Kardinal Siri, Männerkleidung, die von Frauen getragen wird (1 von 2)

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Obwohl das obere Bildnis Kardinal Richelieu und nicht Kardinal Siri abbildet, der so ausgesehen hat, so handelt es sich dennoch, um eine der letzten Aussagen des ordentlichen Lehramtes zur Rockfrage (siehe Podcast Nr. 8), welche kurz vor dem Meteoriteneinschlag, lies: Vat. II, bekannt gegeben wurde. Kardinal Siri schreibt zwar nur zu den Gläubigen seiner eigenen Diözese, aber seine Argumentation ist interessant und kann auch außerhalb von Genua Gehör finden. Unsere Antwort zu dieser Frage lautet:

Sollen also Frauen Hose tragen?

Nein.

 

Warum nicht?

Weil Sie:

a. schrecklich darin aussehen,

b. ihre Weiblichkeit und ihre Würde verlieren,

c. nicht zur Verschönerung der Welt beitragen

d. zusätzliche Testosteron-Ausschüttung riskieren,

e. gegen jegliche Tradition und Ästhetik verstoßen.

Würde dies nicht gegen die persönliche Würde und Persönlichkeitsrechte verstoßen, so würde DSDZ ein paar Bilder seiner jetzigen Arbeitskolleginnen veröffentlichen, welche dem Spiegelbild und BMI zum Trotz natürlich Hosen tragen, damit alle sehen könnten, warum man es zu unterlassen hat. Kardinal Siri argumentiert anders, weniger ästhetisch und mehr philosophisch und ist als Lektüre zu empfehlen. 

Bekanntmachung betreffend Männerkleidung, die von Frauen getragen wird

Giuseppe Cardinal Siri

Genua

  1. Juni 1960

An den Hochwürdigen Klerus,

An alle lehrenden Schwestern,

An die geliebten Söhne der Katholischen Aktion,

An Erzieher, die beabsichtigen, die christliche Lehre wahrlich zu befolgen.

I.

Erstens: Die ersten Zeichen unseres eines spät ankommenden Frühlings zeigen dieses Jahr eine gewisse Zunahme im Gebrauch von Männerkleidung durch Mädchen und Frauen, sogar Familienmüttern. Bis 1959 bedeutete eine solche Kleidung in Genua gewöhnlich, dass es sich bei der betreffenden Person um eine Touristin handelte, aber nun scheint es eine bezeichnende Anzahl von Mädchen und Frauen aus Genua selbst zu geben, die – zumindest auf Ausflugsreisen – lieber Männerkleidung (Herrenhosen) tragen.

Die Ausbreitung dieses Verhaltens verpflichtet uns, ernsthafte Bedenken zu diesem Thema zu verbreiten, und wir bitten jene, an welche diese Bekanntmachung gerichtet ist, diesem Problem alle Aufmerksamkeit zu widmen, derer es bedarf, wie es sich für jene schickt, die sich ihrer Verantwortung Gott gegenüber bewusst sind.

Wir bemühen uns vor allem um ein ausgewogenes moralisches Urteilsvermögen bezüglich des Tragens von Männerkleidung durch Frauen. Tatsächlich beziehen sich unsere Gedanken einzig auf die Frage der Moral.

Erstens: wenn es darum geht, den weiblichen Körper zu bedecken, kann nicht gesagt werden, dass das Tragen von Herrenhosen einen schwerwiegenden Verstoß gegen den Anstand darstellt, weil Hosen den weiblichen Körper sicherlich mehr bedecken als die modernen Damenröcke dies tun.

Zweitens: jedoch müssen Kleidungsstücke, um anständig zu sein, nicht einfach nur den Körper bedecken, sondern dürfen auch nicht zu eng am Körper anliegen. Nun ist es wahr, dass viele Kleidungsstücke für Damen enger am Körper anliegen als manche Herrenhose, Aber Hosen können so geschnitten sein, dass sie noch enger anliegen und so ist es üblicherweise auch; daher gibt uns die enge Passform einer solchen Kleidung nicht weniger Grund für Sorge als die Entblößung des Körpers. Daher ist die Unanständigkeit von Herrenhosen für Frauen ein Aspekt des Problems, den man bei einem allgemeinen Urteil über das Thema [anständige Kleidung] nicht auslassen soll, auch wenn dieser Aspekt andererseits nicht künstlich aufgebauscht werden darf.

II.

Jedoch gibt es einen weiteren Aspekt bezüglich Männerkleidung tragender Frauen, der uns der ernsteste zu sein scheint.

Das Tragen von Männerkleidung durch Frauen schadet vor allem der Frau selbst, indem es die weibliche Psychologie ändert, die der Frau eigen ist; zweitens beeinflusst es die Frau als Ehefrau ihres Mannes, indem sie dazu neigt, die Beziehung zwischen Mann und Frau zu beschädigen; drittens greift es die Frau als Mutter ihrer Kinder an, indem sie in den Augen ihrer Kinder ihre Würde schädigt. Jeder dieser Punkte muss der Reihe nach sorgfältig bedacht werden.

a. Männerkleidung ändert die Psychologie der Frau.

Fürwahr ist das treibende Motiv für Frauen, Männerkleidung zutragen, immer das der Imitation, ja sogar des Wettkampfs mit dem Mann, der als stärker, weniger gebunden, unabhängiger betrachtet wird. Diese Motivation zeigt klar, dass Männerkleidung die sichtbare Hilfe dazu ist, eine mentale Haltung zu sein „wie ein Mann‟ hervorzubringen. Zweitens, seit der Mensch Mensch ist, bestimmt die Kleidung, sie legt fest und ändert die Gesten, Haltung und Verhalten der betreffenden Person auf eine Weise, dass sie, nur rein äußerlich getragen, eine gewisse innere Geisteshaltung aufdrängt.

Lassen Sie uns noch hinzufügen, dass eine Frau, die Männerkleidung trägt, damit mehr oder weniger anzeigt, dass sie ihre Weiblichkeit (im Vergleich zur Männlichkeit) als minderwertig betrachtet, obwohl sie doch tatsächlich nur anders ist. Die Perversion ihrer Psychologie wird klar erkennbar.

Diese Gründe, die viele andere einschließen, reichen aus um uns zu warnen, zu welch einem falschen Denken Frauen geführt werden, wenn sie Männerkleidung tragen.

 

b. Männerkleidung [der Frau] neigt dazu, das Verhältnis zwischen Mann und Frau zu schädigen.

Ungelogen, wenn sich das Verhältnis zwischen den beiden Geschlechtern im Erwachsenwerden entfaltet, ist ein Trieb der gegenseitigen Anziehung vorherrschend. Die wesentliche Grundlage dieser Anziehung ist eine Verschiedenheit zwischen den beiden Geschlechtern, die nur dadurch möglich wird, dass sie sich gegenseitig ergänzen oder vervollständigen. Wenn dann diese Unterschiedlichkeit weniger offensichtlich wird, weil eines ihrer Hauptmerkmale beseitigt und die normale psychologische Struktur geschwächt wird, resultiert daraus die Veränderung eines fundamentalen Faktors in der Beziehung.

Das Problem geht noch weiter. Der gegenseitigen Anziehung zwischen den Geschlechtern geht ganz natürlich und im zeitlichen Verlauf das Schamgefühl voran, das die erwachenden Impulse in Schach hält, es legt ihnen Respekt auf und neigt dazu, zu einem höheren Grad gegenseitigen Respekts und gesunder Furcht vor allem zu erheben, was diese Impulse zu unkontrollierten Akten drängen würde. Diese Kleidung also zu ändern, die durch ihre Verschiedenheit die Begrenzungen und Verteidigung der Natur offenbart und aufrechterhält heißt, die Unterscheidungsmerkmale zu nivellieren und dazu beizutragen, die lebensnotwendigen Verteidigungen des Schamgefühls niederzureißen.

Zumindest wird das Schamgefühl gehindert. Und wenn das Schamgefühl gehindert wird, die [sprichwörtlichen] Bremsen anzuziehen, dann wird die Beziehung zwischen Mann und Frau entwürdigend auf reine Sinnlichkeit reduziert, bar allen gegenseitigen Respekts oder gegenseitiger Wertschätzung.

Die Erfahrung lehrt uns, dass wenn die Frau entweiblicht wird, die Abwehr unterminiert wird und die Schwäche zunimmt.

c. Männerkleidung verletzt die Würde der Mutter in den Augen ihrer Kinder.

Alle Kinder haben einen Instikt [und] ein Empfinden der Würde und des Anstandes ihrer Mutter. Eine Analyse der ersten inneren Krise von Kindern, wenn sie für das Leben um sie herum erwachen, sogar noch bevor sie die Jugend erreichen, zeigt, wie viel die Wahrnehmung ihrer Mutter zählt. Kinder sind in diesem Punkt so empfindlich wie man nur sein kann. Erwachsene lassen üblicherweise all das hinter sich und denken nicht mehr darüber nach. Aber wir täten gut daran, uns um die schwerwiegenden Anforderungen zu künnern, die Kinder instinktiv an ihre Mutter stellen, und um die tiefen und sogar schrecklichen Reaktionen, die in ihnen aufkeimen, wenn sie das Missverhalten ihrer Mutter beobachten. Viele Spätfolgen für das Leben haben hier ihre Wurzeln – und keine guten -, in diesen frühen inneren Dramas im Kleinkind- und Kindesalter.

Das Kind mag die Definitionen von Entblößung, Frivolität oder Untreue nicht kennen, aber es besitzt einen instinktiven Sinn, sie zu erkennen, wenn sie auftreten, es leidet darunter und wird durch sie in ihrer Seele bitterlich verwundet.