Tradition und Glauben

Sakramentalien. (11 von 18) Sakramente und Sakramentalien (3) Vier Klassen von Sakramentalien

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Aktuelle Gnaden und vier Klassen von Sakramentalien

Um die Frage zu beantworten, welche konkrete Sakramentalien uns aktuelle Gnaden vermitteln und wie wir diese Sakramentalien in unseren Alltag einbauen können, stellen wir zuerst die Definition und Unterteilung der Sakramentalien nach Bischof Müller vor und zitieren hierzu aus seiner Moraltheologie[1]:

Im weiteren Sinn versteht man unter Sakramentalien Handlungen oder Dinge, die zum Gotteskult bestimmt sind, welche der Heiligung der Menschen dienen (actiones vel res ad cultum divinum ordinatae, quae hominum sanctificationi inserviunt).

Es gibt vier Klassen der Sakramentalien:

1. Die einen [wurden eingeführt], um den Menschen zu heiligen Dinge, die der Heiligung und Heil des Menschen dienen, der Macht der Dämonen zu entreißen. Diese sind Exorzismen.

2. Andere disponieren zur Heiligung, indem sie im Menschen Glauben, Ehrfurcht und Andacht gegenüber Gott und den göttlichen Dingen erwecken. Diese sind die Zeremonien, die den Sakramenten und dem Messopfer beigefügt (adnexae) sind;

3. Andere wiederum, fördern und vermehren die Heiligung, und zwar [sind diese] gewisse fromme Übungen (pia quaedam exercitia), zu welchen folgende gehören:

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  • das Gebet des Herrn ,
  • Gebete, die von der Kirche vorgeschrieben sind (z.B. das Stundengebet),
  • Gebete, die an einem heiligen Ort rezitiert werden,
  • Allgemeines Schuldbekenntnis, wie es während der Messe und beim Offizium gesprochen wird,
  • demütiges und bittendes Brustschlagen,
  • Almosen,

durch alle die o.a. Sakramentalien werden können aktuelle Gnaden erworben, lässliche Sünden getilgt, und zeitliche Sündenstrafen abgetragen.

4. Ebenso Segnungen (benedictiones) von Dingen oder Personen der Heiligung behilflich, sowie die gesegneten oder geheiligten Dinge selbst (res benedictae et sacrae), denen eine gewisse heilbringende Kraft (quaedam vis salutifera) beigefügt ist, die (a) aus der intrinsischen Heiligkeit der Namen Jesu, Mariae oder (b) des hl. Kreuzzeichens oder (c) aus den Segnungen der Kirche herstammt, wie das Besprengen mit Wasser, das Segnen der Palmen, der Asche, der Speisen etc., die nach Brauch der Kirche gesegnet wurden,

Dadurch können aktuelle Gnaden erbetet, leichtere Sünden getilgt, dämonische Infestationen vertrieben und auch zeitliche Wohltaten (beneficia temporalia) wie z.B. Gesundheit erfleht werden, insoweit diese der Seele nützen.

Dabei ist zu beachten, dass Sakramentalien nicht unmittelbar die lässlichen Sünden tilgen, sondern durch sie, indem man vorher einen Akt der Reue oder der Liebe erweckt, Gnade erbittet werden kann, Kraft derer die lässlichen Sünden getilgt werden. Daher ist allen Gläubigen zu empfehlen, dass sie, nachdem sie das Weihwasser genommen haben, einen Akt der Reue oder der Liebe erwecken sollten.[2]

Diese Ausführungen sind eigentlich selbsterklärend. Dabei ist zu beachten, dass die Punkte 1 (Exorzismen) 2 (Adnexae bei der Messe und Sakramenten) und 4 (Segnungen und gesegnete Dinge) uns durch die Novus Ordo Liturgiereform genommen wurden und nicht von uns selbst abhängen, wird deswegen uns auf Punkt 3 (gewisse fromme Übungen) konzentrieren können.

Wie wurden Sie genommen?

1. Exorzismus – durch die Aufgabe des Rituale Romanum und den neuen Ritus der Exorzismen aus dem Jahre 1998.

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2. Neuer Ritus aller Sakramente und Novus Ordo Missae.

4. Neues Rituale aller Segnungen, länderabhängig und – spezifisch seit den 1970-gern.

Ist es nicht gemein den Gläubigen die Gnaden durch die Liturgiereform zu nehmen?

Ja, es ist sehr gemein und das ist Novus Ordo. Es fehlen wirklich die Worte, um beschreiben zu können, welch ein Verbrechen, nicht nur an der Menschlichkeit, sondern am ewigen Heil so vieler Seelen, diese Liturgiereform gewesen ist. Man erhält jetzt kaum Gnaden und hat kaum Schutz vor den Dämonen, da dem moralischen Zusammenbruch der spirituelle vorausging.

Es reichte den schlechten Geistlichen nicht aus, dass sie keine Gnade bekamen, dass sie nicht daran glaubten. Niemanden sollte es besser als ihnen ergehen, niemand sollte etwas erhalten. Denn wären all diese Sakramentalien unnütz, warum sie denn abschaffen oder ändern? Schadet doch nicht. Die Leute kommen, freuen sich und zahlen. Aber nein, die Ideologie hatte und hat Vorrang, siehe Traditionis Custodes.


[1] Müller, Theologia moralis, Bd. III, Wien 1895, 537-538.

[2] St. Alfons von Liguori, Theol. mor., Lib VI, n. 92.

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