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Peter Kwasniewski, Wiederaufbau des authentischen Katholizismus auf den Ruinen des Konzilsexperiments (2 von 2)

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Peter Kwasniewski hat Recht. Der Vetus Ordo ist eine Untergrundbewegung, es ist eine Konspiration, in die man eingeweiht wird, wie früher bei der Christenverfolgung in der Alten Kirche. Aber jetzt verfolgt die Novus Ordo Kirche oder die Anti-Kirche ihre eigenen Kinder. Die schlimmsten Feinde der Liturgie der Kirche sind die Diener der Kirche, d.h. die Priester und die Bischöfe selbst. DSDZ wird doch tatsächlich auch von Priestern angeschrieben, welche ihm berichten, wie viel sie von ihren Vorgesetzten auszustehen haben. Es heißt immer:

„Nein, nein, nein. Du denkst, Du bist mit Deiner Alten Messe besser als wir? Du bist nicht demütig!“

Dieser Widerstand ist wirklich dämonisch, denn wäre die Alte Messe gleichgültig, wäre sie irgendeine ästhetische Narretei einer Gruppe von Sonderlingen, so würde man sie doch erlauben, so wie man jeder lesbisch-katholischen Hausfrauengruppe erlaubt den Gottesdienst zu „gestalten“ oder „ihren Gottesdienst zu feiern“. Je wirrer, desto besser. Aber dies gilt für die Alte Messe nicht. Was aber Peter Kwasniewski unerwähnt lässt ist dieses:

Die Alte Messe wirkt objektiv heiligend. Sie wirkt!

Sie ist nicht nur deswegen besser, weil sie älter, würdiger, schöner und katholischer ist. Sondern, weil man in ihr durch sie wirklich die Glaubensgeheimnisse gleichsam „schauen“ kann. Man beginnt zu verstehen, man sieht die Zusammenhänge, man weiß worauf es im Katholizismus ankommt. Und deswegen wird sie praktisch verboten, weil man nicht deswegen das Konzil veranstaltet hat, damit die Menschen wirklich etwas geistlich verstehen. Nein, so nicht!

Auf dem Kongress zum zehnten Jahrestag von Summorum Pontificum hieß es, „den alten Ritus zu feiern, bedeutet, mit Hoffnung in die Zukunft zu schauen“. Auf welche Art und Weise ist die Rückkehr des usus antiquior ein effektiver Weg, der Krise der Kirche zu begegnen, in deren Schatten wir zur Zeit leben?

Die Lösung für das Chaos, in das wir durch eine lange Reihe von Fehlentscheidungen geraten sind, ist einfach und gleichzeitig außerordentlich schwierig: Wir müssen immer wieder die entgegengesetzten Entscheidungen treffen. Die Kirche muss aufhören, über neue Strategien, neue Programme, neue pastorale Initiativen oder statistische Erfolgsmaßstäbe nachzudenken, und sich entschlossen wieder der Verkündigung des vollen Evangeliums einschließlich seiner „harten Aussagen“ widmen, weiterhin der Zelebration der feierlichen und schönen Liturgie; dem Aufbau von Klöstern und religiösen Gemeinschaften auf der Grundlage des usus antiquior; der Pflege eines intellektuell robusten Lehrplans in Seminaren und Universitäten; einer Förderung großer Familien, wie in den alten Tagen, und der Unterstützung von Homeschooling. Nur wenn man einen ernsthaften gegenkulturellen Weg einschlägt, gibt es eine langfristige Hoffnung für den Katholizismus. Als Gläubiger bin ich überzeugt, dass der Glaube überleben und wieder gedeihen wird, aber nur dort, wo solche Dinge getan werden oder in dem Maße, in dem sie getan werden.

Was kann getan werden, um zukünftigen Generationen die Bedeutung der Messe nach dem usus antiquior zu vermitteln und verständlich zu machen ?

Zuerst und vor allen Dingen muss die Zahl der Orte, an denen die alte Liturgie angeboten wird, trotz allen gegenteiligen Drucks weiter zunehmen. In dieser Zeit offizieller Feindseligkeiten, besonders in Europa, müssen viele Priester die Alte Messe erlernen und sie im Geheimen lesen, wie es die „undercover“ Jesuitenmissionare im elisabethanischen England in ihrem Jahrhundert getan haben.

Wie kein Mensch glauben kann, was er niemals gehört hat, kann kein Katholik lernen, als Katholik zu denken und zu leben, ohne Zugang zu dem herausragenden Schatz des Glaubens zu haben, nämlich dem römischen Ritus in seiner Fülle. Wann und wo immer diese Messen angeboten werden, werden unweigerlich ihre Verehrer bei ihnen auftauchen.

Ich erinnere mich, dass wir im College einen Kaplan hatten, der die traditionelle lateinische Messe im Geheimen anbot, aber jeder, der es wissen wollte, wusste dass sie stattfand, und viele Studenten nutzten diese Gelegenheit – auch zukünftige Mitglieder der Priesterbruderschaft St. Petrus. So wurde ich in den alten Ritus eingeführt: als ein disciplina arcani [Arkandisziplin, wo man nur den Eingeweihten bestimmte Informationen zukommen lässt Red.], wie in der frühen Kirche! Und selbst jetzt, so viele Jahre nach Ecclesia Dei und Summorum Pontificum, müssen wir immer noch darum kämpfen, Territorium für die Messe aller Zeiten zu erobern.

Viele Menschen „konvertieren“ heute vom Novus Ordo „Katholizismus Lite“ zum traditionellen katholischen Glauben, was teilweise auf die Travestie des Pontifikats von Papst Franziskus zurückzuführen ist. Aber es gibt auch Kinder in katholischen Familien, die ihn sozusagen mit der Muttermilch aufsogen. Für sie ist das Erlernen der alten Liturgie nichts anders als das Erlernen des Alphabets oder des Katechismus. Ich kenne einige Erwachsene in den USA, die seit ihrer Kindheit treu die Alte Messe besucht und noch nie am Novus Ordo teilgenommen haben oder die ihn (den Novus Ordo) zum ersten Mal sehen, wenn sie das College besuchen. Für mich ist dies ein enorm hoffnungsvolles Zeichen: eine neue Generation von Menschen, die nicht von den falschen Annahmen und Grundsätzen der liturgischen Reform befallen ist und die die katholische Tradition in die Zukunft tragen kann. Eine Generation, die von außen kommend sehr leicht den Novus Ordo als das Wrack, das er ist, und immer sein wird, erkennen, ungeachtet dessen, wie dieser Ritus ausgeschmückt wird, um ihn aufzuhübschen.

 

Tradition weitergeben: Messe für Messe

Glauben Sie, dass die traditionelle Bewegung Schwächen aufweist, die überwunden werden müssen? 

Ja, ich denke, wir können den Reichtum, den wir haben, leicht für selbstverständlich halten, fast „horten“ und (der Gefahr erliegen) nicht mehr (zu) versuchen, andere in die Bewegung zu bringen, damit sie mit dem gesegnet werden können, was wir ohne eigene Verdienste entdeckt haben und ohne das wir nicht mehr leben können.

Trotz allem, was ich über Geheimhaltung gesagt habe, sind wir die meiste Zeit (zumindest für den Moment) „über Tage“ und in der Lage damit zu werben, was wir tun und warum. Diejenigen, die die Traditionen der Kirche lieben, müssen sich auf intelligente Weise für die Förderung des usus antiquior durch Broschüren und Veröffentlichungen, Vorträge, Konferenzen, gesellschaftliche Zusammenkünfte, Studiengruppen, Einladungen an Fremde einsetzen und vor allem durch Toleranz mit denjenigen, die Interesse zeigen oder neugierig hereinschauen, aber noch nicht „an Bord“ sind, was die Sprache betrifft oder wie sie sich kleiden, was ihre sozialen und politischen Ansichten sind, etc. Wir müssen mit ihnen sehr geduldig sein und uns daran erinnern, dass – angesichts dessen, wie sehr der Glaube im letzten halben Jahrhundert verborgen und sogar unterdrückt wurde – für eine intellektuelle und moralische Konversion zu einen authentischen Katholizismus eine sehr lange Zeit erforderlich sein kann, manchmal Jahre oder Jahrzehnte. In meinem eigenen Leben brauchte es viele Jahre an Erfahrungen, Gesprächen und Studien, um zu den Schlussfolgerungen zu gelangen, die ich heute gezogen habe, und jetzt, wenn ich zurückblicke – sieht alles so offensichtlich aus. Als Ergebnis versuche ich mich immer daran zu erinnern, wie die Dinge früher ausgesehen haben, als ich ein Ultramontanist oder Papolatrist (einer, der einzig auf jedes Wort des Papstes hört und gehorcht (Anm. d. Übers.)) war, und wie es jetzt ist.

Wie traurig wäre es, wenn sich neugierige Menschen unter uns ausgestoßen oder unwillkommen fühlen würden. Ich weiß, dass es Standards für Kleidung und Verhalten geben muss, aber irgendwie müssen wir weiter versuchen, die Mainstream-Katholiken und sogar die sogenannten „Heiden“ zu erreichen, die Menschen, die überhaupt keine Religion haben. Das mächtigste Evangelisierungswerk, das jemals unternommen wurde, wird in Zukunft der Wiederaufbau des authentischen Katholizismus auf den Ruinen des Konzilsexperiments sein.

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