„Einen guten Kampf habe ich gekämpft“ oder die katholische Dolchstoßlegende

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Wie wir heute aus katholisches.info erfahren haben, hat (vorerst?) die tapfere Postulantin und Rechtsanwältin Claudia Schwarz gegen den Kampf gegen die vatikanischen Mühlen der Justiz verloren und das Brigittenkloster von Altomünster wird aufgelöst. Die Apostolische Signatur hat die Auflösung des St. Brigitta-Klosters bewilligt, weil Claudia Schwarz als keine offizielle Postulantin anerkannt wurde und somit, nach der Apostolischen Signatur, also dem höchsten Gericht des Vatikans in Sachen Orden, von dem es keine weitere Berufung gibt, im Kloster Altomünster

„es keine Kandidatinnen, Postulantinnen oder Novizinnen gab“,

so katholisches.info.

Es hilft alles nichts, dass Claudia Schwarz eine Postulantin war und, nach spiegel.de, sie fünf Frauen gefunden hatte, „die nun auch in den Brigittenorden eintreten wollten“, was das Erzbistum München-Freising, das nun das Kloster samt Besitz und Land übernehmen kann, nicht bestätigen konnte oder wollte. Claudia Schwarz konnte soviel anwaltliches Fachkönnen und Recht haben wie sie nur wollte. Franziskus hat die Frauenorden zum Aussterben verurteilt und nachdem er Burke gefeuert hatte, natürlich die Apostolische Signatur so besetzt, dass es seinen Wünschen genehm ist. Da DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) aus einem äußerst korrupten osteuropäischen Land stammt, so weiß er, dass in solchen Verhältnissen nicht das Recht zählt, sondern das,  dass man mit eigenen Leuten die Schlüsselpositionen, ein Prälat und Richter der Rota Romana ist neulich wegen Kinderpornographie verhaftet worden. Man besetzt diese Positionen natürlich vorwiegend in der Justiz, falls man selbst in den Knast kommen sollte. Claudia Schwarz hätte auch 20 Kandidatinnen finden können, wenn das Erzbistum beschlossen hat das Kloster zu übernehmen und da Kardinal Marx, der C9-Kardinal, wohl für die Finanzierung der nächsten Papstwahl Geld braucht, so hat nichts ihr geholfen. Dies tut uns leid, aber es war wirklich vorauszusehen.

Warum wollen denn die jetzigen Vatikan-Besetzer, von der Geldgeilheit abgesehen, die kontemplativen Frauenorden auslöschen, siehe Vultum Domini Quaerere? Damit zu Gott kein wohlgefälliges Gebetsopfer aufsteigt, denn so eine kontemplative Nonne, falls sie wirklich ihre Berufung lebt, hat einen anderen „Umrechnungsfaktor“ als Sie und ich. Sie produziert ein heiliges „Energiefeld“, welche die Welt heilig und den Dämonen verhasst ist. Deswegen geht es den heiligmäßigen Orden, wie neulich der Priesterbruderschaft der Heiligen Apostel, an den Kragen. Die Dämonen spüren die Heiligkeit und informieren den Franziskus und seine Mannen. Wenn also eine Ordensgemeinschaft oder Priesterbruderschaft vom Vatikan noch nicht verboten wurde, dann stellt dies ihr kein gutes Zeugnis aus.

„Ein anständiger Bürger sitzt im Gefängnis“,

soll Joseph Stalin gesagt haben und in seinem Reich saßen die Anständigen ein, falls sie vorher nicht hingerichtet wurden. Wir erleben zurzeit dasselbe und freuen uns in der Welt zu leben, wo wir soviel beten, fasten und sühnen können, wie wir nur wollen.

„In einem Orden könnten Sie dies nicht tun“, meint immer eine bekannte Ordensfrau zu DSDZ, „seien Sie froh, dass Sie in der Welt leben“.

Ja, DSDZ ist froh darüber, jetzt mehr als zuvor. Aber wohin sollen all die Menschen mit einer Ordensberufung gehen? Nirgends, denn es gibt fast keine Orden, was Hilary White für Frauenorden bestätigen kann.

Warum gibt es heute kaum Ordensberufungen?

Aus zweierlei Gründen:

  1. Novus Ordo bringt fast niemanden auf eine Stufe des religiösen Lebens, auf welcher er über eine ganzheitliche Lebenshingabe aus Gott nachdenkt.

Falls er/sie es dennoch tut, dann

  1. Gibt es keine (a) Orden und/oder (b) Seminare, wo man diese Berufung realisieren könnte.

Erläutern wir hier nur den zweiten Punkt.

Warum gibt es keine Orden, die Heiligkeit und Andersartigkeit ausstrahlen?

Weil nach dem Konzil man sich der Welt angleichen sollte und das letzte „Lehrschreiben“ des Antipapstes Franziskus Gaudete et Exultate, welche der nachkonziliaren Entwicklung das I-Tüpfelchen aufsetzt, bestätigt es durch und durch. Da der außerweltliche, d.h. der transmundane und transzendente Gott, zu einem innerweltlichen, d.h. immanenten, panentheistischen und panentheistischen Gott der Nachkonzilszeit wurde, zu einem „Gott des Miteinanders“ also und ein  solcher Gott niemanden anziehen, denn es ist nicht der wahre Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Die gesamten nachkonziliare Entwicklung führte zu einer Auslöschung der Orden und diejenigen, die es noch gibt, sind dermaßen verkommen, ausgetrocknet und verzweifelt, dass man niemanden empfehlen kann dorthin einzutreten.

Wie fing es an?

Durch die Veränderung der Liturgie, durch die Abspeckung der Liturgie. DSDZ macht ständig irgendwelchen Sport und weiß, dann man, z. B, beim Kraftsport zweierlei braucht:

a) Die Übungen – die Askese

b) Die Nahrung – die Proteine

Im Falle des Ordenslebens ist (a) die Ordensregel und alle Ordensregeln wurden nach Vat. II „reformiert“, d.h. entheiligt, abgespeckt, um sie „der heutigen Welt anzugleichen“. Aber das Ordensleben dient nicht dazu sich der Welt anzugleichen, sondern vor der Welt zu fliehen und Gott zu suchen. Es gibt also kein Training. Durch die Liturgiereform wurde den Orden (b) die Nahrung entzogen, denn sie können sich weder mit dem Novus Ordo Brevier noch mit den Psalmen nähren. Und somit wachsen die Orden, mangels (a) und (b) nicht und können niemanden anziehen. So einfach ist das und die „Reformer“ oder Zerstörer haben es vorausgesehen, unter Einfluss der Dämonen, denn kein Mensch ist so vorausschauend. Franziskus setzt einen Sargnagel nach dem anderen und freut sich, wie hier.

Warum tut er das?

Weil er Gott hasst.

Warum?

Weil er in Sünde lebt und als diabolischer Narzist die Eigenschaften von Dämonen verinnerlichte.

Er kann zwar den nicht leidensfähigen Gott nicht angreifen, aber die irdische Kirche, so gut er kann, zerstören.

Warum lässt das Gott zu?

Weil er sich Franziskus bedient, um all das Unheilige auszumerzen und irgendwann einmal einen heiligen Rest aufleben zu lassen, der die Kirche erneuert.  Franziskus ist wie eine Säure, die alles zerstört, ist man nicht fest und widerstandsfähig genug, so wird man aufgelöst. Schauen Sie, wir haben keine Priester, keine Bischöfe und keine kirchliche Hierarchie. Die haben doch alle keinen Glauben, denn sonst hätten sie doch schon längst gehandelt. Bergoglio leugnete wieder einmal die Existenz der Hölle, wieder eine formelle Häresie. Aber wen wundert es? Die Kirche ist hierarchisch und pyramidenförmig. Wenn sie fast nur ungläubige, Konkubinarierpriester haben, ebensolche Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle, dann hat man früher oder später solch einen Papst, weil es keine anderen gibt, die man hätte wählen können, so ist auch Alexander VI. Papst geworden. In unserem Falle betrug das „Früher oder Später“ ganze 51 Jahre von Konzilsbeginn 1962 gerechnet. Ja, Bergoglio ist wirklich die Frucht des Konzils.

Was können wir tun?

Spenden Sie etwas, damit DSDZ weniger Stunden in seinem derzeitigen Brotberuf vergeudet und Ihnen

  • eine schöne Einführung zum Beten des Diurnale schreibt,
  • das Diurnale auf Deutsch und Lateinisch schön einspricht,
  • und dieses als Podcast, zum bezahlten Download, anbieten kann.

So erhalten Sie:

  1. eine Einführung zum Brevierbeten im Do-It-Yourself Modus
  2. Gebete, die man Nachsprechen kann und dabei Latein lernt,
  3. Etwas, was man sich nebenbei im Auto oder bei der Hausarbeit nebenbei laufen lassen kann.

DSDZ hat zwar all diese Texte schon eingesprochen, es sind ca. 26 Stunden, aber die Audio-Qualität ist leider zu schlecht als man es als Produkt anbieten könnte, denn es geht ja schließlich um Liturgie. DSDZ muss ausgeschlafen und entspannt sein, damit seine Stimme gut klingt und er konzentriert sprechen kann, sodass, sozusagen Geld von Geld kommt. Werden wir diesen Podcast samt Einführungstext anbieten, dann kaufen Sie sich hoffentlich ein Diurnale und „beten zurück“ Bergoglio zum Trotz. Und die können uns nichts tun, ätsch!

P.S.

Update vom 15.03.2018

Die neuesten Nachrichten von Claudia Schwarz lauten, nach einem Kommentar aus katholisches.info  wie folgt:

Ich würde mich freuen, wenn Sie nicht nur die inhaltlich falsche Wiedergabe des Dekrets der Apostolischen Signatur durch das Ordinariat München und Freising zitieren würden, sondern auch berücksichtigen würden, daß es in dem Dekret nicht heißt, es gäbe uns Kandidatinnen und Postulantinnen nicht, sondern daß dort steht, daß wir wie auch Schwester Walburga, die im römischen Zweig des Birgittenordens Profeß abgelegt hatte, bei der Auflösungsentscheidung nicht zu berücksichtigen sind.

Nähere Ausführungen sind auf facebook zu finden.  Für alle, die kein FB haben. Die Apostolische Signatur hat nicht geschrieben, dass es keine Kandidatinnen gibt, sondern dass „diese nicht zu berücksichtigen sind“. Wir hatten also recht, Claudia Schwarz hätte auch 50 Kandidatinnen bereitstellen können, wenn Vatikan sie nicht berücksichtigen will, dann wird man sie nicht berücksichtigen.  Und was ändert das? Gar nichts. Gegen Willkür ist man machtlos. Quod erat demonstrandum – was zu beweisen war.

Kayfabe, Teamplayer und „der gute, alte Benedikt“

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Die jetzige Lage

Am Montag den 12.03.2018 brachte das Portal onepeterfive eine Nachricht, welche dem letzten Benedikt-Fan das Herz brechen wird. Unter Berufung auf mehrere, einander ergänzende Quellen gibt Maike Hickson, die Journalistin des Portals, bekannt, dass es Papa emeritus Benedikt XVI. war, welcher bei einem Mittagessen mit Kardinal Schönborn, während der unseligen Synode über die Familie im Jahre 2015, zusammentraf, um zwischen Schönborn und dem deutschsprachigen Gremium, welches erfolgreich die Kommunion für Ehebrecher pushte und Kardinal Müller, seinem Schüler, zu vermitteln. Kurz und gut: wir verdanken es Benedikt, dass Müller nicht intervenierte und später den Überraschten spielte. Benedikt hat uns also nicht nur den Papa Bergoglio, sondern auch Amoris Laetitia eingebrockt, welche von einem Mann veröffentlich wurde, dem Benedikt, der „Startheologe des Vat. II“, eine „gründliche philosophische und theologische Bildung“ zuerkennt. Nein, Sie sind nicht im falschen Film und dieser Brief ist auch keine Fälschung. Benedikt XVI. hat ihn tatsächlich geschrieben und weist darin selbst auf eine „innere Kontinuität“ zwischen den beiden Pontifikaten hin. Es gibt Benedikt-Fans da draußen, welche alle Argumente ablehnen werden, die gegen ihr Idol gehen, indem sie sagen werden:

  • „Dieser Brief ist nicht echt.“
  • „Man hat ihn gefälscht.“
  • „Der arme Benedikt fürchtet um sein Leben.“
  • „Er steht unter Drogen und weiß nicht, was er sagt.“
  • „Es ist ein göttliches Geheimnis, das wir, kleine Würmer, nicht ergründen können.“

Das stimmt aber alles nicht, denn wenn man den Verstand, eine große Gabe Gottes, einschaltet, dann lautet die konsistente Antwort auf all diese Ungereimtheiten so, dass Benedikt einfach selbst zu der modernistischen, kirchenzerstörerischen Mafia gehört, die Ansichten von Bergoglio teilt und selbst ein guter Teamplayer ist.

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David Martin, War die Revolution des II. Vatikanischen Konzils Wirklichkeit oder nur eine Missinterpretation? (2 von 2)

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Was wäre aber, wenn die konservative Fraktion gewonnen hätte und wenn durch dieses Konzil tatsächlich die Irrlehren der Moderne verurteilt worden wären, wie es geplant war? Was war denn geplant? Das kann man anhand der originellen Schemata des Konzils ersehen, die hier auf Englisch zu lesen sind. Kurz, klar, präzise und katholisch. Aber überhaupt von Fraktionen innerhalb der Kirche zu sprechen, ist eine Schande, denn die Kirche ist keine Partei. Es lässt sich nur von mehr oder weniger Heiligkeit, mehr oder weniger Gott entgegen kommen, sprechen. Wie ungläubig und die Kirche hassend müssen diese Männer der „Reform“ gewesen sein. Wieviele Miliarden von Seelen haben sie auf dem Gewissen. Wem hat es denn geschadet, dass nach der Messe noch die Leoninischen Gebete gebetet wurden. Den Dämonen, nicht den Menschen, denn diese zusätzlichen 5 Minuten ändern wirklich nichts.  Warum soll man denn „zum Volk hin zelebrieren“? Ist das Volk Gott? Warum muss der Priester im Mittelpunkt sein? Wird er angebetet? Ist er Gott? Ist dieser ganze Novus Ordo nicht ein Menschenkult? Das hat doch tatsächlich Paul VI. gesagt, dass die Kirche von nun an dem Menschen helfen wird dem Menschen sein irdisches Los zu meistern. Das ist die Horizontale, wo ist aber die Vertikale? Der Mensch kann sein Los selbst meistern, dafür braucht er keine Kirche. Wie man es dreht und wendet: Bei Novus Ordo geht es um den Menschen, nicht um Gott. Dem Schreiber dieser Zeilen wird immer mehr klar, wie sehr die Neue Messe Gott beleidigt. Der Priester und die Gemeinde schauen sich in die Augen und der Priester unterhält die Leute ein bißchen. Frauen in Stolas betreten das Podium, um auch „etwas beizutragen“, aber die Stimmung will irgendwie nicht aufkommen und das Publikum bleibt weg.

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David Martin, War die Revolution des II. Vatikanischen Konzils Wirklichkeit oder nur eine Missinterpretation? (1 von 2)

Anbei publizieren wir einen Text von David Martin, der auf onepeterfive erschienen ist, in der vorzüglichen Übersetzung von Eugenie Roth.  Es läßt sich nicht leugnen, dass traditionelle und traditionalistische Internetseiten eine bestimmte Hartnäckigkeit bei der Behandlung des Zweiten Vatikanischen Konzils an den Tag legen. Man könnte bösartig von einer Zwangsneurose sprechen, als gäbe es nichts anderes. Ihr Pfarrer mit der Pastoralassistentin um die Ecke werden Ihnen sagen:

„Lassen wir das Konzil gut sein, machen wir miteinander weiter“. 

Aber was sollen wir machen? Wie sollen wir es machen? Was ist das Ziel unserer Aktivität? Das Konzil hat dermaßen die Inhalte des katholischen Glaubens ausgehöhlt, dass man nicht mehr weiß, was ihn eigentlich ausmacht, am wenigsten weiß es Ihr Pfarrer, der sich diese Fragen gar nicht stellt. Warum beschäftigen wir uns dermaßen mit dem Konzil? Weil seine Auswirkungen uns persönlich betreffen. Wie denn?

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Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (3 von 10). Häresien bei JP2?

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Häresien in den Lehren von Johannes Paul II?

Der Satz, dass Christen und Muslime an denselben Gott glauben, hatte aber doch tatsächlich Johannes Paul II, im Stadion Mohammed V. von Casablanca (Marokko) vor 80.000 islamischen Jugendlichen am 19. August 1985 gesagt:

Wir haben als Christen und Muslime viele Dinge gemeinsam, als Gläubige und als Menschen. […] Wir glauben an denselben Gott, an den einzigen Gott, an den lebendigen Gott, an den Gott, der die Welten schafft und Seine Geschöpfe zu ihrer Vollendung führt. […]

Es ist also Gott, auf Den sich mein Denken bezieht und zu Dem sich mein Herz erhebt: von Gott selbst möchte ich vor allem zu euch sprechen; von Ihm, weil Er es ist, an Den wir glauben, ihr Muslime und wir Katholiken, und ich möchte zu euch auch über menschliche Werte sprechen, die ihr Fundament in Gott haben, die Werte, welche die Entfaltung unserer Personen betreffen, aber auch die unserer Familien und unserer Gesellschaften wie auch die der Internationalen Gemeinschaft. […] So komme ich zu euch heute auch als Glaubender. Ich möchte hier ganz einfach ein Zeugnis davon geben von dem, was ich glaube, von dem, was ich für das Wohl meiner Menschenbrüder wünsche, von dem, was ich aus Erfahrung für alle als nützlich ansehe.“

Der Papst sagt also, dass wir Christen und Muslime „an denselben Gott glauben“. Dies ist sachlich falsch, denn Christen glauben an die Trinität und Muslime nicht. Außer der Dreifaltigkeit, so lehrt die Kirche, gibt es keine göttliche Natur (DH 188, 851). Aber es ist dennoch keine Häresie (sententia haeretica), weil die Kirche nirgend definiert hat:

„Wer behauptet, dass Christen und Muslime an denselben Gott glauben, der sei ausgeschlossen“.

Kein Mensch ist auf Idee gekommen, besonders im ordentlichen Lehramt eines Papstes, so etwas zu behaupten. Wenn es stimmen würde, dann wäre der Gott der Christen nicht trinitarisch und sie würden einen nicht näher spezifizierten Monotheismus vertreten, was sie nicht tun. Dies sagt der Papst aber nicht, indem er etwa behauptet:

Der christliche Gott ist einer, aber er ist nicht trinitarisch.

Deswegen ist die Aussage des Papstes keine Häresie, im Sinne einer sententia haeretica.

Unserer Einschätzung nach erfüllt der päpstliche Satz aus der Casablanca-Rede, nach dem o.a. Schema der Zensuren, die folgenden Kriterien:

I. Was die Glaubenslehre selbst (doctrina ipsa) anbelangt:

  1. Der Häresie nahe Meinung (sententia haeresi proxima)

II. Was die Art und Weise (modum) der Darstellung der Glaubenslehre anbelangt:

  1. Mehrdeutige Meinung (aequivoca)
  2. Unklare Meinung (ambigua)
  3. Vermessene Meinung (praesumptuosa)
  4. Trügerische Meinung (captiosa)
  5. Verdächtige Meinung (suspecta)
  6. Übel klingende Meinung (male sonans)
  7. Fromme Ohren verletzende Meinung (piarum aurium offensiva

III. Was die Auswirkung (effectum), welche diese Meinung auf die Gläubigen ausüben könnte.

  1. Ärgernis erregende Meinung (scandalosa)

Hat denn Papst Johannes Paul II eine formelle Häresie in forum externum durch diese Aussage begangen? Nein, er hat der Häresie nahe Meinung (sententia haeresi proxima) öffentlich geäußert, das zweitschlimmste Vergehen also.

 Man muss bei diesen Zensuren wie bei der Bestimmung des Strafmaßes im Strafrecht denken. Im deutschen Rechtskreis besteht eine Straftat aus drei Bestandteilen::

  1. Tatbestand,
  2. Rechtswidrigkeit und
  3. Schuld.

Angenommen jemand pustet jemandem bei einem Streit ins Gesicht. Ist der Tatbestand einer schweren Körperverletzung damit erfüllt? Nein.  Jemand gibt jemanden eine leichte Ohrfeige? Körperverletzung  – ja, schwere – nein. Jemand schlägt jemanden, der vorher Box trainiert hatte mit einem Schlagring ins Gesicht. Schwere Körperverletzung? Ja.

Ebenso muss man bei der Bestimmung der theologischen Zensuren zuerst den Tatbestand bestimmen:

  1. Hat er es geschrieben.
  2. Har er es tatsächlich gesagt und es autorisiert.
  3. Hat er offiziell und nicht privat gesprochen.

Danach die Rechtswidrigkeit anhand des Denzingers und der Notae theologicae, sowie die Schuld, welche bei einem Papst, also einem studierten Theologen recht hoch ist, einzuschätzen. Dennoch muss ein Papst tatsächlich eine Häresie sensu stricto im Sinne einer sententia haeretica begehen, wie es Franziskus mehrmals in Amoris Laetitia getan hat, um der Häresie angeklagt werden zu können, was leider niemand tut.

Um auf JP2 zurückzukommen, so sagt er den muslimischen Jugendlichen, quasi seine private Meinung, indem er seinen, persönlichen Glauben mit ihnen teilt. Er tut dies mit den Worten:

Es ist also Gott, auf Den sich mein Denken bezieht und zu Dem sich mein Herz erhebt: von Gott selbst möchte ich vor allem zu euch sprechen; von Ihm, weil Er es ist, an Den wir glauben, ihr Muslime und wir Katholiken, und ich möchte zu euch auch über menschliche Werte sprechen, die ihr Fundament in Gott haben

Der Papst spricht also hier von seiner eigenen Gottesvorstellung, die leider keine katholische Gottesvorstellung ist. Und er tut dies als Papst. Dies ist dennoch immer noch keine Häresie. Unserer Meinung nach hat die assistentia negativa auch Johannes Paul II, da er Papst und kein Antipapst war, davor bewahrt formelle Häresien zu verkünden, obwohl ihm, unseres Erachtens, die zweit schlimmste theologische Zensur – der Häresie nahe Meinung (sententia  haeresi proxima) mehr als einmal zugeschrieben werden kann. Dennoch zog Gott die Reißleine und, unseres Erachtens, ist es bei JP2 zu keiner Häresie gekommen, was nicht bedeutet, dass er orthodoxe katholische Lehre lehrte. So kompliziert kann es werden nach Vat. II.

Don Pietro Leone, Die Kirche und Asmodeus. (7 von 7) Schlussfolgerung und status quo.

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Schlussfolgerung

Die Absicht, diesen Aufsatz zu schreiben, war es, zu untersuchen, wie die fleischliche Begierde, oder deutlicher der Geist der Hurerei oder Unreinheit in der Lage war, in das Innere der zeitgenössischen Kirche einzudringen. Wir haben uns die Mühe gegeben, sie/ihn durch verschiedene Kanones des Neuen Kirchenrechts und verschiedene Lehren des jüngsten Lehramtes im Zweiten Vatikanische Konzil zurückzuverfolgen, in denen der Geist der gefallenen Welt offiziell in die katholische Kirche einbrach.

Dieser unreine Geist  stimmt mit der Weltvision der Sexualität überein. Unsere frühere Analyse dieser Vision zitierend und kurz auf den Zeitraum vom letzten Vatikanischen Konzil bis zum gegenwärtigen Pontifikat hinweisend, sollten wir fortfahren zu untersuchen, inwieweit dieser Geist die Enzyklika Amoris Laetitia formt.

A. „Sexualität hat keine besondere Zielsetzung. Ihr Gebrauch ist angenehm und ein Mittel, um Liebe zwischen zwei Personen auszudrücken, die nicht unbedingt miteinander verheiratet sind.“

     Wir haben gesehen, wie Gaudium et Spes den Begriff  „Zielsetzung“ unterdrückte, umso deutlicher unterdrückt im im Neuen Kirchenrecht,  wenn man die alten und die neuen Kanones vergleicht. Anschließend, bis hin zu Amoris Laetitia, hat die Fortpflanzung und Erziehung der Kinder nie wieder ihren bisherigen, traditionellen Status wiedergefunden.

Die Unterdrückung dieses Begriffs, entweder durch Isolierung oder in Verbindung mit der Bezeichnung „primär“, markiert sicherlich den Einbruch des Dämons Asmodeus[1] in die Bastion der beständigen kirchlichen Ehelehre.

     Es ist diese Unterdrückung, die einer undefinierten „Liebe“ erlaubt hat, sich in den Vordergrund einer Eheethik zu drängen, in der zeitgenössische Kirchenmänner nicht einzig und allein die Sexualität als angenehm ansehen (in Übereinstimmung mit den oberflächlichen weltlichen Einstellungen).

In dem von Gaudium et Spes eröffneten Zeitraum deutete das kirchliche Lehramt mehr und mehr an, dass diese „Liebe“ mit erotischem Inhalt tatsächlich der primäre Ehezweck sei,  bis die Enzyklika Amoris Laetitia endlich beide Lehren explizit aussagte (siehe oben).

Bis zu diesem Punkt stellt die Enzyklika nur eine Entwicklung der jüngsten ehelichen Heterodoxie dar; in ihrer Befürwortung des Ehebruchs dagegen stellt sie ein Novum besonderer moralischer Schwere dar, sich immer enger an den Geist der Welt in all seiner eigensinnigen und unverschämten Kühnheit[2] schmiegend.

B. „Die Sexualität ist uneingeschränkt gut und kann mit vollkommener Zulassung benutzt und besprochen werden“

Das unqualifizierte Gutsein der Sexualität wurde seit dem Konzil durch die Unterdrückung der kirchlichen Lehre über die Begierde der gefallenen Natur angedeutet. Diese Unterdrückung zeigte sich besonders im Kirchenrecht und in der Theologie des Leibes.

Ihr  vermeintliches Gutsein wurde von Papst Johannes Paul II. auf eine göttliche Ebene gehoben, wenn auch im Kontext der ehelichen Liebe als Ganzes.[3] In Übereinstimmung mit dieser Ansicht wurde die Ehe nicht mehr als der Jungfräulichkeit oder dem Zölibat untergeordnet angesehen. Papst Franziskus folgte seinem Vorgänger, zumindest bei letzterem.

    Beide Päpste, während sie die kirchliche Lehre über die Sünden gegen die Reinheit[4] aufrechterhielten, sprechen über solche Themen mit völliger Zulassung[5], Papst Franziskus empfiehlt diese Erlaubnis auch öffentlich, da er die Schulprogramme der „Sexualerziehung“ unterstützt.

C. „Sexualmoral wird durch die Grundsätze des Hedonismus festgelegt“

    Während die Kirche ihre Position der Schwere der Sünden gegen die Reinheit offiziell weiterhin beibehält, beobachten wir, wie die jüngsten Veränderungen im Kirchenrecht und im Lehramt die Tür zum Empfang der heiligen Kommunion im Stand der Todsünde unter bestimmten Bedingungen geöffnet haben. Die Vorkehrungen von Papst Franziskus für die Kommunion für Ehebrecher (auch unter bestimmten Bedingungen), muss im Einklang mit dieser Entspannung der eucharistischen Disziplin gesehen werden.

   Wie oben erwähnt, ist die große Neuheit von Amoris Laetitia die Befürwortung des Ehebruchs. Angesichts dieser Laxheit kann man sich nicht nur über die päpstliche Analyse der Sexualität der zeitgenössischen Jugend in ausschliesslich soziologischer und psychologischer Hinsicht ohne jeden Hinweis auf Moral beunruhigen, sondern auch über das völlige Fehlen einer Verurteilung der Unkeuschheit, ob allein oder mit einem anderen. In der Tat, wie wir oben beobachtet haben, scheint er aktiv dazu ermutigen, wie in der Phrase:

„Das Wichtigste ist, ihnen die Sensitivität gegenüber verschiedenen Ausdrücken der Liebe zu lehren …“ in Vorbereitung „für die sexuelle Vereinigung in der Ehe als Zeichen einer allumfassenden Verpflichtung durch alles bereichert, was dem vorausging.“

Was ist die Natur der Liebe, die die „sexuelle Vereinigung“ bereichern soll, wenn es nicht sexuelle Liebe ist? Aber wenn der Verfasser des Textes das nicht beabsichtigt, weil es der kirchlichen Lehre widerspricht, warum sagt er das nicht?

      Kurzum, obwohl die Enzyklika den sexuellen Hedonismus nicht explizit fördert, befürwortet sie die Unkeuschheit in einem besonders schweren Fall (das heißt Ehebruch); Sie analysiert die Sexualität in Begriffen der Psychologie, die typischerweise mit einer hedonistischen Weltanschauung verbunden sind; Sie installiert einen freizügigen Geist unter den Gläubigen; und übergeht in vollständigem Schweigen die beständige kirchliche Verurteilung der Unkeuschheit.

                                                              *

Mit einem Wort, was wir immer deutlicher hören, vom Zweiten Vatikanischen Konzil an bis zur Enzyklika Amoris Laetitia, ist die Stimme der Welt. Diese Stimme verkündet die folgende Botschaft:

„Sexualität ist Liebe; Sie ist uneingeschrankt gut; und sollte für das Streben nach Glück verwendet werden“.

Kardinal Browne OP erwiesenermaßen korrekter Hinweis war, dass die im Konzil vorgeschlagenen Neuerungen den gesamten Sinngehalt der Ehe pervertieren würden.

   Man könnte sich vorstellen:

„Die Kirche hat mit der Zeit ihre Ansichten auch über  diese Angelegenheiten geändert.“

Worauf wir antworten würden: Die Kirche in ihren Verlautbarungen ist nicht wie eine Regierung oder eine Firma, die ihre Politik nach veränderten Umständen anpasst. Vielmehr ist sie Wächter und Lehrer: Wächter und Lehrer des Glaubens und der Moral. Glaube und Moral bilden die übernatürliche Wahrheit, die Offenbarung, das Depositum Fidei. Die Wahrheit in sich selbst ändert sich nicht, nur in der Fülle und der Tiefgründigkeit ihres Zeugnisses; die Offenbarung ist eine Offenbarung von x und nicht von y; Das Depositum Fidei ist so hinterlegt wie es ist und nicht wie alles mögliche.

   Angesichts der Wahrheit, die in letzter Instanz Gott selbst ist, sind die für den Menschen notwendigen Tugenden Demut, Gelehrigkeit, Gehorsam, Unterordnung und Unterwerfung. Der Mensch ist auf dieser Erde um zu dienen, er ist ein „nutzloser Knecht“ mit den Worten unseres Allerheiligsten Herrn, ein bloßes Instrument, ob er gleich Papst, König oder Laie ist. Wenn Konzilien oder Päpste es auf sich nehmen, das Unberührbare, Unveränderliche und Unreformierbare zu berühren, zu verändern oder zu reformieren, dann werden die Konsequenzen gravierend sein

                                                      

 Postscript

 Der Status quo

Unter den verschiedenen Demütigungen, die Amoris Laetitia folgten, wollen wir nur noch erwähnen: „Der Treffpunkt, Projekt zur affektiven und sexuellen Bildung für junge Leute“, der aus dem Päpstlichen Rat für die Familie stammt und unter den Jugendlichen auf dem „Weltjugendtag“ in Polen im vergangenen Jahr großzügig verteilt wurde. Hier begegnet der Personalismus von Papst Johannes Paul II. der sexuellen Amoralität von Papst Franziskus, in einer Verherrlichung der Liebe, in der nicht ein einziges Mal die Todsünde, noch die elterliche Verantwortung erwähnt wird. Das Dokument ist mit Erotik aufgeladen, die auch mit Pornografie nicht spart, was völlig verwerflich ist.

   Die Glorifizierung der Erotik hat einen Schleier der Dunkelheit über die Ehe und die (vollkommene) Keuschheit geworfen: über die Ehe, indem sie ihre Zielsetzung – die Zeugung von Kindern verdeckt, bis hin zur (vollkommenen) Keuschheit, deren Realisierbarkeit verdunkelt wird. Das Ergebnis ist, dass verheiratete Paare in die Ehe eintreten, ohne zu wissen, was sie ist, um dann mit dem Versagen des Vorhabens zu enden, während immer weniger junge Menschen in den geistlichen Stand treten[6]. Denn die Ordensleute legen ein Gelübde vollkommener Keuschheit ab, aber wenn die Kirche nicht mehr erklärt, was dieses Gelübde ist oder was es bedeutet, warum sollte es ein junger Mensch ablegen? Und wenn die Ehe auf dem gleichen Niveau ist wie der geistliche Stand (welcher Jungfräulichkeit / Zölibat in seiner kirchlichen Form darstellt), warum dann die Mühe, den letzteren anzunehmen?

   Die Hierarchie und der Klerus versagen in ihrer Pflicht, den Glauben zu diesen Themen bekanntzumachen. Eine Anzahl ihrer Mitglieder scheinen durch denselben Geist der Erotik gesättigt, den sie predigen. Sie fordern die Befreiung vom Zölibat, und ihre Skandale[7] setzen sich von Tag zu Tag so monoton wie ekelerregend fort. Hier sehen wir Asmodeus wieder am Werk, in dieser seiner für ihn erfreulichsten und endgültigen Aufgabe: der Verseuchung der Kirchenmänner und der kirchlichen Lehre.

   Gott wird übergangen und ignoriert, mitsamt seiner der menschlichen Natur eingeschriebenen Bestimmung, der Zeugung von Kindern für die Bevölkerung des Himmels; mitsamt der Liebe zu Ihm, die die totale sich selbsthingebende Liebe ist, welche in der Eucharistie im Stand der heiligmachenden Gnade empfangen wird, oder in der Liebe der vollkommenen Keuschheit, der Liebe der Reinheit, der übernatürlichen Liebe der Barmherzigkeit in ihrer vollkommenen Hinordnung auf Ihn, der Liebe des ungeteilten Herzens, der Liebe, die gesegneter und erhabener und ein vollkommeneres Zeichen der Vereinigung Christi mit seiner Kirche ist als selbst die Ehe[8], der Liebe von der unser Allerheiligster Herr sagte:  Selig sind die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen“.     

                      

 Sancta Maria, ora pro nobis

Mater purissima, ora pro nobis

Mater castissima, ora pro nobis

Sancte Joannes Evangelista, ora pro nobis

Sancte Aloisi Gonzaga, ora pro nobis

Sancte Dominice Savio, ora pro nobis 

Sancte Joannes Baptista, ora pro nobis

Sancte Joannes Fisher, ora pro nobis

Sancte Thoma More, ora pro nobis 

A spiritu fornicatione, libera nos, Domine.

[1] Dementsprechend haben wir als Frontseite für dieses Essay ein Detail aus dem Isenheimer Altar von Matthäus Gruenewald gewählt, der einen androgynen Dämon darstellt, der eine Kirche stürmt.

[2]  In Verbindung damit stellen wir die intellektuelle Verlogenheit der Argumentation für den Ehebruch (wie oben analysiert) fest. Was kann eine Argumentation gegen das Naturrecht und den Glauben anderes sein? Solch eine Verlogenheit war ein Merkmal des Konzils (siehe das Buch über das Zweite Vatikanische Konzil von Professor de Mattei) aber das hier ist sicher das erste Beispiel in einem päpstlichen Dokument.

[3] wenn auch in das theologische Problem eingeschlossen, siehe oben.

[4] Obwohl zweifelhaft im Falle von Papst Franziskus, siehe den nächsten Abschnitt.

[5] Papst Franziskus zögert nicht, mit großer Lässigkeit öffentlich von Perversionen in diesem Bereich zu sprechen

[6] Es scheint, dass die jüngsten vatikanischen Dokumente über das geweihte Leben dazu neigen, weiter zu seiner „Wertminderung“ beizutragen

[7] Lasst sie über die Schmerzen meditieren, die sie für sich selbst ansammeln, entweder im Fegefeuer, in dem eine strenge und gründliche Wiedergutmachung selbst für ein einziges Kreuzzeichen, welches ohne Ehrfurcht gemacht wurde, erzwungen wird, oder in den tiefsten Abgründen der Hölle, die für den verdammten Klerus reserviert sind. Oder falls sie kein Erbarnmen mit ihren eigenen Seelen haben, lasst sie wenigstens Mitleid mit den Opfer-Seelen bekommen,  die ihr Leben zur Sühne für die Sünden des Klerus angeboten haben.

[8] Vgl. Sacra Virginitas, Papst Pius XII

Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (2 von 10). Häresien bei Vat. II?

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Was ist Häresie?

Eine Häresie im eigentlichen Sinne ist in der Theologie sehr eng umrissen. Wir haben dazu bereits folgendes geschrieben.

Ad 1. Häretische Meinung (sententia haeretica) oder Häresie

Dies ist die schwerstwiegende Zensur. Eine häretische Meinung (sententia haeretica) ist diejenige Meinung, welche sich direkt (directe) und unmittelbar (immediate) der geoffenbarten katholischen Glaubenswahrheit widersetzt und zwar

  • (i.) als ihr entgegengesetzt (contrarie) oder
  • (ii.) ihr widersprechend (contradictorie).

Im Falle, dass die Glaubenswahrheit lautet:

            „alle Menschen werden auferstehen“

lautet (i.) die entgegengesetzte Meinung (propositio contraria):

            „kein Mensch wird auferstehen“

die (ii.) widersprechende Meinung (propositio contradictoria) hingegen lautet:

            „ein bestimmter Mensch wird nicht auferstehen“.

Sowohl (i.) als auch (ii.) sind häretisch, denn sie negieren die oben angeführte Glaubenswahrheit, prädikatenlogisch ausgedrückt mit Hilfe (ii) eines Existenzquantors ( oder ˅) „es gibt mindestens einen Menschen, der nicht aufersteht…“ oder mit Hilfe (i) eines Allquantors (“ oder ˄)  „Für alle (Menschen) gilt: sie werden nicht auferstehen.“[2]

Besteht eine Glaubensaussage aus mehreren Elementen wie z.B.:

„Christus ist (A) wahrer Gott, (B) wahrer Mensch, (C) geboren von der (D) Jungfrau Maria“

dann ist die Negierung nur eines Element die Negierung der ganzen Aussage, denn man kann nicht behaupten, dass (A) bis (C) zwar stimmen, aber (D) nicht, dass Maria keine Jungfrau war.

Der Gegenstand einer Häresie ist also die direkte Verneinung dessen, was lehramtlich als verbindlich definiert wurde und vereinfacht ausgedrückt eine Häresie richtet sich dagegen, was im Denzinger-Hünermann (Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen) steht. Es muss also etwas explizit definiert worden sein, um explizit als Häresie, im Sinne von (i.) und (ii.), verneint zu werden. Nur dann kann man von einer Häresie oder einer häretischen Meinung (sententia haeretica) sprechen.[1]

Häresien in den Dokumenten des Vat. II?

Bei der Bestimmung einer Häresie muss man logisch-juristisch vorgehen und zuerst nachprüfen, ob es ein katholisches Dogma gibt, gegen die sich die vermeintliche häretische Aussage (sententia haeretica) richtet. Anders formuliert, muss man untersuchen, ob die zu untersuchende Aussage (sententia) eine Lehraussage de fide betrifft.[2] Betrifft die zu untersuchende Meinung eine niedrigere Kategorie der Notae theologicae, dann ist es keine Häresie (sententia haeretica), sondern sie erfüllt, juristisch ausgedrückt, ein kleineres Strafmaß, da die Reihenfolge derjenigen Aussagen, welche die Glaubenslehre selbst (doctrina ipsa) betreffen wie folgt lautet:

  1. Häretische Meinung (sententia haeretica) oder Häresie
  2. Der Häresie nahe Meinung (sententia haeresi proxima)
  3. Nach Häresie schmeckende Meinung (sententia haeresim sapiens)
  4. Die Häresie begünstigende Meinung (sententia haeresi favens)
  5. Irrige Meinung (sententia erronea)
  6. Leichtfertige Meinung (sententia temeraria)

Um es noch anders zu formulieren: „Häresie“ ist ein theologischer und kirchenrechtlicher Fachbegriff, welche die höchste Verfehlung gegen die kirchliche Lehre bezeichnet, der aber höchst sparsam verwendet werden sollte, weil er wirklich höchst selten zutrifft. Daher zeugt der inflationäre Gebrauch des Häresie-Begriffes, wie z. B. hier angeführt,  leider von geringen theologischen Fachkenntnissen. Unsinn und Häresie sind zwei verschiedene Paar Schuhe, denn nicht alles, was den Glauben schädigt und die Gläubigen verwirrt, was natürlich schlimm ist, erfüllt den Tatbestand der Häresie.

Untersuchen wir in diesem Zusammenhang eine Leserzuschrift, die wir hier abschnittsweise anführen:

Also das hier ist doch eine Häresie der höchsten Kategorie:

Dogmatische(!) Konstitution Lumen Gentium 16:

„Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird.“

Dieser Satz ist keine Häresie, denn die Kirche lehrt: „Der Heilswille Gottes umfasst alle Menschen“. Wir zitieren hier ausschließlich zwei Aussagen des vorkonziliaren Lehramts, welche diese Lehre dogmatisch bestätigen:

So sagt die Synode von Quiercy, Mai 853

Kap. 3. Der allmächtige Gott »will, daß alle Menschen« ohne Ausnahme »gerettet werden« [1 Tim 2,4]; gleichwohl werden nicht alle gerettet. Daß aber manche gerettet werden, ist das Geschenk dessen, der rettet; daß aber manche zugrunde gehen, ist die Schuld derer, die zugrunde gehen. (DH 623)

 

Synode von Arles, i. J. 473: Unterwerfungsschreiben des Priesters Lucidus

„Auch hat Christus, unser Gott und Erlöser, was den Reichtum seiner Güte anbelangt, das Lösegeld des Todes für alle dargebracht; er will auch, daß keiner zugrunde gehe, er, der Erlöser aller Menschen ist, vor allem der Gläubigen, reich gegenüber allen, die ihn anrufen [Röm 10,12]. Und weil in so wichtigen Dingen dem Gewissen Genüge zu tun <ist>, erinnere ich mich, zuvor gesagt zu haben, daß Christus nur für die gekommen sei, von denen er vorherwußte, daß sie glauben werden [unter Berufung auf Mt 20,28; 26,28; Hebr 9,27]. Jetzt aber bekenne ich gerne aufgrund der Autorität der heiligen Zeugnisse, die sich im Bereich der göttlichen Schriften überreich finden und aufgrund der Lehre der Alten erschlossen sind, daß Christus auch für die Verlorenen gekommen ist; denn sie gingen zugrunde gegen seinen Willen. Es ist nämlich nicht recht, daß der Reichtum unermeßlicher Güte und die göttlichen Wohltaten nur auf die eingeschränkt werden, die offensichtlich gerettet sind. Denn wenn wir sagen, Christus habe nur denen Heilmittel gebracht, die erlöst sind, werden wir den Eindruck erwecken, die nicht Erlösten freizusprechen, die bekanntlich für die Verschmähung der Erlösung zu bestrafen sind.“ (DH 340)

Also, da der Heilswille Gottes alle Menschen umfasst, so umfasst er auch die Bekenner anderer Religionen. Gott möchte, dass sich alle zu Christus bekehrten und sich seiner Heiligen und einzigen Kirche, der katholischen Kirche anschließen. Natürlich umfasst der Heilswille Muslime, wie auch Vodoo-Anhänger oder Zoroastierner, denn er umfasst alle Heiden.

Also:

  1. Gott will, von seiner Seite aus, dass alle Menschen gerettet werden.
  2. Christus ist auch „für die Verlorenen“ gekommen, also auch für die, die, aufgrund ihrer eigenen Sünden, in der Hölle landen werden.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass alle gerettet werden, weil Menschen einen freien Willen haben, nach dem sie sich richten. Denn „umfassen“ bedeutet nicht „zum Heil“ oder zur visio beatifica (beglückende Anschauung) gelangen. Kein Mensch ist von vornherein von Gott ausgeschlossen, also jeder hat eine Chance, es liegt an ihm, was er damit macht. Wir wissen aber nicht, wen der Heilswille Gottes „besonders“ umfasst, denn das vorkonziliare Lehramt lehrt es nicht, und ob es Muslime sind oder es nicht sind. Die Kirche lehrt, dass die Vorauswahl Gottes, Seine freie Entscheidung ist (DH 1540, 1565, 1567, 628), die wir nicht kennen können, sodass jede Spekulation darüber obsolet ist.  Da es vor Vat. II keine dogmatische Aussage über Muslime gab, so kann der obige Satz keiner Lehre widersprechen, welche ausdrücklich als verbindlich zum Glauben vorgelegt wurde. Der o.a. Satz ist demnach keine Häresie.

Der Schreiber dieser Zeilen würde sich am meisten am Adverb „besonders“ stören, denn wir wissen nicht, warum ausgerechnet die Muslime, die von Anbeginn an zu den größten Feinden des Christentums gehörten „besonders vom Heilswillen Gottes umfasst werden“. An dieser Stelle scheinen die folgenden Zensuren angebracht:

I. Was die Glaubenslehre selbst (doctrina ipsa) anbelangt:

6. Leichtfertige Meinung (sententia temeraria)

II. Was die Art und Weise (modum) der Darstellung der Glaubenslehre anbelangt:

  1. Trügerische Meinung (captiosa)
  2. Verdächtige Meinung (suspecta)
  3. Übel klingende Meinung (male sonans)
  4. Fromme Ohren verletzende Meinung (piarum aurium offensiva)
  5. Wenigstens irrige Meinung (ad minus erronea)

III. Was die Auswirkung (effectum), welche diese Meinung auf die Gläubigen ausüben könnte, betrifft.

  1. Ärgernis erregende Meinung (scandalosa)

Fahren wir mit der Leserzuschrift fort:

Das wird sogar innerhalb der Konzilstexte selbst widerlegt:

Erklärung Nostra Aetate 3:

„Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, …“

Die Muslime glauben eben nicht nur an den einen Schöpfergott, von dem sie sonst nichts wissen; sondern sie sagen ausdrücklich in Bezug auf Jesus Christus, dass Gott keinen Sohn hat und dass Jesus Christus nicht Gott ist. Sie leugnen also ausdrücklich die Heilige Dreifaltigkeit.

Aber der oben zitierte Satz

„Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird.“ (Lumen gentium 18)

sagt aber gar nichts über den Glauben an Jesus Christus aus und deswegen ist er nicht auf die Erklärung aus Nostra Aetate 3 zu beziehen. Diese Erklärung ist auch richtig, Muslime glauben nicht an Jesus und verehren ihn als Propheten. Fahren wir weiter mit der Zuschrift fort:

Lumen Gentium behauptet aber, Katholiken und Muslime beten zum selben Gott. Lumen Gentium behauptet also, Gott wäre sowohl dreifaltig und nicht dreifaltig.

Das ist eine Verleugnung eines Glaubensdogmas. Zensur: Häresie.

Aber Lumen Gentium behauptet nirgends, dass sie es tun, was oben dargelegt wurde. Ebenso wenig wird in Lumen gentium die Heiligste Dreifaltigkeit in Frage gestellt.

[1] https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/05/24/was-ist-eine-haresie-die-kirchlichen-zensuren-2-zensuren-welche-die-glaubenslehre-selbst-betreffen/

[2] Siehe: https://traditionundglauben.wordpress.com/2017/08/11/notae-theologicae-oder-die-dogmatische-gewissheit-3-von/  https://traditionundglauben.wordpress.com/2017/08/14/notae-theologicae-oder-die-dogmatische-gewissheit-4-von/

Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (1 von 10) Einführung. Assistentia negativa.

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Da man gemachte Versprechen einlösen sollte, so fangen wir hiermit unsere Reihe an, die abwechselnd mit anderen Beiträgen präsentiert werden wird, in der wir darlegen werden, warum Bergoglio ein Antipapst ist. Wir fangen sozusagen von hinten an, indem wir die Konsequenzen darlegen und so scholastisch ex effectibus, von den Auswirkungen her schließen. Er ist ein Gegenpapst, weil ihm die Standesgnade fehlt, die ihn vom Irren abhält. Er irrte in Amoris Laetitia, indem er formale Häresien in einem Dokument des Lehramtes verbreitete, was in dieser Art und Weise kein Papst getan hat, er zerstört systematisch und mutwillig die Kirche, in einer Art und Weise, die unumkehrbar sein soll, so ist er kein Papst, denn kein Papst vor ihm hat dies getan oder versucht.

Die Ausgangslage

Jedem, der die Geschehnisse in der katholischen Kirche seit der Thronbesteigung von Jorge Bergoglio beobachtet, der am 13.03.2013 (Achtung Freimaurersymbolik im Datum) als der 266 (Achtung: zwei sechsen) den päpstlichen Thron bestieg, wird zumindest ein großer Unterschied zwischen dem Vorher, also der Zeit vor Bergoglio und dem Nachher, also der Zeit seit Bergoglio, sichtbar. Sogar die weltliche Mainstreampresse, von der katholischen Presse ganz abgesehen, hat festgestellt, dass Bergoglio nicht besonders fromm ist, das Religiöse an der Religion meidet und ständig fromme Katholiken („Neo-Pelagianer“, „Rosenkranzzähler“, „Karnickel“, „Selbstgerechte Pharisäer“ etc.) beleidigt.[1] Jemand, welcher der katholischen Kirche völlig unbefangen gegenüber stehen würde, z.B. ein Marsmensch, der plötzlich unseren Planeten besucht, würde sich die Frage stellen, warum der Chef einer so großen Organisation diese gegen die Wand fährt, seine eigenen Leute beleidigt und sein Verhalten dazu führt, dass der innere Widerstand gegen ihn wächst. Für gläubige Katholiken ist diese Situation noch schwieriger, weil Bergoglio seit seiner Wahl dermaßen viele Blasphemien und Häresien von sich gibt, dass sich ein ganzes Team von Theologen zum Blog Denzinger-Bergoglio zusammenfand, welches die bergoglianischen Häresien zusammenstellt und kommentiert. Andere Blogger wie Call me Jorge oder Pope Francis the Destroyer kommentieren dieses Pontifikat auch auf ihre eigene, weniger wissenschaftlich fundierte Art und Weise, indem sie eine Parallele zwischen einem Auftritt von Franziskus und einer nachfolgenden Katastrophe ziehen. Qualifizierter kritisieren das jetzige Pontifikat solche Blogs und Internetseiten wie onepeterfive, Rorate Caeli, Ann Barnhardt, Hilary White und Andere, darunter auch wir, obwohl wir, so gut wir können, hier auf Tradition und Glauben Papst Franziskus ausklammern, um das Katholische hochhalten zu können. Manchmal geht aber kein Weg an Franziskus vorbei.

Aus einer rein atheistisch-pragmatischen Sicht betrachtet, schädigt Papst Franziskus immens die Organisation, welcher er vorsteht, da er:

Dies ist eine rein äußerliche Sicht der Dinge, der jeder unvoreingenommen zustimmen wird. Eine Lage, über die sich ein jeder Kirchengegner freut, was die Popularität von Papst Franziskus in den Mainstream-Medien erklärt. Wir wollen aber jetzt auf eine andere Argumentations- und Überlegungsebene gehen, die darlegen wird, wer der Papst, theologisch betrachtet, wirklich ist.

Der Sinn des petrinischen Primats

Wir wollen an dieser Stelle nicht die Lehre vom Primat des Petrus darlegen, da wir davon ausgehen dass sie der Mehrheit unserer Leser mehr oder weniger bekannt ist.[3] Wir wollen uns vielmehr mit den geistigen und spirituellen Auswirkungen des Petrusamtes befassen. Nach der Dogmatik von Ott,

„[…] ist der Primat seiner Natur nach ein Amt zu Regierung der Kirche und [hat] den Zweck, die Einheit und Festigkeit der Kirche zu wahren, die Kirche […] nach dem Willen ihres Stifters zur Fortführung des Heilswerkes Christi für alle Zeiten unveränderlich fortbestehen [zu lassen]“.[4]

Was ist also der Zweck des Primats?

  1. Die doktrinäre und institutionelle Einheit und Festigkeit der Kirche zu wahren.
  2. Die Fortführung des Heilswerkes Christi unveränderlich fortbestehen zu lassen.

Was ist der Grund und die Folge der päpstlichen Unfehlbarkeit bei päpstlichen ex cathedra Urteilen?

Nach Ott:

„Der Hl. Geist hält den Träger des obersten Lehramtes vor einer falschen Entscheidung zurück (assistentia negativa) und führt ihn, wenn und soweit es nötig ist, durch äußere und innere Gnaden zur rechten Erkenntnis und Vorlage der Wahrheit hin (assistentia positiva). Der göttliche Beistand entbindet den Träger der unfehlbaren Lehrgewalt nicht von der Verpflichtung, sich mit natürlichen Mitteln, besonders durch Studium oder Offenbarungsquelle, um die Erkenntnis der Wahrheit zu bemühen. (Vgl. DH 3069 f.)

Die Folge der Unfehlbarkeit ist, dass die Kathedralentscheidungen der Päpste „aus sich“, d.h. ohne das Hinzutreten einer weiteren Autorität, unabänderlich sind, nicht erst auf Grund der Zustimmung der Gesamtkirche […]“.[5]

Schon an dieser Stelle bleibt einzuwerfen, dass die Argumente zur päpstlichen Unfehlbarkeit bei Franziskus im engeren Sinn nicht greifen, weil er, Gott sei Dank, bisher noch kein ex cathedra Urteil vorgelegt hat. Nichtsdestotrotz ist die von Christus gewollte und vom Hl. Geist begleitete Aufgabe des Papstes:

  1. Die doktrinäre und institutionelle Stärkung der Einheit der Kirche.
  2. Sicherung der Fortdauer des Heilswerkes Christi.
  3. Oberste Garantie des Erhalts der katholischen Wahrheit durch einen engeren Gottesbezug.

Unter dem Strich also dient das petrinische Primat oder das Papstamt dazu, dass ein Papst, so schlimm er persönlich auch sein mag, niemals die Kirche und ihre Lehre gänzlich korrumpieren kann, was ihre Lehre und Disziplin anbelangt. Wenn ein Papst Papst ist, dann hält ihn Gott davon durch die assistentia negativa – „die negative Assistenz“ zurück, sodass die Kirche auch sehr schlimmen Päpsten etwas Gutes verdankt. Nennen wir ein paar Namen, eins aus der Vergangenheit, andere aus der Gegenwart:

  • Alexander VI. – Ritus missae und Ordus servandus: heilsame liturgische Dokumente, Bekämpfung der Häresien in der Lombardei.
  • Johannes XXIII. – Blut Christi Verehrung, Veterum sapientia.
  • Paul VI – Humane vitae, “Agatha Christi – Indult”
  • Johannes Paul II. – ex cathedra Verbot der Frauenweihe, Lebensrecht, Indult-Politik,
  • Benedikt XVI. – Summorum pontificum

Wozu dient also das petrinische Primat auch beim ordentlichen Lehramt des Papstes? Es dient dazu, dass ein Papst bestimmte Grenzen niemals überschreiten kann, weil ihn die göttliche Allmacht durch seine Standesgnade davon abhält.

Wie sieht dies bei Bergoglio aus?

Ad 1. Stärkt er doktrinell und institutionell die Einheit der Kirche?

  • Nein, er produziert Häresien, Blasphemien, bewirkte eine de facto Kirchenspaltung durch die gegensätzliche Umsetzung oder Ablehnung von Amoris Laetitia durch verschiedene Bischofskonferenzen (Polen dagegen, Malta, Deutschland und Argentinen dafür).
  • Er hebt katholische Orden auf (Franziskaner der Immaculata) oder ersetzt ihre Führung (Ritter von Malta).
  • Er zerstört die kontemplativen Orden (Vultum Domini quaerere).[6]

Ad 2. Sichert er die Fortdauer des Heilswerkes Christi?

  • Nein, denn durch die sakrilegische Kommunion im Zustand der schweren Sünde werden sehr viele Seelen in der Hölle enden.
  • Durch die Abnahme der Priesterberufungen und de facto Aufhebung der kontemplativen Orden werden in absehbaren Zeit kaum Sakramente gespendet werden können und es wird auch kaum jemanden geben, der gottgeweiht, im Orden für die Kirche beten wird.
  • Das Heilswerk Christi wird nicht gesichert, weil der Inhalt des Glaubens nicht verkündet wird oder häretisch verändert worden ist.

Ad 3. Erhält er die katholische Wahrheit durch seinen Gottesbezug?

  • Er hat keinen Gottesbezug, seinen Blasphemien nach zu urteilen.

Bergoglio alias „Papst“ Franziskus hat also ein Antipontifikat kreiert, welcher keinen wie auch immer gearteten Abglanz des petrinischen Amtes durchscheinen lässt.  Wenn wir also annehmen, dass

1.Bergoglio tatsächlich Papst ist,

2. Und er das pertinische Amt inne hat, welches ihn vor Irrtümern schützt und den Fortbestand der Kirche sichert

dann müssen wir annehmen, dass

3. Gott sich selbst widerspricht, weil er zum Petrusamt jemanden berufen hat, der seine Kirche zerstört und seine Offenbarung verändert (Ehebruch ist erlaubt, Amoris Laetitia).

Zwar wird es immer noch ein paar nachkonziliaren Novus Ordo Theologen geben, welche erklären werden, dass „Papst“ Franziskus zwar die Kirche verändert, aber der Heilige Geist, der unvorhersehbar durch ihn wirkt, die Kirche zum Positiven verändert, was wir aber noch nicht sehen können, weil wir:

  1. zu blöd.
  2. zu sündig sind.

Sie werden uns also dieselbe Erklärung präsentierten, wie bei allen Päpsten der nachkonziliaren Zeit und bei der Umsetzung des Konzils. „Des Kaisers neue Kleider“: nur Dumme und schlechte Beamten können sie nicht sehen! Der Unterschied aber zwischen den nachkonziliaren Päpsten und Bergoglio besteht jedoch darin, dass sich, unseres Erachtens, weder in den Konzilstexten selbst noch im nachkonziliaren ordentlichen Lehramt eindeutige Häresien im Sinne einer sententia haeretica finden lassen.[7]

Ein sehr treffendes Argument bringt Ann Barnhardt in ihrem letzten Blog-Beitrag. Sie schreibt, dass angenommen, dass das petrinische Amt so weit reichen würde, dass ein Papst aufgrund seiner von Christus verliehenen Vollmacht auch die kämpfende Kirche zerstören könnte, so muss man die Frage stellen, warum dies in der Vergangenheit, auch bei sehr schlechten Päpsten, nicht eingetroffen ist. Die Antwort von Barnhardt lautet:

Weil sie Päpste und keine Antipäpste waren und sie deswegen über die assistentia negativa verfügten, welche sie vom Schlimmsten abhielt.

Sehr richtig argumentiert, auch wenn natürlich die Ausgangsprämisse falsch ist. Christus hat nicht das Petrusamt geschaffen, damit der Petrus-Nachfolger die Kirche zerstören kann.  Auch wenn es manchen schwer zu glauben fällt. Gott ist wirklich allmächtig und wenn Gott etwas nicht will, dann passiert dies nicht. Bei geweihten Personen hilft die Standesgnade, bei uns allen hilft die Standesgnade und die göttliche Vorsehung, welche uns durch verschiedene Mittel, manchmal auch natürliche, von etwas abhält, was man im Nachhinein erst erkennen kann.

Als Frage und Antwort zusammengefasst, lässt sich folgendes sagen:

Frage: Warum hält also Gott Bergoglio durch die päpstliche Standesgnade nicht davon ab, das zu tun, was er tut?

 

Antwort: Weil Bergoglio kein Papst ist und demzufolge über keine Standesgnade als Papst verfügt. Die assistentia negativa, „die negative Assistenz“, die ihn vom Irren abhält, steht ihm nicht zu.

Frage: Warum lässt Gott Papst Franziskus zu?

 

Antwort: Um uns alle und die nachkonziliare Entwicklung abzustrafen und ihre Konsequenzen zu zeigen.

[1] http://theweek.com/articles/685573/why-conservative-catholics-think-pope-francis-fraud http://www.latimes.com/world/europe/la-fg-pope-conservatives-2017-story.html https://www.theguardian.com/world/2017/feb/23/pope-francis-better-to-be-atheist-than-hypocritical-catholic http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2017-14/artikel/papst-allerlei-die-weltwoche-ausgabe-142017.htmlhttp://www.spiegel.de/politik/deutschland/franziskus-und-die-katholische-kirche-der-sponti-papst-a-1143566.html

[2] https://gloria.tv/article/U9Gt4SRgQcvo3M9tPeyxzDSVf http://benoit-et-moi.fr/2017/actualite/breve-de-sainte-marthe.html

[3] Falls nicht: Ott, Ludwig, Grundriss der Dogmatik, Bonn 201011, 396-408; Tanquerey, Adolphe, Synopsis Theologiae Dogmaticae, Vol. I, Paris 1937, 453-493. Hier gut und einfach in einer Predigt formuliert: http://www.glaubenswahrheit.org/predigten/chrono/1999/19991219/ Sehr kurz auf Deutsch und ausbaufähig: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Primat Gründlich auf Englisch: http://www.newadvent.org/cathen/12260a.htm

[4] Ott, 400.

[5] Ott, 406.

[6] https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/12/12/hilary-white-der-fruehling-ist-vorueber-meine-damen-1-von/ https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/12/21/warum-die-revolutionaere-immer-als-erstes-kontemplative-nonnen-zerschlagen/

[7] https://traditionundglauben.wordpress.com/category/kirchenkrise/zensuren/

Benedikts Brief oder How I abandoned Your mother

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Ausgangslange – die Kinder verlassen

Für alle, die sich nicht in modernen Fernsehserien auskennen. Der obige Titel ist eine Anspielung auf die amerikanische Sitcom How I met Your mother (HIMYM)– „Wie ich eure Mutter kennenlernte“, in der ein Vater in vielen, vielen Sitzungen und wohl Jahren (die Serie lief 9 Jahre lang) seinen Kindern erzählt, wie er deren Mutter traf. Die Serie HIMYM ist absolut nicht zu empfehlen und man muss junge Leute bedauern, die mit ihr aufwachsen und dann solch eine Vorstellung von Liebe, Freundschaft und Ehe hegen werden. How I abandoned Your mother bedeutet im o.a. Titel „Wie ich Eure Mutter verlassen habe“. Der Text von Ann Barnhardt „Der Brief eines abwesenden Vaters an seine Kinder“, den wir bald in der deutschen Übersetzung von davillatollkuehn vorstellen werden, ist dermaßen treffend und ergreifend, dass er wirklich Tränen in die Augen treibt.

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Der Fall Müller oder warum „die Wirklichkeit beißt“? (2 von 3)

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Der Fall Müller

Die o.a. Punkte 1. (ungläubig), 2. (kein spirituelles Leben) und 3. (Machtinteresse) lassen sich im Falle von Gerhardt Ludwig Müller gut belegen. Er promovierte 1977, also am nachkonziliaren Höhepunkt des Chaos‘ bei Lehmann zum Thema: Kirche und Sakramente im religionslosen Christentum. Bonhoeffers Beitrag zu einer ökumenischen Sakramententheologie, was wirklich alles sagt.[1]  Dann habilitierte er zum Thema Gemeinschaft und Verehrung der Heiligen. Geschichtlich-systematische Grundlegung der Hagiologie und wurde 1986 Dogmatiker in München, wo wohl Ratzinger, der mittlerweile in Rom angekommen ist, ein gnädiges Auge auf ihn warf. Müller setzte sich für die damals Moderne und häretische Befreiungstheologie ein[2] und wurde 2002 Bischof von Regensburg.

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