05. Feste in Mai Homilie Liturgische Feste Unser Archiv:

Sechster Tag innerhalb der Oktave vom heiligen Josef

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Evangelium vom Fest des Hl. Josef, Gemahl der hl. Jungfrau Maria, Bekenner und Schutzpatron der ganzen Kirche

Luk 3, 21-23

Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. Jesus war etwa dreißig Jahre alt, als er zum ersten mal öffentlich auftrat. Man hielt ihn für den Sohn Josefs.

Predigttext des Kirchenvaters
Vierte. Lesung

Predigt vom heiligen Abt Bernard. Es wurde Maria mit Joseph vermählt oder besser – wie der Evangelist sagt – mit einem Manne, der Joseph hieß; er nennt ihn einen Mann nicht deshalb, weil er Ehegatte war, sondern weil er ein Mann der Tugend war; oder besser wird er, weil er gemäß einem anderen Evangelisten nicht schlechthin als Mann, sondern als ihr Mann bezeichnet wird. Er mußte also als ihr Mann angegeben werden, weil er auch als solcher gelten mußte; sowie er auch verdiente, Vater des Heilands nicht zu sein, sondern zu heißen, damit er auch als solcher gelte, wie derselbe Evangelist sagt: „Und Jesus trat sein Amt an im Alter von ungefähr 30 Jahren, und zwar, wie er allgemein galt, als Sohn Josephs.

Fünfte Lesung

Es besteht kein Zweifel, daß dieser Joseph ein guter und getreuer Mann war, mit dem die Mutter des Heilands vermählt war. „Ein guter und getreuer Knecht,“ sage ich, den der Herr zum Tröster seiner Mutter, zum Ernährer seiner Menschheit und schließlich zum alleinigen treuesten Mitwirker auf Erden an der hohen Aufgabe bestimmt hatte. Dazu kommt, daß er als Nachkomme der Familie Davids bezeichnet wird. Er war nämlich in Wirklichkeit aus der Familie Davids; in Wirklichkeit stammte vom königlichen Geschlechte ab dieser Mann Joseph, der vornehm war auf Grund der Abstammung, noch vornehmer am Geiste. In Wahrheit ein Sohn Davids, nicht nur dem Leibe nach, sondern gemäß dem Glauben, gemäß der Heiligkeit, gemäß der Unterwürfigkeit gegen Gott, den der Herr gleichsam als einen anderen David nach seinem Herzen fand, dem er gefahrlos anvertrauen konnte das heiligste und verborgenste Geheimnis seines Herzens, dem er, wie einem andern David, die zukünftigen und verborgenen Pläne seiner Weisheit offenbarte und ihn zum Mitwisser eines Geheimnisses gemacht hat, das keiner von den Großen dieser Welt erfuhr.

Sechste Lesung

Wem war es schließlich vergönnt, das, „was viele Könige und Propheten zu sehen wünschten und nicht gesehen haben, zu hören wünschten und nicht gehört haben“, nicht allein zu sehen und zu hören, sondern auch zu tragen, zu leiten, zu umarmen, zu küssen, zu nähren und zu schützen. Und nicht allein von Joseph, sondern auch von Maria müssen wir glauben, daß sie aus der Familie Davids stammt; sonst wäre sie nicht vermählt mit einem Manne aus der Familie Davids, wenn nicht auch sie aus der Familie Davids stammte. Beide also waren aus der Familie Davids; aber in der einen ist die Wirklichkeit erfüllt worden, die Gott dem David schwörend verheißen hatte, während der andere Mitwisser und Zeuge der erfüllten Weissagung war.

Siebte Lesung

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius. Der Umstand, daß Matthäus glaubte, den Stammbaum durch Salomon leiten zu müssen, Lukas aber durch Nathan, scheint auf eine königliche und auf eine andere, priesterliche Familienzugehörigkeit Christi hinzuweisen. Das dürfen wir aber nicht in der Weise auffassen, daß eines mehr wahr sei als das andere, sondern so, daß eins mit dem anderen in gleicher Glaubwürdigkeit und Wahrheit übereinstimmt. Er gehörte nämlich in wahrer Weise und gemäß seiner menschlichen Natur zur königlichen und zur priesterlichen Familie; als König stammt er von Königen, als Priester von Priestern; obwohl die Weissagung nicht vom Irdischen, sondern vom Himmlischen gilt, da er nicht nur als „König in der Kraft Gottes jubelt, dem das Richteramt vom Vater König übergeben wird“, sondern auch als „Priester auf ewig“ bleibt gemäß dem, was geschrieben steht: „Du bist Priester auf ewig, wie Melchisedech es vorgebildet.“

Achte Lesung

Richtig also haben beide sich an die Glaubwürdigkeit gehalten, so daß Matthäus den abgeleiteten Stammbaum durch die Könige bestätigen läßt, und Lukas durch die Priester, insofern als er die auf Christus übergehende Stammgliederreihe von Gott ableitet, und so den heiligeren Ursprung selbst darlegt. Zugleich wird darin das Sinnbild des Rindes1 angedeutet, weil er das hehre Priesteramt stets beibehalten zu müssen meint. Und man darf sich nicht wundern, wenn von Abraham ab gemäß Lukas mehr Stammglieder bis Christus sind, weniger gemäß Matthäus, weil man zugeben muß, daß der Stammbaum durch andere Personen geleitet wird. Es ist nämlich möglich, daß einige ein langes Leben haben, Männer vom anderen Stammbaum aber in frühzeitigem Tode heimgegangen sind; Da wir sehr viele Greise mit ihren Enkeln zusammen leben, andere Männer dagegen gleich sterben sehen, nachdem sie Kinder bekommen haben.

Neunte Lesung

Auch das bemerken wir, daß der heilige Matthäus den Jakob, der der Vater Josephs war, als Sohn eines Mathat erwähnt, Lukas aber den Joseph, mit dem Maria vermählt war, als Sohn eines Heli, und Heli als Sohn eines Melchi bezeichnet. Wie kann es von einem zwei Väter geben, Heli und Jakob? Er ist Sohn von zweien genannt worden, weil er des einen Sohn auf Grund der Abstammung geworden ist, des anderen auf Grund der gesetzlichen Bestimmung. Daß in dieser Gesetzesvorschrift uns die zukünftige ewige Dauer der Nachkommenschaft der Toten verheißen wurde, verstand das Judenvolk nicht, sondern nahm es bloß buchstäblich hin und verdarb auf diese Weise den Wert des Gesagten. Es gab nämlich einen anderen Bruder, der den verstorbenen Brüdern Nachkommen verschaffte, nicht Bruder infolge leiblicher gleicher Abstammung, sondern gemäß der Erhabenheit der Gnade; und deshalb heißt es wahrscheinlich „Der Bruder hat keine Erlösung bewirkt, die Erlösung hat bewirkt ein Mensch“; weil er nicht ein dem Leibe nach gleich abstammender Bruder war, sondern der zwischen Gott und den Menschen als Mittler auftretende Mensch Jesus Christus hat den Auferstehungssegen verbreitet.

Kirchengebet

Oh Gott, der du in deiner unaussprechlich wunderbaren Vorsehung dich gewürdigt hast, den heiligen Josef zum Gemahl deiner heiligsten Mutter auszuwählen, verleihe uns, wir bitten dich, die Gnade, dass wir an ihm, die wir als unseren Beschützer auf Erden verehren, einen Fürsprecher im Himmel haben. Durch unsern Herrn. Amen.

1Der heilige Lukas hat ein Rind als Abzeichen

Kirchengebet

Oh Gott, der du in deiner unaussprechlich wunderbaren Vorsehung dich gewürdigt hast, den heiligen Josef zum Gemahl deiner heiligsten Mutter auszuwählen, verleihe uns, wir bitten dich, die Gnade, dass wir an ihm, die wir als unseren Beschützer auf Erden verehren, einen Fürsprecher im Himmel haben. Durch unsern Herrn. Amen.

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 791 ff.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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