Placuit Deo oder die Vorbereitung der Proskriptionslisten (3 von 3)

Was stellt Placuit Deo dar? Ein Programm einer neuen, gnostischen Allerlösungsreligion, welche nach außen hin vorerst noch als katholisch scheinen wird. Aber das Ziel ist das Aufgehen in den „noadischen“ Religionen, die Kultur des „Fleisches“, Sex, kein Zölibat natürlich, sowie die Vorbereitung auf das Kommens des Lichtträgers – Luzifers – des falschen Christus, der uns automatisch vergöttlicht. Kurz und gut es ist ein Programm der neuen, luziferischen Religion, die Schicht für Schicht offenbart wird. Eine gründliche theologische Studie der Unterschiede zwischen katholischer Erlösungslehre und Placuit Deo wird noch vorgelegt werden, aber zuerst diese Zeilen.

IV. Christus, Heiland und Heil

8. In keinem Augenblick des Weges der Menschheit hat Gott aufgehört, den Kindern Adams sein Heil anzubieten (vgl. Gen 3,15) [Stimmt zwar, aber in Religion geht es um Gott und nicht um „den Weg der Menschheit“]. In Noach [die sog. „noadischen Religionen“ Judentum, Christentum und Islam als eine Weiterentwicklung der Ringparabel. Und die Regebogenfahne gibt es auch noch dazu] richtet er mit allen Menschen einen Bund auf (vgl. Gen 9,9), später mit Abraham und seinen Nachkommen (vgl. Gen 15,18). Das göttliche Heil nimmt so die geschaffene Ordnung auf [das ist Pantheismus und Verneinung der katholischen Gnadenlehre], die von allen Menschen [Allerlösung und Einheitsreligion, keine Bekehrung nötig] geteilt wird, und geht seinen konkreten Weg in der Geschichte. Gott erwählt sich ein Volk, dem er die Mittel anbietet, um gegen die Sünde zu kämpfen, und sich ihm zu nähern. So bereitet er den Weg für das Kommen «eines starken Retters im Hause seines Knechtes David» (Lk 1,69). In der Fülle der Zeiten sendet der Vater seinen Sohn in die Welt, der das Reich Gottes verkündet und alle Krankheiten heilt (vgl. Mt 4,23). Die von Jesus gewirkten Heilungen, in denen die Vorsehung Gottes sichtbar wird, sind Zeichen, die auf seine Person verweisen, auf denjenigen, der sich im Osterereignis [Ist das Auferstehung oder was anderes?] in Fülle als Herr über Leben und Tod offenbart. Nach dem Evangelium nimmt das Heil für alle Völker seinen Anfang, wenn Jesus aufgenommen wird [Was bedeutet das? Bisher sprach man vom Glauben]: «Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden» (Lk 19,9). Die Frohbotschaft vom Heil [Das hört sich aber sehr ungefähr an] hat einen Namen und ein Gesicht: Jesus Christus, der Sohn Gottes, der Retter. «Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluss [Doch, genau das. Ich will mich bekehren und den Glauben annehmen!] oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt» [„Blah, blah, blah“, sagte Franziskus].[1]

9. Der christliche Glaube hat das Heilswerk des Fleisch [Hört sich sehr despektierlich an, so von Christus zu sprechen] gewordenen Sohnes Gottes in seiner jahrhundertelangen Tradition durch verschiedene Bilder dargelegt [Wir haben also ein „Konstrukt“ und seine „Bilder“]. Er trennte dabei nie die heilende Dimension – Christus hat uns von der Sünde erlöst – von der Dimension der Erhöhung – er hat uns zu Söhnen und Töchtern Gottes gemacht, die seiner göttlichen Natur teilhaftig werden (vgl. 2 Petr 1,4) [Wieder Pantheismus. Aber doch nur potentiell, nicht aktuell]. Wenn wir auf die Gabe des Heils in ihrer absteigenden Perspektive schauen (von Gott her, der kommt, um die Menschen zu erlösen), ist Jesus Lichtbringer [also Luzifer, eine gnostische Bezeichnung] und Offenbarer, Erlöser und Befreier [alles keine traditionellen Christustitel], derjenige, der den Menschen vergöttlicht [so? Aber doch nicht automatisch] und rechtfertigt [den, der sich bekehrt und glaubt]. Insofern wir die aufsteigende Perspektive einnehmen (vom Menschen her, der sich Gott zuwendet), ist Jesus derjenige, der als der Hohepriester des Neuen Bundes dem Vater im Namen der Menschheit das vollkommene Opfer darbringt: Er opfert sich selbst, er sühnt für die Sünden, er lebt allezeit, um für uns einzutreten. So wird im Leben Jesu eine wunderbare Synthese zwischen göttlichem und menschlichem Wirken offenbar [weil Christus Gott ist im Gegensatz zu uns], welche die Haltlosigkeit der individualistischen Sichtweise [und wer hat diese?] zeigt. Einerseits bezeugt nämlich die absteigende Perspektive den absoluten Primat des freien Wirkens Gottes [weil er Gott ist]. Die Demut, die Gaben Gottes anzunehmen, bevor wir irgendetwas tun, ist wesentlich, um auf seine Erlöserliebe antworten zu können. Andererseits erinnert uns die aufsteigende Perspektive daran, dass der Vater durch das ganz menschliche Handeln seines Sohnes unser Tun erneuern wollte [aber wieder nur potentiell], damit wir – Christus gleichgestaltet – «die guten Werke» tun können, «die Gott für uns im Voraus bestimmt hat» (Eph 2,10).

10. Es ist zudem klar, dass das Heil, das Jesus in seiner eigenen Person gewirkt hat, nicht nur das Innere des Menschen betrifft [So? Geht es wieder um die Notwendigkeit von Sex?]. Um nämlich die heilbringende Gemeinschaft mit Gott jedem Menschen bringen zu können, ist der Sohn Fleisch geworden (vgl. Joh 1,14). Eben weil er Fleisch angenommen hat (vgl. Röm 8,3; Hebr 2,14; 1 Joh 4,2) und von einer Frau geboren wurde (vgl. Gal 4,4), ist «der Sohn Gottes zum Menschensohn»[2] und zu unserem Bruder (vgl. Hebr 2,14) [Hört sich danach an, als würde die Göttlichkeit Christi unter den Teppich gekehrt] geworden. Indem er so ein Glied der Menschheitsfamilie geworden ist [so?], hat er sich «gewissermaßen mit jedem Menschen vereinigt»[3][Und dass ist mehr als „gewissermaßen“ die Allerlösungslehre. Denn wenn er sich vereinigt hat, dann sind wir vergöttlicht, brauchen uns nicht zu bekehren, keine Gnade anzunehmen und sind heilig, gleich, was wir tun, z.B. viel, viel Sex]. Er hat eine neue Ordnung von Beziehungen mit Gott, seinem Vater, und allen Menschen gestiftet [das hört sich so an, als wären diese „Beziehungen“ alle gleichwertig], in die wir eingefügt werden können, um an seinem eigenen Leben teilzuhaben [Also die automatische Vergöttlichung!]. Die Annahme des Fleisches ist folglich weit davon entfernt, das Heilswirken Christi einzugrenzen, sondern macht es ihm konkret möglich, das Heil Gottes allen Kindern Adams [Einheitsreligion] zu vermitteln.

11. Als Antwort auf die individualistische Verkürzung des Neu-Pelagianismus sowie auf das Versprechen einer bloß innerlichen Befreiung von Seiten des Neu-Gnostizismus muss schließlich daran erinnert werden, wie Jesus als Retter wirkt [und das wäre…]. Er hat sich nicht darauf beschränkt, uns den Weg zur Begegnung mit Gott [diese Heilstat ist mir neu, keine Sühne, keine Erlösung] zu zeigen – einen Weg [der nicht näher beschrieben wird], den wir dann mit eigener Kraft im Gehorsam gegenüber seinen Worten und in Nachahmung seines Beispiels gehen könnten. Um uns die Tür zur Erlösung aufzutun, ist Christus vielmehr selbst der Weg geworden: «Ich bin der Weg» (Joh 14,6).[4] Dieser Weg ist zudem nicht ein bloß innerlicher Weg am Rand unserer Beziehungen zu den anderen [also Sex] und zur geschaffenen Welt [und rettet die Wale]. Im Gegenteil, Jesus «hat uns den neuen und lebendigen Weg erschlossen […] durch sein Fleisch» (Hebr 10,20) [diese Fleischlastigkeit ist verdächtig, es muss sich um Sex handeln]. Christus ist also Retter, weil er unsere ganze menschliche Natur angenommen und ein wirklich menschliches Leben [ein wirkliches?] in Gemeinschaft mit dem Vater und den Brüdern und Schwestern geführt hat [interessanterweise hat er seine Familie verlassen und seinen Jüngern befohlen dasselbe zu tun]. Das Heil besteht darin, dass wir uns in dieses Leben Christi einfügen lassen [und wodurch], indem wir seinen Geist empfangen (vgl. 1 Joh 4,13) [sehr unpräzise]. So ist er «in gewisser Weise das Prinzip jeder Gnade gemäß der menschlichen Natur» geworden [Allerlösung].[5] Er ist zugleich Heiland und Heil.

V. Das Heil in der Kirche, dem Leib Christi

12. Der Ort, wo uns das von Christus gebrachte Heil geschenkt wird, ist die Kirche, die Gemeinschaft derer, die in die von Christus gestiftete neue Ordnung [New World Order, da lesen wir es] der Beziehungen [Sex, Sex, Sex] eingegliedert werden [das ist kein katholisches Kirchenverständnis] und die Fülle des Geistes [ja, eines Geistes, aber keinen heiligen] Christi empfangen können (vgl. Röm 8,9). Das Verständnis für diese Heilsmittlung der Kirche ist eine wesentliche Hilfe, um jedwede Tendenz zu verkürzten Auffassungen zu überwinden [und darauf ist der Treueeid zu Bergoglio zu schwören]. Denn das Heil, das Gott uns anbietet, ist nicht mit eigenen Kräften zu erlangen, wie der Neu-Pelagianismus möchte, sondern mittels der Beziehungen [so? Vorher sprach man von Gnade], die dem Fleisch gewordenen Sohn Gottes entspringen und die Gemeinschaft der Kirche formen [das hört sich nach Sex aller mit allen an und nach einem göttlichen Prinzip]. Weil die Gnade, die Christus uns schenkt, darüber hinaus nicht ein bloß innerliches Heil bringt, wie die neu-gnostische Sichtweise vorgibt, sondern uns in konkrete Beziehungen [wieder Sex, das wir langweilig] hineinnimmt, die er selbst gelebt hat, ist die Kirche eine sichtbare Gemeinschaft [also Kollektivismus]: In ihr berühren wir das Fleisch Jesu [wenn das keine erotische Anspielung ist], in herausragender Weise in den ärmsten und leidenden Brüdern [ja, ja] und Schwestern [ja und Franziskus küsst wieder den Strichern am Gründonnerstag die Füße]. Die Heilsvermittlung der Kirche, dem «allumfassenden Heilssakrament»,[6][der Allerlösung also] versichert uns, dass das Heil weder in der Selbstverwirklichung des isolierten Individuums noch in seiner inneren Verschmelzung mit dem Göttlichen besteht, sondern [im Miteinander] in der Eingliederung in eine Gemeinschaft von Personen [Kollektivismus und Sex], die an der Gemeinschaft der Dreifaltigkeit teilhat [nach „Theologie des Leibes“ von JP2 ist Sex tatsächlich Teilnahme an der Heiligsten Dreifaltigkeit].

13. Die individualistische Sichtweise sowie die rein innerliche Heilsperspektive widersprechen [des eigentlichen Katholizismus] zudem der sakramentalen Heilsordnung, durch die Gott den Menschen retten will [„Wir sperren euch die Alte Messe“, heißt es in diesem Kontext. „Entweder die neue ökumenische oder gar keine“]. Die in der Kirche mögliche Teilhabe an der neuen Ordnung der Beziehungen, die von Jesus gestiftet wurden, geschieht durch die Sakramente, unter denen die Taufe die Tür[7] und die Eucharistie die Quelle und der Höhepunkt ist.[8] So wird auf der einen Seite sichtbar, dass die Anmaßung einer Selbsterlösung, die nur auf die eigenen menschlichen Kräfte zählt, haltlos ist. [Hört sich nach einer Drohung an] Der Glaube bekennt im Gegenteil, dass wir durch die Taufe gerettet werden, die uns das unauslöschliche Siegel der Zugehörigkeit zu Christus und zur Kirche einprägt. Darin wurzelt die Wandlung unserer konkreten Weise, die Beziehungen mit Gott, mit den Menschen und mit den geschaffenen Dingen [den Walen] zu leben (vgl. Mt 28,19). Gereinigt von der Erbsünde und jeder persönlichen Sünde, sind wir so zu einem neuen Leben gerufen, das Christus entspricht (vgl. Röm 6,4). Die Gläubigen wachsen und erneuern sich beständig durch die Gnade der sieben Sakramente, vor allem wenn der Weg schwerer wird und Rückfälle nicht ausbleiben [Interessant. Wenn die Sakramente dermaßen betont werden, dann werde sie vielleicht bald ungültig werden]. Wenn sie durch die Sünde von ihrer Liebe zu Christus ablassen, können sie durch das Sakrament der Buße wieder in die Ordnung der von Jesus gestifteten Beziehungen aufgenommen werden, um einen Lebenswandel zu führen, wie er ihn geführt hat [starker Vergleich] (vgl. 1 Joh 2,6). Auf diese Weise blicken sie voll Hoffnung auf das Letzte Gericht, in dem jeder Mensch nach den konkreten Taten der Liebe (vgl. Röm 13,8-10), besonders zu den Schwächsten [den unterbezahlten Str…., welche im Gebäude der Glaubenskongregation unterstützt werden] (vgl. Mt 25,31-46), gerichtet wird.

 

14. Der sakramentalen Heilsordnung widersprechen auch die Strömungen, die ein bloß innerliches Heil propagieren. Der Gnostizismus verbindet sich nämlich mit einer negativen Sicht auf die geschaffene Ordnung, die als Begrenzung der absoluten Freiheit des menschlichen Geistes verstanden wird [Sie wiederholen sich]. Folglich wird das Heil als Befreiung vom Leib und von den konkreten Beziehungen [Sex], in denen der Mensch lebt, gesehen. Für uns als Erlöste ist das wahre Heil «durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi» [na, na, blasphemisch auch noch] (Hebr 10,10; vgl. Kol 1,22) jedoch weit davon entfernt, Befreiung vom Leib zu sein. Es schließt vielmehr auch dessen Heiligung ein (vgl. Röm 12,1). In den menschlichen Leib, der von Gott geformt wurde, ist eine Sprache eingeschrieben, welche den Menschen einlädt, die Gaben des Schöpfers zu erkennen und in Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern zu leben. [durch Sex, mit den Brüdern zuerst][9] Durch seine Menschwerdung und sein Ostergeheimnis hat der Retter [Ausdruck des Mitras-Kultes] diese ursprüngliche Sprache wiederhergestellt [von Sex], erneuert und uns in der leibhaften Ordnung [ich sage es doch Sex] der Sakramente vermittelt. Dank der Sakramente können die Christen in Treue zum Fleisch Christi [Wie bitte? „Treue zum Fleisch Christi“?] und folglich in Treue zur konkreten Ordnung [sonst wird man suspendiert] der von ihm geschenkten Beziehungen [ja, ja] leben. Diese Ordnung von Beziehungen [wieder diese Beziehungen, haben die im Vatikan alle „Beziehungen“ miteinander? Scheint so] erfordert in besonderer Weise die Sorge um alle Menschen in ihren Leiden, vor allem durch die leiblichen [Welche das wohl sind?] und geistlichen Werke der Barmherzigkeit.[10]

Die neue, luziferianische Religion des „Retters“ des falschen Christus kommt jetzt. Wir haben es schriftlich und es steht fest, wie das Amen in der Kirche. Wir werden uns der Analyse dieses schlimmen Dokuments noch widmen, aber pericula in mora und manchmal ist es besser etwas schnell zu schreiben als mit der längeren Analyse länger zu warten. Es ist das Manifest der Bergoglio-Kirche und man muss wenigstens auf die vierte Bedeutungsebene vordringen, um zu verstehen, was gemeint ist.

VI. Schluss: den Glauben verkünden in der Erwartung des Retters [nicht mit Christus identisch]

15. Das Bewusstsein [? also Gnosis auf Griechisch] der Lebensfülle, in die uns Jesus, der Retter, hineinnimmt, drängt die Christen zur Mission, um allen Menschen die Freude und das Licht des Evangeliums zu verkünden.[11] In diesem Bemühen sind sie auch bereit, einen aufrichtigen und konstruktiven Dialog mit den Anhängern anderer Religionen aufzubauen [entweder Verkündigung oder Dialog] im Vertrauen, dass Gott «alle Menschen guten Willens, in deren Herzen die Gnade unsichtbar wirkt» [dann braucht man ja keine Mission, wenn er sowieso wirkt][12], zum Heil in Christus führen kann [aber scheinbar nicht muss]. Während sich die Kirche mit allen ihren Kräften der Evangelisierung widmet [natürlich tut sie das, unter Franziskus mehr denn je], hört sie nicht auf, das endgültige Kommen des Retters [lies Luzifers] zu erflehen, denn «auf Hoffnung hin sind wir gerettet» (Röm 8,24). Das Heil des Menschen wird erst dann vollendet sein, wenn wir nach dem Sieg über den letzten Feind, den Tod (vgl. 1 Kor 15,26), ganz [jetzt haben wir etwa teilweise Anteil daran?] an der Herrlichkeit des auferstandenen Jesus teilhaben, der unsere Beziehung mit Gott, mit den Brüdern [ist klar] und Schwestern sowie mit den geschaffenen Dingen [die Wale wollen auch mitsprechen, Punkt Omega nach Teilhard der Chardin] zur Vollendung führen wird. Das umfassende Heil, das Heil der Seele und des Leibes [so? Heil des Leibes?], ist die endgültige Bestimmung, zu der Gott alle Menschen ruft. Gegründet im Glauben, gestützt auf die Hoffnung, tätig in der Liebe [nur welcher?] nach dem Beispiel Marias, der Mutter des Retters [wieder dieser Retter], der Ersterlösten, haben wir die Gewissheit: «Unsere Heimat ist im Himmel [nur die Meisten landen leider woanders]. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich auch alles unterwerfen kann» (Phil 3,20-21).

Papst Franziskus hat dieses Schreiben, das von der Vollversammlung dieser Kongregation am 24. Januar 2018 beschlossen worden war, am 16. Februar 2018 gutgeheißen und seine Veröffentlichung angeordnet.

Gegeben zu Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 22. Februar 2018, dem Fest Kathedra Petri.

Das sind die Schuldigen:

+ Luis F. Ladaria, S.I. Titularerzbischof von Thibica Präfekt

+ Giacomo Morandi, Titularerzbischof von Cerveteri Sekretär

[1] Benedikt XVI., Enzyklika Deus caritas est (25. Dezember 2005), Nr. 1: AAS 98 (2006), 217; vgl. Franziskus, Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, Nr. 3: AAS 105 (2013), 1020.

[2] Irenäus, Adversus haereses, III, 19,1: Sources Chrétiennes, 211, 374.

[3] II. Ökumenisches Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, Nr. 22.

[4] Vgl. Augustinus, Tractatus in Ioannem, 13, 4: Corpus Christianorum 36, 132: «Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben (Joh 14,6). Wenn du die Wahrheit suchst, folge dem Weg, denn der Weg ist auch die Wahrheit. Das Ziel, dem du zustrebst, und der Weg, den zu einschlagen musst, sind dasselbe. Du kannst nicht zum Ziel gelangen, wenn du einem anderen Weg folgst; auf einem anderen Weg kannst du nicht zu Christus gelangen: Zu Christus kannst du nur durch Christus kommen. In welcher Hinsicht gelangst du durch Christus zu Christus? Du kommst zu Christus, der Gott ist, durch Christus, der Mensch ist. Durch das Wort, das Fleisch geworden ist, kommst du zum Wort, das am Anfang Gott bei Gott war».

[5] Thomas von Aquin, Quaestio de veritate, q. 29, a. 5, co.

[6] II. Ökumenisches Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, Nr. 48.

[7] Vgl. Thomas von Aquin, Summa theologiae, III, q. 63, a. 3.

[8] Vgl. II. Ökumenisches Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, Nr. 11; Konstitution Sacrosanctum Concilium, Nr. 10.

[9] Vgl. Franziskus, Enzyklika Laudato si’ (24. Mai 2015), Nr. 155, AAS 107 (2015), 909-910.

[10] Vgl. Ders., Schreiben Misericordia et misera (20. November 2016), Nr. 20: AAS 108 (2016), 1325-1326.

[11] Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio (7. Dezember 1990), Nr. 40: AAS 83 (1991), 287-288; Franziskus, Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, Nr. 9-13: AAS 105 (2013), 1022-1025.

[12] II. Ökumenisches Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, Nr. 22.

 

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Diese leidige Homothematik – Warum? (2 von 2)

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[Jakob Jordaens (1598-1678), Die Flucht von Lot und seiner Familie aus Sodom]

Vermehrung der Sünde

Wie wir aber schon in anderem Zusammenhang schrieben, spielen homosexuelle Handlungen im Satanismus oder in satanischen Riten eine pervers-wichtige Rolle, weil dadurch die Menschen besonders verdorben und Satan durch diese Taten besonders viel aufgeopfert wird. Bitte selbstständig auf youtube unter gay casting couch, gay hollywood und gay hip hop nachschauen. Um nach diesen glaubwürdigen Filmen zu urteilen, da sie wirklich über Insiderwissen verfügen, müssen sich künftige Schauspieler, Sänger und andere willige Männer in der Unterhaltungsbranche homosexuell prostituieren, obwohl sie vorher nicht homosexuell waren, um den Kontrakt zu erhalten, eine Filmrolle zu ergattern, höheres Einkommen zu erzielen etc. Dies ist ein Demütigungs- und Initiationsritual zugleich, welcher natürlich aufgenommen wird, damit derjenige für immer erpressbar bleibt. Da viele der Bosse der Unterhaltungsindustrie Satanisten sind, so verrichten sie dadurch ihr „Satansopfer“, indem sie diese jungen Männer schänden, die nach einiger Zeit von Opfern zu Tätern werden. Ja, es ist wahr, was den labilen Zustand vieler Schauspieler erklärt, ihre Tätowierungen, ihre Drogensucht, Selbstzerstörungswut, scheinbar zwanghafte Affären mit Frauen, um sich etwas zu beweisen und die „Verwischung der sexuellen Orientierung“. Die Castingcouch gibt es nicht nur für Frauen, auch für Männer, und es finden sich wirklich immer welche, die da mitmachen und es als Karriere ansehen. Da Satanisten von einer umgekehrten objektiven Norm ausgehen, so müssen sie konsequenterweise das tun, was Gott am meisten beleidigt, sprich immer schwerere sexuelle Perversion bis zum Menschenopfer hin praktizieren. Aber auch viele Homosexuelle, die von all dem Hintergrund keine Ahnung haben, tragen durch ihre Sünde zum Satansopfer bei.

Abstieg in den diabolischen Narzissmus

Dies ist aber die Welt, können wir sagen, obwohl diese ganze Homo-Agenda nicht nur in die Kirche eingedrungen ist mit der klerikalen Casting-Couch (ja, es ist wahr), sondern, dass diese Agenda die Kirche regiert, siehe Bergoglio und seine Mannen. Wie treffend Ann Barnhard in ihrer Arbeit über den diabolischen Narzissmus herausstellt, ist die Vorliebe für sexuelle Perversionen sein Zeichen. Anders formuliert: je unheiliger man lebt, desto perverser wird man. Je unheiliger aber ein Geistlicher ist, desto weniger Gnade kann er vermitteln, von der Lehre ganz zu schweigen, weil sein Intellekt durch die Wollust (luxuria) verblendet wird. Woher erkennen Sie den Grad der Luxuria bei jemand? An seinem Stolz, denn es gibt den Grundsatz:

Sichtbarer Stolz – unsichtbare Unkeuschheit.

Sichtbare Unkeuschheit – unsichtbarer Stolz.

Es ist wirklich unmöglich sexuell ausschweifend zu leben, wenn man nicht von sich selbst eingenommen ist und deswegen sind alle Narzissten extrem promiskuös. Aber auch der sichtbare Stolz, Selbstverliebtheit, Selbsteingenommenheit, Narzissmus oder wie wir es nennen wollen, das also, dass man sich selbst für toll hält, muss doch früher oder später das sexuelle Ventil finden. Ann Barnhardt hat wirklich recht, dass die Novus Ordo Messe neue Generationen von diabolischen Narzissten hervorbringt, da alle meinen, dass es beim Kult Gottes um sie geht. Der Priester glaubt, dass die Leute seinetwegen kommen, die Gläubigen meinen, dass es dem Priester daran liegen sollte, dass sie kommen, indem er den „Gottesdienst“ so „gestaltet“, damit sie sich wohl fühlen. Es geht also nicht um ein Werk der Gerechtigkeit des wahren Gotteskultes, in dem ein Dank-, Lob-, Sühne- und Bittopfer zelebriert wird und an dem, unter der Leitung des opfernden Priesters, die Gläubigen mit opfern. Der Priester hat während einer Alten Messe an so viele Details zu denken, dass er wahrscheinlich keine Zeit haben wird an sich selbst, oder daran „ wie er rüber kommt“ zu denken, wenigstens soll es so sein. Dem Narzissmus wird kein Zucker gegeben, von der Predigt abgesehen. Weil also die Neue Messe zuerst Narzissten und anschließend diabolische Narzissten hervorbringt, so ist die wachsende Homosexuellendichte unter den Priestern und in der katholischen Gesamtbevölkerung kein Wunder.  Homosexualität steht aber auch für das Abgleiten ins Diabolische der ganzen Gesellschaft, weil die wachsende Akzeptanz dieser Sünde singulär für den gesamten Glaubensabfall steht. Wie man von tätigen Exorzisten weiß, heißt der Dämon der zur Unkeuschheit versucht Asmodeus. Ob es noch spezielle Dämonen gibt, die zur Homosexualität oder Schlimmeren versuchen, ist uns nicht bekannt. Möglich wäre es. Aber Dämonen fühlen sich dort unwohl, wo sie Heiligkeit spüren. Je heiliger man wird, desto weniger wird man sinnlich oder sexuell angefochten. Der Hl. Antonius der Einsiedler und der Hl. Hieronymus hatten ihre starken Anfechtungen, die überliefert sind, am Anfang ihres monastischen Lebens. Der Teufel ficht uns dort an, wo er Chancen sieht und je mehr Heiligkeit man ausstrahlt, umso unwohler fühlen sich die Dämonen in dessen Nähe. Sie selbst werden feststellen, dass die Anfechtungen, nicht nur sexueller Natur, proportional mit der Zeit wachsen, in der ihre Beichte zurückliegt. Je frischer gebeichtet, sozusagen, desto weniger Versuchungen. Es sind Dämonen, die versuchen, zur Unkeuschheit natürlich auch, und es ist der freie Wille der entscheidet. Dort aber, wo das Sakrale zurückgeht, gewinnen Dämonen die Übermacht und deswegen sollte man bei all den rationalen Überlegungen zur wachsenden Homosexualisierung den diabolischen Aspekt nicht unterschätzen. Mehr Tridentinische Messen, mehr Anbetung, mehr Rosenkranz, mehr Beichte und der sexuelle und homosexuelle Sumpf wird trockengelegt, wie bei Joseph Sciambra selbst, wie er selbst beschreibt. Man braucht wirklich übernatürliche Gnade, um tugendhaft, sei es als Einzelperson oder als Gesellschaft, zu leben. Diese Quellen der Gnade wurden seit Vat. II zugedreht und nun haben wir, was wir haben.

Bei Novus Ordo geht es um „die Familie“

Die Konzentration auf die Sünde der Sodomie in den neokonservativen Medien, auch Generation JP2 oder Neokons genannt, hängt auch damit zusammen, dass, wie Hilary White es treffend ausdrückte, sich Nachkonziliarismus als Sexualethik (pelvic issue) subsumieren lässt. Weil nach Vat. II alle Dogmen des Katholizismus hinterfragt, ausgelagert oder für „nicht mehr zeitgemäß“ erklärt wurden, wie z.B.

  • Die katholische Kirche ist die allein seligmachende Kirche.
  • Notwendigkeit der Kirchenzugehörigkeit (nulla salus extra Ecclesia).
  • Notwendigkeit der Heidenmission.
  • Notwendigkeit der Häretikermission.
  • Notwendigkeit der Gnade.
  • Dogma von der Erbsünde.
  • etc.

so wurde die Ehelehre, in der abgespeckten Version, dass ein Mann und eine Frau miteinander, ohne dritte Personen, Kinder, Tiere oder Gegenstände, möglichst nach der Ehe, möglichst ohne künstliche Verhütungsmittel (natürliche sind ok) Sex haben dürfen und zwar nach der Theologie des Leibes von JP II reichlich und bis zum Abwinken zum eigentlichen katholischen Dogma erhoben. Andere Dogmen gab es nicht und zum einzigen No-Go wurde die Abreibung. Und deswegen kann ein katholischer Priester wirklich alle Dogmen leugnen, wenn er aber gegen die Pille und die Abtreibung predigt, dann gilt er, wenigstens in den USA, als erzkonservativ, was man natürlich in D, CH und Ö nicht erleben wird, denn hier wird dagegen ja nicht gepredigt. Unter Papst Franziskus wird aber auch diese allerletzte Bastion des Katholizismus geschleift, denn seit Amoris Laetitia sind Konkubinate und Zweitehen (weitere wohl auch) ok und Homosexualität auch.

Was bleibt dann den armen Neokons vom Katholizismus übrig?

Richtig, gar nichts. Und deswegen will man sich gegen die Homosexualisierung der Kirche und der Gesellschaft wehren, ja, wenigstens dagegen.

Natürlich sind sexuelle Sünden Sünden, und es sind schwere Sünden. Sodomie ist eine himmelschreiende Sünde, die nach Gottes Vergeltung ruft. Man kann sich aber richtigerweise fragen, warum man noch auf dieser, so die Welt, „rigorosen und überholten Sexualethik“ besteht, wenn man sich in den restlichen 99% der Welt angeglichen hat. Leider wurde in der konziliaren und nachkonziliaren Lehre der erste Zweck des Ehevollzugs: Kinder mit dem zweiten: gegenseitige Hilfe gleichgestellt. Kurz und gut: die Eheleute helfen einander dadurch, dass sie Sex miteinander haben, welcher, so JP2 in seiner leidigen Theologie des Leibes, eine Teilnahme am innergöttlichen Leben darstellt (sic!). Also je mehr Sex um der Lust willen, desto besser. Kinder zu zeugen ist nicht mehr notwendig, weil man jetzt natürliche Verhütung, welche ja auch eine Verhütung ist, mit dem Segen der Kirche praktizieren kann. Noch deutlicher: die sexuelle Lust ist der primäre und eigentliche Zweck der Ehe. Das ist doch unerhört! Wenn also die sexuelle Lust und nicht die Fortpflanzung der probate Ehezweck ist, warum sich denn einschränken? Warum die Lust nicht steigern? Warum nur heterosexuellen Sex haben? Warum nicht homosexuell, pädophil oder zoophil werden? Lust ist Lust, je mehr desto besser. Und deswegen ist es wirklich inkonsistent, wenn die nachkonziliare Kirche sagt:

Ja, Sex um der Lust, nicht der Kinder willen, aber nur in der Ehe. Weder vorher, noch außerhalb, noch irgendwie sonst.

„Das ist aber eine Lusteinbuße!“, würde jemand rufen.

Stimmt, aber der „heilige“ Papst Johannes Paul II hat es so gesagt und deswegen stimmt es.

Dagegen lautet die wahre katholische Lehre:

Sex ist nur und ausschließlich der Kinderzeugung wegen da und deswegen sind alle sexuellen Akte, allein oder mit anderen Personen etc. schwer sündhaft, wenn sie außerhalb der sakramentalen Ehe, deren Hauptziel es ist Kinder zu zeugen, stattfinden.

Und deswegen: weder Masturbation, noch sexuelle Praktiken, welche die Empfängnis ausschließen, noch Homosexualität, noch anderes. Deswegen! Und weil Sex der Kinderzeugung dient, deswegen die Ehe, weil die Kinder eine Familie brauchen. Würde man denken, dass jeder geschlechtliche, eheliche Akt dazu führen sollte mehr Seelen Gott zuzuführen, indem man Menschen zeugt, wie anders würde man sich doch verhalten. Es ist doch eine Mitarbeit mit der Schöpfungskraft Gottes, welcher sich der Eheleute bedient. Und je heiliger sie im Moment der Zeugung sind, desto einen besseren Start hat, geistlich gesehen, das gezeugte Kind. Mit der Verkündigung der wahren, katholischen Lehre wird alles wieder an seinen Platz zurückfinden. Das Sexuelle auch, denn nach dem vielen Horizontalen, findet man endlich das Vertikale und die Ordnung, nach der man sich ausrichten kann. Und so wird man nicht immer wieder über die Sünde der Homosexualität schreiben müssen, als gäbe es nichts anderes und nichts wichtigeres. Dazu helfe uns Gott. Amen.

Diese leidige Homothematik – Warum? (1 von 2)

Flucht aus Sodom Jacob_Jordaens_-_The_Flight_of_Lot_and_His_Family_from_Sodom_(after_Rubens)_-_Google_Art_Project

[Jakob Jordaens (1598-1678), Die Flucht von Lot und seiner Familie aus Sodom]

Der u.a. Beitrag, der schwarz gekennzeichnet ist, entstand viele Wochen vor seiner Veröffentlichung, in einer Zeit also als es im Vatikan noch keine homoerotische Krippe gab, in der ein nackter, junger Mann sich den anderen Männern und dem Lustgreis  neben ihm anbietet. Ann Barhardt findet wie immer starke Worte dafür,  das Bild von der Krippe wurde zurecht als „sexuell anzüglich“ vom Facebook, das wenig katholisch ist, gesperrt. Es gehört also dem common sense, d.h. dem gesunden Menschenverstand, an dort Aufforderung zur sodomitischen Unzucht zu sehen, wo es diese gibt. Und in der Homo-Krippe gibt es sie wirklich. Unsere höchsten Kirchenmänner sind Sodomiten, die sich daran sexuell erregen uns ihre Unzucht vor Augen zu stellen und uns gleichzeitig einzureden versuchen, dass es sich um etwas Frommes und zwar um „eine Barmherzigkeitskrippe aus der neapolitanischen Tradition“ handelt, wie es der Kommentator Paulus Tarsus auf gloria.tv ausdrückt. Mit „neapolitanischen Tradition“ was Schwulsein angelangt, hat er gar nicht so unrecht, denn diese Stadt ist mindestens seit Anfang des 20 Jhdts. als Mekka aller homosexuellen Aussteiger bekannt. Hauptsächlich Engländer zogen vor dem Zweiten Weltkrieg dorthin, um sich für billig Geld homosexuelle Stricher leisten zu können. Wenn also in Englands besseren Kreisen ein Ehemann oder Familienvater seine Familie und das Land verließ, um gerade in Neapel Fuß zu fassen, so war der Kontext für jeden klar, ohne dass man ins Detail gehen müsste. Die literarischen Anklänge daran, ohne dass die Stadt selbst genannt wird, finden sich bei Evelyn Waugh „Wiedersehen mit Brideshead“ und bei E.M. Foster s „Maurice“. Auch der polnische Exilschriftsteller Herling-Grudziński , der von 1945 bis 2011 in Neapel lebte, brachte dieses Thema mehr als einmal, literarisch verarbeitet, auf.  Vielleicht kommt also einer der vatikanischen Sodomiten, der für diese Krippe verantwortlich ist, tatsächlich aus Neapel und möchte seine Städtetradition auf diesem Wegen fortgesetzt sehen. Ja, es ist degoutant, es ist blasphemisch. Sie reiben es uns unter die Nase, den nackten Mann und den luziferisch fallenden Stern, der die männliche Anatomie, dionysisch-phallisch abbildet. Wie weit muss man doch auf der Skala des diabolischen Narzissmus fortgeschritten sein, um diese Dinge als Weihnachtskrippe (sic!) zur Schau zu stellen? Aber das Ziel des Teufels ist immer mehr Ärgernis und Teilung zu stiften. Wenn also so viele katholische Blogger gegen die Homosexualisierung des Vatikans schreiben, dann doch deswegen, weil diese so präsent ist.  Weiterlesen

Warum so viele homosexuelle Priester oder das umgekehrte Prinzip (3 von 6)

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Homosexualität in der Kirchengeschichte und ihre Lösung

Ja die heutige Situation mit der Homosexuellendichte im Klerus ist höchst „verquer“, um es mit Theodor Fontane zu sagen, die heutige Lese-und Schreibweise lautet wohl „verqueer“. Hat es denn das auch früher gegeben? Durchaus, wovon das Buch Liber Gomorrhianus des hl. Kirchenvaters Petrus Damianus aus dem Jahre 1049 zeugt, was wirklich vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil  war. Auch das Dekret des hl. Papstes Pius V Horrendum illud scelus aus dem Jahre 1568, das die Entfernung der schuldigen, also der homosexuellen Kleriker aus dem Priesterstand oder Buße in einem Kloster empfiehlt, war auch vorkonziliar.

Brief des Papstes Leon IX. an hl. Petrus Damianus

Dergleichen, also Homosexualität unter Priestern, kam also immer vor, wenn die höchste kirchliche Autorität dagegen vorgehen musste und ihre Entscheidungen dokumentiert sind. Es ist aber dem heiligen und höchst asketischen hl. Petrus Damianus (1006-1072) zu verdanken, der teilwiese Zustände in seinem eigenen Kloster beschreibt, dass sich solche lehramtliche Fragmente im Denzinger-Hünermann einfinden, wie die Passagen, die sich unten einfinden. Weiterlesen!

Traditionalismus, David Berger und der sensus fidei

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Der Schreiber dieser Zeilen nimmt sich vor manche Bücher nur dann durchzulesen, wenn sie wirklich ganz billig gebraucht zu erwerben sind. Es handelt sich meistens um sog. „Einmalbücher“, in die man selten ein zweites Mal schaut, wie es bei Urlaubskrimis zum Beispiel der Fall ist. Auch Biographien und Memoiren gehören zu dieser Kategorie, weil es wirklich kaum einen gibt, der sich selbst zum  Gegenstand seines Werkes wählt und darüber hinaus über eine solch gute Feder verfügt, um sich selbst unvoreingenommen zu beschreiben.

„Biographie lügt immer, Fiktion nie“,

Weiterlesen!

Don Pietro Leone, Angriff auf die Ehe – Aufsatz (1 von 3)

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 ANGRIFF AUF DIE EHE

Die Krise in der Familie und in der Ehe, die sich in der Schwangerschaftsverhütung, Scheidung, Abtreibung, Unzucht, und Homosexualität unaufhörlich ausbreitet, stammt offensichtlich vom Geist der Welt her und letztendlich von der gefallenen Natur. Der selbe Geist ist aber jetzt ins kirchliche Lehramt selbst hineingeschlichen, das somit eine mitwirkende Rolle in der Krise spielt.

Die folgenden Auszüge von ‚Angriff auf die Ehe’ (Patrimonium Verlag 2016) bezeugen diese Tatsache und versuchen, sie nach den traditionellen theologischen Prinzipien der kirchlichen Lehre zu analysieren.

 

  1. VERSCHIEBUNG IM LIEBESBEGRIFF

Die Kirchentradition unterscheidet zwischen drei grundlegenden Liebesarten. Erstens gibt es die sinnliche Liebe (oder die Leidenschaft der Liebe), für welche die geschlechtliche Liebe ein Beispiel ist; zweitens gibt es die vernünftige Liebe (oder die Tugend der Liebe); drittens gibt es die Liebe der Caritas, also jene Art der vernünftigen Liebe, die durch die übernatürliche Gnade erhöht ist, um Gott in Sich Selbst zu lieben und den Nächsten in und wegen Gott.

     Die Änderung der Lehre Kirchenmänner ab dem Zweiten Vatikanischen Konzil bis zum heutigen Tage mit ihrer Öffnung gegenüber der Welt in all ihren Erscheinungen und besonders in ihrer Lehre über die Ehe besteht wesentlich in der Verschiebung von der Liebe der Caritas zur sinnlichen Liebe hin.

  1.   UMKEHRUNG DER EHEZWECKE

Nun lehrt ja die Kirche, die Ehe habe drei Zwecke: 1) die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft; 2) der gegenseitigen Beistand der Gatten; 3) die Heilung der Begierlichkeit (vgl. Römischen Katechismus)[1]. Die Kirche lehrt weiter, daß der erste Zweck gleichzeitig der Hauptzweck ist (vgl. Lehramt, hl. Schrift, Kirchenväter, und spekulative Theologie).

Im Gegensatz zu dieser Lehre vertreten bestimmte moderne Autoren die Ansicht, das Wohl der Gatten (also der zweite Zweck) stehe auf derselben oder sogar auf einer höheren Ebene als das Wohl der Kinder (der erste Zweck).

Diese moderne Ansicht ist vom Lehramt verworfen worden. Eine Erklärung des Heiligen Stuhls de Finibus Matrimonii vom April 1944 (AAS XXXVI S.103) stellt die Frage: ‘Ist die Lehre bestimmter moderner Autoren zulässig, welche leugnen, die Zeugung und Erziehung von Kindern sei der Hauptzweck der Ehe, oder lehren, die zweitrangigen Zwecke seien dem Hauptzweck nicht notwendiger Weise untergeordnet, seien vielmehr mit diesem gleichwertig und von diesem unabhängig? Die Antwort lautet: Nein, diese Lehre ist nicht zulässig’. In seiner Ansprache an die Hebammen (1951) bezeichnet Papst Pius XII. solche Lehren als ‘eine schwerwiegende Umkehrung der Wertordnung und der Ziele, die der Schöpfer selbst gesetzt hat.’

Diese moderne Ansicht ist während des Zweiten Vatikanischen Konzils trotz der eben zitierten Erklärungen neuerlich vorgetragen, sie fand (in verhüllter Form) ihren Weg in die Texte von Humanae Vitae, und von dort in den neuen Kodex des Kirchenrechts, den Neuen Katechimus, und in Familiaris Consortio, inter alia.

Die Theologie des Leibes muß vor diesem Hintergrund gesehen werden. Auch wenn sie nicht ausdrücklich leugnet, daß die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft der vornehmliche Zweck der Ehe ist, so geht es ihr fast ausschließlich um die eheliche Liebe, wobei sie die Zeugung bestenfalls als eine Beigabe sieht, so wenn der Papst hinsichtlich der ‘personalen Gemeinschaft von Mann und Frau …’ hinzufügt: über ‘alldem ließ sich von Anfang an der Segen der Fruchtbarkeit nieder‘ (November 14.. 1979, West S.25).

 Hinsichtlich der besonderen Auffassung der ehelichen Liebe in der Theologie des Leibes, des gegenseitigen Sich-Schenkens nämlich, beobachten wir, daß diese Auffassung bereits bei bestimmten Autoren vorlag, wenn sie den absoluten Vorrang des Zeugungszwecks der Ehe leugneten. Die oben angeführte Erklärung stellt fest, daß für manche dieser Autoren folgendes an erster Stelle steht: ‘die gegenseitige Liebe der Gatten und ihre Einheit, die entwickelt und vervollkommnet werden soll, indem sich einer dem anderen leiblich und geistlich schenkt’, und Papst Pius XII. sagt in der oben zitierten Ansprache ähnlich, daß für manche dieser Autoren der Hauptzweck der Ausübung des ehelichen Rechts darin besteht, ‘daß die körperliche Vereinigung der Ausdruck und Betätigung der persönlichen und gefühlsmäßigen Einheit ist’, und der Papst ergänzt: ‘Wir sind Zeugen der Verbreitung von Ideen und Gesinnungen, die einem klaren, tiefen und ernsthaften christlichen Denken widersprechen.’

[1] Der zweite und dritte werden bzw. oft zusammen als den zweiten Zweck betrachtet.

 

Benedikt XVI revisited oder spielt das „Privatleben“ eine Rolle?

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Orthodoxie und Orthopraxie

Warum das schreiben? Warum nicht die Benedikt-Legende hochhalten, wie viele unserer Kollegen? Weil sie keinen Sinn macht und den jetzigen Zustand der Kirche nicht erklärt. Es ist doch unmöglich, dass ein „guter, konvervativer Papst“ ein „Mozart der Theologie“ von einem „heiligmäßigen Lebenswandel“ überhaupt von den Wölfen davonlaufend zurücktreten würde und bei den Aktionen von Papst Franziskus, welche eine öffentliche Apostasie und eine Häresie darstellen, schweigen würde! Es ist einfach nicht möglich, daher ist die Ausgangsprämisse:

  • gut-katholisch,
  • gläubig,
  • konservativ
  • Mozart der Theologie

schlichtweg falsch.

Ja, man braucht Vorbilder und Helden, wenn sie allerdings das halten, was sie versprechen. Andernfalls ist es Idolatrie und Lüge. Es war uns klar, dass unser Artikel War Benedikt gläubig? uns „viel Feind“ bescheren wird, „viel Ehr“ hält sich in Grenzen. Interessanterweise können es manche konservativen gloria.tv Leser eher akzeptieren, dass wir Ratzinger einer unorthodoxen Theologie oder gar des Unglaubens anklagen, sie dulden aber nicht, wenn wir homophile (hoffentlich nur diese) Tendenzen bei ihm mutmaßen. Was ist aber schlimmer? Häresie oder Homosexualität? Die Erstere vergiftet doch mehr Menschen, während die Letztere nur diejenigen betrifft, die involviert sind oder davon wissen und Ärgernis leiden. Es sind aber zwei Seiten derselben Medaille, denn wie das Leben, so die Theologie und wie die Theologie, so das Leben, wobei mit unheiligem Lebenswandel nicht nur Homosexualität gemeint ist. Der Schreiber dieser Zeilen, obwohl nicht homosexuell und auch in anderen Lebensbereichen nicht einer schweren Sünde schuldig, merkt bei sich selbst, dass seine Theologie mit der Zunahme des asketischen und Gebetslebens immer orthodoxer wurde und wiederum die immer mehr wachsende Rechtgläubigkeit, durch die Entdeckung der Tradition, zu einem immer mehr an Gott ausgerichteten Leben führt. Dies passiert wirklich automatisch, wie das, dass Sportler aufgrund ihres vorteilhaften Insulinspiegels sehr wenig Lust auf Süßigkeiten haben und sich insgesamt gesünder ernähren, weil sie Lust auf Gesundes haben.

Wir können also als Faustregel gelten lassen, dass sich hinter der Unorthodoxie Sünde oder die fehlende Orthopraxie verbirgt und dass Sünde zur Unorthodoxie führt. Warum ist es so? Weil Gott, das höchste Licht und die höchste Weisheit, niemals in einem Menschen weilen wird, in welchem die Dunkelheit der Sünde weilt. So spricht die Schrift:

„Denn in eine boshafte Seele geht die Weisheit nicht ein noch nimmt sie Wohnung in der einem Leibe, der ein Sklave der Sünde ist“. (Weish 1,4 Alioli)

Kennzeichen von Falschmystik

Der Schreiber dieser Zeilen interessiert sich seit geraumer Zeit für die Falschmystik, womit mystische Erlebnisse (Visionen, Locutionen, Extasen, Wunder etc.) gemeint sind, welche tatsächlich übernatürlich sind, aber vom Teufel stammen. Es gibt wirklich Menschen und zwar nicht nur in der Esoterik, welche Übernatürliches erfahren. Es gibt auch Katholiken, meistens aus der charismatischen Bewegung kommend, welche jahre- oder jahrzehntelang glauben vom Heiligen Geist geführt zu werden, obwohl sie in Wirklichkeit vom Geist der Finsternis geleitet werden. Ja, es scheint so etwas wie eine natürliche Veranlagung für mystische Erlebnisse zu geben, obwohl die Zusammenstellung von „mystisch“ und „natürlich“ paradox klingt. Wenn diese Personen Glück haben, die dämonische Herkunft dieser Erlebnisse erkennen und das zusätzliche Glück haben in einem Land zu leben, wo es Exorzisten gibt, so landen sie schließlich beim Exorzisten und erfahren dort Hilfe. Einer dieser Exorzisten liest bei seinen Konferenzen die Zeugnisse dieser Personen durch, welche sehr aufschlussreich sind. Natürlich sind ca. 90% aller Besessenen durch Okkultismus oder Esoterik in diesen Zustand gelangt, aber es gibt doch tatsächlich eine Minderheit von ca. 10% oder noch weniger, die sich als besessen herausstellen, obwohl sie immer fromm waren. Woran erkennt man aber diese dämonisch inspirierte Falschmystik?

Grundsätzlich an zwei Aspekten:

  1. Ex cauda cognoscitur inimicus – Den Feind erkennt man am Schweif

Nach der übereinstimmenden Meinung all derjenigen Theologen, welche sich mit Privatoffenbarungen oder Mystik befassten,[1] ist es mit der göttlichen Allmacht und Güte unvereinbar, wenn eine Falschoffenbarung zu 100% einer wahren Privatoffenbarung oder einem von Gott stammenden mystischen Erlebnis gleichen würde. Bei Falschoffenbarung wird es immer ein Detail geben, an dem man den Teufel als den eigentlichen Autor dieser Offenbarung erkennen kann. Den berühmten Hinkefuß oder Schweif, wie er häufig abgebildet wird.  Dieses Detail ist entweder lehrmäßiger Natur, es stimmt also mit der Lehre der Kirche nicht überein oder es ist ein Detail, beim Aussehen der Erscheinung, welches sich nicht schickt. Der Hinkefuß oder der Schweif ist also erkennbar.

  1. Falschmystik ist immer von Sünde begleitet

Da der Teufel die Falschmystik verursacht, so ist es nur verständlich, dass er den Falschmystiker an sich dadurch binden möchte, was sein eigentliches Metier darstellt und zwar die Sünde. Daher argumentieren alle Falschmystiker und Gnostiker aller Zeiten, dass die Sünde nicht schadet, dass sie eigentlich etwas Gutes ist, dass man zum Licht ausschließlich durch die Dunkelheit kommt etc. Man kann diese teuflische Argumentation sehr deutlich in den verurteilten Sätzen des verurteilten Quietisten Miguel de Molinos (DH 2201-2269) nachlesen. Um die Verurteilung deutlich zu machen, werden die u.a. verurteilten Sätze mit [Es ist nicht so, dass] eingeleitet:

[Es ist nicht so, dass]

  1. Gott erlaubt und will, um uns zu demütigen und zur wahren Umgestaltung zu führen, dass bei einigen vollkommenen Seelen – auch nicht entrückten – der Dämon ihren Leibern Zwang antut und sie – auch im Wachen und ohne Verdunkelung des Geistes – fleischliches Handlungen begehen lässt, in der er die Hände und andere Glieder von jenen gegen ihren Willen [so, so Red.] physisch bewegt. Dasselbe gilt auch für anderen Handlungen, die an sich sündig sind; in diesem Fall sind es keine Sünden [wie bei Amoris Laetitia Red.], weil bei ihnen keine Zustimmung vorliegt [aha! Red.]. (DH 2241)

[Es ist nicht so, dass]

  1. Es kann den Fall geben, dass solche Zwänge zu fleischlichen Handlungen zur selben Zeit auf seiten zweier Personen auftreten, nämlich eines Mannes und einer Frau [oder zweier Männer Red.], und seitens beider der Akt folgt. (DH 2242)

[Es ist nicht so, dass]

  1. Wenn solche Zwänge kommen, soll man den Satan gewähren lassen, ohne irgendeine Mühe oder eine eigene Anstrengung aufzuwenden; vielmehr soll der Mensch in seinem Nichts [falschmystischer Fachterminus der völligen Passivität Red.] verbleiben; und auch wenn Pollutionen und unzüchtige Handlungen mit eigenen Händen und sogar noch schlimmere Dinge folgen, ist es nicht nötig, sich zu beunruhigen, sondern Ängste, Zweifel und Befürchtungen sind über Bord zu werden; denn die Seele wir erleuchteter, gestärkter und glänzender, und es wird die heilige Freiheit [angeblich von der Sünde Red.] erlangt; und vor allem ist es nicht nötig, dies zu beichten [so, so Red.], und am heiligsten handelt man, wenn man nicht beichtet; denn auf diese Weise besiegt man den Dämon und erwirbt einen Schatz des Friedens. (DH 2247)

[Es ist nicht so, dass]

  1. Durch die erworbene Kontemplation gelangt man zu einem Zustand, in dem man keine Sünden mehr begeht, weder Todsünden noch verzeihliche Sünden. (DH 2257)

Wenn sich manche von uns die Fragen stellen, wie man sich die Sünde falschmystisch schönreden kann, dann sieht er oben wie es geht. Die Sünde wir zur Nichtsünde umetikettiert und schon klappt es mit der „Mystik“, wobei das Sexuelle immer das Lieblingsmetier des Teufels darstellt. Die Sünde begleitet also immer den falschen mystischen Weg. Interessanterweise geschieht es ab und zu, dass der Schreiber dieser Zeilen von Lesern kontaktiert wird, welche im von einem solchen falschmystischen Weg berichten. Es handelt sich meistens um Frauen und die Anzahl dieser Zuschriften liegt im mittleren einstelligen Bereich, aber solche Begebenheiten sind real, obzwar selten. Wir haben dort:

  • Die Sehnsucht nach Gott und die Überzeugung Gott nachzufolgen,
  • Übernatürliche Erlebnisse,
  • Sünde und schwere Sünde als Begleiterscheinung, von der man nicht loskommt.

Es gibt also Falschmystik, welche vom Teufel stammt und für den Betroffenen selbst, welcher meint Gott nachzufolgen, nicht sogleich als solche unterscheidbar ist. Über die Qualität unserer Beichtväter schweigen wir uns besser aus, denn die Wahrscheinlichkeit, dass man im Beichtstuhl richtig diagnostiziert wird, ist wirklich äußerst gering.

War die Theologie von Ratzinger jemals orthodox?

Was hat das alles mit Benedikt/Ratzinger zu tun? Einiges. Wenn Menschen jahrzehntelang mystische, im Sinne der falschmystischen also übernatürliche Erfahrungen haben, die vom Teufel stammen, so ist es doch mehr als wahrscheinlich, dass jemand, der jahrzehntelang eine wenig orthodoxe Theologie mit viel Breitenwirkung betreibt, ebenfalls dazu vom Teufel inspiriert wird. Die Sünde, im Sinne des Verbleibens in einer schweren Sünde (bpsw. Priesterkonkubinat etc.) oder das nicht heiligmäßige persönliche Leben doch ein Kriterium darstellen, von dem man geleitet wird. Es ist demnach unmöglich orthodoxe und heilige Theologie zu betreiben, wenn man in schwerer Sünde lebt.

Wissen wir denn, ob Benedikt in Sünde lebte oder lebt? Nein, das wissen wir nicht. Wir können nur mutmaßen, dass jemand, der zur Zerstörung der Kirche durch seinen Rücktritt und das darauffolgende Schweigen zu Häresien von Papst Franziskus beitrug, auch vorher nicht vom Heiligen Geist geleitet werden konnte und kein großer, konservativer Theologe war. Und da bei fehlender Orthodoxie, welche auch Sünde ist, immer noch andere Sünde vorkommt, so kann es bei Ratzinger auch nicht anders gewesen sein. Zusammenfassend lässt sich sagen:

  1. Wir kennen das Privatleben von Joseph Ratzinger nicht.
  2. Er hatte, seinen eigenen Aussagen zufolge, keine mystischen oder falschmystischen Erlebnisse.
  3. Wir können höchstens seine Schriften und seine Amtshandlungen auf die Übereinstimmung mit dem Magisterium untersuchen, also Denzinger links – Ratzinger rechts.

Während Mystik selten ist und die Falschmystik eigentlich auch, genügt im Falle von theologischen Schriften ihre Untersuchung, inwieweit sie mit dem Lehramt übereinstimmen. Viele der Benedikt-Fans werden jetzt vielleicht einräumen:

„Na, gut, anhand der Denzinger-Aussagen sind seine Schriften vielleicht nicht 100% orthodox, aber an der nachkonziliaren Entwicklung gemessen, sind sie noch gut-katholisch. Besser ein bisschen als gar nicht!“

Der Schreiber dieser Zeilen hatte lange Jahre auch so gedacht und argumentiert, zumal er den Denzinger viel weniger als jetzt kannte.

„An der vorkonziliaren Theologie gemessen – ist es nicht orthodox, an der nachkonziliaren Theologie gemessen – schon“.

Es ist aber falsch, denn es geht hier um die zweiwertige Logik und Wahrheit. Entweder ist etwas falsch oder es ist richtig. Wenn die Lösung 1 lautet, dann ist 189,78 genauso falsch wie 0,89. Theologie ist ein System von Glaubenssätzen, womit man mit einem Satz eine wahre Aussage im formallogischen Sinn meint. Also sogar eine Falschaussage bringt das ganze System zum Fall, was uns die Informatiker unter unseren Lesern sicherlich bestätigen werden, die Ingenieure auch.

„Aber, das ist doch Integrismus!“, wird ein nachkonziliar theologisch Gebildeter sagen.

„Genauso ist es!“, antworten wir.

Papst Franziskus macht uns allen deutlich, wohin der fehlende Integrismus und das Fehlen der zweiwertigen Logik führt: geradeaus in die Apostasie!

Eine Analyse von Msgr. Spadafora

An dieser Stelle sollte eine an Denzinger gestützte Analyse aller Ratzinger-Werke folgen, welche aus ersichtlichen Gründen (ein Leben, Besseres zu tun) nicht erfolgen wird. Dies ist aber auch nicht notwendig, weil eine solche Analyse teilweise schon andere vorlegten. Wir haben auf Anraten des Lesers Daniel Specht, dem wir an dieser Stelle herzlich danken, ein spendenfinanziertes Buch Die „neue Theologie“ oder „Sie glauben gewonnen zu haben“ von Mgr. Francesco Spadafora erstanden, welches, was die theologische Qualität der Analyse anbelangt, unserer nach Einschätzung, gleich nach Gethsemani von Kardinal Siri kommt. Msgr. Spadafora, ein Priester und emeritierter Professor der Bibelwissenschaft an der Päpstlichen Lateran-Universität, verfasste sein Buch im Jahre 1993, am wahrscheinlichen Höhenpunkt des Pontifikats von Johannes Paul II.  Msgr. Spadafora (1913-1997) war kein Spinner, kein Sedisvakantist und kein Mitglied der Piusbruderschaft, welche heute sein Buch verkauft, sondern ein gläubiger Priester und Theologe, sowie der Beichtvater der Mystikerin und Stigmatikerin Ellena Aiello, der katholisch dachte und schrieb und heute als „Traditionalist“ bezeichnet werden muss, also etwas darstellte, was früher einfach „Katholik“ genannt worden ist. Msgr. Spadafora nahm als Peritus am Vat. II teil und war Mitglied der Kommission für Studien und Seminare in der Vorbereitungsphase (1960-62) des Konzils,[2] sodass man schlussfolgern kann, dass er zu den rechtgläubigen, konservativen Kurientheologen gehörte. Er war mit dem Ausgang des Konzils nicht einverstanden, kam ins Abseits, schreib ein paar empfehlenswerte Bücher,[3] die leider nur noch auf Italienisch erhältlich sind. Sein Buch Die „neue Theologie“ in der er sich mit der Nouvelle théologie kritisch auseinandersetzt, hat es in sich. Während die Lektüre des Artikels „Raus aus dem Kanninchenloch“ von Steven Skojec und Hillary White für den Schreiber dieser Zeilen einem Atomschlag oder einem Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala glich, so gleicht das Buch von Msgr. Spadafora einer konventionellen Bombardierung oder einem Nachbeben der Stärke 6, welche all das, was nach dem Erstschlag übrigblieb in Schutt und Asche legt.

Warum? Weil Spadafora beweist, dass all die Theologen des Konzils, welche der Strömung der  Nouvelle théologie – also derjenigen „neuen Theologie“ angehörten, die in Frankreich in den 1930-gern aufkam, vom Thomismus weg wollte, auf dem Philosophen Blondel fußte und von Pius XII ohne Namensnennung in Humani generis verurteilt wurde – dass also all diese Theologen nicht nur Neomodernisten waren, sondern auch über ein überaus fragwürdiges „Privatleben“ führten, welches wirklich nicht heiligmäßig war. Warum spielt es eine Rolle? Weil diese Männer nicht nur der bisherigen Kirchengeschichte ein Korrektiv geben wollten, was viele Heilige auch taten, sondern eine neue Wende herbeiführen wollten. Dann muss man sich doch die Frage stellen: war diese Wende von Gott oder vom Teufel? In dem Buch von Spadafora, welches ein theologisches Werk darstellt, das sich entweder an sehr gut vorgebildete Laien oder an Fachtheologen richtet, werden die folgenden Theologen besprochen, wobei die u.a. Kapitelüberschriften Spadafora selbst entstammen:

  • „Maurice Blodel „neue“ Philosophie (Kap. 3);
  • Henri de Lubac S.J., ein „Lehrer“, der nie Schüler war (Kap. 4);
  • Hans Urs von Balthasar, der Vater der ökumenischen Apostasie (Kap. 5)
  • Paul VI. und Satans Meisterstück (Kap. 6)
  • Ratzinger, ein Theologe ohne Glaube, Präfekt der Kongregation für den Glauben (Kap. 7)
  • Das Papsttum Karol Wojtylas, eine Zeit schwerster Prüfung für die Kirche (Kap. 8).

Der Schreiber dieser Zeilen erfuhr deswegen den Schock, weil die o.a. Autoren zwar nicht die „Helden seiner Jugend“ waren, da keiner von ihnen ihn je intellektuell angesprochen hatte, am Ehesten schon Ratzinger, sondern weil sie als theologische und orthodoxe Vorbilder während seines recht konservativen Theologiestudiums gehandelt wurden. Dem Schreiber dieser Zeilen waren diese Autoren zu ungeistlich, zu wenig konkret und zu schwammig, aber er dachte eher in ästhetischen Kategorien als in der Kategorien der Rechtgläubigkeit, da ihm einfach nicht der Gedanke kam, dass „die theologischen Väter“ des Vatikanum II neomodernistische Häretiker waren und all das, was wirklich explicite und implicite als häretisch und für den Glauben schädlich verurteilt wurde, subkutan als orthodox und für den Glauben nützlich in die Konzilsdokumente, wenn auch verklausuliert, Eingang fand. Msgr. Spadafora zeigt, wie und warum dies stattfand und er tut es so überzeugend, dass es einem nach dem Konzil ausgebildeten Theologen, wie der Schreiben dieser Zeilen nolens volens einer ist, den Boden unter den Füssen wegzieht. Er fühlt sich wie ein Chirurg, der den Körper immer weiter öffnet und immer mehr Metastasen vorfindet, wobei das, was als eine oberflächliche Hautveränderung zuerst wahrgenommen wurde, von einem langjährigen, zersetzenden Prozess zeugt. Papst Franziskus ist nicht vom Himmel gefallen. Er wurde intellektuell sehr lange vorbereitet unter anderem durch die Nouvelle théologie.

Da der Schreiber dieser Zeilen den Beitrag „War Benedikt gläubig?“ vor der Lektüre des Buches von Spadafora verfasste und lediglich anhand seiner Benedikt-Lektüre Joseph Ratzinger den Unglauben bescheinigte („Wie kann er es wagen?“ Er kann, weil er es gerade tut. Ab esse ad posse valet illatio, sagt die Scholastik.), so ist er sehr froh seine Einschätzung bei jemand anderem vorzufinden und zwar eine Einschätzung, die unsere negative Sicht der Theologie von Ratzinger um einiges übertrifft. Msgr. Spadafora nimmt auf 21 Seiten, sich auf Gethsemani von Kard. Siri stützend, die Christologie Ratzingers auseinander, da er sich kurz fassen möchte und sich desewegen nur auf diese beschränkt. Wir haben nicht vor all diese Argumente an dieser Stelle wiederzugeben und verweisen zum zitierten Werk selbst. Einiges muss aber genannt werden:

„Was soll man aber sagen, wenn wir gezwungen sind festzustellen, dass der gegenwärtige Präfekt der Glaubenskongregation in seinen Büchern der „Theologie“ […] bekennt, dass nämlich in Jesus nicht Gott Mensch geworden, sondern ein Mensch Gott geworden ist? Wer ist demnach Jesus Christus für Ratzinger? Er ist jener Mensch, „in welchem das Definitive des Menschseins in Erscheinung tritt und der eben darin [sic! F.S.] zugleich Gott selber ist“ (Einführung in das Christentum, München: dtv 1971, S. 136) Das besagt eigentlich, dass der Mensch in seinem „Definitiven des Menschseins“ Gott ist! Folglich wäre Jesus Christus allein durch das Faktum, dass in ihm das „Definitive des Menschseins in Erscheinung tritt“, „Gott selber“ gewesen![4]

Was heißt das im Klartext? Dass das eigentliche Wesen jedes Menschen göttlich ist, dass es in jedem „gottet“, das jeder Mensch per se ein Gott-Mensch ist und in Christus, als dem vollkommenen Menschen in seinem „Definitiven des Menschseins“, so Ratzinger, das Göttliche oder Gott besonders gut zum Durchbruch kam. Dies ist aber die jegliche Aufhebung zwischen Natur und Übernatur, was schon Henri de Lubac, zum Leidwesen unser aller bewerkstelligte und was in einen Pantheismus führt. Wenn jeder Mensch in nuce Gott ist und es „gottet“ überall, dann brauchen wir keine Kirche und keine Bekehrung, weil es sowieso „gottet“. Und erst aus diesem Denken heraus lässt sich die deuterovatikanische Ökumenitis begreifen. Wenn es „gottet“, dann „gottet“ es, auch bei den Walen und der Homo-Ehe. Bleiben wir also entspannt und verprassen die Kirchensteuer, solange es noch die gibt, da die Katholiken aussterben.

Sagt das Ratzinger tatsächlich selbst? Ja, das tut er und so schreibt Msgr. Spadafora im Absatz unter dem Titel „Gott ist Mensch, der Mensch ist Gott“ folgendes:

Das Problem ist übrigens von Ratzinger selbst klar gestellt und wird durch ihn bejahend beantwortet. Er fragt sich in der Tat: „Dürfen wir denn überhaupt Christologie (= Rede von Christus) in Theologie (= Rede von Gott) auflösen; müssen wir dann nicht viel eher Jesus leidenschaftlich als Menschen reklamieren, Christologie als Humanismus und als Anthropologie betreiben? Oder sollte der eigentliche Mensch gerade dadurch, dass er es ganz und eigentlich ist, Gott sein und Gott eben der eigentliche Mensch sein? Sollte es sein können, dass radikalster Humanismus und Glaube an den offenbarenden Gott hier aufeinandertreffen, ja ineinander übergehen?“ (Ratzinger, Einführung S. 149/150, Hervorhebung laut Originaltext).[5]

Au, weia! Das ist aber ein hard core Arianismus mit einigen neuzeitlichen Zusätzen, wie Ontologismus und Immanentismus, Begriffe, die wir später in anderen Beiträgen noch ausführlich erklären werden.

Weiter lesen wir bei Msgr. Spadafora:

Für Ratzinger ist Jesus also nicht Gott, weil er natürlicher Sohn Gottes ist, aus dem Vater geboren vor aller Zeit, „gezeugt, nicht geschaffen, wesensgleich mit dem Vater“, weil seine Person seit Ewigkeit die unendlich göttliche Natur teilt und daher die unendliche Vollkommenheit besitzt, sondern ist jener Mensch, der gekommen ist, „um mit Gott ineinanderzufallen“ und der am Kreuze „das Sein für die anderen“ verkörpert hat, ein „Altruist durch Antonomasie“. Folglich unterscheidet er sich von uns und den anderen Menschen nur durch den Grad der menschlichen Entwicklung, die er erreicht hat, nicht durch den Abgrund, welche Gott vom Menschen, den Schöpfer vom Geschöpf trennt. Die Christologie der Kirche weist Ratzinger zurück als eine „triumphalistische Verherrlichungschristologie .. die etwas mit dem gekreuzigten und dienenden Menschen nichts anfangen könnte und statt dessen sich wieder einen ontologischen Gottmythos [sic! Red.] erfinden würde (S. 161). Anstelle der „triumphalistischen Verherrlichungschristologie“, welche „einen ontologischen Gottmythos“ schafft, setzt Ratzinger eine „Dienstchristologie“, die er behauptet, beim hl. Johannes zu finden, und in der „Sohn“  einzig „das Sein-vom-andern-her“ (S. 129) bedeutet.[6]

Oh weh, o weh! Kommt ihr Töchter, helft mir klagen! Diese Ansichten hat Ratzinger niemals widerrufen, mit diesen Ansichten ist er groß geworden, aufgrund der „Einführung ins Christentum“ ist er vom Johannes Paul II, der dieses Buch sehr schätzte, zum Präfekten der Glaubenskongregation berufen worden. Es ist schrecklich! Man hat Lust sich auf einen Misthaufen zu setzen und die Wunden mit einer Tonscherbe zu kratzen. Wenn man aber die Glaubenswahrheit leugnet, dass Christus wirklich Gott war, dann fällt das katholische System überhaupt zusammen. Dann haben alle nachfolgenden Wahrheiten wie Erlösung, Wesenswandlung, Jungfrauengeburt, Aufnahme Mariens in den Himmel keine Bedeutung oder sie müssen „uminterpretiert“ werden, was Ratzinger in seiner „Einführung ins Christentum“ ja tut. Die Glaubensinhalte und Dogmen werden einfach ausgehöhlt und mit neuen Nicht-Inhalten ersetzt. Es ist schrecklich! Wenn Christus nur eine besserer, evolutionistisch höher entwickelter Mensch war, dann gab es keine Erlösung. Warum sollte es eine geben? Wenn der Mensch nach de Lubac, Rahner und Ratzinger von sich aus, also ontisch, „gottfähig“ ist, dann gibt es keine Sünde und keine Erlösungsbedürftigkeit. Bloß einen soziologischen Verein mit Bratwürsten auf dem Pfarrfest und den Walen und wir sind bei Amoris Laetita. Tja, so schnell geht das!

Joseph Ratzinger hat als Präfekt der Glaubenskongregation das Patronat über die Zeitschrift Communio übernommen, welche die „konservativen“ Neutheologen gruppierte.  Es waren die Communio-Mitarbeiter, welche die Bischofsstühle besetzen und die nachfolgenden Namen hören sich für uns jetzt wie ein Who is who des Verfalls an. So schrieb die italienische Wochenzeitschrift Il Sabato (vom 6. Juni 1992):

Zwanzig Jahre sind vergangen; ‚Communio‘ hat seine Partie gewonnen. Zumindest, was den Kampf um die kirchliche Vorherrschaft anbelangt. Die Kirche gewährte den drei „Dissidenten“-Theologen [Ratzinger, de Lubac, von Balthasar Anm. Msgr. Spadaro], die an jenem Abend in der Via Aurelia am Taufbrunnen die Idee [dieser Zeitschrift Red.] hielten, die Ansehen erheischende Belohnung des Kardinalshuts.

Aber es gab Ehrenbezeugungen für alle. Die tüchtigsten Mitarbeiter von ‚Communio‘ wurden zu Bischöfen befördert: die Deutschen Karl Lehmann und Walter Kasper, der Italiener Angelo Scola, der Schweizer Eugenio Corecco, der Österreischer Christoph von Schönborn, der Belgier André-Juan Léonard, der Brasilianer Karl Romer. Eine Schar von Bischofstheologen, deren Einfluss in der Kirche viel weiter reicht als ihre Diözesan-Jurisdiktion. Ein wahres Think-tank der Kirche Karol Wojtylas.[7]

Msgr. Spadafora bemerkt, dass sich die Ultraprogressiven von Concilium mit den „Gemäßigten“ von Communio die Macht teilten. Währen den Ersteren die theologische „Forschung“ und die kulturelle Hegemonie zufiel, fiel den Letzteren die „kirchliche Vorherrschaft“ der Bischofstühle zu.[8] Dies erklärt den Umstand, warum man nirgendwo Theologie studieren kann und sich nur vier Kardinäle, davon drei in Rente, zu Amoris Laetitia-Debakel zu Wort meldeten. Ganz Rom wurde mit Neu-Theologen besetzt, was die vatikanischen Kommissionen anbelangte. [9]

Wem verdanken wir aber Papst Franziskus? Papst Benedikt XVI – Joseph Kardinal Ratzinger – dem, wie auch immer, Papst Emeritus, den es praktisch gibt, aber theoretisch, traditionell und kirchenrechtlich nicht geben kann. Er hat aufgegeben, er hat es hingeschmissen, das Amt des Vicarius Christi, er ist „von dem Wölfen davongelaufen“ und zwar „aus Gesundheitsgründen“. Es ist als würde der oberste Heeresführer mitten in der Schlacht desertieren oder sich selbst, mit einem eigenen Dekret aus dem Heeresdienst entlassen und „ins Zivil gehen“. Da spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg der Ritterethos in Deutschland oder in den deutschsprachigen Ländern, die Schweiz ausgenommen, wenig gilt, so wird diese Ungeheuerlichkeit der Desertion nicht allen bewusst.  Kein Offizier kann sich mitten in der Schlacht selbst ins Zivil entlassen, noch weniger kann dies ein Heeresführer. Denn was ist die Folge? Der Zusammenbruch der Disziplin, keine Vorbilder mehr, kein Durchhalten. Wenn es dem obersten Heeresführer egal ist, warum soll es dem einfachen Soldaten nicht egal sein? Benedikt XVI hat mit seinem Rücktritt wenigstens genauso viel Schaden angerichtet, wie Franziskus mit seinem gesamten, bisherigen Pontifikat. Weil Benedikt gezeigt hat, dass nicht einmal der Papst den Glauben ernst nimmt und nicht einmal er Christus treu ist. Christus ist aber kein theologisches Konstrukt, sondern eine Person, die lebt und als Gott allmächtig ist. Wer hat diese Personalien bewilligt und gefördert? Joseph Kardinal Ratziner und heute ernten wir auch theologisch seine Früchte. Aber lassen wir ihn selbst sprechen. So schreibt er im Vorwort zur Einführung in das Christentum:

[Dem Nebel der nachkonziliaren theologischen Ungewissheit] kann man freilich nicht entgegenwirken durch ein bloßes Beharren auf dem Edelmetall fester Formeln der Vergangenheit [nicht die feierlichen Erklärungen des Lehramtes Anm. Msgr. Spadafora], das dann doch auch nur ein Metallklumpen bleibt: eine Last, statt kraft seines Wertes die Möglichkeit wahrer Freiheit [die so auf Schleichwegen den Platz der Wahrheit einnimmt Anm. Msgr. Spadafora] zu gewähren“. (Vorwort, S. 5)

Was heiß es im Klartext?

  • Vergangenheit zählt nicht,
  • Dogmen sind schöne Antiquitäten,
  • macht es wie ich,
  • wir brauchen Freiheit vom Lehramt.

Dies schrieb ein deutscher Startheologe, Priester und Theologieprofessor und das hat der Glaubenspräfekt nicht widerrufen. Das Lehramt, die Tradition, all das woran die Katholiken aller Zeiten geglaubt und gelitten haben, ist also „eine Last“. Ah so. Aber es wird noch besser, denn im Interview-Buch mit Vittorio Messori Zur Lage des Glaubens,[10] sagt Ratzinger

Als „ausgewogener Progressist“[11] sei er für eine „ruhige Entwicklung der Lehre“ ohne „einzelgängerische Fluchten nach vorne“[12], aber auch „ohne anachronistische Sehnsucht nach einem unwiederbringlichen vergangenen Gestern“[13] (S. 16/17) […].[14]

Wir müssen dem heute der Kirche treu bleiben, nicht dem gestern oder dem morgen.[15]

Obwohl wir diese Aussagen nach Spadafora wiedergeben, so haben wir es mit unserer Ausgabe Zur Lage des Glaubens verglichen. Ja, er hatte es tatsächlich so gesagt. Wie auch dieses:

Nicht ich habe mich geändert, sondern die anderen.[16]

Ich habe immer versucht, dem II. Vatikanum, diesem heute der Kirche, treu zu bleiben, ohne Sehnsucht nach einem unwiederbringlichen vergangenen Gestern und ohne ungeduldiges Drängen nach einem Morgen, das nicht unser ist.“[17]

Ja, Ratzinger ist sich selbst tatsächlich treu geblieben und nicht der Lehre der Kirche. Denn in seinem letzten Interviewbuch sagt er ja dasselbe, wie wir schon bereits bemerkten:

„Ich glaube, da [in unserem Denken über Gott Red.] muss man vieles verändern. Wie sich eben auch unser ganzes Menschenbild verändert hat. […] Jedenfalls stellt sich mit diesem Wissen [der heutigen Menschheit] die Struktur der Zeit, die von Geschichte, heute anderes dar. Hier muss zuallererst die Theologie noch gründlicher zu Werke gehen und den Menschen wieder Vorstellungsmöglichkeiten liefern. Da hat die Übersetzung von Theologie und Glaube in die Sprache von heute noch gewaltige Defizite; dass man Vorstellungsschemata schafft, dass man den Menschen hilft, heute zu verstehen, Gott nicht in einem Irgendwo zu suchen. Da ist viel zu tun.“[18]

Das Fazit oder warum der Rücktritt möglich war

Wir haben also einen Nouvelle Théologie-Theologen, der vor dem Konzil, wie er selbst sagt, der Häresie verdächtigt wurde und dessen Habilitationsschrift aufgrund der fehlenden Rechtgläubigkeit in der ersten Fassung zurückgewiesen wurde, welche in dem nachkonziliaren Wirrwarr zu einem Startheologen und „konservativen“ Startheologen aufstieg, Bischof, Kardinal, Präfekt der Glaubenskongregation und schließlich Papst wurde. Der aber seine theologischen Ansichten niemals geändert hat. Und deswegen hatte Gänswein vielleicht recht, wenn er sagte, dass zwischen Benedikt und Franziskus kein Blatt Papier passt, so eng sind sie einander. Vielleicht ist es schlichtweg wahr, denn das, was Ratzinger/Benedikt theoretisch ausgearbeitet hatte, das setzt Franziskus einfach praktisch um. Wenn die oberste Priorität der kulturelle Wandel und nicht der unwandelbare Gott ist, was AL 32 feststellt, warum soll sich dann nicht alles ändern und wandeln bis zu der Homo-Ehe hin. Es ist nur konsequent. Deswegen ist der Rücktritt von Benedikt XVI. weniger geheimnisvoll als man denkt und Ann Barnhardt hat mit ihrer Vermutung des „wesentlichen Irrtums“ beim Benedikt Rücktritt Recht. Benedikts theologische Ansichten sind dermaßen verworren, dass er bei seinem Rücktritt einen „wesentlichen Irrtum“ (Kan. 188) beging und somit weiterhin im Amte bleibt. Wenn wir aber mit unserer „Privatleben“-These Recht haben, dann ist dieser Rücktritt auf aufgrund der „schweren Furcht“ (Kan. 188) ungültig, die auf eine sittliche Erpressung der eigenen Person oder einer Person aus dem eigenen Umfeld folgte.[19] Wenn man etwas Unsittliches irgendwann einmal tut, dann besteht immer die Gefahr, dass man dabei gefilmt wird und solche Filme gegen einen verwendet werden können, was ein klerikaler Homo-Skandal, der noch große Wogen schlagen wird, derzeit in der Heimat des Schreibers dieser Zeilen beweist.

Der Schreiber dieser Zeilen erlebte den Rücktritt von Benedikt wie eine Desertion eines Heeresführers vor dem Feind. Wie kann aber ein Offizier (Priester) und Heeresführer (Kardinal, Papst) mitten in der Schlacht desertieren? Die alten Militärs, die es schon lange nicht mehr gibt, würden antworten:

„weil er niemals ein echter Soldat und Offizier war“.

Man wird doch im Militär geschult instinktiv und automatisch zu handeln, damit bestimmte Gedanken in bestimmten Krisensituationen gar nicht aufkommen können und zu Fehlreaktionen führen. Stellt man sich die Frage, wie ein gläubiger, „tiefgläubiger“ Mensch, der „Mozart der Theologie“, ein „künftiger Kirchenvater“ etc. etc. (alles ironisch gemeint) zurücktreten und einen solchen Unsinn in seinem letzten Interview-Buch wiedergeben konnte, so bleibt nur die logische Antwort, weil er nicht gläubig oder gar tiefgläubig war. Denn agere sequitur esse, also „das Handeln folgt dem Sein“, einfacher formuliert: „man handelt so, wie man ist“.

Welche positive Lehre resultiert für uns daraus? Geben wir Acht, dass wir weder moralisch noch intellektuell fallen, denn der Teufel wird die wenigen Übriggebliebenen noch schwerer anfechten, als diejenigen die er sowieso am Strick führt.

P.S. Nach der Niederschrift dieses Beitrags stellte sich heraus, dass Maike Hickson von onepeterfive ihren privaten Brief an Papst Benedikt XVI. veröffentlicht hatte, in welchem sie in anfleht doch das Geheimnis von Fatima zu veröffentlichen. Benedikt, der nachweislich diesen Brief erhalten hatte, hat nicht geanwortet. Uns wundert es nicht. Es passt leider in unser Profil.

[1] Man lese dazu Tanquerey, A., Précis de Théologie Ascétique et Mystique, Paris 1924, Regles pour le discernement des révélations, 937-944. Viel eingehender befasst sich mit dieser Thematik Pater Poulain SJ. So widmet er der Thematik „Wie unterscheidet man echte Offenbarungen und Visionen von falschen?“ in der deutschen Ausgabe seines Buches die Seiten 76-114 (Poulain, A., Die Fülle der Gnaden. Ein Handbuch der Mystik, Bd. 2, Freiburg im Breisgau 1910, 76-114), in der uns vorliegenden englischen Ausgabe dieses Werkes werden die Offenbarungen und Visionen auf Seiten 299-399 besprochen (Poulain, A., The Graces of Interior Prayer. A Treatise on Mystical Theology, Westmonasterii 1949 [reprint], Part IV: Revelations and Visions 299-399). Ob die anderen Ausgaben dieselbe Paginierung aufweisen, wissen wir nicht. Der Teil über die Unterscheidung von echten und falschen Visionen wurde auch als ein eigenes Buch herausgegeben.

[2] Spadafora, Francesco, Die „neue Theologie“ oder „Sie glauben gewonnen zu haben“, Sion: Verlag Les Amis de St. Francois de Sales 19962, 7.

[3] Das Katzenbuch ist natürlich nicht von ihm.

[4] Spadafora, 119-120.

[5] Zitiert nach Spadafora, 120.

[6] Spadafora, 122-123.

[7] Ebd. 131.

[8] Ebd. 132.

[9] Ebd. 132-134.

[10] Ratzinger, Joseph. Benedikt XVI., Zur Lage des Glaubens. Ein Gespräch mit Vittorio Messori, Herder 2007.

[11] Ratzinger, Lage, 18.

[12] Ebd., 19.

[13] Ebd.

[14] Spadafora. 137.

[15] Ebd. 138, Ratzinger, Lage, 31.

[16] Ratzinger, Lage, 18.

[17] Ratzinger, Lage, 19.

[18] Benedikt XVI., Letzte Gespräche mit Peter Seewald, Droemer: München 2016, 269-270.

[19] http://www.n-tv.de/panorama/Warum-Benedikt-XVI-wirklich-zuruecktrat-article12377046.html https://www.welt.de/politik/ausland/article156762772/Benedikt-XVI-spricht-von-Homosexuellen-Netzwerk-im-Vatikan.html

„Wir klagen an“ – Gericht über Papst Franziskus und andere Päpste. (3) War Benedikt gläubig?

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War Benedikt jemals gläubig?

Als der Schreiber dieser Zeilen Benedikts XVI. Buch „Letzte Gespräche“ las, so kam ihm der Satz aus der Marienerscheinung in La Salette in den Sinn: „Rom wird den Glauben verlieren“, als er an Ratzinger/Benedikt dachte. Warum? Weil Benedikt XVI., der Noch-Papst oder Papa Emeritus, wie er sich entgegen jeder Tradition nennt, eine äußerst weltliche Sicht des Papsttums vertritt und er vertritt sie als Papst! So lesen wir über seinen Rücktritt:

„[…] Aber es war mich auch klar, dass ich es tun musste und dass dies der richtige Augenblick war. Die Menschen haben das dann auch angenommen. Viele sind dankbar, dass nun der neue Papst in einem neuen Stil auf sie zugeht. […]“[1]

„Depression nicht, nein, aber es ging mir nicht so gut. Und ich habe gesehen, dass mich diese Reise nach Mexiko und Kuba doch sehr angestrengt hat. Auch der Arzt hat mir gesagt, Sie dürfen nicht mehr über den Atlantik fahren. Turnusgemäß sollte der Weltjugendtag in Rio de Janeiro eigentlich erst 2014 sein. Wegen der Fußballweltmeisterschaft wurde er aber um ein Jahr vorgezogen. Mir war klar, dass ich zeitlich so zurücktreten muss, dass der neue Papst einen Vorlauf nach Rio hat.“[2]

Was sind also die Prioritäten, eines Papstes, welcher von manchen „der Mozart der Theologie“ genannt wurde und sich als Einsiedler zurückziehen wollte, um solche Banalitäten von sich zu geben? Es sind:

  • Die eigene Gesundheit
  • Der Rat des Arztes
  • Der Weltjugendtag
  • Die Fußballweltmeisterschaft.

Denn dies waren, so sagt er selbst, sichtlich die Gründe für seinen Rücktritt. (Ja, ja, wer’s glaubt wird selig!) Es ist also wenig erstaunlich, dass manche Katholiken die Wirklichkeit leugnen wollen und Seewald unterstellen, er hätte dieses Buch alleine geschrieben und die Worte Benedikts sich ausgedacht und verdreht, da Benedikt solch ein dummes Zeug nicht von sich geben könne. Es ist dummes Zeug und er sagt sicherlich nicht alles, aber er sagt wirklich das, was er sagt. Lesen wir weiter:

„Seewald: Wie sehen Sie heute die Zukunft des Christentums?

Benedikt: Dass wir nicht mehr deckungsgleich mit der modernen Kultur sind, die christliche Grundgestalt nicht mehr bestimmend, das ist offenkundig. Heute leben wir in einer positivistischen und agnostischen Kultur, die sich gegenüber dem Christentum zunehmend als intolerant zeigt. Insofern wird die westliche Gesellschaft, jedenfalls in Europa, nicht einfach eine christliche Gesellschaft sein. Umso mehr werden sich die Glaubenden darum bemühen müssen, dass sie das Wertebewusstsein und das Lebensbewusstsein weiterhin formen und tragen. Wichtig wird eine entschiedenere Gläubigkeit der einzelnen Gemeinden und Ortskirchen. Die Verantwortung wird größer.“[3]

Und was will uns der Papa Emeritus mit diesem wenig originellen und wenig theologischen Text sagen?

  • Es wird unchristlicher und weltlicher werden.
  • Man kann dagegen nichts tun.
  • Ihr, Laien, müsst Euch dagegen wehren.

„Obwohl uns die Theologie und die Hierarchie keine Hilfe gibt?“ – fragen wir.

Genauso ist es leider, denn Benedikt sagt auch:

„Ich glaube, da [in unserem Denken über Gott Red.] muss man vieles verändern. Wie sich eben auch unser ganzes Menschenbild verändert hat. […] Jedenfalls stellt sich mit diesem Wissen [der heutigen Menschheit] die Struktur der Zeit, die von Geschichte, heute anderes dar. Hier muss zuallererst die Theologie noch gründlicher zu Werke gehen und den Menschen wieder Vorstellungsmöglichkeiten liefern. Da hat die Übersetzung von Theologie und Glaube in die Sprache von heute noch gewaltige Defizite; dass man Vorstellungsschemata schafft, dass man den Menschen hilft, heute zu verstehen, Gott nicht in einem Irgendwo zu suchen. Da ist viel zu tun.“[4]

Ja, da ist viel zu tun diesen modernistischen Unsinn aus der Theologie auszumerzen, den Benedikt hier noch einmal wiedergibt. Warum? Weil sie Sache ganz anders funktioniert. Der Mensch muss seine Wahrnehmungskategorien mit Hilfe der Gnade Gottes verändern, um Gott auch intellektuell näher zu kommen, indem er, der Mensch, sich und sein Denken nach der unveränderlichen Wahrheit Gottes verändert, da er sein Inneres nach dem Äußeren ausrichtet. Die Theologie soll gerade nicht dem Menschen „Vorstellungsmöglichkeiten liefern“, sie soll seine weltlichen Vorstellungen dermaßen verändern, damit er die theologischen Inhalte überhaupt einigermaßen adäquat begreifen kann. Und wie soll sie es tun?

  1. Zuerst durch die Reinigung des abstrakten Denkens durch:
    • Formelle Logik
    • Andere philosophische Fächer (Erkenntnislehre, Metaphysik, Geschichte der Philosophie)
  2. Durch die richtige Methode der Theologie
    • Welche hauptsächlich im Analogieschluss besteht
  3. Durch die persönliche Heiligung des Theologen
    • Da die theologischen Inhalte übernatürliche Wahrheiten sind
  4. Durch das Erlernen der scholastischen Sprache und Methode
    • Weil die Scholastik die Sprache der Theologie ist, wie die Mathematik die Sprache der Naturwissenschaften darstellt.

Dieses Programm ist nichts Neues, so ist es im Großen und Ganzen bis 1962 gewesen, bevor die Nouvelle Theologie und der „neue theologische Ansatz“, den auch Ratzinger vertrat, in die Theologie Einzug hielten. Und jetzt sehen wir die Ruinen. Benedikt hat leider nichts gelernt, denn er sagt weiter:

„Wir können zwar nicht sagen: „Ich habe die Wahrheit“, aber die Wahrheit hat uns, sie hat uns berührt. Und wir versuchen, uns von dieser Berührung leiten zu lassen“.[5]

Ist denn diese Aussage keine Verbreitung von Agnostizismus im Theologischen? Durchaus, schon. Theologie ist für Ratzinger irgendein individualistisches Projekt, eine Kunstform, in der man möglichst originell zu sein hat. Er sagt ja selbst über sich:

„Wie schon gesagt, ich wollte aus dem klassischen Thomismus heraus, wobei mir Augustin ein Helfer und Führer war. Insofern galt es auch, mit den neuen Philosophien in ein lebendiges Gespräch zu treten“.[6]

„Tatsächlich kam ich nach langem Überlegen zur Erkenntnis, dass ich meine Vision von Theologie besser im Fach Dogmatik entfalten könne als im Fach Fundamentaltheologie“.[7]

Man soll also als Theologe nicht die bisherige Lehre der Kirche weitergeben, wie der Mathematiklehrer die euklidische Geometrie, sondern „eigene Visionen von Theologie“ verwirklichen. Du meine Güte!

Was ist das für eine „Vision der Theologie“? Eine, die die Frömmigkeitsformen des 19. Jhdts. verachtet.

„Wir alle hatten, das war damals Mode, eine gewisse Verachtung für das 19. Jahrhundert. Also neue Gotik und diese etwas kitschigen Heiligenfiguren, die enge, etwas kitschige Frömmigkeit und Übersentimentalität. Das wollte man alles überwinden. Und zwar mit einer neuen Phase der Frömmigkeit, die sich gerade aus der Liturgie und ihrer Nüchternheit und ihrer Größe gestaltet, indem sie auf das Ursprüngliche zurückgriff – und gerade dadurch auch wieder neu und modern war.“[8]

Aber vielleicht war es keine Verachtung für die Frömmigkeit des 19. Jahrhunderts, sondern eine Verachtung für die Frömmigkeit überhaupt? Wie konnte ein Mensch, der am Anfang des 20. Jahrhunderts religiös sozialisiert wurde plötzlich eine Frömmigkeit bspw. des 11. Jahrhunderts schätzen und pflegen, da er sie nicht kannte? Ratzinger richtet sich doch hier gegen die überlieferte Frömmigkeit, also gegen die Frömmigkeit, weil er sie selbst nicht nachvollziehen kann. Nein, nicht deswegen, weil er intellektuell ist, sondern weil er nicht fromm  ist. Er sagt über einen seiner Lehrer:

„Er war ein frischer, neuer Denker, der uns speziell aus der verklemmten Frömmigkeit des 19. Jahrhunderts herausführen wollte, ins Offene.“[9]

Das Adjektiv „verklemmt“, das in diesem Zusammenhang fällt, ist doch ein typisches 1968-Wort, welches sich wohl ursprünglich gegen jede Sexualmoral richtet. Warum denn soll eine Frömmigkeit „verklemmt“ sein? Braucht der Fromme eine Klemme? Was „klemmt“ denn bei ihm? Welch eine weltliche Rede bei einem Papst. Aber es wird noch besser, weil Benedikt offen zugibt, dass es bei ihm mit der Marienfrömmigkeit nicht zum Besten stand und steht:

„Seewald: Kann man sagen, dass auch bei Ihnen in dieser Zeit Marienverehrung und Mariologie nicht besonders ausgeprägt waren?

Benedikt: Ich war natürlich katholisch, und insofern haben die Maiandachten, die adventliche Marienverehrung, der Rosenkranzmonat und einfach die Liebe zur Mutter Gottes zu uns gehört, aber sie war nicht so tief, nicht so emotional stark präsent […]. Die Marienverehrung hat mich geprägt, aber zusammen mit der Christozentrik – und in sie hineingenommen.

[…] Aber die theologische Formung war sehr christologisch und altkirchlich; wobei die Mariologie nicht fehlt, aber noch nicht die innere Kraft hat. Insofern waren Frömmigkeitstraditionen und das, was wir theologisch gelernt haben, noch nicht ganz ineinandergewachsen“.[10]

Was heißt das im Klartext? Weil er nicht fromm war, so konnte die theologische Bildung, die er erhielt seine Frömmigkeit nicht untermauern. Er selbst suchte sich aber gleich das „Unverklemmte“ heraus, sodass das – die Frömmigkeit – was nicht da war, nicht gestärkt werden konnte. Der Schreiber dieser Zeilen hatte auch sehr viele Jahrzehnte hindurch keinen wirklich tiefen Bezug zur Mutter Gottes gehabt und die oberen Zeilen könnten auch von ihm selbst stammen. Er hatte alle Frömmigkeitsübungen äußerlich gepflegt, marianische Dogmen anerkannt, aber die Mutter Gottes, obwohl er an einem wichtigen Marienfest geboren wurde, war ihm irgendwie emotional fremd. Er war sich dieser Distanz bewusst und litt ein wenig darunter, versuchte sich diesen Zustand nicht intellektuell schön zu reden. Und erst als sein Glauben durch das Beten der vorkonziliaren Breviere und das Kennenlernen der Alten Messe, was erst seit 2011 stattfindet, sich sehr entwickelt hatte und zwar im geistlichen nicht im intellektuellen Bereich, erst jetzt hat er eine innig-emotionale Bindung an Maria, welche noch sicherlich ausbaufähig ist, aber er hat sie überhaupt und er hat sie erst jetzt. Und daher kann er der Überzeugung zustimmen, dass im Falle, dass jemand keine Marienfrömmigkeit hat, es leider insgesamt um seinen Glauben nicht allzu gut bestellt ist. Maria als Sedes sapientiae – „Sitz der Weisheit“, als die Mutter des Inkarnierten Wortes führt uns doch in die Tiefe Christi hinein, wie auch Christus uns in das tiefere Verständnis um seine Mutter führt. Dies ist aber, wohlgemerkt, kein intellektueller Weg, sondern ein geistlicher Weg. Das Alte Brevier und die Alte Messe öffnen uns einfach geistlich die Augen. Und deswegen wurden sie verboten und deswegen sind sie so rar.

Um aber auf Ratzinger/Benedikt zurückzukommen, so macht er leider den Eindruck eines Mannes, der ungläubig war und sich ein Hilfskonstrukt aus Theologie zurechtmachte, um seinen Unglauben zu bedecken. Eine sehr häufige Vorgehensweise unter Priestern. Vielleicht war es ihm selbst nicht klar und ist es immer noch nicht, wie bei einem Farbenblinden oder stark Sehbehinderten, der nur so sieht, wie er halt sieht. Der Schreiber dieser Zeilen hatte einmal an einem recht umfangreichen Sehtest teilgenommen, bei dem man bestimmte Gegenstände anhand bestimmter Formen identifizieren sollte. Einer der Teilnehmer zeichnete sich dadurch aus, dass er manches sehr schnell erkannte, bei anderen Aufgaben leider völlig versagte und seine Erklärungen immer phantastischer wurden, was es denn auf dem dargestellten Bild sein kann. Während einer recht ausgebauten ärztlichen Untersuchung des Sehvermögens aller Teilnehmer, stellte sich zur Verwunderung aller heraus, dass dieser Teilnehmer an einer rot-grün Schwäche litt, welche weder bei seiner Bundeswehrzeit noch bei seiner Führerscheinuntersuchung aufgefallen ist, weil man nach weniger strengen Kriterien untersuchte. Weil er also objektiv gesehen die Farbe nicht eindeutig genug erkennen konnte, so musste er das, was er nicht sah, dazu erfinden. Dies war seinerseits ein unbewusster Prozess und sicherlich kein Betrug. So sagen sich auch Menschen, die nicht gut genug hören oder eine Sprache, in der man zu ihnen spricht, nicht ausreichend kennen, das, was sie nicht verstehen dazu.  Dies ist aber die Situation eines ungläubigen oder schwach gläubigen Theologen. Man sieht/hört es nicht und redet es sich schön.

Aber sollte die obere Beschreibung von fehlender Frömmigkeit und eines schwachen Glaubens oder des Unglaubens auf Ratzinger zutreffen, dann hätte jemand mit diesen Voraussetzungen sich niemals weihen lassen sollen, denn Priestertum ist kein Brotberuf für Intellektuelle. Es war Betrug von Anfang an, wenn wir Recht haben. Benedikt scheint unsere Sicht der Dinge zu bestätigen, indem er sagt:

„Seewald: Über Ihren Anfang an der Hochschule meinte Sie einmal »Als ich anfing, Theologie zu studieren, begann ich mich auch für die intellektuellen Probleme zu interessieren, und dies, weil sie das Drama meines Lebens und vor allem das Geheimnis der Wahrheit enthüllten.« Wir haben in Salz der Erde bereits darüber gesprochen, und Sie meinten damals, das wäre ein bisschen hochgestochen ausgedrückt gewesen. Um hier noch einmal ganz direkt nachzufragen: Was war denn das »Drama Ihres Lebens«?

Benedikt: Nun ja, was ich mit dem Leben anfangen kann. Soll ich Priester werden oder nicht? Werde ich dazu geeignet sein oder nicht? Und überhaupt: Wozu bin ich? Was ist mit mir los? Wer bin ich?“[11]

Vielleicht meint Ratzinger mit dem „Drama seines Lebens“ seine latente Homosexualität oder Homophilie? Wir halten dies für nicht ausgeschlossen, wie wir bereits schrieben. Nicht jeder Theologiestudent oder Priesteramtskandidat sieht seine Lage so dramatisch, manche haben eine Berufung von Kindesbeinen an und sehen die Dinge viel gelassener und nüchtern. Diese Wortwahl ist wirklich ungewöhnlich. Eine andere Aussage Benedikts darüber, dass er sich mit Prof. Johannes Auer über die Annahme der Bischofswürde beraten hatte, scheint ebenfalls unseren Verdacht zu bestätigen:

„Seewald: Ihr Beichtvater, mit dem Sie sich in dieser dramatischen Nacht [vor der Annahme der Bischofsernennung in München] beraten hatten, war Professor Johann Auer, ein Mann, so schreiben Sie in Ihren Erinnerungen, »der meine Grenzen theologischer wie menschlicher Art sehr realistisch kannte«. Was meinten Sie mit den »Grenzen menschlicher Art«?

Benedikt: Tja, er war der Meinung, dass ich, – na, was soll ich sagen? – noch viel zu lernen haben, dass ich keineswegs vollkommen bin, dass ich Probleme hab. Wir waren Freunde, aber gerade als Freund hat er mir auch brüderlichen Tadel zuteilwerden lassen – gerade weil er, ja, eben auch meine Grenzen gesehen hat.

Seewald: War damit möglicherweise Ihre Schüchternheit gemeint?

Benedikt: Das war es vielleicht nicht. Auch, aber ….

Seewald: Ihre zurückhaltende Art, sagt einer Ihrer früheren Assistenten, wäre so weit gegangen, dass es hohe Kenntnis erforderte, Sie aus dem Glaskäfig herauszuholen.

Benedikt: (Lacht.) Das ist ein bisschen übertrieben.

Seewald: Mit Auer hatten Sie jedenfalls jemanden, mit dem Sie offenbar auch sehr persönliche Dinge besprechen konnten.

Benedikt: Ja, ja.“[12]

Wir stellen fest, dass mit den nicht näher benannten Problemen nicht die Schüchternheit oder das Sitzen im vermeintlichen intellektuellen Elfenbeinturm gemeint war. Unser Verdacht scheint hier eher bestätigt als ausgeräumt, da es sich  bei den „Problemen“ Ratzinger kaum um Frauen und Alkohol, wie sehr häufig der Fall, gehandelt haben konnte. Das Priestertum scheint bei Benedikt ein Mittel zum Zweck gewesen zu sein.

„Seewald: Sie machen freilich in Ihren Erinnerungen die bemerkenswerte Aussage, Sie hätten früh gespürt, dass Gott etwas von Ihnen wollte, das nur verwirklicht werden könnten, indem Sie Priester würden.

Benedikt: Schon. Ich meine, irgendwie hatte ich das Wissen, Gott will etwas von mir, erwartet etwas von mir. Und dass das mit dem Priesterrum verknüpft ist, ist mir immer klarer geworden.

Seewald: Es geht hier aber offenbar um etwas Weiterführendes, etwas, das über die Priesterschaft hinausgeht.

Benedikt: Ja nun, von jedem Menschen verlangt Er etwas Spezifisches. Ich war überzeugt, dass Er von mir auch was will. Wobei ich allerdings schon auch dachte, dass es in Richtung Theologie liegen wird. Aber im näheren Sinne war das nicht definiert“.[13]

Wir fassen also zusammen: ein schwach gläubiger, homosexuell veranlagter junger Mann, flieht ins Seminar, wo er hauptsächlich an intellektuellen Fragen und nicht an der Frömmigkeit interessiert ist. Er hofft dort, durch das Priestertum, seinen intellektuellen Interessen nachgehen zu können und eine äußere Ordnung in sein Leben einzuführen. Der Schreiber dieser Zeilen war zwar in keinem Priesterseminar, hatte als Laie mit Laien und Priesteramtskandidaten Theologie studiert, ist selbst nicht homosexuell, stellte aber während seines Studiums und später auch fest, dass die Homosexuellen-Dichte unter Theologiestudenten, auch unter Klerikern, ca. 25% betrug und somit deutlich über dem Durchschnitt anderer Studienfächer in seiner Studienzeit lag. Ein sensibler junger Mann, mehr oder weniger verweichlicht und verweiblicht ist also kein seltener Blick unter den Theologiestudenten und stellt leider eine Art Flucht vom Regen unter die Traufe dar, weil leider einige im Studium und vielleicht durch das Studium („Gott ist die Liebe“ und love is love) von der Veranlagung zur Tat schritten, samt allen negativen Konsequenzen. Der Schreiber dieser Zeilen hatte auch einen Kommilitonen der trotz eines angefangenen Rom-Studiums aus seinem Orden, höchstwahrscheinlich aufgrund von Homosexualität, rausgeworfen wurde, und sich gleich mehrere „Freunde“, im Sinne von Sexualpartnern, zulegte. Dieser Mann hatte ein vollkommenes klerikales Gehabe, ein Oremus-Gesicht, war intelligent und theologisch gebildet und es spricht doch sehr für seinen Orden, dass er ihn trotz dieser äußeren Vorzüge doch rausgeworfen hatte. Ja, wir stellen hier mit David Berger fest: Homosexuelle werden wirklich von der Kirche und Theologie angezogen. Vielleicht deswegen, weil sie das Heilmittel suchen, vielleicht deswegen, weil sie überhaupt von männlichen Männer angezogen werden. Sollten unsere Vermutungen sich als richtig erweisen, so wäre Ratzinger kein Einzelfall gewesen im katholischen Priestertum, welches leider Gottes zurzeit von den Amerikanern als gay profession bezeichnet wird. Wenn jemand aber solche Entscheidungen wider besseren Wissens trifft, wie kann er dann sicher sein, dass es Gott ist, der etwas von ihm erwartet und nicht der Widersacher Gottes? Wenn man in Lüge lebt, so macht man sich doch für den „Vater der Lüge“ empfänglich, der den seinen auch seine Gaben erteilt. Man sagt doch, dass der Teufel die Seinen schnell in die Höhe hebt, um sie dann fallen zu lassen. Während also Gott sehr langsam baut, ermöglicht der Teufel schnelle Karrieren, um am Ende zu verderben. Denn der Rücktritt Benedikts zerstörte doch nicht nur sein Ansehen als „des“ Konzilstheologen und des fromm-konservativen Papstes, er schädigte auch den Glauben der kleinen Frommen sehr, welche bis heute nicht verstehen können, warum „ihr Benedikt“ es ihnen angetan hatte und Franziskus den Weg bahnte. Weil er als Ungläubiger sich die ganze Zeit vom Widersacher leiten ließ. Dies ist eine stringente Erklärung. Wie sehr muss es Christus beleidigt haben, als er sich mit Ratzinger durch die Priester- und Bischofsweihe, sowie durch die Papstwahl verband?

[1] Benedikt XVI., Letzte Gespräche mit Peter Seewald, Droemer: München 2016, 39.

[2] Ebd. 40

[3] Ebd. 261.

[4] Ebd. 269-270.

[5] Ebd. 272.

[6] Ebd. 101.

[7] Ebd. 169.

[8] Ebd. 101.

[9] Ebd. 92.

[10] Ebd. 106-107.

[11] Ebd. 100.

[12] Ebd. 190.

[13] Ebd. 109-100.

Don Pietro Leone: Johannes Paul II, „Theologie des Leibes“ – eine Kritik. Einführung.

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Einführung

Amoris Laetitia fiel nicht vom Himmel. Diese Adhortation stellt leider den bisherigen Höhepunkt, im Sinne des objektiven Tiefpunkts, der nachkonziliaren Entwicklung dar, welche die Person von Papst Franziskus am deutlichsten darstellt. Es begann mit schwarzen Schuhen,

„Nehmen Sie das Zeug weg, Karneval ist vorbei“,

sagte er zu den Pontifikalgewändern,[1]

„Wer bin ich, um zu urteilen?“,

meinte er zur Homosexualität[2] und dann folgte vieles, vieles mehr. Mit dem Pontifikat des Papstes befassen sich mehr oder weniger hasserfühlt verschiedene Blogger,[3] so wollen wir diese Thematik anderen überlassen. Aber die Ideen, welche Amoris laetitia vorbringt, waren in der nachkonziliaren Lehre, auch des ordentlichen Lehramtes, d.h. in den offiziellen Aussagen der Päpste, in nuce schon vorhanden. War es schon damals Häresie? Nein, denn nicht jeder Unsinn ist gleich eine Häresie, sondern nur das, was der dogmatischen Aussage direkt widerspricht. Aber auch bei Johannes Paul II finden sich Aussagen, welche mit der kirchlichen Tradition nicht übereinstimmen und zumindest verwirrend sind.

Wir stellen dazu eine eigene Übersetzung, welche von der Bloggerin Eugenie Roth angefertigt wurde, des Aufsatzes, welcher von Don Pietro Leones, einem traditionalistischen Priester, auf Rorate Caeli verfasst wurde. Um diesen wirklich ausgezeichneten Aufsatz verstehen und würdigen zu können, muss man aber vorher entweder mit der Theologie des Leibes von Johannes Paul II / Karol Wojtyla auf dem Laufenden sein oder die Darstellung dieser Theologie auf Englisch Theology of the Body for Beginners von Christopher West (Ascension Press, 2004), auf welche sich Leone bezieht, durchlesen.[4] Wahrscheinlich gibt es auch solche Darstellungen dieser Lehre von Johannes Paul II auch auf Deutsch, da wir aber von dieser Theologie des polnischen Papstes wenig halten, werden wir hierzu nichts empfehlen.

Da Buch von Don Pietro Leone The Family Under Attack scheint hingegen wirklich ausgezeichnet zu sein, was man der dargestellten Zusammenfassung entnehmen kann und diese wollen wir wärmstens empfehlen. Es ist in den USA bei Amazon.com erhältlich und bei dem jetzigen Wechselkurs geradezu günstig.[5] Warum empfehlen wir hier fast ausschließlich englische Bücher? Weil sie gut und katholisch sind. Man muss auch wirklich neidlos anerkennen, dass Amerikaner einfach gut und kommunikativ schreiben und zwar in allen Disziplinen und nicht wie die deutschsprachigen Humanwissenschaftler und Theologen in der heideggerischen Rahnerisierung verhaftet bleiben. (Und was ist das, bitte? Heiße Luft, nichts mehr.) Wenn man etwas weiß, dann kann man es auch einfach machen und wenn man es nicht weiß, dann eben nicht. Der Schreiber dieser Zeilen hat auch einiges auf Deutsch und Englisch geschrieben und wartet aber bis sich ein seriöser Verlag mit guten Vertriebswegen an ihn richtet und der Wink mit dem Zaunpfahl ist hiermit getan.

Er wurde auch während seines ganzen Studiums mit Johannes Paul samt seiner Theologie des Leibes geradezu gemartert, hielt sie irgendwie für schwülstig und zu blumig, hat sich kaum etwas davon gemerkt, weil es für ihn keinen Sinn machte, im Gegensatz zum Thomismus. Aber erst der Aufsatz von Don Leone machte ihm erst jetzt klar wie heterodox doch diese Ansichten von Johannes Paul II/Wojtyla sind. Sie sind gnostisch, pelagianisch und stellen leider eine ungesunde Wende in der Theologie dar und zwar der lehramtlichen, auf welcher Amoris Laetitia jetzt baut. Es stellt sich wirklich die Frage, ob diese Wende von niemanden in den Jahren 1979 bis 1984 bemerkt worden ist, von den ewig gramen Sedisvakantisten abgesehen. Wir wollen hier nicht sagen, dass Sedisvakantisten per se Aussätzige sind und in allem Unrecht haben, aber die Art ihrer Darstellung, denn wir haben wirklich einiges gelesen (diese Aggressivität, dieser tiefsitzende Hass, dieser Groll, diese Invektiven) lässt doch wirklich an ihren Argumenten zweifeln, weil sie fast ausschließlich auf diese Art und Weise vorgebracht werden. Die Welt des Sedisvakantismus scheint sehr abgeschlossen und in sich selbst gespalten zu sein, es gibt mittlerweile, Franziskus und Benedikt nicht mitgerechnet, 13 sedisvakantistische Gegenpäpste[6] und vielleicht sind, während wir dies schreiben, ein paar Neue dazugekommen. All dies zusammen betrachtend, fällt es uns schwer die sedisvakantistische Bewegung, falls es eine ist, ernst zu nehmen.

Um auf die Theologie des Leibes zurückzukehren, so muss man sich hierzu die Frage stellen, auf welchem Wege diese gnostischen Tiefenströme zu dem polnischen Papst gelangt sind?  Personalismus und Phänomenologie sind als seine Inspirationsquellen bekannt, Gnosis und Esoterik hingegen aber nicht. Wir werden diese Fragen weiterverfolgen, die Theologie des Leibes auf Deutsch zuerst vorstellen, wofür wir Eugenie Roth , die es möglich gemacht hat, herzlich danken und danach den vorgestellten Text theologisch beleuchten.

[1] http://www.faz.net/aktuell/politik/die-wahl-des-papstes/der-vatikan-unter-papst-franziskus-der-karneval-ist-aus-12125804.html

[2] http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus–wer-bin-ich–ueber-homosexuelle-zu-richten—3369436.html

[3] http://popefrancisthedestroyer.blogspot.de/ https://mundabor.wordpress.com/ Besonders wertvoll: https://en.denzingerbergoglio.com/

[4] http://www.amazon.com/Theology-Body-Beginners-Christopher-West/dp/1932645349/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1463675819&sr=8-2&keywords=Theology+of+the+Body+for+Beginners

[5] http://www.amazon.com/Family-Under-Attack-Philosophical-Theological/dp/1622920465/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1463675549&sr=8-1&keywords=leone%2C+family+under+attack

[6] https://en.wikipedia.org/wiki/Antipope#Modern_claimants_to_papacy

Bischofsperlen: Bischof Jaschke „Natürlich gibt es Homosexuelle unter Priestern …“

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Der Hamburger Weihbischof Jaschke, der immer für eine Bischofsperle gut ist, gab Folgendes von sich:

„Natürlich gibt es Homosexuelle unter Priestern. Wahrscheinlich unter Bischöfen, unter Päpsten – unter Männern generell. Aber wir sind keine homosexuelle Bande, die in Frauenkleidern herumläuft!“

Man kann, falls man es möchte, um sich noch mehr Sühne- und Bußübungen aufzuerlegen, die ganze Sendung, in der dieser Worte gefallen sind, hier einsehen.[1] Bei manchen Bischofsperlen bleibt sogar uns der Mund offen und wir wissen nicht, was es dort noch zu kommentieren gäbe. Wir versuchen es dennoch und zwar von der logisch-semantischen Seite. Diese Aussage ist doch widersprüchlich, denn wenn:

a) wenn Homosexuelle unter Priestern usw. gibt,

b) dann sind wir eine homosexuelle Bande.

Gäbe es kein a), dann gäbe es kein b) oder das b) wäre nicht ausgeschlossen. Man müsste hier natürlich statistisch und terminologisch definieren, wie viele

(i) Priester,

(ii) Bischöfe,

(iii) Kardinäle

(iv) Päpste

prozentual homosexuell sind.

             Ad (iv) Haben wir homosexuelle Päpste?

Der Punkt (iv) lässt sich am einfachsten beantworten, denn wir haben zurzeit wie es scheint zwei Päpste, einen regierenden und einen Emeritus, sodass hier die Maximalzahl an homosexuellen Päpsten zwei lautet und wir prozentuell von 0%, 50% oder 100% an homosexuellen Päpsten sprechen können. Wie viel ist es denn wirklich? Wir glauben, dass mindestens 50%, denn Papst Franziskus macht aus seiner Homophilie keinen Hehl, da er sich nachweislich sehr gerne mit homosexuellen Prälaten umgibt.[2] Leider kann Papst Benedikt wenigstens von einer möglichen Neigung nicht freigesprochen werden. In dem Interviewbuch mit Peter Seewald „Gott und die Welt“ aus dem Jahre 2000 nach dem Sinn des Lebens gefragt, stimmt Kardinal Ratzinger Seewald zu, dass es die Liebe ist.[3] Ratzinger sagt wörtlich Folgendes:

„Daß unser Leben letzten Endes darauf hinausläuft, Liebe zu entdecken, zu empfangen und zu geben […] Die menschliche Liebe enthält immer einen Ewigkeitsanspruch in sich. […]“[4]

„Ich erfülle sozusagen meine Sendung auch als Liebender erst ganz, wenn ich ganz der werde, der ich sein kann.“[5]

„Seewald: Fragen wird konkret: Wie ist es denn bei einem Kardinal? Konnten Sie die Kunst des Liebens lernen?

[…] Später lernt man sie in den Begegnungen, die einem das Leben zuspielt. Man lernt sie in einer Freundschaft, lernt sie mit einer Aufgabe, die mich mit dem anderen verbindet, mit einem Auftrag. Es geht in all dem darum, nicht in erster Linie sich selbst zu suchen, sondern den Weg des Gebens und damit auch das richtige Empfangen zu erfahren.“[6]

Nun ja, das ist natürlich alles sehr schön und richtig, aber gleichzeitig auch sehr griechisch und leider ein wenig homophil. Der Schreiber dieser Zeilen hat auch viele Freundschaften gepflegt und pflegt sie immer noch, aber er würde sie niemals als Liebe bezeichnen und sagen, dass er dadurch „die Kunst des Liebens“ lernt. Lieben hat ja, auch nach Aristoteles, der diesen Überlegungen auch Pate steht, mit sexueller Anziehung zu tun: man möchte besitzen und gefallen. Wenn jemand aber Priester ist und fast in ausschließlich männlicher Umgebung jahrzehntelang lebt und dann anschließend diese Ansichten von sich gibt, dass der Lebenssinn, verkürzt formuliert, in einer Beziehung besteht und diese dann sublimiert und auf Gott überträgt, dann ist es doch erstens höchst modern, im Sinne der unseligen Philosophie des Dialogs (Buber und andere), andererseits mutet es aber auch ziemlich homophil an. Auch die erste Enzyklika von Benedikt XVI „Gott ist Liebe“ ist mit dem platonischen Eros wirklich durchsetzt und zwar wirklich mehr als alle platonisierenden, griechischen Kirchenväter zusammengenommen es tun. In der Enzyklika lesen wir die folgenden Sätze:

„2. Die Liebe Gottes zu uns ist eine Grundfrage des Lebens und wirft entscheidende Fragen danach auf, wer Gott ist und wer wir selber sind.“[7]

Existentiell übersetzt heißt es: Wen und wie darf ich lieben? Was sagt Gott dazu?

„ 3. […] Stellt sie [die Kirche] nicht gerade da Verbotstafeln auf, wo uns die vom Schöpfer zugedachte Freude ein Glück anbietet, das uns etwas vom Geschmack des Göttlichen spüren lässt?“

„Verbotstafeln“ – keine Homosexualität.

„4. Aber ist es denn wirklich so? Hat das Christentum tatsächlich den Eros zerstört? […]“

Aha.

„ 5. Zweierlei ist bei diesem kurzen Blick auf das Bild des Eros in Geschichte und Gegenwart deutlich geworden. Zum einen, dass Liebe irgendwie mit dem Göttlichen zu tun hat: Sie verheißt Unendlichkeit, Ewigkeit – das Größere und ganz andere gegenüber dem Alltag unseres Daseins. Zugleich aber hat sich gezeigt, dass der Weg dahin nicht einfach in der Übermächtigung durch den Trieb gefunden werden kann. Reinigung und Reifungen sind nötig, die auch über die Straße des Verzichts führen. Das ist nicht Absage an den Eros, nicht seine „Vergiftung“, sondern seine Heilung zu seiner wirklichen Größe hin.“

Wenn das nicht autobiographisch zu lesen ist, was dann? Es erinnert ein wenig an die letzten Passagen aus „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann, der, wie man weiß, wenigstens homophil, obwohl glücklich verheiratet war.

Kurz und gut zeigt uns hier Papst Benedikt XVI den Weg des Verzichts und der Sublimierung an. Soweit so gut, dass ist auch der Weg des Zölibats, welcher sich jedoch gegen das Begehren von Frauen richtet, da die ganze priesterliche Existenz darauf praktisch ausgerichtet ist, dass die Geistlichen einfach wenig Zeit in Gesellschaft von Frauen verbringen oder wenigstens verbringen sollten. Da man davon ausgeht, dass entweder sie sich zu den Frauen oder Frauen zu ihnen sexuell hingezogen fühlen könnten. Der Zölibat setzt aber auch voraus, dass sich Männer nicht zu Männern sexuell hingezogen fühlen und daher Männer im gleichen Haus wohnen, leben, arbeiten und eigentlich permanent voneinander umgeben sein können, ohne dass dort eine Gefahr für ihre Keuschheit droht. Will man seine Ruhe, so bleibt man allein und erholt sich dadurch. Bei Homosexuellen oder Homophilen (also nur die Neigung, keine Taten, hoffentlich) sind diese Gegebenheiten nicht vorhanden, sodass das ganze zölibatäre Leben eigentlich auf einer Lüge basiert. Denn der Zölibat beruht auf Reinheit vom sexuellen Begehren (concupiscentia) jeglicher Art, nicht nur vom Begehren von Frauen. Ist man aber sein ganzes Leben lang von jungen, attraktiven Männern umgeben, die man begehrenswert findet, in die man sich vielleicht verliebt, auch wenn keine Taten folgen sollten, so fragt man sich wirklich, ob man da noch zölibatär lebt.

Reinheit oder Keuschheit, wie sie von den Geistlichen gefordert wird, durch welche Christus in persona wirkt, setzt nicht nur die Enthaltsamkeit von Taten, sondern auch von Phantasien, Gefühlen und Intentionen voraus. Man soll ganz frei von Gefühlen für andere Menschen sein, um ganz für Gott frei zu sein. Vacare Deo – „leer sein für Gott“, sagen die Karthäuser. Das Du ist letztendlich Gott und kein Mensch, da der Gott-Mensch Christus durch den Priester in den Wandlungsworten auf die Erde hinabgezogen wird, wie es Martin von Cochem formuliert hat. Also durch einen unreinen Priester erhalten wir alle viel weniger Gnaden. Dies ist der spirituelle Background oder Hintergrund des Zölibats oder der Keuschheit im christlichen Sinnen, damit die Gebete reiner werden und bei Gott mehr erreichen. Hält man seinen Leib vielleicht rein, seine Gedanken oder Gefühle nicht, so ist man geteilt. Sich selbst aber dauernd in diese Situation zu bringen, ist doch Betrug an Gott, den Menschen und der Kirche und man kann sehr schnell fallen. Außerdem ist ein ein Leben in der Lüge, welche einem Wissenschaftler als Wahrheitssucher zuwider laufen sollte. In Ratzingers  Werken gibt es wirklich sehr gute Passagen, die manchmal von der Qualität an Kirchenlehrer erinnern, aber auch schwache Stellen und Anbiederung an den Zeitgeist. Es gibt dort wenig Einfachheit und wenig ist aus einem Guß. Ratzinger versteckt sich oft hinter der wissenschaftlichen oder literarischen Sprache, die er meisterhaft beherrscht. Vielleicht ist seine Neigung und das ewige Versteckspielen der Grund, aber Gott ist einfach und die Wahrheit ist einfach und so sollte man von Gott, falls man ihn kennt, schreiben. Es tut uns wirklich weh diese Vermutungen zu äußern, aber dadurch wird die Lage im Vatikan verständlich. Christus hat Ratzinger solch eine große Gnade und Ehre erwiesen sein, also Christi, Stellvertreter sein zu dürfen. Und Ratzinger hat hingeworfen. Schrecklich! Welche Verantwortung, welche Schuld!

Wie man aus dem gemischtsexuellen Arbeitsumfeld weiß, bringt der Eros nur Chaos in eine Firma, da der Chef, der nach einer Sekretärin schmachtet leider von ihr emotional abhängig ist, sie ihn, oft zum Schaden des Betriebs steuern kann, wenn sie ihn ablehnt, rächt er sich an ihr oder an allen Mitarbeitern gleich mit. Die verliebten Mitarbeiter bilden ihre Klüngel, wenn sie miteinander Schluss machen, hassen sie einander und gehen einander aus dem Weg und daher lautet die Regel: „Man liebt nicht dort, wo man arbeitet“. Diese Regel ist aber innerhalb eines „Priesterbetriebs“ nicht zu verwirklichen, sollten dort homosexuelle Taten oder homophile Neigungen bestehen, weil man ja permanent „auf der Arbeit“ ist.

Der Schreiber dieser Zeilen kannte einmal einen Priester, der wenigstens homophil war und bei dem wahrscheinlich keine Taten folgten, wenigstens nicht mit dem Schreiber dieser Zeilen. Es war ein guter, warmherziger, frommer und altruistischer Mensch, bei dem genau der gleichen „griechischen Eros-Argumentation“ folgte, sprich die Sublimierung durch den Intellekt, wie sie bei Ratzinger/Benedikt XVI. vorhanden ist. Dieser Priester war auch in der Priesterausbildung tätig. Leider konnte er die Kleriker nicht richtig disziplinieren, sie tanzten ihm auf der Nase herum, nutzten seine Güte und vielleicht die Neigung schamlos aus, er war ihnen mehr eine alleinerziehende Mutter als ein Vater. Fast alle, die er geleitet hatte, haben aus verschiedenen Gründen das Seminar verlassen, unter anderem deswegen, weil er ein Machtvakuum zuließ, welche weniger gute Priester und Menschen zu ihrem Vorteil ausnutzten. Er ließ ein Trümmerfeld zurück und zog sich selbst zurück, ohne an die Hinterbliebenen zu denken. Er kämpfte weder für seine Leute noch für sich selbst. Die Parallelen zu Benedikt XVI sind deutlich, deswegen vermuten wir bei dengleichen Symptomen auch diegleichen Gründe. Diese wahre Geschichte zeigt, dass auch eine homosexuelle Nur-Neigung, hier Homophilie genannt, wirklich keinen guten Priester macht und langfristig sehr viel Schaden anrichtet. Die Frage „haben sie oder haben sie nicht“ tut hier nichts zur Sache, denn auch wenn „sie es nicht getan haben“, so lebten sie an ihrer eigentlichen Berufung vorbei: ein reines und allein auf Gott ausgerichtetes Gefäß der Gnade zu sein.

Deswegen halten wir die unter Papst Benedikt XVI. herausgegebene Instruktion über Kriterien zur Berufungsklärung von Personen mit homosexuellen Tendenzen im Hinblick auf ihre Zulassung für das Priesteramt und zu den heiligen Weihen für nicht ausreichend und verfehlt.[8] Die uns interessierenden Passagen lauten wie folgt:

Im Licht dieser Lehre hält es dieses Dikasterium im Einverständnis mit der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung für notwendig, mit aller Klarheit festzustellen, daß die Kirche – bei aller Achtung der betroffenen Personen [9] – jene nicht für das Priesterseminar und zu den heiligen Weihen zulassen kann, die Homosexualität praktizieren, tiefsitzende homosexuelle Tendenzen haben oder eine sogenannte homosexuelle Kultur unterstützen.[10]

Dies bedeutet im Klartext, dass diejenigen Kandidaten, welche:

  • keine Homosexualität praktizieren,
  • keine tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen haben,
  • und keine sogenannte homosexuelle Kultur unterstützen,

zur Weihe zugelassen werden können und sie werden auch zugelassen. Dies bedeutet „die Neigung allein“ oder eine schwache Neigung ist kein Hindernis. Aber ist überhaupt eine Neigung vorhanden, wenn auch schwach, dann wird sie, wenn man sich ausschließlich in reinen Männerkreisen aufhält, stärker bis sehr stark, es folgen die Taten und dann haben wir die Homo-Lobby, die wir haben. Auch die Aussage von Bischof Jaschke wird verständlich, weil sie leider wahr ist. Dass diese Instruktion im Jahre 2005 folgte, nach all den zahlreichen zu fast 90% homosexuell gearteten Missbrauchskandalen, ist nur dann nachvollziehbar, wenn man annimmt, dass Benedikt XVI. in dieser Angelegenheit selbst befangen war und sich vielleicht dachte „bei mir hat es mit der Enthaltsamkeit von Taten geklappt, so kann es bei anderen auch klappen“. Nun ja. Dies sind natürlich starke Worte und wir rechnen damit, dass uns manche der bisherigen Leser verlassen. Dennoch ist dies nicht ausgeschlossen und unsere Argumentation scheint uns stringent. Wie sagte doch jemand: „Die Biographie lügt immer, die Fiktion nie“. Bei Ratzinger/Benedikt ist doch sein Ouevre die Fiktion, beziehungsweise seine Taten und Unterlassungen sprechen auch für sich. Was er bei der römischen Kurie, wie sie ist, hätte anders machen können, entzieht sich unserer Kenntnis, aber all die zitierten Passagen hat er entweder gesagt, autorisiert oder geschrieben. Und dies sind Tatsachen. Natürlich tut es einem weh, wenn es mit Benedikt stimmen sollte, aber die Wahrheit ist wichtiger als persönliche oder nationale Vorlieben: amicus Plato, sed magis amica veritas („Plato ist mir ein Freund, aber mehr ist die Wahrheit mir eine Freundin“), sagte angeblich Aristoteles, als er die platonische Lehre verließ, um bei den Griechen zu bleiben. Dies alles bedeutet, dass Bischof Jaschke tatsächlich die Wahrheit sagen kann, wenn er von „homosexuellen Päpsten“ in der Mehrzahl spricht, auch wenn er vielleicht hier homosexuell mit homophil gleichsetzt.

 Ad (i) bis (iii) Wie viele homosexuelle Geistliche gibt es?

Dass es auch auf unteren Rängen von Homosexuellen wimmelt, ist längst bekannt. Wie hoch ist die Anzahl? Wir können nur mutmaßen:

  • Priester 20% bis 40%,[9]
  • Bischöfe, Erzbischöfe einschließlich Kurienbischöfe 40% bis 60%,[10]
  • Kardinäle, Gott gebe, dass es nur 50% bis 70% sind.

Vielleicht kann uns einer unserer italienischen oder vatikanischen Leser seine Zahlen schicken. Auch wenn manche von uns zitierten Aussagen vom kompromittierten David Berger stammen, so muss er nicht automatisch in diesem Kontext lügen. Er hat ja gerade durch seine Homosexualität in Vatikan Karriere gemacht. Peinlich, peinlich für beide Seiten.

Bischof Jaschke sagt also die Wahrheit. Aber was ist daran natürlich? Es ist gegen die natürliche Ordnung, es ist gegen die philosophisch-theologisch aufgefasste Natur (natura) des Menschen, es ist eine schwere Sünde, es ist eine himmelschreiende Sünde! Wir haben also auf allen Hierarchiestufen Priester, die in einer himmelschreibenden Sünde leben! Das ist doch nicht natürlich, lieber Herr Bischof Jaschke! Bei dieser Besetzung ist die jüngste Entwicklung der Kirche, also so seit 1962 wirklich kein Wunder. Wir haben darüber bereits geschrieben und Bischof Jaschke bestätigt es noch. [11]

Was ist die Lösung?

Erstens Weiheverbot für jegliche homosexuelle Tendenzen, zweitens Laizisierung aller homosexuellen Priestern. Wunschdenken? Dies hat es doch tatsächlich schon gegeben und zwar unter Pius V. im Jahre 1568, welcher in der apostolischen Konstitution Horrendum illud scelus alle homosexuellen Kleriker aus dem Klerikerstand entlässt und der weltlichen Gewalt zur Bestrafung übergibt.[12] Wie es praktisch bewerkstelligt wurde, wissen wir noch nicht, aber wir werden diese Fragen irgendwann einmal untersuchen. Also dieses Problem hat es schon gegeben, es hat es im erschreckenden Ausmaß gegeben und ein starker Papst, ein Asket und ein Heiliger wusste, wie er vorzugehen habe. Wir hätten kurzfristig einen noch größeren Priestermangel besonders in Rom, aber andere Priester könnten wieder frei aufatmen, weil sie nicht durch die homosexuelle Hydra gewürgt werden würden. Dies ist also die Lösung, liebe Leser aus dem Vatikan, die ihr uns hier besucht. Carry on! Ihr werdet sagen, dass diese Lösung jetzt nicht mehrheitsfähig ist, dies ist wohl wahr, aber in Rom wäre die Lösung von Pius V. vor Sacco di Roma 1527 auch nicht mehrheitsfähig gewesen,[13] wohl aus denselben Gründen wie jetzt. Da Gott als unveränderlich denselben modus operandi an den Tag legt, so wird es auch diesmal nicht anders werden: zuerst ein neues Sacco di Roma und danach die Bekehrung, auch an der römischen Kurie und in allen Ordinariaten. Warten wir es ab.

[1] http://www.swr.de/unternehmen/kommunikation/29-nachtcafe-expriester-charamsa-schwulen-paranoia-im-vatikan/-/id=10563098/did=16875478/nid=10563098/1bqi474/index.html

[2] http://www.katholisches.info/2016/01/29/papst-franziskus-laedt-bischof-der-homo-lobby-zu-vertraulichem-treffen/ http://www.katholisches.info/2015/09/29/paepstliche-appeasement-strategie-gegenueber-homosexualitaet-homo-star-mit-franziskus-auf-papstbuehne-im-madison-square-garden/ http://www.katholisches.info/2015/05/30/was-denkt-man-im-freundeskreis-papst-franziskus-homosexualitaet-synode-abtreibung/ http://www.katholisches.info/2013/07/29/papst-franziskus-ricca-und-die-homo-lobby-wovon-sprach-der-papst-im-flugzeug-wirklich/

[3] Ratzinger, Joseph Kardinal, Gott und die Welt. Glauben und Leben in unserer Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald, DVA: München 2000, 157-168.

[4] Ebd. 158.

[5] Ebd. 159.

[6] Ebd. 164.

[7] Benedikt XVI, Gott ist Liebe. Deus caritas est. Die Enzyklika, Sankt Ulrich Verlag: Augsburg 2006, 26. 28.30

[8] http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccatheduc/documents/rc_con_ccatheduc_doc_20051104_istruzione_ge.html

[9] http://www.huffingtonpost.de/david-berger/schwule-priester-katholische-kirche_b_5927836.html https://www.youtube.com/watch?v=G8-E_lbdslM

[10] http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.dieser-theologe-behauptet-theologe-jeder-zweite-priester-ist-schwul.c3dcfd78-ee1c-411f-b65b-a25ede53ca68.html

[11] https://traditionundglauben.wordpress.com/2015/08/19/worum-es-bei-der-herbstsynode-wirklich-geht-3-herbssynode-und-damonologie/

[12] http://wdtprs.com/blog/2006/11/official-document-from-rome-on-homosexual-activity-by-clerics/ http://www.traditioninaction.org/religious/n009rp_HomosexualPriests.htm

[13] http://www.katholisches.info/2015/12/02/der-sacco-di-roma-eine-barmherzige-strafe/