Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (26). Bei der Geistesunterscheidung kann man subjektiv immer irren.

 

 

Fünftes Kapitel.

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und betrüglich [trügerisch], wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche [kunstfertige] Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende [Zweck] einige Regeln vorgeschrieben.

Obwohl die vorgelegte deutsche Übersetzung aus der Mitte des 19 Jhdts. stammt, so haben einige Worte ihre Bedeutung dermaßen verändert, dass uns eine Übertragung einiger Termini des Titels angebracht schien. Worum geht es in diesem Kapitel? Darum, dass niemand bei sich selbst, d.h. subjektiv, und das ist eine wichtige Einschränkung immer die Geister richtig unterscheiden kann.

Warum?

Weil der Teufel wirklich real sind und er wird, unter Zulassung Gottes, dafür sorgen, dass Sie oft nicht wissen werden, wo oben und wo unten ist. Es gibt auf dem offenen Meer Windstärken, wo der Himmel verschwindet samt der Horizontlinie und wirklich alles zu wüsten Wassermassen wird. Wikipedia beschreibt diese Orkanstärke wie folgt:

See vollkommen weiß, Luft mit Schaum und Gischt gefüllt, keine Sicht mehr.

Kennt man die Beaufort-Skala? Ja.

Kann man navigieren? – Ja.

Weiß man, dass es vorübergehen wird?  -Ja.

Es hilft Ihnen aber alles nichts, weil Sie in solchen Situationen machtlos sind. Man ist auch bei der Geistesunterscheidung manchmal nicht sein eigener Richter, weil man die Situation falsch beurteilt. Der Feind weiß sich zu verstellen und man ist schwach. Interessanterweise werden Sie viel eher bestimmte Symptome, mit Gottes Gnade natürlich, bei anderen als bei sich selbst erkennen. Doppelmoral? Nein, Sie sind einfach die Klangquelle. Jeder der singt, weiß, dass ein Sänger manche Töne, die er singt nicht objektiv richtig hören kann und deswegen braucht er jemanden, der ihn abhört. Man produziert zwar die Schallwellen, aber sie sind vor einem. Es ist Physik. Weil die Geister der Geist Gottes und der böse Geist – Geister und sehr subtil sind, so muss man in einer sehr ausgeglichenen Lage sein, um diese voneinander zu unterscheiden. Manchmal ist man es nicht und Gott lässt es zu, damit man etwas lernt, demütig wird und anderen in ähnlichen Situationen helfen kann. Denn man kann nur dann Empathie entwickeln, wenn man es selbst erlebt hat. Der hl. Johannes vom Kreuz zählt in Unterpunkten sehr analytisch genau alle Arten von teuflischen Visionen und Eingebungen auf. Und woher weiß er das? Weil er es selbst erlebte, sonst weiß man es nicht. War es angenehm? Sicherlich nicht, aber von nichts kommt nichts. Deswegen sollte man jemanden, einen Beichtvater, haben, der unsere Eindrücke objektivieren kann, denn auch ein sehr schlechter Sänger oder jemand, der nicht singt, wenn nicht gerade taub, kann diese Wellenfrequenzen objektiv hören, welche Sie nicht hören können. Und ein blindes Huhn findet auch ein Korn. Auch wenn er zu nichts zu gebrauchen ist, so sollten Sie dennoch Ihre Situation bei absoluter Verwirrung offen legen, denn diese Verdemütigung ist Gott genehm und „verbrennt“ gleichsam den Stolz des Teufels. Auf einmal fällt der Druck oder die Dunkelheit auf einmal von Ihnen weg, der Sturm legt sich, weil sich Gott Ihrer erbarmt hat. Man sollte sich deswegen immer misstrauen und immer den eigenen Weg, soweit es geht, objektivieren.

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 10. Nach der Messe oder Kommunion

BoschStJeromeInPrayer

Was ist die hl. Kommunion? Die Vereinigung: des Schöpfers mit dem Geschöpf, der Seele mit Christus ihrem Bräutigam, des Christen mit Christus. Es ist etwas dermaßen Intimes, dass dieses Gebet vom cubiculum – „dem Schlafgemach, dem Schlafzimmer“ spricht. Viele Heilige fielen nach dem Kommunionempfang in Exstase und der hl. Bernhard von Clairvaux wird nicht müde, in seinem Kommentar zum Hohenlied die Seele mit Braut und Christus mit dem Bräutigem zu vergleichen. Aber unser Schlafgemach, unsere Seele, ist auch mit einem ordentlichen, gewischten und aufgeräumten Raum zu vergleichen, der sich auf einen hohen Besuch vorbereitet. Der Katholik der nachkonziliaren Zeit kommuniziert sehr oft, wenn auch hoffentlich niemals unwürdig, so doch ziemlich routiniert. Es scheint, dass die Heiligkeit der Priester bzw. die fehlende Heiligkeit ihrerseits den Leib Christi, den man empfängt, besudelt und einen Teil der Gnaden mindert. Sie empfangen also die himmlische Speise, Christus selbst, aus dreckigen, vor Dreck verkrusteten Priesterpfoten, welche vor Sünde nur so triefen. Deswegen ist es Katholiken verboten, wissentlich Sakramente vor Priestern zu empfangen, wo denen sie positiv wissen, dass sie in schwerer Sünde leben und/oder suspendiert sind.  Wenn man es nicht positiv weiß, sondern es nur vermutet, dann ist man zwar entschuldigt, aber der Dreck bleibt trotzdem kleben. Vielleicht hilft das u.a. Gebet die Gnaden der Hl. Kommunion zu bewahren und sich dennoch zu heiligen.

Post missam vel communionem
Sanctifica Domine, animam meam et benedictionem tuam in ea relinque. Ingredere cubiculum cordis mei et illud posside in sempinternum.
Nach der hl. Messe oder Kommunion
Heilige, oh Herr, meine Seele und hinterlasse in ihr Deinen Segen. Tritt in das Gemach meines Herzens ein und nimm es in Besitz in Ewigkeit.

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 9. Bei der Elevation der Hostie und des Kelchs.

BoschStJeromeInPrayer

Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Dieses Stoßgebet kann bei der Erhebung, d.h. der Elevation der Hostie und des Kelchs kurz nach der Wandlung gebetet werden oder auch bei der gemeinsamen Elevation, welche zu den Worten „In ipso“ – „Durch ihn etc.“ stattfindet. Während beim Vetus Ordo der Moment der Wandlung gut vom Rest abgehoben und liturgisch unterstrichen ist, so verpasst man diesen Moment bei Novus Ordo oft, weil Novus Ordo so konstruiert worden ist, dass man ihn verpasst. Im Moment der Wandlung wurde mindestens 40 Minuten lang auf Sie in ihrer Muttersprache eingeredet, sodass nur ihre Gehirnareale daran beteiligt waren, welche für den Alltag zuständig sind, und sie haben längst abgeschaltet, denn irgendwann einmal schaltet jeder ab. Da DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) mehrere Sprachen spricht, noch einige mehr passiv versteht und darüber hinaus in mehreren Sprachen liest, so weiß er, dass dort, wo er sich am meisten anstrengen muss, da diese Sprache die schwierigste und vom Alltag am meisten entfernte ist, umsto mehr ist er konzentriert bei der Sache und desto mehr bleibt bei ihm hängen. Natürlich ist es anstrengend und deswegen sind diejenigen Teile der Alten Messe, in denen die Gläubigen angeredet werden, sehr kurz, die Gebete der Gläubigen auch, damit sie für sich während der Messe wirklich beten können. Durch den guten Ausgleich zwischen Stille und Beteiligung verpasst man wirklich niemals den Moment der Wandlung und freut sich auf ihn. Deswegen ist es viel einfacher das unten angegebene Stoßgebet im Vetus Ordo als beim Novus Ordo zu beten.  Menschen, die ihr religiöses Leben ernst nehmen, wie die Religiosen, also die Ordensleute, werfen sich oft vor, dass sie bei der Heiligen Messe, natürlich Novus Ordo, nicht aufpassen und unachtsam sind. Aber das ist unnötig, wenn dies nicht freiwillig geschieht und außerdem ist ja Novus Ordo so konstruiert worden, dass man wegschaltet und das Besondere der Messe, die ja in der Alltagssprache stattfindet, nicht feststellen kann, denn alles ist ja alltäglich: Sprache, Paramente, Pferdedecken und manche Kirchen, die wie Sushi-Restaurants aussehen. Da kommt natürlich kein Gefühl der spirituellen Erhebung auf, wofür die Novus Ordo Macher gesorgt haben. Dennoch ist es gut sich dieses Gebet einzuprägen und bei der Wandlung zu beten. Haben Sie vor dem Leiden für Christus Angst, dann lassen Sie den letzten Teil weg, denn Gott wird Sie irgendwann in die Pflicht nehmen. Die größten Liebenden waren die Märtyrer, sie haben Leben mit Leben und Liebe mit Liebe erwidert. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Ad elevationem hostiae et calicis.
Amo te et adoro toto corde et affectu. Lava me in tuo sanguine et da mihi pati pro amore tuo.
Vor der Elevation der Hostie und des Kelchs
Ich liebe Dich und bete Dich an aus ganzem Herzen und Gemüt. Wasche mich in Deinem Blut und gib mir für Deine Liebe zu leiden.

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (24). Guter Geist ist sanft, böser Geist beißt.

 

Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

Eigentlich ist es sehr einfach. Der Teufel will uns quälen, uns beißen, uns verwirren. Daher ist eine jegliche Regung, die grob, beißend oder gewaltsam ist dämonischen Ursprungs. Nein, es ist nicht Ihr schlechter Charakter oder Ihr Unterbewußtsein. Es ist nicht Ihr Temperament. Es ist der böse Geist, der bei Ihnen „angedockt“ hat und versucht seine eigene Persönlichkeit Ihnen aufzudrücken. Daher ist es notwendig einerseits die Disposition in sich selbst zu verändern, damit der Dämon nicht so einfach andocken kann und zweitens die geistlichen Mittel (Gebet, Stoßgebete, Fasten, Bußübungen) anzuwenden. Ein Beispiel aus dem eigenen Leben. Der Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) hat ein Wutproblem und er geriet oft in Rage, wenn man ihn beispielsweise beim Schreiben störte. Würde jetzt jemand ohne anzuklopfen in sein Arbeitszimmer kommen, dann gäbe es wohl instinktiv eine Szene und ein Geschrei. Es ist zwar eine lässliche Sünde, aber dennoch eine Sünde. Und es gibt Menschen, die den DSDZ gar nicht anders gekenngelernt haben als schreiend, überarbeitet und kaum ansprechbar. Was ist der Grund dafür? Zu wenig Pausen, zu wenig Erholung. DSDZ arbeitete immer sehr viel, sodass er oft sehr gereizt war und ein Wutausbruch war daher nicht weit.

Weiterlesen

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 8. Vor Messe oder Kommunion.

BoschStJeromeInPrayer

Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Diejenigen von uns, die oft zur Messe gehen oder kommunizieren, werden von einer bestimmen Routine eingefangen, bei der die Bedeutung des Kreuzesopfers Christi untergeht. Die Aufgabe des Gläubigen besteht darin ein anderer Christus (alter Christus) zu werden, welcher sich mit dem Herrn selbst aufopfert. Ja, das ist unsere Aufgabe hier auf Erden nicht nur mitzuopfern, sondern sich ganz aufzuopfern, bis zum Märtyrium hin, wenn Gott es möchte. Man kann sich bei diesem Stoßgebet die folgenden Fragen stellen:

  • Wie steht es um meinen Opfersinn?
  • Bin ich die makellose Hostie? Falls nicht, warum?
  • Was kann ich Gott noch alles opfern? Wovon mich freimachen?
  • Bin ich es überhaupt wert, in das Opfer Christi hineingenommen zu werden?

Ja, ja, ein kurzes Stoßgebet und viele Fragen. Es empfiehlt sich zu diesem Gebet auch das Quam oblationem aus dem Kanon zu meditieren, um zu wissen, was die Opferung (oblatio) eigentlich ist. Und so prägt die Messe, wohlgemerkt die Alte Messe, unsere Spiritualität, den bei einem klassischen Altar haben wir sowohl das Kreuz als auch ara – „Felsbänke, Altar, Denkmal, Altar“, da das Kreuz meistens erhöht ist und es uns leicht fällt sich die Opferung von Golgotha vorzustellen.

ara crucis 1

Bei der Neuen Messe und den neuen Altären ist das unmöglich, da sollen wir aber unsere Vorstellungskraft einsetzen, die wir bei der vorhergehenden Betrachtung (z.B. quam oblationem) geübt haben. Ja, von selbst kommt nichts!

Ante missam vel communionem
Suscipe me, Domine, cum oblatione huius hostiae immaculatae in laudem, gloriam et beneplacitum tuum, in unione illius oblationis, qua temet ipsum in ara crucis obtulisti.
Vor der Hl. Messe oder Kommunion
Empfange mich, Herr, mit der Opferung dieser makellosen Hostie zu Deinem Lob, Ehre und Wohlgefallen, in Vereinigung mit jener Opferung, welche Du selbst am Altar des Kreuzes vollbracht hast.

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (23). Gutes kommt nur von Gott.

432ba4e1396582bf8a929e4b45d5db06--bamberg-bible-art

 

Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

Was wir in unserer Zeit des praktischen Pelagianismus vergessen, weil wir es nicht vermittelt bekommen, ist die Tatsache, dass der Mensch von sich aus, der katholischen Erbsündenlehre zufolge nicht gut ist. Deswegen genügt es nur „menschlich“ zu bleiben, als könnte man bakteriell werden. Somit kommt alles Gute von Gott. Deswegen brauchen wir die Taufe und die Gnade. Deswegen ist es falsch von Atheisten, Heiden und schweren Sünden eine Ethik zu verlangen, die für uns Katholiken selbstverständlich ist. Deswegen werden wir in Beziehungen mit ihnen, womit wir jeglichen Kontakt meinen, immer „draufzahlen“. Es wird kaum etwas zurückkommen. Das Böse hat eine zweifache Quelle: (1) uns selbst, (2) den Dämon, das Gute kommt von Gott durch seine Gnade. Deswegen ist es so wichtig uns täglich mit der Gnade aufzufüllen, womit nicht nur die Gnade der Sakramente, sondern auch die der Sakramentalien gemeint ist: Gebet, Kreuzzeichen, Weihwasser, Verwendung der Andachtsgegenstände etc.

Dokument1(1)

 

dokument211.jpg

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 7. Nach dem Breviergebet.

BoschStJeromeInPrayer

Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Nach dem Breviergebet

Da nach dem Breviergebet vor dem Breviergebet ist, so musss eine jede Gebetseinheit mit einem Abschlussgebet gleichsam umrandet werden.

Ist es nicht zu viel ein Gebet noch mit einem anderen Gebet abzuschließen?

Nein, wenn man die katholische Gnadenlehre betrachtet. Da Gott übernatürlich ist, brauchen wir seine Hilfe, d.h. Gnade, um Taten zu erfüllen, die vor Ihm verdienstvoll sein werden (acta meritoria) und unseren Platz im Fegefeuer und im Himmel bestimmen. Wenn also ein in Todsünde lebender Priester sein Brevier betet, so passiert im übernatürlichen Rahmen nichts und er kann sich nichts durch dieses Gebet bei Gott „verdienen“, weil ihm diese, nach außen hin, gute Tat und ein Werk der Frömmigkeit nicht angerechten wird, weil er in Todsünde lebt und sich damit von Gott losgesagt hat. Dies gilt natürlich auch für Ehebrecher im deutschsprachigen Raum „wiederverheiratete Geschiedene“. Todsünde ist Todsünde, gleich was Amoris Laetitia sagt. Wir brauchen also die Hilfe Gottes, um überhaupt gut sein zu können und Ihm zu gefallen. Deswegen betet man um Gottes Hilfe vor dem Gebet und nach den Gebet. Warum? Damit wir am Gnadenleben Gottes Anteil haben können und diese Anteilnahme können wir uns nicht selbst verdienen. Das muss von Gott kommen und kommt auch. Sie brauchen also, physikalisch gesprochen, eine Intialzündung, um ihre eigene, die kinetische Energie sozusagen, zu starten. Aber je mehr Sie sich bemühen Gott näher zu kommen, desto mehr Gnade gibt er Ihnen, was schon die hl. Katharina von Genua (siehe das „Sparsamkeitsprinzip“) schrieb, wenn Sie Gott darum bitten. Das unten angefügte Gebet, wie fast alle vorkonziliaren Gebete stellt eines richtig. Sie sind kein „Partner Gottes“, Sie sind nicht auf Augenhöhe mit Gott und Sie pflegen mit Gott keinen „Dialog“. Gott ist Gott uns Sie sind ein armes Geschöpf, dessen Pflicht, vom Grundsatz der Gerechtigkeit kommend, es ist Gott anzubeten als Geschöpf den Schöpfer. Da Gott die Vollkommenheit selbst ist und die Heiligkeit selbst, deswegen müssen Sie Gott bitten, dass er überhaupt Ihr unwürdiges Gebet annimmt. Priester und Ordensleute beten ja hauptberuflich. Es ist ihre Pflicht und ihre Aufgabe, es ist etwas, was sie ohnehin tun müssen, denn kein Breviergebet zu verrichten, wenn man nicht wirklich durch Krankheit etc. verhindert ist, ist für einen Geistlichen eine schwere Sünde. Aber auch dieses Tageswerk, das man ohnehin verrichtet, kann man schön verpacken, indem man vorher und nachher um die Annahme des Officiums betet. Das nachkonziliare Brevier ist wirklich dermaßen kurz, dass dazu noch Zeit sein wird.

Post divinum officium
Gratias tibi ago, Domine Deus, quod meas indignas orationes audire dignatus sis et de manu mea laudum tuarum sacrificium suscipere.
Nach dem divinum officium

Ich danke Dir, Herr Gott, dass Du Dich gewürdigst hast meine unwürdigen Gebete zu erhören und aus meiner Hand das Opfer Deines Lobes zu empfangen.

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 6. Vor dem Breviergebet.

BoschStJeromeInPrayer

Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Vor dem Breviergebet

Da wir hoffen, dass Sie alle wenigstens ein Morgengebet, wenn nicht gar das Breviergebet (divinum officium) verrichten, so ist es gut dazu mit dem folgenden Stoßgebet zu schreiten.  Mit dem „Werk Deiner Hände“ ist hier der betende Mensch selbst gemeint, welcher darum bittet von Gott durch seine Gnade beim Beten unterstützt zu werden. Das Werk der Schöpfung – der Mensch – bittet seinen Schöpfer um Hilfe, um dieses Werk der Gerechtigkeit – das Gebet – verrichten zu können. Sehen Sie, es steckt immer bei Kardinal Bona Theologie dahinter und Sie kommen schnell in die Betrachtung.

 

Ante divinum officium
Vocabis me, Domine, et ego respondebo tibi, operi manuum tuarum porrige dexteram tuam.
Vor dem divinum officium

Du wirst mich rufen, Herr und ich werde Dir antworten, erstrecke
Deine Rechte auf das Werk Deiner Hände.

 

Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 5. Beim Sonnenaufgang.

BoschStJeromeInPrayer

 

Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Beim Sonnenaufgang

Da Mönche und viele Berufsgruppen sehr früh aufstehen, erleben Sie oft den Sonnenaufgang, den man auch mit einem Stoßgebet würdigen kann. Es ist Christus selbst, der die „Sonne der Gerechtigkeit“ genannt wird und der an jedem Tag alle unsere Werke beleuchtet um sie später am Ende unseres Lebensabends zu richten.

 

In ortu solia
Exorere, exorere sol iustitiae, et illustra splendoribus tuis animam meam
Beim Sonnenaufgang
Gehe auf, gehe auf Sonne der Gerechtigkeit und erleuchte meine Seele mit deinen Strahlen.

 

 

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (20) Geistesunterscheidung ist schwierig.

herz-jesu1

 

In einer wirklich langen Vorrede zum vierten Kapitel stellt Kardinal Bona fest, dass die Unterscheidung unserer Antriebe: Gott, Teufel oder ich schwierig ist. Das ist wirklich nichts Neues und man fragt sich, warum er sich wiederholt. Um es klarer zu machen. Kardinal Bona schreibt nämlich nicht, dass die Geistesunterscheidung an sich unmöglich ist, sondern dass der Unterscheidende selbst Schwierigkeiten dabei haben wird. Warum? Weil er in Bewegung ist und keine Außenansicht hat, die sein subjektives Empfinden objektiviert. Der Schreiber dieser Zeilen nimmt seit einem Jahr wieder einmal Gesangsunterricht, welcher darin besteht, dass er singt und seine Lehrerin in dauernd kritisiert. Warum ist das notwendig? Weil Sie selbst, als die Schallquelle, sich objektiv nicht hören. Sie emittieren Laute, welche durch Schallwellen erst jemanden erreichen. Bei bestimmten Lagen ist man objektiv nicht in der Lage sich selbst zu hören und deswegen hat jeder Opernsänger seinen Korrepetitor  der ihm sagt, ob er zu hoch oder zu tief ist. Da das Singen darin besteht bestimmte Bewegungen auswendig zu lernen, wie beim Tanz, so ist es möglich, dass wenn Sie einen Part falsch einstudieren Sie dann diesen Ton immer zu tief oder zu hoch singen werden, ohne sich dessen bewußt zu sein. Dies sind aber keine Fragen des Talents oder stimmlichen Voraussetzungen, sondern Fragen der Physik und der Mechanik. Genauso ist es bei der Geistesunterscheidung bei einem selbst. Man weiß es selbst manchmal nicht und braucht die Außenansicht und eine Korrektur, die leider nicht erfolgt, weil wir keine gläubigen, betenden und ein asketisches Leben führende Priester haben. Sie müssten ja jemanden finden, der Ihnen nicht nur wohlgesonnen ist, sonder der selbst um diese ganze Thematik weiß. Da es solche nicht gibt, publizieren wir hier Kardinal Bona und jammern nicht weiter darüber.  Da das nächste Kapitel von der Ergründung des Herzens handelt, werden wir es mit den Bildern vom Hl. Herzen Jesu illustrieren.

 

Viertes Kapitel.

Es ist schwer zu unterscheiden, ob unsere Triebe und Regungen von einer innern oder äußern Ursache bewirkt werden. Angabe einiger Kennzeichen und Regeln.

 

dokument321.jpg

 

 

dokument6.jpg

 

 

dokument7.jpg