Geistliches Leben oder die richtigen Prioritäten

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Bei der Vorstellung unserer alten Texte in den herausgehobenen Inhalten (featured) „Eines tut Not“,  oben auf der Seite, wollen wir zu unserem Kerngeschäft – dem geistlichen Leben – zurückkehren und wieder an Publikumsgeschmack ein wenig vorbei schreiben.

Wie ist denn der Publikumsgeschmack?

Diesen kann man leicht an den Beiträgen in gloria.tv ersehen und er lautet wie folgt:

  1. Neue Skandale im Vatikan samt ihrer hintergründigen Beleuchtung.
  2. Priester-und Bischofsschelte oder „Nieder mit der Kirchensteuer“.
  3. „Der Staat sollte“ … „insbesondere die CDU“ …“aber als Christ“
  4. „Familien sollten mehr unterstützt werden“.
  5. „Hätte man auf die Gottesmutter von XYZ gehört“.
  6. Privatoffenbarung A
  7. Privatoffenbarung B
  8. Privatoffenbarung C
  9. Mögliche neue Privatoffenbarung A‘
  10. Etc.

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Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage 1 – Christi Himmelfahrt

Evangelium am Feste Himmelfahrt Christi

Mk 16, 14 – 20 Zuletzt erschien der den Elf, wie sie bei Tische waren. Er verwies ihnen ihren Unglauben und ihre Herzenshärte, dass sie denen nicht geglaubt hatten, die ihn, den Auferstandenen, gesehen hatten. Dann sprach er zu ihnen: „Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium allen Geschöpfen. Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Die Gläubigen sollen folgende Wunder begleiten: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Sprachen reden, Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden.“ Nachdem der Herr [Jesus] so zu ihnen gesprochen hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte ihr Wort durch Wunder, die es begleiteten.

Predigttext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papste Gregor: Der Grund, weshalb die Jünger bezüglich der Auferstehung des Herrn so langsam zum Glauben kamen, war nicht so sehr ihre Schwäche, als, wenn ich so sagen soll, unsere künftige Stärkung. Denn die Auferstehung selbst wurde ihnen wegen ihres Zweifels durch viele Beweise handgreiflich gemacht; und wenn wir diese beim Lesen anerkennen, was ist das anders, als daß wir durch ihren Zweifel fester werden? Weniger hat mir nämlich Maria Magdalena geboten, die schneller geglaubt hat, als Thomas, der lange zweifelte. Er nämlich kam durch den Zweifel zum Berühren der Wundennarben und hat aus unserem Herzen die Wunde des Zweifels entfernt.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

O Gott, von dem alles Gute herkömmt; verleih unsern demüthigen Bitten, daß wir deinen Einsprechungen gemäß recht denken und unter deiner Leitung auch recht handeln! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des 24. oder letzten Sonntags nach Pfingsten

Mt 24, 15 – 35 „Wenn ihr nun an heiliger Stätte den Greuel der Verwüstung seht, von dem der Prophet Daniel gesprochen hat – wer es liest, der beachte es wohl! -, dann sollen die Leute in Juda ins Gebirge flüchten. Wer auf dem Dache ist, steige nicht hinab, um noch etwas aus dem Hause mitzunehmen. Wer auf dem Felde ist, kehre nicht erst heim, um seinen Mantel zu holen. Wehe den hoffenden und stillenden Müttern in jenen Tagen! Betet, dass eure Flucht nicht in den Winter fällt oder auf einen Sabbat. Alsdann wird eine so große Drangsal eintreffen, wie es von Anbeginn der Welt bis jetzt keine gegeben hat noch je geben wird. Ja, würden jene Tage nicht abgekürzt, so würde kein Mensch gerettet werden. Aber um der Auserwählten willen werden jene Tage abgekürzt. Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Hier ist der Messias oder dort‘, so glaubt es nicht. Denn es werden falsche Propheten auftreten und große Zeichen und Wunder wirken, um so möglich selbst die Auserwählten irrezuführen. Seht, ich sage es euch voraus. Wenn man dann zu euch sagt: ‚Er ist in der Wüste‘, so geht nicht hinaus; ‚er ist in den Gemächern‘, so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz im Osten aufzuckt und bis zum Westen leuchtet, so wird es auch mit der Wiederkunft des Menschensohnes sein. Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Sogleich nach der Drangsal jener Tage wird sich die Sonne verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und alle Völker auf Erden werden wehklagen. Sie werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. Er wird seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten von den vier Windrichtungen zusammenbringen, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Vom Feigenbaum lernt das Gleichnis: Wenn seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, so wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. So sollt ihr auch, wenn ihr dies alles seht, wissen, daß es vor der Türe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Betrachtung zum Evangelium des XXIV Sonntags nach Pfingsten

Wie es der Heiland vorhergesagt, ist das schrecklichste Elend über Jerusalem und seine Kinder gekommen, weil sie den Messias nicht angenommen, sondern ihn verfolgt und gekreuziget haben. Hüten wir uns, die uns angebotene Gnade Gottes zu verschmähen, damit wir nicht verworfen werden! Was macht aber den Menschen den göttlichen Ruf überhören? Die sündhafte Liebe zum Irdischen. O vergiß nicht: Die Welt mit ihrer Begierlichkeit vergeht! Wann vergeht sie für dich? Du weißt weder den Tag noch die Stunde des Todes. Darum bekehre dich und wache im steten Streben nach dem Guten, daß dich der Tod nicht in Sünde erreiche und in die Hölle stürze!

Kollekte zum 24. Sonntag nach Pfingsten

Kirchengebet.

Wir bitten Dich, o Herr! ermuntere die Gemüther deiner Gläubigen, damit sie mit größerem Eifer die Früchte guter Werke hervorbringen und hiedurch größeren Beistand deiner Gnade erlangen mögen. Amen. „Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe“weiterlesen

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Anmerkung: Wenn zwischen Epiphanie und dem Sonntag Septuagesima weniger als sechs Sonntage sind, werden die übrigen zwischen den 23. und 24. Sonntag nach Pfingsten geschoben

Evangelium des VI. Sonntags nach Epiphanie

Mt 13, 31 – 35 Noch ein anderes Gleichnis trug er ihnen vor. „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann nahm und auf seinen Acker säte. Dies ist zwar kleiner als alle andern Samenkörner. Ist es aber ausgewachsen, so ist es größer als die anderen Gartengewächse. Es wird ein Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen wohnen.“ Er trug ihnen noch ein weiteres Gleichnis vor: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Sauerteige, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mengte, bis das Ganze durchsäuert war.“ Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Volksscharen, und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen. So sollte sich das Wort des Propheten erfüllen: „Ich will meinen Mund auftun zu Gleichnissen, Will offenbaren, was verborgen war seit Grundlegung der Welt.“

Von einem kleinen Anfange breitete sich die christliche, der bösen Menschen-Natur so sehr widerstreitende Lehre gegen alle nur möglichen Hindernisse der Lüge, des Eigennutzes, der Hoffart, der Sinnlichkeit, der Grausamkeit siegreich auf Erden aus und brachte die seligsten Wirkungen. Sieh da die Göttlichkeit des Christenthums! Bleibe standhaft im christlichen Glauben! Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn der Gerechte lebt aus dem Glauben.

Kollekte zum 6. Sonntag nach Epiphanie

Kirchengebet.

Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott! daß wir, was seyn soll, immerdar überlegend. Dir Wohlgefälliges durch Wort und That voll bringen! Amen.

Der spirituelle Mittwoch und andere geistliche Attraktionen

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Wir beginnen hier mit einem Katechismus-artigen Frage- und Antwort-Spiel:

Worum geht es in diesem Leben?

Darum, sich Verdienste für die ewige Seligkeit zu erwerben.

 

Wodurch?

Durch ein geistliches Leben, vornehmlich durch das Gebetsleben.

 

Wie lernt man es?

Von jemanden, der es praktiziert.

 

Von wem konkret?

Ja, hier hapert es, denn wir können davon ausgehen, dass wirklich 99,9% aller Priester, bei den Traditionalisten leider auch, keins praktizieren.

Und woran können wir es ablesen? Weiterlesen!

Wir basteln uns einen Hausaltar (1 von 8) Heilige Räume schaffen

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Einführung: Heilige (Privat-)Räume schaffen

Anm. der Red.: Da es sich hierbei um einen theologischen Blog und um keinen Bastel-Blog handelt, so wird den eigentlichen Bastel- und Einkaufstipps zur Errichtung eines Hausaltars eine theologische Einführung vorangestellt. Alle, die mehr am Praktischen interessiert sind, bitten wir um Geduld. Zuerst die Theologie also, dann das Basteln, sonst landen wir im Novus Ordo und dem Kinderbastelkram im Altarraum und das wollen wir doch nicht, gell?

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Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des vierten Sonntags in der Fastenzeit

Joh 6, 1 – 15

Jesus fuhr über den Galiläischen See, den See von Tiberias. Eine große Volksmenge folgte ihm, weil sie die Wunder sah, die er an den Kranken wirkte. Da stieg Jesus auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Ostern, das Fest der Juden, war nahe. Als nun Jesus die Augen erhob und die herbeigeströmte Volksmenge überblickte, sprach er zu Philippus: „Woher sollen wir Brot kaufen, daß die Leute essen können?“ – Das sagte er, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er wußte, was er tun wollte. – Philipus antwortete ihm: „Für zweihundert Denare Brot reicht nicht für sie, selbst wenn jeder auch nur ein wenig erhalen soll.“ Einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: „Hier ist ein Knabe, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Allein was ist das für so viele?“ Jesus sprach: „Laßt die Leuge sich lagern.“ Es war nämlich viel Gras an der Stelle. So lagerten sich denn die Männer, etwa fünftausend an der Zahl. Jesus nahm nun die Brote, dankte und ließ sie an alle austeilen, die sich gelagert hatten; ebenso auch die Fische, soviel sie davon wollten. Als sie gesättigt waren, sprach er zu seinen Jüngern: „Sammelt die übriggebliebenen Stücklein, damit sie nicht verderben.“ Da sammelten sie von den fünf Gerstenbroten zwölf Körbe voll Stücklein, die beim Essen übriggeblieben waren.

Als die Leute das Wunder sahen, das Jesus gewirkt hatte, sprachen sie: „Das ist wahrhafdtig der Prophet, der in die Welt kommen soll.“ Da Jesus erkannte, daß sie kommen und ihn mit Gewalt zum König machen wollten, zog er sich wieder ganz allein auf den Berg zurück.

Betrachtung zum Evangelium des vierten Sonntags in der Fastenzeit

O Herr! wie wunderbar ist deine Macht, wie grenzenlos deine göttliche Liebe! Speise auch mich Armen mit dem Worte des Lebens und mit dem Wunderbrode deiner Güte, so wie Du 5000 Menschen mit deiner heilsamen Lehre und mit fünf Broden und zwei Fischen gespeiset hast, die sich unter deinem Segen also gemehret haben, daß noch zwölf Körbe mit dem Uebriggebliebenen konnten gefüllt werden. —

Lieber, getreuer Gott! Du wirkest das Wunder, das Du vor Tausenden von Jahren gewirket hast, noch täglich unter uns, indem deine Güte eine so große Menge Getreides wachsen läßt, daß davon Millionen von Menschen gespeiset werden. Und dennoch, o Gott! gibt es so viele, die deiner Güte nicht den schuldigen Dank zollen! Darum verleihe, Allmachtiger, daß Alle deine segensreichen Wunderthaten recht erkennen und dafür immer dankbar seyn, Dir nachfolgen und dein heiliges Wort gerne anhören mögen, damit sie hier und dort durch Dich gespeiset werden, der Du die rechte Ersättigung der Auserwählten bist. Amen.

Kollekte zum vierten Sonntag in der Fastenzeit

Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott! daß wir, die wir aus eigenem Verschulden für unsere Handlungen gezüchtiget werden, durch den Trost deiner Gnade Erleichterung finden. Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

Evangelium des Festes Mariä Verkündigung

Lk 1, 26 – 38 Im sechsten Monate ward der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa mit Namen Nazareth zu einer Jungfrau, die verlobt war mie einem Manne namens Joseph, aus dem Hause Davids. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sprach: „Gegrüßt seist du, voll der Gnade; der Herr ist mit dir. [Du bist gebenediet unter den Weibern.]“ Bei diesen Worten erschrak sie und dachte nach, was dieser Gruß bedeute. Der Engel sprach zu ihr: „Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast Gnade gefunden bei Gott. Siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären. Dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und der Sohn des Allerhöchsten genannt wrden. Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird herrschen über das Haus Jakob in Ewigkeit, und seines Reiches wird kein Ende sein.“ Maria sprach zu dem Engel: „Wie wird das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ Der Engel erwiderte ihr: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das [aus dir] geboren wird, Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabeth, deine Verwandte, hat in ihrem Alter noch einen Sohn empfangen, und sie, die für unfruchtbar gilt, zählt schon den sechsten Monat. Denn bei Gott ist nichts unmöglich.“ Da sprach Maria: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Worte.“ Und der Engel schied von ihr.

Betrachtung zum Fest Mariä Verkündigung

Allerseligste Jungfrau Maria! Dein Erschrecken und deine Verwirrung über die Botschaft des Engels lehren mich, in dir das schönste Beispiel der Demuth und Schamhaftigkeit zu verehren; denn du würdest aus Liebe zur Reinigkeit sogar die Ehre der Mutterschaft Gottes ausgeschlagen haben, wenn du dieselbe nicht anders, als mit Verlust deiner Jungfrauschaft hättest erhalten können.

O Maria! die du voll der Gnaden Gottes, die du ob deiner vielen Tugenden aus allen Weibern zu der Mutter des Allerhöchsten bist erwählt und mit der Gnade des Vaters des Allmachtigen, mit der kindlichen Zuneigung des Sohnes, des Menschgewordenen, und mit der heiligen Liebe des Geistes, des Seligmachers, bist begabt worden; o du höchste Zierde, du Königin des Himmels und der Erde! bleibe meine liebevolle Fürsprecherin, beschütze und schirme mich auf allen meinen Lebenswegen, und sey mir in den Tagen der Gesundheit, in den Stunden des Krankenlagers und in den Augenblicken des irdischen Absterbens eine gnädige und huldvolle Mutter.

Kollekte zum Fest Mariä Verkündigung

Kirchengebet.

O Gott! der Du gewollt hast, daß dein Wort auf die Verkündung des Engels vom Leibe der seligsten Jungfrau Fleisch annehmen sollte; verleihe unsern flehentlichen Bitten, daß uns, die wir sie wahrhaft als Gottesgebärerin erkennen, durch ihre Fürbitte bei Dir geholfen werde durch eben denselben unsern Herrn Jesum Christum. Amen.

 

 

 

 

 

 

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des dritten Sonntags in der Fastenzeit

Lk 11,14 – 28

Jesus trieb einen bösen Geist aus, der stumm war. Als der böse Geist ausgefahren war, konnte der Stumme reden. Die Volksscharen staunten darüber. Einige aber von ihnen sagten: „Durch Beelzebub, den Anführer der bösen Geister, treibt er die Geister aus.“ Andere wollten ihn auf die Probe stellen und verlangten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Er aber kannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: „Jedes Reich, das in isch selbst uneins ist, zerfällt und ein Haus stürzt über das andere. Wenn und der Satan mitsich selbst uneins ist, wie soll da sein Reich Bestand haben? Ihr sagt ja, ich triebe die bösen Geister durch Beelzebub aus. Wenn ich durch Beelzebub die bösen Geister austreibe, durch wen treiben dann eure Söne sie aus? Sie werden darum eure Richter sein. Wenn ich aber duch den Finger Gottes die bösen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.

Wenn ein Starker bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist sein Besitz in Sicherheit. Wenn aber ein Stärkerer ihn überfällt und ihn überwindet, so nimmt er ihm die Waffenrüstung, auf die er sich verließ, und verteilt, was er bei ihm erbeutet hat. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, scsheift er durch die Steppen und sucht sich eine Ruhestätte, findet aber keine. Dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehrren, aus dem ich ausgezogen bin. Und er kommt und findet es ausgekehrt und geschmückt. Dann geht er hin und holt noch sieben andere Geister, die schlimmer sind als er. Sie ziehen ein und wohnen dort. Und die letzten Dinge eines solchen Menschen werden ärger sein als die ersten.“

Während er so redete, rief eine Frau aus dem Volke ihm zu: „Selig der Leib, der dich getragen, und die Brust,die dich genährt hat!“ Eraber sprach: „Viel mehr noch selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen!“

Betrachtung zum Evangelium des dritten Sonntags in der Fastenzeit

Durch die herrlichsten Wunder hast Du, o Herr! deine Gottheit geoffenbaret und deine Allmacht über die Hölle bewiesen. Eröffne auch uns, wie dem Taubstummen, Mund und Herz, und treibe den

bösen Feind von uns ab, damit wir mit gestärktem Glauben den gebührenden Dank für die täglichen Wunder unserer Bewahrung und Versöhnung darbringen! Friede, Demuth und deine Gnade gib

uns, o Herr! damit wir, jeder nach seinem Stande, für Dich und die Ausbreitung deines Reiches arbeiten. Und da nur deiner Kirche auf Erden stets dein Beistand gegeben ist, so laß uns nimmermehr von Dir und deiner heiligen Kirche weichen, sondern dein und ihr Wort fleißig hören und behalten! Eröffne unsere Augen und unsern Mund, damit wir deinen göttlichen Willen erkennen, unsere Sünden beichten, uns bessern, und dein Lob ohne Unterlaß verkünden, und unser Leben selig in deiner Gnade beschließen, nach diesem Leben aber mit deinen Auserwählten an deinem Reiche Theil haben !

Kollekte zum dritten Sonntag in der Fastenzeit

Kirchengebet.

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! sieh gnädig auf unser demüthiges Gebet hernieder, und strecke, uns zu beschützen, die rechte Hand deiner Majestät aus! Amen.

Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des 1. Sonntags in der Fastenzeit

Mt 4, 1 – 11 Alsdann [nach der Taufe durch Johannes den Täufer] wurde Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Da trat der Versucher an ihn heran und sprach: „Wenn du der Sohn Gottes bist, so befiehl, daß diese Steine da zu Brot wreden. Er ganb ihm zur Antwort: „Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt.“

Dann nahm ihn der Teufel mit in die Heilige Stadt, stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprachh zu ihm: „Wenn du der Sohn Gottes bist, so stürze dich hinab. Es steht ja geschrieben: Deinetwegen hat er seinen Engeln befohlen: Sie sollen dich auf ihren Händen tragen, damit du deinen Fuß an keinen Stein stoßest.“ Jesus entgegnete ihm: „Es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“

Sodann nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: „Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.“ Da gebot ihm Jesus: „Hinweg, Satan! Es steht geschrieben: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.“

Da verließ ihn der Teufel, und siehe, Engel kamen herbei und dienten ihm.

Betrachtung zum Evangelium des 1. Sonntags in der Fastenzeit

Allmächtiger Gott! sende deinen heiligen Geist, daß er uns hinführe zu Jesus, dem siegenden Heilande, und uns in der Wüste dieser Welt gegen die Versuchungen des bösen Geistes bewahre. — Gib, daß wir standhaft die Lüste der Welt fliehen, uns nicht selbst in Versuchung führen, die vorkommenden Versuchungen überwinden und in heiliger Stille, in aufrichtiger Buße und guten Werken unser Leben führen und vollenden! — Dazu gib uns Licht, das Wort Gottes zu verstehen, behüte uns vor falscher Lehre; verleih uns eine so starke Liebe zu Dir, daß wir stets suchen, Dir zu dienen und Dich anzubeten, wie es die heiligen Engel thaten; daß wir lieber die größte Pein, ja selbst den Tod erdulden, eher Alles verlieren wollen, als in eine schwere Sünde willigen, bis wir von allen Leiden und Versuchungen im Tode befreit, von den Engeln in das Reich der Ruhe und Freude getragen werden! Amen.

Kollekte zum 1. Sonntag in der Fastenzeit

K i r ch e n g e b e t.

O Gott! der Du deine Kirche durch die Beobachtung einer jährlichen vierzigtägigcn Fasten reinigest: verleihe deiner gläubigen Gemeinde, daß sie durch gute Werke thätig vollziehe, was sie sich durch ihre Enthaltsamkeit von Dir zu erlangen bestrebet! Amen.