Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (11 von 21)

Xl. Kapitel

Die Seele ist mit der Bestimmung zu all jener Vollkommenheit erschaffen worden, deren sie fähig war. Sie hätte dahin kommen müssen durch eine Lebensführung, wie sie ihr aufgetragen war, ohne sich mit Sünde zu beflecken. Aber als sie sich dann mit der Erbsünde befleckt hatte und auch noch durch persönliche Tatsünden, da verlor die Seele ihre (außernatürlichen und übernatürlichen) Gnadengaben und war nun tot und konnte jetzt nur noch durch Gott wieder zum Leben erweckt werden.

Als die Seele dann mittels der Taufe wieder zum Leben erweckt worden war, blieb in ihr die Neigung zum Bösen zurück, die zur persönlichen Tatsünde geneigt macht und zu ihr hinführt, wenn nicht Widerstand geleistet wird. Durch die persönliche Tatsünde aber verfällt die Seele auf’s neue dem Tod.

Dann aber erweckt Gott sie noch einmal zum Leben durch eine ganz besondere weitere Gnade. Die Seele bliebe nämlich jetzt so besudelt und in sich gekehrt, daß nun, um sie zu ihrem ersten Zustand zu-rückzubringen, all jene göttlichen Tätigkeiten notwendig sind, ohne die die Seele nie mehr zu jenem ersten Zustand zurückkehren könnte, in welchem Gott sie geschaffen hat.

Wenn sich nun die Seele auf dem Weg befindet, zu jenem ersten Zustand zurückzukehren, so ist der glühende Drang, sich in Gott zu verwandeln, in ihr so groß, daß das ihre Läuterung bewirkt. Nicht als ob die Seele die Läuterung als Läuterung ins Auge fassen könnte, aber jener Drang in ihr, der ungemein glühend und doch zugleich behindert ist, bildet eben ihre Läuterung.

Dieser letzte Akt der Liebe ist es, der dieses Werk ohne die Mitwirkung des Menschen vollbringt. Denn der Mensch fände in der Seele so viele verborgene Unvollkommenheiten vor, daß er, wenn er sie se-hen könnte, in Verzweiflung geriete. Dieser letzte Akt der Liebe aber verzehrt alle Unvollkommenheiten. Und erst dann, wenn sie verzehrt sind, zeigt sie Gott der Seele, damit sie das göttliche Wirken erkenne, das in ihr jenes göttliche Feuer entzündet, durch das all jene Unvollkommenheiten verzehrt werden, die noch zu verzehren sind.

 

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (6 von 21)

Was beschreibt die hl. Katharina hier? Die Sehnsucht, die absolute, alles verzehrende Sehnsucht, welche das Absolute und Unverfügbare sieht und es nicht habe kann. Wir alle waren doch schon in dieser Situation, dass wir uns nach etwas oder nach jemand verzehrt haben. Alles hing davon ab und es war unverfügbar. Sie standen mehrere Stunden in einer Schlage an und man hat ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen. Sie kommen nicht rein. Und dort drin findet es statt, alle sind da, die Anderen haben es, Sie jedoch nicht. Dieser Erlebnisse extrapoliert und zu n-ten Potenz gesteigert, geben die Sehnsucht im Fegefeuer wieder, welcher so starkt ist, dass sie weh tut.  Die Seelen wissen um den anwesenden, aber in der beseeligenden Anschauung unverfügbaren Gott, sie wissen um ihre Unwürdigkeit und sie verzehren sich nach Ihm. Aber Sie haben jetzt Einfluß auf Ihr Fegefeuer. Jetzt hindert Sie nichts Gott mehr Zeit und Aufmerksamkeit zu opfern, denn nach dem Tod gibt es nur Gott und zwar für die Ewigkeit und dann werden Sie sehen, wie unsinnig Sie ihr Leben verbracht haben, indem Sie sich um unnütze Dinge kümmerten, welche Sie nur verunreinigt haben.

 

Vl. Kapitel

Trotzdem will ich ein Gleichnis anführen, das sich meinem Geist dargeboten hat: Wenn es auf der ganzen Welt nur ein einziges Brot gäbe, das allen Geschöpfen den Hunger stillen müßte, und wenn die Geschöpfe schon durch den bloßen Anblick dieses Brotes satt würden, und wenn der Mensch, der, solange er gesund ist, den Drang zum Essen hat, durch das Nicht-Essen weder krank würde noch sterben müßte, es würde dennoch in ihm der Hunger nach diesem Brot immer mehr wachsen, weil eben dieser Drang in ihm da ist; und wenn er weiß, daß nur jenes Brot ihn sättigen kann, und daß in ihm, wenn er dieses Brot nicht hat, der Hunger nicht gestillt werden kann, so würde er in einer unerträglichen Qual verbleiben. Je näher aber der Mensch diesem Brot käme, ohne es jedoch sehen zu können, desto mehr würde das natürliche Verlangen danach in ihm entbrennen, das ja durch seinen Drang ganz und gar auf dieses Brot hingerichtet ist und in welchem seine einzige Befriedigung bestünde; und wenn er die Gewißheit hätte, niemals dieses Brot sehen zu dürfen, so hätte er in diesem Augenblick die vollendete Hölle. Diese vollendete Hölle haben nun die verdammten Seelen, die jeder Hoffnung beraubt sind, je das wahre Brot, Gott, den wahren Heiland, zu schauen.

Die Seelen im Fegfeuer aber haben diesen Hunger, weil sie dieses Brot, durch das allein sie gesättigt werden können, noch nicht sehen, aber sie haben die Hoffnung, es einmal zu sehen und von ihm ganz und gar gesättigt zu werden. Darum sind sie, solange der Hunger nach diesem Brot in ihnen noch nicht gestillt ist, in der schmerzlichen Qual und Pein.

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (5 von 21)

Was ist das Ziel des geistlichen Leben, was den Willen anbelangt? Eine Gleichförmigkeit des eigenen Willen mit dem Willen Gottes zu erreichen. Denn falls Sie es nicht zu Lebzeiten schaffen, haben Sie dafür das Fegefeuer, wo es um Wesentliches schmerzhafter sein wird. Sie sitzen dann in einem Feuerofen, bildlich gesprochen, und ihr „Rost“ wird gereinigt, ohne eine Möglicheit der Ablenkung, wie in diesem Leben. Gott bringt dort die Seelen auf seine „Betriebstemperatur“ oder genauer gesprochen, auf die Betreibstemperatur, die Gott für eine jede Seele vorausgesehen  und vorausbestimmt hat. Es ist diese Gleichförmigkeit, welche die Seele, wie einen Taucher, nach oben zieht. In diesem Leben auch und so kann man sich ein hartes Fegefeuer ersparen.

V. Kapitel

Die Seelen im Fegfeuer aber haben in allem ihren Willen dem Willen Gottes gleichförmig. Darum wirkt Gott auf ihren mit seiner Güte gleichförmigen Willen entsprechend ein. Und darum sind sie, was ihren Willen betrifft, zufrieden, da dieser ihr Wille (was die Sündenschuld angeht) gereinigt ist, sowohl von der Erbsünde als auch von persönlicher aktueller Sünde.

Was die Sündenschuld angeht, sind diese Seelen so gereinigt, daß sie rein sind wie damals, als Gott sie erschuf, denn sie sind mit Reue über alle ihre begangenen Sünden und mit dem Willen, nicht mehr zu sündigen, hinübergegangen. Auf Grund dieser Reue vergab Gott sofort die Sündenschuld. So verblieb ihnen nur der Rost und die Häßlichkeit, wie sie durch die Sünde in der Seele verursacht wurden. Davon aber wer-den sie nun gereinigt im Feuer der jenseitigen Läuterung.

Und da diese Seelen ganz und gar von jeder Sündenschuld gereinigt und dem Willen nach mit Gott geeint sind, sehen sie Gott klar gemäß dem Grad des Erkennens, den Gott ihnen gewährt; und sie sehen, was es Bedeutsames um den Genuß Gottes ist und daß die Seele gerade dazu erschaffen worden ist. So finden sie sich in einer ganz innig verbindenden Gleichförmigkeit mit ihrem Gott. Auf Grund dieser Gleichförmigkeit zieht sie der Drang, den die Seele zu Gott hin hat, so sehr zu Ihm hin, daß man keine Ausdrücke, Bilder oder Vergleiche aufzeigen kann, die fähig wären, diese ganze Angelegenheit so zu erklären, wie der Geist es tatsächlich fühlt und im inneren Gefühl begreift.

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (4 von 21)

„Wie das Leben, so auch der Tod, wie der Tod, so auch die Ewigkeit“, sagt man. Warum? Weil der freie Wille im Moment des Todes „eingefroren“ wird und man ihn nicht mehr ändern kann. Man nimmt das mit, wie man zu Erdenzeiten gelebt hat. Deswegen ist die Möglicheit der Bekehrung auf dem Todesbett so trügerisch und unrealistisch. Mit jeder Entscheidung Ihres Lebens, mit jeder Sekunde kommen Sie entweder der ewigen Verdammnis oder dem Himmel, über das Fegefeuer, näher. Und in der Ewigkeit tragen Sie die ewigen Konsequenzen des Zeitlichen und werden denken, wie dumm Sie doch gewesen sind, sich um diesen Tand so zu kümmern. Und deswegen landen so viele Seelen durch dieses nachkonziliare Gerede in der Hölle, welches da lautet:

  • Schwamm drüber!
  • Gott wird doch nicht so sein!
  • Unbesiegbare Ignoranz!
  • Barmherzigkeit!
  • Die Hölle ist leer!
  • Wir werden schon alle, alle in den Himmel kommen!

Nein, das werden wir sicherlich nicht. Die meisten werden es nicht einmal ins Fegefeuer schaffen. Und was ist mit der unbesiegbaren Ignoranz? Wenn ich schon weiß, dass ich ignorant bin, dann ist meine Ignoranz doch nicht unbesiegbar, sondern ich mache mir etwas vor, wie damals in der Schule.  Der Schreiber dieser Zeilen schreibt diesen Kommentar am 10.11.2017, mitten in seinen anwaltlich-gerichtlichen Angelegenheiten. Er versucht sich wirklich gut zu informieren, um nicht unterzugehen und nicht über den Tisch gezogen zu werden. Und dabei ist es bloß „ein weltlich Ding“ und nicht die Ewigkeit. Wir alle sind doch so um das Irdische bemüht, wollen uns aber im Ewigen mit der unbesiegbaren Ignoranz herauswinden. Nein, so einfach wird es nicht gehen! Man wird jede Konsequenz einer jeden Tat tragen. Noch sind Sie am Leben, noch können Sie umkehren.

IV. Kapitel

Daraus ersieht man, was offenkundig ist, daß der gegen den Willen Gottes gerichtete verkehrte Wille das ist, was die Sündenschuld ausmacht. So lange dieser (in seiner Verkehrtheit) böse Wille andauert, dauert die Sündenschuld an. Und da jene, die in der Hölle sind, mit einem solchen bösen Willen aus diesem Erdenleben ins Jenseits hinübergegangen sind, ist ihre Schuld nicht nachgelassen, sie kann auch gar nicht nachgelassen werden, weil sie ja ihren Willen nicht mehr ändern können, mit dem sie aus diesem Erdenleben geschieden sind, nämlich mit einem solchen bösen Willen.

Jener Schritt (des Hinübergangs aus dem Diesseits ins Jenseits) verfestigt nämlich die Seele entweder im Guten oder im Bösen, je nachdem worin sie sich nach ihrem überlegten Willen befindet, wie geschrieben steht: „Wo Ich dich antreffe“, nämlich in der Todesstunde, im Willen zur Sünde oder in der Reue über die Sünde, „da werde Ich dich richten.“ Bei diesem Gericht gibt es keine Vergebung mehr, denn nach dem Tod ist der freie Wille nicht mehr wandelbar; er ist in dem fixiert, worin er sich im Augenblick des Todes befand.

Jene Seelen, die sich in der Hölle befinden, sind im Augenblick des Todes mit dem Willen zu sündigen angetroffen worden; so tragen sie nun endlos Schuld und Strafe in sich. Dabei ist die Strafe nicht einmal so groß, wie sie es verdient hätten, dennoch ist die Strafe, die sie abzubüßen haben, endlos.

Die Seelen im Fegfeuer aber haben an sich nur die Strafe, nicht aber die Sündenschuld, die ja in ihnen durch die Reue getilgt worden ist. Darum ist ihre Strafe nicht endlos, sondern begrenzt und endlich und wird, was die Zeit betrifft, wie gesagt, immer geringer. O Elend über alles Elend, das um so größer ist, je weniger es von der menschlichen Blindheit beachtet wird! Ich sage, daß die Strafe der Verdammten der Schwere nach nicht unendlich ist, weil die süße Güte Gottes die Strahlen ihrer Barmherzigkeit auch noch in die Hölle hineinsendet; der Mensch, der in der Todsünde stirbt, verdient an sich eine unendliche Strafe, die unendlich lange dauert. Aber Gott hat in seiner Barmherzigkeit nur die Dauer der Strafe unendlich gemacht, die Schwere der Strafe aber begrenzt. Gerechterweise hätte Gott eine viel schwerere Strafe verhängen können, als er wirklich verhängt hat.

Siehe, wie gefährlich die Sünde, die aus Bosheit geschieht, ist! Der Mensch bereut sie nämlich nur ganz schwer; und wenn er sie nicht bereut, bleibt die Sündenschuld für immer und sie dauert so lange, als der Mensch im Willen zur begangenen oder zur begehenden Sünde verbleibt.

Hl. Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (3 von 21)

Was herrscht im Übernatürlichen? Das Sparsamkeitsprinzip, wobei die größte Effizienz mit den kleinstmöglichen Mitteln erreicht wird. Und was bedeutet das?

„Wer hat, dem wird gegeben, wer nicht hat, dem wird genommen“ (Mt 13, 12)

Die bedeutet, dass Gott denen, die sich mühen zu Ihm zu kommen maximal entgegenkommt, denen aber, die sich von ihm wegbegeben minimal entgegenkommt. Dies erlebt der Schreiber dieser Zeilen an sich selbst, wie viele Gnadenhilfen, ja, auch Leiden, er in den letzten Jahren bekommt und das beobachtet er auch an deren frommen Seelen, wie sehr sich doch Gott um diese kümmert, womit natürlich ihr Seelenheit gemeint ist. Hl. Katharina von Genua sagt ja selbst:

Je mehr aber in der Seele dieser Drang abnimmt, desto schlechter wird die Seele, weil Gott sich ihr entsprechend weniger mitteilen kann.

Sie müssen sich das geistliche Leben wie einen Tauchvorgang vorstellen. Sie werden, sagen wir, auf der Tiefe von 20 m geboren und durch den Druck und die Gravitation haben Sie den natürlichen Drang nach oben, hl. Katharina nennt es „Drang (Instinkt)“. Durch die Erbsünde befinden Sie sich aber in der Tiefe von 20 m und ihre eigenen Sünden beschweren Sie als Gewichte so, dass Sie immer weiter in die Tiefe abtauchen. Wenn Sie sich der Sünden, sprich der Gewichte, entledigen, dann kommen Sie automatisch nach oben, natürlich unter der Berücksichtigung der Auftauchzeiten. Und deswegen wird Gott niemanden zusätzliche Gnade geben, der unter der Sündenlast untertaucht. Dass wäre eine Riesenenergieverschwendung und gegen das Sparsamkeitsprinzip. Und was ist mit Paulus? Er handelte im guten Willen und dachte, dass er Gutes tut. Wie man zu Gott ist, so ist er auch zu einem. Deswegen ist es eine Verschwendung für gefalle Priester, Bischöfe und Kardinäle oder auch höher, die wissend, willentlich und sakrilegisch sündigen, zu beten. Sie verschwenden nur Ihre Gebete, die jemandem zugute kommen könnten. Leitet Gott diese nicht um? Schon möglich, aber Sie selbst verschwenden Ihre Zeit und sehen keinen Erfolg, weil jeder einen freien Willen hat.

Nemo peccat nisi volens, sagt der hl. Augustinus

„Niemand sündigt, es sei es er will es“.

III. Kapitel

Die fundamentale Ursache aller Schmerzen und Leiden ist die Sünde, die Erbsünde und die persönliche aktuelle Sünde. Gott hat die Seele rein, lauter und frei von jeder Sündenmakel und mit einem sicheren, beseligenden Drang (Instinkt) auf Ihn hin erschaffen. Dieser Drang wird durch die Erbsünde vermindert. Kommt dazu dann noch die persönliche aktuelle Sünde, so nimmt dieser Drang noch mehr ab. Je mehr aber in der Seele dieser Drang abnimmt, desto schlechter wird die Seele, weil Gott sich ihr entsprechend weniger mitteilen kann. Weil nun aber alles Gute, das es geben kann, nur in der Teilhabe an Gott besteht, der sich den Geschöpfen entsprechend mitteilt, und zwar den vernunftlosen Geschöpfen so, wie Er es will und verfügt hat — es wird ihnen nie daran fehlen —, der vernunftbegabten Seele aber mehr oder weniger, je nachdem Gott sie vom Hindernis der Sünde gereinigt vorfindet, so ergibt sich nun folgendes: Wenn sich eine Seele dem Zustand nähert, in welchem sie ursprünglich von Gott rein und lauter geschaffen worden ist, so wird jener beseligende Drang wieder freigelegt und wächst mit solcher Vehemenz und solcher Glut der Liebe, die diese Seele zu ihrem letzten Ziel hinzieht, daß es ihr unerträglich erscheint, noch weiter gehindert sein zu müssen. Und da die Seelen, die im Fegfeuer sind, ohne Sündenschuld sind, so gibt es bei ihnen kein Hindernis zwischen Gott und ihnen außer jenem Schmerz, in welchem sie noch zurückgehalten werden, wodurch jener Drang hin zu Gott noch nicht seine Vollkommenheit erlangen kann. Und da sie mit größter Klarheit einsehen, wie viel ein Hindernis bei Gott bedeutet, und einsehen, daß jener Drang gemäß dem notwendigen Gesetz der Gerechtigkeit zurückgehalten wird, so wächst dadurch in ihnen ein so heftiges Feuer, das ähnlich dem der Hölle ist, von der Schuld abgesehen. In den Verdammten macht dieses Feuer den Willen schlecht, da ihm Gott seine Güte nicht entsprechend mitteilt. Darum verharren diese Seelen in jenem Willen der Verzweiflung und der Bosheit, der gegen den Willen Gottes gerichtet ist.

Hl. Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (2 von 21)

Womit soll man das Fegefeuer vergleichen? Mit einem Eintauchen in ein Säuerebad, mit einem Schmorren auf der Pfanne, mit dem Sich-Aussetzen einer starken Bestrahlung. Es reinigt, ist schmerzhaft, doch wie hl. Katharina von Genua schreibt, es birgt auch eine große Zufriedenheit den Willen Gottes auf diese Art und Weise zu erfüllen.

II. Kapitel

Ich glaube nicht, daß es eine Zufriedenheit gibt, die mit jener einer Seele im Fegfeuer verglichen werden kann, außer jener Zufriedenheit, die die Heiligen im Paradies haben. Und jeden Tag wächst diese Zufriedenheit in diesen Seelen durch Gottes entsprechende Einwirkung; diese Zufriedenheit wächst, weil jeden Tag das Hindernis für die entsprechende göttliche Einwirkung abnimmt. Der Rost der Sünde ist dieses Hindernis; das Feuer verzehrt den Rost; so tut sich die Seele immer mehr für die entsprechende Einwirkung Gottes auf. Und wie ein zugedeckter Gegenstand, der in der Sonne liegt, nicht der Bestrahlung durch die Sonne ausgesetzt ist, was nicht Schuld der Sonne ist, die ja immerfort strahlt, sondern Schuld der Decke, mit der jener Gegenstand zugedeckt ist; je weniger jene Sache mit der Decke bedeckt ist, desto mehr ist sie der Sonne ausgesetzt, desto stärker wird die Bestrahlung; so ähnlich ist es mit dem Rost der Sünde. Er ist gleichsam die Decke, mit der die Seelen im Fegfeuer zugedeckt sind. Er wird durch das Feuer verzehrt. Und je mehr er verzehrt wird, desto mehr kann die Seele der Bestrahlung durch die wahre Sonne, die Gott ist, entsprechen. Umso mehr wächst aber auch die Zufriedenheit (in der Seele im Fegfeuer), je mehr der Rost (der Sünde) abnimmt und sie aufgedeckt wird für die entsprechende Einwirkung (Gottes); das eine also wächst, das andere nimmt ab, bis es beendet ist. Es fehlt jedoch nicht der Schmerz, es fehlt die Zeit für das Verbleiben in diesem Schmerz. Was den Willen betrifft, so können sie (die Seelen im Fegfeuer) nie sagen, daß jene Schmerzen sind, so sehr sind sie zufrieden mit der Anordnung Gottes, mit der ihr Wille in reiner Liebe vereint ist. Anderseits haben sie im Gegensatz zu dieser Zufriedenheit des so (mit der Anordnung Gottes) geeinten Willens doch einen so heftigen Schmerz, daß keine Zunge ihn schildern und kein Verstand auch den kleinsten Funken davon begreifen könnte; diesen Funken hat Gott mir gnadenhaft gezeigt, aber ich kann ihn nicht mit meiner Zunge schildern. Und diese Schau, die der Herr mir gewährte, ist niemals mehr aus meinem Geist geschwunden. Ich werde davon das sagen, was ich sagen kann; und verstehen wird es der, den es der Herr verstehen läßt.

Hl. Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (1 von 21)

Ja, meine Damen und Herren, was ist das Fegefeuer? Die reine Objektivität. Sie sehen die objektive Wahrheit und es gelten keine Entschuldigungen der Art:

Ich habe meine Hausaufgaben gemacht, aber mein Heft vergessen!

Und deswegen ist diese ganze vom deutschen Idealismus und Subjektivismus inspirierte Theologie sie diabolisch, welche uns sagt:

Dein Bewußtsein zählt, nicht die Objektivität, die es nicht gibt!

Es ist genau umgekehrt. In der Todesstunde werden wir mit der Objektivität Gottes konfrontiert werden und im Fegefeuer können wir nur auf Ihn schauen, nicht einmal auf uns selbst. Diese Anschauung ist demnach im Fegefeuer eine leidende, nicht beseligende, weil die Seele noch nicht rein ist. Deswegen ist es so verhängnisvoll auf die unbesiegbare Ignoranz zu spekulieren, indem man sich sagt:

Wenn ich unwissend über dies und das bleibe, dann kann mich Gott nicht richten, denn ich habe es nicht besser gewußt!

Nein, er wird sie deswegen richten, weil sie es nicht besser wissen wollten und im Fegefeuer werden sie sehen, wieviele Punkte ihnen fehlen. Dies ist in etwa mit einer Matheklausur zu vergleichen, wo sie meinen sie bekommen ein 2 und erhalten eine fette 5, wonach Ihnen der Lehrer alle Rechenschritte erklärt und Sie selbst sehen, was sie alles falsch gemacht haben, warum und wie dumm sie gewesen sind. Ja, es ist ein Jammer, eine Beschämung und irgendwie eine Befreiung. Im Fegefeuer werden Sie nach und nach alles nachvollziehen können, anders als bei Mathe in der Schule. Die reine Objektivität.

I. Kapitel

Diese heilige Seele (nämlich Catharina von Genua) befand sich noch im Fleische, als sie in das Fegfeuer der Läuterung feuriger Gottesliebe versetzt wurde. Dieses Feuer versengte in jener Seele alles und läuterte alles, was sich in ihr noch im Zustand, geläutert werden zu können, befand. Es sollte dies dazu geschehen, damit sie sogleich beim Austritt aus diesem irdischen Leben vor das Angesicht dieses süßen Gottes geführt werden könne. Sie begriff mittels dieses Liebesfeuers in ihrer Seele, wie es um die Seelen jener Gläubigen am Ort des Fegfeuers steht, die von jenem “Rost” der Sündenmakel, von dem sie in diesem Erdenleben noch nicht gereinigt worden sind, geläutert werden. Und so wie sie selbst im Feuer der göttlichen Liebe mit dieser göttlichen Liebe geeint war und mit all dem zufrieden war, was da in ihrer Seele bewirkt wurde, gerade so begriff sie den Zustand der Seelen, die im Fegfeuer sind. Und sie sagte: Die Seelen, die im Fegfeuer sind, können gar kein anderes Verlangen haben als nur dies, an jenem Ort der Läuterung zu sein; und zwar wegen der Anordnung Gottes, der das in gerechter Weise so verfügt hat. Diese Seelen können sich nicht mehr auf sich selbst zurückwenden und können nicht sagen:

“Ich habe diese und jene Sünde begangen, für die ich es verdiene, hier zu sein;”

sie können auch nicht sagen:

“Ich möchte, ich hätte diese Sünden nicht begangen, so daß ich jetzt in das Paradies eingehen könnte;”

sie können auch nicht sagen:

“Jener kommt schneller als ich von hier heraus;”

oder:

“Ich werde schneller als jener von hier herauskommen;”

sie können auch keinerlei Erinnerung, weder im Guten noch im Schlechten, an sich selbst oder an andere haben. Aber sie haben eine ganz große Zufriedenheit über die Anordnung Gottes, in der er all das, was Ihm gefällt und solange es Ihm gefällt, wirkt. Darum können sie nicht mehr an sich selber denken. Sie sehen nur noch die so große Güte und Wirksamkeit Gottes, der dem Menschen so viel Barmherzigkeit erweist, um ihn zu sich zu führen, so daß sie weder Schmerz noch Glück sehen, das ihnen in ihrer Eigentlichkeit zustoßen könnte; wenn sie dies sehen könnten, wären sie nicht in der reinen, lauteren Liebe. Sie können nicht einmal sehen, daß sie in jenen Fegfeuerleiden wegen ihrer Sünden sind, noch können sie solche Schau in ihrem Geiste festhalten, denn das wäre eine aktive Unvollkommenheit, die an jenem Ort (der Läuterung) nicht mehr bestehen kann, weil man ja dort nicht mehr aktiv sündigen kann. Die in ihnen vorhandene Ursache für ihr Fegfeuer sehen sie nur ein einziges Mal, nämlich beim Scheiden aus diesem Leben; hernach sehen sie diese nie wieder, weil das eine Eigentümlichkeit in ihnen wäre. Und da sie in der Liebe sind und sich von dieser nicht mehr durch aktuelle Sündenschuld abwenden können, darum können sie nichts mehr wollen und wünschen als nur das reine Wollen der reinen Liebe; und da sie im Feuer der Läuterung sind, sind sie in der göttlichen Anordnung, die reine Liebe ist, und sie können in keiner Weise mehr von dieser abweichen, weil sie der Fähigkeit beraubt sind, aktiv zu sündigen und Verdienste zu erwerben.

Heilige Katharina von Genua (1447-1510) – die nüchterne Mystikerin des Fegefeuers

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Da der Teufel der Geist der Unordnung ist, so stört er auch die Chronologie, indem er uns an die weltlichen Sorgen binden möchte. Da der Schreiber dieser Zeilen nachweislich sehr große weltliche Nöte hatte und immer noch hat, welche dank der Spenden der Leser ein wenig abgemildert werden, so ist er wirklich nicht dazu gekommen eine Einführung zum Traktat über das Fegefeuer von hl. Katharina von Genua zu schreiben. Wir holen dies hiermit nach, da innerhalb der nächsten spirituellen Mittwoche, im November ausschließlich, in den folgenden Monaten abwechselnd, der Traktat über das Fegefeuer veröffentlicht wird.

Warum ist das Fegefeuer wichtig?

Weil wir fast alle, die wir im Gnadenstand sterben, dort landen werden, um vor der visio beatifica gereinigt zu werden. Machen Sie sich nichts vor: niemand der unrein ist, von den Sündenkonsequenzen verunstaltet oder mit irgendeiner Anhänglichkeit auch an die lässliche Sünde kann den über alles heiligen Gott schauen. Sie würden es nicht ertragen. Es ist so als würden Sie sich dem Sonnenkern mit einer Temperatur 15 Millionen Grad Celsius nähern. Sie würden es natürlich nicht überleben und deswegen wird Sie das Fegefeuer, sozusagen auf die „Betriebstemperatur Gottes“ bringen. Sicherlich gibt es im Himmel auch Hierarchien und Ränge und nicht jeder braucht gleich 15 Millionen Grad zu ertragen, aber die „Betriebstemperatur“ hängt davon ab, welchen Rang Ihnen Gott von der Ewigkeit an zugedacht hat und wie viel Sie dafür während Ihrer Erdenzeit getan haben. Da wir fast alle viel zu wenig für unsere ewige Glückseligkeit tun, da wir immer Besseres zu tun haben (Prozesse, Anwaltskosten, Arbeitssuche, dies und das), so werden wir fast alle das Fegefeuer brauchen. Deswegen ist es gut sich vorher damit bekannt zu machen, damit man sein Erdenleben noch entsprechend ändern und ausrichten kann.

Gibt es denn Menschen, die direkt in den Himmel kommen?

Ja, durchaus, es sind Heilige, die ihr Fegefeuer bereits zu Lebzeiten absolviert haben. Zu diesen Menschen gehörte die hl. Katharina von Genua. Sie hieß mit ihrem „bürgerlichen“ Namen Caterina Fieschi Adorno und gehörte der Aristokratenfamilie der Fieschi in Genua an. Die Fieschi haben der Kirche auch zwei Päpste hervorgebracht:  Innozenz IV (1243-54) und Hadrian V (1276).[1]  Obwohl sie von der frühsten Kindheit an große Frömmigkeit an den Tag legte und im Alter von 13 Jahren in einen Orden eintreten wollte, riet ihr Beichtvater ihr von diesem Schritt ab, indem er mit ihrer großen Jugend argumentierte. Angeblich hat sie diesen Rat ohne Bedauern angenommen und willigte im Alter von 16 Jahren ein eine Ehe mit dem Adligen Giuliano Adorno einzugehen, welche ihre Eltern für sie geplant hatten und welche die Fehde zweier verfeindeter Familien beenden sollte.[2] Ihr Ehemann war die richtige Partie für eine künftige Heilige: er hat getrunken, geschlagen, ist fremdgegangen, hat sie gequält und das gesamte Vermögen verlottert. So war ihre Ehe sowohl kinderlos als auch unglücklich. In den ersten fünf Ehejahren blieb Katharina apathisch ihrem Mann und dem Schicksal ergeben, die nächsten fünf Jahre lang suchte sie nach weltlicher Zerstreuung, welche Traurigkeit, Depression, Acedia zu Folge hatte, sodass sie Gott bat ihren früheren Eifer wiederherzustellen. Gott hat sie erhört, denn sie bekehrte sich genau am 22 März 1473 während einer Beichte, wobei, wie sie selbst berichtet, das göttliche Licht ihre Seele dermaßen durchdrungen habe, dass sie sich sowohl der Liebe Gottes als auch ihrer Sündhaftigkeit bewusst wurde. Diese Offenbarung war so stark, dass sie für einen Moment das Bewusstsein verlor und eine Ekstase erlebte, wonach sie die Kirche sogleich verließ ohne ihre Beichte beendet zu haben. Seit diesem Augenblick verweilte sie im Gebet und pflegte strenge Abtötung und Buße.[3] Die Spiritualität der hl. Katharina von Genua wollen wir woanders untersuchen. An dieser Stelle soll nur kurz auf ihr Leben eingegangen werden. Da ihr Mann die Familie ruiniert hatte, verbrachte die hl. Katharina ihre letzten Lebensjahre in einem Spital und Armenhaus, wo sie die Bedürftigen und Kranken pflegte. Ihr Ehemann bekehrte sich und wurde ein Franziskanerterziar, sie selbst trat aber keinem Orden bei. Sie starb im Jahre 1510 und ihrem langsamen Tod gingen sowohl große Leiden als auch Visionen voraus. Sie wurde im Jahre 1675 selig und im Jahre 1737 heiliggesprochen. Die Kardinäle und Theologen, die ihr Traktat über das Fegefeuer prüften, meinten, dass diese Schrift allein ihre Heiligkeit beweist, denn so kann ein irdischer Mensch nicht schreiben. So meinte Kardinal Lorenzo Azzolini (1583-1633), einer der Berater der Heiligsprechungskongregation, die den Seligsprechungsprozess vorbereitete, dass

„die Lehre, welche in den Schriften der Autorin [hl. Katharina von Genua] vorliegt, augenscheinlich dem Heiligen Geist unterworfen wurden […] und mangels anderer Beweise genügen würde unbestritten ihre Heiligkeit festzustellen“.[1]

Eine hohe Meinung vom Traktat vom Fegefeuer hatten auch Hardouin de Péréfixe (1606-1671), der Erzbischof von Paris, der dieses Buch in seiner Schrift: De la Piété des chrétiens envers les morts empfiehlt, sowie Franz von Sales (1567-1622), der diesen Traktat den Protestaten als Lektüre empfahl. Der Traktat von Hl. Katharina von Genua ist tröpfchenweise, wie ein guter Cognac, sich einzuverleiben und wer es nicht abwarten kann, kann ihn hier als Ganzes, samt theologischer Erklärung, downloaden.  Wir wollen alle 21 Kapitel, von denen manche sehr kurz sind präsentierten und, falls es uns möglich sein wird, auch das eine oder das andere theologisch kommentieren.

[1] http://www.catholic.org/encyclopedia/view.php?id=2675

[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Catherine_of_Genoa#cite_note-1

[3] http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.traditioninaction.org%2FSOD%2FSODimages6%2F270_Cath.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.traditioninaction.org%2FSOD%2Fj270sd_Genoa_3-22.html&h=408&w=300&tbnid=bUeoTcBWYFBkDM%3A&docid=GG8z00XW_oGR6M&ei=gMr0V9bZNsWPsAGUjZiQBA&tbm=isch&client=firefox-b&iact=rc&uact=3&dur=5574&page=0&start=0&ndsp=32&ved=0ahUKEwjWmdW3r8PPAhXFBywKHZQGBkIQMwgmKAgwCA&bih=731&biw=1344

[1] Nach http://www.ultramontes.pl/traktat_o_czysccu.pdf

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Islamischer Terrorismus und die Lehre vom guten Tod

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Aus aktuellem Anlass möchten wir nochmals diesen Beitrag publizieren. Wir fürchten, dass sich solche Anlässe mehren werden, denn zuerst „Flüchtlinge“, dann Terroristen.

Von Terror bedroht

Der islamische Terrorismus macht auch von deutschsprachigen Ländern nicht halt, was der letzte Anschlag von Würzburg beweist.[1] Wie früher im kommunistischen Totalitarismus man westliches Radio hören musste, um zu wissen, was im eigenen Land vorgeht, so muss man jetzt ausländische, meist amerikanische Nachrichtenportale lesen, um zu wissen, was in Europa gerade passiert. Besonders in Deutschland werden in der Mainstreampresse alle Angaben zum islamischen Hintergrund der Attentäter zensiert, dass es hierzulande gilt, dass:

  1. Islam eine Religion des Friedens ist.
  2. Dem radikalen Islam ein gemäßigter Islam entgegengestellt werden muss.
  3. Die „Flüchtlinge“ die künftigen Fachkräfte sind, die sich ausnahmslos in die glückliche Multi-Kulti-Gesellschaft integrieren werden.
  4. Alle „Flüchtlinge“ Gutmenschen und keine eingeschleusten Terroristen sind.

Wir glauben zwar nicht, dass alle „Flüchtlinge“ diesen Namen verdienen und alle Terroristen sind, denn die ISIS nimmt auch nicht jeden, aber manche schon, was die neuesten Attentate, auf welche noch andere folgen werden, beweisen. Fand ein Attentat statt, dann waren es, unseren Medien nach:

  • Belgier oder Franzosen und keine Islamisten
  • Arabisch klingenden Namen werden unterschlagen, so dass ein „Hesse“ solchen Anschlag ausführt.
  • Religiöse Motive ausgeschlossen.
  • Depression als Motiv angegeben.

Die Fakten sprechen aber eine andere Sprache. Wie katholisches.info angibt:

Der Sprecher des Islamischen Staates (IS), Abu al-Adnani, in einer Audiobotschaft Ende Mai über Twitter die Muslime in Europa aufgerufen, im Namen Allahs die „Ungläubigen“ zu töten:

„Schlagt ihnen mit einem Stein den Schädel ein, schlachtet sie mit einem Messer, überfahrt sie mit einem Auto, werft sie von einem erhöhten Ort hinunter, erstickt oder vergiftet sie.“

Da der Prophet viele eifrige Nachfolger hat, so wird dieser Ratschlag sicherlich noch mehr als einmal umgesetzt werden.

Warum lügt man denn so?

  • Um die politischen Entscheidungen die Grenzen zu öffnen, um Europa mit Islam zu übervölkern nicht zu hinterfragen.
  • Um keine zusätzliche Panik zu verbreiten.

Es gibt in Europa so gut wie keine freie Presse mehr und in Deutschland schon gar nicht. So sieht es nun mal aus. Man muss im Internet recherchieren, um sich ein plausibles Bild zu machen. Wir führen hier aber keine Nachrichtenagentur und befassen uns nicht näher damit.

Es bleibt an dieser Stelle festzuhalten, dass uns allen, mehr als je zuvor, ein „böser Tod“ droht, was theologisch einen „jähen und unerwarteten Tod“ bedeutet.  Sie brauchen sich wahrscheinlich nicht um Ihre Rente zu sorgen, liebe Leser, denn die Wahrscheinlichkeit, dass Sie diese nicht erleben werden ist größer als je zuvor. Während der linke Terrorismus der 1970-ger und 1980-ger nur gegen die „Repräsentanten des imperialistischen Kapitalismus“ gerichtet war, richtet sich der jetzige islamische Terrorismus gegen alle europäisch Aussehenden, die für Christen gehalten werden. Sehen Sie nichtarabisch aus, dann sind Sie dran und die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen die Polizei sagt, dass Sie irgendwie selbst schuld daran waren (wie nach der Silvesternacht in Köln), ist leider sehr groß. Privat haben zwar die Polizisten und besonders die Polizistinnen eine andere Meinung, aber öffentlich repräsentieren sie den Staat und der sagt, dass Sie schuld sind. Aber wir wollen uns hier nicht mit Politik der Mutti-Merkel befassen, sondern mit Theologie und der Lehre vom guten Tod.

Ist Tod nicht gleich Tod?

Wir alle werden sterben. Früher oder später, gesünder oder kränker, heiliger oder sündiger. So lautet das Dogma:

Alle erbsündigen Menschen sind dem Gesetz des Todes unterworfen. De fide (1512)

Zwar können aufgrund eines besonderen Gnadenprivilegs Gottes manche Menschen, die mit Erbsünde behaftet sind, vor dem Tod bewahrt werden, wie Elias und Henoch und die Gottesmutter, die jedoch ohne Erbsünde war, dies sind aber ganz große Ausnahmen.[2] Es herrscht unter den Theologen auch keine einheitliche Meinung, ob bei der Wiederkunft Christi nicht irgendein Übergang stattfinden wird, welcher dem Tod gleicht. Kurz und gut: rechnen Sie bitte nicht damit, dass Ihnen der Tod erspart bleibt. Es ist unrealistisch.

Ferner lehrt die Kirche:

Mit dem Eintritt des Todes hört die Zeit des Verdienstes und des Mißverdienstes und die Möglichkeit der Bekehrung auf. (Sententia certa) (DH 411)

Was ist Verdienst?

Das sind all die guten Werke, die Sie im Gnadenstand vollbracht haben.

Was ist Mißverdienst?

Das sind alle Sünden und Nachlässigkeiten, die Sie im Gnadenstand und außerhalb dessen vollbracht haben.

Im Augenblick des Todes entscheidet sich alles, worauf ein Crashkurs über die letzten Dinge folgt.

Die Hölle

Möglichkeit A: Sie sterben in Todsünde.

Dann haben Sie nur ein Minuskonto und gehen sogleich in die Hölle, wo Sie nach dem „Betrag“ dieses Minuskontos in der Ewigkeit entsprechend schwer dafür gemartert werden. Denn die Höllenstrafen fallen auch verschieden aus. Die Kurzlehre zur Hölle sieht wie folgt aus:

Die Seelen derer, die im Zustand der persönlichen schweren Sünde sterben, gehen in die Hölle ein. De fide (DH 76, 1002, vgl. 801, 854 ff., 1304 f, 1575, 1580)

Das ist die Wahrheit und da kann sich ihr progressiver Herr Pfarrer und Herr Bischof sosehr winden, wie er möchte, es stimmt leider so.

Die Höllenstrafe dauert in alle Ewigkeit. (De fide) (DH 801, vgl. 76, 1575, 1580, 411)

Das Strafmaß der einzelnen Verdammten ist verschieden je nach dem Grade ihrer Schuld. Sententia communis (DH 854, 1304 ff)

Wenn Sie also nur mit einer Todsünde sterben, sind Sie für alle Ewigkeit verloren und wir brauchen uns hier damit nicht länger zu befassen.

Das Fegefeuer

Möglichkeit B: Sie sterben im Gnadenstand

Im Moment des Todes werden ihre Verdienste gegen ihre Mißverdienste, d.h. alle lässliche Sünden und ihre Konsequenzen, d.h. mit zeitlichen Sündenstrafen, aufgewogen. Die Kirche lehrt:

Die Seelen der Gerechten, die im Augenblick des Todes noch mit lässlichen Sünden oder zeitlichen Sündenstrafen belastet sind, gehen in das Fegefeuer ein. (De fide) (DH 838, 1066, 854, 1304, 1487, 1820)

Dies bedeutet, dass, wenn Sie:

  • Im Gnadenstand sterben,
  • Aber noch wenigstens eine lässliche Sünde auf dem Gewissen haben,
  • Oder die zeitlichen Strafen für eine auch gebeichtete, lässliche Sünde auf dem Gewissen haben

Sie ins Fegefeuer kommen, wo Sie passiv durch Leiden gereinigt werden. Die Dauer und die Schwere des Fegefeuers hängt auch von der Schwere der lässlichen Sünden und ihrer zeitlichen Strafen ab. Manche bleiben kurz, manche bis zum Jüngsten Tag. Sie Suffragien der Kirche, d.h. die Fürbitten und andere Hilfen, tragen nur, falls Gott es zulässt, die zeitlichen Sündenstrafen Ihrer Seele ab, sie vergrößert aber nicht ihre Verdienste, für die Sie selbst während Ihres irdischen Lebens Sorge getragen haben oder auch nicht. Das Fegefeuer dient der Reinigung, nicht dem Verdiensterwerb. Dies bedeutet praktisch, dass, sollten Sie es überhaupt ins Fegefeuer geschafft haben, niemand Sie so „freibeten“ kann, dass Sie beispielsweise die Heiligkeit einer Theresia von Avila oder noch höher erwerben. Für Ihre Heiligkeit tragen Sie durch Ihre Verdienste selbst Sorge, denn dazu gibt es den freien Willen, bei der Läuterung hilft die Kirche als die Gemeinschaft der Heiligen mit.

Wenn diese Lehre sich für jemanden nicht allzu berauschend anhört, da man in den allermeisten Fällen die Wahl zwischen Hölle und Fegefeuer hat, dann sei an dieser Stelle gesagt, dass dies die Realität ist und das Fegefeuer doch besser als die Hölle ist. Mit der Lehre von der „leeren Hölle“ nach Hans Urs von Balthasar[3] befassen wir uns hier gar nicht, denn sie ist häretisch und wir hoffen, dass sich von Balthasar nicht persönlich davon überzeugt, dass sie doch nicht so leer ist. Natürlich ist die falsche Leere von der Nichtexistenz der Hölle der beste Weg dazu die Hölle gut zu bevölkern, was ja seit 1962 stattfindet, hauptsächlich mit Geistlichen, aber nicht nur mit ihnen.

Wie stirbt man im Gnadenstand?

Um also nicht in die Hölle zu kommen und ewig gemartert zu werden, müssen Sie im Gnadenstand sterben, also von jeder Todsünde frei.  Es hat sicherlich immer Menschen gegeben und gibt sie immer noch, der hl. Theresia von Lisieux hat es ein Beichtvater bestätigt, die niemals eine Todsünde begannen haben, weil sie sich sehr um Gott bemühen, ihn lieben und oft beichten, sodass sie wissen, ob sie schwer sündigen oder nicht. Aber anno 2016, nach Amoris Laetitia stellen diese Menschen, besonders in den deutschsprachigen Ländern die große Ausnahme dar. Man kann davon ausgehen, dass die meisten in Todsünde leben und Papst Franziskus verleitet mit AL dazu, dass es noch mehr werden. Todsünde bringt aber den Tod und zwar den ewigen Tod, im Sinne einer ewigen Qual. Manchmal passiert es aber, dass jemand eine Todsünde begeht und sich nicht aufraffen kann diese zu beichten, noch weiter Todsünden hinzufügt und dann das Vorhaben überhaupt aufgibt, da ihm der Teufel eine falsche Scham schenkt. Dann kommt aber unser islamischer Attentäter schlachtet den Todsünder ab und dieser kommt, mit der interreligiösen Hilfe des Islams, sofort in die Hölle. Viele Menschen verschieben ihre Beichte, Buße und Reue in das Alter, in die Zeit, wo sie wirklich einen frommen und heiligen Priester treffen werden etc. Schminken Sie sich das ab! Sie werden ihn nicht treffen. Sie müssen vorlieb nehmen damit, was Sie, Gott sei’s geklagt, in Ihrer Diözese haben. Sie können heutzutage wirklich nicht sicher sein nicht plötzlich sterben zu können, was keine Panikmache, sondern unsere sozial-politische Situation ist. Sprich mehr islamische „Flüchtlinge“ bedeutet eine größere Wahrscheinlichkeit des islamischen Terrors. Wo es keinen Islam gibt, da gibt es keine Islamisten, Frau Dr. Merkel!

„Na, gut“ – sagen Sie. Man soll eine Todsünde möglichst schnell beichten, auch bei einem unwürdigen Priester, wenn es keine anderen gibt (jetzt haben auch die Piusbrüder die Beichtjurisdiktion von Franziskus‘ Gnaden, aber sie ist gültig), aber manchmal sündigt man schwer, schafft es nicht gleich zu beichten, man ist nicht sicher, ob man im Augenblick in dem man in die Luft fliegt oder einem der Schädel mit der Axt, wie neulich in Würzburg, eingeschlagen wird Zeit hat an Gott, die Sünden zu denken und eine Liebesreue zu erwecken. Also schlechte Karten oder? Nicht ganz. Es gibt da eine Lösung.

Die neun Herz Jesu Freitage und ihre Versprechen

Jesus Christus unser Heiland gab der hl. Margarete Alacoque (1647-1690) das folgende Versprechen:

Die große Verheißung:

Im Übermaß der Barmherzigkeit meines Herzens verspreche ich dir, dass meine allmächtige Liebe allen, die an den ersten Freitagen (erster Freitag im Monat ist der Herz-Jesu-Freitag) neun Monate nacheinander würdig (im Stande der heiligmachenden Gnade) die hl. Kommunion empfangen, die Gnade eines bußfertigen Endes gewährt wird, so dass sie nicht ohne Empfang der heiligen Sakramente sterben werden; mein Herz wird in dieser letzten Stunde ihre sichere Zuflucht sein. [4]

Und was heißt das konkret?

Es bedeutet, dass Sie nicht sterben werden, ohne die Beichte, die letzte Ölung oder die Sterbenskommunion empfangen zu haben. Dies bedeutet nicht unbedingt alle Sakramente auf einmal an einem Tag, aber dass Sie wenigstens nicht in Todessünde sterben werden. Denn sowohl die Beichte auch die Letzte Ölung tilgen die Sünden, sollten Sie nicht mehr bei Bewusstsein oder nicht sprechen können sein, um zu beichten, denn unbewusst sein (d.h. im Koma) bedeutet nicht, dass man nichts wahrnimmt, was ihnen in jedem Krankenhaus bestätigt werden wird. Also wenn Sie wenigstens einmal im Leben die 9 Herz-Jesu-Freitage praktiziert haben, dann kommen Sie wenigstens ins Fegefeuer. Wenn das nichts ist?

Funktioniert es wirklich?

Ja, es funktioniert. Es gibt unzählige Zeugnisse darüber. Der Schreiber dieser Zeilen glaubte auch nicht so recht daran, doch er erlebte selbst, dass eine ihm nahe stehende Person, welche .. nun..ja.. nicht immer im Gnadenstand lebte, die jedoch in ihrer Kindheit die 9 Freitage praktiziert hatte, auf ihrem Totenbett die letzte Ölung bekam, obwohl sie unerwartet einen Herzinfarkt, wahrscheinlich mit Gehirnschlag verbunden, erlitt, allein wohnte und durch eine Aufeinanderreihung äußerst glücklicher Umstände und Zufälle oder eher Wunder doch aufgefunden, ins Krankenhaus gebracht und dort so lange am Leben erhalten wurde, bis sie das eine Sterbesakrament bei Bewusstsein empfing und glücklich und entspannt aus dem Leben schied. Gott ist wirklich treu und macht uns nichts vor.

Der Schreiber dieser Zeilen hatte in seiner Kindheit auch wenigstens einmal, wenn nicht zweimal die 9 Herz-Jesu-Freitage praktiziert, da er sich dessen nicht ganz bewusst war, praktizierte er diese vor ein paar Jahren noch einmal, da er immer wieder bestimmte Sportarten betreibt, wo ein jäher und unerwarteter Tod nicht ausgeschlossen ist und sein jetziger Brotberuf einen solchen Tod auch nicht ganz ausschließt. Deswegen ist er auf dem Laufenden und kann mit einem Rat dienen.

Wie gestalte ich die 9 Herz-Jesu-Freitage?

In dieser religiösen Praxis geht es darum, an einem ersten Freitag die hl. Kommunion im Gnadenstand zu empfangen. Praktisch geht man wie folgt vor:

  1. Man geht an einem ersten Freitag eines Monats zur Beichte.
  2. Man geht anschließend zur Kommunion.
  3. Dies wiederholt man bei den aufeinanderfolgenden 9 ersten Freitagen.
  4. Fertig.

Wenn man jedoch einen einzigen Freitag verpasst, muss man den ganzen Zyklus von vorne starten. Muss man denn vorher beichten, wenn man im Gnadenstand ist? Nein, aber besser ist, um auf diese Art und Weise ganz rein zu sein, auch von den lässlichen Sünden und die Gewohnheit einer Beichte wenigstens einmal im Monat zu erlernen.

Wenn man sehr lange nicht gebeichtet hat?

Sollten Sie seit ihrer Erstkommunion oder Hochzeit nicht gebeichtet haben, dann empfiehlt es sich mit einer Generalbeichte anzufangen, mit der man einen größeren Zeitraum abdeckt.  Unter einer Generalbeichte versteht man eine Beichte für einen längeren Zeitraum auch für Sünden, die bereits gebeichtet wurden. Wenn Sie aber mehrere Jahre oder Jahrzehnte überhaupt nicht gebeichtet haben, dann ist es eine Generalbeichte.

Suchen Sie sich einen guten, fordernden Beichtspiegel, wie diesen hier,[5] und nicht dieses Wischi-Waschi-Zeug aus dem letzten Gotteslob, wo jeder sündenfrei erscheint, suchen Sie sich einen Priester, der etwas frommer ist als der Rest, bereiten Sie sich schriftlich vor, indem Sie in Ruhe alles vorbereiten, geben Sie wenigstens die Anzahl und Umstände aller schweren Sünden an, sagen Sie vor der Beichte, dass es sich um eine Generalbeichte handelt und dann beichten Sie.

Es empfiehlt sich erst nach einer Generalbeichte mit den 9 Freitagen anzufangen, denn praktisch gesehen kann die Generalbeichte lange dauern, der Priester wird vielleicht noch am Herzjesufreitag zelebrieren müssen und Sie hetzen möglichst schnell ihre Beichte abzulegen etc. Das sind keine guten Umstände Ihr geistliches Leben in den Griff zu bekommen, deswegen zuerst die Generalbeichte und z.B im nächsten Monat die erste Herz-Jesu-Beichte. Sie müssen dafür sorgen es richtig zu organisieren, denn von unseren Priestern dürfen Sie nicht allzu viel erwarten.

Wenn Sie die 9 Herz-Jesu-Freitage absolviert haben, dann brauchen Sie sich vor dem Tod oder dem Terrorismus nicht zu fürchten, denn Sie werden eines guten Todes sterben. Natürlich ist es besser diese Freitage aus der Liebe zum liebenden Herz Jesu zu absolvieren, aber Gott ist sehr gütig, sieht den Willen und auch die Angst vor der Verdammung ist eine bessere Motivation, um aus der Todsünde herauszukommen als keine. Das Herz Jesu wird Sie schon leiten und mehr Vorsorge als für den eigenen guten Tod zu sorgen kann man wirklich nicht treffen. Amen.

PS

Sollte uns jetzt der Staatsschutz oder ein Mitglied des Grünen-Ausschusses lesen, so wollen wir festhalten, dass dieser Beitrag nicht anti-islamisch ist. Islam ist eine falsche Religion, welche immer und von ihren Anfängen an mit Gewalt gegen die „Ungläubigen“ war. Es ist eine alte, christliche Tradition das Märtyrium unter den „Mauren“ zu suchen, wo es einem sicher ist. Dank Kanzlerin Merkel kommen die Mauren aber zu uns, um uns auf unserem Boden abzuschlachten. Viele Christen werden dadurch das Christentum entdecken, wenn sie sehen, wie es geschändet wird. Viele Katholiken werden die Lehre ihrer Kirche und die Beichte entdecken, weil sie aus Angst vor einem Tod im Terroranschlag zur Beichte gehen werden, was sie sonst nicht getan hätten. Wir hoffen, dass dieser Beitrag, dem wir dem Islam verdanken, wenigstens ein paar Leser zur sakramentalen und sicheren Vergebung ihrer Sünden führen wird. Ohne Islam wäre es nicht möglich. So wird der Islam viele Katholiken, wenn diese noch leben werden, zurück in ihre Kirche führen werden. Deswegen ist dieser Beitrag nicht anti-islamisch. Islam ist die wohlverdiente Geißel Gottes für das ungläubige Europa und vor allem für die ungläubig gewordene Katholische Kirche.

[1] http://www.katholisches.info/2016/07/19/die-vielen-gesichter-islamischer-gewalt-wuerzburg-tihna-al-jabal-nizza-und-venedig/

[2] Nach Ott, Grundriss der Dogmatik, Bonn 201011, 641.

[3] http://www.kath.net/news/45590 http://www.kath.net/news/45590

[4] Text nach: http://www.herz-jesu-freitag.de/

[5] https://gloria.tv/article/2V4Nr7Nb8nXe5e21yeqdCr8B8/language/bnehHFGU7xSX4dj1jbvcEDxRy

Allerheiligen und Allerseelen als Lebensstil

purgatorio7

Der Schreiber dieser Zeilen ist ein „Allerheiligen- und Allerseelen-Typ“. Ja, er liebt diese beiden Feste innig und freut sich immer darauf, wie sich andere auf Weihnachten und Ostern freuen. Meistens herrscht ein gutes Hochwetter, es ist frostig und klar und die Natur macht es uns einfach. In seiner Heimat ist Allerheiligen und Allerseelen ein überaus wichtiges Fest, welches im allgemeinen Empfinden gleich nach Weihnachten und Ostern kommt und das wirklich von allen, auch von Atheisten, begannen wird. Man putzt vor dem 1 November die Gräber der verstorbenen Familienangehörigen und „geht“ abends am 1 November, wie man sagt, „auf die Gräber“. Als ihn eine belgische und atheistische Bekannte, Ende 20, besuchte, verbrachten sie zusammen einen „typisch polnischen Tag“, wie er ihr unterjubelte, mit Kirchenbesuch, einer deftig-polnischen Mahlzeit und den Gräberbesuch am Abend. Sie sollten irgendwann einmal, wenn Sie in Polen sind, am 1 November abends einen Friedhof besuchen. Sie werden fröhliche Menschenmengen finden, Familien, einzelne Menschen, hellerleuchtete Gräber. Die Stadt entleert sich, in der Friedhofsgegend gibt es Staus, es werden zusätzliche städtische Kommunikationsmittel eingesetzt, um den Ansturm zu bewältigen, die meisten Restaurants und Gaststätten schließen, denn alle, ja wirklich alle, „sind auf den Gräbern“. Die Atmosphäre ist sehr fröhlich, lichtvoll und irgendwie silvesterartig, wenn man nach einem passenden, weltlichen Vergleich sucht. Die berühmten Schauspieler und Promis sammeln in Warschau beim Eingang eines Warschauer Hauptfriedhofs für die Gräber verstorbener Kollegen, ja, das hat Tradition. Es ist eine große Ehre dafür ausgewählt zu werden. Gläubig oder ungläubig: Gräber sind Gräber. Je größer die Stadt, je größer der Friedhof, desto mehr „Stimmung“ und zwar ganz buchstäblich. Wir brauchen keine Weltjugendtage, wir haben unsere katholischen Feste. Die belgische Bekannte war von dem Allem dermaßen hin und weg, dass sie sich gleich zwei Grablaternen kaufte, welche sie bei der Urne ihres Vaters, welche leider zuhause auf dem Kaminsimms stand, anzünden wollte. Ja, immerhin ein Anfang.

Der Schreiber dieser Zeilen neckte sie:

„Dein Vater fliegt jetzt über uns und ist traurig, weil Du nicht für ihn betest“.

„Mein Vater kann nicht fliegen“, antwortete sie, „er ist tot“.

„Aber seine Seele lebt“,

antwortet der Schreiber dieser Zeilen, was in ein längeres Gespräch mündete.

Sie wurde wohl nicht von der theologischen Argumentation überzeugt, aber von der „Friedhofsstimmung“ und meinte wehmütig, dass es so schön sei, und dass es das alles auch mal in Belgien gab, damals in den 1950-gern, wie sie von ihrer Großmutter erfuhr. Ja, woanders hat es das auf der Welt bis so circa 1965 auch gegeben.

Während aber sogar der polnische, nachkonziliare Katholizismus bei den Festen von Allerheiligen und Allerseelen der Toten gedenkt, gedenkt die Kirche in ihrer Liturgie der Gemeinschaft der Heiligen, die ja leben, und der Ewigkeit. Weil aber der Nachkonziliarismus die Letzten Dinge praktisch ins Diesseits verlegte, denn man weiß nicht, „was später kommt“, obwohl „wir alle in den Himmel kommen“, wie ein Karnevalslied sagt, so wurde die Gemeinschaft der Heiligen, welche die eschatologischen Zustände des Himmels und des Fegefeuers umfasst, auch ins Diesseits verlegt. Ja, Sie wissen Bescheid, das Miteinander, die Dritte Welt, die Flüchtlinge, die alleinerziehenden Mütter, die Prostituierten mit dem goldenen Herzen, alle Menschen des guten Willens und die Wale und all das, was wir in der Kirche am 1 und 2 November zu hören bekommen werden. Es ist aber falsch.

Da der Katholik sich zu sündig und schwach fühlt, um vor Gottes Thron zu treten und vor Gottes Majestät zu bestehen (Sie werden es ja alle in Ihrer Todesstunde erfahren), daher bittet er all die, die schon vor Gott ihre Lebensprüfung bestanden haben um Fürbitte. Denn sie sind schon bei Gott und sie kennen auch das irdische Leben. Dies ist zusammengefasst der Grundsatz der katholischen Heiligenverehrung. Unsere Natur, die Welt, die Erbsünde, der Teufel ziehen uns nach unten, deswegen möge die Fürsprache des Heiligen uns nach oben ziehen. Wir sind niemals allein, denn die Engel, die guten und die gefallenen, die Armen Seelen und die Heiligen im Himmel sind immer um uns. Wenn wir also sündigen, dann lädieren wir die ganze Kirche. Deswegen lautet das traditionelle Schuldbekenntnis:

Ich bekenne Gott dem Allmächtigen, der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria, dem Hl. Erzengel Michael, dem Hl. Johannes dem Täufer, den hl. Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen und euch, Brüdern, dass ich viel gesündigt habe in Gedanken, Worten und Werken: Durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine übergroße Schuld.

Darum  bitte ich die selige, allzeit reine Jungfrau Maria, den hl. Erzengel Michael, den hl. Johannes den Täufer, die hl. Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen und euch, Brüder, für mich zu beten bei Gott, unserm Herrn.

Das Confiteor wird im Tridentinischen Brevier sowohl in der Prim als auch in der Komplet gebetet, da die Prim die erste Tagesmitte bildet (wenn Sie um 3 Uhr aufstehen, dann ist 7 Uhr schon fortgeschrittene Zeit) und die Komplet den Tagesausgang.  Wenn wir also das Confiteor in der Messe oder auch sonst beten, so sollen wir uns vorstellen, wie wir vor:

  • die hl. Muttergottes,
  • Erzengel Michael
  • Johannes den Täufer,
  • Apostel Petrus und Paulus
  • und alle Heiligen treten

und ihnen unsere Schuld und Verfehlung aufsagen. Es ist etwas, was man in manchen Klöstern die Venia nannte oder noch nennt und die Vergebung der lässlichen Sünden, peccata venialia, meint. Wo die Mönche oder Nonnen abends sich auf den Boden mit Gesicht nach unten legen und der ganzen Gemeinschaft ihre äußeren Verfehlungen bekennen, wie sie gegen die Regel verstoßen haben. Der Abt oder der Obere sprach dafür die Strafe und die Absolution aus. Bei den Dominikanern hatte es das bis zum Konzil gegeben, vielleicht gibt es das hier und da noch. Die Venia hatten nicht nur einen erzieherischen Wert, sondern auch einen geistlichen. Denn all der ausgestoßene „Sündendreck“ oder die Dunkelheit bleibt ja, wie eine kleine Smogwolke, über der Gemeinschaft und dem Kloster hängen und was öffentlich aufgesagt wird demütigt mehr und wirkt antidämonisch. Aber genauso bleiben unsere Sünden, auch die lässlichen über der Kirche hängen und verdunkeln das göttliche Licht. Wir versündigen und an der ganzen Kirche: an der irdischen, der kämpfenden Kirche, an der Kirche im Fegefeuer, der leidenden Kirche und an himmlischen Kirche, der triumphierenden Kirche. Und so ist es, liebe Leserinnen und Leser, zuerst kommt der Kampf in diesem Leben, dann das Leiden im Fegefeuer und dann der Triumph im Himmel. Je mehr Leiden und Kampf in diesem Leben, desto kürzer das Leiden im Fegefeuer oder gar die Aussetzung desselben, was sehr selten ist.

Der Schreiber dieser Zeilen hört am 1 und 2 November ein gutes Requiem aus seiner CD-Sammlung, ißt etwas Gutes, denn es ist ja ein Fest und überlegt, wie es ihm wohl in der Todesstunde und im Fegefeuer ergehen wird, denn er hofft, es ins Fegefeuer zu schaffen. Gott ist sehr gerecht und auch sehr fordernd und von Nichts kommt Nichts. Er besucht auch die Gräber und betet für seine verstorbenen Angehörigen. Er glaubt aber nicht, dass jemand für ihn, wenn er stirbt, beten wird, denn er hat keine Nachkommen und zu seiner Todesstunde wird der Glaube dermaßen am Boden zerstört sein, dass es wohl kaum noch Katholiken geben wird, welche wissen werden, dass man für die Seelen der Verstorbenen beten soll. Deswegen sorgt er vor und gewinnt Ablässe zu Lebzeiten, denn selbst ist der Mann. Über das Gewinnen von Ablässen haben wir schon mehrmals geschrieben und wir legen allen unseren Lesern nahe, für eigene Ablässe zu Lebzeiten zu sorgen. Darüber wie man konkret Ablässe für Verstorbene im Monat November gewinnen kann, werden wir noch schreiben.

Freuen Sie sich also auf das Fest der Allerheiligen und Allerseelen, denn es sind wahrlich katholische Feste.