Eine Einführung zu Peter Kwasniewskis „Desensibilisierung der Eucharistie“ oder Ist da noch Jesus drin?

GregorsMesse-078

Wir kündigen hiermit einen Aufsatz von Peter Kwasniewski an in der überragenden Übersetzung von Eugenie Roth, in dem auf etwas aufmerksam gemacht wird, was uns wahrscheinlich entgeht. Seit Vat. II wurde überall, insbesondere im deutschen Sprachraum, alles so eingerichtet, dass man als Gläubiger immer weniger gehalten wird an die Realpräsenz zu glauben. Da Peter Kwasniewski  Amerikaner und Traditionalist ist, ein Professor der Liturgik und Kirchenmusiker noch dazu, der seit vielen Jahren ausschließlich zur Alten Messe geht, so lebt er in einer anderen Welt als wir, sodass ihm die sprichwörtliche „deutsche Härte“ des deutschsprachigen Kirchenalltags – Stichwort: Pfarrer um die Ecke und die bürsten-schnittige Pastoralreferentin – unbekannt ist. Dennoch macht er auf etwas aufmerksam, was wirklich universell ist, auf den gesteuerten Verfall des eucharistischen Kultes, der überall vorkommt, weil er leider von Rom aus initiiert wird. Wenn jetzt eine fromme Seele einwenden wird:

Das sollte man nicht verallgemeinern. Das macht bloß ein junger Priester, der nicht auf die Kirche hört!

dann muss man dazu sagen, dass all diese Änderungen ab 1962 wirklich von Rom aus angeordnet worden sind, sodass nach dem Konzil Priester dazu amtlich, schriftlich und durch ihren Bischof gezwungen wurden alle diese Änderungen (Tabernakel vom Hauptaltar weg, keine Kniebänke, keine knieende Mundkommunion, Kommunionhelfer, Handkommunion etc.) einzuführen, über die wir uns noch zum späteren Zeitpunkt verbreiten werden und es wirklich kaum jemand eigenwillig tat. Die Kirche ist weiterhin hierarchisch und die Destruktion ebenfalls, siehe Amoris Laetitia und die Beschlüsse der DBK dazu: 1. Kommunion für Ehebrecher, 2. Kommunion für Protestanten. Die Priester bekommen aufgrund von Amoris Laetitia  bald Richtlinien oder haben diese bereits erhalten, an die sie sich zu halten haben, indem sie die berühmte deutsche Einzelfalllösung anbieten.

Aber zurück zur Eucharistie. Ein Problem, auf welches Peter Kwasniewski nicht eingeht, welches aber viel prekärer ist, ist die Frage, ob wir noch überhaupt gültige Messen haben, in denen die Wesenswandlung, auch Transsubstantiation genannt,  wirklich stattfindet.

Woher diese Frage?

Weil DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) – wie viele andere Gläubige auch – wirklich sehr selten den Eindruck hat den eucharistischen Herrn tatsächlich zu empfangen.

Sollte man dabei nach Eindrücken gehen?

Nein, sicherlich nicht. Es ist etwas Spirituelles, eine Glaubenssache, der Teufel kann sich dort einmischen, vielleicht ist es auch eine Prüfung von Gott. DSDZ fing an sogar zu notieren, wann er meint eine tatsächliche Kommunion empfangen zu haben und es ist sehr selten und bei immer denselben Priestern.

Liegt es nicht an seiner fehlenden Disposition?

Nein, er lebt im Gnadenstand, ist niemals unwürdig zur Kommunion gegangen und bemüht sich um die Gewinnung der Tugend. Aber an die letzten ausschließlich „echten“, falls man dieses Wort hier einführen darf, Kommunionen kann er sich im Jahre 2013 in der Abtei Fontgombault erinnern. Seitdem ist es immer vereinzelt. Er kann sich aber an sehr eindrucksvolle Kommunionen während seiner Kindheit in seiner Heimat erinnern, welche aufhörten als er nach Deutschland kam und was er danach vereinzelt erlebte.

Vielleicht war er als Kind viel heiliger als jetzt?

Nein, er war schon unschuldig, fromm und gläubig, aber jetzt ist er wirklich besser und heiliger als mit 9 oder 10.

Wenn wir annehmen – denn diese Eindrücke sind keine Einzelerfahrung -, dass sehr viele Menschen es so spüren, dann sollte man gleich nach der einfachsten Lösung greifen, dass einfach keine Wandlung stattfand.

Wann findet keine Wandlung statt?

Wenn der Priester (1) die Materie, (2) die Form nicht beachtet und (3) nicht zumindest die Intention hat, das zu tun, was die Kirche mit diesem Sakrament tut, was wir schon mehrmals geschrieben haben.

Wie wahrscheinlich ist es, dass bei Mängeln der  Materie und Form eine Wandlung nicht stattfindet?

Sehr unwahrscheinlich, die Form ist in Novus Ordo hörbar und man sollte davon ausgehen, dass die Priester auch auf die Materie achten, obwohl wir dies nicht überprüfen können.

Wie wahrscheinlich ist es, dass der Priester nicht die richtige Intention hat?

Dies ist recht wahrscheinlich, weil hier die Grenze zwischen fehlendem Glauben an die Realpräsenz und fehlenden Intention das zu tun, was die Kirche mit diesem Ritus tut (intentio faciendi quod fecit Ecclesia) sehr fließend ist. Ein völliger Atheist kann dennoch zumindest die Intention haben im Namen der Kirche die Wandlung zu vollziehen, aber dies ist unwahrscheinlich.  Wir könnten zwar solch einen Priester abfragen, aber es ist recht unwahrscheinlich, dass er uns die Wahrheit sagen wird, falls er doch ungültige Messen zelebriert.

DSDZ versucht diese Thematik zu ergründen und endet immer vor einer Wand, denn nicht alles lässt sich rational ergründen. Doch größer als die ungültige Messe ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Priester dermaßen lange in einer schweren Sünde lebt und eine formelle Häresie ist eine schwere Sünde, eine materielle eine leichte Sünde, dass er einem mit Dreck verstopftem Rohr gleicht, ein Bild von Thomas von Aquin, welches das reine Wasser sehr schlecht leitet.

Ich antworte, die Diener der Kirche seien wie Werkzeuge beim Spenden der Sakramente. Das Werkzeug aber wirkt nicht vermöge der eigenen Kraft, sondern auf Grund der Kraft desjenigen, von dem aus es in Bewegung oder Tätigkeit gesetzt wird. Dies ist also dem Werkzeuge unwesentlich, was es außer der Kraft, die demselben als einem Werkzeuge entspricht, an sich hat; wie es unwesentlich ist, ob der Leib des Arztes als Werkzeug der die Kunst besitzenden Seele krank oder gesund und ob die Röhre, durch die das Wasser geht, von Silber oder von Blei sei. Also wenn auch die Diener der Kirche schlecht sind, können sie gültig die Sakramente spenden. (Thomas von Aquin, Summ. Theol. III, q. 64, a. 5, corp)

Die bekommen zwar das Wasser, den Dreck aber mit dazu. Deswegen hat die Kirche vor V2 dermaßen penibel auf die Heiligkeit und kultische Reinheit der Priester geachtet, damit die Gläubigen die „sauberen“ Sakramente erhalten. Leider handeln alle Dogmatiken, die DSDZ zu diesem Thema gelesen hat von der Gültigkeit des Sakraments an sich, welche auch bei einem schlechten, also in Todsünde lebenden Priester gegeben ist. Er hat aber noch nichts über die Auswirkungen der sakramentalen Gnade, die durch solch einen Priester vermitteln oder geschmälert werden, gelesen. Vielleicht lag dieses Problem viel seltener vor. Denn eine habituelle leichte Sünde (man ist permanent zur faul sich vorkonziliare Dogmatiken durchzulesen) führt zur materiellen schweren Sünde (man verbreitet unwissentlich Häresien) und endlich zur formellen schweren Sünde (man verbreitet bewusst Häresien, weil man sich für schlauer als die Kirche hält und lebt zusätzlich im Konkubinat). All diese Gedanken fielen unlängst DSDZ ein als er wieder einmal eine Kuddel-Muddel-Predigt eines semi-traditionalistischen Priesters hörte, von dem man in seiner Heimat sagen würde, dass er einen „Mülleimer im Kopf“ habe. Es war alles dabei: von Kirchenvätern, über Esoterik, Modernismus, Vatikanum 2, Gutmenschentum und Privatoffenbarungen. Ohne Sinn und Ordnung, ohne Oben und Unten, quer durch den Garten, Kraut und Rüben. So predigt er immer und weil er intellektuell solchen Schaden anrichtet, so erlaubte ihm wohl die Diözese, in der DSDZ lebt, eine Alte Messe zu halten.

Hat er katholische Ansichten?

Nein.

Zelebriert er gewissenhaft?

Ja.

Lebt er im Gnadenstand?

Zweifelhaft.

Was kann man da machen?

Nichts. Dieses theologische Kuddel-Muddel-Mindset ist in ihm dermaßen verwurzelt, dass es inoperabel ist und er ist Anfang/Mitte 50.

Was ist er denn?

Ein liturgischer Fetischist. Dieser Begriff stammt zwar von Ann Barnhardt, aber wir wenden ihn hier an.

Was ist denn ein liturgischer Fetischist?

Jemand, der besonders liturgisch, ästhetisch und rubrizistisch ist, der aufgrund der Vetus Ordo Zelebration sich wohl für den Über-Priester hält, welchen dieses mysteriöse und elitäre der Alten Messe anzieht, der aber Jesus kaum liebt, sich um die Seelen der Gläubigen nicht kümmert und dem die Kirche bloß dazu dient, erhabene Zeremonien zu liefern. Er ist oft homosexuell wenigstens veranlagt, im Falle des von DSDZ beschriebenen Priesters liegt dies allerdings nicht vor. Es ist der Typ eines Oskar Wilde, dem das Beste eben gut genug ist, kirchlich auch und der eher verhungert als außerhalb eines Drei-Sterne-Restaurants zu essen. DSDZ fragt sich, ob er in seinem Leben noch einmal einen Priester treffen wird, bei dem alles stimmt, denn bisher hatte er immer Pech.  Leider sind auf der  Seite der Tradition sehr komische Priester-Kauze zu finden, denn so wie der Ton die Musik, so macht leider der Priester die Messe. Er kann die Sakramente ungültig oder zumindest weniger segensreich machen.

Um jetzt auf Peter Kwasniewski zurückzukommen, dessen Aufsatz wir in zwei Teilen vorstellen werden, so hat die fortlaufende Desensibilisierung gegenüber der Heiligen Eucharistie sicherlich zum wachsenden Unglauben der Priester und zu den vielen wohl ungültigen Messen geführt. Denn warum sollte man den Herrn so selten spüren, wenn er doch immer das ist?

„Muss man da wirklich hingehen?“ oder die Intention bei den Novus Ordo Messen

Sancta-MissaDer Schreiber dieser Zeilen war gestern wieder einmal in seiner Pfarrgemeinde, bei einem Gemeindegottesdienst, der mit einem Tauf- und Kindergottesdienst verbunden war. Ja, es war genauso, wie es sich anhört: schrecklich! Die ständigen Auftritte auf der Bühne, früher auch Presbyterium genannt, meistens ohne Kniebeuge vor dem Tabernakel, das Hin-und Her, das Kommen und Gehen, die fehlende Struktur, weil man noch irgendwelche nichtliturgischen Teile, die der Kinderbespaßung dienen sollten, einführte. Noch ein Gedicht der neuen Pfarreferentin, die zum Herbstball einlädt, die politische Predigt, welche sich wieder einmal um Aktivismus und Flüchtlinge drehte, kurz und gut es war schlimm und dauerte eine Stunde zwanzig Minuten, bei denen die Zeit still stand.

Der Schreiber kennt den Pfarrer recht gut und weiß dass dieser nicht an die Wesenswandlung glaubt. Da der Pfarrer ständig irgendwo hinfährt, so ist anzunehmen, wie es in solchen Fällen immer der Fall ist, dass er außerhalb seiner Pfarrgemeinde etwas machen kann, wozu ihm in seiner Heimatstadt die nötige Anonymität fehlt. Wir sind alle Erwachsen und wissen worum es sich handelt! Der Pfarrer hat diese beiden Umstände dem Schreiber gegenüber indirekt zugegeben und sie ausdrücklich nicht verneint und da er alle Symptome eines ungläubigen Priesters aufweist, so kann man mit moralischer Sicherheit annehmen, dass er einer ist.

Daher wird die heilige Messe in ein unentwegtes Volksfest verwandelt, in irgendwelche Aktionen, bei denen die Verlautbarungen länger dauern als die Predigt, die fast immer von der „Mitmenschlichkeit“ handelt. Natürlich langweilt sich der Pfarrer in der Kirche und glaubt, dass es anderen auch so geht. Darum finden keine Andachten, kein Rosenkranz und kein Kreuzweg statt und falls doch, dann immer ohne die liturgisch vorgeschriebene Form. Man kann daran erkennen, das auch die paraliturgischen Übungen Heiligkeit generieren, welche in Todsünde lebende Menschen einfach nicht ertragen. Dieser Pfarrer ist bei Menschen beliebt, im Ordinariat hoch angesehen und für wichtige Angelegenheiten in der Diözese verantwortlich. Da 80% aller Priester in der Heimatstadt des Schreibers dieselben Symptome aufweisen und je höher der kirchliche Rang, desto mehr Symptome, so muss man davon ausgehen, dass die Situation bei ihnen dieselbe ist: Unglaube und Konkubinat! Aus dem Letzteren kann man raus wachsen, so in etwa mit 70, das Erstere bleibt leider.

Intention bei der Sakramentenspendung

Da wohl alle Leser dieser Blogs sich mit derselben Situation konfrontiert sehen, obwohl sie manchmal nicht alle Informationen zum „Privatleben“ zur Verfügung haben, so stellt sich für uns alle die Frage: Muss man bei denen zur Messe gehen? Ja, man muss, denn diese Messen sind gültig. Die Messen eines ungläubigen und in Todsünde lebenden Priesters müssen nicht automatisch ungültig sein, da zu der Sakramentenspendung nicht rechtgläubige Ansichten verlangt werden, sondern nur die Intention das zu tun, was die Kirche tut (intentio faciendi quod fecit Ecclesia).[1] Da leider die Piusbruderschaft diesbezüglich falsche Lehren verbreitet und viele Traditionalisten diesbezüglich irren, so wollen wir hier ganz kurz die katholische Lehre über die Intention bei der Sakramentenspendung darlegen. Thomas von Aquin sieht das alles recht gelassen und minimalistisch:

„Auch der ungläubige [treulose] Diener [Priester] kann die Absicht haben das zu tun, was die Kirche tut, auch wenn er dies für nichts hält. Und solch eine Intention reicht zur Verwirklichung des Sakraments.“[2]

Non obstante infidelitate (minister) potest intendere facere id quod facit Ecclesia, licet aestimat id nihil esse. Et talis intentio sufficit ad sacramentum.”

Das Lehramt sieht es ebenfalls recht minimalistisch, was die Enzyklika Leos XIII Apostolicae curae aus dem Jahre 1896 beweist:

„Über die Gesinnung (mens) oder die Absicht (intentio) urteilt die Kirche nicht, da diese ja an sich etwas Innerliches ist; insofern sie aber geäußert wird, muss sie über diese urteilen. Wenn nun aber jemand, um ein Sakrament zu vollziehen und zu spenden, ernsthaft und ordnungsgemäß die gebührende Materie und Form angewandt hat, so nimmt man eben deshalb von ihm an, er habe offenbar das zu tun beabsichtigt, was die Kirche tut (facere intendisse quod facit Ecclesia). Auf diesem Grundsatz stützt sich die Lehre, die festhält, dass sich selbst dann überhaupt um ein Sakrament handelt, wenn es durch den Dienst eines häretischen oder nicht getauften Menschen – sofern nur nach dem katholischen Ritus – gespendet wird.“ (DH 3318)“ [3]

Kurz und gut wird die vorgeschriebene Sakramentform eingehalten, so muss man davon ausgehen, dass das Sakrament stattfindet. Anders formuliert, es wird beim richtigen Tun richtige Intention angenommen, da man niemanden ins Herz schauen kann und eine entgegengesetzte Aussage alle Gläubigen ständigen Zweifeln aussetzen würde. Wenn also die Kirche eine Taufe anerkennt, die von einem Häretiker oder Nichtgetauften nach katholischem Ritus gespendet wurde, obwohl diese tatsächlich nicht über die katholische Rechtgläubigkeit verfügten, so erst recht müssen die richtig gespendeten Sakramenten eines ungläubigen oder häretischen katholischen Priesters anerkannt werden. Und sie werden auch anerkannt.

Die fehlende Rechtgläubigkeit macht die Messe nicht ungültig, welche dann eintritt, wenn der Pfarrer die Heilige Messe nicht dafür hält, was sie ist, d.h. für die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi, sondern sie beispielsweise als ein brüderliches Gemeinschaftsmahl im Sinne des „Miteinanders“ betrachtet.

Die Instruktion des Heiligen Inquisitaion an den Bischof von Nesqually, vom 24. Januar 1877 formuliert die Antwort auf die Frage nach Gültigkeit der „schismatisch, häretisch oder auch ungläubig gespendeten Taufe“ folgendermaßen:

„Daraus folgt, dass besondere Irrtümer, die die Spender – ob privat oder auch öffentlich – vertreten, keineswegs die Gültigkeit der Taufe oder welches Sakramentes auch immer beeinträchtigen können [….] Vielmehr schließen […] besondere Irrtümer der Spender auch nicht durch sich und aus eigenem Wesen jede Absicht aus, die der Spender der Sakramente haben muss, nämlich zu tun, was die Kirche tut“ (DH 3126, vgl. DH 3100-3102)

Diese Antwort ist nur konsequent. Die Häretikertaufe wurde von der Kirche immer anerkannt, wenn sie im Namen des Vaters des Sohnes und des Heiligen Geistes gespendet wurde, d.h. wenn die minimale, von der Kirche verlangte Materie und Form eingehalten wurde. Die Frage nach der Intention des Spenders entstand verhältnismäßig spät und wurde erst im 19. Jahrhundert lehramtlich festgelegt, obwohl schon die früheren Theologen, wie Thomas von Aquin, dieselbe Ansicht vertraten. Wenn ein Häretiker oder Schismatiker ein Sakrament spendet und er dabei die vorgeschriebene minimale Form einhält, so nimmt man an, dass er die Absicht hat das zu tun, was die Kirche (intentio faciendi, quod facit Ecclesia). Seine Irrtümer, Häresien, seien sie privat oder öffentlich vertreten, spielen dabei keine Rolle. Und daher sind die Novus Ordo Messen auch bei Priestern, die nicht an die Wesenswandlung glauben und andere Häresien vertreten, wozu in Deutschland wahrscheinlich die Mehrheit gehört, gültig. Und deswegen muss man die Sonntagspflicht auch bei einer kreativ gestaltet Kindermesse erfüllen, wenn man nicht die Möglichkeit hat woanders hinzugehen. Es ist tatsächlich eine harte Bußübung, die man sich sicherlich auf eine kürzere Fegefeuerstrafe anrechnen kann.

Zur Gültigkeit der Messen ist der Gnadenstand nicht erforderlich, zur Würdigkeit schon. Dies bedeutet, dass ein Priester, der in schwerer Sünde die Messe zelebriert dreimal eine Todsünde begeht:

  • Beim Zelebrieren, also bei der Spendung des Sakraments,
  • Bei der Selbstkommunion,
  • Bei der Spendung der Heiligen Kommunion an andere.

Die Thematik der Würdigkeit werden wir an einer anderen Stelle präsentieren, da sie recht umfangreich ist und unsere strikt theologischen Beiträge, wie über das Blutwort, leider weniger gelesen werden. An dieser Stelle bleibt zu erwähnen, dass im Falle, dass wir um die Unwürdigkeit des Priesters wissen, nicht dazu verpflichtet sind von ihm die Sakramente zu empfangen. Denn dadurch tragen wir zu seiner weiteren Todsünde bei. Denn würde er niemanden haben, der bei ihm kommunizieren will, so würde er nicht dadurch sündigen, indem er unwürdig die Sakramente spendet, d.h. die heilige Kommunion austeilt. Besteht für den Gläubigen eine Notlage, dass er zu keinem anderen Priester gehen kann, so kann er die Sakramente empfangen. Kurz und gut: zur Messe muss man gehen, kommunizieren muss man nicht.

[1] Diekamp-Jüssen, Katholische Dogmatik, Alverna Verlag 2013 [pierwsze wydanie 1957], 843; Diekamp-Jüssen, 848-849; por. Diekamp Franciscus, Theologiae dogmaticae manuale, Vol. IV, Paris 19426, 64.

[2] Thomas Aquinatus, Summ. Theol. III q. 64 a. 9 ad 1; vgl. In Sent. 4 d. 6 q. 1 a. 3 sol. 2 ad 1):

[3] Denzinger-Hünermann (=DH), Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum, Lateinisch-Deutsch, Freiburg 201043, Nr. 3318.