Kardinal Siri, Männerkleidung, die von Frauen getragen wird (1 von 2)

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Obwohl das obere Bildnis Kardinal Richelieu und nicht Kardinal Siri abbildet, der so ausgesehen hat, so handelt es sich dennoch, um eine der letzten Aussagen des ordentlichen Lehramtes zur Rockfrage (siehe Podcast Nr. 8), welche kurz vor dem Meteoriteneinschlag, lies: Vat. II, bekannt gegeben wurde. Kardinal Siri schreibt zwar nur zu den Gläubigen seiner eigenen Diözese, aber seine Argumentation ist interessant und kann auch außerhalb von Genua Gehör finden. Unsere Antwort zu dieser Frage lautet:

Sollen also Frauen Hose tragen?

Nein.

 

Warum nicht?

Weil Sie:

a. schrecklich darin aussehen,

b. ihre Weiblichkeit und ihre Würde verlieren,

c. nicht zur Verschönerung der Welt beitragen

d. zusätzliche Testosteron-Ausschüttung riskieren,

e. gegen jegliche Tradition und Ästhetik verstoßen.

Würde dies nicht gegen die persönliche Würde und Persönlichkeitsrechte verstoßen, so würde DSDZ ein paar Bilder seiner jetzigen Arbeitskolleginnen veröffentlichen, welche dem Spiegelbild und BMI zum Trotz natürlich Hosen tragen, damit alle sehen könnten, warum man es zu unterlassen hat. Kardinal Siri argumentiert anders, weniger ästhetisch und mehr philosophisch und ist als Lektüre zu empfehlen. 

Bekanntmachung betreffend Männerkleidung, die von Frauen getragen wird

Giuseppe Cardinal Siri

Genua

  1. Juni 1960

An den Hochwürdigen Klerus,

An alle lehrenden Schwestern,

An die geliebten Söhne der Katholischen Aktion,

An Erzieher, die beabsichtigen, die christliche Lehre wahrlich zu befolgen.

I.

Erstens: Die ersten Zeichen unseres eines spät ankommenden Frühlings zeigen dieses Jahr eine gewisse Zunahme im Gebrauch von Männerkleidung durch Mädchen und Frauen, sogar Familienmüttern. Bis 1959 bedeutete eine solche Kleidung in Genua gewöhnlich, dass es sich bei der betreffenden Person um eine Touristin handelte, aber nun scheint es eine bezeichnende Anzahl von Mädchen und Frauen aus Genua selbst zu geben, die – zumindest auf Ausflugsreisen – lieber Männerkleidung (Herrenhosen) tragen.

Die Ausbreitung dieses Verhaltens verpflichtet uns, ernsthafte Bedenken zu diesem Thema zu verbreiten, und wir bitten jene, an welche diese Bekanntmachung gerichtet ist, diesem Problem alle Aufmerksamkeit zu widmen, derer es bedarf, wie es sich für jene schickt, die sich ihrer Verantwortung Gott gegenüber bewusst sind.

Wir bemühen uns vor allem um ein ausgewogenes moralisches Urteilsvermögen bezüglich des Tragens von Männerkleidung durch Frauen. Tatsächlich beziehen sich unsere Gedanken einzig auf die Frage der Moral.

Erstens: wenn es darum geht, den weiblichen Körper zu bedecken, kann nicht gesagt werden, dass das Tragen von Herrenhosen einen schwerwiegenden Verstoß gegen den Anstand darstellt, weil Hosen den weiblichen Körper sicherlich mehr bedecken als die modernen Damenröcke dies tun.

Zweitens: jedoch müssen Kleidungsstücke, um anständig zu sein, nicht einfach nur den Körper bedecken, sondern dürfen auch nicht zu eng am Körper anliegen. Nun ist es wahr, dass viele Kleidungsstücke für Damen enger am Körper anliegen als manche Herrenhose, Aber Hosen können so geschnitten sein, dass sie noch enger anliegen und so ist es üblicherweise auch; daher gibt uns die enge Passform einer solchen Kleidung nicht weniger Grund für Sorge als die Entblößung des Körpers. Daher ist die Unanständigkeit von Herrenhosen für Frauen ein Aspekt des Problems, den man bei einem allgemeinen Urteil über das Thema [anständige Kleidung] nicht auslassen soll, auch wenn dieser Aspekt andererseits nicht künstlich aufgebauscht werden darf.

II.

Jedoch gibt es einen weiteren Aspekt bezüglich Männerkleidung tragender Frauen, der uns der ernsteste zu sein scheint.

Das Tragen von Männerkleidung durch Frauen schadet vor allem der Frau selbst, indem es die weibliche Psychologie ändert, die der Frau eigen ist; zweitens beeinflusst es die Frau als Ehefrau ihres Mannes, indem sie dazu neigt, die Beziehung zwischen Mann und Frau zu beschädigen; drittens greift es die Frau als Mutter ihrer Kinder an, indem sie in den Augen ihrer Kinder ihre Würde schädigt. Jeder dieser Punkte muss der Reihe nach sorgfältig bedacht werden.

a. Männerkleidung ändert die Psychologie der Frau.

Fürwahr ist das treibende Motiv für Frauen, Männerkleidung zutragen, immer das der Imitation, ja sogar des Wettkampfs mit dem Mann, der als stärker, weniger gebunden, unabhängiger betrachtet wird. Diese Motivation zeigt klar, dass Männerkleidung die sichtbare Hilfe dazu ist, eine mentale Haltung zu sein „wie ein Mann‟ hervorzubringen. Zweitens, seit der Mensch Mensch ist, bestimmt die Kleidung, sie legt fest und ändert die Gesten, Haltung und Verhalten der betreffenden Person auf eine Weise, dass sie, nur rein äußerlich getragen, eine gewisse innere Geisteshaltung aufdrängt.

Lassen Sie uns noch hinzufügen, dass eine Frau, die Männerkleidung trägt, damit mehr oder weniger anzeigt, dass sie ihre Weiblichkeit (im Vergleich zur Männlichkeit) als minderwertig betrachtet, obwohl sie doch tatsächlich nur anders ist. Die Perversion ihrer Psychologie wird klar erkennbar.

Diese Gründe, die viele andere einschließen, reichen aus um uns zu warnen, zu welch einem falschen Denken Frauen geführt werden, wenn sie Männerkleidung tragen.

 

b. Männerkleidung [der Frau] neigt dazu, das Verhältnis zwischen Mann und Frau zu schädigen.

Ungelogen, wenn sich das Verhältnis zwischen den beiden Geschlechtern im Erwachsenwerden entfaltet, ist ein Trieb der gegenseitigen Anziehung vorherrschend. Die wesentliche Grundlage dieser Anziehung ist eine Verschiedenheit zwischen den beiden Geschlechtern, die nur dadurch möglich wird, dass sie sich gegenseitig ergänzen oder vervollständigen. Wenn dann diese Unterschiedlichkeit weniger offensichtlich wird, weil eines ihrer Hauptmerkmale beseitigt und die normale psychologische Struktur geschwächt wird, resultiert daraus die Veränderung eines fundamentalen Faktors in der Beziehung.

Das Problem geht noch weiter. Der gegenseitigen Anziehung zwischen den Geschlechtern geht ganz natürlich und im zeitlichen Verlauf das Schamgefühl voran, das die erwachenden Impulse in Schach hält, es legt ihnen Respekt auf und neigt dazu, zu einem höheren Grad gegenseitigen Respekts und gesunder Furcht vor allem zu erheben, was diese Impulse zu unkontrollierten Akten drängen würde. Diese Kleidung also zu ändern, die durch ihre Verschiedenheit die Begrenzungen und Verteidigung der Natur offenbart und aufrechterhält heißt, die Unterscheidungsmerkmale zu nivellieren und dazu beizutragen, die lebensnotwendigen Verteidigungen des Schamgefühls niederzureißen.

Zumindest wird das Schamgefühl gehindert. Und wenn das Schamgefühl gehindert wird, die [sprichwörtlichen] Bremsen anzuziehen, dann wird die Beziehung zwischen Mann und Frau entwürdigend auf reine Sinnlichkeit reduziert, bar allen gegenseitigen Respekts oder gegenseitiger Wertschätzung.

Die Erfahrung lehrt uns, dass wenn die Frau entweiblicht wird, die Abwehr unterminiert wird und die Schwäche zunimmt.

c. Männerkleidung verletzt die Würde der Mutter in den Augen ihrer Kinder.

Alle Kinder haben einen Instikt [und] ein Empfinden der Würde und des Anstandes ihrer Mutter. Eine Analyse der ersten inneren Krise von Kindern, wenn sie für das Leben um sie herum erwachen, sogar noch bevor sie die Jugend erreichen, zeigt, wie viel die Wahrnehmung ihrer Mutter zählt. Kinder sind in diesem Punkt so empfindlich wie man nur sein kann. Erwachsene lassen üblicherweise all das hinter sich und denken nicht mehr darüber nach. Aber wir täten gut daran, uns um die schwerwiegenden Anforderungen zu künnern, die Kinder instinktiv an ihre Mutter stellen, und um die tiefen und sogar schrecklichen Reaktionen, die in ihnen aufkeimen, wenn sie das Missverhalten ihrer Mutter beobachten. Viele Spätfolgen für das Leben haben hier ihre Wurzeln – und keine guten -, in diesen frühen inneren Dramas im Kleinkind- und Kindesalter.

Das Kind mag die Definitionen von Entblößung, Frivolität oder Untreue nicht kennen, aber es besitzt einen instinktiven Sinn, sie zu erkennen, wenn sie auftreten, es leidet darunter und wird durch sie in ihrer Seele bitterlich verwundet.

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Sonntag nach Christi Himmelfahrt

Evangelium des Sonntags nach Christi Himmelfahrt

Joh 15, 26 -27;16, 1 – 4 Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird er Zeugnis von mir geben. Und auch ihr sollt Zeugenis geben, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Dies habe ich euch gesagt, damit ihr nicht Anstoß nehmt. Man wird euch aus den Synagogen stoßen; ja es kommt die Stunde, da jeder, der euch tötet, Gott einen Dienst zu erweisen glaubt. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich kennen. Ich habe euch das gesagt, damit ihr, wenn jene Stunde kommt, daran denket, daß ich es euch vorhergesagt habe. Anfangs habe ich euch nichts davon gesagt, weil ich bei euch war.

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustinus: Der Herr Jesus hat in der Ansprache, die er seinen Jüngern nach dem Abendmahl, unmittelbar vor seinem leidensvollen Tode, als er sich anschickte, wegzugehen, und sie bezüglich der leiblichen Gegenwart zu verlassen, aber mit allen Seinigen bis zum Ende der Welt in geistiger Gegenwart zusammen zu sein, gehalten hat, sie ermahnt, die Verfolgungen seitens der Glaubensfeinde zu ertragen, die er mit dem Worte „Welt“ benannte; und doch sagte er, daß er „aus dieser Welt seine Jünger auserwählt habe“, damit sie wüßten, daß sie auf Grund der Gnade Gottes das seien, was sie sind, auf Grund eigener Fehler aber das gewesen seinen, was sie waren.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Allmächtiger, ewiger Gott! verleih‘, daß wir alle Zeit einen geneigten Willen haben, deine Gebote zu vollziehen, und deiner Majestät mit aufrichtigem Herzen zu dienen. Amen.

Proprium missae – Dominica post Ascensionem

INTROITUS
Ps 26:7; 26:8; 26:9
Exáudi, Dómine, vocem meam, qua clamávi ad te, allelúia: tibi dixit cor meum, quæsívi vultum tuum, vultum tuum, Dómine, requíram: ne avértas fáciem tuam a me, allelúia, allelúia.
Ps 26:1
Dóminus illuminátio mea et salus mea: quem timébo?
V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto.
R. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in saecula saeculórum. AmenPs 26:7; 26:8; 26:9
Exáudi, Dómine, vocem meam, qua clamávi ad te, allelúia: tibi dixit cor meum, quæsívi vultum tuum, vultum tuum, Dómine, requíram: ne avértas fáciem tuam a me, allelúia, allelúia.
Erhör mein Rufen, Herr, mit dem ich zu Dir flehe, alleluja. Es spricht zu Dir mein Herz: Dein Antlitz suche ich. Ja Herr, Dein Antlitz will ich suchen. Dein Antlitz wende nicht hinweg von mir, alleluja, alleluja.

Der Herr ist mein Licht und mein Heil, wen sollte ich fürchten?
V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste;

R. wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Erhör mein Rufen, Herr, mit dem ich zu Dir flehe, alleluja. Es spricht zu Dir mein Herz: Dein Antlitz suche ich. Ja Herr, Dein Antlitz will ich suchen. Dein Antlitz wende nicht hinweg von mir, alleluja, alleluja.

ALLELUIA 1
Allelúia, allelúia
Ps 46:9
V. Regnávit Dóminus super omnes gentes: Deus sedet super sedem sanctam suam. Allelúia.
Alleluja, alleluja. V Der Herr ist König über alle Völker; Gott sitzt auf Seinem heiligen Thron. Allelluja.

ALLELUIA 2
Ioannes 14:18
V. Non vos relínquam órphanos: vado, et vénio ad vos, et gaudébit cor vestrum. Allelúia.
V Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen; Ich gehe und komme wieder zu euch und euer Herz wird sich freuen. Alleluja

OFFERTORIUM
Ps 46:6.
Ascéndit Deus in iubilatióne, et Dóminus in voce tubæ, allelúia.
Aufgefahren ists Gott unter Jubel, der Herr beim Schalle der Posaunen, alleluja.

COMMUNIO
Ioannes. 17:12-13; 17:15
Pater, cum essem cum eis, ego servábam eos, quos dedísti mihi, allelúia: nunc autem ad te vénio: non rogo, ut tollas eos de mundo, sed ut serves eos a malo, allelúia, allelúia.
«Vater, solange Ich bei ihnen war, habe Ich sie bewahrt, die Du Mir gegeben», alleluja. «Jetzt aber komme ich zu Dir. Ich bitte nicht, Du solltest sie wegnehmen aus der Welt, sondern Du mögest sie vor dem Bösen bewahren», alleluja, alleluja.

Markus Günther, Kirche in der Krise Diaspora Deutschland (2 von 2)

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Religionen müssen absolute Wahrheiten formulieren

Für die große Mehrzahl der Menschen in- und außerhalb der Kirche bleibt die Frage nach Gott ein Leben lang ein Thema, mit dem sie nie ganz fertig werden. Die Wechselfälle des Lebens spiegeln sich auch in der Biographie des Glaubens. Entschlossener Atheismus ist die Ausnahme; ein vager, oft diffuser Glaube ist heute der Normalfall. Man könnte auch sagen: Es gibt sie noch in großer Zahl, die Suchenden und Zweifelnden, die, die nach Gott fragen und neugierig sind auf Antworten – aber die Kirchen erreichen diese Menschen immer seltener.

Aber warum finden die Suchenden die Wegweiser nicht mehr? Warum passen Angebot und Nachfrage nicht zusammen? Die populärste Antwort auf diese Frage lautet: weil die Kirche nicht mehr zeitgemäß ist. Sie müsste sich stärker der Lebenswirklichkeit der heutigen Menschen anpassen. Das klingt vorderhand plausibel, ist aber bei genauerem Hinsehen Unsinn. Denn die Evangelische Kirche in Deutschland hat so ziemlich alles getan, was von der katholischen Kirche immer noch verlangt wird, um endlich zeitgemäß zu sein: Frauenpriestertum, Abschaffung des Zölibats, Liberalität bei Moralfragen, volle Akzeptanz von Homosexuellen und Geschiedenen. Wären das tatsächlich die Gründe für die Malaise des Christentums, müsste es den Protestanten viel besser gehen als den Katholiken. Doch das ist nicht so. Ein zweiter Denkfehler kommt beim populären Zauberwort zeitgemäß“ hinzu: Wo sich die Kirche nicht auf zeitlose, unverfügbare Wahrheiten beruft, entlarvt sie sich selbst als reines Menschenwerk. Politische Programme müssen zeitgemäß sein, Unterhaltungsangebote auch; eine Religion muss absolute Wahrheiten für sich in Anspruch nehmen können – oder es ist keine Religion.

Außer Tamtam und Brimborium nix gewesen

Stattdessen haben beide Kirchen in Deutschland – nicht immer offiziell, aber de facto, im praktischen Leben halt – zentrale Glaubensinhalte längst aufgegeben. Im Versuch, niemanden zu verprellen und den Zugang zum Glauben möglichst leicht zu machen, wurde vieles ein bisschen weichgespült: Aus Jesus als „Sohn Gottes“ wurde Jesus, ein vorbildlicher Mensch wie Buddha und Gandhi auch. Aus der Auferstehung Christi wurde eine Legende, die man nicht wörtlich nehmen soll, sondern mehr so im Sinne von „Wer im Herzen seiner Lieben lebt, ist nicht tot“. Der kleinste gemeinsame Nenner dieser Verkündigung besteht oft nur noch aus einer Wohlfühlprosa, die ein möglichst breites Publikum ansprechen soll und gerade dadurch beliebig wirkt. Frieden in der Welt, mehr Gerechtigkeit für alle, auch selbst nicht immer so egoistisch sein – darauf kann sich jede Versammlung halbwegs anständiger Menschen einigen. Ein Appell der Unesco oder von Greenpeace klingt auch nicht viel anders. Gott braucht’s dafür nicht.

Wenn alle Jahre wieder, zu Weihnachten nämlich, die Kirchen doch noch einmal voll sind, geht es festlich zu, doch der Funke des Glaubens springt nur selten über. Viele Gottesdienstbesucher wundern sich – über die Kirche und über sich selbst. Was genau haben sie hier gesucht? Und warum haben sie nichts gefunden? Von sakralen Handlungen ist meist nur wenig zu spüren. Landet der spirituelle Nomade in einer traditionell geprägten Liturgie, ist das Ergebnis auch nicht besser. Denn der Fremde bleibt hier erst recht fremd und wendet sich ratlos wieder ab. Liturgie setzt viel Wissen voraus, sonst sieht man nichts als Tamtam und Brimborium.

Glauben ohne Bilder ist Ideologie

Vielleicht steht sich der Mensch von heute mit seiner aufgeklärten Schlauheit auch manchmal selbst im Weg. Glaube braucht einen Schuss Naivität, die Bereitschaft, die Kontrolle aus der Hand zu geben und sich auf Unbegreifliches einzulassen. Tastend und hoffend. Kein Wunder, dass das den meisten immer schwerer fällt in einer Welt, die gerade dabei ist, die letzten unberührten Domänen des Daseins – Sexualität, Liebe, Geburt, Sterben – industriell durchzuorganisieren. Die totale Kontrolle, die volle Alleinherrschaft über das eigene Leben ist angesagt; ein ungünstigerer Nährboden für den Glauben ist kaum denkbar.

Mehr zum Thema

Doch die Kirchen haben auch selbst viel dazu beigetragen, Frömmigkeit und Glaubensnaivität, oder besser: die Unmittelbarkeit religiöser Bilder zu zerstören. In den Köpfen wurde der Sturm auf die traditionellen Vorstellungen angezettelt. Vielleicht ist das die verhängnisvollste Entwicklung der modernen Theologie gewesen: die Inhalte von ihren Bildern lösen zu wollen, den Glauben zu abstrahieren und darauf zu vertrauen, dass der Mensch von heute mehr mit einem Begriff als mit einem Bild anfangen kann. Ein Irrtum. Ein Glaube ohne Bilder ist eine Ideologie, und über eine Ideologie entscheiden der individuelle Verstand und die Mode der Zeit. Ein Bild bleibt ein Bild, fordert heraus, fasziniert, irritiert, wird angenommen oder abgelehnt, aber es behauptet sich selbst. Wer die Bilder zerstört, lässt auch von den Begriffen nichts mehr übrig. Wer sich Gott nicht mehr als Person vorstellen will, sondern lieber als abstraktes Wesen, als Energie oder Kraft, der wird darüber auch den Glauben verlieren. Jede menschliche Beziehung – und der Glaube ist nichts anderes als das – braucht als Gegenüber eine lebendige Person.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/krise-der-kirche-ist-deutschland-noch-ein-christliches-land-13342759-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage 1 – Christi Himmelfahrt

Evangelium am Feste Himmelfahrt Christi

Mk 16, 14 – 20 Zuletzt erschien der den Elf, wie sie bei Tische waren. Er verwies ihnen ihren Unglauben und ihre Herzenshärte, dass sie denen nicht geglaubt hatten, die ihn, den Auferstandenen, gesehen hatten. Dann sprach er zu ihnen: „Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium allen Geschöpfen. Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Die Gläubigen sollen folgende Wunder begleiten: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Sprachen reden, Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden.“ Nachdem der Herr [Jesus] so zu ihnen gesprochen hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte ihr Wort durch Wunder, die es begleiteten.

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papste Gregor: Der Grund, weshalb die Jünger bezüglich der Auferstehung des Herrn so langsam zum Glauben kamen, war nicht so sehr ihre Schwäche, als, wenn ich so sagen soll, unsere künftige Stärkung. Denn die Auferstehung selbst wurde ihnen wegen ihres Zweifels durch viele Beweise handgreiflich gemacht; und wenn wir diese beim Lesen anerkennen, was ist das anders, als daß wir durch ihren Zweifel fester werden? Weniger hat mir nämlich Maria Magdalena geboten, die schneller geglaubt hat, als Thomas, der lange zweifelte. Er nämlich kam durch den Zweifel zum Berühren der Wundennarben und hat aus unserem Herzen die Wunde des Zweifels entfernt.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott, von dem alles Gute herkömmt; verleih unsern demüthigen Bitten, daß wir deinen Einsprechungen gemäß recht denken und unter deiner Leitung auch recht handeln! Amen.

Proprium missae – In Ascensione Domini

INTROITUS
Acta 1:11
Viri Galilæi, quid admirámini aspiciéntes in coelum? allelúia: quemádmodum vidístis eum ascendéntem in coelum, ita véniet, allelúia, allelúia, allelúia.
Ps 46:2
Omnes gentes, pláudite mánibus: iubiláte Deo in voce exsultatiónis.
V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto.
R. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in saecula saeculórum. AmenActa 1:11
Viri Galilæi, quid admirámini aspiciéntes in coelum? allelúia: quemádmodum vidístis eum ascendéntem in coelum, ita véniet, allelúia, allelúia, allelúia.
Ihr Männer von Galiläa, was schaut ihr staunend auf zum Himmel? alleluja. Wie ihr Ihn sahet auffahren zum Himmel, so wird Er wiederkommen, alleluja, alleluja, alleluja.

Ihr Völker alle, klatschet in die Hände, jubelt zu Gott mit lautem Jauchzen.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste; R. wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Ihr Männer von Galiläa, was schaut ihr staunend auf zum Himmel? alleluja. Wie ihr Ihn sahet auffahren zum Himmel, so wird Er wiederkommen, alleluja, alleluja, alleluja.

ALLELUIA 1
Allelúia, allelúia.
Ps 46:6
Ascéndit Deus in iubilatióne, et Dóminus in voce tubæ. Allelúia.
Alleluja, alleluja.

Aufgefahren ist Gott unter Jubel, der Herr beim Schalle von Posaunen. Alleluja.

ALLELUIA 2
Ps 67:18-19
V. Dóminus in Sina in sancto, ascéndens in altum, captívam duxit captivitátem. Allelúia.
V Der Herr auf Sinai, im Heiligtum, Er steigt empor und führt als Beute die Gefangenen mit. Alleluja.

OFFERTORIUM
Ps 46:6
Ascéndit Deus in iubilatióne, et Dóminus in voce tubæ, allelúia.
Aufgefahren ist Gott unter Jubel, der Herr beim Schalle von Posaunen, alleluja.

COMMUNIO
Ps 67:33-34
Psállite Dómino, qui ascéndit super coelos coelórum ad Oriéntem, allelúia.
Singet Psalmen dem Herrn, der über die Himmel der Himmel emporsteigt, dem Aufgang entgegen, alleluja.

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (26). Man selbst ist immer unsicher.

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

In dieser längeren Vorrede stellt Kardinal Bona fest, dass man leider bei der eigenen Geistesunterscheidung immer unsicher ist, welcher Geist uns antreibt und die Antriebe zweifelhaft sind. Deswegen müssen wir unsere eigenen Antriebe objektivieren und wir erkennen den Antrieb an seinen Konsequenzen. Man kann es in der Makro-Skala gut erkennen:

Was hat das Vatikanum II gebracht? – Verwüstung.

War es vom Heiligen Geist? – Nein.

Denn der gute Geist führt zum Guten, der böse zum Bösen, wir Menschen jedoch erkennen ex effectibus – aus den Wirkungen, im Großen wie im Kleinen. Denn der böse Geist kann sich auf die Dauer nicht verstecken noch verstellen. Die Dämonen handeln zwanghaft, sagt der Exorzist Father Ripperger, was möglich ist, denn ihr Wille wurde gleichsam beim Engelssturz eingefroren. Im Film Falsches Spiel mit Roger Rabbit (Who framed Roger Rabbitgibt es eine Stelle, wo der Toons-Jäger durch eine klopfende Sequenz (Shaving and hair cut): tam-taratam-tam-tam (40:47-41:30) – immer die Zeichentrickfiguren anlocken kann. Warum? Weil sie durch ihren Stolz geleitet auf die Bühne kommen und sich präsentieren müssen. Ja, es ist zwanghaft. Der Dämon muss sich auch zu erkennen geben, dass er es war. Schauen wir uns doch die Entwicklung der charismatischen Bewegung an:

  1. „Heiliger Geist“
  2. Zungengebet
  3. Neues Pfinsten
  4. Ruhen im Geist
  5. Toronto Blessing
  6. Bellen im Geist
  7. Besessenheit

Und Bergoglio?

  1. Schwarze Schuhe
  2. Demut, Busfahren, St. Martha
  3. „Wer bin ich, um zu urteilen?“
  4. Amoris Laetitia
  5. Vultum Domini – praktische Auflösung der kontemplativen Orden
  6. Mitis iudex – Ungültigkeitserklärung auf Verlangen
  7. Kommunion an Protestanten – DBK soll es selbst richten
  8. „Es gibt keine Hölle“
  9. „Es gibt keine Unsterblichkeit der Seele“
  10. ???

Man kann also ex effectibus urteilen, in unserem Falle auch.

 

 

 

 

 

 

 

Markus Günther, Kirche in der Krise Diaspora Deutschland (1 von 2)

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Wir geben hier einen Artikel von Markus Günther wieder, welcher Ende 2014 in der FAZ erschienen ist. Jawohl, in der FAZ, die Super-Dupper-Antikatholiken-Zeitung, welche sich in der Kirchenbekämpfung mit der Süddeutschen, dem Spiegel und der Zeit einen erbitterten Kampf liefert. Wer stärker drauf schlägt, hat gewonnen.  Ein ehemaliger Französisch-Lehrer von DSDZ (dem Schreiber dieser Zeilen) meinte einmal, dass in Frankreich keine Kritik der katholischen Kirche stattfindet, weil die Kirche dermaßen am Boden ist, dass ein einigermaßen fairer und redlicher Mensch nicht mehr drauf tritt. Wozu denn? Es ist doch tot. In Deutschland ist die Kirche noch mehr am Boden als in Frankreich, aber dank der Kirchensteuer steht die hohle Institution noch, wie ein Potemkinsches Dorf. Nur Fassade, kein Inhalt, keine Gläubigen, kein Nachwuchs. Durch die letzte Entscheidung der DBK Kommunion an Protestanten, also schwere Sünder, und an Ehebrecher, also schwere Sünder auszuteilen, wurde wieder einmal klar, dass es wirklich die Bischöfe sind, welche die Kirchenzerstörung betreiben. Sie können es tun, denn sie haben die Macht. Dürfen sie es denn? Natürlich nicht, denn die Kirche ist das Eigentum Gottes, welcher sie schon abstrafen wird. Diese Bischöfe sind also die Wächter des Glaubens und diese Bischöfe stellen einem Theologen, wie DSDZ, die Bescheinigung aus, dass er mit dem katholischen Glauben übereinstimmend lehrt, was man die venia legendi nennt. Ja, ja, nachdem wir jetzt alle gelacht haben, kommen wir zum Eigentlichen zurück. Welche katholischen Glauben bekennen die deutschen Bischöfe? Keinen. Ihren Eigenen, den deutsch-katholischen Staatskirchentum-Glauben, wo man aufgrund ein wenig Blah-blah-blah ein Staatsbeamter ist, 12.000 € im Monat verdient und einen Dienstwagen mit Chauffeur hat. Dabei würde der Staat es durchaus zu schätzen wissen, wenn der eine oder andere Bischof etwas zu sagen hätte und die Aufhängung der Kreuze in Bayern, angesichts der Islamisierung Deutschlands, nicht bekämpfen würde. Das gibt es aber nicht. Fehlanzeige. Die Bischöfe haben nichts zu sagen und betreiben die Dekonstruktion ihrer eigenen Kirche fleißig weiter. 

Warum tun sie das?

Weil sie Gott hassen und die Agenda derer betreiben, welche sie an diese Positionen gehievt haben. Eine andere Antwort gibt es nicht. Ann Barnhardt schreibt, dass die altliberalen Ordensleute absolut frohlocken, dass sie keinen Nachwuchs haben und ihre Gemeinschaften zugrunde gehen.

Warum?

Weil sie es auf diesem Wegen „dem System“ heimzahlen können, welches sie „dermaßen ungerecht“ behandelt hat.

Worin besteht diese Ungerechtigkeit?

Dass sie zölibatär leben mussten und offiziell keinen Sex haben durften. Sie hatten doch welchen, meistens miteinander, wovon sich das große deutsche „Miteinander“ wohl ableitet.  In anderen Ländern ist es nicht besser. Die Geistlichen hassen die Kirche, weil sie „an ihr leiden“, durch die angebliche Sexlosigkeit und „diesen ungeheuren Druck“, welchen manch eine Pastoralassistentin bestätigen wird. Wenn man sich selbst hasst, dann hasst man jeden und alles, was mit einem selbst zu tun hat. Man hasst seine Familie, seine Freunde, seinen Beruf, seine Firma. Wenn man aber ständig in der Sünde, im Widerspruch und der Lüge lebt, dann hasst man sich selbst ständig. Das ist der ewige Zustand der Dämonen, welche nicht wollen, dass es den Menschen besser geht als ihnen. Sie hassen sich und sind zugleich unsäglich stolz auf sich. Ja, daher kommt die hegelianische Dialektik der DBK und des letzten Konzils. Es ist doch nicht möglich, dass ein Bischof, der ein Quäntchen Glauben an die Wesensverwandlung hat, die Kommunion an die Ehebrecher und Protestanten beschlossen hätte. Wenn er also annehmen würde,  dass die hl. Kommunion tatsächlich der Leib Christi ist und demjenigen, der sie unwürdig empfängt, die ewige Verdammnis und ewige Höllenqualen bringt, den Bischöfen, die es beschlossen haben, natürlich auch. Und sie haben es beschlossen! Alle! Alle werden sich daran halten! Die „pastoralen Richtlinien“ dazu werden jetzt herausgegeben. Aber diese Entwicklung, welche in den letzten Entscheidungen der DBK zugespitzt offenbar wird, läuft ja seit längerer Zeit. Mindestens seit dem Konzil, eigentlich wohl aber seit der liturgischen Bewegung in den 1920ern, denn irgendwoher mussten ja Rahner und Ratzinger ihre Ideen herhaben. Markus Günther stellt die Tatsachen des Niedergangs der Kirche richtig dar und vielleicht freut er sich darüber. Wir beweinen die Zerstörung der Kirche, weil die Gnadenquellen versiegen, Christus geschändet wird und so viele Seelen auf die Hölle zurasen. Auf Wunsch und Bestimmung der „katholischen“ Bischöfe Deutschlands.

Ist Deutschland ein christliches Land? Wie man’s nimmt. Auf dem Papier binden die Kirchen noch Millionen Menschen. Doch im Leben des Einzelnen ist ihre Macht gering. Aus der Spätzeit des Christentums.

29.12.2014, von Markus Günther

In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember, fast auf den Tag genau vor 50 Jahren, irrte ein Student namens Franz durch die Straßen Münsters. Er konnte nicht schlafen. Zu aufgewühlt war er von der Predigt, die er am frühen Abend im Dom gehört hatte von einem jungen Priester und Professor, nur ein paar Jahre älter als er selbst, der Advent und Weihnachten auf ganz neue, ja revolutionäre Art deutete: Die alte Lehre, nach der die menschliche Geschichte sich in die Zeit des Dunkels und die des Heils teilt, die Zeit vor und nach Christi Geburt nämlich, könne doch heute niemand mehr ernst nehmen, sagte der junge Theologe. Wer wolle nach den Weltkriegen, nach Auschwitz und nach Hiroshima noch von der Zeit des Heils sprechen, die vor 2000 Jahren in Bethlehem begonnen habe? Nein, die Grenze zwischen dem Dunkel und dem Licht, zwischen Gefangenschaft und Erlösung, gehe nicht mitten durch die Geschichte, sondern mitten durch unsere Seele. Der Advent finde nicht im Kalender statt, sondern in unseren Herzen – oder er breche genau dort ergebnislos ab. Das ist starker Tobak, und man kann sich gut vorstellen, dass der Student nach dieser Predigt keinen Schlaf fand, sondern allein sein wollte, um das alles für sich zu durchdenken.

Heute sind die beiden alte Männer, der Student und der Prediger dieses denkwürdigen Abends in Münster, Franz Kamphaus, der damals eine schlaflose Nacht erlebte, und Joseph Ratzinger, der als 37-jähriger akademischer Jungstar die Theologiestudenten aufrüttelte. Erstaunlich, wie sich da die Lebenswege der beiden zum ersten Mal kreuzten. Im Rückblick stehen gerade diese beiden Namen, Ratzinger und Kamphaus, für zwei Wege der Kirche in Deutschland, die man nicht mit rechts und links beschreiben muss, die aber doch sehr gegensätzlich waren. Beide versuchten, das Christentum unter veränderten Bedingungen neu zu verkünden und irgendwie in die moderne Welt hinüberzuretten – und sie stritten erbittert um die richtigen und falschen Kompromisse im Verhältnis zwischen Christ und Welt. Aber jetzt, am Lebensende, verbindet die beiden über alle Distanzen hinweg eine gemeinsame Bilanz des Scheiterns: Das Christentum in Deutschland ist ideell bankrott.

Kirche in Deutschland gleicht der späten DDR

Daran hat die bescheidene, gewinnende Art von Kamphaus nichts geändert und auch nicht die kluge Theologie Ratzingers, der von Rom aus Deutschland mitregierte. Nicht einmal ein deutscher Papst – wer hätte das übrigens 1964, keine 20 Jahre nach Kriegsende, überhaupt für denkbar gehalten? – konnte das Christentum in Deutschland reanimieren. Vom deutschen Pontifikat ist außer ein bisschen Nationalstolz und schönen Fotos nichts geblieben. Kamphaus und Ratzinger, Modernisten und Traditionalisten, eifrige Reformer und eiserne Konservative, sie alle stehen in Deutschland vor einem gemeinsamen Scherbenhaufen.

Natürlich kann man all das bestreiten. Man kann etwa sagen, dass Deutschland doch immer noch ein christliches Land sei, weil fast zwei Drittel aller Deutschen einer der beiden großen Kirchen angehören, weil die Kinder auch in staatlichen Schulen Religionsunterricht bekommen, weil in unseren Gerichten und Schulen die Kreuze hängen und weil die Kirchen wertvolle Arbeit leisten in Kindergärten und Krankenhäusern. Sogar in der Präambel des Grundgesetzes steht noch der Gottesbezug, und die Kanzlerin hat beim Amtseid Gottes Hilfe beschworen. Ist Deutschland etwa kein christliches Land?

Ja, die historische Kulisse steht noch, das ist wahr, und sie ist verblüffend gut erhalten. Doch in vielem gleicht die Kirche in Deutschland heute der späten DDR: sieht stabil aus, steht aber kurz vor dem Kollaps. Und wie in der späten DDR machen sich viele Funktionäre etwas vor. Pfarrer und Bischöfe, auch viele Aktive in den Pfarrgemeinden sehen blühende Landschaften, wo längst Wüste ist. Liebe macht eben blind. Und dort, wo es um die eigene Existenz geht, vernebelt oft Zweckoptimismus den nüchternen Blick auf die Realität.

Als Glaubensgemeinschaft versagt

Bei der Selbsttäuschung helfen die glänzenden Fassaden und robusten Strukturen: Es gibt hierzulande 45.000 Kirchen, und die meisten sind – rein baulich – gut in Schuss. In diesem Jahr nehmen die katholische Kirche und die evangelische Kirche in Deutschland so viel Geld ein wie nie zuvor. Die deutsche Kirchenmusik ist die beste der Welt. Es gibt noch 44000 katholische Trauungen pro Jahr und 225.000 evangelische Konfirmationen. Ist das nichts? Fehlt nur noch das Argument, dass die Kirchen der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland sind und mehr als einer Million Menschen einen sicheren Arbeitsplatz bieten. – Dann ist die Kirche endgültig auf dem Legitimationsniveau der örtlichen Müllverbrennungsanlage angekommen.

Nein, eine Kirche kann weder allein als Arbeitgeber noch als Stütze des Sozialsystems ernst genommen werden, sondern nur als Glaubensgemeinschaft. Und genau das, die gemeinsamen Glaubensinhalte, hat sich weitgehend in Luft aufgelöst. Dass nur ein Drittel der Deutschen an die Auferstehung Christi glaubt, müsste die Kirchen schon einigermaßen beunruhigen, wenn doch nach Aktenlage zwei Drittel Christen sind. Doch es ist noch viel schlimmer: Selbst unter den Gläubigen werden zentrale Inhalte der christlichen Botschaft massenhaft abgelehnt. 60 Prozent glauben nicht an ein ewiges Leben. Dagegen glaubt jeder vierte Deutsche, dass die Begegnung mit einer schwarzen Katze Unglück bringt. An Ufos glauben zwischen Flensburg und Oberammergau mehr Menschen als ans Jüngste Gericht. Willkommen in der deutschen Diaspora.

Gottesdienste werden einfach ohne Gott weitergefeiert

Wie wenig die Kirchenmitgliedschaft heute noch mit dem Glauben zu tun hat, offenbarte eine Meinungsumfrage des Instituts Allensbach im Auftrag der katholischen Kirche. Sie fiel allerdings so verheerend aus, dass die Ergebnisse nie veröffentlicht wurden. Auf die Frage, warum sie katholisch seien, antworteten 68 Prozent: „Weil man dann wichtige Ereignisse im Leben kirchlich feiern kann, zum Beispiel Hochzeit, Taufe.“ Auch beim zweithäufigsten Grund kann man die herzerfrischende Ehrlichkeit nur bewundern: „Es gehört für mich einfach dazu, das hat in unserer Familie Tradition.“ Es versteht sich von selbst, dass diese Gründe nicht als religiös gelten können, sondern einfach kulturelle, soziale Gründe sind. Die meisten Geistlichen vor Ort können den Befund bestätigen: Kirche funktioniert heute dort am besten, wo sie eine glänzende Feier verspricht. Eine Trauung in Weiß, oft in einer fremden, aber imposanten Kirche, ist immer noch sehr gefragt, ebenso die Bilder vom Kommunionkind im weißen Kleid oder vom Konfirmanden im dunklen Anzug. Doch fast jeder dritte Konfirmand glaubt gar nicht an Gott. Da drängt sich noch mal der Vergleich zur DDR auf: Als der Sozialismus längst bankrott war, stand die Jugendweihe immer noch hoch im Kurs. Sie hat sogar den Untergang der DDR überlebt und wird inzwischen, von sozialistischen Inhalten befreit, einfach sinnentleert weitergefeiert. Auch viele Gottesdienste sind heute so ausschließlich kulturelle Ereignisse (also: wöchentlicher Treffpunkt, jährliche Folklore, Familienfest), dass sie auch nach dem endgültigen Beweis von Gottes Nichtexistenz genauso gut weitergefeiert werden könnten.

Die Spätzeit des Christentums in Deutschland hat begonnen. Die Kirchensteuer wird entweder unter politischem Druck abgeschafft oder versiegt spätestens ab 2030 sowieso; die letzte christlich sozialisierte und kirchlich aktive Generation scheidet bald aus dem Arbeitsleben aus und stirbt in den nächsten drei Jahrzehnten. Dann bricht auch die Fassade der Kirche zusammen. Dahinter wird eine Minderheit zum Vorschein kommen, die nicht viel größer sein wird als die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas.

Es geht konstant bergab

Dagegen wird alle paar Jahre in den Medien die Renaissance des Religiösen ausgerufen, vorzugsweise zur Weihnachtszeit. Journalisten und Soziologen wollen dann wieder einmal einen Trend ausgemacht haben: die Rückbesinnung auf die christlichen Wurzeln, die Sinnsuche einer neuen Generation, erst einen Benedikt- und neuerdings einen Franziskus-Effekt. Tatsächlich gibt es keinerlei Anhaltspunkte für eine solche Wendung. Die Zahlen bewegen sich konstant in eine Richtung: bergab. Allein im Jahr 2013 verlor die katholische Kirche schon wieder zehn Prozent ihrer Gottesdienstbesucher.

Die Rückbesinnung aufs Religiöse gibt es nicht. Aber interessanterweise steigt auch die Zahl der Atheisten kaum. Man könnte ja meinen, dass die Abwendung von den Kirchen mit einem kräftigen Aufschwung des Atheismus einhergehe. Doch davon kann keine Rede sein. Selbst denen, die mit traditionellen Religionen wenig anfangen können, reicht die Erklärung offenbar nicht, dass es irgendwann einmal nichts gab und dann durch einen Urknall das Weltall entstand; dass die Menschheit durch evolutionäre Zufälle entstanden ist und jeder einzelne Mensch auch; dass die Welt nur aus dem besteht, was man sehen, messen und begreifen kann; dass mit dem Tod einfach alles aus ist. Die Frage nach dem Woher und Wohin, die Frage nach Gott ist im Menschen angelegt. In den entscheidenden Momenten – also etwa wenn es um Krankheit und Tod geht, um die Abgründe des eigenen Lebens, um Schuld und Scheitern, Hoffnung und Trauer und nicht zuletzt: um die Erfahrung der Liebe – dort dringt die Frage nach Gott auch immer wieder ins Bewusstsein vor. „Wäre eines Tages jede Religion verschwunden und sogar das Wort „Gott“ vollständig ausgetilgt“, sagte einmal Karl Rahner, „dann würde man doch dieses Wort neu erfinden für das namenlose Geheimnis unserer Existenz.“

Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Fünfter Sonntag nach Ostern

Evangelium des fünften Sonntags nach Ostern

Joh 16, 23 – 30An jenem Tage werdet ihr mich nichts mehr fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bittet, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr empfangen, und eure Freude wird vollkommen sein. Dies habe ich in Bildern zu euch geredet. Es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Bildern zu euch reden, sondern offen euch vom Vater Kunde geben werde. An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch, dass ich dann den Vater nicht mehr für euch bitten brauche. Denn der Vater liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.“ Da sprachen seine Jünger: „Siehe, jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Bildern. Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und niemand dich erst zu fragen braucht. Darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustinus:

Es sind nur die Worte des Herrn zu behandeln: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bitten werdet, wird er es euch geben.“ Es ist schon in den vorhergehenden Teilen dieser Ansprache des Herrn gesagt worden, um derentwillen, die manches vom Vater im Namen Christi erbitten und es nicht erhalten, daß nichts im Namen des Heilands erbeten wird, was gegen das Wesen der Seligkeit erbeten wird. Denn man darf es nicht so auffassen, daß er den aus Buchstaben und Silben bestehenden Laut, sondern was der Laut bedeutet und was bei diesen Laut richtig und der Wahrheit entsprechend verstanden wird, bezeichnet, wenn er sagt: „In meinem Namen“.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott, von dem alles Gute herkömmt; verleih unsern demüthigen Bitten, daß wir deinen Einsprechungen gemäß recht denken und unter deiner Leitung auch recht handeln! Amen.

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Die versehentlich gelöschten Kategorien tauchen auch links aus der Versenkung auf. Wir bitten um Geduld, denn „ein gut Ding braucht Weile“. Es ist wirklich gut etwas Konstruktiven zu tun, um sich vom Verfall der Kirche und den Negativzeilen von überall abzulenken. Wenigstens wir halten den Katholizismus hier hoch! Jemand muss ja! Wir schreiben nicht „ausschließlich“, sondern, dass wir es tun.