Sexueller Missbrauch in der FSSPX vertuscht

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei dem Blogger und Gläubigen der Piusbruderschaft und Kirchfahrter Archangelus bedanken. Ohne seine Kommentare und Inspiration (Tertium non datur) wäre die Thematik der Piusbruderschaft auf unserem Blog nicht zur der richtigen Geltung gekommen. Vergelt’s Gott!

Das Opus Magnum von Randy Engel mit dem Titel „The Rite of Sodomy“ – der Ritus der Sodomie, macht in fünf Bänden auf insgesamt 1715 Seiten klar, dass wirklich überall in der Kirche homosexueller Missbrauch verdeckt und vertuscht worden ist.[1] Mit der gesamten Kirche meinen wir:

  1. die Diözesen
  2. die Orden
  3. neuen religiösen Gemeinschaften und Bewegungen
  4. die traditionellen und traditionalistischen Vetus Ordo Gemeinschaften.

Während aber 1. bis 3. die üblichen Novus Ordo Strukturen umfassen und, wie die Piusanhänger sagen, der Konzilskirche zuzurechnen sind, gehen viele der traditionellen Gemeinschaften (ehemals Ecclesia Dei-Gemeinschaften) entweder direkt oder indirekt auf die Piusbruderschaft zurück.

Zwar befasst sich Randy Engel nur mit den kanonisch regulären Strukturen der amerikanischen Kirche und damit nicht mit der FSSPX, aber der Fall des ehemaligen Piuspriesters Carlos Urrutigoity ist in ihrem Werk in dem Kapitel über die Society of St. JohnGemeinschaft des Heiligen Johannes enthalten, einer Gemeinschaft, die von dem besagten Pater Urrutigoity gegründet wurde. Der von uns übersetzte Aufsatz von Patrick Odou, den wir demnächst veröffentlichen werden, umfasst zwar den Zeitraum vor der Gründung der Society of St. John, d. h. die Zeit Urrutigoitys in der FSSPX. Man muss aber an dieser Stelle fragen, von welchen guten Geistern alle Verantwortlichen im Jahre 1989 in der Diözese Scranton verlassen waren, um jemanden wie Pater Urrutigoity aufzunehmen, ihn eine Gemeinschaft gründen zu lassen und diese zu approbieren, ihm den Zugang zu männlichen Jugendlichen zu ermöglichen und anschließend seine Missbrauchstaten zuzudecken. Wir meinen damit den Bischof von Scranton und die Petrusbruderschaft (FSSP),[2] die vom Urrutigoity’s homosexuellen Treiben in ihrer eigenen St. Gregory’s Academy wusste und ihn deckte.[3]

Die spätere Karriere von Pater Urrutigoity wäre aber gar nicht möglich gewesen, wenn ihn nicht zuerst die Piusbruderschaft gefördert und seine Perversion langjährig gedeckt hätte. Die Piusbruderschaft vertritt den Anspruch, den wahren Katholizismus darzustellen und das wahre katholische Priestertum zu vertreten. Dieser Anspruch wird eindeutig nicht erfüllt, was man daran ersehen kann, wie Individuen wie Pater Urrutigoity behandelt wurden. Hätte die FSSPX tatsächlich an die Heiligkeit des Priestertums gedacht, so hätte sie Urrutigoity bei den ersten kleinsten Anzeichen der Abnormalität entlassen, statt ihn zu fördern, aufzubauen und ihn in dem argentinischen La Roja Seminar Theologie unterrichten zu lassen. Wir sehen in der FSSPX dieselben Macht- und Vertuschungsstrukturen wie beispielsweise bei den Legionären Christi. Da aber die FSSPX kleiner ist und über sehr loyale Anhänger verfügt, dringt nur weniges nach außen. Der Fall Urrutigoity ist zwar bekannt, es ist wohl aber kein Einzelfall in der FSSPX. Wenn man sich solcher Mittel der Vertuschung wie die FSSPX bedient, dann deckt man wahrscheinlich andere Übeltäter zu, die uns bis dato unbekannt sind. Es stellt sich aber die Frage, ob die FSSPX ihre kanonische Irregularität, die nach wie vor besteht, denn die Piuspriester haben nach wie vor keine Ämter in der Kirche, durch ihre Heiligkeit und Makellosigkeit wettmachen kann. Die Antwort lautet: Nein. Wenn man Kleriker wie Urrutigoity wissentlich jahrelang geduldet und unterstützt hat, dann beweist man, dass es einem nicht um die Religion, sondern um den reinen Macht- und Gelderhalt geht. Man denkt nicht an die Besudelung des katholischen Glaubens und des katholischen Priestertums durch Urrutigoity, man denkt nicht an seine Opfer und deren wahrscheinlichen Glaubensabfall, man denkt nicht an die kriminellen Konsequenzen und eventuelle finanziellen Abfindungen. Zwar wurde Urrutigoity 1997 aus der FSSPX ausgeschlossen, weil er eine „Bruderschaft innerhalb der Bruderschaft“ gründen wollte,[4] aber seine Homosexualität und seine homosexuellen Praktiken waren der Piusbruderschaft seit Mitte der 1980er bekannt, sodass sein Rauswurf auf einen Machtkampf und nicht auf seine sexuelle Perversion zurückzuführen ist. Hätte Urrutigoity der Fellay-Fraktion angehört, statt sich mit der Williamson-Fraktion anzulegen (Bischof Williamson war Urrutigoitys Vorgesetzter im La Rioja Seminar), so wäre es möglich, dass Urrutigoity noch immer der Piusbruderschaft angehören würde, denn die Loyalität dem jeweiligen Machthaber gegenüber zählt mehr als die Moral. Sollte jemand Zweifel an der Richtigkeit unserer Interpretation haben, dann lese er sich bitte alle Teile des kommenden Aufsatzes von Patrick Odou durch. Man förderte ihn und wusste über ihn Bescheid.

Katholiken wünschen sich von ihren Priestern, dass sie besser sind, dass sie heiliger sind, dass sie sich nicht nach den perversen Normen dieser Welt richten. Dieser Wunsch wird von der Piusbruderschaft eindeutig nicht erfüllt, was der Fall Urrutigoity beweist.

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[1] Engel, Randy, The Rite of Sodomy. Homosexuality and the Roman Catholic Church, Vol. I: Historical Perspectives from Antiquity to the Cambridge Spies, Pennsylvania 2011; Vol. II: Male Homosexuality the Individual and the Collective, Pennsylvania 2011; Vol. III: AmChurch and the Homosexual Revolution, Pennsylvania 2012; Vol. IV: The Homosexual Network in the American Hierarchy and Religious Orders, Pennsylvania 2012; Vol. V: The Vatican and Pope Paul VI – A Paradigm Shift on Homosexuality, Pennsylvania 2012.

[2] Engel, Rite of Sodomy, Vol. IV, 954.

[3] Ebd., 957-963.

[4] Ebd., 955.

 

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(2) Kommentare

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  2. […] rein gar nichts. Wir haben zwar über Pater Urrutigoity berichtet, ahnten und wussten, dass Urrutigoity kein Einzelfall ist, aber die Skala, die von Church Militant […]

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