Himmelfahrt Christi Unser Archiv:

Sonntag innerhalb der Oktav von der Himmelfahrt Christi

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Evangelium am Feste Himmelfahrt Christi

Mk 16, 14 – 20 Zuletzt erschien der den Elf, wie sie bei Tische waren. Er verwies ihnen ihren Unglauben und ihre Herzenshärte, dass sie denen nicht geglaubt hatten, die ihn, den Auferstandenen, gesehen hatten. Dann sprach er zu ihnen: „Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium allen Geschöpfen. Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Die Gläubigen sollen folgende Wunder begleiten: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Sprachen reden, Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden.“ Nachdem der Herr [Jesus] so zu ihnen gesprochen hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte ihr Wort durch Wunder, die es begleiteten.

Vierte Lesung

Predigt vom heiligen Bischof Augustin. Unser Heiland ist, Geliebteste, in den Himmel aufgestiegen, wir wollen auf der Erde uns nicht verwirren lassen. Dort mag der Geist sein, und alsdann wird hier Ruhe sein. Wir wollen inzwischen mit Christus im Herzen aufsteigen; wenn der von ihm verheißene Tag kommt, dann werden wir ihm auch mit dem Leibe folgen. Wir müssen also, Brüder, das wissen, dass mit Christus nicht aufsteigt der Stolz, nicht die Habsucht, nicht die Gier nach fleischlicher Lust; keines unserer Laster steigt hinauf mit unserer mit unserem Arzt. Und wenn wir deshalb danach verlangen, dem Arzt danach in die Höhe zu steigen, müssen wir unsere Laster und Sünden ablegen. Sie drücken nämlich uns alle gleichsam wie mit Fesseln und gehen darauf hinaus uns in den Netzen der Sünde gebunden zu halten. Und deshalb wollen wir mit Hilfe Gottes nach den Worten des Psalmisten „die von Ihnen aufgelegten Bande zerreißen“, damit wir sorgenfrei dem Herrn sagen können: „Du hast zerrissen meine Bande, dir bringt ich darf ein Lobesopfer“.

Fünfte Lesung

Die Auferstehung des Herrn ist unsere Hoffnung, die Auffahrt des Herrn in den Himmel ist unsere Verherrlichung. Wir beginnen heute die Festlichkeit der Himmelfahrt. Wenn wir also richtig, wenn wir gläubig, wenn wir andächtig, wenn wir heilig, wenn wir fromm die Auffahrt des Herrn feiern, dann wollen wir mit ihm aufsteigen und unsere Herzen erhoben halten. Im Aufsteigen aber wollen wir uns nicht überheben und nicht auf unsere Verdienste, als ob es eigene werden, übermäßig Vertrauen haben. Wir müssen aber einen zum Herrn erhobenen Sinn haben. Ein hoher, nicht zum Herrn erhobener Sinn wird nämlich Hochmut genannt; der zum Herrn erhobener Sinn aber wird Zuflucht genannt. Seht, also, Brüder, ein großes Wunder, ein hohes Wesen ist der Herr; wenn du dich erhebst, weichst er von dir; wenn du dich erniedrigt, steigt er zu dir herab. Weshalb dies? Weil er „erhaben ist und auf das Kleine gnädig schaut, und das Hohe nur von ferne ansieht“. Das Niedrige sieht er aus der Nähe an, um es zurückführen; das Hohe, d. h. das Hochmütige, beobachtet er aus der Ferne, um es nieder zu drücken.

Sechste Lesung

Christus ist nämlich auf erstanden, um uns die Hoffnung zu bieten, dass der Mensch aufersteht, der stirbt. Damit ihr nicht im Sterben verzweifeln und meinen, dass unser Leben mit dem Tode beendet sei, gibt er uns Gewissheit. Wir waren nämlich besorgt um unsere Seele; und der hat uns durch seine Auferstehung auch bezüglich der Auferstehung des Leibes Zuversicht verschafft. Sei also gläubig, damit du ein Reiner werdest. Zunächst musst du glauben, damit du durch den Glauben verdienst, später Gott anzuschauen. Willst du also Gott schauen? Höre ihn selbst: „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott anschauen.“ Zunächst sei also um die Reinigung des Herzens besorgt; was du dort Gott Missfallenendes sieht, dass schaffe hinaus.

Siebte Lesung

Auslegung vom heiligen Bischof Augustin. Der Herr Jesus hat in der Ansprache, die er seinen Jüngern nach dem Abendmahl, unmittelbar vor seinem Leidens wollen Tode, als er sich anschickte, wegzugehen, und sie bezüglich der leiblichen Gegenwart zu verlassen, aber mit allen seinigen bis zum Ende der Welt in geistiger Gegenwart zusammen zu sein, gehalten hat, sie ermahnt, die Verfolgungen seitens der Glaubensfeinde zu ertragen, die er mit dem Worte „Welt“ benannte; und doch sagte er, dass er „aus dieser Welt seine Jünger auserwählt habe“, damit sie wüssten, dass sie aufgrund der Gnade Gottes das seien, was sie sind, aufgrund eigener Fehler aber das gewesen seien was sie waren.

Achte Lesung

Alsdann bezeichnete er die Verfolger, und zwar als seine und als Verfolger der Seinigen ganz deutlich die Juden, damit es ganz klar würde, dass auch diejenigen in dem Ausdruck „verdammenswürdige Welt“ eingeschlossen seien, die die Christen verfolgen. Und als er von ihnen erklärte, dass sie den nicht kennen, von dem er gesandt war, und dennoch den Vater und den Sohn hassen, d. h. diejenigen, der gesandt war und denjenigen, von denen er gesandt war – von alledem habe ich schon in anderen Vorträgen gesprochen – kam er zu der Stelle, indem er sagte: damit der Satz erfüllt werde, der in ihrem Offenbarungsbuch also der ausgedrückt ist: „Sie hassen mich ohne Grund.“

Neunte Lesung

Alsdann fügte er gleichsam als Folgerung das an, wovon ich bei der Ansprache ausgegangen bin: „Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater schicken werde, der Geist der Wahrheit, der wird für mich Zeuge sein und auch ihr werdet als Zeugen für mich auftreten, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid.“ Was hat das für eine Beziehung zu dem, was er gesagt hatte: „Nun aber haben sie mich gesehen und hassen doch sowohl mich wie auch meinen Vater, auf das der Satz erfüllt werde, der in ihrem Offenbarungsbuch also ausgedrückt ist: Sie hassen mich ohne Grund“. Vielleicht deshalb, weil der Heilige Geist, wo er als Geist der Wahrheit kam, diejenigen, die ihn (den Heiland) gesehen hatten und doch hassten, mit einem deutlicheren Zeugnis widerlegt hat? Ja, er hat doch sogar einige aus denen, die gesehen hatten und doch noch hassten, zum Glauben, der in der Liebe tätig ist, durch die Offenbarung seiner selbst belehrt.

Kirchengebet

Verleihe uns, wir bitten dich, o allmächtiger Gott, die Gnade, daß wir, die wir an die heute erfolgte Himmelfahrt deines Eingeborenen, unseres Erlösers, glauben, auch selbst mit unseren Herzen in Himmelshöhen weilen. Durch unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablaß, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gwährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 358 – 360.

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