Tradition und Glauben

Steve Skojec, Raus aus dem Kaninchenloch

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Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die nun einem großen Teil der katholischen Bevölkerung bewusst werden – oder zumindest bewusster als sie waren. Die Handschrift war an der Wand, schon bevor ich geboren wurde, doch es war für Viele schwer zu erkennen. Zu Beginn dieses Pontifikats wurde sie einem starken Kontrast ausgesetzt  wie die verblichenen, beinahe unsichtbaren Farben der phosphorisierenden Farbe die leuchtet, wenn man sie ultraviolett anstrahlt. Ich schreibe über diese Anzeichen fast schon seit dem Beginn dieses Pontifikats, sogar schon bevor ich dem Ruf folgte, diese Website zu gründen und die Arbeit zu beginnen, die wir nun tun. Ich bitte die Leser inständig, die “rote Pille zu nehmen” und aufzuwachen, ein Bild aus dem 1999 entstandenen Science Fiction Film The Matrix, der sich wiederum stark auf die Symbolik von Lewis Carrolls Alice im Wunderland bezieht. Die Szene und die Metapher, die sie entwickelt, spricht für sich:

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Wir haben Ihnen  innerhalb der letzten Wochen viele Neuigkeiten berichtet, bis Amoris Laetitia  in das katholische Bewusstsein wie die Klinge einer Axt trat. Aber obwohl die Kenntnis der tatsächlichen Umstände, die sich nun zeigen, wichtig ist, ist es – in sich selbst – ungenügend.

Wie ich im Mai 2014 schrieb:

Bitte. Nehmen Sie die rote Pille. Hören Sie auf einen Weg zu finden sich selbst weiszumachen, dass das, was geschieht, unmöglich ist, und beginnen Sie zu versuchen zu verstehen, was es bedeutet, und wie wir das überleben und wieder aufbauen können.

Es ist wieder Zeit, die rote Pille anzubieten. Es ist Zeit, aus dem Kaninchenloch herauszukommen — einem Loch, dass viel tiefer geht als die Papstwahl vom März 2013. Ich habe einige Ideen, an denen ich arbeite, versuche diese möglichst verständlich auszudrücken und ich hoffe, sie Ihnen bald mitzuteilen.

Bis dahin möchte ich mitteilen, dass meine Freundin Hilary White gerade zwei sehr wichtige Essays geschrieben hat. Obwohl ich vermute, dass sie sich dessen nicht bewusst ist, könnten dies die wichtigsten Dinge sein, die sie in ihrer langen Laufbahn als Autorin und Journalistin veröffentlicht hat. Ich werde sie hier teilweise zitieren, aber ich ermutige Sie sehr, sich aufzumachen und jedes ihrer Worte selbst zu lesen. Sie sind wichtig. Sie sind Teil des Gegengifts. Sie sind eine unschätzbare Hilfe, um aus dem Kaninchenlos herauszuklettern.

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Vor Jahren, genauer ungefähr um das Jahr 2003, auf dem Höhepunkt einer langen Periode der Forschung (über das Ordensleben) stellte ich fest, dass die Kluft in der Kirche schlimmer war, als ich angeleitet worden war zu glauben von denen, die wir damals als “konservative” katholische Autoren einstuften. Dies war der unbequeme Moment, in dem ich zum “Tradi” wurde und obwohl ich niemals gewünscht habe, das, was ich jetzt weiß nicht zu wissen, so hatte dieses Wissen durchaus seinen Preis. Ich bin kein Tradi, weil ich es sein möchte. Ich bin ein Tradi, weil ich niemals dahin zurückkommen werde, die Dinge nicht zu wissen, die ich jetzt weiß.

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Es klingt großartig. Die Guten gewinnen. Das Problem war, dass es nicht stimmte. Die Grundlage von “normal”, d. h. von “Rechtgläubigkeit”, war ein falscher Boden. Die Wirklichkeit der Kirche war, dass unter diesem falschen Boden sich ein riesiges Gebäude auftat, eine verlorene Kirche, welche begraben wurde und fast [gänzlich] vergessen war, und über die zu sprechen es strengstens verboten war. Darüber hinaus war dieser falsche Boden beweglich.

Hilary schreibt weiter:

[E]s war unausweichlich: da war und ist ein riesiger Riss in der Kirche, der auf ein de facto Schisma hinausläuft. Eine neue und falsche Religion ist hergestellt worden, wie die Giftstoffe einer bakteriellen Infektion, die den Körper krank machen, hat sie alle Einrichtungen der Kirche infiziert und kaum jemand hatte Notiz davon genommen. Es war ein verborgenes Schisma, das sich in den katholischen  Einrichtungen seit dem Ende von Vaticanum II völlig unkorrigiert eingenistet hatte. Der Neomodernismus war erfolgreich, die authentische katholische Lehre soweit zu ersetzen, dass es ausreichte, die alten Lehren des Glaubens in bestimmten Bereichen zu halten und laut zu bekennen, um jemanden als den Tradi, aus dieser “konservativen katholischen Erneuerung” auszuschließen. Der Neue Modernismus war tatsächlich zum neuen Konservatismus geworden.

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Und es gab tatsächlich noch etwas, nur  einen großen Bereich der Überschneidung — der die “konservativen” Katholiken auf derselben Seite wie die “Tradis” hielt:

[L]angsam wurde der Boden, auf dem diese “Neokatholiken” standen, abgetragen, bis die einzige Metrik als Kennzeichen ihres Katholizismus, die ihnen blieb, die Lehre der Kirche zur Sexualmoral war. Solange der Papst fortfahre, diese zu verteidigen und hochzuhalten, so erzählte ihnen ihr Narrativ, sei es gleichgültig, wie viele Korane er küsse. All dieses Zeug sei verhandelbar. Sex, Ehe und Kinder ist der letzte, größte gemeinsame Nenner, der nicht unterschritten werden darf – die Grundlinie des Katholizismus.  Es sei denn, dass diese Grundlinie des gemeinsamen Nenners in Kreide auf dem falschen Boden gezeichnet wurde. Und Franziskus begonnen hat, sie auszuradieren. Die Position des “konservativen Katholiken” war in dieser Demarkationslinie sicher – zumindest bis Amoris Laetitia.

Ironischerweise hat vielleicht gerade das Festmachen katholischer Rechtgläubigkeit ausschließlich an der Lehre der Kirche zur Sexualmoral dazu geführt, dass sie [d.h. die Neokonservativen] exakt die Linie der Maintream-Medien genommen haben: Der katholische Glaube kümmert sich nur um die Unterrockgeschichten [d.h. das Sexuelle] (pelvic issues). Weder ein katholischer Neokonservativer noch der Herausgeber der New York Times, der für die religiösen Seiten verantwortlich ist, hat je etwas vom Sozialen Königtum Christi gehört. Dieser große Leerraum, in dem die katholische Kirche angesiedelt war, ist der Grund, warum die Novus-Ordo Apologeten weiterhin sagen, sie „mögen die Traditionalisten“, aber nur dann, so lange diese  persönlich die Alte Messe bevorzugen. Diese anderen da, die immer nur vom Syllabus reden, werden als “radikale katholische Reaktionäre” gebrandmarkt, weil sie ein ganzes Paradigma herausfordern. Die gute Sorte der Traditionalisten sind diejenigen, von denen Franziskus gesprochen hat, diese mythologische Gruppe von Leuten, die halt zufällig “süchtig” nach einer früheren Ästhetik sind. Wir, die schlechten, irren Tradis, ziehen es vor, in einer ganz anderen Kirche zu leben, diesem riesigen, vergrabenen, abgewirtschafteten Gebäude, von dem man erwartet, dass niemand davon weiß.

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Und das, was gerade geschieht, ist nichts weniger als die systematische Demontage des katholischen Glaubens durch den Mann, dessen heilige Pflicht ist es, als sein Erster Beschützer und Verteidiger zu handeln.  Wie ich (schon) 2014 in dem oben verlinkten Artikel schrieb:

Ich würde behaupten, dass die Herabwürdigung des Papsttums – oder wie [Franziskus] das nennen würde, des Heiligen Stuhls – etwas ist, was er nicht gänzlich akzeptieren würde, bis er den allerletzten Tropfen dieser Autorität dazu genutzt hat, alles, was er ändern kann, zu ändern; einen unveränderlichen zukünftigen Kurs für die katholische Kirche zu setzen. Er ist gegen die Zentralisierung der Autorität im Papsttum, außer in diesen Fällen, wo er sie gerade rückhaltlos vertritt. Ich betrachte das als seine päpstliche Kamikaze-Mission, dazu aufgestellt, eine Selbstzerstörung der Institution [der Kirche] in Gang zu setzen, aber dennoch den maximalen Nutzen aus ihr herauszupressen für die revolutionäre Tagesordnung, die sein Papsttum mit Leben erfüllt.

Es verhält sich aber so, dass er nicht alleine dorthin kam. Er ist der Höhepunkt von Jahrzehnten an Trotz und Verneinung der wahren Identität der Kirche durch die Nachfolger des Heiligen Petrus. Jene, die sich nun in diesem Moment fragen, was Papst Franziskus mit der Lehre der Kirche tut, müssen, wenn sie irgendein Interesse an der Wahrheit haben,  erwägen, was in der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils und direkt danach getan wurde.

Hilarys zweiter Essay, “Wie man selbstständig aus der Matrix herauskommt“, versucht, das Problem anzupacken:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Franziskus nicht eine bizzare und unerklärliche Anomalität ist. Er ist wirklich geradezu die logische Schlussfolgerung dessen, was in der Kirche und der Welt seit 1965 geschehen ist. Er ist keine Überraschung. Er ist nicht “verwirrend.” Er ist keine Abweichung vom großartigen Pfad der Pracht, auf dem die Kirche seit dem Ende von Vaticanum II wandelt Er ist die Verkörperung von alle dem, was geschehen ist, einschließlich dem intellektuellen und moralischen Verfall, seit die Kirche die Fenster geöffnet hat und  die nachaufklärerische Welt hereingelassen hat, um sich die Dinge zu regeln. Dies schließt auch seine [des Papstes] offensichtliche Unfähigkeit ein – auch die Unfähigkeit seiner Freunde und Unterstützer – zu verstehen, warum ein logischer Widerspruch bedeutungslos ist. (Wenn ich  “intellektuellen Verfall” erwähne, ist es das, was ich damit meine. Der Verlust der Fähigkeit, die grundlegenden  Prinzipien des rationalen Denkens anzuwenden.)

All das, so behaupte ich weiter, ist OK. Es ist kein Desaster, es sei denn man fängt auf diese Weise das Nicht-Denken an. Obendrein wird dies alles auf ein gutes Ende hinauslaufen, da wir in Franziskus schließlich nur das sehen, was für eine groteske Parodie des Glaubens und der Vernunft [die nachkonziliare Entwicklung]  zur Folge hat. Er ist nicht nur die Verkörperung des Deuterovatikanismus [der Anhängerschaft an das Zweite Vatikanische Konzil Red.] er ist ein gehendes, sprechendes, quatschendes, Selfie-machendes, lästerndes, antirationales, häretisches dummes Zeug speiendes Beispiel des alten Erziehungsprinzips des schlechten Beispiels; die Figur eines so unverschämt schlechten Vaters, dass er als heilsame Lektion für die Kinder dient, was sie nicht tun sollen.

Vom allerersten Tag seines Pontifikats an habe ich gesagt, dass dies der Weckruf ist, den die Kirche so notwendig gebraucht hat. Das war so offensichtlich, dass es das Erste war, was mein langjähriger atheistischer Freund sagte, als wir uns nach dem Konklave unterhielten: “Gut, gut … Papst Franziskus ist sicher bei den Nichtkatholiken beliebt. Nicht wahr?”

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Dieser Artikel “Unknowing” hat eine Menge eMails hervorgerufen. Ich möchte hier eine als Bespiel zitieren. Ich werde die Schreiberin nicht bekanntgeben, aber es ist eine tiefgläubige junge Dame aus den USA, die fragt: “Was sind die Hauptlehren des Traditionalismus’ von denen Sie sprechen? Was ist mit “Neo-Modernismus” gemeint? Was war an Papst Benedikts Pontifikat falsch? Können Sie Artikel oder Bücher zum Lesen empfehlen, die dieses Thema vertiefen?” Da ich (und die kleine Gruppe traditioneller Blogger da draußen) ziemlich viele solcher Anfragen erhalten haben, dachte ich, es wäre eine gute Idee, einen Post zu schreiben, der dieses Geheimnis lüftet.

Hilary fährt fort, indem sie eine Leseliste empfiehlt, die Sie sorgfältig studieren sollten. Gerade gestern habe ich selbst zwei der Bücher gekauft. Aber ihre Liste ist nur ein Anfang. Wir müssen sie noch ausarbeiten. Ich persönlich habe mit der Ottaviani Intervention begonnen (der Link führt zur SSPX, aber EWTN hat auch ein Exemplar, ohne den historischen Hintergrund), die mir augenblicklich die Augen öffnete als ich entschlossen war nicht zu glauben, dass seine solche Blindheit überhaupt möglich sein könnte. Den größten Teil der restlichen Arbeit erledigte Michael Davies für mich, wie auch einige Artikel und Blogs. Möglicherweise die beste, positivste und fruchtbarste Arbeit, die ich gelesen habe, ist  Die Häresie der Formolosigkeit von Martin Mosebach.

Sie werden feststellen, dass jede dieser Quellen, die ich erwähne, sich mit den Änderungen der Liturgie befasst. Selbstverständlich war dies der Punkt, an dem die kirchlichen Revolutionäre ihre größten Anstrengungen konzentrierten. Das ist der wichtigste Punkt, an dem man anfangen muss, bevor man andere Zugänge untersucht zu dem, was während des Konzils vor sich ging, und wie clever die Vorgänge in Anspruch wurden [im Sinne von gekidnappt Red.] wurden von denen, die eine massive, irreversible Veränderung in der Kirche wollten.

Es gibt eine Reihe anderer Titel, die als de rigeur betrachtet werden (oder doch bald sein werden). Doch anstatt zu versuchen, diejenigen hier aufzulisten, die ich kenne, am Ende eines bereits langen Posts, würde ich gerne Vorschläge von Ihnen im Kommentar erbitten. Wenn wir genügend bekommen, werde ich eine kurze Bibliographie dieser Werke erstellen, die wir in die (bisher) wenig genutzte Quellensektion dieser Website resources auf dieser Website stellen können, als künftiger Quellennachweis.

Wir werden dieses Thema in naher Zukunft auch weiter behandeln. Wir sind dabei, aus dem Kaninchenloch zu klettern. Und wir werden dies gemeinsam tun. Bleiben Sie dran um herauszufinden, wie Sie Ihren eigenen nachkonziliaren geheimen Dekoder (Secret Decoder Ring™)[1] erhalten können!

Quelle:  http://www.onepeterfive.com/out-of-the-rabbit-hole/

[1] Vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Secret_decoder_ring

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