Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage III – Palmsonntag

Evangelium des Palmsonntags

Oder 2. Sonntags in der Passionszeit

Mt 21, 1 – 9 Als sie in die Nähe von Jerusalem nach Bethphage am Ölberge kamen, entsandte Jesus zwei Jünger mit dem Auftrag: „Geht in den Flecken, der vor euch liegt. Alsbald werdet ihr eine Eselin angebunden finden mit ihrem Füllen; bindet sie los und bringt sie zu mir. Wenn euch jemand irgendwie zur Rede stellt, so sagt: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie freigeben.“ Dadurch sollte sich das Wort des Propheten erfüllen:Sagt der Tochter Sion: Siehe, dein König kommt zu dir voll Sanftmut. Er sitzt auf einem Esel, auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttieres.“

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius. Es hat einen schönen Sinn, dass der Herr, nachdem er die Juden abgewiesen hatte, nun, um in den Gemütern der Nichtjuden Wohnung zu nehmen, in den Tempel hinaufstieg. Der Tempel ist nämlich im wahren Sinne ein solcher, in dem der Herr nicht gemäß den Buchstaben, sondern in der rechten Weise angebetet wird. Der Tempel ist ein Gottestempel, den die Reihe der Glaubenswahrheiten, nicht der steinerne Aufbau begründet. Es werden also verlassen diejenigen, die Haß gezeigt, haben; es werden erwählt diejenigen, die Liebe zeigen sollten. Und deshalb kommt er zum Ölberg, um die Pflanzung frischer Ölbäumchen auf der Höhe der Tugend anzuzeigen, deren Mutter das Jerusalem, ist, das droben ist. Auf diesem Berge ist jeder himmlische Landmann tätig, auf dass alle im Hause Gottes Eingepflanzten, Mann für Mann sagen können: Ich bin gleich einem Ölbaum, der reiche Früchte trägt im Haus des Herrn.

Und vielleicht ist der Berg Christus selbst. Wer sollte nämlich sonst solche Früchte von Ölbäumen tragen, die nicht sich krümmen unter der Menge der Beeren, sondern fruchtbar sind an Fülle von übernatürlichen Gütern unter den Völkern? Er ist es ja doch, auf dem wir in die Höhe steigen; und er ist es, zu dem wir steigen. Er ist die Tür, er ist der Weg; er ist das, was geöffnet wird, er ist auch derjenige, der öffnet. Er ist es, an den angeklopft wird von den Eintretenden, und der angebetet wird von solchen, die sich dies verdient haben. Also war in einem Flecken und es war angebunden das Füllen mit der Eselin; es konnte nicht anders losgebunden werden als auf Geheiß des Herrn. Die Hand der Apostel band es los. Das ist eine (herrliche) Tat, das ist ein (herrliches) Leben, das ist etwas Liebliches. Sei auch du derartig, daß du die Gefesselten losbinden kannst.

Nun können wir betrachten, wer die sind, die nach Bekanntwerden der Verirrung aus dem Paradies ausgewiesen und in einem Flecken festgebunden worden sind. Und du kannst sehen, wie das Leben, diejenigen zurückruft, die der Tod ausgewiesen hatte; und deshalb lesen wir nach Matthäus, daß es sich um eine Eselin und um ein Füllen handelt; es sollte, weil in zwei Menschen beide Geschlechter als vertrieben galten, durch zwei Tiere das Zurückführen beider Geschlechter angedeutet werden. Also hat er durch durch die Eselinmutter gleichsam die Eva mit ihrer Verirrung dargestellt; hier aber durch das Füllen die Allgemeinheit des nichtjüdischen Volkes zum Ausdruck gebracht; und deshalb wird das Sitzen auf dem Füllen der Eselin berichtet. Und ganz recht heißt es: „Auf dem noch niemand gesessen hat“, weil niemand vor Christus die Völker der Nichtjuden zur Kirche gerufen hat. Schließlich heißt es bei Markus: „Auf dem noch keiner von den Menschen gesessen hat.“

  1. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
    R.Gott sei Dank gesagt.

 

Kirchengebet zum Palmsonntag

Allmächtiger, ewiger Gott! der Du für’s Menschengeschlecht, daß es nachahme dem Muster der Demuth, unsern Erlöser hast Mensch werden und dem Kreuze sich unterziehen lassen: verleihe gnädig, daß wir die Beweise seiner Geduld vor Augen zu haben, an seiner Auferstehung Antheil zu erhalten verdienen! Amen.

Tradition und Glauben – Angebot

Digitalabo 9,99 oder 19,99 im Monat

Abo 1 59,99 für 3 Monate

Abo 2 89,99 für 6 Monate

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen