„Ich zahle Kirchensteuer, dafür möchte ich auch eine Oblate“ oder Bergoglio und DBK machen es möglich

Gregormesse7 munster-1491

Verfall der Kirche

Es ist schwer Informationsportale zur Lage der Kirche durchzuschauen, denn es ist so als würde man Krankmeldungen von einer sterbenden, geliebten Person wahrnehmen. Um es mit E. Waughs Roman „Wiedersehen mit Brideshead“, der über das Sterben des Lord Marchmains schreibt, zu sagen:

„Bald gab es überhaupt keine Stadien der Besserung mehr, man konnte nur von kurzen Schwankungen im Tempo des Verfalls sprechen“.[1]

Die sichtbare, irdische Kirche wird nach und nach zerstört, ihr Gebäude abgetragen. Cogitavit Dominus dissipare murum filiae Sion – „der Herr hat beschlossen die Mauern der Tochter Sion abzutragen“, wie es in Klagen des Jeremias heißt. Weil sich die „Kirche des Konzils“ so schwer gegen Gott versündigte und versündigt, wird nichts von ihr übrig bleiben.  Haben Sie auch gemerkt, dass wir keine Priester, Bischöfe und Kardinäle haben? Warum haben wir keine? Weil, falls wir welche hätten, diese gegen Bergoglio vorgegangen wären. Das Herumreisen, wie Kard. Burke und Bischof Schneider es tun und dabei Interviews geben, dass jemand doch endlich etwas tun müsse, ist kein Vorgehen. Vielleicht ist es nicht nur Feigheit, vielleicht wissen die heutigen Geistlichen dermaßen nicht, was Sache ist, dass sie nicht für die Sache kämpfen wollen. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) hat neulich eine sehr umfangreiche Dogmatik zum Thema Gnade durchgelesen, woraus ersichtlich ist, dass Gott einen Menschen im Gnadenstand, wo er nur kann unterstützt und ihm weitere Gnaden gibt. Jedoch ein Mensch in Todsünde fällt immer tiefer in den Abgrund und dieser wird von keiner Gnade gehalten.

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Hilary White, Et Tu, Benedicte? (Einige abschließende Gedanken zu Joseph Ratzinger)

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Geschrieben am 12. März 2018 in The Remnant von  Hilary White

Übersetzung der Zitate ins Deutsche vom Übersetzer

Anmerkung der Redaktion [von The Remnant]: In einem Brief vom 11. März, unterschrieben vom emeritierten Papst Benedikt XVI und adressiert an Msgr. Dario Vigano, Präfekt des vatikanischen Sekretariats für Kommunikation, bietet der frühere Papst, wie berichtet wird, eine leidenschaftliche Verteidigung von Papst Franziskus gegen die Behauptung, ihm fehle eine theologische und philosophische Ausbildung. In aller Deutlichkeit bekräftigt dieser Brief, der Benedikts Unterschrift trägt, dass „es eine innere Kontinuität zwischen den beiden Pontifikaten gibt‟. Ob Benedikt diesen Brief tatsächlich geschrieben hat oder nicht, er gibt Veranlassung für eine Reihe schwerwiegender Fragen, die dringend beantwortet werden müssen, bevor die Geschichte das Buch über diese commedia diabolica schließt. Unser Dank gilt der Kolumnistin von The Remnant, Hilary White, die im Folgenden die wichtigsten Inhalte zusammengefasst hat. MJM

Kürzlich fragte mich der Herausgeber eines „konservativen‟ katholischen Magazins ob ich daran interessiert sei einen Artikel über den Rücktritt Papst Benedikts vor fünf Jahren beizutragen. Ich lehnte ab und sagte ihm, dass ich mir moralisch sicher sei, dass alles, was ich dazu zu sagen hätte, nicht mit seinen redaktionellen Richtlinien vereinbar sein würde. Fünf Jahre ist es her, und ich habe bemerkt, dass wesentlich weniger Menschen darüber sprechen, was für ein „mutiger‟ Akt es war, das Pontifikat aufzugeben. Die Konsequenzen dieses Aktes waren so haarsträubend, dass sehr wenige Leute noch bereit sind, höfliche Bemerkungen darüber zu machen, selbst Leute, die größtenteils mit Franziskus einverstanden sind.

Tatsächlich möchten fünf Jahre nach der Resignation von Papst Benedikt die katholischen Gläubigen meist wissen, warum; warum entscheidet sich ein Papst – ein Mann mit Jahrzehnten an naher und persönlichen Erfahrung mit dem „Schmutz‟ in der Kurie und in der gesamten Kirche – plötzlich, zu gehen? Wie konnte er sich entscheiden, wegzugehen in dem Wissen, dass seine Aufgabe noch nicht erfüllt war? Zu dieser Zeit und seitdem, besonders im Licht dessen, was geschehen ist, scheint es einer der bizarrsten Aspekte dieser ganzen bizarren Situation, dass die Gründe, die dafür angegeben wurden, so trivial, so unangemessen, so unverhältnismäßig belanglos waren.

Diese absurden Antworten auf ernste Fragen von schwerwiegender Bedeutung haben zwangsläufig den Verdacht erweckt, dass Benedikt das Papstamt schlicht nicht so ernst nahm wie wir übrigen. Wir können nichts anderes als uns zu fragen, ob diese trivialisierten Antworten eine tiefe Schwäche offenbaren, die wir nie zuvor vermutet hätten. Können wir uns an ihm getäuscht haben? Und wenn ja, könnten wir uns so getäuscht haben?

Aus bestimmten Gründen war alles, was wir zu der Zeit hörten, im Wesentlichen „Ich bin müde‟. Es gab eine Andeutung, dass er sich den Reisen ins Ausland nicht mehr gewachsen fühlte, so dass er den Weltjugendtag und ähnliche Veranstaltungen nicht besuchen konnte. Das Trivialisierende der Resignation schien Hand in Hand mit dem modernen Konzept des Papstes als Popstar zu gehen, etwas, für das wir Benedikt als zu ernsthaft gehalten hatten, zu ernsthaft ein Katholik, um [an] sich selbst zu glauben. Gerade und erst recht von Benedikt XVI. hätten wir gedacht, dass er das Papstamt ernst nahm.

Und seitdem, seit all die Gifte eiligst aus dem Schlamm der Neuen Kirche schlüpfen, die fünfzig Jahre lang gelauert hatten, möchten viele Katholiken wissen, warum wir nichts von ihm hören? Von diesem Mann, von dem wir geglaubt hatten, er sei ein „Streiter für die Rechtgläubigkeit‟, von dem wir dachten, wir kennten ihn. Irrtum, sogar Häresie und Blasphemie strömen täglich aus dem Mund seines Nachfolgers, der den Vatikan buchstäblich in eine Räuberhöhle verwandelt hat, und wir hören nichts als die gelegentliche, vorsichtig mit Worten ausgedrückte Aussage, wie gut doch alles sei. Wie zufrieden er mit seiner Entscheidung sei und wie glücklich mit seinem derzeitigen Leben.

Nach drei Jahren des systematischen Niederreißens von Allem, was er in seinem Pontifikat versucht hatte, aufzubauen, haben wir dies von einem offensichtlich völlig unbekümmerten Ratzinger bekommen, was er Franziskus sagt: „Ihre Güte ist meine Heimstatt und der Ort, wo ich mich sicher fühle.‟ Jeder, der irgendwann etwas gelesen hat, was er geschrieben hat, war erstaunt, dass er fähig war, solch einen rührseligen Blödsinn zu produzieren, aber das Video lügt nicht:

Der neue Ton war so fremd, dass die Spekulation aufkam, dass er unter irgendeiner Art von äußerem Zwang stand, nicht frei zu sagen, was er meinte. Aber das ist es nicht, was wir sehen. Dort steht er, offenkundig glücklich und [mit klarer Stimme] laut sprechend.

„Vielleicht hat man ihm vorgeschrieben, was er zu sagen hat‟.

Nun, warum wiederholt er es dann? Warum, wenn er den geringsten Zweifel hat, lässt er sich für solche Zwecke [aus seiner Abgeschiedenheit gegen seinen Willen (– impliziert das englische Wort; d. Übs.)] herausholen, um solch offensichtliche Propaganda von sich zu geben? Wenn es Betrug ist, warum beteiligt er sich daran?

Tatsächlich nehmen ihn all die hoffnungsvollen Kommentatoren auf Blogs und in anderen sozialen Medien auf gewisse Weise nicht ernst, die mir immer wieder sagen, wie sehr sie ihn „vermissen‟: sie nehmen ihn nicht beim Wort. Einige bestehen darauf, dass sein Rücktritt unter irgendeiner Art von Zwang erfolgte und daher nicht gültig sei. Aber wir haben wiederholt von ihm gehört, dass er nicht unter Restriktionen gewesen sei, dass er freiwillig resigniert habe. Und tatsächlich, fern davon, ein isolierter „Gefangener des Vatikans‟ zu sein, empfängt Benedikt seitdem viele Gäste, die alle berichten, dass er, obwohl gebrechlich, zufrieden erscheint und niemals ein Wort der Kritik äußert. Wir  haben nichts davon gehört, dass er eine Notiz mit der Bitte um Befreiung unter einem Platzdeckchen auf dem Tisch verborgen habe.

Es gibt keinen Zweifel, dass dies eine extrem eigenartige und schlichtweg verdächtige Situation ist; irgendetwas passt nicht zusammen, das ist wahr. All die Fragen wurden ignoriert, oder man bekam leichtfertige, spaßige Antworten:

Warum haben Sie resigniert?

Ratzinger: „Ich war ein bisschen müde und mir war nicht danach, mit den Kids am Weltjugendtag eine Party zu feiern.‟

Wenn Sie nicht der Papst sind, warum tragen Sie immer noch weiß?

Ratzinger: „O, es gab keine schwarze Soutane, die mir gepasst hat.‟

Warum nennen Sie sich weiterhin Benedikt XVI, wenn Sie nicht länger Papst sind?

Ratzinger: „Nun, ich bin ‚Emeritus‛, nicht wahr …‟

Und woher kommt diese „Emeritus‟-Aufgabe her? Gab es das schon einmal in der Geschichte der katholischen Kirche? Was bedeutet das kanonisch und lehrmäßig?

Ratzinger: „…‟

Und was hat Gänswein für ein Zeug geredet, dass es ein geteiltes „Munus‟ [Papstamt] gebe – mit einem aktiven und einem „kontemplativen‟ Mitglied? Heißt das nicht einfach, dass es jetzt zwei Päpste gibt?

Ratzinger: „…‟

Und vielleicht das Quälendste an alledem: „Wie können Sie hier lächelnd sitzen und fadenscheinigen, platten Unsinn reden, während dieser Irre die Schafe eine Klippe hinunterstürzt?‟

Vor einigen Tagen fasste mein Freund Steve Skojec von der traditionalistischen -restaurativen Website onepeterfive die Fassungslosigkeit derer zusammen, die immer noch eine zurückhaltende Zuneigung zu (dem Mann, den wir)  Papst Benedikt (nennen), verspüren. Er fasst in seinem kurzen Beitrag [auf seinem Blog] all den Ärger und all die niederschmetternde Enttäuschung zusammen, welche die meisten von uns vielleicht immer noch fühlen, aber zögern, laut auszudrücken:

Heute vor fünf Jahren gab Papst Benedikt XVI das Papstamt auf. Und durch die Abtretung seiner Pflicht die Kirche zu weiden, machte er den Weg frei für das schlechteste Papstamt aller Zeiten – eines, dessen er sich unerschütterlich weigert, sich in Wort, Tat oder sogar in der feinsten Geste zu widersetzen.

Sie mögen ihn aus verschiedenen Gründen lieben, Sie können ihm im Gegensatz dazu vermissen, aber Sie dürfen nicht die Verantwortung, die er hat, entschuldigenEr ist von seiner Familie weggegangen, hat die Türe für einen missbrauchenden Stiefvater offengelassen, und er sieht zu, wie seine Kinder geschlagen und in die Irre geführt werden, nicht in Stille, sondern in offensichtlicher Zufriedenheit.

Und dennoch ist er der beste der nachkonziliaren Päpste, weshalb er der einzige sein wird, der nicht heiliggesprochen wird.

Wer ist der wahre Joseph Ratzinger?

Es haben schon einige langjährige Beobachter des Vatikans mehr als einmal zu mir gesagt:

„Vielleicht war er ja gar nicht der, von dem wir dachten, er sei es.‟

Ich vermute, dass viel mehr daran ist, als die meisten Menschen sich vorstellen könnten. Ich denke wir machten den Fehler, der Presse zu glauben. Wir waren begeistert, dass die so bitter antikatholische Presse ihn hasste und fürchtete. Wir versäumten uns daran zu erinnern, dass sie überhaupt nichts vom katholischen Glauben wissen.

Was die Zeitungen uns nie mitteilten war, dass Joseph Ratzinger als junger Priester und Theologe als „progressiv‟ bekannt war, wie der Begriff 1962 verstanden wurde. Dieser Ruf wurde während seiner Arbeit als Peritus, Konzilstheologe eines der einflussreichsten Bischöfe im progressiven Lager, Kardinal Frings von Köln, gefestigt. Frings ist berühmt für seine Rede in diesem großen Drama, in welcher er die Glaubenskongregation kritisierte – und ihren Präfekten Cardinal Alfredo Ottaviani –, wegen des „Konservativismus‛‟ der „Schemata‟, das sind die Dokumente, welche von der Glaubenskongregation vorbereitet wurden, um die Diskussionen der Bischöfe zu leiten.

Nach dieser Rede gab es einen Aufruhr unter den Bischöfen des vorbereitenden Komitees, die forderten, dass das Schema – das in jahrelanger Arbeit entwickelt worden war – fallengelassen werden sollte. Dies wurde trotz Ottavianis vergeblichen Widerspruchs getan, und schnell wurden von einer Koalition aus deutschen und französischen „Progressiven‟ neue Dokumente zusammengeschustert, die sich freuten, dass sie nun – tatsächlich – die Kontrolle über das Konzil gewonnen hatten, noch bevor es begonnen hatte.

Inzwischen wurde enthüllt, dass es Joseph Ratzinger war – der unorthodoxe „progressive‟ Akademiker-Theologe, den Frings als seinen Sekretär nach Rom gebracht hatte – der die Rede geschrieben hatte.

Kardinal Henri de Lubac, der 1985 dieses Drama wieder in Erinnerung rief, schrieb:

„Joseph Ratzinger, ein Experte am Konzil, war auch der Privatsekretär von Kardinal Frings, dem Erzbischof von Köln. Da er blind war, nutzte er seinen Sekretär weitgehend dazu, seine Interventionen zu schreiben. Nun wurde also eine dieser Interventionen unvergesslich: es war eine radikale Kritik an den Methoden des Heiligen Offiziums. Trotz einer Antwort von Kardinal Ottaviani bestand Frings auf seiner Kritik.

„Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass an diesem Tag das Heilige Offizium, wie es sich dann selbst darstellte, von Ratzinger gemeinsam mit seinem Erzbischof zerstört wurde.

„Kardinal Seper, ein Mann voller Güte, initiierte den Umbau [des Heiligen Offiziums, welches zur Glaubenskongregation wurde Red.]. Ratzinger, der sich nicht verändert hat, führt ihn fort.‟

Ratzingers Ruf als „Progressiver‟ gründet weder auf einen Vorfall noch war er auf sein frühes Werk beschränkt. Er blieb unbemerkt beim Schreien über seine Laufbahn bei der Glaubenskongregation, dass er 1982 geschrieben hatte, ein Ruf an die Kirche, „niemals umzukehren‟ zu den fehlerhaftem Syllabus von Pius IX. In seinem Buch Prinzipien der katholischen Theologie stellte Ratzinger die Frage: „Sollte das Konzil widerrufen werden?‟ und empfahl als Antwort das „Niederreißen der Bastionen‟ der katholischen Kirche in Bezug auf die moderne Welt:

Die Pflicht ist es daher, das Konzil nicht zu unterdrücken, sondern das wahre Konzil zu entdecken und sich tief in das hineinzuversenken, was es wirklich möchte, in Bezug auf das, was seitdem geschehen ist.

Dies bedeutet, dass es keine Möglichkeit der Rückkehr zum Lehrplan gibt, was sehr wohl ein erster Schritt im Kampf gegen den Liberalismus und den aufkeimenden Marxismus hätte sein können, was aber nicht das letzte Wort sein kann. Weder das Annehmen noch die Ghettoisierung kann für den Christen das Problem der [Beziehung mit] der modernen Welt lösen. Daher war das „Niederreißen der Bastionen‟, nach dem Hans Urs von Balthasar schon 1952 rief, tatsächlich eine dringliche Aufgabe.

Es war notwendig, das sie [die Kirche] die alten Bastionen niederriss und sich nur auf den Schutz des Glaubens, und die Kraft des Wortes verließ, die ihre einzige, wahre und dauerhafte Stärke sind. Aber das Niederreißen der Bastionen kann nicht bedeuten, dass sie nichts mehr hätte, das sie beschützen müsste, oder dass sie aufgrund anderer Kräfte leben kann als derer, die sie hervorgebracht haben: das Wasser und das Blut, die aus der offenen Seite ihres gekreuzigten Herrn geflossen sind.

Es was seine These – eine tragende Säule der „konservativen‟ Ideologie – dass das „wahre‟ Konzil, wenn es nur ordentlich umgesetzt würde, die Rettung der Kirche und der Welt wäre; dies war ein Thema, von dem er niemals abließ.

Wie ironisch muss es jenen erschienen sein, welche sich an diese Geschichte erinnerten, das Ratzinger selbst dieses Amt übertragen wurde, das er „zerstört‟ hatte, und den von den Medien generierten Ruf eines „Erzkonservativen‟ erhielt. Und sie beginnt, nun eine Antwort nahezulegen – oder zumindest eine Anfrage darüber, warum in dieser langen Amtszeit so wenig erreicht wurde. Warum haben wir mit dem „erzkonservativen Rottweiler‟ Ratzinger in der Glaubenskongregation heute diese Situation? Was hat er getan, um die Explosion des Neo-Modernismus‛ zu stoppen – der während der Amtszeit von Johannes Paul II wie ein unbeaufsichtigter Flächenbrand in der gesamten katholischen Welt brannte?

Was hat das „Zum-Schweigen-Bringen‟ der Glaubenskongregation unter Ratzinger getan, um Hans Küngs Laufbahn als berühmter „Theologenpriester‟ zu stoppen, der von den Medien hofiert wurde, weil er den Katholizismus verabscheut? Küng, der trotz seiner offensichtlichen Häresie niemals vom Priesteramt suspendiert wurde? Können wir uns an irgendwelche andere Namen erinnern, die selbst bis zu diesem Ausmaß korrigiert wurden? Herzlich wenige.

Aber wir können uns sicherlich an viele erinnern, die ihr Leben und ihre Berufung offen damit verbrachten, den katholischen Glauben zu verneinen und zu unterminieren – wissenschaftliche Theologen, Ordensleute, Priester, Bischöfe und Kardinäle auf der ganzen Welt – ohne auch nur den geringsten Protest aus Rom. Vielmehr ist das skandalöse Pack von Betrügern, das wir derzeit im Episkopat haben, komplett das Produkt der Pontifikate des „erzkonservativen“ Johannes Paul II und des „Rottweilers‟ Benedikt XVI.

Warum dachten wir, dass Ratzinger, in seiner äußerst wichtigen Rolle als Präfekt der Glaubenskongregation, ein Bollwerk der Rechtgläubigkeit war? Ist es ganz einfach deswegen, weil wir uns so weit von dem alten Glauben entfernt haben, dass wir selbst keine realistische Vorstellung mehr vom Glauben haben, um vergleichen zu können, ein objektives Urteil abzugeben? Der „progressive‟ Zerstörer Ottavianis erbt seine Präfektur und den Beinamen „erzkonservativ‟ …

Tatsächlich behauptete Ratzinger selbst, dass er seine theologischen Ansichten niemals geändert habe. Damit wollte er sagen, dass seine alten Akademiker-Kollegen wie Küng und Kasper es waren, die nach den 1960ern weiter zur ideologischen „Linken‟ gerückt waren, während er seine Ansichten beibehalten hatte. Vielleicht können wir jetzt endlich dieses sein Wort akzeptieren als die Antwort, die all diese offensichtlich gegensätzlichen Puzzleteile passend macht. Vielleicht wurde die Welt der katholischen akademischen Theologie so verdorben, dass jemand, der 1963 „progressiv‟ genannt wurde, im Jahr 2005 wie ein „Streiter für die katholische Rechtgläubigkeit‟ aussieht.

Ist das der Grund, warum er zurückgetreten ist? Ist es einfach deswegen, weil sein Konzept der Kirche, des Papstamtes niemals das war, was Katholiken glauben? Vielleicht kommt ein Hinweis auf die Antwort von La Stampa 2015 die einen Teil der Memoiren von Silvano Fausti, SJ, veröffentlichte, der Beichtvater und geistlicher Leiter von Kardinal Carlo Maria Martini war, dem Paten der „liberalen‟ Europäischen Katholischen Kirche, und mutmaßlicher Leiter der „St. Gallen Maria‟, die – wie Kardinal Daneels zugab – jahrelang gegen Papst Benedikt verschworen war.

Fausti sagte, dass Benedikt sich im Juni 2012 im Bischofspalast von Mailand mit Martini getroffen habe. Martini habe Benedikt zum Rücktritt vom Papstamt gedrängt. Offensichtlich hatte Martini zur Zeit seiner Wahl, 2005, gesagt, dass es seine Hauptaufgabe sei, die Kurie zu reformieren. Bis 2012 hatte sich das als unmöglich erwiesen.

Warum sollte Benedikt sich von einem Mann wie Martini beraten lassen – dem „Paten‟ des „Liberalen Flügels‟ des Europäischen Katholizismus? Ich denke, die Frage würde sich einem Mann wie Ratzinger nicht einmal stellen. Sie waren als akademische Kollegen anerkannt. Sie waren Brüder im Bischofsamt. Sie  waren Mitglieder des Clubs. Jeglicher Anschein einer ideologischen Spaltung zwischen ihnen war im Wesentlichen ein Produkt der Erzählkunst der Medien. Warum sollte der Papst nicht den Rat seines angesehensten und älteren Kardinals annehmen?

Warum ist Walter Kasper Kardinal?

Eines der hervorstechenden Puzzleteile ist die offensichtliche Unfähigkeit dieser „konservativen‟ Prälaten, diese dreisten Feinde des Glaubens innerhalb des Episkopats und Kardinalkollegiums zu entdecken, geschweige denn erfolgreich zu bekämpfen. Es ist für die normalen Leute unbegreiflich zu glauben, dass, nachdem er sie so viele Jahre gehört und gelesen hat, Ratzinger mit Männern wie Walter Kaspar und Carlo Maria Martini befreundet bleibt, den mutmaßlichen Denkern der Sankt Gallen Mafia.

Als Papst Franziskus bei seiner ersten Ansprache zum Angelus im Jahr 2013 der Menge sagte, wie sehr er die Schreiben von Walter Kaspar liebte, begannen viele von uns, die schon viele Jahre lang den Vatikan beobachten, zu verstehen, wohin wir mit dem neuen Papst geführt werden würden. Jorge Bergoglio mag dem größeren Teil der katholischen Welt unbekannt gewesen sein, aber Walter Kasper war ein bekannter Häretiker, der kluge Medienmann für den „ultraliberalen Flügel‟ der Post-Vatikan-II-Kirche.

In einem Artikel über das Lebenswerk des Kardinals bemerkte Thomas Jansen, der Chefredakteur von Katholisch.de kürzlich, dass Walter Kasper den Schaden nicht hätte anrichten können ohne die direkte Hilfe von sowohl Johannes Paul II. als auch Papst Benedikt. Das riesige Debakel von Amoris Laetitia ist ebenso Kaspers Werk als auch Bergoglios. Dieser Mann, der sich 40 Jahre lang nicht die Mühe gemacht hat, seine heterodoxen Ansichten zu verbergen und viele Jahre seines Lebens einer Kampagne gewidmet hat, um genau dies zu erreichen.

Jansen weist darauf hin, dass Kasper denselben Vorschlag der Kommunion für Geschiedene Wiederverheiratete schon 1993 bringen wollte, zusammen mit Kardinal Lehmann, einem anderen Mitglied der „St. Gallen‟-Gruppe. Dies wurde von Ratzinger und der Glaubenskongregation gestoppt.

Dies wirft jedoch die nächste Frage auf: Wenn Ratzinger so gut wusste, welche Art von Kreatur Kasper war, warum war nicht der nächste Schritt, ihn hochkant aus dem Episkopat zu schmeißen? Warum wurde er nicht – zu allermindestens – wie Küng zum Schweigen gebracht? Kasper trat kürzlich wieder einmal vor die Medien und beklagte sich, dass er Häretiker genannt werde. Aber dies ist die schlichte Wahrheit: er ist ein Häretiker. Jeder weiß, dass er ein Häretiker ist, weil wir gehört haben, wie er seine offensichtlichen Häresien von allen Dächern rief, die er in den letzten Jahrzehnten finden konnte.

Nachdem er öffentlich gegen den Glauben arbeitete und noch immer arbeitet, anstatt degradiert, zum Schweigen gebracht, laizisiert und/oder exkommuniziert zu werden, machte Johannes Paul II ihn zum Kardinal. Erinnern Sie sich: Dieser Plan, die Kirche zu Amoris-Latitia-isieren, war 1993 von Ratzingers Glaubenskongregation gestoppt worden. Aber er wurde auf keine Weise degradiert, gemaßregelt oder korrigiert. Noch wurde er von einflussreichen Stellen entfernt. Weit entfernt davon! 1994 Kasper wurde Kasper in die Kurie des Vatikans aufgenommen und zum Co-Vorsitzenden der Internationalen Kommission für Lutherisch-Katholischen Dialog ernannt. 1999 machte er einen weiteren Schritt nach oben, als er zum Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen ernannt wurde, [das ist] das „ökumenische‟ Büro, wo seinem manifesten religiösen Indifferentismus freie Hand gegeben werden konnte. 2001 wurde er Kardinalsdiakon mit der phantastischen Verantwortung, in einem Konklave abzustimmen.

Dann erlaubte Benedikt ihm, Kardinal zu bleiben. Und, wie um dem das i-Tüpfelchen aufzusetzen [wörtlich: dem vergifteten Kuchen den letzten Schliff zu geben] (das ist Ratzingers Beteiligung in der Schaffung des Neuen Katholischen Paradigmas), sagt man nun, Benedikt habe seinen Rücktritt absichtlich so gelegt, dass sein alter Akademiker-Kollege am Konklave 2013 teilnehmen konnte.

Wie Jansen aufzeigte und Maike Hickson in einem Beitrag für One Peter Five zitierte:

Kardinal Kasper hat es nur knapp ins letzte Konklave geschafft, weil er gerade 80 Jahre alt geworden war. Aber da das Datum des Todes (oder des Rücktritts, wie im Fall von 2013) entscheidend ist, konnte er dem noch beiwohnen und in dieser Wahl abstimmen. (Wie manche Beobachter berichteten, war dies eine großzügige Geste gegenüber Kardinal Kasper, dass Papst Benedikt XVI sich entschieden hatte, rechtzeitig zurückzutreten.)

Entschuldigung, Maike, aber ich denke, dass dies kein nebensächlicher Aspekt ist. Ist es da verwunderlich, dass so viele Katholiken unzufrieden geworden sind?

Kardinal Ratzinger, Papst „Emeritus‟ Benedikt – wie auch immer Sie sich nennen möchten – ich habe eine Frage, die ich wirklich gerne von Ihnen beantwortet hätte: Warum ist dieser Mann immer noch Kardinal? Warum ist er noch Bischof? Warum darf er sich immer noch „katholischer Theologe‟ nennen? Warum haben Sie – offensichtlich mit Absicht, sichergestellt, dass er in der Lage war das Konklave zu betreten um zu entscheiden, wer Ihr Nachfolger werden würde?

Will das sonst niemand wissen? Möchten wir nicht alle wissen, warum Hans Küng noch Priester ist? Warum wurde es Kardinal Mahony erlaubt, als angesehener Mann in den Ruhestand zu gehen? Warum wurde ein Mann wie Weakland, der aktive Homosexuelle, der seinen Ex-Lover ausbezahlte, nicht exkommuniziert? An welche Namen erinnern wir uns alle, ganz spontan? Mein eigener Bischof in Victoria, der Okkultist Remi de Roo, Seattles Raymond Hunthausen, Miamis Favalora, Rochesters Matthew Clark, Derek Worlock von Liverpool … manchmal frage ich mich, wie lange diese Liste sein wird, wenn das alles vorbei ist.

Seit fünfzig Jahren möchten Katholiken wissen, warum niemals etwas getan wurde, da diesen Wölfen im Episkopat erlaubt wurde, Jahr um Jahr fortzufahren, die Kirche zu attackieren. Warum haben wir diese intellektuell und moralisch kompromittierten Männer so oft gesehen, wie sie zu einem höheren Rang erhoben wurden, trotz der unglaublichen Frechheit [und] des Hasses wider den Katholischen Glauben?

Ende des „Regenschirm-Katholizismus‛‟

Ross Douthat von der New York Times ist unter denen die beginnen, diese Fragen zu stellen. Maike Hickson zitiert ihn, indem sie von dieser bizarren Situation schreibt – in der jeder der sogenannten „Sankt Gallen Mafia‟ Prälaten, einschließlich Kasper, sich offen für die faktische Abschaffung der Katholischen Morallehre einsetzt: „Es war charakteristisch für den faktischen Waffenstillstand der Kirche (zwischen Konservativen und Progressivisten), dass Johannes Paul II. selbst den meisten von ihnen ihre roten Birette gegeben hatte, [und] sie trotz ihrer Unstimmigkeit mit seinem restaurativen Ansatz [zu Kardinälen] erhob.‟

Wenn Journalisten über den Katholizismus sprechen, reden sie oft über einen Mann wie Kasper einer ist – wie seine Wikipediaseite es ausdrückt – „einer der Hauptfiguren des liberalen Flügels der katholischen Kirche.‟ Und dies soll vermutlich irgendeinen Sinn für Katholiken machen, es wird von uns erwartet, dies als die Realität unserer Zeit zu akzeptieren. Es gibt einen „liberalen Flügel‟ und einen „konservativen Flügel‟ und sie sind beide katholisch.

Steve Skojec sagte mir, dass unsere Bereitschaft, das ganze „Papst-Emeritus‟-Affentheater mitzumachen, ein Fehler war:

„Ich denke, das Problem ist, dass wir alle mit ihrem Fantasiespiel mitmachten, und wir hätten es nicht tun sollen.‟

In der Tat beginne ich darüber nachzudenken, dass die Bereitschaft der meisten Katholiken, mit dem ganzen Affentheater eines postkonziliaren Katholizismus‘ mitzumachen,  ein gravierender Fehler war. Indem wir mitmachten, indem wir vorgaben, dass wir „konservative Katholiken‟ in diesem Neuen Paradigma sein könnten, das auch „liberale Katholiken‟ einschließt, haben wir ihnen geholfen, einen der ungeheuerlichsten Betrügereien der Menschheit zu begehen.

Wegen dieser schizophrenen Haltung der Kirchenleitung seit 1965 sind wir nun dahin gekommen, die grundlegende Prämisse zu akzeptieren: Dass die Kirche ein „großer Regenschirm‟ mit viel Platz für Menschen aller persönlichen Meinungen ist, das solche Fragen wie [z. B. die] Liturgie Fragen des persönlichen „Geschmacks‟ sind … dass zwei Gegensätze beide katholische Wahrheit sein können.

Diese Schizophrenie ist das Modell, unter dem die „Konservativen‟ die ganze Zeit gearbeitet, und durch das sie einen Mann wie Joseph Ratzinger als „konservativen Streiter für die Rechtgläubigkeit‟ beurteilt haben. Was wurde dadurch erreicht? Es errichtete einen Schutz für die Männer von Kaspers Clique, und so konnten sie vor fünf Jahren ihren Mann auf den Thron Petri manövrieren.

Und genau so ist das Gerede über „Toleranz‟ und den „großen Regenschirm‟ nun vorbei und die Reinigung der treuen, gläubigen katholischen Ordensleute, Seminaristen, Priester und Akademiker hat begonnen. Wie es sein musste. Sie zumindest hegen nicht diesen ungesunden Widerspruch und verstehen – und sagen es vielfach laut –, dass das Neue Paradigma und die Katholische Kirche nicht dasselbe sind. Und ihre Neue Kirche ist die einzige, die übrig ist.

Fünf Jahrzehnte lang spielten wir das Anglikanische Spiel [d.h. alle Widersprüche integrieren zu wollen und Probleme auszusitzen Red.]; solange wir nicht darüber reden, gibt es kein Problem. Ottavianis Heiliges Offizium und die Schemata war der letzte Atemzug der alten Kirche – und wie de Lubac oben sagte, sie wurde von Joseph Ratzinger umgebracht. Wir hatten eine lange Pause, in denen die Päpste vorgaben, es habe sich nichts Wesentliches geändert, während die Institution um sie herum auf das Neue Paradigma herein fiel, bis das Papsttum das einzige war, was übrig blieb.

Eines der Dinge, die ich gesagt habe, ein verhüllter Segen und eine enorme Erleichterung, über die Ära Bergoglio ist, dass wir nun endlich die absurde Situation einer Wojtyla/Ratzinger-Ära hinter uns haben. Von uns wurde in all diesen Jahren erwartet vorzugeben, dass wir im „Neuen Frühling des II. Vatikanischen Konzils‟ seien, während wir zusahen, wie diese Wölfe in Schafspelzen die Schafe fraßen.

Nun können wir zumindest endlich aufhören vorzugeben, dass unter dem Neuen Paradigma der konziliaren Herrlichkeit doch alles prima sei. Für jene, die sich noch immer wundern: Bergoglio ist kein Schock, er ist nicht einmal eine Überraschung; er ist lediglich das logische Endresultat. Dieses Pontifikat ist keine Anomalie, es war das einzig mögliche Ergebnis, und es war so sehr das Werk Joseph Ratzingers wie Walter Kaspers.

Quelle:
https://remnantnewspaper.com/web/index.php/articles/item/3786-et-tu-benedict-some-final-thoughts-on-joseph-ratzinger

 

Hilary White oder die katastrophal-benediktinische Wochenendbeilage

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In der Zeit als DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) noch Die Zeit las, um seine Deutschkenntnisse auf dem Laufenden zu halten, wunderte er sich über den Umfang dieser Wochenzeitschrift, sowie über die Leute, welche wirklich die Zeit haben innerhalb des Wochenendes oder der ganzen Woche Die Zeit wirklich zu lesen. Dies ist ihm auch mehrmals gelungen, da diejenigen, die während der Woche einen Lesehunger aufbauen sich am Wochenende auf Gedrucktes stürzen können. Wir planen zwar keine regelmäßigen Wochenendbeilagen, dennoch wollen wir ab und zu längere Texte am Samstag voröffentlichen. Und so präsentieren wir den ausgezeichneten Text von Hilary White, zu welchem unserer eigener Beitrag Kayfabe, Teamplayer und „der gute, alte Benedikt“ lediglich ein Vorwort bildete. Wir bringen es radikaler auf den Punkt, aber Hilary White gebührt der Anfangsruhm, da sie die ganze Vorarbeit geleistet hat.

Worum geht es?

Darum, dass wir endlich, liebes katholisches.info, mit der Benedikt-Legende aufräumen müssen. Es gab keinen konservativen „lieben“ Benedikt, es gab einen Progressiven, der im Jahre 1964 stehengeblieben ist und so zu einem „Konservativen“ wurde. „Konservativ“ bedeutet in diesem Kontext, rechts von Küng aus gesehen. Aber das ist noch längst nicht katholisch. Wenn Hilary White „Et tu, Benedicte“ titelt, so spielt sie sicherlich auf Cäsars letzte Worte an, der unter den Verrätern seinen Ziehsohn Brutus entdeckte und verwundert ausrief: „Und Du auch Brutus?“ Da dieses Et tu Brute in allen Lehrbüchern als ein Fallbeispiel des Vocativus angegeben wird, so geben wir hier mit deutscher Gründlichkeit den Vokativ Benedicte anstatt des englischen Benedict wieder, wie es im The Remantant steht, um jeglicher Vokativ-Missachtung vorzubeugen. Ja, ja, lieber Kinder, wenn ihr die lateinische Deklination schleifen lasst und nicht schön aufesst, dann kommt das Dritte Vatikanische Konzil!

Benedikt ist also ein Verräter?,

werden manche fragen.

Natürlich ist er das,

antworten wir. Wer sonst hat uns den Bergoglio beschert? Aber ein echter Benedikt-Fan findet immer Ausflüchte, wie die geschlagene Ehefrau, welche ihren Mann immer rechtfertigt, obwohl er sie schlägt, betrügt und das Geld versäuft.

Er ist so gut, war es, wollte es sein, wird es irgendwann vielleicht..…

Das typische Stockholm-Syndrom oder das Syndrom der geschlagenen Frau sind in der letzten Zeit auch bei männlichen Benedikt-Fans anzutreffen. Eine geschlagene Frau sieht einfach nicht ein, dass ihr Mann schlecht ist und sie verteidigt ihn nicht aus Angst noch zusätzlich verprügelt zu werden, sondern wirklich aus Liebe. Polizei ist da machtlos, weil diese Frauen die Anzeige mit einem zusätzlichen blauen Auge immer zurückziehen. Und was hat das mit Benedikt zu tun? Dieses, dass ein „bekennender Benedikt-Fan“ sich in einer völlig zerrissenen und widersprüchlichen Wirklichkeit befindet, weil er einerseits seinen „geliebten Benedikt“, lieber Herr Nardi, rechtfertigen muss, andererseits die Welt nicht versteht und immer tiefer in Glaubenszweifel gerät. Man muss einfach die Grundprämisse ändern. Benedikt war kein guter orthodoxer Konservativer. Er war immer ein progressiver Modernist, der gemäßigten Couleur und deswegen so gefährlich, weil wir ihm seinen Katholizismus abnahmen. Deswegen ist er wahrscheinlich gewählt worden, damit er mehr Seelen zugrunde richten kann. Deswegen unterstützt er immer noch Bergoglio. Hilary White hat Recht, indem sie schreibt, dass kein Mensch heutzutage die genuine, vorkonziliare katholische Theologie ausreichend kennt, um einen Ratzinger auseinandernehmen zu können. DSDZ traut sich das durchaus zu, aber er arbeitet wieder beruflich, hat wenig Zeit (wie bei Loriots Eheberatung „Psychologin: Herr Blöhmann, küssen Sie Ihre Gattin gelegentlich? Herr Blöhmann: Weniger. Es ist zeitlich immer ungünstig. Frau Blöhmann: Gott, Ich habe auch meinen Haushalt“) und zieht es vor etwas Positives und Produktives zu schreiben anstatt in diesem ganzen Ratzingerianismus herumzuwühlen. Was ist darin denn gut? Das, was traditionell ist. Den Rest kann man vergessen. Es ist so als würde ein Rapper in seine Samples Kunst der Fuge von Bach einflechten. Die Jugend, die keine Ahnung von Bach hat, würde dies „voll krass eh…“ finden „abgefahren“ oder was man sonst so sagt, dabei ist es Bach, der den Unterschied ausmacht und nicht der Rapper. Weil kaum ein Mensch die Theologie kennt, so glaubt man Menschen, die einigem sympathisch sind, dass sie einen zur Heiligkeit und Wahrheit leiten. Das ist nur verständlich, zumal der Leiter – Ratzinger – (a) berühmt, (b) deutsch, (c) im Vatikan mit Amt und Würde versehen (Bischof, Kardinal, Präfekt) und (d) Papst war und es immer noch ist. Sind das nicht genug Referenzen? Wenn man einem berühmten Theologen Papst, dem „Mozart der Theologie“ (hüstel, hüstel) nicht glauben kann, wem denn sonst? Einem anonymen Blogger, der unter dem Pseudonym DSDZ schreibt? Ja, wo kämen wir denn da hin?

Und dennoch sind die Taten von Ratzinger unerklärlich, wenn man seinen „Konservatismus“ annimmt. Sie sind hingegen völlig nachvollziehbar, wenn man mit der richtigen Prämisse (Ratzinger – Modernist) und unserer Kayfabe-Teamplayer-Theorie arbeitet. Wir gehen doch einige Schritte weiter als Hilary White. Sie meint, dass Ratzinger deswegen Ratschläge von Kardinal Martini annahm, weil es sich um „Kollegen“ handelte. Wir vermuten, dass Martini in der eigentlichen Machthierarchie höher als der Ratzinger-Papst stand und deswegen Benedikt befehlen oder etwas versteckt androhen konnte. Vielleicht ist der Satz: „Du hast die Kurie nicht reformiert“ nicht dahingehend zu deuten, dass Benedikt den Schmutz und die Effizient aus der Kurie nicht entfernte oder einfach formuliert:

Die haben dort tatsächlich Stricher und Kokain!

sondern die richtige Leseweise lautet:

Die haben dort tatsächlich zu wenig Stricher und zu wenig Kokain! Mach was dagegen!

Die bergoglianischen Reformen zeigen uns, worin die eigentliche „Reform der Kurie“ besteht. Und kein Monsignore muckt auf, da er wohl mit dem oben Dargestellten beschäftigt ist. Es ist wirklich keine Freude den Aufsatz von Hilary White zu lesen, doch er zeigt eine stringente Theorie, die Vieles, wenn nicht gar Alles erklärt. Wir müssen einfach aufwachen und kämpfen. Zuerst mit der eigenen Sentimentalität.

Hilary White, Sie treten nun in das Bergoglianische Zeitalter ein: Bitte nehmen Sie Ihre Sonnenbrille ab!

Carl_Ludwig_Beutler_(attrib.)_-_Die_Qualen_der_Hölle_(ca.1669)

FEB 19, 2018 by  HILARY WHITE  in FIGHTING BACK

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) entwickelt immer mehr ein Gespür für die Befindlichkeit seiner Leser, welcher er irgendwie der „Atmosphäre am Blog“ entnehmen kann. Wie ist das zu verstehen? Dass er zu spüren glaubt, dass manche Inhalte und Beiträge die Leser sehr erfreuen, manche hingegen verunsichern und betrüben. Zu den Beiträgen, die erfreuen, gehören konkrete Anleitungen, meistens mit Basteltipps, zum spirituellen Leben wie Gebetsecke basteln, Figuren kaufen, Kreuzweg beten etwas also, was einen praktisch aufbauen kann. Zu den Beiträgen die betrüben, gehören harte Polemik, Reprobation, Nachrichten aus dem Vatikan und die Androhung des Höllenfeuers.

Wenn wir also wissen, was die Menschen lesen wollen, warum schreiben wir nicht ausschließlich solche Beiträge?

Weil es Betrug wäre. Katholizismus ist nicht heile Welt, schon gar nicht unter der Bergoglio-Herrschaft. Sie finden z.B. auf gloria.tv oder auf anderen Blogs Beiträge von LeserInnen, die sich herzrosenduft, herzmariens mit Rosenduft, rosenduftundmaria etc. nennen und die blumige, sentimentale und überzuckerte Privatoffenbarungen posten, in der Hoffnung, dass andere sich genauso wohl dabei fühlen werden, wie sie selbst. Diese übertriebene Süße kommt aber nicht von Gott und ist höchstens eine gutgemeinte Sentimentalität. Eine andere Vermeidungsstrategie ist das hoffen auf das Strafgericht Gottes per Meteoriteneinschlag und den nicht näher definierten „Triumph des Unbefleckten Herzens“ Mariens. Dieser wird wohl kommen, aber ganz anders als wir es uns denken würden. Leben ist Kampf und Kampf ist nicht sentimental, was DSDZ bei seinen Prozessen gelernt hatte. Wir sind die kämpfende Kirche. Punkt. DSDZ hätte sich wirklich nicht träumen lassen, dass er grundlos und fristlos entlassen werden würde und seine Firma dachte wohl nicht, dass er sie dermaßen erfolgreich verklagen wird. Beide Parteien haben einander wohl unterschätzt. Die schreibende Partei, d.h. DSDZ, hat aber gewonnen.

Was können wir daraus lernen?

Das man mit der allerschlimmsten Entwicklung jederzeit rechnen muss und sich darauf vorbereiten sollte, da es niemand für uns macht. Die schlimmst-mögliche Entwicklung in der Kirchengeschichte heißt Bergoglio und diese dauert noch an. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach ihm „ein guter, konservativer Papst“ kommen wird, ist gleich Null. Schauen Sie sich das Kardinalskollegium an. Woher soll man einen katholischen Papst denn nehmen? Wir ließen uns viel zu lange einlullen, weil die Wahrheit zu hart zu ertragen war. Und wie lautet die Wahrheit?

  • Fast alle Kardinäle sind ungläubig.
  • Fast alle Bischöfe sind ungläubig.
  • Fast alle Priester sind ungläubig.

Woher wir das wissen? Aus den fehlenden Reaktionen auf Amoris Laetitia und das übrige Bergoglio-Pontifikat, denn der Glauben ist kein heimeliges, inneres Gefühl, dass man tief drinnen empfindet, während man nach außen der Apostasie von Amoris Laetitia zustimmt. Ein Kardinal, Bischof oder Priester, der nicht explizit gegen AL vorgeht, ist selbst in Apostasie gefallen. Wenn er nicht einsitzt oder nicht wegen des Protestes gegen AL suspendiert wurde, dann hat er etwas falsch gemacht. Ja, ja, wenn die „schweren Jungs“ nicht im Knast sitzen, dann sind sie gar nicht so schwer. Deswegen ist dieses Herumeiern der Kardinäle Brandmüller und Müller nur noch peinlich. Nicht nur die DBK ist schuld, Franziskus ist schuld, weil er mit Amoris Laetitia die Kommunion für Ehebrecher und gleich noch für Protestanten ermöglichte. Seit AL gelten ja keine Normen und wir haben die reine Situationsethik. Hat denn Kard. Brandmüller keine Angst vor der Hölle? Lange wird er doch nicht mehr leben. Obwohl wir mit dem u.a. Beitrag von Hilary White unseren Lesern wieder wehtun werden, statt sie aufzubauen, so müssen wir der Wirklichkeit ins Auge blicken.

  • Wenn der Bergoglio-Eid kommt,
  • Wenn die „ökumenische Messe“ kommt,
  • Wenn die Auflösung des Zölibats kommt,

dann befinden sich diejenigen, die da mitmachen werden in Apostasie, dann sind sie vom Glauben abgefallen und haben ihm öffentlich abgeschworen. Vielleicht wird es noch irgendwelche Zwischenstufen geben oder Sacco di Roma findet vorher statt und es gibt eine „biologische Lösung“ im Vatikan wie damals 1527, aber es sieht ganz danach aus, dass diese Punkte kommen werden.

Was bleibt dann zu tun?

Dann muss man irgendwo im Walde, am besten in einem privaten Walde, eine Kapelle einrichten, einen vielversprechenden jungen Priester, am besten schon geweiht, entführen, ihm die Alte Messe beibringen oder ihn dorthin schicken, wo er sie lernen kann, rein prophylaktisch durchprügeln und damit sowie mit dem Kauf eines tragbaren Altars dazu bewegen, dass er täglich die Alte Messe liest, am Sonntag natürlich auch, sowie würdige und gültige Sakramente spendet. Er bekommt einen GPS-Chip eingepflanzt, damit er nicht weglaufen kann und falls doch, damit wir ihn wiederfinden, denn wir, die Gläubigen, werden für seinen Unterhalt aufkommen, wozu Quellwasser und Wurzeln zählen werden. Wir sind schließlich keine Kirchensteuerkirche! Zelebriert er gut und predigt schön, weil er fleißig betet und ein geistlichen Leben führt, dann gibt es auch etwas Warmes, ab und zu natürlich. DSDZ wird sein theologisches Wissen prüfen und ergänzen, damit der Jungpriester nicht auf schiefe Bahn gerät.

Und was ist mit der kanonischen Mission?

Die wird leider für einige Zeit ausgesetzt werden, solange sich die Kirchenhierarchie, wie z.B. in Deutschland, in Häresie, Schisma und Apostasie befindet. Kommt endlich ein katholischer Papst ans Ruder und eine richtig katholiche Hierarchie, dann gibt es eine sanatio in radice (Heilung an der Wurzel). Man kann den Jungpriester irgendwie einer ausländische Hierarchie, z.B. in Kasachstan, unterstellen als eine Art ein-Mann-Personalprälatur, früher nannte man es Exemption. Mittel und Tricks werden sich schon finden lassen, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Da es durchaus Männer gibt, die keine Anforderung scheuen, so ist es möglich, dass sich jemand findet, der dies freiwillig tut., denn was blüht einem Jungpriester schon in D, A und CH? Räterepublik, PastoralassistenInnen und Apostasie. Dann kann er gleich Einsiedler werden. Wir können ebenso einen katholischen Priester in China freikaufen, dann ist er schon das harte Leben gewohnt, Latein kann er wohl und Deutsch kann er lernen. Chinesen sind nicht unbegabt.

Wie ernst ist dieser Vorschlag denn gemeint?

Dass weiß DSDZ selbst nicht, aber am 05.03.2018 fällt ihm nicht Praktischeres ein. Ab und zu braucht man auch eine gültige Messe, von einem Priester zelebriert der

  • kein Konkubinarier,
  • kein Sodomit,
  • kein Ungläubiger,
  • kein Häretiker,
  • kein Apostat ist
  • und der sich im Gnadenstand befindet und ein spirituelles Leben pflegt.

Ja, solche Priester gibt es ab und zu, sogar in der Diözese DSDZ, aber nach dem Bergoglio-Schwur wird es wohl keine mehr geben und das in D, A und CH fast alle schwöre und auf einmal „papsttreu“ werden und vom „Heiligen Vater“ reden, steht außer Frage. Wir müssen vorsorgen. Deswegen Augen auf und durch, sowie hin zum realistischen Beitrag von Hilary White.

Vor kurzer Zeit schrieb mir ein konservativer Freund aus Canada per Facebook:

„Denkst du wirklich nicht, dass wir noch 50 solche Jahre vor uns haben?‟ 

Ich musste ihm sagen, dass ich keinen Grund sah, nicht so zu denken, und dass es an der Zeit sei, gewissen Realitäten ins Gesicht zu sehen. Ich sagte ihm, er solle daran denken, dass wir nach beinahe 40 Jahren „konservativer‟ Päpste – wie dieser Begriff heutzutage verstanden wird – in diese Situation gekommen sind. Dies ist nicht die Tat eines Mannes oder gar einer Gruppe höchst erfolgreicher Verräter. Das ist die Wüste der Realität, und sie wurde lange, lange vorbereitet.

Wir müssen nun beginnen ernsthaft darüber nachzudenken, wie wir in dieser Situation vorwärtskommen. Wir können sie nicht ändern. Kein Satz, der mit „Ich wünsche mir‟ beginnt ist es wert, dass man darüber nachdenkt, wie man ihn beendet. Mir wurde kürzlich von einem Beichtvater geraten, nicht zu versuchen, die Welt zu zwingen, zu sein sie sie sein sollte, sondern zu versuchen, im Hier und Jetzt in ihr zu leben, wie sie tatsächlich ist. Es ist nun mal wie es ist. Und wir müssen beginnen, uns konkret auf eine lange geistliche und kirchliche Hungersnot vorzubereiten.

Mehr als fünf Jahre lang – und in der Tat einen Großteil der letzten fünf Jahrzehnte lang – haben gläubige Katholiken auf die Hierarchie geschaut, um eine Hilfeleistung [das engl. Wort kann auch als „Rettung‟ übersetzt werden, Anm. d. Übs.] zu erhalten, die nie gekommen ist. Wir dachten, der „konservative‟ Johannes Paul II würde uns vor den „Liberalen‟ retten, aber es stellte sich heraus, dass „Konservativismus‟ nicht das war, was wir gedacht hatten. Eine sehr kurze Analyse der Amtszeit von Johannes Paul II liefert zu allermindestens viele sehr schwierige Fragen über dieselbe.  Alle Kardinäle, die im letzten Konklave abstimmten – einschließlich der frühere Erzbischof von Buenos Aires – waren von Johannes Paul oder Benedikt ernannt worden.

Dieser Coup war hauptsächlich wegen des Konservativismus‘ so erfolgreich: die Kompromiss-Dialog-und-Beschwichtigungs-Mentalität, die einen „konservativen‟ Prälaten kreiert, ist die weit offene Tür, durch welche die Bergoglianer schritten.

Nach dem letzten Konklave standen wir noch immer und schauten am Horizont nach Rettung aus:

Eine Zeitlang dachten wir, dass vielleicht Benedikt der Mann war, nach dem wir uns so sehr sehnten bis er zusammenkrachte, ohne es zu sein. Dann…

Eine Zeitlang dachten wir, dass die „guten Bischöfe‟ etwas auf der Synode sagen würden. Dann …

Eine Zeitlang dachten wir irgendwie, dass vielleicht die Dubia das sein würden, um den unkontrollierbaren Bergoglianischen Kastenwagen des Petrus aufzuhalten. Dann …

Wir sahen haufenweise Petitionen, hunderttausende Menschen [nicht nur eine!] Correctio Filialis unterzeichnen, Glaubensbekenntnisse, theologische Zensuren und anderes. Kann sich jemand erinnern, wie viele das waren? Klar ist die Sache mit den Petitionen ebenso toter Buchstabe wie das alte Buch In der Wahrheit Christi bleiben

Was ich befürchte ist, dass, wenn wir immer noch auf die „konservativen‟ Bischöfe oder Kardinäle schauen und darauf warten, dass sie in der letzten Minute über den Berg angaloppiert kommen, wir es versäumt haben werden, uns genügend auf die Realität vorzubereiten, die wir im Hier und Jetzt vorfinden. Ich denke, dass die Zeit gekommen ist, endlich über die Möglichkeit zu sprechen, dass wir in eine langen Durststrecke schauen, genauso wie auf einen katastrophalen Zusammenbruch der Einheit der Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil und seine entsetzlichen Nachwirkungen belastete die Katholische Lehre bis zur Grenze der Belastbarkeit; die Bergoglianer haben sie gebrochen. Das Schisma, das viele vor Jahrzehnten vorausgesagt haben mögen, ist nun endlich da. Dies sind heute die Fakten, mit denen wir uns befassen müssen.

Wir werden uns der Tatsache stellen müssen, dass wir nicht mehr lange in der Kirche willkommen sein werden. Ich habe eine zeitlang gesagt, dass der Zweck des Pontifikats Bergoglios es ist, die Reste der Opposition zu eliminieren. In den ganzen Jahren konnten wir die eine Pfarrei, den einen guten Orden, das eine gute Seminar finden, die eine gute Schule. Diese kleinen Ghettos des „Konservatismus’‟ oder sogar Traditionalismus‘ werden bald zu räumen sein. Werden tatsächlich gerade geräumt, während wir sprechen.

Das Regime besteht nicht aus so naiven Narren wie die „Konservativen‟ es sind, und ihre Gesinnung ist ihnen fremd, wie es mit der gesamten modernistischen „progressivistischen‟ Schule in jedem Bereich des Lebens in unserer Gesellschaft ist (wie sie in der Tat uns gegenüber sein muss, denn dieser Nonsens ist das Produkt von nichts weiterem als einem lauwarmen Mangel an Überzeugung). Nun haben sie alle Macht und wir können sicher sein, dass das Zeitalter der Toleranz vorüber ist. Was auch immer wir uns noch fragen, wir können uns sicher sein, dass die Anpassung vieler Ansichten weiterhin kein Kennzeichen der modernen Kirche sein wird; es wird keinen „großen Regenschirm‟ geben. Es gibt dafür einen Grund, den man „Totalitarismus‟ nennt.

Die Dinge, von denen wir denken, dass sie notwendig sind, werden nun weggenommen.

Wie ein gewisser Gen-X [Generation X, diejenigen, die unter JP2 groß wurden] Kamerad heute in einer Diskussion darüber sagte, was statt Summorum Pontificum kommen wird:

Summorum lebt nur, weil Benedikt lebt. Es geht binnen sechs Monaten nach Benedikt. Faggioli und Co. haben den Grund für seine Zerstörung vorbereitet. Im Laufe der Zeit wird es endgültig unterdrückt werden. Aber zuerst muss die generelle Erlaubnis widerrufen und der Traditionalismus zur FSSP, ICKs etc. „ghettoisiert‟ werden. 

 

Dann werden die gifthaltigen Tradis, welche die Werke des Neuen Paradigmas mit ihrer Kritik an der Barmherzigkeit™ vermasseln, ihre persönliche Apostolische-Visitationsbehandlung wie bei der FFI bekommen. Traurigerweise ist der krypto-Lefebvrianismus überall und muss ausgerottet werden … 

Dann wird Jorge/Tagle als Zeichen der Barmherzigkeit™ beginnen, zwangsweise die Hybrid-Messe einzuführen, die man in Buenos Aires schon getestet hat. Weil Benedikt zwei Formen wollte, die einander inspirieren! Obwohl Magnum Principum beginnen wird, sich Richtung Kongregationalismus zu bewegen, indem es die beiden Formen sogar noch mehr zu einem Treffen von zwei Nordpol-Magneten macht. Dann, wenn niemand die Hybridmesse besucht, wird sie geschlossen, weil die Schafe den Geruch nicht mochten. Dann wird es VORWÄRTS, VORWÄRTS – IMMER VORWÄRTS gehen!

Ich möchte unsere Aufmerksamkeit nun auf das richten, was wir für die nahe Zukunft tun werden, in einem praktischen Sinn. Ich möchte eine Reihe kurzer Beiträge machen, auf der Grundlage einer Reihe von Fragen, die ich einer gewissen Anzahl redegewandter Tradis stellen werde, die wissen, dass wir ernsthaft darüber nachdenken müssen, was wir auf lange Sicht tun werden. Ich habe folgende Fragen versandt und werde es auch weiter tun, um Meinungen darüber zu erhalten, wie wir in einer Kirche und einer Welt vorgehen sollten, die gegenüber Gläubigen immer feindlicher wird – ob wir selbst uns „Traditionalisten‟ nennen oder nicht.

  • Welche Pläne machen wir jetzt um sicherzugehen, dass wir gültige Sakramente empfangen können, zumindest das Minimum, das von den Vorschriften der Kirche verlangt wird?
  • Wie planen Eltern, ihre Kinder den Glauben zu lehren und sie vor Fehlern in der Lehre zu schützen, die von ihrer katholischen Schule kommen, von der Pfarrei, vom Bischof, von der nationalen Bischofskonferenz und vom Vatikan?
  • Wie [gut] sind wir darauf vorbereitet, Fragen über den Glauben und die Kirche zu beantworten – einschließlich derer über die aktuelle Situation –, die von Menschen gestellt werden die darüber nachdenken, katholisch zu werden, und zwar auf eine Art und Weise die ihnen hilft, mit vollem und genauem Wissen in die katholische Kirche aufgenommen zu werden?
  • Wenn wir daran denken, ein Leben in einem Orden o. ä. zu beginnen, was sind unsere Pläne für den Fall, dass das Kloster im Fall des Verweigerns eines Eidesaufgelöst wird oder wenn dort [mit uns] nur wenige andere sind, die den Glauben nicht aufgeben wollen?
  • Wenn Sie ein junger Mann wären, oder Eltern eines jungen Mannes, wie würden Sie handeln, wenn der Gedanke an das Priestertum aufkeimt?
  • Wenn Sie ein Bischof wären, der sich weigert, Amoris Laetitia zu „implementieren‟ – und was auch immer als nächstes kommt – was täten Sie, wenn man Sie nach Rom riefe, damit Sie dies [Amoris Laetitia implementieren] tun?
  • Wie planen Sie in Ihrer gegenwärtigen Lebenssituation, den katholischen Glauben weiterhin zu praktizieren und die Pflichten, die daraus erwachsen zu erfüllen?

Die Leute fragen mich oft „Was können wir tun?‟ Ich nehme diese nun ernst und frage die klugen und erfahrenen Leute, Laien, Ordensleute und Priester (ich kenne sogar einen Bischof oder zwei, die ich vielleicht fragen werde), was sie denken, was uns in der unmittelbaren Zukunft bevorsteht und wie wir damit umgehen können.

Und ich wüsste gerne von meinen Lesern, wie sie planen, mit dem kommenden Bergoglianischen Zeitalter umzugehen. Im Folgenden finden Sie das Word Dokument, dass ich verschiedenen Menschen senden werde. Wenn sie antworten, werde ich ihre Antworten hier einstellen und wir können beginnen darüber nachzudenken, einen ernsthaften Plan zu erstellen. Sie können sich gerne beteiligen und Ihre eigenen Ideen per Email oder auf What’s Up With FrancisChurch facebook einbringen. 

Eine Unterhaltung mit Tradition

Es gibt zahlreiche Reaktionen auf diesen oder jenen Aspekt des Bergoglianismus. Aber wenn wir die Kamera etwas zurücknehmen [den Blickwinkel erweitern] erkennen wir die Tatsache, dass sie während der letzten fünf Jahre das neue Paradigma „in die Freiheit entlassen‟ haben – die neue Religion – Stück für Stück, systematisch und tatsächlich mit einer gehörigen Portion Logik. 

Lassen Sie uns über die post-Bergoglianische Zukunft sprechen. Was sind unsere Möglichkeiten in Anbetracht der aktuellen „Marschrichtung‟ der Kirche? Wir beginnen mit der Annahme, dass Amoris Laetitia tatsächlich als Keil dient der in das Herz der Kirche geschlagen wird, um sie zu spalten. Denken Sie, dass es dadurch eine allgemeine Spaltung der Kirche geben wird, wenn ja: wie werden die verschiedenen Teilchen und Stückchen aussehen?

Stellen wir uns vor, dass da jene sein werden – Chaput zum Beispiel – der die Amoris Laetitia als seine Markierungslinie bezüglich der Sexualmoral ziehen wird, aber wer wird damit fortfahren, über die enormen Unterschiede zwischen Katholizismus und Bergoglianismus in anderen Punkten zu schreiben? Wird es eine formale öffentliche Spaltung zwischen den Bergoglio-Enthusiasten wie Wuerl und jenen geben, die weiterhin darauf bestehen, dass außer Amoris Laetitia alles in Ordnung ist? 

Sehen Sie dies als allgemeine Möglichkeit für die selbsternannten „Konservativen‟? Oder wächst die Erkenntnis, dass Amoris Laetitia nur ein fatales Symptom einer größeren Krankheit ist? 

Lassen Sie mich weiter fragen: was sind die verschiedenen Möglichkeiten für Laien, Priester und Bischöfe? Was sollte z. B. ein Bischof tun, wenn er seine Diözese isoliert in einem Meer von Amoris Laetitia-Bichöfen und einer bergoglianischen Bischofskonferenz vorfindet? Wird es katholische Inseln geben, sichere Zonen, umgeben von Meeren voller Zombies, Orcs und Morlocks? 

Welche realen Befugnisse, zu widerstehen hat ein einzelner Bischof angesichts eines Papstes Tagle, Cupich oder Maradiaga? Ist es kanonisch oder gemäß der Doktrin machbar für einen Bischof – der vielleicht beauftragt wurde, Homosexuellen-„Segnungen‟ durchzuführen oder Frauen zu Diakonen zu weihen – zu sagen: „Es tut mir Leid, Heiliger Vater, aber mein Gewissen verpflichtet mich, ihren Auftrag abzulehnen.‟? Was geschieht, wenn er bedrängt und aus dem Bischofsamt geworfen wird und seine Diözese ein anderer erhält, der fügsamer ist? 

Es scheint klar zu sein, dass obwohl Johannes Paul II und Benedikt sich weigerten, ihre Schlüsselgewalt dazu zu nutzen, dass die Kirche schlechte Männer loswird, die Bergogliosekte sich der Möglichkeiten dieser Macht bewusst ist und nicht zögert sie zu nutzen, um gute Männer loszuwerden. Ich vermute, dass es nützlicher ist zu fragen, wozu sie keine Macht haben. Inwiefern es ihnen nicht möglich ist, gegen einen widerspenstigen Bischof vorzugehen? 

Was sollten Laien tun? Ich erinnere mich daran, dass John Muggeridge Hamish Fraser zitierte: “Was auch immer sie in Rom tun, ich bleibe katholisch.‟ Wir sagen nun seit einiger Zeit: „Bewahren Sie den Glauben, praktizieren Sie den Glauben und geben Sie in weiter wo immer Sie können.‟ Tun Sie alles in Übereinstimmung mit ihrem Lebensstand. Aber gibt es noch mehr, was Sie vorschlagen können?

Quelle:

Sie reiben es uns unter die Nase oder da kommt was….

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Hilary White und andere Quellen informieren über eine Pressekonferenz am 1.03.2018 im Vatikan, welche mit der Vorstellung einer neuen päpstlichen Enzyklika Placuit Deo (Es gefiehl Gott) verbunden sein wird. Ja, ja, wir ahnen Schlimmes („Jorge mir graut vor Dir!“) und nicht nur wir.

Was kann es sein?

  1. Eine Abschaffung der Existenz Gottes in einem ex cathedra Urteil?
  2. Treueeid auf die Person Bergoglios?
  3. Die neue „ökumenische Messe“?

Das wahrscheinlichste ist 2., danach 3., die Zeit ist noch nicht für 1. reif, außerdem kann er das als Antipapst nicht tun. Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) hat schon öfters beobachtet, dass seine abstrusesten Ideen und Vermutungen wirklich haarscharf die Realität treffen, sodass sich manche Leute fragen, ob er nicht über Insiderinformationen oder über übernatürliche Fähigkeiten verfügt. Nein, er hat nur eine rege Phantasie, die manchmal sehr real wird. Dieser Beitrag wird am 1.03.2018 um 11:15 geschreiben und um 12:39 beendet, sodass wir noch nicht wissen, das Schlimmes in Placuit Deo steht und schlimm wird es sicherlich sein.

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Hilary White, Die Bischöfe treten in den Krieg ein

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Wir präsentieren anbei wieder einmal einen sehr treffenden Text von Hilary White in der Übersetzung von davilatollkühn. Oben sehen wir das Bild von Jacopodo Tintoretto (1518-94) „Moses spendet Wasser vom Felsen“. Moses könnte für einen katholischen Hierarchen stehen, der endlich einmal nicht einmal den reinen Wein, sondern das reine Wasser der reinen Lehre einschenkt. Ist dies tatsächlich passiert? Wohl kaum. Was ist geschehen:

  • vier Kardinäle, darunter drei emeritierte, Nicht-Papstwähler
  • ein polnischer Weihbischof Bischof Józef Wróbel;[1]
  • ein polnischer Diözesanbischof Bischof Jan Wątroba, einer provinziellen Diözese;
  • Weihbischof Athanasius Schneider aus Kasachstan

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Ann Barnhardt: Vocem Alienorum: (1 von 5) Die Stimme des Gegenpapstes Franziskus Bergoglio ist „die Stimme der Fremden“.

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Wir möchten hier einen Text von Ann Barnhardt in der Übersetzung von Eugenia Roth in Teilen publizieren, welcher in der englischsprachigen Welt viel von sich reden macht. Er ist wirklich gehaltvoll. Obwohl er recht apokalyptisch anfängt, endet er recht rational quod erit demonstrandum, natürlich. Obwohl viele Menschen die Authenzität der Prophetie von Hl. Franziskus bezweifeln oder sie in den Kontext der innerfranziskanischen Kämpfe zwischen der sog. Observanzbewegung und den anderen Franziskanern stellen, sowie auf das XIV Jahrhundert beziehen,[1] so gibt es noch außerhalb dieser Prophetie oder angeblichen Prophetie noch andere Weissagungen, welche Ann Barnhardt ebenfalls anführt. Die kritische Masse der Prophetien ist en bloc also vorhanden. Die Apostasie an der Spitze der Kirche, der wir jetzt zweifelsohne Zeugen sind, wurde schon vom hl. Paulus (2 Tes 2,3) vorhergesagt. Wir glauben allerdings nicht, dass Bergoglio der Antichrist ist, denn dazu ist er zu wenig intelligent, um es nicht stärker auszudrücken, wir glauben auch nicht, dass er der falsche Prophet ist, denn die Gläubigen verführt er nicht, denn diejenigen Gläubigen, die noch einen Rest eines sensus fidei haben und leider unter den Geistlichen selten vorkommen, sind gegen ihn immun und haben ihn recht schnell erkannt. Wir glauben aber, dass er der momentane Zerstörer der Kirche ist, der eine lange vorher ausgearbeitete, progressiv-liberal-antichristliche Agenda verwirklicht. Er ist aber nur der Front Man dieser Zerstörungsbewegung und kein guter auch noch dazu. Was Besseres ist ja in der Sünde leider nicht zu bekommen. Weiterlesen

Ann Barnhardt: Sie glauben einfach nicht an diesen Bullshit!

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Ein Repost auf Anfrage Request: Sie glauben in Wirklichkeit an nichts von diesem “Bullshit”.

(Einer der Gründe, warum dieser Artikel so vorausschauend ist, ist das Zitat zu Beginn– die degenerierten Kardinäle machten es sehr, sehr deutlich und ohne den geringsten Hinweis von Scham, dass es ihre Absicht ist, die Praxis der Kirche zu verändern, damit sie im diametralen Gegensatz zur Lehre der Kirche, zur Wahrheit und Unserm Herrn Jesus Christus Selbst ist. Satan weiß, dass die Kirche vom Heiligen Geist beschützt wird und formell keine Fehler in Fragen des Glaubens oder der Moral lehren, oder das Dogma ändern kann. Folglich besteht die Strategie Satans, durch seine Gefolgsleute ausgeführt (lasst uns beten, dass ihr Dienst für Satan UNWISSENTLICH ist), darin die ganze Fragestellung [einer formellen Häresie des Lehramtes Red.] irgendetwas formal ändern zu wollen zu umgehen und zwar dadurch, dass man lediglich die Praxis durch Drohungen, Bestechung und allgemeines Mobbing ändert.

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„Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“. Wo sind die Früchte des Konzils? (1)

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1.  Der nachkonziliare Zustand der Kirche. Eine Einführung

Wenn wir im Rahmen von ad captandam benevolentiam den Anfangschoral der Matthäuspassion von Bach zitieren, so ist er mehr aus theologischen als aus bildungstechnischen Gründen gewählt. Die Kirche ist ja tatsächlich der mystische Leib Christi, was uns sehr deutlich die Enzyklika Mystici corporis von Pius XII vor Augen stellt. Wenn die Kirche leidet, dann leidet Christus selbst, denn er sagte zu Saulus auf dem Damaskusweg: „Warum verfolgst du mich?“ (Ap 9,4), obwohl Saulus die Kirche verfolgte. Daher ist jeder Angriff auf die kämpfende Kirche, denn die triumphierende und die leidende Kirche sind ja in Sicherheit, ein fortgesetzter Angriff des Widersachers Gottes auf die Menschheit Christi, da der Teufel der Göttlichkeit des Heiland niemals etwas anhaben konnte oder anhaben kann. Der Teufel kämpft ja, nach Offenbarung 12, mit den Nachkommen des Weibes, womit an dieser Stelle sowohl die Mutter Gottes als auch die Mutter Kirche gemeint sind. Dies ist der große theologische Rahmen, in welchem sich alle katholischen Überlegungen zur Kirchenkrise bewegen sollten, wobei nicht zu vergessen ist, dass Gott der allmächtige Herrscher der Geschichte und der Kirche ist. Die Verfolgung der Kirche kommt ja nicht nur von außen, sondern auch von innen der Kirche, wie treffend Benedikt XVI feststellte, bevor er selbst das Feld räumte und von den Wölfen floh. Möge der nachfolgende Kolloquialismus uns nachgesehen werden, aber der geistliche Kampf ist eben nichts für Weicheier, sondern etwas für richtige Kerle, beiderlei Geschlechts. Da leider die Mehrheit der heutigen Geistlichen, besonders in Deutschland, extrem verweichlicht und verweiblicht ist, ohne gleich homosexuell zu sein, so ist von ihnen wirklich wenig zu erwarten. Dabei ist der geistliche Kampf ein ständiger Kampf gegen die Welt, gegen das Fleisch und gegen den Satan. Man wird also immer etwas zu bekämpfen haben, obwohl ein „Bekämpfen“ nicht immer ein Plattmachen der theologischen oder ideologischen Gegner bedeuten muss. Denn es gilt die Seelen zu retten und nicht diese noch zusätzlich zu verderben.

Von der theologischen Sicht schreiten die wir nun zu der soziologischen Sicht der Dinge fort. Es scheint wirklich der Fall zu sein, dass wir zurzeit innerhalb der Kirche eine Zeit des Totalitarismus durchmachen, in welchem das Hohelied von „den Früchten des Konzils“ die tragende Ideologie, besonders der Kirche in Deutschland, darstellt. Diese Ideologie ist aber keine Theologie, sondern erlaubt eine bestimmte Machtausübung und ermöglicht einen bestimmten Machterhalt. Man kann in den kirchlichen und akademischen Kreisen absolut alles angreifen und kritisieren, von der nicht vorhandenen Existenz Gottes angefangen, das Einzige, was sakrosankt als ein Superdogma unangreifbar bleibt, ist das letzte Konzil. An dieser Stelle möchten wir anführen, dass wir das letzte Konzil als ein pastorales anerkennen und auch alle seine dogmatischen Bestimmungen, soweit sie dem vorhergehenden Lehramt nicht ausdrücklich widersprechen (und das tun sie eigentlich nicht), ebenfalls annehmen. Da wir aber ebenfalls die zweiwertige Logik hochhalten und somit den Satz vom Widerspruch als das geltende Gesetz des menschlichen Denkens anerkennen, so können wir unmöglich annehmen, dass alles, was bis zum letzten Konzil gut und richtig war, seit der Zeit 1962-1965 schlecht und falsch ist. So direkt und deutlich hört man es zwar niemanden sagen, aber dies ist leider die Grundhaltung, welche den meisten Geistlichen ein angenehmes Leben ermöglicht, ohne irgendwo, irgendwann, irgendwie anzuecken. Dieser Grundeinstellung ermöglicht auch den Theologen jeden möglichen Unsinn zu verbreiten, ohne in irgendeiner Weise zur Verantwortung gezogen zu werden. Das letzte Theologenmemorandum hat es ja bewiesen. Wie man früher in den Ostblockstaaten jemanden, der nicht gerade ins Gefängnis gehen wollte, immer damit einschüchtern konnte, dass man ihm sagte: „Du bist ja gegen den Sozialismus!“, so kann man heute jemanden in Deutschland, aber auch woanders, kaum einer Häresie vorwerfen, denn das ist ja ein vorkonziliares Gerede, sondern die Ablehnung des Konzils, den Kryptolefebrismus, die fehlende Dialogbereitschaft et cetera et cetera. Der Geist des Konzils ist also das nicht greifbare, aber auch das unangreifbare Superdogma, welches alles rechtfertigt. Wir werden diese Gedanken doch mehr als einmal vertiefen. An dieser Stelle lässt sich aber sagen, dass diejenigen Völker, welche die Erfahrung eines Totalitarismus hinter sich haben mit dem nachkonziliare Doppeldenken, welches in der deutschen Kirche und in der deutschen Theologie herrscht, viel besser umgehen können als diejenigen, denen diese Erfahrung fehlt. Eine erneute Lektüre von Orwells 1984 ist hier allen zu empfehlen.

Der Schreiber dieser Zeilen ist nach dem Konzil geboren, aufgewachsen, religiös sozialisiert und theologisch ausgebildet worden. Er kennt also keine andere Kirche als die nach dem Konzil. Er hat sich mehr als einmal gefragt, warum die Lehre dermaßen im Ungefähren bleibt und warum seine eigenen und die kirchlichen Missionsbemühungen dermaßen wenig fruchten. Er dachte immer, dass es an den jeweiligen Lehrenden und an ihm selbst liegt. Es dauerte eine Zeit bis er feststellte, dass die nachkonziliare Entwicklung deswegen so eingerichtet und ausgelegt wurde, damit sie keinen oder wenig Sinn macht und somit keine Früchte trägt. Dies bedeutet aber nicht, dass alles verloren ist, dass der Antichrist vor der Tür steht oder dass wir in einer Sedisvakanz leben. Es gibt einfach sehr viel zu tun, um das nachkonziliare Geknäuel zu entwirren und Spreu vom Weizen zu trennen. Es bleibt zu hoffen, dass es noch ausreichend viele Hierarchen, Geistliche und Theologen geben wird, welche die katholische Lehre ausreichend gut kennen werden, um diese Bereinigung vollbringen zu können. Die Piusbruderschaft bietet, unserer Meinung nach keine Alternative, da sie nach wie vor kanonisch irregulär ist, selbst in theologischen Widersprüchen steckt und manch einer theologischen Sondermeinung anhängt, welcher sie viel zu viel Bedeutung beimisst. Wie jemand sehr richtig sagte: „Wir brauchen kein Drittes Vatikanum, sondern ein zweites Tridentinum!“ Ja, das brauchen wir und einen zweiten Pius V noch dazu!

Unsere Artikelreihe über die nachkonziliare Krise richtet sich in erster Linie nicht an diejenigen, welche sowieso eine nachkonziliare Apostasie annehmen und von der nachkonziliaren Kirche als von der „Konzilskirche“ oder gar der „Konzilssekte“ sprechen. Wir tun dies nicht und diese Ausdrucksweise tut uns weh. Unsere Artikelreihe richtet sich an diejenigen, welche eine Kontinuität der Kirchengeschichte anerkennen und nach den Ursachen der gegenwärtigen Krise fragen. Unserer Meinung nach hatte das letzte Konzil tatsächlich zu dieser Krise beigetragen, indem es Einflüsse, Lehren und Tendenzen zuließ, welche subkutan in der Kirche eigentlich seit der Reformation gärten und über den Jansenismus, die Französische Revolution, den Liberalismus, den Modernismus und andere Ismen eine Tiefenströmung bildeten, welche erst nach dem Konzil aufbrach und im Westen fast alles mit sich riss. Die Konzilstexte lassen sich orthodox auslegen und verstehen, aber sie lassen sich auch heterodox interpretieren, da ihnen eine beinahe orwellsche Zwiesprache zugrundeliegt und zwar auf allen möglichen Verständnisebenen. Und dies ist die eigentliche Neuheit, denn die vorigen Konzilien haben sich einer exakten, juristischen Sprache bedient, welche innerhalb der ganzen Kirchengeschichte ausgearbeitet wurde und daher jedem Missverständnis vorbeugte.

Die vorliegende Artikelreihe möchte aber fast ausschließlich statistisch und soziologisch argumentiert. Sie möchte fragen, ob irgendetwas Positives innerhalb der letzten 50 Jahre für die Kirche herausgekommen ist? Wir möchten die folgenden Identitäts- und Wachstumskriterien der katholischen Kirche vorstellen und untersuchen:

  1. Anzahl der Priesterberufungen
  2. Anzahl der Ordensberufungen
  3. Anzahl der Katholiken weltweit
  4. Kenntnis der katholischen Lehre durch Katholiken
  5. Einhaltung der katholischen Moral und der katholischen Religionspraxis durch Katholiken
  6. Katholische Missionserfolge
  7. Anzahl der Konversionen zum Katholizismus
  8. Bindung der Lokalkirchen an Rom

An dieser Stelle lässt sich schon sagen, dass all diese Kriterien negativ ausfallen. Da die Kirche ein Organismus ist, so können auf sie mutatis mutandis auch die Kriterien einer organischen Gesundheit übertragen werden. Ein Organismus aber ist dann gesund, wenn er nicht abstirbt und sich fortpflanzt. Die Kirche stirbt aber ab und pflanzt sich als solche nicht fort. Die einzigen positiven Statistiken, die aus Afrika und Asien vorliegen sind nicht auf eine positive Entwicklung der Kirche zurückzuführen, sondern auf ein größeres Bevölkerungswachstum als in Europa oder in Amerika. Da der Schreiber dieser Zeilen auch andere Pflichten und Interessen außerhalb dieses Blogs hat, so wird die Übertragung der polnischen Texte in ein annehmbares Deutsch und ihre Ausrichtung auf den deutschsprachigen Leser einige Zeit in Anspruch nehmen. Wir bitten daher alle um Geduld. Die Ungeduldigen können sich an den bereits verfassten Texten mithilfe eines Autotranslators versuchen.

Ein neuer katholicher Blog oder Gibt es noch Katholiken in Deutschland?

Temptation_of_Saint_Anthony_central_panel_by_Bosch

Ein neuer katholischer Blog – Wozu?

Nimmt man etwas in Angriff, so muss man sich die Frage stellen, ob dieses Vorhaben überhaupt Sinn hat. Im Falle eines Internetblogs muss man sich nach der potentiellen Leserzahl fragen, welche diese, ja, wir geben es zu, missionarische Tätigkeit, die auf Kosten der sonstigen Lebenszeit geht, rechtfertigen würde. Kurz und gut: Gibt es noch ausreichend Katholiken in Deutschland oder in den deutschsprachigen Ländern, die diese Internetpräsenz eventuell lesen würden? Werden wir also ausreichend viele Menschen finden, welche an der Erörterung der katholischen Glaubenslehre interessiert sind und über ausreichende Vorkenntnisse verfügen?

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