Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage III – Allerheiligste Dreifaltigkeit

Evangelium des Festes der Hl. Dreifaltigkeit (zugleich 1. Sonntags nach Pfingsten)

Mt 28, 18 – 20 Jesus trat auf seine Jünger zu und sprach zu ihnen: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und lehret alle Völker: Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Gregor von Nazianz.

Wer von den Katholiken ist in Unkenntnis, daß der Vater in Wahrheit Vater, der Sohn in Wahrheit Sohn und der Heilige Geist in Wahrheit Heiliger Geist ist, wie der Herr selbst zu seinen Aposteln sagt: „Geht hin und taufet alle Völker im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes?“ Das ist die vollkommene Dreifaltigkeit, die in der Einheit besteht, die wir als eine Wesenheit bekennen. Denn wir nehmen nicht entsprechend dem Verhältnis bei den Körpern eine Teilung in Gott vor, sondern wir glauben, daß gemäß der Macht der göttlichen Natur, die keinen Stoff an sich hat, auch die verschiedene Namen tragenden Personen ein Dasein haben und bezeugen, daß in der göttlichen Wesenheit eine Einheit ist.

Auch sagen wir nicht vom Sohne, daß es in ihm eine Ausdehnung eines Teiles von einem Teile gibt, wie einige gemeint haben; auch halten wir ihn nicht für ein Wort ohne Wirklichkeit, wie den Schall von etwas Gesprochenem, sondern wir glauben, daß die drei Namensträger und die drei Personen eine Wesenheit, eine Majestät, eine Macht sind. Und deshalb bekennen wir einen Gott, weil die Einheit der Majestät uns hindert, mit einem Vielheitsworte von Göttern zu reden. Außerdem nennen wir im katholischen Sinne den Vater und den Sohn; von zwei Göttern aber können und dürfen wir nicht reden. Nicht etwa, als ob der Sohn Gottes nicht Gott wäre, da er doch wahrer Gott vom wahren Gott ist; sondern weil wir wissen, daß der Gottessohn nicht von anderswo, als von dem einen Vater selbst stammt, deshalb reden wir von einem Gott. Das haben nämlich die Propheten, das haben die Apostel überliefert; das hat der Herr selbst gelehrt, wenn er sagt: Ich und der Vater sind eins. Das „eins“ bezieht er, wie ich gesagt habe, auf die Einheit des göttlichen Wesens, durch das „wir sind“ weist er auf die Personen hin.

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin.

Es gibt zwei Werke der Barmherzigkeit, die uns retten, die der Herr in Kürze ins Evangelium eingefügt hat: „Vergebet und es wird euch vergeben werden; gebt gern, und es wird euch gegeben werden.“ Der Satz: „Vergebet gern, und es wird euch vergeben werden“, bezieht sich auf das Erweisen von Wohltaten. Bezüglich dessen, was er vom Verzeihen sagt, willst du, daß dir verziehen wird, was du fehlst, und du hast jemand anderen, dem du verzeihen kannst. Wiederum was das Erweisen von Wohltaten angeht, so bittet dich ein Bettler, und auch du bist ein Bettler bei Gott; wir stehen vor der Tür des Vaters mit der großen Familie, ja wir fallen zur Erde und seufzen kniefällig, wenn wir etwas erlangen wollen; und dieses Etwas selbst ist ja Gott. Um was bittet der Bettler? Um Brot. Und um was anders bittest du Gott als um Christus, der da sagt: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“. Wollt ihr, daß euch verziehen wird? „Vergebt gern, und es wird euch vergeben werden.“ Wollt ihr etwas bekommen? „Gebt gern, und es wird euch gegeben werden.“

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Allmächtiger, ewiger Gott! Der Du uns, deinen Dienern, die Gnade verliehen hast, die Herrlichkeit der heiligen Dreieinigkeit im Bekenntniße des wahren Glaubens zu erkennen und in der Macht der Herrlichkeit die Einigkeit anzubeten: wir bitten Dich, daß wir Kraft dieses Glaubens von allen Widerwärtigkeiten allzeit geschützt werden, durch Christus unsern Herrn. Amen.

Kirchengebet

(für den 1ten Sonntag nach Pfingsten.)

Gott, du Stärke derer, die auf Dich hoffen, sey gnädig unsern Bitten! und weil ohne Dich die sterbliche Schwäche nichts vermag, sende die Hilfe deiner Gnade, daß wir in Ausübung deiner Gebote Dir durch Gesinnung und Handlung gefallen! Amen.

 

 

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