Tradition und Glauben

Novus Ordo oder „jeder darf ran“

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Carol Byrne macht im heutigen Beitrag auf etwas aufmerksam, was eigentlich offensichtlich ist.

Wenn alle etwas dürfen, dann ist dieses Etwas wenig wert.

Um etwas Hochwertiges herstellen zu können, bedarf es einer Expertise. Einen Zwiebelkuchen zu backen, ist schwieriger als eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben. Einen Lamborghini, Bj. 2021 zu reparieren, ist schwierigen als einen Manta, Bj. 1991 zu „frisieren“. Der Volksmund weiß es und sagt:

Jeder Depp, jedes Kind kann es. Es ist idiotensicher.

Auf diese Art und Weise wird sowohl dieses Etwas herabgewürdigt, wie die Kinder/Alle/Idioten auch. Sie werden nämlich nicht demokratisch und all-inclusive aufgewertet, sondern noch zusätzlich abgewertet als Kinder/Alle/Idioten. Es gibt zwar Branchen, wo man möglichst bestrebt ist Etwas, wie eine Software für den Endverbraucher kinder- oder idiotensicher zu machen, damit sie möglichst viele Kunden findet. Aber solch eine vermeintlich einfache Software kann meistens wenig, die Profis wählen eine andere und die einfache Software erfordert meistens einen komplexen Support, wo Könner den Idioten sagen, was zu tun ist, da diese Software auf den zweiten und dritten Blick nicht mehr so idiotensicher erscheint oder auch ist.

Diese Zusammenhänge sind wirklich für jedermann in der Berufswelt einsichtig und niemand möchte von seinem Beruf hören, dass diesen jeder ausführen kann, sodass er jederzeit ersetzbar ist. Theoretisch gibt es Menschen, die alles tun könnten. Folgende Fragen müssen dabei aber gestellt werden:

a. Wie gut?

b. Wie lange?

c. Welche Genugtuung würde es ihnen bereiten?

Das typische Beispiel ist ein Student, der in einer Fabrik, im Magazin oder in einem Call Center arbeitet. Er tut es gut, er ist überqualifiziert, er ist schnell gelangweilt und er ist kurz dabei, da er weiterziehen wird. Es ist eine grundlegende Erfahrung eines jeden Arbeitgebers, dass es viel schwieriger ist Menschen für einfache Tätigkeiten zu finden, die nicht überqualifiziert sind und diese Tätigkeit langfristig ausüben können als Überqualifizierte, die nur kurz bleiben werden. Kurz und gut: ist etwas schwieriger und soll man es langfristig machen, dann braucht man einen Könner, der nicht beliebig austauschbar ist.

All das galt für die katholische Liturgie bis zum Meteoriteneinschlag (Vaticanum II, 1962-1965), wo eine hochkomplizierte Liturgie der Heiligen Messe von vollausgebildeten Profis – Priestern, Diakonen, Subdiakonen – zelebriert wurde, die nach langjährigem Studium, Vorbereitung, Lebensweise und einem entsprechendem Schein (Celebret) die Befähigung dazu erhielten. Das war etwas, was man ernst nehmen konnte. Da viele Menschen, leider Gottes, sehr ichbezogen sind, so dachte sich manch einer:

Der Priester muss eine solch lange Ausbildung absolvieren, darf nicht heiraten, damit ich den vollen liturgischen Genuss habe.

Ja, das war mal. Als aber die neue Liturgie, namens Novus Ordo 1970 in Erscheinung trat, so durfte jeder fast alles, sodass die hl. Messe auf das Niveau eines schlechten Kinder-/Laientheaters herabsank, mit der obligatorischen bürstenschnittigen Pastoralassistentin da vorne. Jeder ist davon gelangweilt oder angewidert, jeder läuft kurz oder lang weg, wenn man nicht gerade schuldpflichtige Kinder hat, die an dieser Veranstaltung teilnehmen oder man selbst es tut.

DSDZ hielt einmal eine Vorlesungsreihe über Liturgie für einen Pfarrgemeinderat von 12 Personen, bei dem mindestens 9, den Reaktion nach zu urteilen, den Pfarrer miteingeschlossen, nicht an die Transsubstantiation glaubten. Für sie alle war der „Gottesdienst“, niemals Heilige Messe, eine Sozialveranstaltung, ein gesellschaftliches Zusammenkommen mit religiösem Hintergrund. Das waren die „Aktiven“ in der Gemeinde, die sicherlich exemplarisch für die Mehrheit der Deutschen Novus Ordo Katholiken stehen. Und jemand in dieser Reihe sagte:

Ich bin beim Gottesdienst und darf praktisch alles. Und weil der Pfarrer einen Teil des Hochgebetes aufsagen kann, deswegen darf er nicht heiraten. Das ist doch Wahnsinn!

Das ist schon Wahnsinn, aber es ist schon aus der Novus Ordo Sicht sehr konsequent gedacht, denn:

  • der Pfarrer ist ein Mensch wie alle,
  • die Messe ist ein Miteinander,
  • wir alle sind getauft,
  • das allgemeine Priestertum aller Gläubigen ist fast so gut wie das Weihepriestertum,
  • und deswegen darf fast jeder Gläubiger fast alles.

Der feine Unterschied besteht in Novus Ordo in der Interpretation des „Fast“, das auf eine progressive oder konservative Art und Weise interpretiert werden kann. Seit Franziskus gibt es nur die progressive Leseweise, die immer progressiver und progressiver wird (Pachamama, Abu Dhabi).

Wenn sich die konservativen Katholiken darüber empören sollten, dass die muslimische Abgeordnete der Grünen in Stuttgart bei der Eröffnung des Katholikentages aus den Händen des Bischofs Gebhard Fürst die hl. Kommunion empfangen konnte, so ist das:

Katholikentag Stuttgart – Zwischen Volksfest und Sakrileg
  • ein Sakrileg,
  • schwere Sünde der Muhterem Aras, formelle, falls sie es bewusst tat, materielle, falls sie es nicht wusste,
  • schwere Sünde des Bischofs Fürst,
  • schwere Sünde aller, die es möglich machten,

dennoch ist dieses Sakrileg ein konsequentes Novus Ordo Denken, das in folgenden Etappen verlief:

  1. Es gibt keinen Unterschied zwischen Priestern und Laienkatholiken.
  2. Es gibt keinen Unterschied zwischen Katholiken im Gnadenstand und nicht im Gnadenstand, denn jeder darf und soll kommunizieren.
  3. Es gibt keinen Unterschied zwischen Katholiken und Nichtkatholiken, Kommunion für Protestanten als Entscheidung der DBK.
  4. Es gibt keinen Unterschied zwischen Getauften und Nichtgetauften, da „wir alle Kinder Gottes sind“, („anonymes Christentum“ nach Rahner, „Muslime und Katholiken beten zum derselben Gott„, Johannes Paul II).
  5. Da die hl. Messe alias ein Miteinander von „Menschen aller Rassen und Religionen“ ist und die „Teilnahme am Gottesdienst“ die Kommunion umfasst („Keiner soll sich ausgeschlossen fühlen“), so ist die Kommunion an eine Muslima (Papst Franziskus hat ja einer Muslima schon die Füße gewaschen nur konsequent gedacht.)
  6. Wenn all inklusive, dann all inclusive.

Es ist daher nicht unmöglich, dass diese Muslima-Kommunion (siehe unser alter Beitrag „Kirchensteuer – Oblate“) mit dem Vatikan abgesprochen wurde. Denn je sakrilegischer etwas ist, umso Franziskus-freundlicher ist es.

Da Frau Muhterem Aras – eine in der Türkei geborene muslimische Politikerin der deutschen Grünen und Landtagspräsidentin von Baden-Württemberg als Politikerin pragmatisch ist und wahrscheinlich keinen Religionskrieg vom Zaun brechen wollte, so ist davon auszugehen, dass sie nichts tun wollte, was Katholiken als sakrilegisch ansehen und was wohl mindestens mit Schweinefleischessen in Schuhen von unverhüllten Frauen gleichgesetzt werden könnte, wenn nicht der Vertreter dieser Religion – Bischof Fürst – sein OK gegeben hätte. Wenn die Katholiken selbst ihre Religion zerstören, wie kann man diese Religion überhaupt ernst nehmen?

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