Tradition und Glauben

Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (5)

Kardinal Bona ermahnt uns unsere geistlichen Taten, d.h. diejenigen, welche unserem Glaubensleben entspringen, nicht allzu selbstverständlich zu nehmen. Es ist nicht immer selbstverständlich, dass fromme Menschen tatsächlich immer vom guten Geist angetrieben werden. Wie die Medizin die höchste der Künste ist, so wird sie von der Seelenkenntnis überragt. Manchmal gehen wir zur schnell zur Tagesordnung über, ohne über unsere geistlichen Eindrücke, die wir von einer Person oder Situation haben, falls wir diese Wahrnehmung besitzen,  zu überdenken. Kapitel I Zweck dieses Buches – Wie schwer die Unterscheidung der Geister sei und woher solches komme – Hohe Nothwendigkeit derselben – Mannigfaltige und traurige Verirrungen, die aus Ermangelung derselben entstehen – Gebet um Erlangung derselben.  Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.                  ...

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Augustin Poulain SJ- Ein Leben mit Mystik im Hintergrund. (1) Deutsche und französische Mystik

Obwohl im Falle eines mystischen Werkes die Persönlichkeit und die Biografie des Verfassers immer wieder durch die Seiten und durch die Ratschläge durchscheinen, die bei einem anderen Autor gar nicht gegeben worden wären, so wollen wir an dieser Stelle kurz den äußeren Rahmen des Lebens von Pater Augustin Poulain SJ (1836-1919) angeben. Die genaueren Angaben zu seiner Person können hier nachgelesen werden.[1] Pater Poulain SJ war in seinem langen Leben ein Zeitgenosse von Dom Guéranger, Adolphe Tanqueray sowie von vielen französischen Heiligen des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Zwar fällt es uns bei dem fast völlig atheistischen Frankreich von heute schwer zu glauben, dass dieses Land im Jahre 1910 eine katholische Großmacht war. Und dies nicht nur an der Anzahl der Katholiken gemessen, 1910 tatsächlich die größte der Welt war,[2] sondern auch gemessen an dem Einfluss der französischen Spiritualität, insbesondere der systematisch dargelegten Aszetik. Es ist bekannt, dass Französisch die Sprache der Spiritualität ist. Das berühmte Dictionnaire de spiritualité. Ascétique et mystique. Doctrine et histoire, welches mehr 60.000 Seiten, in 17 Bänden (45 Teilbänden) mit mehr als 100 Millionen Zeichen umfasst und das von 1932-1995 von den Jesuiten herausgegeben wurde,[3] ist für jeden, der sich mit diesem Fachgebiet befasst, eine Pflichtlektüre. Sicherlich gibt es auch dort einen Paradigmenwechsel zwischen den vorkonziliaren und den nachkonziliaren Beiträgen, welcher wohl vom objektiven Gottbezug in Richtung subjektives Wohlbefinden geht. Zwar müsste diese These durch Zitate belegt werden, da aber ein Paradigmenwechsel in allen katholischen Lexika nach dem Konzil stattgefunden hat, so kann es bei einem Werk, welche von der progressiven Gesellschaft Jesu herausgegeben wurde, auch nicht anders sein. Nichtsdestotrotz sind die vorkonziliaren Beiträge im Dictionnaire de spiritualité sehr empfehlenswert und beweisen den hohen Grad der französischen spirituellen Theologie....

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Dom Prosper Guéranger OSB – Leben und Werk

Abwechselnd mit anderen unseren Materialien wollen wir hier in Abschnitten die Schrift „Antiliturgische Häresie“ von Abt (=Dom) Prosper Guéranger (1805-1875) vorstellen. Dies soll teilweise in der Übersetzung von Prof. Michael Fiedrowicz[1] und teilweise in unserer eigenen Übersetzung erfolgen, da die vorliegende deutsche Übersetzung den letzten, gleichsam krönenden, Teil nicht enthält. Prosper Guéranger, der als der eigentliche Begründer der liturgischen Bewegung gilt, ist wahrscheinlich dem deutschsprachigen Leser bekannt. Da man aber einerseits das Vorwissen des Lesers nicht überschätzen, andererseits aber es auch nicht unterschätzen sollte, so wollen wir das Leben und Werk des französischen Abtes hier kurz darstellen. Die Liturgische Bewegung – ihre „Rechte“, ihre „Linke“ und die Jugendbewegung Vorangehend sei angeführt, dass wenn man heutzutage in den deutschsprachigen Landen den Begriff „liturgische Bewegung“ liest, so empfindet man als ein traditionell eingestellter und romtreuer Katholik bei diesem Begriff zumindest Abneigung, wenn nicht gar Aggression oder Ekel. Denn, so denkt mancher, hätte es die liturgische Bewegung nicht gegeben, so hätten wir nicht in unseren Kirchen das, was wir haben und wovor man am liebsten davonlaufen würde. Dennoch war die liturgische Bewegung in ihren Anfängen etwas Gutes. Erst in den 1920er Jahren nahm sie eine Wendung, welche sich auf die lange Sicht dermaßen verheerend erwiesen hat.[2] Es lässt sich durchaus die Meinung vertreten, dass so wie die Hegelianer in die hegelsche Rechte[3] und die hegelsche Linke[4] zerfielen, wovon die Letztere schließlich in den Marxismus-Leninismus mündete, so zerfiel auch die liturgische Bewegung in die Rechte, von welcher man kaum noch etwas weiß, und in die Linke, welche sich schließlich beim letzten Konzil und in der nachfolgenden Zeit kräftig durchsetzte. Dieser „liturgischen Linken“, auf die wir an dieser Stelle nicht näher eingehen wollen, gehörten solche Leute an wie: Dom (Abt) Lambert Beaudauin (1884-1960), Abt Ildefons Herwegen (1874-1946) und sein Schüler Abt Odo Casel (1886-1948), Romano...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (5) Inhaltsangabe

An dieser Stelle wollen wir zur Publikation des Buches selbst fortschreiten, welche immer vom obigen Bild, Verkündigung vom Philippe de Champagne, begleitet wird, welches die wahre Fülle der Gnaden zeigt. Ein Inhaltsverzeichnis anzupreisen ist recht schwierig, auch seine Vorstellung ist zwar notwendig, aber eher unaufregend. Dennoch macht die Präzision und die Unterteilung der zu besprechenden Kapitel einen starken Eindruck, z.B. die Unterteilung der Exstase in den äußeren und inneren Verlauf, was wohl in der spirituellen Literatur der mathematischen Methodik nach ein Novum darstellt. Interessant erscheinen auch die Belege für seine Behauptungen, welche Pater Poulain SJ aus den Kanonisationsakten und anderen Belegen zitiert. Es bleibt also nichts, wie in der Geometrie, unbewiesen, da nichts, anders als in der Geometrie, nicht empirisch also durch die induktive Methode des Quellenstudiums bewiesen wurde. Inhaltsangabe Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.                                              ...

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„Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“. 3. Niedergang des Ordenslebens. (1) Geistliche Gründe für den Niedergang

1.    Geistliche Gründe für den Niedergang des Ordenslebens Da die Statistiken zum Niedergang des Ordenswesens im Westen, der auch langsam im Osten einzusetzen beginnt, dem deutschsprachigen Leser hinlänglich bekannt sein dürfen, so wollen wir an dieser Stelle, anders als auf unserer polnisch sprachigen Seite, außer der Präsentation der reinen Statistiken auch ein wenig Ursachenforschung betreiben. Was ist aber das Ordensleben? Es ist ein kirchlicher Leistungssport und deswegen wurde schon im vierten Jahrhundert der Mönch oder der Eremit, beiderlei Geschlechts, athleta Christi genannt. Dies gilt interessanterweise auch für Frauen, die sich für das monastische Leben entschieden haben, wie man beispielsweise in den Briefen des heiligen Hieronymus an Paula nachlesen kann, wo er sie als keine schwache Frau betrachtet, sondern als einen geistlichen Kameraden und Mitstreiter.[1] Als keine Tussi also, würde die Jugend heutzutage sagen. Ein Leistungssportler kann aber wirklich nicht jeder werden. Wie im natürlichen Bereich, in naturalibus, bestimmte Voraussetzungen körperlicher Art notwendig sind, so sind im Bereich der Berufung, also im übernatürlichen Bereich, in supranaturalibus, nicht nur bestimmte Eigenschaften der Natur gefordert, sondern vor allem die göttliche Berufung. Man muss also nicht nur zu bestimmten Leistungen fähig sein, der Verein oder der Trainer muss einen zum Profisportler oder Leistungssportler ausbilden wollen und danach ist die Willenskraft und Frustrationstoleranz gefragt. Man kann sich auch eine Berufung nicht einbilden oder sie Gott abtrotzen. Wer sie nicht hat, der hat sie eben nicht, wer sie aber hat, kann ihr untreu werden und sie auf diese Art und Weise verlieren. Es ist wohl der heilige Don Bosco, der sagte, dass ein Drittel der Menschheit eine Berufung hat. Dies wären heute in Deutschland bei den 24,2 Millionen Katholiken sage und schreibe 8.066.666,6666 Berufungen also knapp über acht Millionen. Was wahrscheinlich Don Bosco damit sagen wollte, ist dies, dass ein Drittel der Menschheit über die notwendigen...

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Eines tut Not – das geistliche Leben. Eine Einleitung in das Werk von A. Poulain SJ. (7 von 7): Die Fülle der Gnaden von Augustin Poulain SJ – eine Empfehlung

Die Fülle der Gnaden von Augustin Poulain SJ – eine Empfehlung Der Hunger nach Gott und Gebet, was man auch unter dem Letzteren verstehen mag, ist im Westen groß, was die esoterisch-gnostische Entwicklung der letzten 30-40 Jahre überaus deutlich macht. Der Leiter einer evangelischen Akademie erzählte einmal in trauter Runde, dass er zu einem Meditations-Retreat bei einem Yogi gewesen ist, bei dem er 10 h am Tag meditiert habe. Dies schien für diesen Mann ein einschneidendes Erlebnis gewesen zu sein. Er sagte dann beinah mit Tränen in den Augen: „Und ich dachte: Vielleicht ist er anders? Vielleicht ist es echt? Vielleicht steckt etwas dahinter? Vielleicht geht es ihm nicht darum möglichst viele Bücher zu verkaufen?“ Dieser Akademieleiter hätte auch ein katholischer sein können, denn die Wahrscheinlichkeit im deutschsprachigen Raum einen Geistlichen zu treffen, der auch tatsächlich ein geistliches Leben führt, ist wie bereits erwähnt, sehr gering. Aber es ist gerade dieses eine, was Not tut und nicht all das andere. Ohne ein Gebetsleben kommt es, wie man seit Langem weiß, zuerst zum Aktivismus und danach zur geistigen Verödung, welche den Namen der Acedia trägt. Wie sieht aber dieser Gebetsweg aus? Was ist zu tun und was ist zu lassen? Welche Gefahren drohen dort? Worauf hat man gefasst zu sein? All das legt Pater Poulain SJ auf 602 Seiten der englischen Ausgabe Titel The Graces of Interior Prayer. A Treatise on Mystical Theology bzw. auf 878 Seiten in zwei Bänden der deutschen Ausgabe Die Fülle der Gnaden. Ein Handbuch der Mystik klar, systematisch, katholisch, theologisch fundierten und auf Kirchenlehrer und Heiligen Lebensläufe gestützt. In einem Buch, welches Sie sich hier systematisch ins Scans präsentieren werden....

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Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (4) Unterscheidung im Lichte Gottes

Der Franzose sagt: les defauts de ses vertus, was in etwa mit „die Mängel unserer Tugenden“ zu übersetzen ist. Man will damit sagen, dass jede positive Eigenschaft ihre Kehrseite hat, so werden energische Menschen meistens  schnell zornig, sanftmütige sind oft widerstandslos und feige etc. Hl. Ignatius von Loyola sagte daher: agere contra also jeder Eigenschaft entgegenwirken, damit wir uns zu der ganzen Bandbreite unserer Möglichkeiten entwickeln können.  Wir alle haben verschiedene Anlagen und daher entwickeln sich manche Menschen zu der bestmöglichen Version ihrer selbst, die anderen hingegen zu der schlechtesten. Dies ist aber bloß die naturalistische Sicht der Dinge. Kard. Bona geht weiter, indem er schreibt: „Die Zugänge zu den Tugenden sind den Pforten der Laster oft sehr nahe“. Eine sehr feinsinnige und eigentlich bedrohliche Feststellung, welche sogleich an die Mißbrauchskandale der letzten Jahre und Jahrzehnte denken lässt. Denn verwirklicht jemand nicht seine Anlagen zur Tugend, so verwirklicht er sehr schnell seine Anlagen zum Laster, da die Pforten dieser beiden so nahe nebeneinander liegen. Corruptio optimi pessima – die Verderbnis des Besten ist die schlimmste, sagt der Lateiner. Sicherlich haben die Kandidaten für geistliche Berufe noch niemals von der Anlage her zu den Besten gehört, wovon viele Witze aus verschiedenen Kulturkreisen zeugen, die, wenn auch boshaft, dennoch eine bestimmte Wirklichkeit wiederspiegeln. Aber gerade durch das praktizierte geistliche Leben, durch die Liturgie, die Disziplin und die Lehre der Kirche konnten sich viele weiterentwickeln und geistlich, manchmal aber auch sozial, aufsteigen. Nach dem Konzil sind die Ausgangskandidaten leider immer schlechter geworden und sie bekommen auch keine Nahrung, geistlicher oder intellektueller Art, welche den vorigen Generationen zur Verfügung stand. Daher ist der traurige Zustand der heutigen Priesterschaft mehr als verständlich. Nostra natura qui proclivis est ad lapsum – „Unsere Natur, die zum Fall geneigt ist“, wie ein altes Gebet sehr richtig formuliert. Da...

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Eines tut Not – das geistliche Leben. Eine Einleitung in das Werk von A. Poulain SJ. (6 von 7): Das geistliche Leben tut Not, besonders bei fehlender Anleitung

Das geistliche Leben tut Not, besonders bei fehlender Anleitung Wie sagt doch ein Choral von Johann H. Schröder aus dem Jahre 1697 (so viel Ökumenismus darf auf dieser Seite sein), Eins ist not, ach Herr, dies eine Eins ist not, ach Herr, dies eine Lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie’s auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang‘ ich dies eine, das alles ersetzt, So werd‘ ich mit einem in allem ergötzt.[1] Tatsächlich weiß jeder, dass „das Herze sich naget und plaget“, wenn man das tägliche Gebetspensum nicht einhält. Der Schreiber dieser Zeilen hat vor über 20 Jahren aufgehört mit Geistlichen geistliche Gespräche führen zu wollen, denn, um es mit A. A. Milne’s Winnie Puh der Bär zu formulieren: „je mehr man nachschaut, desto weniger ist drin.“ Die panisch- ängstlich-aggressiven Reaktionen der Befragten machten einem immer klar, dass man nach etwas Unangenehmen, denn Nicht-Vorhandenen fragt. So ungefähr als würde man ein Kind fragen: „Hast du schon die Hausaufgaben gemacht? Vokabeln gelernt? Dich auf die Matheklausur vorbereitet?“ Die Wahrscheinlichkeit, dass wenigstens eine Antwort darauf „Nein“ lautet, ist groß. Es stellt sich wirklich die Frage, wie jemand ohne ein regelmäßiges Gebetsleben auskommen kann. Man kann es nicht. Denn die Theologie, die er betreibt oder der Priesterdienst, den er leistet, sieht dann auch entsprechend nach gar nichts aus. Man hofft dann, dass es keiner merkt. Man merkt es aber doch. Die Frage bleibt dennoch bestehen, wie man über Gott lehren, schreiben, unterrichten und predigen kann, ohne mit der Person Gottes in irgendeiner, wenn dieser Ausdruck gestattet sein möge, „Liebesbeziehung“ zu stehen. Denn das ist eigentlich das Gebetsleben. Die Antwort ist recht einfach: man steht in keiner Beziehung und man redet auch nicht über Gott, sondern über irgendwelche politisch-...

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Eines tut Not – das geistliche Leben. Eine Einleitung in das Werk von A. Poulain SJ. (5 von 7): Jungfräulichkeit und Zölibat über der Ehe

  Jungfräulichkeit und Zölibat über der Ehe Besonders Ansichten, welche der Auffassung widersprechen, dass die Jungfräulichkeit über der Ehe steht, sind eindeutig verurteilt worden. So spricht das Konzil von Trient in seinem Dekret Tametsi (11. Nov. 1563) zur Reform der Ehe: Kan. 10 „Wer sagt, der Ehestand seit dem Stand der Jungfräulichkeit oder des Zölibat es vorzuziehen, und es sei nicht besser oder seeliger, in der Jungfräulichkeit und dem Zölibat zu bleiben, als sich in der Ehe zu verbinden [vgl. Mt 19, 11 f.; 1 Kor 7, 25 f. 39, 40]: der sei mit dem Anathema belegt.“ (Denz. = DH 1810) Dieser Kanon sagt natürlich nicht aus, dass jeder im Stand der Jungfräulichkeit oder des Zölibats zu leben habe oder dazu berufen worden sei, denn erstens, wie bereits vorangestellt, ruft Gott nicht jeden zu diesem Stand und zweitens stellt er an diese viel höhere Ansprüche, welche er beruft. Es ist wichtig sich darüber klar zu werden, dass Gott nicht von jedem exakt dieselbe Vollkommenheit verlangt, sondern nur diejenige Vollkommenheit, die jedem Stand, aber auch jedem Menschen, eigen ist. Dies ist kein Relativismus. Um wieder auf ein sportliches Beispiel zurückzugreifen, stellt das maximale Gewicht beim Bankdrücken für den einen 120 Kilo, für den anderen nur 80 kg dar, obwohl alle beide 100 % ihrer Maximalkraft pressen. Nicht jeder sollte mit 120 kg trainieren, nicht jeder sollte es mit 80 kg tun. Es kommt auf den jeweiligen Sportler an. Wenn also Gott jemanden zum kontemplativen Leben oder zum kontemplativen Ordensleben beruft, dann stellt er auch höhere Ansprüche an ihn oder an sie.  Auch die Sünden derjenigen, die dem geistlichen Stand angehören, werde viel schwerer bewertet, was nicht unbedingt überraschend ist, da wir alle bei der Beichte unseren Stand und unser Alter nennen müssen, um dem Beichtvater die Einordnung der Verfehlungen an den...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (4) Vorwort des Verfassers zur französischen Erstausgabe

  Die vorliegende Einleitung stammt vom Verfasser selbst, dessen Leben und Werk wir noch vorstellen können. Pater Poulain SJ hat sein Werk über 40 Jahre lang geschrieben, indem er u.a. jede seiner Äußerungen oder Ratschläge mit Beispielen aus dem Leben der Heiligen und ihrer Schriften untermauerte. Schon die Einleitung macht deutlich, dass wir es mit einem Autor zu tun haben, der weiß, worüber er schreibt, weil er es teilweise selbst erlebt hat und außerdem in der Lage ist diese äußerst delikate Materie des inneren Lebens systematisch, logisch, ja beinahe mathematisch, wie einer der Vorredner schrieb, darzustellen.  Man kann sich also auf die kommenden Passagen freuen. Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.                                ...

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Eines tut Not – das geistliche Leben. Eine Einleitung in das Werk von A. Poulain SJ. (4 von 7): Ordensleben über dem Laienstand

Ordensleben über dem Laienstand Zur Verwirklichung der Punkte (7) bis (9) sind nur manche von Gott berufen, denn das geistliche Leben, was nicht genug betont werden kann, stellt aus der katholischen Sicht keine Selbstverwirklichung dar, sondern ist eine Berufung Gottes, von welchem die Initiative ausgeht. Manche Menschen ruft Gott zu diesem Weg, manche nicht. Der Weg der evangelischen Räte ist ein Weg, wie wir noch zeigen werden, der höheren Vollkommenheit, da er eine größere Ähnlichkeit mit dem Endzustand hat als das weltliche Leben. Auch das neuere Kirchenrecht (1983) bringt diesen Gedanken zum Ausdruck: Can. 573 § 1. „Das durch die Profeß der evangelischen Räte geweihte Leben besteht in einer auf Dauer angelegten Lebensweise, in der Gläubige unter Leitung des Heiligen Geistes in besonders enger Nachfolge Christi sich Gott, dem höchstgeliebten, gänzlich hingeben und zu seiner Verherrlichung wie auch zur Auferbauung der Kirche und zum Heil der Welt eine neue und besondere Bindung eingehen, um im Dienste am Reich Gottes zur vollkommenen Liebe zu gelangen und, ein strahlendes Zeichen in der Kirche geworden, die himmlische Herrlichkeit anzukündigen.“ Can. 574 § 2. „Zu diesem Stand werden bestimmte Gläubige in besonderer Weise von Gott berufen, um im Leben der Kirche an der besonderen Gabe Anteil zu haben und zu deren Heilssendung gemäß Zielsetzung und Geist des Instituts beizutragen.“ Das alte Kirchenrecht (CIC 1917) tut es dennoch viel klarer, indem es bestimmt:             Can. 491 § 1. (CIC 1917):            „Religiosi praecedunt laicis […].“ Also „die Ordensleute gehen den Laien vor“, wobei, nach can. 490 (CIC 1917) natürlich Ordensleute beiderlei Geschlechts gemeint sind und das Verb praecedere – „vorangehen“ wahrscheinlich auch einen kirchenrechtlichen terminus technicus darstellt, welcher sich unserer Kenntnis in diesem Moment entzieht....

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (3) Vorwort zur deutschen Ausgabe

Das Vorwort der deutschen Übersetzers zeigt den breiteren Rahmen, in welchem dieses Buch zu würdigen ist. Ebenso wie die Empfehlungen verschiedener kirchlichen Autoritäten. Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.            ...

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Eines tut Not – das geistliche Leben. Eine Einleitung in das Werk von A. Poulain SJ. (3 von 7): Der Weg der christlichen Vollkommenheit

Der Weg der christlichen Vollkommenheit Allen Katholiken, denn katholisch muss man schon sein, um bspw. in den Vorzug des sakramentalen und sonstigen Gnadenlebens zu kommen, welche nur in ihrer Fülle innerhalb der Kirche und durch die Kirche vermittelt werden, stehen die nachfolgenden Mittel der Heiligung des Weges der christlichen Vollkommenheit (via perfectionis christianae) offen. Diese wollen wir hier anhand der Indices des Denzingers 196535 (K 6a- 6b) summarisch darstellen:[1]...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (2) Einleitung von Kard. Steinhuber

  Wie der vorangestellte Kardinal Merry del Val war auch Kardinal Andreas Steinhuber SJ (1825 – 1907),[1] ebenfalls ein Glanzlicht des Pontifikats des Pius X., non dem vorliegenden Werk begeistert, welchem er hohe Präzision und Belesenheit bescheinigt. Denn „heikle und verworrene Fragen“ gab es schon damals auch bei einem Kardinal und Jesuiten, der in der ignatianischen Geistesunterscheidung bewandert war. [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Steinhuber   Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.  ...

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Eines tut Not – das geistliche Leben. Eine Einleitung in das Werk von A. Poulain SJ. (2 von 7): Eschatologie in sportlichen Bildern

Eschatologie in sportlichen Bildern Warum steht aber das kontemplative Leben höher? Weil das irdische Leben in der katholischen Sicht lediglich als eine Vorbereitung und Vorstufe auf das ewige Leben gesehen wird. Da aber die Ewigkeit länger – da ewig – als sogar ein recht langes Leben dauert, daher sollte man in diesem Leben, soweit man kann, das anvisieren, womit man seine Ewigkeit verbringen wird. Die Ewigkeit in ewiger Qual und Verdammnis der Hölle ist natürlich auch eine reale Möglichkeit und Konsequenz eines sündigen und gottfernen Lebens auf Erden. Wir wollen aber im Moment nicht näher darauf eingehen, da wir hoffen, dass diese Möglichkeit keinen unserer Leser im Moment des Todes betreffen wird. (Und bis dahin ist ja noch immer Zeit und unser Blog möge auch das Seine dazu beitragen.) Erreicht jedoch jemand wenigstens das Fegefeuer, was wir uns selbst und allen unseren Lesern wünschen, so verbringt er, nachdem er die notwendige Läuterung in diesem Zwischenstand durchschritten hat, die Ewigkeit, welche in der Anschauung, d.h. in der Kontemplation, Gottes besteht. Daher steht also das kontemplative Leben höher als das aktive, weil die Kontemplation auf die Ewigkeit verrechnet einfach länger dauert....

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Eines tut Not – das geistliche Leben. Eine Einleitung in das Werk von A. Poulain SJ. (1 von 7): Das aktive und kontemplative Leben

Die Auswertung der Leserumfrage machte uns klar, dass unser deutschsprachige Leser, über den wir uns sehr freuen, vielmehr am geistlichen Leben als an der Kirchenkrise interessiert ist, da er die Letztere auch ohne uns ständig vor Augen hat. Wir wollen also das Eine tun, ohne das Andere lassen zu wollen, d.h. die katholische Theologie in ihren verschiedenen Fachgebieten, so gut es uns möglich ist, präsentieren, sozusagen als das Gegengift gegen die Kirchenkrise, über die wir auch ab und zu berichten werden. Es ist auch recht mühevoll ständig, wie der Prophet Jeremias, rufen zu müssen: „Iniquitas et vastitas – Sünde und Ruin! “ (vgl. Jer 20,8) Daher wollen wir hier neben der notwendigen Einleitung ein weiteres Meisterwerk des Geistlichen Lebens und zwar Die Fülle der Gnaden von Pater Augustin Poulain SJ aus dem Jahre 1901 Lesern abschnittsweise unseren Lesern vorstellen. Die Einleitung, der Text von Pater Poulain SJ, die Fragmente von Kard. Bona und eventuell andere Beiträge sollen abwechselnd erfolgen. Da wir leider nicht in der Lage sind diesem Blog mehr Zeit zu opfern, daher werden wir mehrere kleinere Einträge veröffentlichen, um innerhalb der nächsten Zeit wenigstens einen Eintrag am Tag präsentieren zu können. Fürwahr alles ist Stückwerk. Das kontemplative und das tätige Leben oder Maria und Martha Liest man die mystische Literatur, derer metaphysisches Gerüst der Neuplatonismus bildet, eine Philosophie, die logisch und theologisch das herausgehen der Vielheit aus der Einheit deutet, so trifft man darin oft die Exegese der Geschichte von Maria und Martha (Lk 10, 38-42). Maria hat ja im Gegensatz zu Martha „das Eine“ (unum) gewählt (Lk 10, 42), wobei das Eine (unum) für Gott – die absolute Einheit (Unum) – steht, welche die Existenzgrundlage und die Möglichkeit für alle nachfolgende Vielheit bietet. Diese Gedankengänge der nicht pantheistisch gemeinten „Vereinheitlichung mit Gott“ sind nicht nur bei den...

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Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. (3) Zweck dieses Buches.

 Dieses Buch ist vornehmlich an Seelenführer also an Beichtväter gerichtet. Es entstand in einer Zeit, in der Mitte des XVII Jhds., die uns heute als die goldene Vergangenheit vorkommt, in welcher aber die genauere Geistesunterscheidung Not tat. Kardinal Bona wird innerhalb des vorliegenden Werkes noch oft genug betonen, dass derjenige, der die Geister bei sich selbst und anderen unterscheidet dieses im göttlichen Lichte also im Lichte der Gnade tun muss, da wir es hier mit übernatürlicher Materie zu tun haben. Der Leser wird hier wenig Psychologie und viel Spiritualität finden, denn die richtige katholische Lehre unterscheidet wirklich scharf zwischen der Natur, für welche u. a. Medizin und Psychologie zuständig ist, und der Übernatur, welche in den Bereich der Theologie fällt. Die Unterscheidung der Geister ist deswegen so schwierig, weil dieser Gegenstand unsere natürlichen Fakultäten übersteigt und wir deswegen Gnade, die wir von Gott erbitten müssen, dazu brauchen. Kapitel I Zweck dieses Buches – Wie schwer die Unterscheidung der Geister sei und woher solches komme – Hohe Nothwendigkeit derselben – Mannigfaltige und traurige Verirrungen, die aus Ermangelung derselben entstehen – Gebet um Erlangung derselben.  Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.            ...

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Beethoven, Messe in C-Dur, op. 86, 5. Benedictus

Beethoven, Messe in C-Dur, op. 86 V. Agnus Dei Elly Ameling, Sopran Janet Baker, Mezzosopran Theo Altmeyer, Tenor Marius Rintzler, Bass New Philharmonia Chorus und New Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Carlo Maria Giulini Aufgenommen in 1970, All Saints Church Tooting, London  ...

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Schlußbericht des Nuntius von Österreich aus dem Jahre 1985 und seine Aktualität (5 von 5)

8. Besondere Situationen Vorbemerkung: Österreich, das ehemalige große Imperium bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, trägt noch immer an den Folgen der Zerschlagung dieses Staates. Dies heißt, daß die demokratische Einstellung erst spät zum Reifen kam, nämlich nach dem Zweiten Weltkrieg. Dies erklärt die Unsicherheiten und das Fehlen einer echten Identität in der Kirche und in anderen Institutionen. Der Einfluß Deutschlands in der Theologie ist deutlich zu spüren. Lassen wir Statistiken und Umfragen, die zu widersprüchlichen Ergebnissen gelangen und die entweder kein objektives Urteil abgeben oder wichtige Punkte mit Schweigen übergehen, einmal beiseite. Dem Anschein nach ist die Kirche in Österreich in gutem Zustand. Man könnte sogar sagen: in zu gutem Zustand, wenn man die Zeit berücksichtigt, in der wir leben. Ihre historische Tradition, die sie freilich leicht mit „Josephinismus“ durchtränkt, hat sie in Treue zum Heiligen Stuhl bewahrt....

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Beethoven, Messe in C-Dur, op. 86, 4. Sanctus

Beethoven, Messe in C-Dur, op. 86 IV. Sanctus Elly Ameling, Sopran Janet Baker, Mezzosopran Theo Altmeyer, Tenor Marius Rintzler, Bass New Philharmonia Chorus und New Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Carlo Maria Giulini Aufgenommen in 1970, All Saints Church Tooting, London  ...

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Schlußbericht des Nuntius von Österreich aus dem Jahre 1985 und seine Aktualität (4 von 5)

6. Die Bildungswerke und Medien Die mehr oder weniger von der Kirche abhängigen Medien sind zahlreich und vielfältig: Radio, Fernsehen, diözesane Zeitungen, „Bildungswerft“, „Familienverband“, „Familienwerft“, Katholische Hochschuljugend, Katholischer Akademikerverband, Pädagogische Akademien, Sozialakademien, „Bibelwerft“, Verlagshäuser, Buchhandlungen etc. Alle erfreuen sich großer Freiheit in Organisation und Meinungsäußerung, die die kirchlichen Autoritäten auch respektieren… bis hin zum Unglaublichen, daß nämlich diese Medien oft das ungestörte Vehikel der Kirchenkritik sind und Meinungen verbreiten, die nicht jene der Kirche sind. Alle diese Bildungseinrichtungen zeigen, da sie deutlich „progressiv“ ausgerichtet sind, ein Gemisch von Meinungen, Thesen, Vorschlägen, Stellungnahmen, so unterschiedliche und voneinander abweichende, ja einander widersprechende Aussagen, daß im Gesamten die erzieherische und pastorale Funktion dieser wertvollen pastoralen Werkzeuge darunter schwer leidet. Man muß auch sagen, daß die staatlichen Autoritäten der Kirche viele Möglichkeiten der Kommunikation im staatlichen Rundfunk/Fernsehen einräumen, aber diese Sendungen werden meist liberalen Priestern oder Laien, wenn nicht überhaupt radikalen oder ablehnenden Elementen, anvertraut. Die heiligen Messen und Betrachtungen, die das Radio sendet, sind im allgemeinen in Ordnung, obwohl die Betrachtungen von so unterschiedlichen Personen gehalten werden, daß daraus eine große Verwirrung im Glaubensgut entsteht. Obwohl unterschiedlich im Ton und mit einem großen Mischmasch an Mitarbeitern, sind die Kirchenzeitungen von Wien und St. Pölten ganz vernünftig (obwohl das Wiener Blatt von einem Ex-Priester geführt wird), während jene von Linz und Salzburg die ablehnendsten und provozierendsten sind. Deshalb wenden sich brave Gläubige oft an die Bischöfe mit der Bitte um geeignete Maßnahmen, um keine Abweichungen vom Lehramt, um ein gutes gesichertes Glaubensgut. Aber ihrer Stimme wird wenig Gehör geschenkt. Die oben genannten Einrichtungen religiöser Bildung (Bildungswerk, Familienwerk etc.) sind in ähnlichen Händen wie bei den Zeitungen und dem Rundfunk/Fernsehen und haben daher vielleicht noch in schlimmerer Weise eine ziemlich zersetzende Wirkung. Sie säen ein übles Gemisch an Ideen und Verhaltensweisen, sie laden zu ihren...

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Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. Inhaltsverzeichnis (2)

Anbei stellen wir das Inhaltsverzeichnis des zu präsentierenden Buches vor, damit sich jeder die Meinung darüber bilden kann, ob es wirklich lesenswert ist. Zum Kardinal Bona sollte man schreiten, wenn man die ignatianische Geistesunterscheidung einigermaßen kennt und beherrscht. Während nämlich der hl. Ignatius von Loyola in seinen Exerzitien Schwarz von Weiß trennt und auch das Graue aufzeigt, unterscheidet Kard. Bona wirklich das ganze Spektrum der Farbnuancen, indem er sich auf die vorhergehenden geistlichen Schriftsteller stützt. Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.              ...

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„Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“. Wo sind die Früchte des Konzils? (2) Weniger Priester.

II. Weniger Priester und weniger Priesterberufungen Einige der nachfolgenden Angaben durften dem deutschsprachigen Leser, besonders wenn er der Piusbruderschaft nahe steht, bekannt sein. Wir hoffen dennoch ein paar noch unbekannte Daten anzufügen oder eine Zusammenstellung darzulegen, die in dieser Art und Weise neu ist. Indem wir uns: auf die offiziellen statistischen Angaben der katholischen Kirche, die sie durch die Agentur Fides präsentiert werden,[1] auf glaubwürdige Veröffentlichungen, auf die Angaben verschiedener Nachrichtenagenturen und Nachrichtenportale, und auf eigene Angaben stützen, so können wir zweifelsohne behaupten, dass gleich nach dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils, also nach dem Jahr 1965, ein drastischer und dramatischer Rückgang der Priesterberufungen eintrat, welche zu der Abnahme der Priesterweihen innerhalb der ganzen Kirche führten. Ebenfalls kurz nach dem Konzil trat eine vermehrte Aufgabe des Priesteramtes ein, welche wenigstens bis 1978 andauerte, als Johannes Paul der Zweite (1978-2005) dieses administrativ unterband, indem er keine Dispense mehr erteilte. Zwar dauerte das Verlassen des Priesterstandes auch nach dem Jahre 1978 fort, doch diese wurde, weil mit keinem offiziellen Dispens verbunden, nicht in den offiziellen Statistiken vermerkt. Sicherlich gibt es irgendwelche statistischen Untersuchungen zu diesem Thema und sicherlich wurde dies schon berechnet und publiziert. Der Schreiber dieser Zeilen ist kein Soziologe und er hat auch nicht die Absicht alles selbst zu tun. Dennoch beweisen auch diejenigen Angaben, die uns zur Verfügung stehen, die traurige These, dass das letzte Konzil einen Kataklismus für die Anzahl der katholischen Priester darstellte und zwar einen Kataklismus, von welchem sich die Kirche bis heute, also nach 50 Jahren, global gesehen nicht mehr erholte. Die vorangestellten Zeilen stellen zwar das Gemeingut aller deutschsprachigen Traditionalisten dar, von der amtskirchlichen Seite werden Sie zumeist vehement bestritten und in anderen Ländern sind sie tatsächlich recht unbekannt. Von der Qualität des gegenwärtigen Priestertums werden wir an einer anderen Stelle schreiben, im vorliegenden...

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Beethoven, Messe in C-Dur, op. 86, 3. Credo

Beethoven, Messe in C-Dur, op. 86 III. Credo Elly Ameling, Sopran Janet Baker, Mezzosopran Theo Altmeyer, Tenor Marius Rintzler, Bass New Philharmonia Chorus und New Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Carlo Maria Giulini Aufgenommen in 1970, All Saints Church Tooting, London  ...

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Schlußbericht des Nuntius von Österreich aus dem Jahre 1985 und seine Aktualität (3 von 5)

3. Die Diözesanseminare Im allgemeinen bieten diese Seminare keine Garantie für eine angemessene Ausbildung der Priesterkandidaten. Dies liegt an der dort herrschenden Permissivität. Die Leiter und die Spirituale sind wohl gut, aber schwach. Die Seminaristen erfreuen sich auf allen Gebieten großer Freiheiten. Nicht wenige beginnen ihre Studien in gutem Geist, aber dann verlieren sie gerade dort, im Seminar, ihre Berufung, entweder durch die liberalen Ideen, mit denen sie konfrontiert werden, oder durch die Kontakte mit Mädchen, die sie entweder in der theologischen Fakultät oder im Seminar selbst treffen, oder aber auch durch die bescheidene Spiritualität, die ihnen beigebracht wird. Die Zahl der Berufungen ist gering und kommt zu einem guten Teil aus den Knabenseminaren, die heute freilich ziemlich fruchtlos sind, da sie in gewöhnliche Gymnasien mit Koedukation umgewandelt wurden. Obwohl ihre Leiter guten Willen zeigen, beklagen sich einige bitter, daß die Früchte ihrer Arbeit dann im Priesterseminar gefährdet oder gar zerstört werden, sodaß sie es wohl vorziehen, daß die dort erweckten Berufungen sich eher dem Ordensklerus als dem Weltklerus zuwenden. 4. Die Orden Im Bezug auf die Orden muß man nicht nur zwischen Orden und Orden, Kongregation und Kongregation, sondern sogar zwischen Konvent und Konvent unterscheiden. Sehr wenige Berufungen haben die Dominikaner, Jesuiten, Franziskaner, Redemptoristen und noch viele andere. Die Benediktiner weisen eine gewisse Blüte in Kremsmünster und in Göttweig auf, wo hervorragende Äbte es verstanden haben, eine ausgezeichnete Disziplin zu bewahren und zu erneuern. In anderen Abteien mit alten Traditionen (Wien Schottenstift, Melk, Admont, Salzburg St.Peter, Seitenstetten usw.) ist dies nicht so. Die Augustiner Chorherren scheinen sich allmählich zu erholen. Die Karmeliten hatten in den vergangenen Jahren, nach einer langen Periode desStillstandes, einen neuen Aufbruch an Berufungen. Die unbeschuhten Karmelitinnen sind, zwar ohne übertriebene Schärfen, durch jene Spaltung gekennzeichnet, die man auch in anderen Ländern zwischen strengen Verfechterinnen der...

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Kardinal Giovanni Bona – eine biographische Skizze.

Er wurde am 12. Oktober 1609 in Mondovi, im Piemont, in einer piemontesisch-französischen Familie eines Berufssoldaten geboren. Obwohl sein Vater für ihn eine Militärlaufbahn vorgesehen hatte, folgte der junge Giovanni (Johannes) seiner Berufung und trat im Alter von 15 Jahren bei den Zisterzienser der italienischen Feuillanten-Kongregation ein. Der genauere Lebensweg des späteren Kardinals kann an anderen Stellen nachgelesen werden.[1] Im Kontext des geistlichen Lebens lässt sich feststellen, dass Johannes Bona wie auch viele andere geistliche Menschen und geistliche Schriftsteller nach außen hin ein recht reges und sicherlich nicht problemloses Leben führte. So lehre er recht schnell nach seiner Priesterweihe (1633) Theologie in der Abtei Madonna di Vicoforte in Mondovì (1636), wurde kurz darauf (1639/1640) Prior von Asti, nach einer fünfjährigen Studienauszeit wurde er wieder Prior von Asti (1645) und Abt von Mondovì (1648). Danach folgte die Tätigkeit als Generalabt der Feuillanten-Kongregation (1651-1654 und 1657-1664), er wurde also das, was man in anderen Orden als Generaloberer bezeichnet. Es folgten darauf leitende Aufgaben in verschiedenen Kurierengremien, in die er vom Papst Alexander VII. Berufen wurde. Der Papst Klemens IX. machte ihn schließlich 1669 zum Kardinal. Viele nahmen an, dass er nach dem Tod des Klemens IX. selbst zum Papst gewählt wird. Er galt als einer der gelehrtesten Männer seiner Epoche, was auch die weltliche Geschichtsschreibung neidlos anerkennen muss. Kardinal Bona im Jahre 1674. Auf dem Felde der Liturgik ist er für die Werke Tractatus historicus, symbolicus, asceticus de divina psalmodia und Rerum liturgicarum libri II cum disq. de pane azymo et fermentato bekannt, in denen, außer der wissenschaftlichen Gründlichkeit auch die Einfachheit der Wissensvermittlung sichtbar wird. Als asketischer Schriftsteller gab er die folgenden Traktate heraus: I. Manuductio ad coelum; II. De principiis vitae christianae, III. Via compendii ad Deum per motus anagogicos et preces jaculatorias. Sie wurden in viele Sprachen übersetzt. Das...

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Kard. Bona, Die Unterscheidung der Geister. Eine Einleitung über den Mangel an Seelenführern (1)

Wenn jemand in den deutschsprachigen Ländern beichtet, dann hat er zwar den Vorteil alle Zeit der Welt zu haben, weil außer ihm kaum jemand kommt, aber er hat auch den Nachteil, dass er zu 98% auf einen Priester trifft, der entweder keine Ahnung vom geistlichen Leben hat, weil er selbst keins führt oder er führt ein wirklich sehr ungefähres und rudimentäres. (Das sind leider die Erfahrungswerte des Schreibenden und nicht nur seine. In Polen beträgt der Prozentsatz der Unwissenheit in etwa 90%. Auch Erfahrungswerte.) Wir sprechen hier gar nicht von mystischen Erlebnissen, denn diese Seelen hatten es immer schwer die richtigen Beichtväter zu finden, sondern von einem ansatzweise fortgeschrittenen Weg, der geistlich und nicht psychologisch gedeutet werden soll. Interessanterweise zeigen sich die Priester, die wenigstens in der Zeit, in der sie auf die nicht kommenden Beichtkinder warten die Zeit zur Lektüre hätten, extrem bildungsresistent und an asketischer Theologie uninteressiert, obwohl diese zu kennen ihre eigentliche Standespflicht ist. Der deutschsprachige Leser hat meistens den Vorteil, dass wirklich fast alles in seine Muttersprache übersetzt wurde und wirklich sehr viel der älteren Schriften antiquarisch oder im Internet zugänglich ist. Aber die Grundvorraussetzung: „Ich weiß es nicht und will es lernen“, müsste bei manch einem Priester wenigstens vorhanden sein. Weil sie solch ein schlechtes Gespür haben, beichten immer weniger Katholiken und weil immer weniger Katholiken beichten, deswegen haben die Priester immer weniger, auch anspruchsvollere Beichtpraxis und der Kreis schließt sich. Da, wie wir bereits erwähnt haben, beichtet in Deutschland nur 54% der Priester einmal im Jahr oder seltener, so sind die Erfahrungen des Schreibenden nicht weiter verwunderlich. Leider scheinen wirklich die meisten Beichtväter der Meinung zu sein, das ein Pönitent über keinen gesunden Menschenverstand verfügt und keinen Psychologen aufsuchen kann. Das kann er immer, aber es geht um eine Sicht von der Perspektive Gottes...

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Beethoven, Messe in C-Dur, op. 86, 2. Gloria

Beethoven, Messe in C-Dur, op. 86 II. Gloria Elly Ameling, Sopran Janet Baker, Mezzosopran Theo Altmeyer, Tenor Marius Rintzler, Bass New Philharmonia Chorus und New Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Carlo Maria Giulini Aufgenommen in 1970, All Saints Church Tooting, London...

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Schlußbericht des Nuntius von Österreich aus dem Jahre 1985 und seine Aktualität (2 von 5)

1. Der Religionsunterricht in den Schulen Obwohl jede Verallgemeinerung auf diesem Gebiet auf jeden Fall wenig objektiv wäre, da die Lehrkräfte, die hier die Grundlage bilden, völlig unterschiedlich sind (Alte, Junge, Priester, Laien unterschiedlichster Herkunft, laisierte Priester), ist die am meisten verbreitete Strömung jene, die sich in pädagogische Modernität kleidet. Sie hat nicht nur die Katechismen durchdrungen, sondern gibt auch vor, bibelwissenschaftliche Grundlagen zu liefern, kritisches Denken und Kenntnis der Probleme der Gegenwart zu vermitteln, vermeidet aber dogmatische Aussagen und objektive moralische Normen, will eher Gemeinschaften als persönliches Glaubensleben bilden, betont vorzugsweise soziale Fragen und verschweigt dabei im Namen des Ökumenismus die apostolische Sendung. Viele Eltern beklagen sich, daß man in den Religionsstunden in den Schulenüber alles spricht und diskutiert „außer über Religion“. Man kann tatsächlich eine kulturelle und religiöse Leere feststellen, die diese Pädagogik bei den Jungendlichen geschaffen hat. Sie wird nicht nur in den theologischen Fakultäten, sondern auch in den diözesanen pädagogischen Akademien gelehrt und wird von den diözesanen Schulamtsleitern auch gewünscht. Diese ermahnen, ja verdrängen sogar jene Lehrkräfte, die traditionellen pädagogischen Linien folgen (Zehn Gebote, Glaubensbekenntnis, Sakramente, Gebete etc.). Die Schulbücher, die von der interdiözesanen Kommission approbiert sind und den Schülern von der Regierung geschenkt werden, liegen alle auf der angegebenen Linie, d.h., sie lassen eine klare Systematik vermissen, sind nicht präzise formuliert, weisen deutliche Lücken im Glaubensgut auf, sind nicht selten verbildend… Alle kritischen Punkte der Theologie spiegeln sich im Milieu der Katechese: liberal gegenüber dem Dogma, der Moral, der kirchlichen Disziplin, kritisch gegenüber der Institution Kirche, dem Lehramt, der Tradition, und sozial gesehen „links“ engagiert oder auf einer „grün pazifistisch futurologischen“ Linie angesiedelt.  2. Die theologischen Fakultäten Die staatlichen theologischen Fakultäten in Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck und die kirchliche in Linz bieten trotz des Fehlens aufsehenerregender Extremismen, sieht man von dem Entzug der vehia...

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Bach, Mattäus-Passion, „Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“.

J.S.Bach, Matthäus-Passion Anfangschoral, „Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“. „Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen, Sehet – Wen? – den Bräutigam, Seht ihn – Wie? – als wie ein Lamm! O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Sehet, – Was? – seht die Geduld, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet. Seht – Wohin? – auf unsre Schuld; All Sünd hast du getragen, Sonst müssten wir verzagen. Sehet ihn aus Lieb und Huld Holz zum Kreuze selber tragen! Erbarm dich unser, o Jesu !“ The Choir of King’s College Cambridge The Choir of Jeses College, Cambridge The Brandenburg Consort, Dir: Roy Goodman Unter der Gesamtleitung von Sephen Cleobury Aufnahme aus dem Jahre 1994...

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