Offener Brief an die Bischöfe, Patriarchen und Kardinäle der Hl. Katholischen Kirche; Gesamttext, Teil 2.2

Man könnte sich natürlich die Frage stellen, ob die negative Interpretation der Amoris Laetitia Passagen und anderer päpstlichen Häresien, die ja an sich negativ sind, zwingend notwendig ist.

Er kann es ja ganz anders, im guten Sinne verstehen

würde unsere fromme Seele meinen. Wenn dem so wäre, so würde Bergoglio und die vatikanischen Behörden anders reagieren. Denn die unten angeführte Interpretation von Amoris Laetitia aus Buenos Aires wurde als richtig und normativ im Vatikan erkannt. Franziskus begeht Häresie und das ist nicht zu leugnen.

7. Am 5. September 2016 haben die Bischöfe der Region Buenos Aires ein Statement zur Anwendung  von Amoris Laetitia formuliert,  indem sie feststellten:

8) “In anderen komplexeren Fällen und wenn noch keine Annullierungserklärung vorliegt, ist die oben erwähnte Option vielleicht nicht realisierbar. Dennoch ist der Weg der Differenzierung immer noch möglich. Wenn es dazu kommt, anzuerkennen, daß in einem besonderen Fall Einschränkungen gibt, die die Verantwortlichkeit und Schuld vermindern (cf 301-3012) -besonders wenn eine Person glaubt, daß sie ein weiteres Unrecht begehen, das den Kindern aus der neuen Verbindung schadet, bietet Amoris Laetitia die Möglichkeit an, Zugang zu den Sakramenten der Versöhnung und der Eucharistie zu erlangen (Fußnoten 336 und 351). Diese Sakramente ihrerseits- versetzen die Person in die Lage in der Macht der Gnade zu wachsen und  zu reifen.”…

9) Es mag richtig sein, daß ein möglicher Zugang zu den Sakramenten privat stattfindet, besonders wenn daraus Konfliktsituationen entstehen könnten. Aber zur selben Zeit müssen wir unsere Gemeinden in ihrem wachsenden Verstehen begleiten und willkommen heißen, ohne daß das Verwirrung über die Kirchenlehre über die Unauflöslichkeit der Ehe schafft. Die Gemeinschaft ist ein Instrument der Gnade, die “unverdient, bedingungslos und kostenlos” ist. (297)

10) Differenzierung ist nicht in sich abgeschlossen. “weil sie dynamisch ist, immer offen bleiben muß für neue Stufen im Wachstum und für neue Entscheidungen, die es ermöglichen das Ideal besser zu verwirklichen.” (303) – gemäß dem “Gesetz der Gradualität (295) und mit Vertrauen auf die Hilfe der Gnade.]

Da wird behauptet, daß laut Amoris Laetitia- obwohl die Unausflöslichkeit der Ehe nicht geleugnet wird, und daß trotz des Verharrens in einem Zustand, der nicht nicht mit dem Empfang der Hilfe der Gnade kompatibel ist, die wiederverheirateten Geschiedenen die Sakramenten empfangen können. Papst Franziskus hat am selben Tag einen Brief an Bischof Sergio Alfredo Fenoy von San Miguel, einen Delegierten der argentinischen Bischöfe der Region Buenos Aires geschrieben, in dem er feststellt, daß die Bischöfe die einzig mögliche Interpretation von Amoris Laetitia gegeben hätten.

[Geliebter Bruder, ich habe das Dokument der Bischöfe der Pastoralregion Buenos Aires “Basis-Kriterien zur Anwendung von Kapitel VIII von Amoris laetitia erhalten. Vielen Dank, daß sie es mir geschickt haben. Ich danke Ihnen für die Arbeit, die dafür verrichtet haben ein wahres Beispiel für Begleitung des Priesters…..und wir wissen alle, wie nötig diese Nähe des Bischofs zu seinem Klerus und des Klerus zu seinem Bischof ist. Der “nächste” für den Bischof ist der Priester und das Gebot, den Nächsten wie sich selbst zu lieben, fängt für uns Bischöfe genau mit unseren Priestern an. Das Dokument ist sehr gut und erklärt vollkommen die Bedeutung von Kapitel VIII von Amoris Laetitia. Es gibt keine anderen Interpretationen.” ]

Dieser Brief an die Bischöfe von Buenos Aires wurde dann in den Acta Apostolicae Sedis vom Oktober 2016 veröffentlicht, mit einer Notiz, daß Papsts Franziskus seine Veröffentlichung als Akt des authentischen Lehramtes angeordnet hatte. Diese Notiz behauptet nicht, daß die Aussagen von Amoris Laetitia oder der Bischöfe von Buenos Aires in sich Teil des Authentischen Lehramtes seien: sie sagt aber mit lehramtlicher Autorität, daß das Verständnis der Bischöfe von Buenos Aires dessen, was Papst Franziskus in Amoris Laetitia ausdrücken wollte, richtig ist.

Es ist festzustellen, daß die Verweigerung der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene oder Paare in die Kohabitation leben als solche eine Doktrin ist, die auf der Hl. Schrift beruht und auf das Göttliche Recht gegründet ist. Zu behaupten, es sei möglich geschiedenen oder ungültig verheirateten Paaren die Hl. Kommunion durch entsprechendes Eingreifen spenden zu können, ist ein Glaube an Häresien, II, IV und V oder ein Verleugnen des Dogmas der Unauflöslichkeit der Ehe .

8. Am 16. Juni 2016, bei einem Pastoral Kongress für die Diözese Rom hat Papst Franziskus  behauptet, daß viele Paare, die in Kohabitation leben, die Gnade der Ehe besitzen (II,IV,V)

9. Bei einer Pressekonferenz am 26. Juni 2016 stellte Papst Franziskus fest:
Ich denke, daß die Absichten Martin Luthers nicht falsch waren. Er war ein Reformer. Vielleicht waren einige Methoden nicht korrekt.. und heute stimmen Lutheraner und Katholiken, Protestanten, wir alle der Rechtfertigungslehre zu. In diesem Punkt, der sehr wichtig ist, hat er sich nicht geirrt- (I)

10. In einer Predigt in der Lutherischen Kathedrale von Lund, Schweden, sagte Papst Franziskus, am 31. Oktober 2016:

Die spirituelle Erfahrung von Martin Luther fordert uns heraus, uns daran zu erinnern, daß wir ohne Gott nichts tun können “Wie kann ich einen gnädigen Gott bekommen? Das ist die Frage, die Luther quälte. De facto ist die Frage nach einer rechten Beziehung zu Gott die entscheidende Frage für unser Leben. Wie wir wissen, begegnete Luther diesem gnädigen Gott im Evangelium Jesu, inkarniert, gestorben und auferstanden. Mit dem Konzept “durch die Gnade allein” erinnert er uns daran, daß Gott immer die Initiative ergreift, vor jeder menschlichen Antwort. Die Rechtfertigungslehre drückt so das Wesentliche der menschlichen Existenz vor Gott aus” (I).

Am 31 Oktober 2016 hat Papst Franziskus anläßlich des gemeinsamen Katholisch-Lutherischen Gedenkens an die Reformation eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die folgende Feststellung enthielt: “Wir sind zutiefst dankbar für die spirituellen und theologischen Gaben, die wir durch die  Reformation erhalten haben.” (I)

12. Am 4. Februar 2019 haben Papst Franziskus und Ahmad Al Tayyeb, Groß-Imam der Al-Azhar-Moschee öffentlich ein Statement mit dem Titel “Dokument zur menschlichen Brüderlichkeit”  unterzeichnet. Darin werden folgende Behauptungen aufgestellt:

Freiheit ist ein Recht, das jede Person, jedes Individuum hat, Jeder Einzelne erfreut sich der Freiheit des Glaubens, der Gedanken, des Ausdrucks und des Handelns. Die Vielzahl und die Vielfältigkeit der Religionen, Farben, Geschlechter, Rassen und Sprachen sind von Gott gewollt– in seiner Weisheit, – durch die er die Menschheit geschaffen hat. Diese göttliche Weisheit ist die Quelle aus der das Recht auf Freiheit des Glaubens und die Freiheit, verschieden zu sein´, entspringt. ” (VII)

Quelle: Beiboot Petri

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