Tradition und Glauben

Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (18) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (10) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iv). Einwände gegen dasselbe.

In diesem Teil setzt sich Pater Poulain SJ mit den Vorwürfen gegen das Gebet der Einfachheit auseinander, welche dem Beter vorwerfen, dass er nichts tue und nicht „arbeite“. Wenn Sie sich in eine Gruppe von Menschen setzten, werden Sie über kurz oder lang, früher oder später von ihnen hören: wie schwer sie arbeiten, wie toll sie sind, was sie alles erreicht haben....

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (17) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (9) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iii)

Wir kommen langsam in solche Tiefen des Gebetslebens, von welchen wir leider annehmen müssen, dass kaum einer unserer Leser über dieses verfügt. Angeberei? Nein, Realismus. Wir sehen, wie oft die einzelnen Beiträge gelesen werden. Denn die von Pater Poulain SJ sehr präzise dargelegten Inhalte können nur von denen nachvollzogen werden, die es selbst durchmachen. Leider werden die Beiträge dieser Reihe dermaßen selten gelesen, dass sich DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) die Frage stellt, ob er sie noch fortführen sollte. Es ist als würde man Menschen, die nur 10 m tief tauchen können, Taucheruhren, sonstige Ausrüstung und Ratschläge anbieten, die für 80 m geeignet sind. Der Weltrekord  im Tauchen liegt zurzeit bei 334,35 Meter. Aber das geistliche Leben unserer Leser kann ja wachsen und tiefer werden und dann kommt dieses Kapitel wie gerufen. Um aber überhaupt tauchen zu können, brauchen Sie Wasser, viel Wasser und tiefes Wasser. Um tief ins Gebet einzutauchen, brauchen Sie viel Gebetszeit und Gebetsinhalt. Geht denn die Rechnung: „mehr Gebetszeit – besseres Gebet“ überhaupt auf? Natürlich! Mehr ist mehr, sonst hätte doch die Novus Ordo Kirche die vorgeschriebene Gebetszeit für die geistlichen Stände nicht dermaßen gekürzt. Als Priester oder Ordensschwester beten Sie, falls Sie überhaupt die vorgeschriebenen Gebete verrichten – und im Orden können Sie es gar nicht anders -, einfach viel zu wenig, um in eine Tiefe zu kommen. In einer Pfütze brauchen Sie keinen Taucheranzug und kein Atemgerät. Mehr ist mehr und länger ist länger. DSDZ hat früher oft gehört, dass er viel zu wenig übe, was bezüglich seines Hauptinstruments stimmte. Sie können niemals dasselbe Stück genauso gut spielen, wenn Sie es 10 Minuten pro Tag, statt 45 Minuten pro Tag üben. Es geht um unsere Natur, welche in mehrfacher Übung sich der Gnade Gottes unterordnen muss. Da reichen keine 15 Minuten pro Tag, gleich was Ihnen die...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (16) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (8) Affektives Gebet und Betrachtung (ii)

Für wen ist das Gebet der Einfachheit? Für denjenigen, der schon so viel intellektuelles oder betrachtendes Wissen angesammelt hat, dass er das alles vereinfachen kann. Erinnern Sie sich doch an Ihren Matheunterricht. Vereinfachen konnte man längere Gleichungen, bei 2 + 2 = 4 war nichts zu vereinfachen. DSDZ war im Physikleistungskurs und er erinnert sich an wirklich seitenlange Berechnungen und Formeln, die es zu kürzen und zu vereinfachen galt. Genauso ergeht es uns in der wissenschaftlichen Arbeit, falls wir dieser frönen. Man muss sehr viel gelesen haben und verarbeiten können, um es einfach machen zu können und dies kann man, wenn man es wirklich verstanden hat. Noch ein Bild: man macht keinen Wein aus zwei Trauben. Man brauchte Tausende, die verlesen und dann ausgepresst werden....

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (15) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (7) Affektives Gebet und Betrachtung (i)

In diesem Teil seines Werkes Pater Poulain SJ bespricht er die Unterschiede zwischen dem affektiven Gebet oder dem Gebet der Affekte und der Betrachtung, wobei er die Überlegenheit der letzteren herausstellt. Es ist ein Gebet, bei welchem unsere Gefühle oder Affekte erweckt werden, damit diese unseren Willen beeinflussen. Um welche Affekte handelt es sich? Um die guten Affekte oder diejenigen die zum Guten führen: Dankbarkeit Freude Lob Trauer andere Das affektive Gebet erwächst aus der Betrachtung. So stellen Sie sich vor, dass Sie die Krippe Christi betrachten. Sie stellen sich den Stall von Betlehem vor, Maria, Joseph, die Tiere, ihre Krippe sieht so uns so aus, das Jesuskind so und so. Nachdem Sie diese Szene, wie in einem Film, sich vorgestellt haben, überlegen Sie sich, was es bedeutet, dass Gott Mensch geworden ist und erwecken Sie das Gefühl der Dankbarkeit. Der große Gott, der Schöpfer des ganzen Alls liegt als Mensch in einer Krippe in Palästina. Welche ein großes Hinabsteigen, aus der Höhe der göttlichen Transzendenz in die Tiefe der Körperlichkeit. Während Sie also diese Glaubensgeheimnisse betrachten, halten Sie sich an Dankbarkeit zu empfinden, aber so, dass ihre Gefühlswelt wirklich in Mitleidenschaft gezogen wird. Denn ohne ein affektives Gebet bleiben die Glaubensinhalte nur ein trockenes, beschriebenes Blatt Papier. Sie kennen diesen Typ des trockenen, dogmatischen Priesters, den es eher vor dem Konzil mehr gab, der aber jetzt ausstirbt, der alles glaubt, alles weiß, aber wenig liebt. Glaubenswahrheiten sind natürlich intellektuelle Wahrheiten, das Fachwort lautet „Propositionen“, aber das Intellektuelle muss in das Herz hinabsteigen, um den Willen zu beeinflussen, um in die Seele aufsteigen, damit wir wirklich gottförmig werden. Das Intellektuelle ist der Ausgangspunkt, denn es ist ein „Was“, man kann ja nicht glauben, ohne zu wissen woran und warum, aber das Ziel ist das Spirituelle, welches durch das Volitive (den...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (14) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (6) Gebet der Einfachheit und die Eignung dazu

Der heutige Eintrag soll im Zusammenhang mit dem vorigen gelesen werden, da er vom Gebet der Einfachheit handelt. Ja, den letzten Poulain-Eintrag gab es in Februar 2016, was uns tiefst beschämt, aber mit der Verpflichtung zum spirituellen Mittwoch wird auch Pater Poulain SJ öfters erscheinen. Warum kommt er denn nicht öfter? Weil er dermaßen viel Kommentar abverlangt, wozu der Schreiber dieser Zeilen nicht immer in der Lage ist. So kämpft er zum Beispiel bei der Niederschrift dieser Worte mit einer anfänglichen Infektion, er fühlt sich abgeschlagen und kann sich schlecht konzentrieren. Außerdem glauben wir, dass leider sehr wenige unserer Leser über ein derartig fortgeschrittenes Gebetsleben verfügen, dass Sie von Pater Poulain SJ profitieren könnten. So sind diese Beiträge recht arbeitsaufwendig und werden leider wenig gelesen. Aber wenn man die fortgeschrittenen Stadien des Gebetslebens überhaupt nicht darstellt, denn wo sollen Sie es sonst hören, dann wird sich niemand weiterentwickeln, weil er keine Anleitung dazu findet. Mit Gebet ist es wie mit Singen oder mit Sprechen. Wir tun schon vieles automatisch, können es nur nicht benennen oder es fehlt uns die richtige Technik es richtig zu machen....

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (13) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (5) Tugend, Phantasie, Trockenheit

Gebetsleben als Eigensicherung Bei all dem traurigen und eigentlich desolaten Zustand der Kirche in den deutschsprachigen Ländern ist es wichtig sich um sein eigenes, geistliches Immunsystem zu sorgen und Eigensicherung zu betreiben. Gibt es „Heilsegoismus“? Nein! Bevor wir diese beiden Termini weiter ausführen, wollen wir die vielleicht aufkommende Frage beantworten: „Ja, ist es denn nicht Heilsegoismus?“ Jawohl, es ist Heilsegoismus und es ist gut so. Das nachkonziliare, lügnerische Modewort „Heilsegoismus“ kann wirklich nur dämonischen Ursprungs sein, denn unter der vorgeblichen altruistischen Güte birgt es absolut zerstörerische Potentiale in sich. Wie viele Priester landeten als Väter ihrer eigenen Konkubinenkinder, wie viele Ordensschwestern haben ihre Berufung verlassen, wie viele Mönchen „gingen hinaus, um in der Welt zu wirken“ und all das, um nicht heilsegoistisch zu sein. Natürlich muss man sich um sein eigenes Heil egoistisch bemühen, weil man nur auf sich selbst wirklich Einfluss hat. Wenn ich auf dieser Welt im Gnadenstand lebe, so leuchte ich, natürlich metaphorisch ausgedrückt, durch den Abglanz Gottes in die Welt hinein, ich bete für die Welt und heilige sie. Auch wenn ich tief im Wald vergraben bin. Komme ich ins Fegefeuer, so kann ich für die Menschen auf der Erde beten, komme ich gar in den Himmel, dann noch viel mehr. Dies ist die katholische Lehre von der communio sanctorum – der Gemeinschaft der Heiligen. Jeder Gnaden- und Heiligkeitszuwachs kommt dem ganzen mystischen Leib Christi – der Kirche –zugute. Und daher kann es gar keinen Heilsegoismus geben. Dies ist die wahre katholische Sicht, welche natürlich die vertikale Richtung also von Gott nach unten her berücksichtigt. Berücksichtigt man nur das Horizontale, wie seit dem Konzil üblich, was zu einem praktischen Atheismus führt (siehe die letzte Predigt Ihres Herrn Pfarrer), so muss man permanent für andere tätig sein und zwar auf die Art und Weise, wie sie es...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (12) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (4) Einstellen des Nachdenkens

Der höchste Akt, zu dem der Mensch fähig ist, hier auf Erde, wie dort im Himmel, ist kein Akt des Nachdenkens, im Sinne eines diskursiven, d.h. eines schlussfolgernden Denkens: „wenn A, dann B, wenn B, dann C etc“. Der höchste Akt, obgleich ein intellektueller, ist der Akt der Anschauung (contemplatio, theoria). Man sieht, man weiß und man braucht keine Erklärungen mehr. „Er sah und glaubte“ (J 20,8), schreibt der Heilige Johannes über sich selbst beim Aufenthalt am Grab des Auferstandenen. Beim Gebet der Einfachheit, welches vom Gebet der Betrachtung führt, geht es darum weniger nachzudenken oder überhaupt mit dem Denken aufzuhören, um der Beschauung Raum zu geben. Aus der praktischen Sicht ist an die Worte Pater Poulains SJ zu denken, dass:             „methodische Vorschriften keine unübersteigbare Kerkermauern sind“, sowie daran, dass:             „die Natur keine Sprünge macht“. Dies bedeutet, dass man aufhören sollte sich die Frage zu stellen: „Ist es noch Betrachtung oder ist es schon das Gebet der Einfachheit?“ Da es auch Übergangs- und Mischzustände gibt, welche viele Jahre dauern können. Der Jesuit gibt viele treffende Beispiele, dass auch im natürlichen Leben, also dem nicht von der Gnade geleiteten, es Zustände gibt, welche an die Stufe des Gebetes der Einfachheit erinnern: Das liebevolle, stille Betrachten ohne jede Worte und Gedanken. Es fällt uns einfacher das Nachdenken einzustellen und in das beschaulichen Gebet, von welchem das Gebet der Einfachheit die erste Stufe bildet, wenn wir einfach intellektuell sehr müde sind. Wenn man ohnehin permanent sich dem diskursiven Denken hingibt, so ist es selbstverständlich, dass man es im Gebet nicht mehr tut, weil man einfach „ausgepowert“, wie die Jugend sagt, ist. So legen sich die Leistungssportler auch auf die Couch und tun nichts, ähnlich wie Komponisten und Dirigenten die Stille suchen. Deswegen wurde in allen guten Ordensregeln, besonders in der benediktinischen...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (11) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (3) Verschiedene Terminologie

In seinen Ausführungen zur Terminologie der verschiedenen Gebetszustände macht Pater Poulain SJ wieder mal deutlich, dass Beten ein „Lernberuf“ ist. Dies ist so zu verstehen, dass man bestimmte Tiefen des Gebetes eigentlich nur dann erreichen kann, wenn wir jemanden haben, der uns dazu anleitet, weil er oder sie auch ein Gebetsleben führt und unsere Zustände mit seinen Erfahrungen abgleicht. Dies ist der ordentliche Weg, die via ordinaria. Daher gingen Schüler zu den ersten Wüstenvätern, die Novizen ins Kloster usw. Da wir aber in Zeiten leben, in denen wir leben, so sind wir, wie viele vor uns auch, auf Gebetsanleitung aus Büchern angewiesen. Früher waren wirkliche Beter, die darüber kommunizieren konnten, auch selten, sodass die Hl. Theresia von Avila auch ihre eigenen Bücher über das Gebet verfassen musste. Es gab natürlich auch vorher Bücher über das Gebet, aber sie waren ihr entweder nicht bekannt oder sie haben ihr nicht geholfen. Die älteste Gebetsanleitung ist, wie vielleicht nicht alles wissen, die Philokalie, welche aus den Apophtegmata also aus den Aussprüchen der Wüstenväter zum Gebet und anderen Themen besteht. Leider war es immer schon so gewesen, dass fortgeschrittenes Gebetsleben selten war, obgleich es wohl so schlimm wie jetzt noch niemals gewesen ist. Aber alle, die über das Gebet ausschließlich aus den Büchern lernen, weil sie leider keinen geistlichen Leiter haben, laufen die Gefahr diese Bücher misszuverstehen. Denn erstens kann man dazu kommen sich bestimmte Zustände oder Gebetsstufen, die man objektiv nicht hat, aufgrund der Lektüre einzureden. Zweitens kann man leider das Geschriebene erst dann identifizieren, wenn man es selbst gerade erlebt oder noch besser in der Vergangenheit bereits erlebt hat. In der Praxis verhältnis es nämlich sowohl genauso wie es in Büchern beschreiben wurde als auch ein wenig anders. Manchmal erleben wir etwas, ohne es nennen zu können und erst in einem Buch...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (10) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (2) Das Gebet der Einfachheit oder einfache Beschauung

  Die Darstellung der dritten Stufe des Gebets durch Pater Poulain SJ, in unserer Einführung oratio genannt und mit Wellenreiten verglichen, ist seitens des französischen Jesuiten dermaßen anschaulich wie auch präzise, dass sich eigentlich jeder Kommentar erübrigt. Menschen, die diese Erfahrungen wenigstens ansatzweise haben, werden sich in dieser Beschreibung und Systematisierung wiederfinden, andere sollen zuerst bei den vorher genannten Stufen des Gebetes bleiben. Dennoch kann man sich die Frage stellen, warum das Gebet der Einfachheit oder die einfache Beschauung, wie Pater Poulain sie in Übereinstimmung mit anderen geistlichen Autoren nennt, notwendig ist? Anders formuliert: Wozu ist es gut? Es ist dazu gut und notwendig, um sich die göttliche Eigenschaft der Einfachheit (simplicitas) anzueignen. Und warum? Um gleichförmig mit Gott zu werden, soweit es für einen Menschen möglich ist. Denn nach dem Grad dieser Gleichförmigkeit, die wir in diesem Leben erreichen, werden wir, die meisten von uns über den Umweg Fegefeuer, unseren Rang und Platz im Himmel erreichen, wohin nur diejenigen kommen, welche Gleichförmig mit Gott geworden sind. Die Anderen können – aufgrund ihrer sündigen Andersartigkeit – Gott, den sie nach dem Tod, direkt und unmittelbar erfahren, nicht ertragen. Daher auch die ewigen Höllenqualen, weil die Beschaffenheit der Verdammten, d.h. der gefallenen Engel und Menschen, so ist, dass sie das göttliche Licht nicht ertragen. Was den Seligen reine Glückseligkeit ist, ist den Verdammten die ewige Qual, obwohl Gott überall derselbe ist. Er wird nur anders, sowohl in diesem Leben als auch in der Ewigkeit, wahrgenommen. Daher auch die verschiedenen Stufen der Vollkommenheit im Fegefeuer. Diejenigen, die sündiger sind und einer längeren Läuterung bedürfen, denn im Fegefeuer gleicht länger auch härter, diese Seelen erfahren die reinigenden Leiden des Läuterungsortes härter. Diejenigen Seelen aber, die schon gereinigt wurden oder schon zum Zeitpunkt des Todes reiner sind, sie erfahren, will man den Privatoffenbarungen vieler...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (9) Kapitel 2: Vorstufen der Mystik? (1) Gebet der Affekte

  Da wir in unserem Surfbeispiel die Gebetsarten, die Pater Poulain SJ verwendet bereits vorgestellt haben, so schreiten wir jetzt zur 3. Gebetsart, welche schon in die mystische Erfahrung hinüber geht. Es ist das Gebet der Affekte. Was ist das? Kurz und gut: Ich lese und betrachte einen Teil der Passionsgeschichte, z.B. Jesus vor dem Hohen Rat  und erwecke oder verspüre verschiedene Affekte – Gefühle – die diese Betrachtung begleiten. Schmerz über die Behandlung des Heilands, Mitleid mit ihm, Angst der Hohenpriester, die Christus genehm waren etc. Danach erwecke oder verspüre ich die Affekte der Dankbarkeit für diese Erlösungstat, des Lobes für die Güte Christi und den Ratschluß Gottes etc.  Dies ist, wie richtig der französische Jesuit darstellt, keine eigentliche intellektuelle Leistung, sondern eine emotionale. Nachdem der Intellekt und die Anschaungskraft mir das Feld gleichsam vorbereitet haben, lasse ich den Gefühlen mehr oder weniger freien Lauf. Natürlich braucht man eine längere Meditationspraxis, um auf diese Ebene zu kommen und man wird zuerst mit vielen Ablenkungen kämpfen müssen. Wichtig ist es sich dabei nicht zu hetzen, sondern sich so viel Zeit für diese Affekte die auf Gott gerichtet sind zu lassen, wieviel man eben braucht. Man wird zuerst nicht nur ablenkende Gedanken, sondern auch ablenkende Affekte erleben oder gar keine Affekte. Deswegen soll man bei dieser Gebetsart treu bleiben und die Betrachtung selbst auf eine Zeit legen, in der man weder zu müde noch zu gehetzt ist. Auf diese Weise schafft man einen Raum, in welchem das zarte Pflänzchen der Betrachtung gedeihen kann. Erster Teil Vorfragen Zweites Kapitel: Vorstufen der Mystik? § 1. Definition dieser Gebetsarten Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert              ...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (8) Kapitel 1: Was ist Mystik? (3)

  Augustin Poulain SJ zieht zurecht eine scharfe Grenze zwischen Mystik und Aszetik. Die Letztere beinhaltet alles, was der Mensch von sich aus tun kann, um Gott näher zu kommen, sprich: Gebet- und Tugendleben. Mystik hingegen ist all das, was bei manchen Menschen von Gott her getan wird. Man kann sich, wie bereits besprochen, mystische Erlebnisse weder erarbeiten noch erwirken, man kann sich höchstens auf sie, durch die Vorbereitung der Natur, gleichsam vorbereiten. Man kann es in etwa mit Felsklettern vergleichen, man klettert unter aller Anstrengung selbst, wenn aber unser oben sitzender Kletterpartner es gut mit uns meint, so zieht er uns nach oben, ohne dass wir dafür etwas oder viel tun müssen.   Erster Teil Vorfragen Erstes Kapiel: Was ist Mystik?                ...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (7) Kapitel 1: Was ist Mystik? (2)

  Nicht jede emotionale Ergriffenheit, nicht jeder Eifer ist gleich Mystik. Die mystischen Zustände sind von Gott „eingegossen“ (gratia infusa) und sind in diesem Sinne übernatürlich, da wir sie uns selbst nicht erwerben können. Die mystische Erkenntnis ist auch wesenhaft, d.h. ontisch, von der natürlichen Erkenntnis verschieden. Mystik umfasst also: (1) den Zustand des übernatürlichen Gebetes, (2) Außergewöhnliche Zustände und (3) den Zustand der Ruhe, der Passivität. Erster Teil Vorfragen Erstes Kapitel: Was ist Mystik?  ...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (6) Kapitel 1: Was ist Mystik? (1)

Am Anfang erfolgt eine bildhafte Definition der Mystik, welche sowohl von der literarischen als auch von der mystischen Begabung des Autors zeugt. Es sei hier für alle Mal festgehalten: mystische Zuständen und Erfahrung sind laut katholischer Theologie niemals selbstgemacht, sondern ein reines Geschenk Gottes. Man kann sie sich also weder erarbeiten, noch zurecht phantasieren oder durch irgendwelche Praktiken herbeiführen.  Auch die Sehnsucht nach solchen Erlebnissen ist eigentlich sündhaft, da sie von großem Unverständnis und Stolz zeugt, denn mystische Gnaden gehen immer mit sehr viel Leiden einher, durch welches sich Gott sozusagen Raum in der Seele erschafft. Sehr deutlich unterscheidet Pater Poulain SJ zwischen den übernatürlichen Akten: bspw. des Glaubens, der Hoffnung und in der Liebe, zu welchen wir durch die göttliche Gnade befähigt werden und den mystischen Akten, welche nur sehr selten vorkommen, wenn sie tatsächlich von Gott herrühren. Paranormales, falls tatsächlich gegeben, ist oft dämonischen Ursprungs.   Erster Teil Vorfragen Erstes Kapiel: Was ist Mystik?  ...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (5) Inhaltsangabe

An dieser Stelle wollen wir zur Publikation des Buches selbst fortschreiten, welche immer vom obigen Bild, Verkündigung vom Philippe de Champagne, begleitet wird, welches die wahre Fülle der Gnaden zeigt. Ein Inhaltsverzeichnis anzupreisen ist recht schwierig, auch seine Vorstellung ist zwar notwendig, aber eher unaufregend. Dennoch macht die Präzision und die Unterteilung der zu besprechenden Kapitel einen starken Eindruck, z.B. die Unterteilung der Exstase in den äußeren und inneren Verlauf, was wohl in der spirituellen Literatur der mathematischen Methodik nach ein Novum darstellt. Interessant erscheinen auch die Belege für seine Behauptungen, welche Pater Poulain SJ aus den Kanonisationsakten und anderen Belegen zitiert. Es bleibt also nichts, wie in der Geometrie, unbewiesen, da nichts, anders als in der Geometrie, nicht empirisch also durch die induktive Methode des Quellenstudiums bewiesen wurde. Inhaltsangabe Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.                                              ...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (4) Vorwort des Verfassers zur französischen Erstausgabe

  Die vorliegende Einleitung stammt vom Verfasser selbst, dessen Leben und Werk wir noch vorstellen können. Pater Poulain SJ hat sein Werk über 40 Jahre lang geschrieben, indem er u.a. jede seiner Äußerungen oder Ratschläge mit Beispielen aus dem Leben der Heiligen und ihrer Schriften untermauerte. Schon die Einleitung macht deutlich, dass wir es mit einem Autor zu tun haben, der weiß, worüber er schreibt, weil er es teilweise selbst erlebt hat und außerdem in der Lage ist diese äußerst delikate Materie des inneren Lebens systematisch, logisch, ja beinahe mathematisch, wie einer der Vorredner schrieb, darzustellen.  Man kann sich also auf die kommenden Passagen freuen. Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.                                ...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (3) Vorwort zur deutschen Ausgabe

Das Vorwort der deutschen Übersetzers zeigt den breiteren Rahmen, in welchem dieses Buch zu würdigen ist. Ebenso wie die Empfehlungen verschiedener kirchlichen Autoritäten. Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.            ...

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Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (2) Einleitung von Kard. Steinhuber

  Wie der vorangestellte Kardinal Merry del Val war auch Kardinal Andreas Steinhuber SJ (1825 – 1907),[1] ebenfalls ein Glanzlicht des Pontifikats des Pius X., non dem vorliegenden Werk begeistert, welchem er hohe Präzision und Belesenheit bescheinigt. Denn „heikle und verworrene Fragen“ gab es schon damals auch bei einem Kardinal und Jesuiten, der in der ignatianischen Geistesunterscheidung bewandert war. [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Steinhuber   Beim Klicken wird die Ansicht vergrößert.  ...

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