen; 1426. Ich liebe diese Kirche ganz besonders und auch das Gnadenbild. Seit dem Brand von Notre Dame tragen wir es immer mit uns. Damals hat sie Vicenza von der Pest befreit.

“Bitte, liebe Gottesmutter, nimm uns unter deinen Mantel und befreie uns vor der Pest dieser Tage, die nicht den Leib, sondern die Seelen verdirbt.”

Sicher wird die Muttergottes uns, ihre Kinder nicht dem Verderben überlassen. Aber durch die Kathedrale von Notre Dame hatte Sie sozusagen das Hausrecht in Frankreich und hat sicherlich viel Unheil von Land und Bewohnern abgewendet. Ja, es hätte schon viel, viel früher noch viel, viel schlimmer werden können. Dieses Recht hat man ihr nun genommen. Armes Frankreich!

 

PS: Auch in Vicenza war die Aufforderung der Gottesmutter knapp und deutlich:

“Non temere, Vincenza. Io sono Maria, la Madre di Cristo morto in Croce per la salvezza del genere umano. Va’ e di’ ai Vicentini che innalzino in questo luogo una Chiesa consacrata al mio nome, se vogliono essere liberati dal flagello della peste che li colpisce…”.

Übersetzt:

“Fürchte dich nicht, Vincenza. Ich bin Maria, die Mutter Christi, der am Kreuz für die Errettung der Menschheit gestorben ist. Geht und sagt den Bewohnern von Vicenza, dass ich an diesem Ort eine Kirche möchte, die meinem Namen gewidmet ist, wenn sie von der Geißel der Pest befreit werden wollen … “.

 

 

 

 

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