Podcasts. Vorträge. 1. Gründonnerstag. Lamentationes der Tenebrae. Rating: *

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Da wir alle mehr oder weniger in einem „pastoralbesetztem Raum“, wie sich jemand ausdrückte leben, so werden wir wohl kaum in den ästhetisch-spirituellen Genuß kommen die Tenebrae der Kartage, auf Deutsch auf Karmetten genannt, zu beten und zu hören. Wir können Sie natürlich selbst privat beten, wir können in ein paar Klöster auf der Welt fahren, wo Sie auf Lateinisch im Alten Ritus nach den Brevieren von 1960 gebetet werden, aber in unserer schönen Amtskirche haben wir so etwas nicht. Seit DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) die Tenebrae als Beter entdeckt hat, musikalisch kannte er sie schon lange, so bedauert er es, dass andere diese Fülle nicht erfahren können, wie ein Radioreporter, der immer bedauerte, dass die Zuhörer das, was er sieht, nicht sehen können. Deswegen möchte er auf diesem Wege so gut es geht dieses Erlebnis mitteilen, indem er die Wehklagen des Jeremias, die den ersten Teil der ersten Matutin des Gründonnerstags bilden, vorstellt und kommentiert. Dieser Podcast ist kein akademischer Vortrag, sondern etwas ruhig-spirituelles Erbauliches, der Podcast-Kategorie:

Ebene 1 – Einfach: Kein Studium, kein Abitur, keine Fremdworte oder diese sehr behutsam und erklärt eingesetzt. Kennzeichnung/Rating: *

Es ist auch Musik vorgesehen, sodass Sie diesen Podcast ein wenig als Ersatz für all das ansehen können, was Ihnen die postkonziliare, reformierte Kirche nicht bietet, obwohl Sie dafür bezahlen. Wir hoffen, dass dieser Podcast Sie in die Tiefen der Liturgie, welche die Geheimnisse unserer Erlösung abbildet, einführt.

 

Podcast:

Gründonnerstag – Matutin

 

 

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Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

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Evangelium des grünen Donnerstags

Joh 13, 1 – 15

Es war vor dem Osterfeste. Da Jesus wusste, dass für ihn die Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater zu gehen, und da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, so liebte er sie bis ans Ende.

Es war beim Abendmahle. Schon hatte der Teufel dem Judas Iskariot, dem Sohne Simons, den Entschluss ins Herz gelegt, ihn zu verraten. Obwohl Jesus sich bewusst war, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben hatte, dass er von Gott ausgegangen war und wieder zu Gott zurückkehrte, erhob er sich vom Mahle, legte sein Obergewand ab, nahm ein Linnentuch und umgürtete sich damit. Dann goss er Wasser in ein Becken und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Linnentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. So kam er zu Simon Petrus. Dieser sprach zu ihm.: Herr, du willst mir die Füße waschen?“ Jesus antwortete ihm: „Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht, du wirst es aber später verstehen.“ Petrus erwiderte ihm: „In Ewigkeit sollst du mir die Füße nicht waschen!“ Jesus entgegnete ihm: „Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.“ Da sprach Simon Petrus: „Dann, Herr, nicht allein meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.“ Jesus sprach zu ihm: „Wer gebadet hat, braucht nur mehr die Füße zu waschen, dann ist er ganz rein. Auch ihr seid rein, aber nicht alle.“ Er kannte seinen Verräter; darum sagte er: „Ihr seid nicht alle rein.“

Nachdem er ihnen die Füße gewaschen, sein Obergewand wieder angelegt und sich niedergesetzt hatte, sprach er zu ihnen: „Versteht ihr, was ich an euch getan habe? Ihr nennt mich Meister und Herr, und ihr habt recht; denn ich bin es. Wen nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr gut, wie ich an euch getan habe.

Gebet

Heute, o Herr! hast Du mit deinen Jüngern jenes Abendmahl gehalten, wo Du ihnen und durch sie allen Gläubigen dein Fleisch und Blut gegeben hast. Heute sollen Dich ehren alle Menschen und heilig essen von dieser hochheiligen Speise. O daß wir heute alle unsere unedlen Leidenschaften vertilgen könnten! O daß wir mit reuigem Herzen wohl bedächten dieses große, heilige Werk, und Dich, o höchstes Gut, geziemend ehrten ! — Heute verstummet das Geläute der Glocken, damit der Mensch sich in heilsame Trauer versenke. Heute werden die Lichter gelöscht, die Altäre entblößt und ihrer Zierde beraubt zum Zeichen, daß Du, o Herr! das Licht der Welt, die Sonne der Gerechtigkeit, am Kreuze erloschen bist.

Wir danken Dir heute für dein heiliges Leiden,und treten mit heiliger Furcht vor den Altar, auf dem dein hochheiliger Fronleichnam unter Brodesgestalt ruhet. Wir beten Dich an, und

glauben, daß Du ganz und wahrhaft zugegen seyest in dem heiligen Sakramente des Altares.

Wir wollen deinen heiligen Leib genießen, damit wir zum Leben gestärket werden. O Herr! verzeihe uns, wenn wir nicht würdig genug zu deinem Tische gehen. Reinige von der Sünde unsere Seelen, wie Du heute die Füße der Jünger gewaschen hast! Verlaß uns nicht, sondern lehre und hilf uns gehen den rechten Weg nach deinen Fußstapfen; denn nichts vermögen wir ohne Dich.

Lehre und hilf uns insonderheit nachahmen deiner Demuth! Laß uns als arme Sünder in dieser heiligen Zeit andachtig ehren deine Leiden, und Geduld in den unsrigen erlernen! Hilf, daß wir in den Versuchungen nicht erliegen, sondern gnädig durch Dich von dem Uebel der Sünde erlöst werden und zuletzt erlangen das ewige Leben! Amen.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (He): Deller Consort

De Lamentatione Jeremiae Prophetae

Lam 1:5

5 He. Facti sunt hostes eius in capite; inimici eius locupletati sunt: quia Dominus locutus est super eam propter multitudinem iniquitatum eius; parvuli eius ducti sunt in captivitatem ante faciem tribulantis.
Ierusalem, Ierusalem, convertere ad Dominum Deum tuum.

 

Lam 1:5

5 He. Zum Haupt geworden sind ihre Angreifer; ihre Feinde haben sich bereichert: denn der Herr hat [ein Urteil] über sie gesprochen wegen der [großen] Menge ihrer Sünden; ihre Kinder wurden in Gefangenschaft geführt vor dem Angesicht, das sich grämte.

 

Jerusalem, Jerusalem, kehrte zum Herrn, Deinem Gott zurück.

Tenebrae des Gründonnerstags – Nachtrag

 

Wie tiefgehend sind doch diese Texte. Wie sehr fallen sie ins Gedächtnis, wenn man sie entweder vor Sonnenaufgang am Gründonnerstag betet oder in der Nacht von Karmittwoch auf Gründonnerstag. Diese Fülle des Schmerzen, der desolate Zustand von Jerusalem und die Strafe Gottes. Die Kirche hat diese Texte jahrhundertlang gebetet und sich einen Spiegel vorzuhalten. Denn als das neue Jerusalem, denn es gilt weiter die Substitutionslehre, wonach die Kirche Israel in seiner Heilsmission ablöste, ungeachtet Nostra aetate und der neuere Ausführungen von Kardinal Koch, wußte die Kirche, dass die Strafe Gottes auch sie ereilen wird, falls sie Gott untreut wird.  Das oben angeführte Bild stellt Sacco di Roma dar, das Strafgericht Gottes über das Renaissance-Rom, welches genau 10 Jahre nach dem Auftritt Luthers, also im Jahre 1527 stattfand. All die bei Jeremias beschreibenen Umstände fanden in Rom im Jahre 1527 buchstäblich statt und die Kleriker, die danach ihr Brevier beteten, wußten Bescheid. Warum straft Gott die heutige Kirche nicht? Er wird es sicherlich tun, weil der Verfall wirklich viel mehr fortgeschritten ist als in der Renaissance-Zeit. Wir können nur Sühne leisten, Fürbitte tun, damit es nicht so schlimm ausfällt und uns selbst im Gnadenstand halten, damit wir jederzeit sterben können.  Sollten die 500-jährigen Jubileen zur Ketzerei Luthers tatsächlich auch in der katholischen Kirche stattfinden, wie geplant, dann bleibt dabei zu bedenken, dass das 500-jährige Jubiläum von Sacco di Roma ebenfalls nicht weit entfernt ist. Vielleicht wird es sich das auch jähren?  Ist es realistisch? Hat jemand vor einem Jahr damit gerechnet, dass „Mutti Merkel“ 1 Million, wenn nicht mehr zumeist islamische „Flüchtlinge“ und darunter sicherlich einige Terroristen ins Land lässt? Bis zum Jahr 2027 kann also noch einiges passieren. Deswegen häufig beichten, Ablässe für sich selbst erwirken (wir werden noch schreiben wie) und bereit sein, denn wir wissen weder Tag noch Stunde. Die Römer sollten sich gleich ganz warm anziehen, denn Gott ändert sein modus operandi nicht und es wird uns allen wie Israel in den Wehklagen Jeremias ergehen.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (Dhalet): Deller Consort

De Lamentatione Jeremiae Prophetae

Lam 1:4

4 Daleth. Viae Sion lugent, eo quod non sint qui veniant ad solemnitatem: omnes portae eius destructae, sacerdotes eius gementes; virgines eius squalidae, et ipsa oppressa amaritudine.

Lam 1:4

4 Daleth. Die Wege Sions weinen, denn es gibt keine, die zum Fest komment würden: zerstört sind all ihre Tore, ihre Priester weinen; ihre Jungfrauen sind beschmutzt und sie selbst [die Stadt Jerusalem] durch die Bitterkeit unterdrückt.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (Ghimel): Deller Consort

 

De Lamentatione Jeremiae Prophetae

Lam 1:3

3 Ghimel. Migravit Iudas propter afflictionem, et multitudinem servitutis; habitavit inter Gentes, nec invenit requiem.

 

3 Ghimel. Es wanderte Juda wegen der Bedrängnis und der Vielheit des Frondienstes; er wohnte unter den Heidenvölker und fand die Ruhe nicht.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (Beth): Deller Consort

 

Lam 1:2

2 Beth. Plorans ploravit in nocte, et lacrimae ejus in maxillis ejus: non est qui consoletur eam ex omnibus caris ejus; omnes amici ejus spreverunt eam, et facti sunt ei inimici.

 Jerusalem, Jerusalem, convertere ad Dominum Deum tuum.

Lam 1:2

2 Beth. Weinend weinte sie nachts und ihre Tränen auf ihren Wangen: es gibt niemanden, der sie trösten könnten von all ihren Lieben; all ihre Freunde haben sie verachtet und wurden ihr zu Feinden.

Jerusalem, Jerusalem, kehrte zu Deinem Herrn zurück.

Thomas Tallis, Lamentatio Jeremiae (Aleph): Deller Consort

Zur Matutin der ersten Nokturn am Gründonnerstag werden Fragmente der Wehklagen des Jeremias gelesen, wobei die Kirche klar die Parallele zwischen ihrer Lage und der des gestürtmten und gefallenen Jerusalems zieht. Leider erfolgt an dieser Stelle keine detailierte Einführung in die Liturgie der Karwoche oder in das Brevier der Karwoche, was mehrere sehr detailierte Beiträge erfordern würde. Omnia habet tempus suum – „alles hat seine Zeit“ und diese fehlt uns gerade, wie auch die Kräfte. Um aber unsere Leser auf die Liturgie des Triduums einzustimmen, stellen wir die Lamentatio Jeremiae von Thomas Tallis vor in der historischen, aber sehr eindruckvollen, denn schmerzreichen Ausführung der Deller Consort aus den 1970-gern.

 

Incipit Lamentatio Jeremiae Prophetae

 Lam 1:1
1 Aleph. Quomodo sedet sola civitas plena populo! facta est quasi vidua domina Gentium; princeps provinciarum facta est sub tributo.

 Lam 1:1
1 Aleph. Wie sitzest Du einsam, Stadt voll von Volk! Geworden bist Du wie eine Witwe, Herrin der Heidenvölker; die Herrscherin der Provinzen ist zu einer Tributzahlerin geworden.