Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (15 von 21)

6_Bartolomeo_Guidobono_-_Madonna_col_Bambino,_san_Nicola_da_Tolentino_e_le_anime_del_Purgatorio_20120525122223.

 


DSDZ [der Schreiber dieser Zeilen] war heute beim Workshop eines Versicherungsmaklers mit 20 Jahren Berufserfahrung, der überzeugt darlegte, dass 90% aller Versicherungen unsinnig seien, gezielt zum Schaden des Versicherungsnehmers mit arglistiger Täuschung abgeschlossen werden, weil man darauf spekuliert, dass der Versicherungsfall nicht eintreten wird und falls doch die Versicherung dann nicht zu zahlen braucht, da er Vertrag entsprechend aufgesetzt wurde und der Kunde ihn meist ungelesen unterschrieben hat. DSDZ fühlte sich nach diesen Ausführungen in seiner Überzeugung bestätigt, dass die allgemeine und spezielle Vorsehung sich um uns kümmert, wenn wir uns um die Angelegenheiten Gottes kümmern und diese ganze deutsche „Versicherungerei“ Unsinn sei. Es tut gut seine theologischen Überzeugungen vom Fachmann bestätigt zu sehen. Manche Versicherungen sind leider notwendig, dann muss man sich die Verträge ganz genau lesen und zwar unter der Prämisse: Omnis homo mendax (Ps 115) – „Jeder Mensch ist ein Lügner“, wobei der Psalmist sicherlich die Versicherungsvertreter im Auge hatte, da nur 20% aller Versicherungsverträge wirklich ordnungsgemäß abgeschlossen wird, so der heutige Fachreferent.

Was hat das mit dem Fegefeuer zu tun?

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (12 von 21)

6_Bartolomeo_Guidobono_-_Madonna_col_Bambino,_san_Nicola_da_Tolentino_e_le_anime_del_Purgatorio_20120525122223.

Worum geht es hier? Dass man selbst von sich selbst freiwerden muss. 

[…] wenn eine Tätigkeit vollkommen sein soll, muß sie gewirkt werden in uns ohne uns,“

Und wann gelingt es? Durch die Reinigung Gottes, spätestens im Fegefeuer. Und daher ist die sog. „subjekttheoretische Wende“ in der Theologie, die wir dem deutschen Idealismus und Rahner verdanken solch ein Unsinn. Weil der Mensch permanent um sich selbst kreist (Wie geht es mir denn heute?) und so niemals von sich selbst frei werden kann. Er denkt noch dies sei religiös und Gott gewollt. Nochmals zum Mitschreiben: in der Religion geht es um Gott, im Novus Ordo geht es um den Menschen. Der Teufel ist ein guter Verführer. Er schmeichelt zuerst dem Menschen sehr, um ihn dann später zu verderben. Seien wir klüger, werden wir frei von uns selbst.

XII. Kapitel

Wisse, daß das, was der Mensch in sich für Vollkommenheit hält, vor Gott ein Mangel (Defekt) ist. Mit all dem, was der Mensch unter dem Schein der Vollkommenheit tut, wie immer er es sieht, hört, versteht, will oder im Gedächtnis hat, in all dem befleckt er sich. Denn wenn eine Tätigkeit vollkommen sein soll, muß sie gewirkt werden in uns ohne uns, was den innersten Beweggrund betrifft; und die Tätigkeit Gottes muß in Gott ohne den Menschen sein.

Das ist jene Tätigkeit, die Gott in jenem letzten Stadium der Einwirkung auf die Seele durch die reine, lautere Liebe aus sich allein wirkt. Diese Einwirkung Gottes auf die Seele ist so durchdringend und glühend, daß der Leib, der die Seele umschließt,

zu vergehen scheint; es ist, wie wenn die Seele in einem gewaltigen Feuer stünde und bis zum Tod nie mehr Ruhe bekäme. Die Liebe Gottes, die in die Seele über-strömt, gibt ihr aber (nach dem, wie ich es sehe) eine solche Zufriedenheit ein, wie man dies gar nicht schildern kann. Diese Zufriedenheit aber nimmt den Seelen, die im Fegfeuer sind, nicht einen Funken der schmerzlichen Pein. Gerade dadurch, daß die Liebe in ihnen noch behindert ist, entsteht ja in ihnen die schmerzliche Pein. Und diese Pein ist um so schmerzlicher, je vollkommener die Liebe ist, zu der Gott die Seele fähig macht. So haben die Seelen in der Läuterung des Fegfeuers zugleich allergrößte Zufriedenheit (und Freude) und allergrößte Pein, und das eine hebt das andere nicht auf.

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (11 von 21)

Xl. Kapitel

Die Seele ist mit der Bestimmung zu all jener Vollkommenheit erschaffen worden, deren sie fähig war. Sie hätte dahin kommen müssen durch eine Lebensführung, wie sie ihr aufgetragen war, ohne sich mit Sünde zu beflecken. Aber als sie sich dann mit der Erbsünde befleckt hatte und auch noch durch persönliche Tatsünden, da verlor die Seele ihre (außernatürlichen und übernatürlichen) Gnadengaben und war nun tot und konnte jetzt nur noch durch Gott wieder zum Leben erweckt werden.

Als die Seele dann mittels der Taufe wieder zum Leben erweckt worden war, blieb in ihr die Neigung zum Bösen zurück, die zur persönlichen Tatsünde geneigt macht und zu ihr hinführt, wenn nicht Widerstand geleistet wird. Durch die persönliche Tatsünde aber verfällt die Seele auf’s neue dem Tod.

Dann aber erweckt Gott sie noch einmal zum Leben durch eine ganz besondere weitere Gnade. Die Seele bliebe nämlich jetzt so besudelt und in sich gekehrt, daß nun, um sie zu ihrem ersten Zustand zu-rückzubringen, all jene göttlichen Tätigkeiten notwendig sind, ohne die die Seele nie mehr zu jenem ersten Zustand zurückkehren könnte, in welchem Gott sie geschaffen hat.

Wenn sich nun die Seele auf dem Weg befindet, zu jenem ersten Zustand zurückzukehren, so ist der glühende Drang, sich in Gott zu verwandeln, in ihr so groß, daß das ihre Läuterung bewirkt. Nicht als ob die Seele die Läuterung als Läuterung ins Auge fassen könnte, aber jener Drang in ihr, der ungemein glühend und doch zugleich behindert ist, bildet eben ihre Läuterung.

Dieser letzte Akt der Liebe ist es, der dieses Werk ohne die Mitwirkung des Menschen vollbringt. Denn der Mensch fände in der Seele so viele verborgene Unvollkommenheiten vor, daß er, wenn er sie se-hen könnte, in Verzweiflung geriete. Dieser letzte Akt der Liebe aber verzehrt alle Unvollkommenheiten. Und erst dann, wenn sie verzehrt sind, zeigt sie Gott der Seele, damit sie das göttliche Wirken erkenne, das in ihr jenes göttliche Feuer entzündet, durch das all jene Unvollkommenheiten verzehrt werden, die noch zu verzehren sind.

 

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (6 von 21)

Was beschreibt die hl. Katharina hier? Die Sehnsucht, die absolute, alles verzehrende Sehnsucht, welche das Absolute und Unverfügbare sieht und es nicht habe kann. Wir alle waren doch schon in dieser Situation, dass wir uns nach etwas oder nach jemand verzehrt haben. Alles hing davon ab und es war unverfügbar. Sie standen mehrere Stunden in einer Schlage an und man hat ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen. Sie kommen nicht rein. Und dort drin findet es statt, alle sind da, die Anderen haben es, Sie jedoch nicht. Dieser Erlebnisse extrapoliert und zu n-ten Potenz gesteigert, geben die Sehnsucht im Fegefeuer wieder, welcher so starkt ist, dass sie weh tut.  Die Seelen wissen um den anwesenden, aber in der beseeligenden Anschauung unverfügbaren Gott, sie wissen um ihre Unwürdigkeit und sie verzehren sich nach Ihm. Aber Sie haben jetzt Einfluß auf Ihr Fegefeuer. Jetzt hindert Sie nichts Gott mehr Zeit und Aufmerksamkeit zu opfern, denn nach dem Tod gibt es nur Gott und zwar für die Ewigkeit und dann werden Sie sehen, wie unsinnig Sie ihr Leben verbracht haben, indem Sie sich um unnütze Dinge kümmerten, welche Sie nur verunreinigt haben. Weiterlesen

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (5 von 21)

Was ist das Ziel des geistlichen Leben, was den Willen anbelangt? Eine Gleichförmigkeit des eigenen Willen mit dem Willen Gottes zu erreichen. Denn falls Sie es nicht zu Lebzeiten schaffen, haben Sie dafür das Fegefeuer, wo es um Wesentliches schmerzhafter sein wird. Sie sitzen dann in einem Feuerofen, bildlich gesprochen, und ihr „Rost“ wird gereinigt, ohne eine Möglicheit der Ablenkung, wie in diesem Leben. Gott bringt dort die Seelen auf seine „Betriebstemperatur“ oder genauer gesprochen, auf die Betreibstemperatur, die Gott für eine jede Seele vorausgesehen  und vorausbestimmt hat. Es ist diese Gleichförmigkeit, welche die Seele, wie einen Taucher, nach oben zieht. In diesem Leben auch und so kann man sich ein hartes Fegefeuer ersparen. Weiterlesen

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (4 von 21)

„Wie das Leben, so auch der Tod, wie der Tod, so auch die Ewigkeit“, sagt man. Warum? Weil der freie Wille im Moment des Todes „eingefroren“ wird und man ihn nicht mehr ändern kann. Man nimmt das mit, wie man zu Erdenzeiten gelebt hat. Deswegen ist die Möglicheit der Bekehrung auf dem Todesbett so trügerisch und unrealistisch. Mit jeder Entscheidung Ihres Lebens, mit jeder Sekunde kommen Sie entweder der ewigen Verdammnis oder dem Himmel, über das Fegefeuer, näher. Und in der Ewigkeit tragen Sie die ewigen Konsequenzen des Zeitlichen und werden denken, wie dumm Sie doch gewesen sind, sich um diesen Tand so zu kümmern. Und deswegen landen so viele Seelen durch dieses nachkonziliare Gerede in der Hölle, welches da lautet:

  • Schwamm drüber!
  • Gott wird doch nicht so sein!
  • Unbesiegbare Ignoranz!
  • Barmherzigkeit!
  • Die Hölle ist leer!
  • Wir werden schon alle, alle in den Himmel kommen!

Weiterlesen

Hl. Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (3 von 21)

Was herrscht im Übernatürlichen? Das Sparsamkeitsprinzip, wobei die größte Effizienz mit den kleinstmöglichen Mitteln erreicht wird. Und was bedeutet das?

„Wer hat, dem wird gegeben, wer nicht hat, dem wird genommen“ (Mt 13, 12)

Die bedeutet, dass Gott denen, die sich mühen zu Ihm zu kommen maximal entgegenkommt, denen aber, die sich von ihm wegbegeben minimal entgegenkommt. Dies erlebt der Schreiber dieser Zeilen an sich selbst, wie viele Gnadenhilfen, ja, auch Leiden, er in den letzten Jahren bekommt und das beobachtet er auch an deren frommen Seelen, wie sehr sich doch Gott um diese kümmert, womit natürlich ihr Seelenheit gemeint ist. Hl. Katharina von Genua sagt ja selbst:

Je mehr aber in der Seele dieser Drang abnimmt, desto schlechter wird die Seele, weil Gott sich ihr entsprechend weniger mitteilen kann.

Weiterlesen

Hl. Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (2 von 21)

Womit soll man das Fegefeuer vergleichen? Mit einem Eintauchen in ein Säuerebad, mit einem Schmorren auf der Pfanne, mit dem Sich-Aussetzen einer starken Bestrahlung. Es reinigt, ist schmerzhaft, doch wie hl. Katharina von Genua schreibt, es birgt auch eine große Zufriedenheit den Willen Gottes auf diese Art und Weise zu erfüllen.

II. Kapitel

Ich glaube nicht, daß es eine Zufriedenheit gibt, die mit jener einer Seele im Fegfeuer verglichen werden kann, außer jener Zufriedenheit, die die Heiligen im Paradies haben. Und jeden Tag wächst diese Zufriedenheit in diesen Seelen durch Gottes entsprechende Einwirkung; diese Zufriedenheit wächst, weil jeden Tag das Hindernis für die entsprechende göttliche Einwirkung abnimmt. Der Rost der Sünde ist dieses Hindernis; das Feuer verzehrt den Rost; so tut sich die Seele immer mehr für die entsprechende Einwirkung Gottes auf. Und wie ein zugedeckter Gegenstand, der in der Sonne liegt, nicht der Bestrahlung durch die Sonne ausgesetzt ist, was nicht Schuld der Sonne ist, die ja immerfort strahlt, sondern Schuld der Decke, mit der jener Gegenstand zugedeckt ist; je weniger jene Sache mit der Decke bedeckt ist, desto mehr ist sie der Sonne ausgesetzt, desto stärker wird die Bestrahlung; so ähnlich ist es mit dem Rost der Sünde. Er ist gleichsam die Decke, mit der die Seelen im Fegfeuer zugedeckt sind. Er wird durch das Feuer verzehrt. Und je mehr er verzehrt wird, desto mehr kann die Seele der Bestrahlung durch die wahre Sonne, die Gott ist, entsprechen. Umso mehr wächst aber auch die Zufriedenheit (in der Seele im Fegfeuer), je mehr der Rost (der Sünde) abnimmt und sie aufgedeckt wird für die entsprechende Einwirkung (Gottes); das eine also wächst, das andere nimmt ab, bis es beendet ist. Es fehlt jedoch nicht der Schmerz, es fehlt die Zeit für das Verbleiben in diesem Schmerz. Was den Willen betrifft, so können sie (die Seelen im Fegfeuer) nie sagen, daß jene Schmerzen sind, so sehr sind sie zufrieden mit der Anordnung Gottes, mit der ihr Wille in reiner Liebe vereint ist. Anderseits haben sie im Gegensatz zu dieser Zufriedenheit des so (mit der Anordnung Gottes) geeinten Willens doch einen so heftigen Schmerz, daß keine Zunge ihn schildern und kein Verstand auch den kleinsten Funken davon begreifen könnte; diesen Funken hat Gott mir gnadenhaft gezeigt, aber ich kann ihn nicht mit meiner Zunge schildern. Und diese Schau, die der Herr mir gewährte, ist niemals mehr aus meinem Geist geschwunden. Ich werde davon das sagen, was ich sagen kann; und verstehen wird es der, den es der Herr verstehen läßt.

Hl. Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (1 von 21)

Ja, meine Damen und Herren, was ist das Fegefeuer? Die reine Objektivität. Sie sehen die objektive Wahrheit und es gelten keine Entschuldigungen der Art:

Ich habe meine Hausaufgaben gemacht, aber mein Heft vergessen!

Und deswegen ist diese ganze vom deutschen Idealismus und Subjektivismus inspirierte Theologie sie diabolisch, welche uns sagt:

Dein Bewußtsein zählt, nicht die Objektivität, die es nicht gibt!

Es ist genau umgekehrt. In der Todesstunde werden wir mit der Objektivität Gottes konfrontiert werden und im Fegefeuer können wir nur auf Ihn schauen, nicht einmal auf uns selbst. Diese Anschauung ist demnach im Fegefeuer eine leidende, nicht beseligende, weil die Seele noch nicht rein ist. Deswegen ist es so verhängnisvoll auf die unbesiegbare Ignoranz zu spekulieren, indem man sich sagt:

Wenn ich unwissend über dies und das bleibe, dann kann mich Gott nicht richten, denn ich habe es nicht besser gewußt!

Weiterlesen

Heilige Katharina von Genua (1447-1510) – die nüchterne Mystikerin des Fegefeuers

katarzyna-z-genui-bialo-czarne

Da der Teufel der Geist der Unordnung ist, so stört er auch die Chronologie, indem er uns an die weltlichen Sorgen binden möchte. Da der Schreiber dieser Zeilen nachweislich sehr große weltliche Nöte hatte und immer noch hat, welche dank der Spenden der Leser ein wenig abgemildert werden, so ist er wirklich nicht dazu gekommen eine Einführung zum Traktat über das Fegefeuer von hl. Katharina von Genua zu schreiben. Wir holen dies hiermit nach, da innerhalb der nächsten spirituellen Mittwoche, im November ausschließlich, in den folgenden Monaten abwechselnd, der Traktat über das Fegefeuer veröffentlicht wird.

Warum ist das Fegefeuer wichtig?

Weil wir fast alle, die wir im Gnadenstand sterben, dort landen werden, um vor der visio beatifica gereinigt zu werden. Machen Sie sich nichts vor: niemand der unrein ist, von den Sündenkonsequenzen verunstaltet oder mit irgendeiner Anhänglichkeit auch an die lässliche Sünde kann den über alles heiligen Gott schauen. Sie würden es nicht ertragen. Es ist so als würden Sie sich dem Sonnenkern mit einer Temperatur 15 Millionen Grad Celsius nähern. Sie würden es natürlich nicht überleben und deswegen wird Sie das Fegefeuer, sozusagen auf die „Betriebstemperatur Gottes“ bringen. Sicherlich gibt es im Himmel auch Hierarchien und Ränge und nicht jeder braucht gleich 15 Millionen Grad zu ertragen, aber die „Betriebstemperatur“ hängt davon ab, welchen Rang Ihnen Gott von der Ewigkeit an zugedacht hat und wie viel Sie dafür während Ihrer Erdenzeit getan haben. Da wir fast alle viel zu wenig für unsere ewige Glückseligkeit tun, da wir immer Besseres zu tun haben (Prozesse, Anwaltskosten, Arbeitssuche, dies und das), so werden wir fast alle das Fegefeuer brauchen. Deswegen ist es gut sich vorher damit bekannt zu machen, damit man sein Erdenleben noch entsprechend ändern und ausrichten kann.

Gibt es denn Menschen, die direkt in den Himmel kommen?

Weiterlesen