Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Elfter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des elften Sonntags nach Pfingsten

Mk 7, 31 – 37 Jesus zog aus dem Gebiete von Tyrus wieder weg und kam über Sidon an den Galiläischen See, mitten durch das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu ihm und bat, ihm die Hand aufzulegen. Er nahm in vom Volke abseits, legte ihm seine Finger in die Ohren und berührte sein Zunge mit Speichel. Dann blickte er seufzend zum Himmel auf und sprach zu ihm: „Effetha“, das heißt: „Tu dich auf!“ Sogleich öffneten sich seine Ohren, und das Band seiner Zunge löste sich, und er konnte richtig sprechen. Er verbot ihnen aber, irgend jemand eitwas davon zu sagen. Doch je strenger er es ihnen verbot, desto eifriger erzählten sie es. Aus höchste erstaunt, sagten sie: „Er macht alles aut: Die Tauben macht er hören und die Stummen reden.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papste Gregor. Was ist der Grund, dass Gott, der Schöpfer des Alls, als er einen Taubstummen heilen, wollten, in dessen Ohre seine Finger hineinlegte und mit Speichel seine Zunge berührte? Was wird durch die Finger des Heilands anders bezeichnet als die Gaben des Heiligen Geistes? Deshalb sagt er, als er bei einer anderen Gelegenheit einen Teufel ausgetrieben hatte: „Wenn ich durch den Finger Gottes die Teufel austreibe, dann ist ja wahrhaftig zu euch das Gottesreich gekommen.“ Über diesen Vorgang hat der Herr nach Aufzeichnung eines anderen Evangelisten gesagt: „Wenn ich im Geiste Gottes die Teufel austreibe, ist also unter euch das Gottesreich gekommen“. Aus diesen beiden Stellen erkennt man, dass als Finger der Geist bezeichnet wird. Die Finger also in das Ohr hineinlegen, heißt: die die Gaben des heiligen Geistes den Sinn des Tauben zum Gehorchen wecken.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Allmächtiger ewiger Gott! der Du mit deiner Güte Fülle der Bittenden Verdienste und Wünsche übertriffst: gieße aus über uns deine Barmherzigkeit, um uns nachzulassen, was unser Gewissen fürchtet, und zu ertheilen, was wir zu begehren uns nicht getrauen! Amen.

 

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Proprium missae – Dominica XI post Pentecosten

INTROITUS
Ps 67:6-7; 67:36
Deus in loco sancto suo: Deus qui inhabitáre facit unánimes in domo: ipse dabit virtútem et fortitúdinem plebi suæ.
Ps 67:2
Exsúrgat Deus, et dissipéntur inimíci eius: et fúgiant, qui odérunt eum, a fácie eius.
V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto.
R. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in saecula saeculórum. AmenPs 67:6-7; 67:36
Deus in loco sancto suo: Deus qui inhabitáre facit unánimes in domo: ipse dabit virtútem et fortitúdinem plebi suæ.
Gott, der in Seinem Heiligtume weilt, Gott, der in Seinem Haus einmütig wohnen läßt die Menschen, Er ist´s, der Seinem Volke Kraft und Stärke gibt.

Gott stehe auf, zerstieben sollen Seine Feinde; vor Seinem Anblick sollen fliehen, die Ihn hassen.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
R Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen

Gott, der in Seinem Heiligtume weilt, Gott, der in Seinem Haus einmütig wohnen läßt die Menschen, Er ist´s, der Seinem Volke Kraft und Stärke gibt.

GRADUALE
Ps 27:7 27:1
In Deo sperávit cor meum, et adiútus sum: et reflóruit caro mea, et ex voluntáte mea confitébor illi.
V. Ad te, Dómine, clamávi: Deus meus, ne síleas, ne discédas a me.
Auf Gott vertraute mein Herz, da wurde mir Hilfe: aufblühte wieder mein Fleisch. Darum will ich Ihn preisen aus ganzer Seele.
V O Herr, ich ruf zu Dir; mein Gott, o bleib nicht stumm, verlaß mich nicht.

ALLELUIA
Allelúia, allelúia
Ps 80:2-3
Exsultáte Deo, adiutóri nostro, iubiláte Deo Iacob: súmite psalmum iucúndum cum cíthara. Allelúia.
Alleluja, alleluja.
Gott, unsrem Helfer, jauchzet zu, jubelt entgegen dem Gotte Jakobs; stimmt an den frohen Psalm mit Saitenspiel. Alleluja.

OFFERTORIUM
Ps 29:2-3
Exaltábo te, Dómine, quóniam suscepísti me, nec delectásti inimícos meos super me: Dómine, clamávi ad te, fet sanásti me.
Lobpreisen will ich Dich, o Herr: Du nahmst mich auf, Du ließest meine Feinde nicht triumphieren über mich. O Herr, ich schrie zu Dir, und Du hast mich geheilt.

COMMUNIO
Prov 3:9-10
Hónora Dóminum de tua substántia, et de prímitus frugum tuárum: et implebúntur hórrea tua saturitáte, et vino torculária redundábunt.
Ehre den Herrn mit deiner Habe und mit den Erstlingen deiner Früchte; dann werden sich deine Scheunen mit Überfluß füllen, und deine Keltern überfließen von Wein.

Die antidämonische Mantilla-Anzug-Wochenendbeilage oder agere contra

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Der beste Weg DSDZ [der Schreiber dieser Zeilen] auf die Palme zu bringen, besteht darin:

  • ihn zu bedrohen,
  • ihn zu erpressen,
  • ihm etwas zu verbieten.

Man kann davon ausgehen, dass er in 90% der Fälle genau das Entgegengesetzte tun wird und zwar richtig.

Ist das nicht kindisch?

Nein, es ist das ignatianische agere contra – „entgegen wirken“ oder die Umsetzung der geistlichen Maxime: diabolus inverse legitur – „den Teufel muss man umgekehrt lesen“. Schlägt man dem Gegner das Druckmittel aus der Hand, indem man es selbst anwendet, so entledigt man sich des Druckes. Wir müssen uns ferner ständig vor Augen halten, dass hinter wirklich allen Ereignissen geistliche Mächte stecken, die sich dieser Ereignisse bedienen. Manchmal bedienen sie sich auch der Menschen, die sich darüber nicht im Klaren sind, dass sie die Propaganda des Feindes verbreiten.

Woher weiß, dass der Ursprung dämonisch ist?

 

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Priestertum und Zölibat (3 von 12): Die Notwendigkeit des Zölibats.

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Ja, Gott ist anders – totum aliud. Er ist transzendent, er ist transmundan (überweltlich), er ist abgehoben und heilig. Und alle, die Gott nahe kommen, werden automatisch anders als die Welt. Deswegen sollen Sie sich keine Sorgen darum machen, dass Sie die Welt verlassen müssen, wenn Sie zu Christus finden. Die Welt wird Sie verlassen, weil Sie mit Ihnen nichts gemein haben wird. Deswegen sind die Priester, die dieses Namens würdig sind, anders. Deswegen sollen sie sich anders kleiden, bewegen und aussehen, was eigentlich automatisch passiert. Denken Sie an Heiliges, so reden Sie anders, bewegen sich anders und sehen anders aus. Der Zölibat hat damit zu tun, dass man als Priester kein weltliches Leben führen kann oder darf mit Frau Kinder, Schulaufgaben, Sonntagsbraten, Schwiegerelternbesuch etc. Denn Sex ist immer ein Gesamtpaket mit „Beziehung“ und letztendlich Familie (Sonntagsbraten).

4.   Die Notwendigkeit des Zölibats

  1. Da den primären Gegenstand der priesterlichen Berufung und des daraus resultierenden Priesterberufs der Gotteskult bildet, welcher eine ganzheitliche Lebenshingabe erfordert, daher lässt sich der Priesterberuf mit keinem anderen Beruf vergleichen. So wie sich der Bereich des Göttlichen und Übernatürlichen vom Bereich des Weltlichen und Natürlichen abgrenzt, so muss sich das gesamte Leben des Priesters, in welchem sich sein Priestertum verwirklicht, vom Leben anderer Menschen unterscheiden.
  1. Schon im AT bedeutet eine Zugehörigkeit zum Heiligen zugleich ein Getrennt-Sein von der Welt, da das hebräische Wort qadowsh (קָדוֹשׁ) oder qadosh (קָדֹשׁ), welches für „heilig“ steht zugleich auch „abgesondert“ bedeutet. Diese Wechselbeziehung zwischen Heilig-Sein und Abgesondert-Sein ist in den ältesten, alttestamentlichen Texten präsent (vgl. Lev 11,44; Lev 20,24; 1 Sam 2,28; Is 48,8-10 a.): „Seid mir heilig, denn ich der Herr, bin heilig (hagios) und ich habe euch von all diesen Völkern ausgesondert, damit ihr mir gehört“ (Lev 20,26).

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Eine ernsthafte Erwiderung auf den Leserbrief der Monats

Bonaventura

Nach der witzig-polemischen Antwort auf den gestrigen „Lesebrief“ des Monats wollen wir uns seiner meritorisch annehmen.

War es denn richtig ihn zu veröffentlichen?

Warum nicht? Man wurde um keine Diskretion gebeten und dort stehen auch keine persönlichen Bekenntnisse, die vertraulich behandelt werden sollten. Jemand schreibt etwas „von der Leber weg“ in einem recht ultimativ-belehrenden Ton, doch in einem hat er recht:

Kurz formulierte Pauschalurteile und Informationen führen in der jetzigen Verwirrung zur mehr Verwirrung.

Dies stimmt zwar, aber kurz formulierte Pauschalurteile sind auf einem populär-gehaltenen theologischen Blog unvermeidbar, da 99,9% unserer Leser über kein Theologiestudium verfügt, sowie sich darüber nicht im Klaren ist, dass in der Theologie, wie in der Jurisprudenz, jeder Begriff einen fest umschriebenen Begriffsrahmen besitzt. Es ist wirklich wie in der Physik: jeder Satz gleicht der Formel:

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Leserbrief des Monats – Unser Blog ist nicht katholisch

 

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Normalerweise veröffentlichen wir ungefragt keine Leserbriefe, aber der zuletzt erhaltene ist so köstlich, dass er eine Veröffentlichung verdient. Nein, wir haben nicht nur zwei Päpste in Rom, wir haben viele kleine, große Päpste, die auffordern und die Katholizität bestimmen. Na gut, DSDZ ist auch einer von ihnen, aber ein lieber. Da bei den Beiträgen zu Pater Poulain SJ selten eine Diskussion aufkommt, so hoffen wir, dass nach diesem Leserbrief sich andere Leser zu Wort melden, ob sie das Ganze auch so sehen. DSDZ ist sich darüber bewußt, dass er manches sehr oberflächlich beantwortet, aber ausführliche Themen erfordern viel Vorbereitung, für welche manchmal die Zeit nicht ausreicht. Entweder man antwortet ungefähr oder man antwortet überhaupt gar nicht. Wir wünschen allen eine unaufgebrachte Lektüre.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihnen gerne schreiben.

Ich denke, daß es Ihnen bewusst ist, daß Sie mit Ihrem Blog eine große Verantwortung tragen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß gerade viele Frauen verunsichert sind und sich nicht trauen auch den „traditionellen“ Seelsorger auf Probleme und Zweifel anzusprechen. Denn viele Katholiken, die bei Ihnen lesen, können anonym die Fragen stellen, die sie beschäftigen. Doch sind einige Ihrer Leser wahrscheinlich theologisch nicht so gebildet. So können diese die Qualität Ihrer Antworten nicht richtig einschätzen.

Nehmen wir den Artikel „Eine Einführung zu Peter Kwasniewskis ,Desensibilisierung der Eucharistie’ oder Ist da noch Jesus drin?“ vom 16. April 2018:

Wer ist dieser Kwasniewski? Die Antwort liefern Sie im Text.

 

„Nein, er lebt im Gnadenstand, ist niemals unwürdig zur Kommunion gegangen und bemüht sich um die Gewinnung der Tugend. Aber an die letzten ausschließlich „echten“, falls man dieses Wort hier einführen darf, Kommunionen kann er sich im Jahre 2013 in der Abtei Fontgombault erinnern. Seitdem ist es immer vereinzelt. Er kann sich aber an sehr eindrucksvolle Kommunionen während seiner Kindheit in seiner Heimat erinnern, welche aufhörten als er nach Deutschland kam und was er danach vereinzelt erlebte.“

In diesem kurzen Abschnitt erfahren wir etwas über diesen Mann, aber noch viel mehr. „Tradition und Glauben“ kennt den Seelenzustand dieses Mannes. In Fontgombault sind die Messen gültig. In der Kindheit waren die Priester noch gläubig und daher die Messen gültig.

Aber oben schreiben Sie doch noch: „Sollte man dabei nach Eindrücken gehen? Nein, sicherlich nicht. Es ist etwas Spirituelles, eine Glaubenssache, der Teufel kann sich dort einmischen, vielleicht ist es auch eine Prüfung von Gott. DSDZ fing an sogar zu notieren, wann er meint eine tatsächliche Kommunion empfangen zu haben und es ist sehr selten und bei immer denselben Priestern.“

Ist das für Sie kein Widerspruch? Der Teufel kann das, aber trotzdem lasse ich mich auf subjektive Einschätzungen ein?

Dann schreibt eine Frau korrekterweise: „Um gültig konsekrieren zu können, bedarf es aber noch einer weiteren Voraussetzung:

Die g ü l t i g e Priesterweihe, durch einen g ü l t i g geweihten Bischof vollzogen.
Jetzt kommt Montini, alias Paul VI. ins Spiel: Er hat verbotenerweise den Weiheritus für Priester und Bischöfe verändert,was nur einen e i n z i g e n Grund haben kann: sie ungültig zu machen. Warum sonst hätte er sie verändern sollen? Es gibt nicht einen Grund dafür. Warum hätte sonst Marcel Lefebvre von allen Priestern(?) die bedingungsweise Nachweihe verlangt? (Ich war mal bei den Piusbrüdern – jetzt aus gutem Grund nicht mehr.)“

Sie argumentiert dann auch weiter und hat richtige Argumente. Argumente der Kirche, der Tradition.

Ihre Antwort darauf:

„Diese Argumente sind mir bekannt. Die Weihen sind gültig, denn die Anforderungen an die Gültigkeit sind minimal.

Wenn wir den Spieß herumdrehen, dann sollte es bei den Piusbrüdern nur Heilige geben, welche 1000% der Orthodoxie besitzen und bei den Sedis erst Recht. Dem ist aber leider nicht so. Warum schweigt den die FSSPX zu Bergoglio, wenn sie doch siebenmal in Econe geweihte oder mit „allen Wassern gewaschen sind“.

Lesen Sie sich doch die Ausführungen eines Pius-Aussteigers, jetzigen Sedis, dazu:https://zelozelavi.wordpress.com/2015/08/29/600-priester/ Er ist jetzt völlig „weg vom Fester“, aber der Ritus allein macht es nicht. Ich denke, schon dass die neuen Sakramente weniger wirken, aufgrund der veränderten allgemeinen Form, aber die minimale sakramentale Form ist beibehalten worden.

Und das ist jetzt das Problem Ihrer Seite. Anstatt theologisch die FSSPX zu widerlegen, was nicht schwer ist (Gehorsamspflicht gegenüber dem Papst ist nicht erfüllt), gehen Sie wieder auf die Seelenschau-Ebene und bringen dann noch zelozelavi ins Spiel. Jener Priester bringt auf seiner Seite nur korrekte Sachargumente, freilich in einer humoristischen Form, die auch nicht mag. Aber er schreibt an einer Stelle sinngemäß, dass er sich kein Urteil über den Glauben der Mitglieder der FSSPX anmaßt.

Tradition und Glauben maßt sich aber ständig solche Urteile an und verstrickt sich auf der Gefühlsebene ständig in Widersprüche.

Entweder wir haben nach Pius XII. Päpste, ein Konzil, das dem außerordentlichen universalen Lehramt zuzuordnen ist wie das I. Vatikanische Konzil und vollständig zu glauben ist, gültige Sakramente, eine Messe die besucht werden muß oder eben nicht. Und mit einem Kirchenoberhaupt werden liturgische Missbräuche bekämpft und wir müßen uns über die Gültigkeit der Sakramente keine Sorgen machen und zum Beispiel nach Fontgombault fliehen, das alte Brevier beten, Mantilla aufziehen, unbequeme Kleidung zur Buße tragen und Kniebänke in unserer Wohnung aufstellen.

Auf Ihrer Seite sind die Widersprüche aber so eklatant. Eine Mantilla zu tragen ist für Sie „unfehlbares Lehramt“ und verpflichtet jede Frau. Dem Novus Ordo fernzubleiben, der im Widerspruch zur Messe aller Zeiten steht, ist aber nicht geboten. Flüchten wir uns also in eine Welt von Mantillas, Kniebänken, alten Brevieren und gehen in die Pfarrkirchen zu konservativen Priestern??? Da werden wir doch wahnsinnig!!!

Nebenbei bemerkt: Bei der Bischofsweihe müßen ebenso Materie und Form stimmen. Sie hätten im Kommentar wenigstens eine Begründung liefern können, warum die neuen Weihen gültig sind. Oder ist das eine unfehlbare Lehrmeinung von „Tradition und Glauben“?

In der neuen Weihe sind Materie und Form (meistens) getrennt und es wird lediglich der Ausdruck „Geist der Leitung verwendet“. Das WAS und das WOZU geht hieraus nicht hervor. Sie kennen die Argumentation, flüchten sich aber in die subjektive Beurteilung von Geistlichen, weil Ihnen die Gegenargumente wahrscheinlich fehlen.

Folgendes noch: Im Bereich Gebetsanliegen vermitteln Sie auch wieder diese nicht katholische Gefühlsebene und den nicht katholischen Heilsautomatismus. Viel beten bringt viel und man spürt es dann auch. Der Begriff Telepathie gehört in die Esoterik und nicht in die katholische Kirche.

Wir beten „dein Wille geschehe“. Gott will unser Bestes und lässt das Übel zu. Nicht alles wird erhört.

Ihre Seite ist also, wie ich anhand weniger Beispiele darlegen konnte, nicht katholisch und kann unwissende Gläubige in die Irre führen.

Daher wäre ich froh, wenn Sie die Leser Ihrer Seite über die verbreiteten Irrtümer aufklären und die vorhandenen Artikel löschen.

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (22) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (12) Gebet der Einfachheit und Beschauung (viii). Tipps für das Gebet der Einfachheit.

Pater Poulain schreibt zu recht:

„Manchmal weiß der Pönitent nicht zu erklären, worin eigentlich sein inneres Gebet besteht“.

Wir haben es also mit einer recht exotischen Situation zu tun, in welcher folgende Elemente vorkommen:

a. ein Pönitent erzählt über sein inneres Gebet und nicht über seine Sünden,

b. ein Priester hört zu, da er

c. aufgrund seines eigenen Gebetslebens

d. die Gebetsentwicklung des Pönitenten einstufen und leiten kann.

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Priestertum und Zölibat (2 von 12): Priestertum als ganzheitliche Lebenshingabe.

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Der Priester ist durch sein Priestertum und ein eigenes Sakrament viel enger mit Christus, dem jungfräulichen Lamm, verbunden als irgendein Laiengläubiger. Daher auch der Zölibat: höhere Würde, höhere Ansprüche. Der Priester soll doch tatsächlich während seines Priestertums eine beinahe ontologische Christus-Identität entwickeln und zwar viel buchstäblicher als ein Gläubiger, weil Christus durch ihn predigt, wirkt und die Sakramente spendet. Er soll ein reines Rohr der Gnade werden und danach wird er auch gerichtet werden. Ja, die Hölle brennt, ja die „Erderwärmung“ kommt daher, ja, die Priesterseelen brennen und wie.

a.   Priestertum als ganzheitliche Lebenshingabe

  1. Im Gegensatz zu anderen Formen der Christusnachfolge, zu welcher alle Christen berufen sind, beinhaltet der priesterliche Dienst nicht nur Handlungen „in Christi Namen“, sondern auch Handlungen „an Christi statt“ (KKK 1548). Denn bei der Spendung der Sakramente, auf welche der priesterliche Dienst hauptsächlich hin geordnet ist, handelt der Priester in persona Christi. Dies wird besonders im Sakrament der Eucharistie und im Sakrament der Buße deutlich (Catechismus Romanus II 7,2.5.7). Bei der Eucharistie spricht der Priester die Wandlungsworte „dies ist mein Fleisch … mein Blut“, womit er, die Ich-Form verwendend, das Fleisch und das Blut Christi meint. Bei der Beichte verwendet der Priester bei der Lossprechungsformel ebenfalls die Ich-Form („Ich spreche dich los von deinem Sünden“), wobei der tatsächlich lossprechende Christus selbst ist. Diese besondere Ich-Verbundenheit des Priesters mit Christus stellt Papst Benedikt XVI wie folgt dar:

„Christus erlaubt es uns, sein ‚Ich’ zu benutzen, wir sprechen im ‚Ich’ Christi, Christus zieht uns in sich hinein und erlaubt uns die Vereinigung mit ihm, er vereint uns mit seinem ‚Ich’. Und so, durch sein Handeln, durch diese Tatsache, dass er uns in sich ‚hineinzieht’, so dass unser ‚Ich’ mit seinem ‚Ich’ vereint wird, verwirklicht er das Andauern, die Einzigartigkeit seines Priestertums; so ist er wahrhaft immer der einzige Priester, und dennoch sehr gegenwärtig in der Welt, weil er uns in sich hineinzieht und so seine priesterliche Sendung gegenwärtig macht“.[1]

  1. Zwar nimmt jeder Getaufte am „gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen teil“ (KKK 1547), sodass „jeder gemäß seiner eigenen Berufung an der Sendung Christi, des Priesters, Propheten und Königs, beteiligt [ist]“ (KKK 1546), dennoch gibt es in der katholischen Kirche neben diesem gemeinsamen Priestertum auch ein amtliches oder hierarchisches Priestertum, welches, durch die Sakramentenspendung, im Dienst des allgemeinen Priestertums der Gläubigen steht (KKK 1547, Lumen gentium 10, Catechismus Romanus II 7.24).

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Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Zehnter Sonntag nach Pfingsten

Evangelium des zehnten Sonntags nach Pfingsten

Lk 18, 9 – 14 Zu einigen, die sich für gerecht hielten und die andern verachteten, sprach Jesus folgendes Gleichnis: „Zwei Menschen gingen in den Tempel um zu beten. Der eine war ein Parisäer, der andere ein Zöllner. Der Parisäer stellte sich hin und betete bei sich: Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen, wie die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder wie der Zöllner da. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, was ich besitze. Der Zöllner aber blieb von ferne stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an sene Brust und betete: Gott sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch, dieser ging gerechtfertigt nach Hause, jener nicht. Denn wer sich erhöht, wird erniedrigt, wer sich erniedrigt, wird erhöht werden.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin:

Wenn doch der Pharisäer wenigstens sagen wollte: Ich bin nicht wie viele Menschen. Was heißt das: „Die übrigen Menschen“ anders als alle mit der Ausnahme von ihm selbst? Ich, sagt er, bin ein Rechtschaffener, die übrigen sind Sünder. „Ich bin nicht wie die übrigen Menschen, die Ungerechten, die Räuber, die Eheschänder.“ Und man kann’s sehen: von dem in der Nähe anwesenden Zöllner kommt die Veranlassung zu noch weiterer Überhebung. „So wie“, sagt er, „dieser Zöllner dort.“ Ich, sagt er, bin allein; er ist von den übrigen. Ich bin nicht so, sagt er, wie dieser, auf Grund meines gerechten Handelns, demgemäß ich kein Sünder bin.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott! der Du deine Allmacht am herrlichsten dadurch offenbarst, daß Du der Sünder schonest, und gegen sie barmherzig bist: laß uns deine Barmherzigkeit immer mehr zufließen, damit wir dem, was Du uns versprochen hast, stets eifrig nachstreben und der himmlischen Güter durch Deine Hilfe theilhaftig werden! Amen.

Proprium missae – Dominica X post Pentecosten

INTROITUS
Ps 54:17; 54:18; 54:20; 54:23
Dum clamárem ad Dóminum, exaudívit vocem meam, ab his, qui appropínquant mihi: et humiliávit eos, qui est ante saecula et manet in ætérnum: iacta cogitátum tuum in Dómino, et ipse te enútriet.
Ps 54:2
Exáudi, Deus, oratiónem meam, et ne despéxeris deprecatiónem meam: inténde mihi et exáudi me.
V. Glória Patri, et Fílio, et Spirítui Sancto.
R. Sicut erat in princípio, et nunc, et semper, et in saecula saeculórum. AmenPs 54:17; 54:18; 54:20; 54:23
Dum clamárem ad Dóminum, exaudívit vocem meam, ab his, qui appropínquant mihi: et humiliávit eos, qui est ante saecula et manet in ætérnum: iacta cogitátum tuum in Dómino, et ipse te enútriet.
Ich schrie zum Herrn, und Er erhörte meinen Ruf und schützte mich vor denen, die mir feindlich nahen. Er hat sie klein gemacht, Er, der da ist vor aller Zeit und bleibt in Ewigkeit. Wirf deine Sorgen auf den Herrn, Er wird dich nähren.

Erhör, o Gott, mein Beten, verschmähe nicht mein Flehen, hab acht auf mich, erhöre mich.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
R Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen

Ich schrie zum Herrn, und Er erhörte meinen Ruf und schützte mich vor denen, die mir feindlich nahen. Er hat sie klein gemacht, Er, der da ist vor aller Zeit und bleibt in Ewigkeit. Wirf deine Sorgen auf den Herrn, Er wird dich nähren.

GRADUALE
Ps 16:8; 68:2
Custódi me, Dómine, ut pupíllam óculi: sub umbra alárum tuárum prótege me.
V. De vultu tuo iudícium meum pródeat: óculi tui vídeant æquitátem.
Behüte mich, o Herr, wie Deinen Augenstern; im Schatten Deiner Flügel schirme mich.
V Von Deinem Antlitz komme mir mein Recht, Dein Auge achte auf Gerechtigkeit.

ALLELUIA
Allelúia, allelúia
Ps 64:2
Te decet hymnus, De us, in Sion: et tibi redde tu votum in Ierúsalem. Allelúia.
Alleluja, alleluja.
O Gott, Dir gebührt ein Loblied in Sion, Dir erfülle man sein Gelübde in Jerusalem. Alleluja.

OFFERTORIUM
Ps 24:1-3
Ad te, Dómine, levávi ánimam meam: Deus meus, in te confído, non erubéscam: neque irrídeant me inimíci mei: étenim univérsi, qui te exspéctant, non confundéntur.
Zu Dir, o Herr, erhebe ich meine Seele; mein Gott, auf Dich vertraue ich. Drob werd ich nicht erröten, noch sollen meine Feinde mich verlachen; denn all die vielen, die auf Dich warten, werden nicht enttäuscht.

COMMUNIO
Ps 50:21
Acceptábis sacrificium iustítiæ, oblatiónes et holocáusta, super altáre tuum, Dómine.
Das vollkommene Opfer, Weihegaben und Brandopfer, nimmst Du entgegen, o Herr, auf Deinem Altare.